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Kapitel 1 - Das Übel von Davencia

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Kapitel 1 - Das Übel von Davencia

Beitrag von Das Große Licht am Mo Okt 10, 2011 9:13 pm


In der kleinen Stadt Davencia, nahe der Nord-Perleris-Küste, lebten die Bewohner Riguskants in Ruhe und Frieden. Die Trauer über den Tod ihres geliebten Königs Gormun hat schon lange der euphorischen Freude über ihren neuen König Mervik Platz gemacht. Überall war bekannt wie jung und schön der Thronerbe doch sei und dass er mit gütigster Hand über seine Schutzbefohlenen regiere.
Eine Woche lang wurde die Krönung des Nachfolgers gefeiert und gepriesen, die Kirche Davencias blieb zu dieser Zeit kaum geschlossen. Hunderte Gebete und Danksagungen wurden unter dem heiligen Dach an ihren Gott geschickt, auf dass dieser ihren König behüten und beschützen möge.

Einige Zeit später jedoch war eine gewisse Ruhe eingekehrt, die zwar noch aufgeregte Gespräche und hoffnungsvolle Zukunftsvorhersagen beinhaltete aber dennoch Raum zum alltäglichen Arbeiten gab. Man könnte sagen, die Luft in Davencia war von Hochgefühlen geschwängert.
Doch wie jedes freudige Ereignis sein Ende fand, so begann auch die Schicht des einfachen Kirchendieners Joseph Fromm in der geheiligten St. Perleris Kirche: Ruhig und erwartend.

An diesem Tag sollte Joseph die Sauberkeit und Vollständigkeit der Reliquien der Kirche überprüfen sowie als letzter Bediensteter der Kirche das Licht löschen und das Gotteshaus ausreichend verschließen.
Alles verlief gut an diesem Abend, denn nichts schien außergewöhnlich verschmutzt worden zu sein. Die Kostbarkeiten befanden sich auf ihren Plätzen, die Sitzreihen standen alle in Reih' und Glied und die Kerzen hatten kaum Wachs auf den Teppich gekleckert.

Nachdem er die wenigen Unreinheiten entfernt und die meisten Kerzen gelöscht hatte galt es sich für die wenige Arbeit zu bedanken, die ihm sein Gott beschert hatte.
Joseph ging vor der Engelsstatue in die Knie, welche hinter dem Altar in all seiner Pracht die Flügel ausbreitete. Dann faltete er seine Hände, schloss die Augen und bedankte sich in aller Ehrfürchtigkeit für diesen ruhigen und ereignislosen Tag.
Nachdem er die letzten Worte in die Stille der Kirche hinein gemurmelt hatte, öffnete er seine Augen und ließ seinen Blick auf die Engelsstatue wandern.
Erschrocken sprang er auf und stolperte beinahe über die kleinen Stufen, die zum Altar führten. Seine Augen weit aufgerissen, versuchte er seine Angst aus dem Leibe zu stottern. Immer wieder zeichnete er das Zeichen seines Gottes in die Luft, doch das Phänomen, was sich vor seinen Augen abspielte ging nicht vorbei. Er glaubte zunächst an eine Illusion, doch wollte er nicht näher treten, um sich davon zu überzeugen. Kurzerhand rannte er aus dem Altarraum, riss die Pforten der Kirche auf und schrie den Namen des hohen Priesters Velmontis in die Dunkelheit des Abends hinaus.

Kurze Zeit später waren mehrere Priester, Kirchendiener und Velmontis selbst in die Kirche  getreten, um sich das teuflische Schauspiel mit eigenen Augen anzusehen.
Zunächst hatte man über Josephs Aufregung unbekümmert gelächelt, doch als er schließlich mit zittriger Stimme berichtete was passiert war, machten sich Zweifel in Velmontis Verstand breit.
Der hohe Priester konnte leider nicht vermeiden, dass auch andere Kirchendiener und Priester von diesem Gerücht hörten und musste sie daher mit sich nehmen, wenn er einen größeren Aufstand vermeiden wollte. Bisher war nichts bewiesen und die Bewohner der Stadt sollten nicht aus ihrem freien Abend gerissen werden, um sich die verrückten Worte eines Wahnsinnigen anzuhören.
Velmontis schwor sich den Kirchendiener Joseph von seinem Dienst zu befreien, wenn dieser die Unwahrheit gesprochen hatte. Schon des öfteren hatte er versucht die Aufmerksamkeit anderer durch solcherlei Geschichten zu ergattern, aber diese übertrumpfte alles bisherige!

Nun sollten sich die Versammelten selbst über die Wahrheit des Ereignisses überzeugen und erstarrten voller Grauen beim Anblick ihrer heiligsten Statue.
„Ist das Blut?“, durchbrach schließlich einer der Priester die Stille. Ein anderer fügte sogleich an: „Das kann nicht sein... diese Flüssigkeit... sie ist so dunkel...“
„Dämonenblut?“, wurde in der Gruppe durcheinander gemurmelt bis die ersten in heller Hysterie riefen: „Das ist ein Zeichen! Wir sind verdammt!“
„Unser Gott hat uns verlassen, was haben wir nur getan?“
Schließlich hob der hohe Priester Velmontis die Hand und sorgte so für abrupte Ruhe in der Kirche.
Auch sein Verstand lähmte dieses Ereignis, doch wollte er sicher gehen, dass dies kein dummer Jungen Streich von Joseph war. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren trat er hinter den Altar an die Statue heran und berührte die herabtropfende Substanz mit seinen Fingern.
Schlagartig wurde ihm klar, dass diese dunkle Flüssigkeit nicht von dieser Welt stammen konnte.
Die Engelsstatue weinte tatsächlich Dämonenblut.
Nicht nur, dass dieses dämonische Zeug widerlich zum Himmel stank, es kam auch immer  mehr von dieser Substand aus den geschlossenen Augen der Statue heraus. Schon bald hatte sich eine wahre Blutlache unter ihr gebildet, die den gesamten Altarraum durch ihre bloße Anwesenheit entehrte.

Als Velmontis Josephs Aufruhr schließlich anerkannte gerieten alle Anwesenden in Panik. Einige wollten sogleich aus der Kirche hinausstürmen und es der Stadt mitteilen, doch der Hohe Priester sprach ein Machtwort:
„Wagt es nicht die braven Bürger Davencias so zu erschrecken! Niemand außer der König selbst soll von diesen Ereignissen erfahren. Unser König ist zwar noch jung doch trägt er die Verantwortung eines gesamten Landes auf seinen Schultern. Nur er allein darf hiervon erfahren, denn seine Aufgabe ist es das Volk zu schützen.“

Die Priester und Kirchdiener verstanden, mussten aber durch weitere Worte des Hohen Priesters erst einmal beruhigt werden. Als sie schließlich alle ihren Blick von der Statue nehmen und auf Velmontis konzentrieren konnten gab dieser sofortige Anweisungen, um mit dieser Situation zu verfahren.
Das Ereignis war für alle erschreckend sowie unglaubwürdig. Immer wieder mussten sie sich davon überzeugen, dass der Engel tatsächlich Dämonenblut weinte. Aus diesem Grund gab Velmontis an, dass er persönlich in die Hauptstadt Riguskant reisen und dem König Bericht erstatten würde. Die Anwesenheit des wichtigsten Priesters aus Davencia sollte Beweis genug für die Wahrhaftigkeit seiner Worte sein.
Bis zu seiner Rückkehr sollte die Kirche geschlossen und weitere Gottesdienste auf dem großen Markt der Stadt zelebriert werden. Unter keinen Umständen durften die Bewohner der Stadt davon erfahren, daher legten alle Anwesenden ein bindendes Schweigegelübde ab.

Kurz darauf wurde die Kirche geschlossen und eine nervöse Stimmung machte sich in der Bevölkerung Davencias breit.


(Liebe Schreiberlinge,
Damit auch keine Missverständnisse aufkommen, möchte ich an dieser Stelle noch einmal betonen, dass unsere Geschichte zu der Zeit anfängt, in der die Welt der Zwielichter noch nichts von den anderen beiden Kontinenten weiß. Natürlich gab es im Laufe der Zeit vereinzelte Portale, die sich für kurze Zeit geöffnet haben, aber die Wesen die dort durchgeschlüpft sind beschränken sich auf nur eine Hand voll Individuen. Das soll heißen: Einige Unlichter und Lichter gibt es schon in Crepererum, doch diese bemühen sich, verdeckt zu bleiben und nicht erkannt zu werden. Aus diesem Grunde wissen die Menschen auch nicht, dass Unlichter und Lichter unter ihnen weilen bzw. dass es Portale zu anderen Welten gibt. Außerdem möchte ich noch hinzufügen, dass die Portale nur für kurze Zeit geöffnet waren und keine konstante Existenzdauer hatten. Sie sind also vergänglich. )


Zuletzt von Das Große Licht am Sa Nov 09, 2013 1:42 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Kapitel 1 - Das Übel von Davencia

Beitrag von Das Große Licht am Mi Mai 29, 2013 2:10 pm

Das Übel Davencias – Fluch im Königshaus

Die Reise des Priesters Velmontis führte ihn durch unzählige Dörfer und Städte. Wälder und Wiesen, Berge und Küsten rasen an der Kutsche vorüber ohne die wichtige Botschaft des Hohenpriesters vergessen zu machen.
Die Fahrt dauerte drei Wochen an, und dennoch kam es Velmontis wie eine fliegende Zeitreise vor.

Die Tore des Königshauses standen jedem sorgenvollen Bewohner Riguskants offen. Größere Probleme wurden dabei sorgfältig von kleineren getrennt, damit die wertvolle Zeit des Königs nicht unnütz verschwendet wurde. Pünktlichkeit und respektvolles Auftreten, galten hier als oberste Priorität. Wer hier die höflichen Maßregeln nicht beherrschte, konnte sein Problem gleich als ignoriert betrachten. Velmontis war sich darüber im klaren, doch viel mehr Sorgen bereitete ihm das Geschehene und ob man seinen Worten wirklich glauben mochte.
War er doch bloß ein Hoher Priester in einer weit entfernten Stadtgemeinschaft, die ansonsten wenig Aufmerksamkeit auf sich zog. Davencia hatte keine Probleme und wenn sie doch welche hatte, so löste sie diese von ganz allein.
„Doch genau deswegen...“, sprach sein engster Vertrauter in geschlossenem Raume, „... müssen sie Euch empfangen!“
Dies war nicht von der Hand zu weisen, und dennoch hatte er ein ungutes Gefühl dabei. Schon seit ihrer Ankunft fühlte sich der Priester nicht sonderlich wohl. Er vermeinte ein leichtes Fieber zu spüren, doch dies konnte auch daher rühren, dass ihm die Aufregung zu Kopfe stieg.

„Eure Hoheit, ein Abgesandter der Küstenstadt Davencia erbittet eine Audienz. Seine Botschaft sei von äußerster Dringlichkeit und könne nicht warten!“ Die Wache sprach mit einer gewissen Aufregung in der Stimme. Diese Aufregung war es, die Mervik aufhorchen ließ. Unaufschiebbare Nachrichten und Sorgen hörte er schließlich jeden Tag, doch derjenige der seine Wachen in Aufruhr versetzen konnte, musste ein wirklich bedeutendes Anliegen haben. Entweder das, oder die Person selbst verkörperte eine ungemeine Autorität.
„Lasst ihn sofort eintreten, meine Neugierde ist geweckt!“ Er lächelte. Seine kleine Schwester hatte ihm soeben noch von ihrem Ausritt berichtet und wurde nun in liebevoller Dankbarkeit fortgeschickt. Nicht jede Nachricht war für die gesamte Königsfamilie bestimmt. Selbst die Frau Königin, Merviks verehrungswürdige Mutter, hatte sich entschieden den heutigen Königspflichten fern zu bleiben. Sie fühlte sich nicht wohl und blieb daher in ihren Gemächern.

Velmontis trat ein. Seine treuen Begleiter folgten ihm auf Schritt und Tritt, und trotz seiner offensichtlichen Schwäche wagten sie es nicht ihren Hohenpriester zu stützen. Nicht nur aus Respekt vor seinen warnenden Worten, sondern auch um ihn nicht lächerlich zu machen. Stark und ernsthaft wollte er seinem König entgegen treten und dies tat er nun.
„Ah, meine lieben Freunde des Nordens. Bewahrer der Seemacht und weise Gelehrte riguskantischen Wissens. Was führt euch an meinen bescheidenen Hofstaat, den es nach Neuigkeiten dürstet? Ihr bringt doch frohe Kunde? Möglicherweise die Entdeckung einer neuen Insel, oder doch die Bergung eines reichen Schatzes?“
Diese Begrüßung war beinahe schon lächerlich im Gegensatz zu Merviks üblichen Willkommensfloskeln. Er liebte es seinen Besuchern den Honig großzügig ums Maul zu schmieren, und trotz der unüberhörbaren Überheblichkeit seiner Worte meinte er sie wirklich ernst und aufrichtig.
Mervik wusste nur zu gut, dass es keine gute Nachricht sein konnte, die Davencias Kinder in sein Reich sandte, doch wollte er sein fröhliches Gemüt noch nicht vorzeitig ablegen. Sein Tag hatte dazu viel zu schön begonnen.
Mit einer Rede öffentlichen Charakters.
Die Menge hatte gejubelt.
Und er hatte ekstatische Freuden erlebt.

„Meine Hoheit, ich bin untröstlich.“ Er verbeugte sich hastig, doch dies störte den König kaum. Beide wollten dieses Gespräch vorantreiben, der eine um ein weises Wort und rettende Anweisungen zu erfahren und der andere um seine fast unstillbare Neugierde zu befriedigen.
„Davencia erfährt großes Ungemach und neigt sein Haupt verzweifelt in eure Richtung, oh ehrwürdiger König.“
„Spannt mich nicht auf die Folter, Hoherpriester... wie war der Name?“
„Velmontis, Herr“
„Velmontis... fahrt fort und berichtet mit haarklein, von euren Nöten.“

So erfuhr der König Riguskants von der mysteriösen Statue, von der bisher nur die Priester und einige Kirchendiener wussten und den damit einhergehenden mysteriösen Geschehnissen.
Schwerfällig, ließ sich Mervik in seinen Thron fallen. Velmontis, und auch seine Begleiter, wussten nichts mit seiner Miene anzufangen, geschweige denn von seinem prustenden Lachanfall welcher in nun heimsuchte.
„Das ist unglaublich.... hahahaha! Er hatte tatsächlich Recht, und ich hatte ihm zunächst nicht geglaubt..hahahaha!“
Nun wurde der Priester Davencias langsam ein wenig ungeduldig, was hatte es mit diesem unangebrachten Gefühlsausbruch auf sich? Hatte man ihn hereingelegt?
„Oh Herr, erlaubt mir euch die Frage zu stellen, warum ihr euch darüber so erfreut? Die Menschen in unserer Stadt haben Angst, da sie einen Fluch befürchten. Und Ihr lacht über unser Leiden?!“
Vielleicht ist Velmontis in diesem Augenblick ein wenig zu laut geworden, denn das Lachen verstummte abrupt. Trotz all seiner Herzensgüte, hatte der König doch eine Schwäche, er wechselte ziemlich leicht seine Launen.
„Ihr wagt es mein Urteilsvermögen infrage zu stellen?“ Seine Augen blitzten bedrohlich, und seine Stimme überschlug sich fast vor Aufregung, ehe er seine Laune wieder änderte.
„Eure Sorgen sind mir wohl bewusst.“ Gab er lächelnd und mit aufrichtiger Freundlichkeit schließlich von sich. „ Mein Bedauern und meine Gedanken sind bei euch.“ Irritiert beobachteten Velmontis Begleiter, wie die Mundwinkel des Königs verschiedenste Gefühle innerhalb von Sekunden ausdrücken konnten. Er war tatsächlich ein sehr lebendiger, wenn auch unberechenbarer König.
Mit einem freundlichen Lächeln breitete er seine Arme aus und setzte seine Rede fort:“ Seid meine Gäste bis wir uns eine Lösung für euer Problem überlegt haben. In der Tat ist es eine sehr delikate Angelegenheit, die kein Aufschieben ertragen kann. Daher werden meine Bemühungen in dieser Angelegenheit höchste Priorität haben. Überlasst eure Sorgen also vollkommen mir und ruht euch von eurer langen und beschwerlichen Reise aus!“
Dies waren die letzte Worte des Königs, ehe er in die Hände klatschte und seine Besucher in ihre Gastgemächer führen ließ.

Tage vergingen...

Und Velmontis schlief in keiner einzigen Nacht wirklich gut.
Alpträume plagten ihn und bei jedem Erwachen fühlte er sich müder als zuvor.
Seinen Begleitern erging es kaum anders. Es lag eine düstere Befürchtung in der Luft, die niemand so recht benennen konnte.

Doch die Zeit verging, ohne großartige Veränderungen.
Der König kümmerte sich um diese und jene Pflichten, bis Velmontis das Gefühl hatte vollkommen übergangen, gar vergessen worden zu sein.
War dieses Phänomen etwa doch auf einen rationalen Geist gestoßen? Glaubte ihnen der König nicht, und wenn nicht, warum ließ er sie so lange schmoren?
Die Antwort darauf sollten sie wahrscheinlich nie bekommen, denn kurz vor Velmontis Abreise, die er unter allen Umständen an diesem Tag antreten wollte, wurde der König krank...

„Wie ein Sack Getreide ist er zusammen gesackt, sagt man.“ Ein Wirt fern von all diesen Geschehnissen erzählte diese Geschichte mit geheimniskrämerischer Leidenschaft nun schon dem zehnten Gast in Folge, doch das mochte seine Erzählbereitschaft kaum bändigen. Die Amazone, die verhüllt in einer Ecke der Schenke saß konnte es hingegen kaum noch hören und verzog sich alsbald in ihre Schlafstätte. Der Wirt jedoch erzählte seinen Zuhörern weiterhin: „ Seit diesem Tag fiebert er in hohen Temperaturen und brabbelt leise unvollständige Sätze vor sich hin. Nachts schreie er sogar, hat Alpträume und wenn die Diener ihn dann aufsuchen um zu sehen was geschehen war, blickte der König mit Angst verzerrter Miene auf einen bestimmten Punkt im Raum und zittert wie ein kleines Mädchen im Angesicht des bösen Wolfes. Ich sag euch, der König wurde verhext, verflucht! Oder vielleicht sogar verdammt. Kein Arzt kann ihm helfen und die Heiler ferner Länder sind ratlos. Nicht einmal Hagetan kann mit seinen exotischen Methoden irgendetwas für den Sohn seines alten Freundes tun. Irgendetwas geht vor in unserem Land... Fernab berichtet man von merkwürdigen Naturereignissen, wie sie noch nie beobachtet wurden. In Davencia soll sich ein seltsames Portal zur Hölle geöffnet haben, jedenfalls ist die Kirche dort im Inneren tiefschwarz und nicht mehr zu betreten. Hoffen wir, dass sich die Lage schnell wieder bereinigt. Auch wenn ich bezweifle, dass sich da überhaupt noch etwas retten lässt.“
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Re: Kapitel 1 - Das Übel von Davencia

Beitrag von Das Große Licht am Mo Jan 19, 2015 10:36 pm

Das Übel Davencias – Lang lebe der König

Die Krankheit des Königs zog sich über Wochen hin. Sein Befinden verschlimmerte sich von Tag zu Tag und selbst Velmontis konnte mit seinen Gebeten und Segnungen nichts für seinen König tun.
Das Land erstarrte in höchstem Entsetzen. Der junge König war noch nicht lange in seinem Amt und schon drohte eine unbekannte Krankheit sein Leben auszuhauchen. Mediziner und Gelehrte Riguskants kamen zusammen, um diesem Ungemach ein Ende zu bereiten, doch wussten sie mit den Symptomen nichts anzufangen, die Mervik plagten.

Velmontis verfiel in Ratlosigkeit. Sein eigenes Befinden hatte sich enorm verbessert, nachdem die Krankheit über den König herfiel. Konnte es also sein, dass er Mervik infiziert hatte? War das Blut in der Kirche giftig gewesen, und hatte er dann dieses Gift zu seinem Herrscher getragen?
Antworten blieben aus und der Aufenthalt des Hohepriesters in Königsburg zog sich immer mehr in die Länge.

„Kunde aus Davencia!“ eilte einer seiner Priester in die Bibliothek, in die sich Velmontis bereits seit Tagen verkrochen hatte. „ Die Dunkelheit ist verschwunden! Allerdings wurde Bruder Kurast ermordet und eine Frau schwer verletzt.“ Die Ereignisse wurden heikler und heikler.
Es stellte sich heraus, dass ein Wesen in der Kirche Davencias sein Unwesen trieb und den Priester getötet hatte. Darüber hinaus verschaffte sich eine junge Frau Einlass in die Kirche und wurde dort von der Bestie verletzt. Sie überlebte, doch das Wesen verschwand und nahm die Dunkelheit mit sich. Velmontis spielte mit dem Gedanken nach Hause zurück zu kehren, doch sollte sich dieser Gedanke nicht so eilig in die Tat umsetzen.

Reiter aus Forcewald trafen in Königsburg ein. Sie hörten von der Krankheit des Königs und waren sofort aufgebrochen, um der Sache auf den Grund zu gehen. Die Kunde ihrer Anwesenheit breitete sich wie ein Lauffeuer in ganz Riguskant aus. Gerüchte über Magie und uralter Hexenkunst verband man mit diesem unbekannten Volk aus den südlichen Wäldern und obgleich niemand diese Gerüchte bestätigte, spürten die Riguskanter, dass sie mit ihren Vermutungen Recht hatten. Warum sonst schottete sich Forcewald so sehr vom Rest der Welt ab?

Die Reisenden trugen das Wappen einer braunen Eule mit grüner Kugel auf ihren Gewändern. Natürlich war die Eule als Wappentier Forcewalds bekannt, doch wusste niemand mit diesem abgewandelten Symbol etwas anzufangen. Vermutlich irgendeine Gruppierung unter der Flagge Baritons. Letztendlich ließ man sie zum König, damit sie ihre Untersuchungen beginnen konnten. Untersuchungen die schnell ein Ende fanden. Die Ergebnisse waren so unglaublich wie verheerend.
Der König würde sterben.

„Für die Sicherheit Eures Landes, erbitten wir die Erlaubnis den König ins Jenseits zu geleiten. Es gibt für ihn keine Rettung mehr.“ Das waren die Worte, die Empörung, Panik und Hass am Königshof verursachten. Die Königin entflammte in Wut, die Prinzessin weinte vor Trauer und die Berater des Königs schlugen die Bitte ein ums andere Mal aus. Die Fremden blieben zwar hartnäckig, trugen ihre Bitte immer und immer wieder vor doch letztendlich wurden sie des Landes verwiesen und kehrten unverrichteter Dinge nach Forcewald zurück. „Es wird euren Untergang bedeuten, Riguskant. Der Ratsmonarch wird davon hören!“

Doch kurz nach ihrem Aufbruch besserte sich das Befinden Merviks erheblich. Seine Symptome verschwanden innerhalb der nächsten Tage und sein Gemüt wurde heiter und fröhlich wie zuvor. Die Reisenden aus Forcewald wurden hingegen mit übler Nachrede bestraft und ihre Bitte als versuchter Königsmord ausgelegt. In den schwächsten Minuten, so hieß es, versuchten sie Mervik zu töten, obgleich sie wussten, dass er überleben würde. Und so erwuchs eine missmutige Stimmung am Königshof, die sich feindselig gegen das Reich Forcewalds richtete.
Der König selbst war jedoch nicht mehr derselbe. Sein alter Glanz war verblasst, seine hellen, freundlichen Augen zu ernsten Iriden geworden, von Kummer erfüllt, den der Körper selbst nie erlebt hatte. Ein uraltes, Wesen hatte sich seiner bemächtigt und obgleich Prinzessin als auch Königin diese Veränderungen spürten, nahm keiner Notiz von den ängstlichen Vermutungen der Frauen. Ihre Meinung zählte nicht länger. Und so kam es, dass nur noch das Wort des Königs allein Gesetz des Landes war.

Er unterdrückte das Verlangen, Rache für das frevelhafte Verhalten der forcewaldischen Abgesandten zu üben und brachte sein Volk wieder unter seine Kontrolle. Mit ähnlichen Verhaltensmustern aber aus völlig anderen Beweggründen. Der Parasit konnte nun das Leben eines Königs genießen und Forcewald befand, diese Entwicklungen von weitem mit wachsamen Auge zu beobachten.


Veränderungen

- Vermehrte Aufmerksamkeit Forcewalds!
Es treiben sich mehr Schwingen Baritons in Riguskant herum.

- Das Land ist schwach!
Überall in Riguskant haben sich kleine, Portale nach Letum geöffnet, die teilweise wieder geschlossen sind. Manche von ihnen sind jedoch noch offen und speien verschiedenste Ungetüme aus.
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Re: Kapitel 1 - Das Übel von Davencia

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