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Kaya Halmoria

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Kaya Halmoria

Beitrag von Gast am Di Mai 29, 2012 1:47 pm

Name: Kaya Halmoria
Alter: 20 Jahre
Rasse: Mischling ( Nebelwanderer/Mensch)
Zugehörigkeit: Zwielicht
Herkunft: Nebelwelt ( in Karatina)
Größe: 1.80m

Aussehen:

Spoiler:

Kayas Auftreten hat oft eine große Ähnlichkeit mit dem Erscheinen eines Geistes. Die Leute halten den Atem an, schauen weg oder starren mit entsetztem Blick auf ihre allzu helle Haut oder ihre blutroten Augen. Da sie weder wie ein richtiger Nebelwanderer noch wie ein richtiger Mensch aussieht, kämpft sie ständig mit diesen neugierigen Blicken. Und obwohl die Angst der Leute zu einer drohenden Gefahr anschwellen könnte, schluckt sie ihre Bedenken stets runter und trägt weiterhin die freizügigen Kleider ihrer Mutter.
Nur ihre grauen, langen Haare werden von ihrer roten Kapuze und einem schwarzen Kopftuch verdeckt, welche mit gelben Sternen und Perlen bestickt sind. Niemand bekommt daher je ihre gewellte, dicke Haarpracht zu Gesicht, die ihr bis zur Hüfte hinunter reicht.
Ansonsten bleibt viel Haut an der Luft, ihr Oberteil deckt gerade eben ihren Intimbereich ab, lässt dafür aber den Bauch und den Rücken bis zum roten Rock hinunter frei. Dieser wiederum ist nach vorne hin offen und verdeckt nur mit einem schwarzen Stofftuch das Nötigste. Ihre langen schwarzen Strümpfe hingegen reichen ihr bis zur Mitte der Oberschenkel und bringen letztere dadurch besonders gut zur Geltung. Ihre Erscheinung endet in zwei zierlichen Füßen, die es nicht gewohnt sind zu laufen, daher trägt sie flache schwarze Schuhe, die Kaya vor unebenem Gelände und gefährlichen Steinen schützen sollen.

Im Großen und Ganzen bietet Kaya einen äußerst ungewöhnlichen Anblick. Trotz ihrer gefühlsbetonten Gesichtszüge, die ihr eine ungemeine Lebendigkeit verleihen, wird sie häufig als Geist, wandelnde Leiche oder mit weniger schmeichelhaften Ausdrücken betitelt. Natürlich hat sie häufig eine neutrale Mimik, die ein wenig an eine trauernde Witwe erinnert, und noch viel häufiger verliert sie ihren Blick in irgendeinem Gegenstand oder, was deutlich seltener vorkommt, in irgendeiner Person. Dennoch gibt sie sich äußerst gesprächig und kann sogar den ein oder anderen Scherz zum besten geben, sobald es zu geselligen Zusammentreffen oder Feierlichkeiten kommt. Unter Freunden würde man sie daher sicherlich als lebensfroh und lebendig beschreiben.

Allerdings weiß Kaya selbst nur zu gut, dass ihre Gestalt von vielen Seiten betrachtet wird, zuerst sieht man dabei natürlich die beobachtende und ruhige Nebelwandererin, die sich zunächst zurückhaltend zeigt. Achtet man aber auf ihre Bewegungen erkennt man eine geheimnisvolle, beinahe schwebende Gestik, die auf die einen äußerst elegant und unnahbar, auf die anderen wohl eher unheimlich und gespenstisch wirken. Ihre Schritte sind ein wenig zu langsam, um irgendwie menschlich zu erscheinen und ihre eiligen Schritte halten niemals mit dem hohen Tempo einfacher Menschen mit, und das obwohl sie mit ihren langen Beinen ziemlich weit ausholt und sich dabei leicht nach vorne beugt.
In ruhigen Gesprächssituationen hingegen kann sich der ein oder andere doch für ihr Gemüt erwärmen, werden ihre Worte doch stets von leichten, fast unmerklichen Handbewegungen unterstrichen, die beruhigend und weniger unheimlich aber vielmehr menschlich wirken.

Beruf: /
Waffen: Ihre telekinetischen Kräfte
Magie: Ansonsten keine magische Begabung im eigentlichen Sinne vorhanden
Besitz:
Die Kleider an ihrem Leib,
Brechwurzelkraut (zum reinigen der Zähne),
ein mittelgroßer Beutel
zwei Arm-, und zwei Fußbänder, die mit Glöckchen versehen sind.
Ein Brief und das Tagebuch ihres Vaters
Der Duftflakon ihrer Mutter und das Stück Papier, welches in Nebelzung verfasst ist.
Geld: 0 Draken und 0 Drachmen


Charakter:

Die nebelwandernde Menschin Kaya versprüht nicht gerade das feurige Temperament einer tragalúnischen Tänzerin. Auch ist sie keine besonders introvertierte Person oder die eisige Verkörperung disziplinierter Gefühlskälte. Kaya hat vielmehr etwas von einem verträumten, jungen Mädchen, dem so viele Fragen im Gesicht geschrieben stehen, dass es kaum jemand wagen könnte mit der Beantwortung all jener Fragen zu beginnen.
Sie ist verwirrt und unsicher.
Seit Kaya die Zwielicht Welt betreten hat, wundert sie sich über die kleinsten Dinge: Warum glüht ein Licht am blauen Firmament? Warum ist das Firmament überhaupt blau? Und warum bewegen sich diese braunen und grünen Gegenstände ständig, die überall in der Gegend herum stehen?
Nicht einmal wissend was ein Wald ist, was Wind und Pflanzen sind, wurde sie in diese Welt verstoßen und hat nun keine Ahnung von was sie sich ernähren kann und soll.

Seit ihrer Verbannung legt sie ein äußerst neugieriges, wenn auch nachdenkliches, Gemüt an den Tag. Sie versucht die Dinge zu ergründen und begegnet Menschen sowie Situationen mit einer ernsten und bedachten Haltung. Mit all ihrer Vernunft versucht sie die Hindernisse ihres Lebens zu meistern und auch in schwierigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Das dies nicht immer möglich ist, wird ihr auch immer wieder deutlich. Besonders wenn es darum geht Kritik zu ertragen, tut sie sich ungemein schwer. Natürlich klammert sie sich nicht wie eine sture Ziege an ihre eigene Meinung. Kaya lässt auch andere Meinungen und Vorschläge zu, ja, begrüßt diese sogar. Aber wenn es um ihren Charakter, ihre Macken oder Fehler geht, wird sie schnell zu einem jähzornigen Biest. Reizbar reagiert sie auf alle Ratschläge, die ihr Handeln oder ihre allgemeine Einstellung kritisieren, selbst wenn diese gut gemeint sind. Möchte man bei dieser jungen Frau Kritik äußern, so muss man diese schon wirklich gut verpacken, damit sie überhaupt darauf eingeht.

An ihrer Kritikunfähigkeit mag sich vielleicht der ein oder andere Geselle stören, aber dennoch ist anzumerken, dass Kaya nicht nur wütend sein kann sondern auch eine deutlich sanftere Seite hat. Mit all ihrer Zärtlichkeit, Hingabe und liebevollen Fürsorge hat sie sich beispielsweise lange Zeit um ihre kleine Schwester gekümmert. Geduldig und einfühlsam geht sie mit Menschen und Nebelwandern um, die ihr etwas bedeuten.
Sogar Fremde werden freundlich und verständnisvoll behandelt, solange diese keine Gefahr für sie darstellen.
Ändert sich diese Sicherheitslage, werden die Fremden also zu Feinden, weicht Kaya keinen Schritt zur Seite. Die Nebelwanderin ist eine äußerst tapfere junge Frau mit einem starken Selbstbewusstsein. Allerdings ist sie noch nicht sonderlich gut im Einschätzen ihrer Gegner und insbesondere ihrer eigenen Fähigkeiten. Es kann daher leicht vorkommen, dass sie einem Kampf entgegen fiebert, der ihr schnell das Leben kosten könnte.

Wenn man Kaya erst einmal richtig kennen gelernt hat wird einem schnell klar, warum man sie nicht einfach so als leblosen Geist abstempeln kann. Sie vereint negative sowie positive Gefühle in ihrem Herzen genauso komplex wie jeder normale Mensch und ist gleichsam so geheimnisvoll und wundersam wie die Wesen des Nebels. Lässt man sich auf diese junge Frau ein, so wird man möglicherweise sogar eine gute Freundin in ihr finden. Man muss ihr nur eine Chance geben.

Sprachen: Nijame, Nebelzung, Arcum
Vorlieben:
Farben
Düfte
die Sonne
Wärme
Wind
Regen
Gewitter
Aufrichtigkeit
Singen

Abneigungen:
-Nebelwelt
-Die Farbe Grau
-Lügen
-Ihre eigene innere Unsicherheit und Verwirrung
-Nebel
-lange Wanderungen und schnelles Laufen
-Schwächen zugeben müssen
-Gestank

Stärken:

kann sich in andere hineinversetzen, sehr empathisch
Hat einen ziemlich langen Geduldsfaden
Ist in ihrer Nebelgestalt ziemlich schnell
hat eine tiefe, sinnliche Singstimme
ist besonders gut darin, andere mit ihren telekinetischen Kräften zu blenden

Schwächen:

-Kritikunfähig, leicht reizbar in diesem Punkt
-leichte Phobie vor Nebel und grauen Farben
-hat nur eine geringe Ausdauer
-kann nur schwer komplexe Illusionen erzeugen, wie etwa das Szenario persönlicher Ängste
-kann nicht tanzen
-sie kann ihre Kräfte nicht kontrollieren wenn sie wütend wird, daher bekommen Personen in ihrer Umgebung Kopfschmerzen sobald dies passiert

Besonderheiten:
Das wirklich besondere an Kaya Halmoria ist, dass sie weder wirklich Mensch noch wirklich Nebelwanderin ist. Man bezeichnet sie auch als Mischling, oder Mischblut.
Ein Wesen was eigentlich niemals hätte existieren sollen, zumindest nicht in der Gesellschaft der Nebelwanderer.
Auch ist auffallend, dass sie besonders starke telepathische Kräfte entwickelt, wenn sie intensiven Gefühlen, wie etwa Wut, Verzweiflung oder Trauer, ausgesetzt ist. Besonders schlimm wird es allerdings wenn sie wütend wird, da sie in diesem Zustand nicht mehr Herrin der Lage ist. Ihre Mitmenschen und Tiere um sie herum bekommen ziemliche Kopfschmerzen sobald sie erzürnt ist. Nur Jene die ihre eigenen Gedanken zu schützen wissen, können diesem Schmerz entgehen.

Ansonsten hat sie ziemlich viel mit den Nebelwanderern gemein: Sie verwandelt ihre Beine in Rauch, sobald sie eine neblige Landschaft betritt, und kann auch durch diesen in ihre alte Heimat, die Nebelwelt, reisen.
Ihre Telepathischen Fähigkeiten sind hingegen noch ziemlich unausgereift. Am leichtesten fällt es ihr andere Wesen für kurze Zeit zu blenden, auch schafft sie es mit Leichtigkeit in Erinnerungen anderer Personen zu lesen, doch leider fehlt ihr das nötige Geschick um dabei unerkannt zu bleiben. Bisher hat es jeder von Kayas „Versuchsobjekten“ gemerkt, wenn diese in ihren Gedanken herumschnüffelte. Selbst wenn diese keine Nebelwanderer oder Zauberer waren!
Ihre letzte Kraft spielt mit den Bedürfnissen und Gefühlen ihrer Feinde. Mit einer guten Portion Konzentration und einem Hauch Glück schafft sie es, einen Räuber dazu zu bringen, ihr die Füße zu küssen. Mit noch viel mehr Glück kann sie ihn dazu bringen, eine tiefe Traurigkeit zu verspüren, die ihn demotiviert und deprimiert. Und mit einer ganzen Menge Glück und einer noch viel größeren Menge an Konzentration schafft sie es vielleicht, das starke Gefühl von Liebe zu erzeugen.
In fast all ihren Bemühungen und Fähigkeiten steckt sie noch in den Anfängen. Als 20 jährige Nebelwanderin kann man da schließlich noch nicht sehr viel erwarten.


Geschichte:

Zusammenfassung der Geschichte
Kaya Halmoria wuchs in der Nebelwelt als Mischling auf und wurde von Whalden Halmoria und Sharanda Geist großgezogen. Einem Nebelwanderer und einer Menschenfrau.
Whalden behielt Jahre lang die Tatsache für sich, dass er Sharanda Geist einst in Karatina entführt und sie zu sich in die Nebelwelt gebracht hatte. Auch Kaya ahnte nichts von der wahren Natur der Beziehung ihrer Eltern, trotz dass sie immer wieder gefährlich neugierige Fragen stellte.
Doch eines Tages sollte sich dieses scheinbar traute Familienleben in einen grausigen Alptraum verwandeln, denn Sharanda Geist, Kayas Mutter, verschwand spurlos.
Erst Jahre später sollte die Nebelwandererin erfahren was wirklich mit ihrer Mutter passiert war.
Die Scheinfrau Whaldens, Tyssara Morlinn, lebte vor der Geburt Kayas mit Whalden zusammen. Sie war in ihn verliebt und wollte alles tun um bei ihm sein zu können, daher entschied sie sich dafür, ihn in seiner Liebe mit einem „Schlachtvieh“ zu unterstützen und eine glückliche Beziehung vorzugaukeln. Allerdings entwickelte sich dieses Unterfangen weitaus schlimmer, als sie es sich ausgemalt hatte, denn Whalden kümmerte sich bloß um seine wahre Liebe und scherte sich einen Dreck um Tyssaras Wohlergehen. Bald schon war ein Baby unterwegs und das traurige Spielchen wurde der verletzten Nebelwandererin zu bunt. Nachdem das Kind ausgetragen war, verließ sie Whalden und seine Familie und schwor bittere Rache.
Jahre später trugen ihre Anklagen und Verdächtigungen Früchte und Sharanda Geist wurde entdeckt und entführt. Anschließend fand ein ernstes Gespräch zwischen dem Weltenbewahrer und Whalden statt, bei dem reichlich getrunken und gegessen wurde.
Erst viel zu spät erfuhr der Nebelwanderer, dass er bei diesem Dinner seine Frau verspeist hatte.
Doch das Schicksal wollte es dabei nicht belassen. Nachdem einige Jahre ins Land gezogen waren, nahmen die Herolde des Weltenbewahrers auch die Spur von Kaya auf, die als Sprössling einer widerwärtigen Unzucht mit „Schlachtvieh“ galt. Whalden sperrte sie daraufhin in ein kleines Häusschen ein, was sich außerhalb der bewohnten Nebelwelt, im Grauen, befand und versteckte sie dort weitere Jahre, um sie jeden Tag besuchen und trainieren zu können.
Allerdings hielt auch diese Lösung nicht für ewig und so brach Kaya irgendwann aus und lenkte die Aufmerksamkeit des Weltenbewahrers auf sich. Mithilfe ihres Vaters konnte sie wieder den Klauen der Nebelwanderer entgehen, aber das Versteckspielchen hatte damit ein Ende.
Das Mädchen nahm Abschied von ihrer kleinen Schwester Ashabellana, die als Findelkind in die Obhut des Nebelwanderers gelegt wurde, und ihrem Vater und verließ die Nebelwelt für immer, denn nun gab es keinen Platz mehr in dieser Welt, die sie als Mischblut und Missgeburt bezeichnete. Sie würde fortan ein Flüchtling bleiben.



Kindheit
Spoiler:

Kaya wurde im Schutze der Nebelwelt geboren und großgezogen. Graue Farben prangten an jeder Ecke, waren in den Gesichtern ihrer Eltern wiederzufinden und begleiteten sie von Tag zu Tag.
Einzig und allein der Gesang ihres Volkes erheiterten dieses graue Dasein, wenngleich jenes keine Erheiterung benötigte. Diese Welt war ihr Zuhause, sie kannten keine bunten Farben und missten sie daher auch nicht. Menschen hingegen machte dieser Ort traurig, und je länger sie blieben desto düsterer wurde diese Traurigkeit, die nur zu gerne in Depressionen umschwang und dem einen oder anderen das Leben kostete. Viele wählten den Freitod, wenn sie nicht vorher schon auf den Tischen der Nebelwanderer gelandet waren.
Wie dem auch sei, Kaya wuchs in guten Verhältnissen auf. Ihr Vater war ein sehr angesehener Gedankenformer und hatte schon den einen oder anderen Palast entwerfen dürfen. Seine Familie lebte daher in einem wohlhabenden Herrenhaus, was von Bediensteten allerdings unbesucht blieb. In der Nebelwelt gab es schließlich keinen Schmutz, weder Staub noch Flusen sammelten sich in den Dielenritzen, und auch wenn mal etwas in Unordnung geriet, da war Kayas Vater besonders gut zu beobachten, konnte jeder Gegenstand mit Kraft seiner Gedanken an seinen jeweiligen Platz zurück gestellt werden. In der Nebelwelt waren die Fähigkeiten eines Nebelwanderers schließlich um einiges stärker.
Kayas Mutter hingegen war penibel ordentlich, zu keinem einzigen Zeitpunkt befand sich ihr Zimmer in irgendeiner Art und Weise in einem Durcheinander, doch mochte dies vielleicht daran liegen, dass ihre Mutter nicht über die telekinetischen Kräfte verfügte wie der Rest ihrer Familie?

„Papa, warum läuft Mama immer auf ihren Beinen? Ich habe sie noch nie schweben sehen...“
Die kleine Kaya stellte ständig solche Fragen und je älter sie wurde, desto unangenehmer wurden diese für ihren Vater Whalden. „Kindchen, deine Mutter ist eine außerordentliche Frau, sie ist fleißig und klug. Ihre Beine benutzt sie deswegen viel lieber, weil ihre Füße sie auf dem Boden der Tatsachen wandeln lassen. Sie möchte sich selbst nicht zu sehr verwöhnen, indem sie auf das einfache Schweben verzichtet und ihre Beine für die Fortbewegung verwendet.“
Seine Stimme klang heiter und freundlich wie immer. Geduld war seine angeborene Tugend. Doch dann beugte er sich zu Kaya hinab und begann im Flüsterton zu singen. Kaya musste dabei fast kichern, da sein Vollbart dabei ihre Wange kitzelte. „Doch Kaya, niemand darf davon wissen. Deine Mutter ist sehr begehrt unter den Nebelwanderern und würde aus lauter Eifersucht von uns genommen werden. Alle wollen deine Mutter haben, da sie so besonders ist. Versprich mir also, dass du niemandem erzählst, dass sie auf ihren Beinen läuft, in Ordnung?“
Das damals noch so junge Mädchen nickte und lief eilig davon. Die Geheimniskrämerei ihres Vaters, hatte der Nebelwanderin ein wenig Angst gemacht und während sie zu ihrem Lieblingsplatz im Garten lief, dachte sie angestrengt über seine Worte nach.

Tatsächlich durfte Kayas Mutter niemals ihr Zimmer verlassen. Whalden erzählte jedem seiner Freunde und Bekannten, dass sie an einer schweren Krankheit litt und daher kaum außerhalb ihres Raumes verbringen dürfe. Das brachte ihm nicht nur jede Menge Mitleid sondern auch Anerkennung ein, da er ihr trotz dieser langjährigen Krankheit stets treu geblieben war. Und das war er auch, nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie gar nicht krank war.
Jeden Abend besuchte er seine Frau in ihren Gemächern, und erstaunte jedes Mal aufs neue, wie hübsch sie doch war! Langes blondes Haar fiel ihr in dichten Locken über die Schultern ihren schmalen Rücken hinab. Ihre Züge waren kalt und zurückweisend, doch selbst dann kam sie Whalden wie eine wunderschöne Prinzessin vor. Ihre Kleider waren rot, schwarz, gelb manchmal auch grün oder blau. Whalden hatte sich bereits an diese Farben gewöhnt, doch anfangs machten sie ihm schlimme Kopfschmerzen. Nun jedoch umschmeichelten sie die Figur seiner Frau Sharanda, wodurch sie in dieser unbunten Welt das einzig wahre Leben zu sein schien. Die einzige Frau mit Farbe im Gesicht. Doch auch diese war mit der Zeit schnell verblasst.
Whalden wusste, dass dies seine Schuld war. Diese Frau würde ihn niemals lieben, denn er hatte sie geraubt und zu sich genommen, anstatt sie wieder frei zu lassen. Doch er konnte einfach nicht anders, er liebte sie abgöttisch und selbst nach all den Jahren und der Geburt ihres ersten Kindes, ließ er nichts unversucht um ihr Herz zu erobern.
Sharanda jedoch blieb eisig. Ihre Tochter war die einzige mit der sie überhaupt sprach. Whalden hingegen würde immer ihr Erzfeind und Vernichter ihrer trauten Welt bleiben.

Von diesem Dilemma bekam Kaya allerdings herzlich wenig mit. Sie wuchs zweisprachig auf, neben der allgemeinen Sprache Arcum, die jeder auf wundersame Weise zu verstehen und sprechen schien, sang sie mit ihrem Vater in der Sprache der Nebelwanderer, während ihre Mutter mit trockenen Worten die Welt erklärte. Diese Worte waren weniger schön als Nijame, dennoch fühlte sich Kaya dadurch mit ihrer Mutter stark verbunden, denn nicht einmal Whalden verstand die Sprache ihrer Mutter. Er hatte sie immer auf Arcum angesprochen, aber dennoch nur wüste Beschimpfungen auf Nebelzung zu hören bekommen.

Außerdem lernte Kaya Farben wahrzunehmen. Dieses Wundersame, Fremde faszinierte die kleine Nebelwanderin ungemein und daher war es nicht selten, dass Kaya einfach bei ihrer Mutter saß, während diese an einem ihrer unzähligen Bilder malte. Es gab bereits viele dieser Bilder. Sie heiterten die Menschenfrau auf und erzählten gleichsam so viel über sie. Sie malte das Königreich Karatina, das Elend und die Hungersnöte, die dort herrschten, dann malte sie den geheimnisvollen Nebelad Wald oder die wilden Amazonen der grünen Hölle. Sonnenuntergänge und sehnsüchtige Themen wurden mit der Zeit allerdings immer seltener, und nur wenn Kaya zugegen war, konnte sie sich ein heiteres Thema aus dem Ärmel leiern. Dennoch hatte sie nie aufgegeben in bunten Farben zu malen. Dies war das einzige, was Sharanda noch irgendwie mit ihrer Heimatwelt verband, und eisern hielt sie an dieser Verbindung fest.

Schicksalsschlag
Spoiler:
Auch in der Nebelwelt zogen die Jahre ins Land. Kaya wurde älter und war bereits 10 Jahre auf der Welt, als ein harter Schicksalsschlag im Hause Halmoria Einzug hielt.
Der Beginn dieser Katastrophe begann allerdings schon einige Jahre früher, vor der Geburt der kleinen Kaya.
Als Whalden Sharanda zu sich ins Herrenhaus holte, wusste er, dass niemand sein einseitiges Gelöbnis mit der Menschenfrau dulden würde. Aus diesem Grund nahm er sich eine zweite Frau, mit der er zwar ein freundschaftliches Verhältnis führte, ansonsten aber kein besonderes Interesse an ihr zeigte. Tyssara hieß seine Scheinfrau, die er schon als Kind kennengelernt hatte. Er erzählte ihr von Sharanda und seinem Problem, dieses Geheimnis geheim zu halten, woraufhin sie dieses Scheingelöbnis vorschlug. Insgeheim war sie in Whalden verliebt, über beide Ohren, und das schon seit Jahren. Es schmerzte sie zwar, dass er sich ausgerechnet in eine Menschenfrau verliebte, doch wollte sie keinen Anderen und entschied sich daher lieber für dieses Zweckbündnis.

Doch die Tage vergingen, und kein einziges Mal rührte Whalden seine Scheinfrau an. In der Öffentlichkeit küssten sie sich zwar ab und an, doch Tyssara spürte, dass keine Liebe dahinter steckte, selbst wenn sie es sich noch so sehr wünschte. Und immer wenn sie sich wieder nach Hause begaben, verschwand er in das Zimmer seiner wahren Liebe und war für Stunden nicht ansprechbar. Tyssara blieb die meiste Zeit allein, beschäftigte sich mit romantischer Literatur, verzog sich in ihre Fantasiewelt und hoffte so ihre Sorgen vergessen zu können.
Doch dann wurde die Menschenfrau schwanger.
Tyssaras Kummer hätte größer nicht sein können, war sie doch seit jeher Jungfrau geblieben und würde nun auch noch ein fremdes Kind großziehen müssen, welches ihren Schmerz nur noch weiter vertiefen würde!
All dies verlangte nach einem ernsten Gespräch. Was Whalden und Tyssara dann auch führten, doch ließ sich die Nebelwanderin von ihrer Liebe leiten und entschied sich weiterhin bei ihm zu bleiben, bis das Kind ausgetragen sei.
Dazu musste sie allerdings versprechen, das Haus nicht mehr zu verlassen, denn der Betrug wäre nur allzu offensichtlich. Die täglichen Spaziergänge und Diners blieben daher aus. Sie verbrachte fortan keine Zeit mehr mit Whalden, der sich nach einem langen Arbeitstag lieber zu Sharanda gesellte als noch irgendeinen Gedanken an sie zu verschwenden.
Sie sahen sich kaum noch.
Und der Schmerz wuchs.
Neun Monate des Leidens hielt die Nebelwandererin aus, doch auch die andere Seite krümmte sich vor Kummer und Schmerz. Sharanda hatte allgemein Angst vor einer Geburt. Sie fürchtete die Schmerzen und hatte wenig Interesse an einem eigenen Kind. Es war ungewollt, und dennoch wurde sie gezwungen es auszutragen. Whalden tröstete sie jeden Tag, doch gleich darauf begann er wieder sie anzufassen und zu küssen. Sharanda fühlte sich wie im siebten Höllenkreis und fragte sich jeden Tag aufs neue, warum man sie nicht einfach umbrachte. Ihr Kind war ihr dabei herzlich egal.
Der einzige, der diese Zeit in heller Aufruhr und Vorfreude verbrachte, war Whalden selbst, und obwohl seine beiden Frauen aufs Äußerste strapaziert wurden, schien er von diesem Kummer unberührt zu bleiben. Er verdrängte einfach den Schmerz der beiden Damen, schloss ihn in der hintersten Kammer seiner Gedanken weg und versuchte so optimistisch wie möglich zu bleiben. Er las ihnen jeden Wunsch von den Lippen ab. Alles sollten sie bekommen, wenn Sharanda nur nicht wieder anfing zu fluchen oder zu weinen, und Tyssara es endlich aufgeben würde, ihn zu verführen.
Die Kette der Ungerechtigkeiten riss also einfach nicht ab, bis die Geburt endlich überbrückt war, und neben den sorgenvollen Seufzern der Frauen auch noch helles Baby Geschrei im Herrenhaus zu hören war.
Tyssara verschwand an diesem Tag und ließ all das Leid, welches sie erdulden musste, hinter sich.
Dennoch spürte sie ein Gefühl in ihrem Herzen, was nach Vergeltung schrie. Whalden würde für all dies bezahlen, koste es was es wolle. Die Freundschaft zwischen ihnen wurde ohnehin zu stark strapaziert, so wunderte es Whalden kaum, dass seine Scheinfrau plötzlich verschwunden war. Dennoch spürte er plötzlich eine unsagbare Traurigkeit in seinem Herzen, die ihr Verschwinden verursacht hatte. Die beste und einzige Freundin seines Lebens hatte ihn verlassen und das nur, weil er zu egoistisch war, um ihre Gefühle berücksichtigen zu können. Zum ersten Mal sah er ein, was er den beiden Frauen angetan hatte.
Zu spät.

Nun, Jahre später, sollten die Bemühungen der gepeinigte Nebelwanderin Früchte tragen, auch wenn diese Rache lange Zeit auf sich warten ließ. Whalden hatte nun mal einen guten Draht zu vielen wichtigen Persönlichkeiten, weswegen es ziemlich schwierig für Tyssara war, einen Angriffspunkt zu finden.
Doch eines Tages begann Whalden einen Fehler.
Während eine Debatte im Herrenhaus eines guten Freundes, schien ihm der Nebelwein ein wenig zu Kopf gestiegen zu sein. Neben den vielen Gedanken zu der nachhaltigen „Aberntung“ der Menschen, die nach und nach den Raum füllten, drängte sich auch der seinige aus seiner bereits gereizten Kehle dazu und entfachte ein Feuer der Missbilligung. „Du bist betrunken.“, hieß es hier und da. „Vielleicht solltest du dich ein wenig zügeln.“ flüsterte ihm unterdessen sein Freund zu, der ihn auf dieses kleine Fest geschleppt hatte.
Eigentlich hatte er keine Lust auf solcherlei Geplänkel gehabt, schon viel zu lange hatte er sich in seinem Haus verkrochen, um bei seiner wahren Familie zu sein. Bei seiner wirklichen großen Liebe. Er musste sie beschützen!
Doch an diesem Abend hatte ihn sein Freund durchaus überzeugen können, und das nicht nur weil Whalden langsam keine Kraft mehr aufbringen konnte, seine Geliebte zu bezirzen.
Nein, langsam musste er sich wieder in der Gesellschaft integrieren, denn ansonsten würde Verdacht geschöpft werden.
Und ein Verdacht wurde meist zu einer gelogenen Wahrheit zusammen gesponnen.
Bis jemand starb.
Das war schon immer seine Rede gewesen.
Dieser Abend sollte aber ein Verhängnis nach sich ziehen, der seiner ehemaligen Frau Tyssara mehr als gelegen kam.
„Menschen, Menschen, Menschen euch geht es immer nur um die Menschen! Das sind freiheitsliebende, selbstdenkende Wesen! Und wir schlachten sie wie die Tiere ab! Habt ihr denn gar kein Mitgefühl mit ihnen?“
Solche und ähnliche Worte hallten damals durch die Hallen des Herrenhauses und hinterließen pures Erstaunen in den Gesichtern seiner Bekannten, Geschäftspartner und Freunde.

Damit war der nötige Verdacht geschöpft, um den aufgeregten Worten der betrogenen Nebelwanderin Gehör zu schenken. Schon bald darauf trafen Beauftragte in das Haus Halmoria ein und durchsuchten jeden Raum, jeden Flur, ja, jeden Winkel der ihnen irgendwie auffällig vorkam.
Natürlich bestätigte sich Tyssaras Anklage.
Sharanda, Kayas Mutter, wurde verschleppt.
Seit diesem Tage sah niemand mehr ihr liebreizendes Antlitz.

Whalden war zu dieser Zeit in schwierige Geschäftsgespräche verstrickt, die ihm letzten Endes viel Geld einbringen würden. Von diesen Strapazen erschöpft, ging er aber keinesfalls nach Hause. Mitten auf den nebligen Straßen seiner Heimatstadt sprach ihn ein alter Freund an, er würde vom Weltenbewahrer höchstselbst gesprochen werden wollen. Es sei eine äußerst dringliche Angelegenheit und seine Absage wäre höchst bedauerlich.
Whalden nahm also an und machte sich direkt auf zum genannten Treffen.
Es ging um einen höchst delikaten Auftrag, den Whalden mit Interesse verfolgte. Ein Schlachthaus sollte es werden, ganz kunstvoll verziert mit Blättern, Zweigen und den weiblichen Rundungen wunderschöner Speisegeister.
Doch trotz der Tatsache, dass ihm vor einigen Tagen noch jegliches Verspeisen von Menschen missfiel. Willigte der Nebelwanderer schnell ein. Er hatte im Grunde nichts gegen Menschenfleisch und das Gebäude gestaltete sich schon jetzt in groben Zügen vor seinem geistigen Auge. Nur seine Frau schien ihm anders zu sein als jeglicher Mensch, der ihm jemals begegnet war. Sie war hübscher als alle anderen Frauen, die er in der Nebelwelt erblickt hatte und selbst die Speisegeister, die allerorts mit der Schlachtung von Menschen in Zusammenhang gebracht wurden, waren Nichts im Vergleich zu ihr.

Das Geschäftsgeplänkel begleitete ein großartig zusammengestelltes Festmahl, welches sich rot und triefend von Blut, vom gesamten Rest des Raumes abhob. Als sei alles Lebendige tot, und das tote Fleisch erfüllt von lebender Farbe.
Zivilisiert verspeisten die Nebelwanderer Fleischklumpen für Fleischklumpen, und redeten dabei über die verschiedensten Nichtigkeiten. Doch auch der Anfall Whaldens wurde schnell zum Gesprächsthema.
„Wisst Ihr Whalden... so wie ich Euch jetzt hier so mit mir essen sehe, kann ich kaum glauben, dass in Euren damaligen Worten solch derartiger Nachdruck lag. Viele berichteten mir, dass Ihr mit wutenflammten Augen von Freiheit, Wandel und radikaler Veränderung gesprochen habt. Ist der Mensch immer noch ein uns ebenwürdiges Wesen?“
Beschämt musste Whalden sich zunächst den Mund abwischen, hatte er gerade eben doch noch ein Fleischstückchen herunter gewürgt. Er mochte nicht wirklich über das Individuum „Mensch“ reden, während er aß. Das passte einfach nicht zusammen.
Mit einem Räuspern setzte er zur Antwort an: „Eure Zweifel und Sorgen, sind mir durchaus bewusst, oh ehrwürdiger Weltenbewahrer, doch sind meine damaligen Äußerungen nichts weiter als alkoholdurchtränkte Gedankenschäume niederen Charakters gewesen. Ich bin und bleibe ein Nebelwanderer, niemand kann für seine Natur.“
Und darauf stießen die beiden Vertragspartner an.

Das Gespräch dauert noch weiter an, gab es doch hier und dort noch einige Kleinigkeiten zu regeln, was das Schlachthaus betraf. Plötzlich aber wandelte sich die Miene des Weltenbewahrers. Whalden schien verwirrt und das spürte der weise Mann sofort.
„Ihr fragt euch bestimmt warum ich lache. Whalden Halmoria.“ Seine Stimme hatte einen unheimlichen Klang angenommen. Sie vermittelte nun einen derart drohenden Eindruck, dass dem Gedankenformer fröstelte, und tatsächlich grinste der alte Nebelwanderer sogar.
„Hat Euch unser Mahl gemundet? Spürt Ihr noch die letzten Tropfen Menschenblut eure Kehle hinunterfließen?“ Mit verwirrtem Ausdruck im Gesicht, machte Whalden seinem Unverstand Luft:
„Wovon redet Ihr, Eure Hoheit?“
„Ich frage mich nur, ob ein Mann wie Ihr den Geschmack wiedererkennt, der sich da auf Eurer grauen Zunge ausbreitet. Nein? Ich werde Euch ein wenig auf die Sprünge helfen, denn das was Ihr gerade verspeist habt, war eure geliebte Menschensklavin... wie hieß sie noch gleich?“

Alles was danach folgte äußerte sich in schrillen Geschreisfetzen, die niemand wirklich interpretieren konnte. Whaldens Entsetzen war gewaltig, und dennoch schien er nicht glauben zu wollen, dass er seine Geliebte Sharanda gefressen hatte.
Doch die Gewissheit folgte in nur viel zu kurzer Zeit.
Seine Verzweiflung und Pein folterten ihn für die nächsten drei Wochen. Tag und Nacht, Stunde um Stunde. Kaya und ihre kleine Schwester Ashabellana versteckten sich vor ihrem Gefühlsentflammten Vater tief im Inneren des gewaltigen Herrenhauses.
Ohne zu wissen, worum es eigentlich ging.
Ohne zu wissen, dass ihre Mutter tot war und im Magen ihres Vaters lag.

Und es gibt doch noch Hoffnung
Spoiler:
Zu dieser Zeit musste Kaya lange Zeit alleine spielen. Natürlich hatte sie bereits das Studium ihrer eigenen Kräfte aufgenommen und war gerade dabei die Sinnesorgane anderer Wesen zu beeinflussen und insbesondere zu beeinträchtigen. Doch das füllte nicht ihren gesamten Tag aus.
Ihr Vater kam stundenlang nicht aus seinen Gemächern und auch ihre Mutter schien irgendwie verschwunden zu sein.
Sie ahnte ja noch nichts.
Immer wenn sie an die Tür ihres Vaters klopfte, hörte sie nichts, und auch das Rütteln an der Türklinke brachte das junge Mädchen nicht weiter. Weinend wandte sie sich dann ab und rannte quer durchs Haus direkt in das ehemalige Zimmer ihrer Mutter. Kaya wollte auf sie warten. Irgendwann würde sie schon wieder zurück kommen.
Doch sie kam nicht.
In all den einsamen Stunden beschäftigte sich das Mädchen mit ihren eigenen Gedanken, manchmal auch mit den Kindern ihrer Nachbarn, aber hauptsächlich mit sich selbst. Und natürlich den mysteriösen Farben und Gedankenspielen ihrer Mutter, die es letztendlich auf unzählige Leinwände geschafft hatten.
Doch wagte sie es nie, selbst den Pinsel in die Hand zu nehmen, denn das war das Reich ihrer Mutter. Es sollte nicht durch ihre Tollpatschigkeit ruiniert werden. Und so kam es, dass sie stattdessen auf Sharandas Nachttisch stieß, der ein wundersames Pafüm enthielt. Es handelte sich um ein graues kleines Fläschchen mit einer bunten Flüssigkeit darin. Ihre Mutter nannte es: rosa.
Als das Mädchen daran schnupperte wurden Sinne in der kleinen Kaya geweckt, die sie vorher nie gespürt hatte! Die Düfte in ihrer Umgebung waren so dezent und nichtssagend, dass die junge Nebelwanderin von dieser Duftnote vollkommen überwältigt war! Doch dann erinnerte sie sich schlagartig, hatte Sharanda nicht ähnlich geduftet? Scheinbar hatte ihre Mutter diesen Flakon nur sehr sparsam verwendet, so war noch eine Menge Flüssigkeit darin.
Anbei fand das Mädchen noch einen kleinen Zettel, den sie allerdings nur schwerlich entziffern konnte. Sie lernte gerade noch wie man liest, doch nahm sie sich vor, an diesem Blatt zu üben und zu üben, bis sie dessen Sinn vollständig verstand.

Nach etwa drei Wochen hatte sich noch immer nichts im Herrenhaus gewandelt. Kaya lernte fleißig und wissbegierig, während Whalden stumm und nachdenklich in seinen Gemächern hockte.
Doch dann erklang ein ungewohnt heller Klang durch alle Räume und weckte die Bewohner des Hauses aus ihrem Tranceartigen Zustand. So lange schon wurden sie nicht mehr besucht. Kaya hatte sich nicht getraut Freunde mit nach Hause zu bringen und ihr Vater war ebenso unpässlich wie eine Eule am Tag. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass er auch Nachts niemanden an sich heran ließ und auch selbst keinen Schritt vor die Tür wagte.
Dieser Klang also erweckte sie.
Doch war es Kaya die stürmisch und voller Neugierde zum Eingangsbereich raste und die Tür mit einem kräftigen Ruck öffnete. „Ja bitte?“ Schrie sie beinahe in die Welt hinaus, doch was sie sah war grau, weiß und unbunt wie alles andere in ihrer nahen Umgebung. Keine roten Augen leuchteten ihr entgegen. Niemand stand vor der Tür.
Schon von Enttäuschung gepeinigt, wandte sie sich ab, wollte gerade wieder die Pforten schließen, als sie etwas auf der Schwelle liegen sah. Es war ein graues Körbchen, gefüllt mit einer grauen Decke und einem runden haarigen Ding.
Kaya besah sich dieses Bündel genauer und berührte das Fell mit leuchtenden Augen. Sie hatte schon mal von sogenannten „Hunden“ gehört, die ähnlich wie Menschen und Nebelwanderer Haare besaßen. Konnte es tatsächlich ein solches Tier sein?
Auf einmal bewegte sich das Ding und für das junge Mädchen wurde offensichtlich, um was es sich tatsächlich handelte.
Eilig rannte sie die Treppe hoch, doch kam ihr Whalden zuvor. Er hatte tatsächlich sein Zimmer verlassen! Wie lange schon hatte sie ihren Vater nicht mehr gesehen, doch die Tränen der Freude blieben noch aus. Zunächst blieb erfreuliches zu berichten.
„Papa, Papa! Da hat jemand ein Baby vor unsere Tür gelegt! Dürfen wir es behalten? Bitte!“

Seit diesem Tag hatte Kaya eine kleine Schwester. Der kleine Säugling wurde ziemlich früh weggegeben, doch Whalden verstand warum: Es war blind. Die Augen des Kleinen wirkten glasig und schimmerten in einer Farbe, die Kayas Mutter einmal als „rosa“ bezeichnet hatte.
„Wie das Duftgemisch von Mami...“ hatte sie geflüstert, als sie und ihre Schwester alleine waren.
Whalden hatte das Mädchen Ashabellana genannt, doch Kaya nannte sie manchmal einfach nur 'Rosa'.

Trennung
Spoiler:
Ein kleiner Lichtblick hatte sich in das Herz des Nebelwanderers geschlichen, doch blieb nicht viel Zeit um diese harmonische Zeit mit seinen beiden Töchtern zu verbringen. Es mochte vielleicht ein halbes Jahr vergangen sein, als die Herolde des Weltenbewahrers erneut vor seiner Tür standen. Diesmal jedoch war er zugegen und höchst verärgert über ihr Erscheinen.
Allerdings ging es diesmal nicht um ihn, sondern um seine Tochter Kaya. Man beschuldigte ihn der Unzucht mit Schlachtvieh und vermutete in seinem Nachwuchs den Sprössling dieser frevelhaften Tat. Ashabellana blieb zunächst unbemerkt, doch Kaya musste fliehen.
Noch ehe die Diener des Bewahrers einen Fuß ins Haus setzen konnten, kletterte das Mädchen aus einem niedrigen Fenster und verschwand in näherer Umgebung.
Später kehrte sie zu ihrem Vater zurück, wie abgesprochen, und versuchte das Erlebte irgendwie zu verdauen. Whalden hatte sie schon vor einiger Zeit darauf vorbereiten wollen, doch wusste sie damals noch nicht so richtig was das für sie bedeutete. Warum suchte man sie?
Auch die Frage über ihre Mutter blieb zunächst unbeantwortet, doch nun blieb dem reumütigen Vater nichts anderes übrig, als seiner Tochter die Wahrheit zu erzählen.

Das alles traf Kaya mit aller Härte die das Schicksal nur so zu bieten hatte. Ihre Mutter war gestorben. Einfach so. Sie wusste nicht wodurch, und auch nicht, dass ihr Vater höchstselbst Sharandas Fleisch gekostet hatte, aber allein die Tatsache, dass sie Tod war brannte ihr ein tiefes Loch in ihr noch so kleines Herz.
Nun wusste sie auch, warum man sie suchte, hatte man ihre Mutter doch wegen ihrer Rasse abgeschlachtet.
Fortan beschäftigte sich das Mädchen nur noch mit ihrer kleinen Schwester. Sie versuchte das Geschehene zu verarbeiten und brauchte viele Tränen dafür. Irgendwann suchte sie ein Spielzeug für Ashabell und kramte in den Kleidern ihrer Mutter nach etwas Passendem. Ihre Schwester sollte auch von den wundersamen Dingen außerhalb ihrer jetzigen Welt erfahren, auch wenn sie kein Augenlicht hatte um all die schönen Farben zu sehen.
Schnell erkannte Kaya dass Ashabell große Probleme damit haben würde, in der Nebelwelt zurecht zu kommen. Alle Wesen um sie herum bewegten sich fast lautlos. Also erfand sie eine Strategie, um Ashabell auf sich aufmerksam zu machen. Die Kleine sollte Kaya immer und überall wiedererkennen. Das Mädchen fand in den Kleidern ihrer Mutter ein Gewand, dass mit schönen Perlen und Sternen besetzt war. Anbei lagen Hand-, und Fuß Bänder, die kleine Glöckchen trugen und immer auf so schöne Art und Weise klingelten, wenn man sie schüttelte.
Da sie dieses Kostüm so schön fand, auch ohne die Glöckchen, trug sie es nun immer wenn sie allein mit ihrer Schwester zuhause war. Dadurch lernten sich die beiden Mädchen besser kennen und entwickelten eine starke Bindung zueinander.

Doch diese Trauerphase wurde Kaya nicht sehr lange gegönnt. Gerade als sie mit ihrem Vater an ihren telekinetischen Fähigkeiten arbeitete, die Privatlehrer hatte Whalden schon lange entlassen, klopfte erneut das Gesetz an seine Tür.
Das Szenario wiederholte sich, bis die kleine Kaya wieder in den Armen ihres Vaters lag. Nun war es endgültig vorbei, das wussten Whalden und seine Tochter mit der gleichen Traurigkeit. Sie musste die Nebelwelt verlassen und durfte nie wieder nach Hause zurückkehren. Allein in eine völlig fremde Welt.

Doch statt dass sie diesen Plan umsetzten, fiel Whalden etwas fiel besseres ein. Außerhalb der Nebelstadt, lag das große Grauen. Ein Ort, der von den Nebelwanderern bisher nicht gebraucht, aber dennoch vom Weltenbewahrer aufrecht erhalten wurde. Mit dem nötigen Geschick schaffte Whalden es ein kleines Haus in diesem Grauen zu errichten und es zusätzlich genauso grau und unscheinbar wie seine Umgebung erscheinen zu lassen. Es war praktisch unsichtbar.
In diesem Häusschen sollte Kaya fortan leben und so oft er nur konnte wollte er sie in diesem kleinen aber feinen Haus besuchen.


Verbannung
Spoiler:
Auf diese Weise vergingen die Jahre, bis Kaya zu einer jungen Frau herangewachsen war. Sie wurde in diesen Jahren zu einer intelligenten und hübschen jungen Frau, der sogar ein wenig Farbe im Gesicht stand. Hätte sie die blonden Haare ihrer Mutter gehabt, so sähe sie nun genauso aus wie Sharanda damals.

Doch wurde ihr das verdeckte Leben langsam zu trist. Sie konnte weder mit anderen Nebelwanderern herumlungern noch mit Gleichaltrigen anbandeln. Sie sehnte sich nach Liebe, Abenteuer und Aufregung!
Also stahl sie sich eines Tages aus ihrem Versteck heraus und ging geradewegs in die Stadt. Sie besuchte verschiedenste Gasthäuser, versuchte mit den dortigen jungen Leuten ein Gespräch anzufangen und fand sich schließlich in einer lustigen Trinkgemeinschaft wieder. Der ein oder andere Junge hatte sie auf ihre Schönheit angesprochen und ihr noch weitere Komplimente gemacht, während die Mädchen um sie herum sie mit den ulkigsten Scherzen und Liedern zum lachen brachte. Es war eine sehr heitere Stimmung. Doch dann wurde sie an der Schulter berührt und gewaltsam aus dem Gasthaus gerissen. Es waren die Wächter des Bewahrers, die sie nach all den Jahren immer noch nicht vergessen hatten.
„Verzeiht Miss, aber Seid Ihr nicht die Tochter von Whalden, Kaya Halmoria?“ Es klang weniger wie eine Frage als vielmehr nach einer Feststellung. Nun war sie ertappt! Und das nur weil sie sich einmal aus dem Haus getraut hatte.
Die Hilfe kam allerdings so plötzlich wie unerwartet, von der Seite hagelten kräftige Fausthiebe auf die Wächter ein, und erschreckten sie gehörig. Ihr Vater hatte diesen Überraschungsmoment genutzt und ihr dadurch einen Vorsprung verschafft.
Später sollte er ihr unauffällig in das Häusschen folgen und ihr dazu raten, die Nebelwelt zu verlassen. Denn er wusste, dass ihre Sehnsucht nach Farben und Abenteuern bereits entflammt war.

Der Abschied musste nun wirklich passieren, denn nun wollte Whalden nicht noch einmal den Fehler begehen, den er damals an seiner Frau begangen hatte. Die Freiheit eines Wesens zu rauben, nur um es bei sich zu haben, führte unweigerlich zu grausamen Elend. Das hatte ihm sein Leben gelehrt und so wollte er aus dieser Erfahrung lernen.
Ashabellana bekümmerte der Abschied sehr und auch Kaya konnte ihre Tränen nicht zurückhalten. Die Schwestern würden sich nun niemals wieder sehen, doch hielten beide insgeheim an ein Wiedersehen fest.
Zum Abschied schenkte Kaya ihrer kleinen Schwester eines ihrer Glöckchen und küsste sie auf die Stirn. Whalden blieb erstaunlich kalt, umarmte sein großes Mädchen dann aber doch. Zwanzig schöne Jahre hatte er mit ihr verbracht, er würde diese Zeit in seinem Herzen in Ehren halten.
Sein Abschiedsgeschenk war ein Brief und sein persönliches Tagebuch, welches er ihr ohne weitere Worte in die Hand drückte. Dann offenbarte er ihr, dass das Stück Papier, welches Kaya damals im Nachttischchen gefunden hatte, nur von den Menschen jenseits des Nebels entziffert werden konnte. Fragend blickte sie ihren Vater an, doch war sein Lächeln so entrüstend, dass sie grübelnd ihre Frage, woher er von diesem Fetzen Papier wusste, runter schluckte.
Dann trat sie schließlich durch den dichten grauen Nebel und hinterließ tiefe Traurigkeit in den Herzen ihrer Familienmitglieder.


Gefährten: Bisher nicht
Familie:
Vater: Whalden Halmoria, 48 Jahre alt, Gedankenformer in der Nebelwelt
Mutter: Sharanda Geist, verstorben mit 32 Jahren, ehemalige Tänzerin einer reisenden Zigeunerbande
Stiefmutter: Tyssara Morlinn, 40 Jahre alt, Gattin eines angesehenen Geisterjägers
Schwester: Ashabellana Halmoria, 10 Jahre alt, Schülerin

Passende Musik: Odins Sphere Theme Shanachie Version


Zuletzt von Kaya am Mi Jun 20, 2012 3:18 pm bearbeitet; insgesamt 3-mal bearbeitet
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