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Frala

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Frala

Beitrag von Frala am Di Jul 11, 2017 10:59 pm

passende Musik:Vargaflicka




Infos zum Schreiberling

Alter des Schreiberlings:20
Hauptcharakter: Tarren
Nebencharakter: dieser



Charakter - Grundlagen

Name: Frala
Rasse: Wildländerin
Alter: zwölf oder 13 Jahre
Geschlecht: Weiblich
Zugehörigkeit: Zwielicht



Erscheinung
Größe: 1,49m
Aussehen: Da sie in ihrer frühen Kindheit selten genug essen konnte, ist Frala für eine Wildländerin eher klein, was sich vermutlich nicht ändern wird, auch wenn sie natürlich noch nicht gänzlich ausgewachsen ist. Da sie sich zudem meistens auf Zehenspitzen und etwas geduckt bewegt, wirkt sie sogar noch etwas kleiner. In ihrem Gesicht findet man hinter einer erdigen Dreckschicht zwei runde, grüne Augen, buschig gewachsene Augenbrauen und eine etwas krumme Nase. Der Kinderspeck, der Kindern ihres Alters normalerweise ein rundliches Gesicht verleiht, ist bei ihr dagegen kaum vorhanden. Ihre braunen, lockigen Haare stehen ihr in einer filzigen Mähne vom Kopf ab. Würde man das Mädchen waschen und kämmen, käme wäre sie wohl ein recht niedliches Kind, aber ohne Aussicht, später einmal eine Schönheit zu werden.
Fralas Haut ist sonnengebräunt, eher rau und von unzähligen Narben verschiedener Größe und Ursprungs bedeckt. Viele sind Erinnerungen an die unzähligen Kabbeleien mit ihren Geschwistern, andere stammen von Ästen oder Steinen an denen sie sich geschrammt hat. An Armen und Beinen zeugen zudem dunkle, blau-schwarze Flecken von früheren Frostbeulen und Erfrierungen. Ihren rechten Fuß hat es besonders schwer getroffen. An ihm fehlen die äußeren zwei Zehen und er ist gänzlich schwarz angelaufen. Frala hat dort an der Haut auch kein Gefühl mehr und nur, wen etwas stark auf ihrem Fuß lastet, wie ihr Körpergewicht, eine Bärenfalle, ein Tischbein, ein Mensch, der auf ihrem Fuß steht, uä, kann sie es spüren. Da diese Erfrierung aber schon vor vielen Jahren geschah, hat Frala sich daran gewöhnt und kann so gut laufen wie andere mit zwei gesunden Füßen. Nur bei  Balanceakten hätte sie Probleme, oder wenn sie sich blind einen Weg ertasten müsste.

Kleidung: Frala ist in ein zerrissenes Wollkleid gekleidet, darüber trägt sie mehrere schlecht gegerbte Felle, die nur mit Knoten um Hüfte und Schultern befestigt sind. Um ihre Arme und Beine hat sie ähnliche Felle gewickelt und mit dünnen Lederstreifen fest gebunden.



Persönlichkeit
Charakter: Frala ist ein eher vorsichtiger Wildländer und für ihr Alter zu ernst. Kindlich ist an ihr nur ihre gesunde Neugier und die Tatsache, dass sie ihre Emotionen nicht zurückhält. Was sie fühlt, das zeigt sie sowohl auf ihrem Gesicht, als auch durch ihre Taten. Allgemein sind ihre Handlungen von drei grundlegenden Fragen bestimmt: Will es mich töten? Kann ich es essen? Und Gehört es zu meiner Sippe? Alles was in keine dieser Kategorien passt, wird von ihr mit Nichtachtung und/oder Misstrauen behandelt.
Außerdem hat sie die Angewohnheit, jedes Mal zu antworten, wenn sie irgendwo einen Wolf heulen hört.
Vorlieben: Fleisch, besonders gegartes
Abneigungen: Wasser. Je kälter desto schlimmer. Aber heißes oder warmes Wasser sind ihr ebenso zuwider.
Religion: Frala kennt keine Religion und keine Götter. Was ist, das ist und was man nicht sehen und anfassen kann, verdient keine tieferen Überlegungen.



Fähigkeiten
Beruf: -
Sprachen: Ihre Muttersprache ist die Sprache des Waldes und der Wölfe, sofern man es denn als Sprache bezeichnen will. Sie kann das Verhalten der Wölfe, ihrer Beutetiere und Umgebung deuten und sich ihrer Familie gegenüber verständlich machen.
Zwar versteht sie Nohrt, solange keine komplizierten Wörter benutzt werden, aber sprechen kann sie es nur rudimentär. Lieber drückt sie mit Gesten und Ein-Wort-Sätzen aus, was sie möchte.
Lesen/Schreiben: nein
erlernte Fähigkeiten:gezwungenermaßen hat Frala gelernt in den rauen Wäldern der Wilden Lande zurechtzukommen. Sie weiß, welche Pflanzen dort giftig sind, und welche nicht. Von Heilpflanzen hat sie allerdings keine Ahnung. Mit einem selbstgeschnitzten Speer hilft sie ihrem Rudel bei der Jagd und erkennt ihre Sippe am Geruch, wenn sie nahe genug ist. Zudem kann sie Spuren lesen und ihre Umgebung treffsicher deuten. Dazu gehören nicht nur die Spuren auf dem Boden sondern auch Krazer an der Baumrinde, abgeknickte Zweige, Fraßspuren, Hinterlassenschaften von Tieren, Die Geräusche des Waldes, Vogelgezwitscher von aufgeregtem Zetern zu unterscheiden und das Fehlen dieser zu bemerken, Das auf und ab im Boden, der Geruch von Wasser (Seen, Tümpel und größere Flüsse haben tatsächlich einen Geruch), Der Geruch von Aufziehenden Gewittern und Regenfronten und vieles mehr.
In ihrer Zeit bei den Wildländern hat sie ein paar einfache Haushaltsaufgaben gelernt, doch diese sind in ihrem jetzigen Leben eher weniger nützlich. Nur die Fähigkeit, mit genügend trockenem Laub und zwei Steinen ein Feuer zu entfachen, kann sie ab und zu gebrauchen.
Eigenschaften/Gaben: Frala ist gegen die Kälte weitaus unempfindlicher als die meisten Menschen und Wildländer. Dagegen empfindet sie Wärme eher als unangenehm.
Mit ihrem kaputten Fuß kann sie so gut laufen wie andere mit allen Zehen. Nur bei anspruchsvolleren Balanceakten hätte sie Probleme, oder wenn sie sich blind einen Weg ertasten müsste.
Ihr Seelentier kennt Frala nicht. Ein Schamane konnte zwar bestätigen, dass sie eines hat, aber sie war nicht lang genug bei seiner Sippe, um in seine magische „Reichweite“ zu kommen und es zweifelsfrei bestimmen zu können.


körperliche/geistige Stärken:
Kälteresistent
Naturkenntnis
Zähigkeit
trainierte Nase
körperliche/geistige Schwächen:
Schwierigkeit, sich gegenüber ihresgleichen auszudrücken
Unkenntnis nahezu jeder zivilisierten Kultur
Hitzeanfällig
Leichte Probleme mit dem Gleichgewicht (kaputter, tauber Fuß)



Magie -



Hintergrund
Stand:Sie wüsste nicht einmal, was „Stand“ bedeutet. Sie steht ziemlich sicher auf beiden Beinen.
Familie:
Die Wölfe:
Mutter: große Weiße, tot
Vater: dunkelgrauer mit Narbe über dem Ohr, tot
Mehrere Generationen namenloser Geschwister, die meisten davon abgewandert
Schwester „Frrur“: Hellgraue, ausgerissenes Fell über dem Schwanzansatz: lebt als einzige noch im Rudel mit ihren Kindern:
Zwei Neffen
eine noch junge Nichte

Die Wildländer:
Onkel Björn: Ziehvater für etwa vier Jahre, tot
Tante Freya, Ziehmutter, tot

Leibliche Eltern: Unbekannt

Herkunft/Geburtsort: Die Wilden Lande
Wohnort: In den Wäldern und Wiesen
Besitz: Frala hat nur das, was sie tragen kann. Soll heißen, ihren Speer und ihre Kleidung. Selten noch ein Stück Fleisch als Vorrat
Gefährten: Sie reist mit ihrem achtköpfigen Rudel, aber die Wölfe begleiten sie nicht.


Geschichte: Es geschieht nicht häufig, dass eine Wildländerin ihr gesundes, kaum sechs Monate altes Kind im Wald aussetzt, aber es geschah. Den Grund werden wir wohl niemals erfahren, denn dies ist die Geschichte des Kindes, und die Mutter wird darin keine Rolle mehr spielen.
Es geschieht noch seltener, dass eine Wölfin ein menschliches Baby als ihr eigenes aufnimmt und großzieht, doch auch das geschah. Hier kann man sich einen Grund denken, vermutlich war es ihr mütterlicher Instinkt, denn sie hatte erst vor kurzem drei Welpen zur Welt gebracht und da es ein gutes Jahr war, hatte sie genug Milch für ein weiteres Maul. Aber vielleicht hatte auch Yuarkhnim seine Hand im Spiel, wer weiß?
Frala, die zu diesem Zeitpunkt noch keinen Namen hatte, musste früh von Wolfsmilch auf rohes Fleisch umsteigen, obwohl ihre Zähne noch nicht ganz entwickelt waren. Wölfe wachsen schneller als Wildländer. In ihren ersten zwei Jahren hing Fralas Leben die meiste Zeit am seidenen Faden. Die einseitige Ernährung machte ihr zu schaffen und wann immer ihre Geschwister sie im Lager zurückließen, hatte sie mit der Kälte zu kämpfen.
Sie war das Nesthäkchen, das schwächste Mitglied des kleinen Rudels. Erst mit zweieinhalb Jahren, als selbst ihre jüngeren Geschwister schon erwachsen waren, begleitete sie das Rudel zum ersten Mal auf die Streifzüge durch das Revier. Viel länger hätte das Rudel sie wohl auch nicht versorgt. Zuerst beteiligte sie sich nicht an der Jagd sondern beobachtete nur. Oder, wenn das Rudel zu schnell oder zu weit für das Kleine Kind lief, setzte sie sich irgendwann ab und erkundete die Gegend auf eigene Faust. Sie wusste, dass die Wölfe sie auf dem Rückweg abholen würden. Dass der Wald kein ungefährlicher Ort war, musste sie auch schon bald erfahren, denn bei einer solchen Gelegenheit lief sie einem Wildschwein über den Weg. Es grenzte an ein weiteres Wunder, dass die Wölfe bereits wieder in der Nähe waren und auf ihre Hilfeschreie zu ihrer Rettung kamen. Seitdem gab sie sich mehr Mühe, mit dem Rudel mitzuhalten und wenn es nicht ging, wartete sie lieber n einem Versteck.
Ihre ersten Versuche, bei der Jagd behilflich zu sein scheiterten kläglich. Ihre Beine waren zu kurz, ihr Körper zu schwach und ihre Zähne zu stumpf. Zum ersten Mal wurde ihr klar, dass sie sich von den anderen Wölfen unterschied. Ob die anderen Wöfe es auch bemerkten? Würden sie sie deshalb vielleicht sogar verstoßen? Mit der Intelligenz einer Dreijährigen versuchte sie, sich anzupassen. Sie nahm acht dünne aber stabile Stöcker und klemmte sie sich zwischen die Finger. Nun hatte sie Krallen. Als sie sich bei der Jagd als nutzlos erwiesen und sie stattdessen von einem Hirsch gegen einen Baum geschleudert wurde, nahm sie stattdessen eine Reihe scharfkantiger Steine. Damit hatte sie mehr Erfolg, auch wenn sie immer noch nicht maßgeblich den Verlauf der Jagd bestimmte.
Als sich ihr erstes Jahr außerhalb des Baus dem Ende entgegen neigte, sah sich die bis dahin nackte, namenlose Wildländerin mit einem neuen Problem konfrontiert: Winter. Bisher hatte sie sich bei Kälte einfach ein einen der Wölfe gekuschelt und sich so gewärmt, doch bei Schnee und eisigen Winden war das nicht mehr genug. Zurück in den Bau konnte sie nur sporadisch, denn Essen gab es dort nicht mehr für sie.
Eine Lösung kam in Form eines Beutetiers spät im Herbst. Als Frala spürte, wie warm der frische Kadaver war, warf sie sich kurzerhand auf ihn. Natürlich wurde sie von den ranghöheren Wölfen weggescheucht und zurechtgewiesen, doch es brachte das Mädchen auf die Idee, sich den Rest des Fells zu sichern und sich umzuhängen. Damit hatte sie zumindest ein bisschen Schutz gegen die unerbittliche Kälte der Wilden Lande. Ihre Beine waren jedoch weiterhin ungeschützt. Bis sie das nächste Tier erlegten und Frala sich dessen Fell nehmen konnte, waren ihre Füße beide taub gefroren. Als sie sich in dieser Nacht zwischen die anderen, dicht an dicht liegenden Wölfe kuschelte, kam das Gefühl nur in ihr linkes Bein zurück. Der rechte Fuß blieb taub und in den nächsten Monaten fielen die äußeren zwei Zehen ab.
Ein weiteres Problem war die Haltbarkeit der unbehandelten Felle. Zwar verhinderte die Kälte, dass sie sofort verwesten, trotzdem begannen sie nach einiger Zeit zu stinken, weshalb das Rudel anfing, sie zu meiden. Dazu gesellte sich ein unangenehmer Juckreiz, überall dort, wo die Felle an der Haut anlagen. Sie musste sich ständig neue Felle besorgen, um es abzuwenden. Dennoch überstand sie den Winter.
Als es wieder wärmer wurde, begann sie mit den Fellen und vielen anderen Dingen herumzubasteln. Das Fleisch unter der Haut abzukauen und es danach zu trocknen half ein wenig gegen die Verwesung, doch durch das Trocknen wurde die Haut hart.
Ein dicker Ast, mit beiden Händen geschwungen setzte einem Hirsch mehr zu, als ihre Krallensteine.
Beute bemerkte sie nicht, wenn sie sich gegen den Wind anschlich.
Solche Erkenntnisse hatte sie viele im Verlauf ihres vierten Lebensjahres. Alle ihrer Milchgeschwister waren inzwischen fortgezogen, um sich ein eigenes Rudel aufzubauen, ebenso einige ihrer jüngeren Geschwister. Es soll nicht verschwiegen werden, dass auch viele der Wölfe jung starben. Teils durch Revierkämpfe mit anderen Rudeln, größtenteils aber durch die Winterliche Kälte und den Hunger. So lernte das kleine Wolfsmädchen den Tod früh kennen und wenn sie auch die Trauer des Verlustes spürte, so akzeptierte sie den Tod doch als etwas Natürliches.

Sommer folgte auf Winter folgte auf Sommer folgte auf Winter. Doch obwohl die Wölfe sie als eine der ihren akzeptierten und sie mit ihren primitiven Werkzeugen ein gern gesehener Jagdgenosse war, spürte sie, dass sie dort nicht hingehörte. Es waren Kleinigkeiten, wenn zum Beispiel das ganze Rudel etwas witterte, das sie selbst nicht mal erahnen konnte. Oder wenn sie ihr Spiegelbild im Wasser sah, das so gar nicht wie ein Wolf aussah.
Zum ersten mal sah sie einen Menschen in ihrem sechsen Winter. Das Rudel verfolgte gerade eine Gruppe Rehe, um sich ein geeignetes Opfer auszusuchen, als sie merkte, dass sie nicht die einzigen waren, die ein Auge auf ihre Beutetiere geworfen hatten.
Aus dem Gebüsch heraus beobachtete das Wolfsmädchen eine aufrecht gehende Gestalt, ihrer nicht unähnlich, aber viel größer. Auch die Wölfe bemerkten den Mann, hielten sich jedoch von ihm fern. Sich um die Beute zu streiten bevor sie tot war, würde die Rehe höchstens verscheuchen.
Die kleine Wildländerin hingegen war so fasziniert von dem Fremden, dass die Jagd auf einmal unbedeutend vorkam. Nie hätte sie gedacht, dass es noch andere Wölfe gab, die so seltsam waren wie sie selbst. Auch der andere Zweibeinwolf trug fremde Felle und eine Waffe, wenngleich beides bei ihm anders aussah als bei ihr. Als er sie entdeckte wirkte er zuerst überrascht, doch dann begann er eine Reihe seltsamer Laute auszustoßen und sie mit vorsichtigen Gesten zu sich zu winken. In diesem Moment begann das Rudel den Angriff auf die Rehe und das Wolfsmädchen folgte ihnen. Während sie sich über das frische Fleisch hermachten, sah sie den anderen Zweibeinwolf in einiger Entfernung stehen und sie beobachten. Als das Reh verzehrt war, versuchte er sich zu nähern, doch als Eindringling bedachten die Wölfe ihn mit Drohgebärden. Nach einer Weile zog er soch zurück und das Mädchen blieb trotz ihrer Neugier beim Rudel. In dieser Nacht fand sie durch ihre Gedanken an den fremden Zweibeinwolf keine Ruhe.
Ein paar Wochen später sah sie ihn jedoch wieder, als sie versuchte einen Geruch aufzuspüren der fremd, aber verlockend vom Wind über den Schnee geweht wurde. Die Wölfe, vor allem ihre Eltern empfanden den Geruch offenbar eher Misstrauen erweckend und so war sie allein. Ihre Nase führte sie zu einer größtenteils schneefreien Lichtung, in dessen Mitte ein Feuer brannte. Daneben saß der Wildländer und drehte zwei Kaninchen an einem Spieß. Daher kam also der köstliche Duft. Das Mädchen blieb nicht lange unbemerkt und diesmal weiteten sich die Augen des Mannes in Erkennen. Er winkte sie zu sich und sagte etwas, das das Mädchen natürlich nicht verstand. Zuerst wollte sie sich zurückziehen, doch der Mann lockte sie mit einer gebratenen Kaninchenkeule. Nach und nach weckte er das Vertrauen des wilden Mädchens, sodass sie sich schließlich sogar neben ihn, ans Feuer setzte, welches ihr immer noch ein wenig suspekt war. Er fragte sie: "Wie heißt du?", was sie nicht verstand, aber versuchte, nachzuahmen. Aus dem seltsamen Gefauche und geknurre, das sie  von sich gab, machte der Wildländer kurzerhand den Namen Frala. Nach ein paar Stunden ging sie in den Wald zurück zum Rudel. Doch sie kam wieder. Diesmal nahm der Wildländer sie in sein Dorf mit, wo er sie seiner Familie vorstellte. Alles dort war ihr fremd, und vor allem war sie zum ersten Mal außerhalb des Jagdreviers ihres Rudels und doch, sagte ihr irgendetwas, dass sie hier unter Ihresgleichen war. Alle die ihr begegneten waren wie sie Zweibeinwölfe und überall wurde sie mit ihrem neuen Namen begrüßt, sodass sie ihn bald als ihr geltende Begrüßung annahm.
Der Wildländer, der sie hergebracht hatte, Björn, und seine Frau Feya nahmen sie bei sich auf und päppelten das doch ziemlich magere Mädchen auf. Damit begann für Frala ein neues Leben bei den Wildländern. Nur ein einziges Mal noch ging sie zu den Wölfen zurück, die neuen Gerüche die an ihr hafteten waren wie ein Zeichen des Abschieds. Ansonsten konnte sie bei ihrer neuen Familie endlich das sein, das sie war: ein Kind. zuerst wollte sie nicht von der Seite ihres Ziehvaters weichen, doch bald sah man sie mit den anderen Kindern des Dorfes spielen. Danaben brachten ihre Zieheltern ihr die Sprache bei und wie man mit Feuer umging. Im nächsten Jahr versuchte Freya sie ans Weben und Nähen heranzuführen. Frala stellte sich zwar ungeschickt mit allen feineren Arbeiten an, aber ihre Zihemutter war eine geduldige Frau und das Mädchen... nun ja, eben ein Mädchen. Mehr Erfolg hatte Björn, der sie im Umgang mit Speer und Bogen unterwies. Auch Schild und Axt nahm sie in die Hand, doch verlor schnell das Interesse daran. Sie verstand einfach nicht, wie das zum Jagen gut sein sollte.
Frala sah sich inzwischen selbst mehr als Wildländer, doch wenn sie abends die Wölfe heulen hörte, kletterte sie dennoch aufs Dach und heulte zurück. Einige der Dorfbewohner beschwerten sich zwar über den Lärm. Und einige der Kinder fanden sie so seltsam, dass sie nicht mit ihr spielen wollten, aber im großen und Ganzen wurde sie von der Gemeinschaft mit Wohlwollen aufgenommen.

Vier Winter blieb Frala bei den Wildländern und genoss das Leben dort sichtlich. Doch nichts währt ewig, und so wurde auch dieser Frieden eines Nachts zerstört. Eine Horde Wildländer, noch größer und breiter als Björn und seine Leute, überrannten das Dorf. Sie plünderten alles, was ihnen in die Finger kam und wer sich ihnen in den Weg stellte, wurde erbarmungslos niedergemetzelt. Alle anderen wurden als Sklaven gefangen genommen. Erfolglos versuchten die Dörfler dennoch, sie aufzuhalten. Frala wollte ihm helfen, wurde aber von ihrer Ziehmutter aufgehalten. "Renn in den Wald", drängte sie das Mädchen, "Renn in den Wald und komm nicht zurück!"
Auch andere Dörfler, vor allem Kinder, versuchten in den Wald zu fliehen, doch dort wurden sie bereits von einem Dutzend Wachen erwartet, die mögliche Flüchtlinge aufhalten sollten. Nur Frala, für die der Wald ein zweites Zuhause war, konnte entkommen, indem sie sich ins Gebüsch warf, und sich mit Blättern bedeckte, bevor die Eindringlinge sie bemerkten. Wären es mehr Wachen gewesen, oder weniger andere Flüchtige, hätte sie wohl keinen Erfolg gehabt. Von ihrem Versteck aus musste sie hilflos mit ansehen (und vor allem riechen) wie ihr Dorf in Flammen gesetzt wurde. Entsetzt hörte sie die Todesschreie der unnachgiebigeren Wildländer, darunter auch die Stimmen ihrer Pflegeeltern.
Erst als die Wildländer aus dem Wald verschwanden und die Horde das verwüstete Dorf hinter sich ließ, erwachte Frala aus ihrer Starre. Sie verstand es nicht. Waren Wildländer nicht freundliche, nette Leute, die viel lachten? Sie kannte Revierkämpfe von den Wölfen, aber selbst dort hatte sie nie solche Grausamkeit erlebt.

Sie kehrte in den Wald zurück, wo sie nach einigen Tagen ihr altes Rudel wiederfand. Ihre Eltern waren in den vier Jahren gestorben und eine ihrer jüngeren Schwestern hatte ihren Platz eingenommen. Ihre Kinder machten inzwischen den Großteil des Rudels aus. Zuerst wurde Frala eher feindlich begrüßt, doch ihre Schwester schien sich an ihren Geruch zu erinnern und hieß sie willkommen.
Aber Frala war nicht mehr die große Schwester von einst, sondern wurde vielmehr als zugewandertes Rudelmitglied gesehen, von dem erwartet wurde, dass sie das Rudel eines Tages wieder verließ. Frala wusste das, aber einen anderen Ort, an den sie gehen könnte hatte sie nicht. Und so streift sie heute mit den Wölfen durch die Gegend. Aber jedes Mal, wenn der Wind den Geruch von Feuer zu ihr trägt, oder wenn sie irgendwelche Spuren von Wildländern oder Menschen findet, wird ihr das Herz schwer und Sehnsucht packt sie.



Zuletzt von Frala am Fr Jul 21, 2017 10:30 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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