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Lucian Radu

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Lucian Radu

Beitrag von Gast am Sa Jun 16, 2012 8:01 pm

Hallo ^^ Mein Name ist Lucian und ich bin neu ^^

Name: Lucian Radu

Alter: 22 Jahre

Rasse: Mischung (Mensch/Racheengel)

Zugehörigkeit: Zwielicht

Herkunft: Tragalùn

Größe: 1.72 m

Aussehen:
Seine bevorzugte Farbe ist schwarz, genau wie seine Haarfarbe. Seine Haare sind lang und er trägt meist einen Pferdeschwanz, sie reichen ihm bis zu seiner Bauchhöhe. Seine Haut ist relativ hell und er hat graue Augen. Seine Kleider sind im weitesten Sinne schlicht, eine Hose, ein Oberteil und ein Mantel reichen ihm. Den Mantel, den er bevorzugt trägt, ist ein Erbstück seines Vaters. Lucian hat auch keine besondere Liebe zu Schmuck, er trägt immer einen Rosenkranz um seinen Hals, der ein Erbstück seiner Mutter ist. Er hat schwarze Flügel, die eine Spannweite von genau 4,50 Metern haben. Seine Schuhe sind meist Stiefel, weil sie viel länger halten, als normale Schuhe. Lucian fällt dadurch auf, dass er anders ist und sich dessen vollkommen bewusst ist. Dieses Bewusstsein gibt ihm eine gewisse Arroganz und Selbstbewusstsein, die es Außenstehenden schwer machen, ihn anzusprechen. Das Volk seines Vaters würde verschüchtert oder bewundert hinter ihm her sehen. In seinem Alltag jedoch regieren missbilligende Blicke, da er einfach zu auffällig ist und seine Tracht in den Augen der Menschen nicht üblich ist. Des Weiteren verbinden viele die Farbe schwarz mit dem Tod, was noch mehr Missgunst auslöst, doch Lucian hat gelernt, damit auf seine Weise umzugehen. Während seine Mimik eher einem Stein ähnelt und dadurch einen harten Eindruck hinterlässt, ist es seine Gestik, die viel über ihn verrät. Wenn jemand sich mit der Körpersprache auskennt, wird er seine Nervosität erkennen, wenn er mit seinem Rosenkranz spielt, wird seine Nachdenklichkeit sehen, wenn er sich durch die Haare fährt. Überhaupt kann man anhand seiner Hände lesen, wie er drauf ist. Auf Fremde macht er so einen relativ nervösen Eindruck, auch wenn er versucht diesen mit harten Worten zu überspielen.

Beruf: Söldner

Waffen: ein Schwert und ein Dolch. Das Schwert ist ein Erbstück seines Vaters und besteht aus einem schwarzen Kristall. Nur der Griff wird von einem roten Rubin geschmückt.

Magie: Durch den Racheengel in seinem Blut, ist in ihm Potential, doch es kam nie zu Tage

Besitz: Seine Waffen, einen Umhang, einen Beutel, in dem er sein Geld aufbewahrt und Proviant

Geld: 150 Draken und 60 Drachmen

Charakter: Er ist ruhig und in sich gekehrt, des Weiteren grundsätzlich misstrauisch und ehrgeizig. Außenstehende haben Probleme aus ihm schlau zu werden. Er ist sehr direkt mit seiner Meinung und spricht sie auch aus, egal ob er dabei jemanden verletzt oder nicht. Falls das passiert, bringt er nur sehr schwer einen Entschuldigung über seine Lippen. Überhaupt fällt es ihm schwer Emotionen zu zeigen. Lucian hat seine eigenen Vorstellungen und ist zum Teil sehr rebellisch. Er ist auch selbstbewusst, weiß was er will und verfolgt sein Ziel, seinen Vater zu rächen, der sowohl seine Motivation, als auch seine Schwäche ist. Seit seinem Tod hat Lucian starke Verlustängste und würde, auch wenn viele es ihm nicht ansehen, alles für seine Freunde tun. In der Gruppe gibt er sich ruhig, hört lieber zu anstatt zu reden. Im Kampf neigt er gerne zu Brutalität und ist kompromisslos, dann fürchten ihn selbst seine Gefährten. Er hat noch einen anderen Traum, seine Heimat zu verlassen und Wasserfälle zu sehen.

Sprachen: Trangalisch (Muttersprache), Arcum, Lenush

Vorlieben:
Vögel

Schon als kleines Kind liebte er alle Arten von Vögeln und Flugsauriern. Er mochte es, wenn sie am Himmel waren und man ihre Flügel sehen konnte. Er war auch neidisch auf sie, weil sie fliegen konnten und er es nicht durfte.

kalte Nächte

Kalte Nächte sind für ihn eine willkommene Abwechslung, ist doch sehr heiß in Tragalùn.

Menschen die denken bevor sie handeln

Da er selber jemand ist, der lieber überlegt, bevor er handelt, ist ihm diese Eigenschaft bei anderen Menschen sehr wichtig. Die einzige Ausnahme bildet Zobek.

Stille

Lucian ist jemand, der seine Ruhe braucht und die Stille genießt. Er hat Probleme, wenn andere zu viel hetzen.

Wasserfälle (auch wenn er bisher nur Bilder gesehen hat)

Wasserfälle sind für ihn das Tor zu einer anderen Welt. Da er in der Wüste aufgewachsen ist, kann er sich nur schwer die gewaltigen Wassermassen vorstellen, weswegen sie ihn so faszinieren.

Schlichtheit

Diese Vorliebe hat er nach dem Tod seines Vaters übernommen, um sich so mit ihm verbunden zu fühlen. Auch wenn er damit auffällt, ist es doch das Gefühl, dass ihm die Stärke gibt.

Flugsaurier

Siehe Vögel

Geschichten

Schon als Kind erzählte ihm seine Großmutter viele Geschichten und er liebte es, sie zu hören. Es waren die Wünsche nach Freiheit und Geheimnissen in ihnen verborgen und so konnte er sich ein wenig ein Bild von der Welt machen.

Abneigungen:

Extravaganz

Er hat nie verstanden, warum Leute sich so anziehen müssen. Seiner Meinung nach , verstecken sie nur ihren wahren Charakter.

Die Hitze seiner Heimat

Lucians helle Haut ist gegen die Hitze und die Sonne recht anfällig, weswegen er sie nicht leiden kann.

Wenn jemand den Namen seines Vaters in den Schmutz zieht

Sein Vater war eine der wichtigsten Bezugspersonen, die er hatte. Er liebte ihn sehr und wollte die Gerüchte, die man sich erzählte nicht wahr haben. Es kam oft zu Schlägereien deswegen.

fromme Menschen

Nach dem Tod seines Vaters hatten viele Menschen Angst vor ihm, dachten dass er vielleicht ein Monster sei. Lucian denkt, dass es von der Kirche her rührt, weswegen er fromme Menschen regelrecht verachtet. Zobek und seine Großeltern bilden eine Ausnahme, da sie ihn genauso behandeln wie vor der Hinrichtung seines Vaters.

Kirche

Die Kirche ist nicht direkt eine Abneigung, sondern das Zentrum seines Hasses. Er gibt ihr die Schuld am Tod seines Vaters. Des weiteren versuchte man ihn zu exorzieren und ihm die Flügel abzuhacken, als er 18 war. Das führte unweigerlich zu seinem Austritt und seiner Flucht aus dem Reich.

Wüste

In der Wüste gibt es keine Wasserfälle und auch sonst kann hier nichts wachsen. Für Lucian ist es eine triste und unwirtliche Gegend.

Spinnen

Lucian hasst Spinnen in jeder Form und Größe, da sie überall sein können. Er bekommt zwar keine Panikattacken, aber ein gewisses Bedürfnis die Spinne zu töten.

Stärken:
Gut im Umgang mit seinen Waffen


Seine Waffen sind das Schwert seines Vater und ein Dolch, den er sich selber beschafft hat. Durch das Training mit seinem Großvater und die Erfahrungen, die er selbst gewonnen hatte, wurde er zu einem ernstzunehmenden Gegner. Allerdings weiß Lucian, dass er noch jung ist und noch nicht der Beste seines Fachs ist.

intelligent

Lucian ist ein kluger Kopf, der genau weiß, was er zu tun und was er zu lassen hat. Seine Intelligenz und der Tatendrang Zobeks ergänzen sich gut.

tut alles für seine Freunde

Er würde alles tun um Zobek zu schützen und unterstützt ihn auch bei seinen Vorhaben, wo er nur kann. Das kommt daher, weil er immer das Gefühl hat, eine Schuld begleichen zu müssen, auch wenn Zobek ihm schon oft gesagt hatte, dass dem nicht so ist.

Stratege
Lucian ist ein Stratege. Er kennt sich mit Taktiken und Strategien recht gut aus und dieses Wissen half oft bei Aufträgen.

Schwächen:


Frauen, die wissen, was sie wollen

Lucian ist beeindruckt von Frauen, die ganz genau wissen, was sie wollen und einen starken Charakter haben. Gegen Amazonen würde er es im Kampf schwer haben.

Wenn jemand sein Elternhaus in irgendeiner Art und Weise angreift

Das ist wohl seine größte Schwäche. Durch das Unglück, dass ihn im seinem Leben widerfahren ist, hat er eine starke Bindung zu seiner Familie aufgebaut. Sie ist ihm am heiligsten. Wenn jemand es wagen sollte, sie anzugreifen, würde er keine Gnade erfahren.

Verlustängste

Durch den Tod seines Vaters entwickelte sich die Angst noch einmal jemanden zu verlieren, den er sehr gern hat. Das macht ihn leicht erpressbar.

Kampfrausch

Der Kampfrausch tritt auf seiner Flucht und bei Missionen zutage. Das allerdings nur wenn der Gegner Fackeln dabei hat, da es ihn an die Hinrichtung von Kresan erinnert, wird der sonst so ruhige Schwertkämpfer plötzlich brutal und gewissenlos. Erst wenn wirklich alle Gegner gefallen sind beruhigt er sich dann und selbst Zobek, der sich alle Mühe gibt ihn zu beruhigen, schafft es nicht, ihn davon abzuhalten. Lucian hatte allerdings bemerkt, dass er dann keinen Unterschied mehr zwischen Freund und Feind machte und das macht ihm Angst. Warum das passiert ist ein Rätsel, doch Zobek geht davon das der Tod seines Vaters ihn noch immer psychisch belastet, auch wenn er es sich nicht anmerken lässt.

Süßes


Lucian könnte für süßes Essen sterben. Bei ihm zu Hause gab es nur wenig Süßes, weswegen er heute fast schon versessen danach ist.

Argwohn

Eine weitere Schwäche ist sein Misstrauen gegenüber so ziemlich jedem Lebewesen, was daran liegt, dass Schulfreunde sich von ihm abwandten und er einen Exorzismus über sich ergehen lassen musste.

Besonderheiten: Auf seinem Rücken befindet sich eine Tätowierung, die dann zu sehen ist, wenn die Flügel verborgen sind. Einzig das Auge und die Pyramide kann man sehen, wenn die Flügel da sind. Warum das so ist, ist unbekannt, aber die wahrscheinlichste Vermutung wäre ein Siegel, dass einen Teil seiner magischen Kräfte verschlossen hält.



Geschichte: Lucian kam in der Hauptstadt von Tragalùn auf die Welt. Sein Vater war ein Racheengel, der es einmal schaffte durch eines der Portale zu kommen. Eigentlich wollte dieser Unmut unter die Menschen verbreiten, stattdessen verliebte er sich in eine junge Söldnerin. Damit niemand seine wahren Absichten erkannte, arbeitete Kresan als Söldner und Jäger. Seine Mutter Himai ist in einer Familie geboren worden, die nur Söldner hervorgebracht hatte und sich vor langer Zeit in Tragalùn niedergelassen hatte. Wie seine Eltern sich kennenlernten, weiß Lucian bis heute nicht. Er hatte auch nie danach gefragt, da seine Eltern immer sehr glücklich miteinander waren.

Lucian kam in einer Neumondnacht als einziger Sohn auf die Welt. Seine Geburt kostete seiner Mutter das Leben, großgezogen wurde er von seinen Großeltern und seinem Vater, der als Jäger arbeitete um bei ihm sein zu können. Während er als Baby sehr still war und man nachsehen musste, ob er noch lebte, wurde er zu einem aufgeweckten Kind. Seine Großeltern lehrten ihn Trangalisch und nahmen ihn oft mit in die Kirche, damit er den Segen Gottes erhielt und so ein reines Wesen werde. Lucian ging früher gern in die Kirche, da er glaubte über sie könne er zu seiner Mutter sprechen. Sein Vater brachte ihm Lenush bei, weil er wollte, dass ein Teil seiner Heimat auch in seinem Sohn heranwuchs. Lucians Großeltern Ralef und Kirimai hatten nicht gerade ein gutes Verhältnis zu ihrem Schwiegersohn, da er alles andere als gläubig war. Als Kresan bei seinem Sohn feststellte, dass er ebenfalls Flügel hatte wie er, verbot er ihm niemanden diese Flügel sehen zu lassen. Aus diesem Grund zeigte er ihm auch, wie man seine Flügel versteckte, nicht einmal seine Großeltern durften davon erfahren. Außerdem war Kresan nicht gut auf Ralef und Kirimai zu sprechen, da sie seiner Meinung nach einen falschen Gott anbeteten, zum Schutz seines Sohnes jedoch sprach er es nicht laut aus. Lucian bekam von alledem nichts mit, weder von den Gewissensbissen seines Vaters, noch die Wut seiner Großeltern, das solche Auseinandersetzungen geheim gehalten wurden. Er konnte nichts dafür und sollte alle lieben können, solange er noch ein reines und unschuldiges Herz hatte.

Lucians Kindheit war geprägt von der Kirche, Geschichten und der Jagd. Abends erzählte Ralef aus seinen vergangenen Tagen als Söldner und brachte den Jungen immer wieder zum Staunen. Er zeigte dem Jungen ab und zu mit einem Stock, wie man kämpfte, übte mit ihm die Sprache und half ihm bei den Hausaufgaben, als er älter wurde. Von ihm lernte er auch strategisch vorzugehen.  Auch Kirimai erzählte ihm Geschichten, diese klangen aber eher wie Märchen. Schnell merkte sie, wie verträumt der Junge war. Sie stickte ihm einen Wasserfall, nach dem er einmal fragte, was das sei. Da der Wasserfall das erste „Bild“ war, dass sie ihm stickte, war es sein Lieblingsmotiv und in ihm keimte der Wunsch auf, einmal einen richtigen Wasserfall zu sehen. Überhaupt war es meist Kirimai, die etwas erklärte und ein oder zwei Stofffetzen besaß, die es abgebildet hatten. Zwar liebte der Junge seine Großeltern, doch es war sein Vater, den er nahezu vergötterte. Als er alt genug war, durfte er mit auf die Jagd. Allerdings brachte Kresan ihm nicht das Jagen bei. Er lehrte seinem Sohn das Fliegen und brachte ihm auch die Dinge bei, die man seinem Volk lehrte. Kresan war in vielen Dingen durch und durch ein Racheengel, doch versuchte er sich anzupassen, dazu behielt er seinen Glauben für sich um Lucian nicht zu gefährden, kannte Kresan doch die Strenge, die hier herrschte. Er wollte, dass sein Sohn glücklich war. Glücklich war Lucian meistens dann, wenn er mit seinem Vater mit durfte und sie mal über die Wüste flogen. So schön das Fliegen auch war, Lucian durfte absolut keinem etwas von seinen Flügel erzählen oder allein fliegen. Erst als Erwachsener verstand er, dass es zu seinem Schutz dienen sollte. Auch hatte er lange nicht verstanden, warum Kresan und er Flügel hatten und sonst kein anderer. Da sein Vater Söldner war, dachte er gerne an einen Fluch, den er abbekommen hatte, der sich nun weitervererbte und damit es keiner erfuhr, musste man sie verstecken. Sein Vater bestätigte ihm einst diese Geschichte, weil er wusste, würde jemand erfahren, dass dem nicht so war, sie alle in großer Gefahr waren.

Wie jedes Kind in Tragalùn ging auch er in die Schule. Er war nicht sonderlich schlecht, doch seine Lehrer meinten immer er könnte besser sein, wenn er nicht dauernd träumen würde. Lucian wurde langsam zu einem Problemkind. Er entwickelte seine eigenen Vorstellungen von den wesentlichen Dingen, die hin und wieder nicht zur Lehre passten. Es kam oft vor, dass einzelne Lehrer zu Ralef gingen und sich beschwerten. Es wurde zwar immer wieder aufs Neue Besserung gelobt, doch es wurde schlimmer anstatt besser. Zu seinen Mitschülern hatte er nicht gerade das beste Verhältnis. Vielen war er einfach ein bisschen unheimlich, mit einigen hatte er sich richtig gut verstanden. Das waren die, die ihn bei einer Prügelei anfeuerten. Lucian hatte sie als Freunde bezeichnet, obwohl es keine richtigen waren. Hinter vorgehaltener Hand erzählte man Gerüchte über seine Familie, sein Vater wäre der Teufel persönlich. Wenn Lucian davon etwas mitbekam, schreckte er nicht davor zurück, seinem Gegenüber eins auf die Nase zu geben. Das machte ihn unberechenbar. Nur einem war es egal, Zobek. Zobek hatte keine Vorurteile und mochte Lucian gerade weil er so war. Nicht wie die Anderen, sondern etwas besonderes. Bis dahin konnte man von einer relativ normalen Kindheit sprechen, bis es schließlich zu jenem Ereignis kam, dass Lucian von einem verträumten Jugendlichen zu einem emotionslosen machte. Kresan wurde als Ketzer hingerichtet.

~ Lucians Sicht~

Ich war damals gerade 12 Jahre alt. Es wurde gerade Abend und ich saß auf meinem Bett, starrte aus dem Fenster und wartete auf meinen Vater. Ab und zu sah ich in die Ecke in der sein Schwert stand, es war schwarz und hatte einen eigenartigen Griff, ein bisschen wie eine Kralle von einem Dinosaurier. Ich hatte meinen Vater nie damit kämpfen sehen, doch er behandelte es immer mit größter Sorgfalt. Ab und an sah er es mit einem Blick an, den ich nicht beschreiben konnte. War er... traurig gewesen? Ich hatte Vater nie traurig gesehen, wütend ja, aber traurig? Von draußen drang Lärm an meine Ohren. Worte von einer Hinrichtung. Hinrichtungen gab es hin und wieder, aber nie nachts. Ich schlich zur Haustür und öffnete sie. Es waren ganz viele Menschen auf den Straßen, einige hatten sogar Fackel in der Hand. Am liebsten hätte ich mich versteckt, doch dann hörte ich wie eine Frau meinte. „Die arme Kirimai. Erst ihre Tochter und dann ist ihr Schwiegersohn auch noch ein Ketzer.“ Ich verstand nicht, was sie meinte. Mein Vater ein Ketzer? Nein! Das darf nicht wahr sein! Ich wollte es nicht glauben. Auch wenn mein Vater nie die Kirche besuchte, hatte er nie etwas schlechtes über sie gesagt. Zumindest nicht wenn ich in der Nähe war. Ich ging mit der Prozession mit, wollte wissen, ob die Frau log oder nicht. An einem Platz machten die Leute halt und drängelte mich zwischen ihnen hindurch. „VATER!“ Mein Vater stand auf einem Haufen Holz und war an einen Balken gefesselt worden. Er schien mich gehört zu haben, denn seine Augen sahen in meine Richtung. Sie waren schwarz, genau wie seine Haare. Großmutter sagte einmal, dass ich ihm wie aus dem Gesicht geschnitten sei und nur die Augen von meiner Mutter stammen würden. Ohne dass ich es merkte, rannen mir Tränen über das Gesicht. Ich wollte zu ihm, doch ich wurde festgehalten. Erst hinterher habe ich erfahren, dass es mein Großvater war. „Mein Sohn, weine nicht um mich. Werde stark und lasse dich nicht von deinem Weg abbringen. Glaube nicht das, was man dir sagt, sondern das, was du selbst glaubst. Versprich es mir.“ Das war Lenush, die Sprache meines Vaters. Schon als Kind hatte sie mich immer beruhigt, sie war immer wie das Schnurren einer Katze gewesen. Wenn ich Angst hatte, hat er immer so gesprochen oder wenn er mich ins Bett brachte. Singen konnte er nicht, aber er schnurrte immer Melodien. Nur mein Vater sprach die Sprache. Als ich mal danach fragte, erwiderte er, dass sie aus einem fernen Land stamme und er sie auf seinen Reisen gelernt habe. Ich versuchte meine Tränen zu verbergen und ihn anzusehen. Ersteres gelang mir nicht, es kamen immer neue nach. Ich nickte langsam und sah wie mein Vater lächelte. „Ich werde immer stolz auf dich sein, Lucian.“ Dann sah ich Flammen. Männer hatten den Holzhaufen angezündet. Bald schrie mein Vater und er spannte seine Flügel auf. Mehr sah ich nicht mehr. Als ich wieder zu mir kam war ich im Bett. Meine Großmutter lächelte erleichtert und nahm mich in den Arm. Später erzählte mir mein Großvater, dass ich mir die Augen und Ohren zugehalten habe und geschrien habe. Danach sei ich ohnmächtig geworden. Wieder rannen mir Tränen über mein Gesicht. Mein Vater war tot und ich hatte nichts tun können.

~ Ende~

Nach dem Tod seines Vaters hatte sich Lucian verändert. Seine wenigen Freunde wandten sich von ihm ab. Zobek bildete eine Ausnahme, zwar war auch er geschockt gewesen, doch Zobek war schon immer ein offener und herzlicher Mensch. Gerade deshalb ergänzen sich die beiden auch. Wenn Lucian allein auf der Straße unterwegs war, kam es immer wieder vor, dass man ihn mit Steinen bewarf oder ihm aus dem Weg ging. Dass er nicht verbannt wurde, war ein Zugeständnis des Königs an seine Großeltern, die ihren Enkel liebten obwohl sie kurz danach erfuhren, dass auch solche Flügel wie sein Vater hatte. Lucian musste weiter die Kirche besuchen. Das, was früher für ihn selbstverständlich war, wurde nun zum Zwang. Sein Großvater schenkte ihm den Rosenkranz seiner Mutter. Man sollte sehen, dass er kein Monster war. Für Lucian war es eine neue Verbindung zu seiner Mutter, eine tiefere und innigere als zuvor. Er selbst zeigte nur noch selten eine Emotion und auch wollte er nicht mehr in die Kirche. Er gab ihr die Schuld für den Tod Kresans und versuchte herauszufinden, warum er genau sterben musste und wer es veranlasst hatte. Er hat bis heute keine Ahnung, dass seine Großeltern seinen Vater beobachtet hatten und ihnen aufgefallen war, dass er Flügel hatte, obwohl er keine Verwandlung zeigte, wie bei einem Tiermenschen. Vom Gedanken beseelt, dass der Teufel in Kresan lebe, sorgte man für seine Verbrennung. Der offizielle Grund war Ketzerei. Lucian selbst wurde mit 18 Jahren Söldner und erledigte die verschiedensten Aufträge. Mit an seiner Seite ist ein kleiner Flugsaurier, dem er den Namen Slogra gab. Er hatte ihn geschenkt bekommen, da eine Familie das Honorar nicht hatte zahlen können und er ihren Auftrag trotzdem übernommen hatte. Lucian begann, sich wie sein Vater zu Lebzeiten zu kleiden und übernahm dessen Waffe. Dazu nahm er noch einen Dolch, falls es mal schnell gehen musste. Er beherrscht beide Waffen, da sein Großvater ihm viele Tricks zeigte und er durch seine Aufträge ebenfalls an Erfahrung gewann.

Lucian hatte nie erfahren, dass es ein Teil der Abmachung zwischen dem König, den Priestern und seinem Großvater war. Die Priester gingen davon aus, dass man ihn noch von seiner Abnormalität befreien konnte, indem man ihm die Flügel ganz einfach abhackt. Dadurch könnte der Mensch das innere Monster besiegen. Dafür durfte Lucian in der Stadt leben und offiziell durfte auch das Volk ihm nichts tun, dafür garantierte der König. Ralef und Kirimai hatten dafür zu sorgen, dass er in die Kirche ging. Jeder hielt sich an seinen Teil. Unter einem Vorwand brachte man ihn in ein kleines Zimmer unterhalb der Kirche. Zu spät erkannte der Mischling die wahren Absichten. Man fesselte ihn, zwang ihn seine Flügel preiszugeben und versuchte einen Exorzismus an ihn durchzuführen, der scheiterte. Schließlich wurden seine Flügel an schwere Ketten gefesselt und gewaltsam versuchte man sie raus zu ziehen. Die Schmerzen hat Lucian nie vergessen. Dass man sie nicht abhackte, lag daran, dass man dachte, dass die Seele des Monsters durch die Schmerzen abgelenkt werden sollte. So konnte die Menschenseele in ihm die Kontrolle über den Körper zurückgewinnen. Nachdem die Versuche nicht klappten, zog man sich zurück um sich zu beraten und vielleicht doch Äxte einzusetzen. Allerdings hatte man vergessen eine Wache zu postieren. Zusammen mit Zobek, der ihm half, gelang ihm die Flucht aus der Kirche. Allerdings war Zobek nicht wirklich der Retter. Er erzählte Lucian von einer schattenhaften Gestalt, die sowohl Priester, als auch die Henker überwältigte, sodass er ihn nur heraus holen musste. Auch wenn Lucian die Gestalt nie gesehen hatte, war er ihr dankbar. Vielleicht war es auch das große Unlicht selbst gewesen, aber das war eine reine Spekulation.

In dieser finsteren Nacht des Verrats verließ Lucian zusammen mit Slogra und Zobek Tragalùn. Sie kämpften sich über das Gebirge. Es war ein langer Marsch gewesen, der einiges von ihnen abverlangte. Dennoch schafften sie es, sich bis nach Riguskant durchzuschlagen. Wie seine Flügel die Prozedur unbeschadet überstehen konnten, versteht er bis heute nicht. Es ist allerdings wahrscheinlich, dass das große Unlicht seine Wogen schützend um ihn legte, um  das Wesen zu schützen, das zur Hälfte von einem seiner Völker war. Zur Zeit befindet sich das Trio in einer Herberge auf der Suche nach neuen Aufträgen.

Gefährten: Es gibt 2 Gefährten, die Lucian begleiten. Zu einem Zobek, sein Freund aus Kindheitstagen. Der dunkelhäutige Mann arbeitet sowohl als Söldner, als auch als Informant. Allerdings ist er im Kampf eher einer der draufhaut, anstatt sich eine Strategie zu überlegen. Er hat schwarze Haare und dunkle Augen. Zobek ist immer gut gelaunt und schafft es immer wieder Lucian zum Lachen zu bringen. Lucian würde es nie zugeben, aber Zobek ist für ihn eine wichtige Stütze, da er selbst nach der Hinrichtung seines Vaters zu ihm hielt, egal was passierte. Als Lucian seine Heimat verließ, ließ sich Zobek nicht davon abbringen, ihn zu begleiten. Der lange Marsch schweißte sie zusammen.

Der andere Gefährte ist sein Flugsaurier Slogra. Slogra ist relativ klein und wird eher als Bote oder Transportmittel benutzt. Lucian fliegt sehr gerne mit Slogra, weil er sich im Himmel frei fühlt

Familie: Himai (Lucians Mutter, starb bei seiner Geburt), Kresan (Lucians Vater, ein Racheengel. Er wurde als Ketzer verbrannt), Kirimai (Lucians Großmutter. Sie stickte Lucian einen Wasserfall und förderte ihn), Ralef (Lucians Großvater. Er brachte ihm bei, wie man mit dem Schwert umgeht. Später handelte er mit dem König und den Priestern den Exorzismus aus.)

Passende Musik: Castlevania Symphony of the Night Soundtrack - Bloody Tears


Zuletzt von Lucian Radu am Do Okt 30, 2014 11:40 pm bearbeitet; insgesamt 12-mal bearbeitet
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