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Geschenkt ist nur der Tod

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Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di März 20, 2018 11:43 pm

„Wenn Du Dich erholt hast, suchen wir uns irgendeinen lukrativen Auftrag und ich zahle meine Schulten zurück“, hatte Outis einige Tage zuvor im ‚Goldenen Auerhahn‘ versprochen. Und er hätte lügen müssen, wenn er behauptet hätte, dass er die Worte seither nicht das eine oder andere Mal bereut hätte. Denn das besagte Gasthaus war mehr als nur eine Spur zu nobel für seine Ansprüche und die Schulden waren seit diesem Ausspruch nicht weniger geworden. Selbst Wasser hatte hier seinen Preis. Dafür war es aber auch sauber und er hatte bisher keine Magenkrämpfe von diesem ungewohnten Getränk bekommen.

Wie leicht wäre es doch gewesen die verletzte Selina liegen zu lassen und sich davonzuschleichen. Er hätte irgendwo im Gassengeflecht der Stadt verschwinden oder sein Glück fortan in irgendeiner anderen Ansiedlung versuchen können. Andererseits hieß es, dass man sich im Leben immer zweimal begegnete. Und er hatte kein gesteigertes Bedürfnis danach einer Kopfgeldjägerin zu begegnen, die noch eine Rechnung mit ihm offen hatte.

Außerdem war die Aussicht darauf, gemeinsam mit Selina einen Auftrag anzunehmen, nicht wirklich abschreckend. Ihrem Geldbeutel nach zu schließen hatte sie ein glücklicheres Händchen für Geschäfte als er – oder sie war einfach nur sehr viel besser darin ihr hart erarbeitetes Gold beisammen zu halten – und er mochte ihre direkte Art. Nichts war schlimmer, als Mädchen, die aus jeder Kleinigkeit ein Ratespiel machten. Zumal er schon lange den Verdacht hegte, dass Männer bei solchen Spielen nur verlieren konnten.

Nur der Gedanke daran einen guten Teil des Gewinnes gleich wieder abdrücken zu müssen, hinterließ einen faden Beigeschmack. Schließlich hätte man die klingenden Münzen auch in harten Alkohol oder die eine oder andere Stunde in der süßen Gesellschaft leichter Mädchen investieren können. Aber man konnte eben nicht alles haben im Leben.

Inzwischen ging es seiner Gönnerin ein gutes Stück besser und wenn er sie richtig einschätzte, würde ihr die Rolle der Patientin bald langweilig werden. Darum hatte er heute darauf verzichtet Selina Gesellschaft zu leisten und stattdessen damit begonnen sich in der Stadt nach möglichst lukrativen Aufgaben umzuhören. Pünktlich zum Abendessen war er wieder da. Heute würde er sich das Zweitbilligste von der Karte gönnen. Denn es war eh schon egal und außerdem konnte er keine Rollgerste mehr sehen.

„Es treiben wohl ein paar Vandalen ihr Unwesen in der Stadt. Freche Sprüche gegen die Obrigkeit an Hauswänden“, teilte er Selina seine Erkenntnisse zwischen zwei Bissen mit. „Es ist eine Belohnung auf sie ausgesetzt.“ Allerdings schien er nicht gerade begeistert von der versprochenen Summe zu sein. Sie war genauso lächerlich wie das ‚Vergehen‘, um das es ging.

„Außerdem soll vorgestern Nacht ein zwölfjähriger Lümmel seinen Vater erstochen haben. Er ist seither auf der Flucht. Allerdings war der Vater ein armer Schuster und ich muss dir ja nicht erklären, wie sich das auf das Kopfgeld auswirkt.“ Outis wollte den faden Geschmack, den auch dieser Auftrag bei ihm hinterließ, mit dem Inhalt seines Bechers hinunterspülen und verzog das Gesicht, als er daran erinnert wurde, dass es sich dabei nur um Wasser handelte. „Zuletzt hätten wir eine ‚Hexe‘ in einer nahen Ortschaft. Sie hat ihre Mitmenschen angeblich mit Haarausfall, Hühneraugen und ähnlichen Übeln belegt. Die Dorfbewohner haben ordentlich zusammengelegt, um sie endlich loszuwerden. Entweder ist es sehr gutes Geld für den Kopf eines harmlosen Kräuterweibes, oder gerade so genug, um sich dafür vielleicht mit Magie auseinanderzusetzen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi März 21, 2018 9:01 pm

Selina stocherte etwas lieblos in ihrem Essen herum, während sie Outis' Bericht lauschte. Ihr Blick huschte dabei hin und wieder durch den Schankraum. Mittlerweile schien man die beiden Außenseiter wohl nicht mehr allzu häufig schief anzusehen. Sie sahen zugegebenermaßen auch weitaus weniger schlimm aus als vor einigen Tagen. Selina sah nicht mehr ganz so aus, als würde sie jeden Moment umkippen, zudem waren die Kleider weniger blutig und Outis trug inzwischen wieder ein vollständiges Hemd.

"Das klingt alles nicht besonders einladend.", meinte Selina. "Wo sind nur die Banditenbanden, die sich in irgendeiner Geisterstadt verschanzen, geblieben?" Andererseits dachte sie im gleichen Moment, dass sie zu zweit - und sie verletzt - wohl sowieso keine große Chance gegen eine ganze Gruppe von Gegnern hätten. Trotzdem gab es für solche Aufträge immer eine gute Bezahlung. Es war schon zu lange her seitdem Selina das letzte Mal einen wirklich wichtigen Auftrag verfolgt hat.
"Die Vandalen sind mir egal. Jeder, der sich ein wenig gegen die Obrigkeit auflehnt, verdient meiner Meinung nach einen Schulterklopf. Der Junge...das klingt schon eher nach einer Person, die es verdient hätte. Allerdings weiß ich nicht, ob ich ein Kind an den Galgen schicken will. Der hat sicher gute Gründe gehabt seinen Alten zu erstechen und ehrlich gesagt ist es mir die kleine Summe dann nicht wert."

Selina stützte ihren Kopf auf ihrer Hand ab, aber bereute dies sofort wieder. Ihrer Schulter tat es wohl noch nicht zu gut, wenn sie sich auf deren Seite lehnte. Hoffentlich könnte sie mit dem Arm gut genug schießen, was bei der Auswahl an Aufträgen aber wahrscheinlich nicht nötig war, aber für einen Moment war Selina trotzdem froh, die Armbrust und nicht den Bogen, den man stets gespannt halten müsste, bei sich zu tragen.
"Was nur noch die alte Frau lässt...", fuhr sie fort. "Wir können uns das ja mal ansehen, allein schon des Geldes wegen. Danach können wir immer noch entscheiden, was wir vorhaben, aber sollte sie wirklich eine Hexe sein...mit Magie sollte ich jedenfalls klarkommen." Immerhin wusste sie aus eigener Erfahrung damit umzugehen. Trotzdem war Selina noch nicht ganz überzeugt. Hühneraugen hörten sich nicht gerade nach dem Werk eines Magiers an. Magie funktionierte anders und welche Hexe würde ihre Kraft schon für solche Kleinigkeiten verschwenden?
"Was denkst du?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi März 21, 2018 11:06 pm

Selina schien seine ‚Begeisterung‘ für die Aufträge zu teilen. Und bei ihrer Meinung zu den Vandalen, musste Outis grinsen. Auch er war der Meinung, dass das Problem hier eher bei der Obrigkeit lag, die sich dringend einmal etwas Humor zulegen sollte. Und vermutlich hätte sich der Söldner auch mit einigen der Liedchen, die er gern mal am abendlichen Lagerfeuer trällerte – fern ab der nächsten Stadt natürlich – bei den Machthabern unbeliebt machen können. Aber gerade die hatten die besten Texte.

Gerade wollte er vorschlagen sich nochmal umzuhören, selbst wenn sich in dieser Stadt nichts fand, dann vielleicht in der nächsten, als die Kopfgeldjägerin vorschlug sich die Sache mit der ‚Hexe‘ zumindest genauer anzusehen. Der Magie wegen machte sie sich offensichtlich keine Sorgen. Ob es nun daran lag, dass sie Erfahrung damit hatte, oder ob sie einfach nicht an die Zauberkraft besagter Hexe glaubte, konnte der Schwertkämpfer im Moment nicht abschätzen. Aber weitere Erkundigungen einzuziehen konnte tatsächlich nicht schaden.

„Wir sollten aber aufpassen, um nicht verflucht zu werden. Denn ich habe keine Lust darauf mit einem Glatzkopf und auf Plattfüßen durch die Gegend zu laufen“, scherzte Outis. „Und wenn alle Stricke reißen, können wir uns immer noch eine schöne Geisterstadt suchen und den dortigen Banditen das Leben zur Hölle machen.“

Egal wohin es sie auch verschlagen würde, zumindest dem Wirt und seinen Stammgästen, würden sie damit eine Freude machen. Sie hatten zwar gelernt, die sonderbaren Besucher ihres Goldes (oder eigentlich ausschließlich Selinas Goldes) wegen zu dulden, aber so richtig warm waren sie mit den rauen Gesellen nicht geworden. Obwohl sich die beiden anständig benommen hatten. Die Kopfgeldjägerin wäre wohl auch gar nicht in der Verfassung gewesen ordentlich Randale zu machen.

„Also, die besagte Ortschaft ist in einem Waldstück etwa drei Wegstunden östlich von hier gelegen. Ipfingen, heißt das Nest. Und wie es sich für eine anständige Hexe gehört, lebt sie noch abgelegener ein gutes Stück von dem eigentlichen Dorf entfernt. Man solle den Weg vor Ort erfragen, hat es geheißen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do März 22, 2018 1:07 pm

Selina lachte und Outis' Antwort. Immerhin schien er den Auftrag, beziehungsweise die Beschuldigung, ähnlich ernst zu nehmen wie sie. Irgendwie würde es der Kopfgeldjägerin ja etwas leid tun, wenn es sich bei der Sache wirklich nur um eine harmlose Frau handeln würde. Die meisten Leute, die solchen Beschuldigungen zum Opfer fielen, waren auch nur Außenseiter oder Andersdenkende, aber wer weiß, vielleicht würde es sich diesmal auch um ein wirklich unausstehliches altes Weib handeln, das es verdient hätte zu verschwinden. Das, oder noch besser, die Frau würde sich tatsächlich als ominöse Kräuterhexe  herausstellen. Plötzlich klang das Ganze wesentlich aufregender. Selina konnte sich zwar kaum vorstellen, dass ein einfaches Dorfweib das Potential zu Magie besaß, andererseits hatte damals wohl auch niemand erwartet, dass ein kleines Mädchen Ivonwests Wände durchschlagen könnte. Die Möglichkeit bestand also und Selina war immer bereit dazu einen Magier zu treffen, ob sie ihn nun töten müsste oder nicht, wäre ja ohnehin nicht das erste Mal.

"Der Notfallplan klingt auch gut.", antwortete sie mit einem Lächeln. "Und am Ende machen wir den Ort zu unserer Stadt. Dann müssen wir uns über keine teure Unterkunft in viel zu noblen Gasthäusern mehr Sorgen machen."
Der Gedanke klang zugegebenermaßen gar nicht einmal so schlecht. Warum war sie nie früher darauf gekommen sich irgendwo im nirgendwo niederzulsssen - ah, da lag das Problem: niederlassen. Selina brauchte stets ein Abenteuer, Kämpfe, große Reisen und dergleichen. Sich in Ruinen zu verschanzen war in dem Fall wohl nicht der beste Plan und plötzlich war Selina gar nicht mehr so stolz auf ihren Einfall. Dennoch: ein eigenes kleines Versteck, das nicht gerade Valerianas Burg war, zu haben klang gar nicht zu schlecht, besonders nicht, wenn man sich den Ort mit jemandem wie Outis teilen könnte. Er war ihr schon immer etwas sympathisch gewesen, aber gerade in den letzten Tagen, die sie - mehr oder weniger zwangsläufig - miteinander verbrachten, wuchs dieses Gefühl ständig. Zum ersten Mal seit Val und ihren Leuten hatte Selina das Gefühl, einen Freund gefunden zu haben. Ob Outis auch wirklich so zuverlässig wie ein wahrer Freund war, konnte sie noch nicht sagen, aber immerhin kümmerte er sich schon seit Tagen um sie und war dazu noch ein recht unterhaltsamer Geselle. Von der Verletzung, den daraus folgenden Schmerzen und der überteuerten Unterkunft mal abgesehen hatte sie die Zeit mit ihm doch irgendwie genossen.

"Am Rande der Stadt hier habe ich ein Pferd in den Ställen und -" Sie stoppte, als sie bemerkte, dass sie später auch noch für die Kosten der zusätzlichen Tage, die ihr Pferd nun dort verbracht hatte, aufkommen müsste. Der Ausflug an diesen Ort war bereits wesentlich teurer geworden, als sie sich anfangs erhofft hatte. Wenigstens war sie kein Mensch, der - anders als ihr Partner hier - besonders verschwenderisch mit Geld umging, also sollte die den Verlust innerhalb der nächsten paar Monate wieder eingebracht haben. Vielleicht sogar schneller, wenn die Dorfbewohner bei ihrem Hexenproblem bereit waren gut zu zahlen. "Jedenfalls, wir sollten schneller dort ankommen."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do März 22, 2018 11:04 pm

„Eine eigene Stadt, nicht schlecht!“ Selinas anfängliche Begeisterung schien durchaus ansteckend zu wirken. Obwohl, oder gerade weil sie nur von einer Ruinenstadt redeten. Das milderte den Störfaktor, den Menschenansammlungen nun einmal darstellten, gehörig ab. „Ich nehme an, wir wären darin wichtige und angesehene Leute. Outis, Kommandant der Stadtwache.“ Einer Einmannstadtwache wohlgemerkt, aber das hielt den Söldner nicht davon ab sich ordentlich in die Brust zu werfen. „Und Selina, Meisterin der Münze oder lieber oberste Verwalterin? Statthalterin?“

Doch ebenso wie auch die Kopfgeldjägerin, spann er den Faden nicht besonders weit. Nicht einmal Überlegungen zu einem Namen, für eine solche Stadt, stellte er mehr an. Das waren in erster Linie Träumereien, die ihm seinem Vorhaben, möglichst bald ein paar Münzen zu verdienen, kein Stück näher brachten. Er hatte kein Zuhause mehr gehabt, seit er Perlfurt und di Söldnereinheit hinter sich gelassen hatte. Und beidem trauerte er nicht nach. Nein, im Moment hatte er nicht vor sich häuslich niederzulassen, und Selina wohl ebenso wenig. Sie beide waren eher für ein Leben auf der Landstraße geschaffen. Voller Abenteuer und Gefahr.

Bei der Erwähnung des Pferdes nickte er, wenn auch nicht überschwänglich. Ein Reittier für die noch immer angeschlagene Kopfgeldjägerin würde ihre Reise sicherlich beschleunigen. Allerdings nicht sehr, denn es war lange her, dass sich der Schwertkämpfer zuletzt einen Gaul angeeignet hatte, und so würde er auf Schusters Rappen reisen. „Dann sollten wir das Ross wohl abholen, bevor sie dir noch mehr Hafer in Rechnung stellen.“ Mietstallbesitzer waren da alle gleich. „Oder hast du zuvor noch etwas anderes in der Stadt zu erledigen?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Apr 05, 2018 12:39 pm

Verwalterin, Stadthalterin...das hörte sich alles nicht sonderlich berauschend an. Mehr nach den Arbeiten, die Valeriana zu erledigen hatte und über die sich sich täglich bei ihrer Freundin beschwerte. Selina war ehrlich gesagt auch nicht besonders gut darin Dinge zu organisieren, oder Planung im Allgemeinen. Den Teil könnte auch gerne Outis bei ihrem Auftrag übernehmen. Er war ja auch schon so nett gewesen und hatte sich für die beiden in der Stadt umgehört, auch wenn der Hauptgrund dafür wahrscheinlich Selinas Verletzung war. Bei dem Gedanken an die Verletzung fragte sich Selina, wie gut sie denn überhaupt reiten konnte. Wirklich viel bewegen musste man sich dabei ja auch nicht, nur das Aufsitzen könnte sich als etwas schwierig erweisen.
Selina seufzte kurz. Normalerweise kannte man sie nur als die starke Kämpferin, die sie war und durch diesen einen Idioten in der Taverne war sie nun ständig auf Hilfe angewiesen. Nicht, dass sie Outis' Hilfe nicht wollte oder schätzte, aber etwas erniedrigend war es ja doch.

Als Antwort auf die letzte Frage schüttelte Selina den Kopf. "Nein, eigentlich will ich hier nur so schnell wie möglich weg. So lange an einem Ort zu bleiben macht mich noch ganz verrückt.", erklärte sie. "Ich würde auch vorschlagen, dass wir gleich ganz aufbrechen. Dann muss ich hier nicht noch eine weitere Nacht zahlen und mit etwas Glück bringt uns der Auftrag sogar genug Geld ein, dass wir damit weiterreisen können."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Apr 11, 2018 12:02 am

Wie erwartet wollte Selina weg aus der Stadt und auch Outis war nicht für ein sesshaftes Leben geschaffen. Er ging leicht versetzt vor der Kopfgeldjägerin und hielt seinen Arm so in die Seite gestützt, dass sie sich unauffällig einhalten könnte, sollte ihre Verletzung Probleme machen. „Dann machen wir es so. Wir sollten es heute bis in dieses Nest schaffen und dort genießen Hexenjäger hoffentlich Gastfreundschaft“, stimmte der Söldner zu, wobei er damit natürlich ausdrücken wollte, dass sie hoffentlich nichts für diese Gastfreundschaft würden bezahlen müssen.

Am Mietsstall angekommen ließ er dann Selina den Vortritt, postierte sich aber schräg hinter ihr und spielte mit ungeduldigen Fingern an seinem Schwertknauf, während er möglichst grimmig dreinblickte. Das war eine bewährte Verhandlungstaktik und in diesem Fall durchaus angebracht. Denn ihr Geschäftspartner, ein kleiner, untersetzter Wicht mit buschigen Augenbrauen, sah ganz so aus, als würde er unverschämte Strafgebühren verlangen, wenn man mal ein Pferd etwas länger als geplant bei ihm stehen ließ.

Als es um das Aufsitzen ging, das sich mit einer Verletzung seiner Erfahrung nach ein wenig heikel gestalten konnte, kam er der Kopfgeldjägerin ganz einfach zuvor. Kaum hatte ein Stallbursche das gesattelte Pferd herbeigeführt, saß Outis auch schon auf seinem Rücken. Mit einem nonchalanten Grinsen reichte er Selina die Hand um ihr dabei zu helfen sich hinter ihn zu setzen. Sie konnten sich immer noch umsortieren, wenn sie die Stadt mit ihren neugierigen Augen, denen ein Anzeichen von Schwäche auffallen könnte, hinter sich gelassen hatten.

Vor den Mauern erwarteten sie erst einmal weite, von Dornenhecken durchzogene Felder und Äcker. Sie mussten ein gutes Stück hinter sich legen, ehe sich allmählich immer mehr Waldstücke dazwischen mischten. Irgendwann übernahmen diese dann überhand. Ein sicheres Zeichen, dass sie sich ihrem Ziel näherten.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Mai 16, 2018 10:04 pm

Noch bevor sie das Gasthaus verlassen hatten, gab Selina den Schlüssel ab und bezahlte gleichzeitig für das Frühstück der beiden. Sie trug noch genug Erspartes bei sich, dass sie die nächsten Tage nicht ums Überleben ringen müsste, aber ihr Geldbeutel war eindeutig leichter geworden als er es vor einigen Tagen noch gewesen ist und das gefiel ihr so gar nicht. Eigentlich war sie auch kein Mensch, der gerne im Luxus lebte und leichtsinnig mit Geld umging. Sie fand es lediglich etwas schade, die schwer verdienten Münzen jetzt einfach so verloren zu haben, weil sie durch einen dummen Zufall angegriffen wurde und die nächstbeste Unterkunft dieses unnötig teure Gasthaus gewesen ist. Wie auch immer...

Die Verhandlung im Mietstall verlief etwa genauso wie erwartet: man war sichtlich unerfreut darüber, dass die Kopfgeldjägerin erst jetzt aufgetaucht war und drückte ihr deshalb gleich höhere Gebühren auf, aber immerhin ließ sich noch ein akzeptabler Preis vereinbaren und der Hengst wurde ihr doch recht schnell zurückgegeben, was wahrscheinlich auch an Outis' feindseliger Ausstrahlung lag. Kaum war der Stallbursche verschwunden, um das Pferd zu holen, drehte sich Selina mit einer Mischung aus einem dankenden und gleichzeitig amüsierten Blick zu ihrer Begleitung um.

"Oi, du willst doch nicht etwa versuchen, meinen Hengst zu reiten?", fragte sie neckend. "Der ist nicht allzu leicht im Umgang.", warnte sie, aber saß trotzdem auf, als Outis ihr seine Hand anbot und bestand nicht darauf, selbst zu reiten. Sie war allerdings sehr gespannt darauf, wie sich der Söldner wohl anstellen würde. Konnte er tatsächlich gut reiten, oder wollte er ihr gerade nur imponieren? Selina jedenfalls konnte eine kleine Pause, die sie auf Pferdinands Rücken verbringen konnte, wirklich gebrauchen. Ihre Verletzung war zwar schon sehr weit verheilt, aber vor einem Auftrag Kräfte zu sammeln, statt zu versuchen einen Hengst zu zügeln, klang doch etwas vernünftiger.

Der Weg fühlte sich auch tatsächlich sehr gut an. Selina war froh, dieses Kaff, in dem sie die letzten Tage festgesteckt haben, endlich hinter sich lassen zu können. Die Zeit mit Outis war zwar nett gewesen, aber ein anderer Ort wäre ihr vielleicht doch lieber gewesen. Etwas schade, dass die beiden sich wahrscheinlich nach diesem Auftrag, oder zumindest nicht viel länger danach, schon trennen würden. Bei dem Gedanken lehnte sich Selina etwas weiter vor und statt sich wie zuvor normal am Söldner festzuhalten, verschränkte sie nun ihre Arme vor seiner Brust und zog ihn so in eine Umarmung. Irgendwie wollte sie ihn ja doch nicht so einfach hergeben.
"Ich denke, wir sind bald da.", bemerkte sie, während sie sich weiter an ihn anschmiegte und dazu Ausschau nach jeglichen Schildern, die auf ein gewisses "Ipfingen" hindeuten würden, hielt.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Mai 18, 2018 4:17 pm

„Ich wäre auch enttäuscht gewesen, wenn du einen handzahmen Ackergaul dein Eigen genannt hättest“, bemerkte Outis und klang dabei wohl selbstsicherer, als er sich fühlte. Die Kunst des Reitens war ihm zwar keineswegs fremd, aber er war während seiner durchwachsenen Karriere häufiger auf Schusters Rappen unterwegs gewesen, als auf dem Pferderücken. Diese Biester waren mindestens ebenso flüchtig wie Dolche, Stiefel und das liebe Gold.

Und bei den Göttern, dieser Hengst hatte tatsächlich Feuer in den Venen. Es war wohl einzig und allein die vertraute Gegenwart seiner Herrin, die das Tier davon abhielt die Reitkunst des Söldners tatsächlich auf die Probe zu stellen. Und auch so konnte es sich Outis nicht erlauben irgendeine Form von Schwäche zu zeigen. Mit starker Hand und kräftigen Schenkeldruck gelang es ihm das Ross weit genug unter Kontrolle zu halten, um der verletzten Selina einen halbwegs erträglichen Ritt zu ermöglichen.

„Ja leider“, erwiderte er, als die Kopfgeldjägerin darauf hinwies, dass sie bald da sein würden. Ihm war nicht entgangen, wie nahe sie sich während des letzten Wegstückes an ihn geschmiegt hatte und wenn es noch ihm gegangen wäre, hätte es noch eine ganze Weile so weitergehen können. Die gemeinsame Zeit im Wirtshaus hatte ein gewisses Gefühl der Verbundenheit in ihm aufkommen lassen. Vielleicht war es deshalb so schnell gegangen, weil er nicht daran gewöhnt war, sich um jemand anderen als sich selbst zu kümmern. Und der Gedanke, dass ein schneller Abschluss dieses Abenteuers wahrscheinlich auch ein schnelles Ende ihres gemeinsamen Wegstückes nach sich ziehen würde, stimmte den Schwertkämpfer nachdenklich.

Inzwischen hatte Outis genug Vertrauen in Pferdinand gefasst, dass er es ganz unbewusst wagte die Zügel in eine Hand zu nehmen, um die so freigewordene andere Hand auf einen der Arme, die um seine Brust geschlungen waren, zu legen. Schon bald darauf waren zwischen den Blättern der Bäume hindurch die Dächer des mutmaßlichen Ipfingens zu erkennen. Und ein Pfad, der vom Hauptweg abzweigte und in dichteres Gehölz führte, war mit einem Schild markiert, das von der unbeholfenen Darstellung eines Totenkopfes geschmückt war. „Ob uns der Künstler damit etwas sagen wollte?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Sa Mai 19, 2018 8:15 pm

Outis schien wohl genauso begeistert davon zu sein, dass sich beide wahrscheinlich schon sehr bald trennen müssten. So war sie bei ihrem Gefühl also wenigstens nicht allein. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht, als der Söldner die Umarmung in gewisser Weise erwiderte. Wenn es nach ihr ginge, hätten sie noch ewig so weiterreiten können, aber die Gebäude, die man schon langsam durch das Gebüsch erkennen konnte, ließen darauf schließen, dass das Dorf nicht mehr weit entfernt war.

Selinas Blick blieb ebenfalls kurz auf dem Schild, das in den dunkleren Wald deutete, hängen. Neben der Zeichnung stand keine weitere Botschaft, oder ein Name daran - zumindest hatte Selina aus der Entfernung keine erkennen können. "Die Dorfhexe scheint es wohl ernst zu meinen.", antwortete sie. Dann würde es sich vielleicht doch nicht unbedingt um eine harmlose alte Frau handeln... Plötzlich war Selinas Neugierde wieder geweckt. Ob sich im vermeintlichen Hexenhaus wohl Dinge befinden würden, die Selina irgendwie für ihre Magie weiterverwenden könnte? Normalerweise war sie selbst nicht der typische Schüler, aber sie hatte immer noch das Gefühl, dass sie ihre Gabe etwas weiter ausbauen könnte. "Vielleicht wird unser kleiner Ausflug hierher doch etwas spannender als gedacht."

Als die beiden letztendlich das Dorf betreten hatten und durch die Straße, von der sie gekommen waren, auf einer Art Dorfplatz gelandet waren, löste sich Selina wieder etwas von Outis und deutete ihm an, etwas langsamer zu reiten, wenn nicht sogar abzusteigen. Der Platz war nicht viel mehr als ein etwas größeres Stück abgetretene Erde, bei der man sich sogar die Mühe gemacht hatte, diese mit Baumrinde zu überdecken und Selina versuchte gleich das Haupthaus zwischen den umliegenden Gebäuden auszumachen. Die beiden Außenseiter hatten allerdings schon seit ihrer Ankunft die Aufmerksamkeit der Bewohner auf sich gezogen und der ein oder andere neugierige Blick fiel in ihre Richtung. Es konnte also vielleicht auch nicht zu verkehrt sein, einfach die Menge nach dem Auftrag zu befragen. Immerhin schien diese Hexe ja Auswirkungen auf das ganze Dorf zu haben.
Selina stieg ab und wandte sich einfach an die nächste kleine Gruppe, die sich auf dem Platz gebildet hatte. "Hier sucht jemand nach Hexenjägern?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Mai 19, 2018 8:52 pm

„Das Dorf“, bemerkte Outis mit dem Enthusiasmus eines Sterbenden. Doch Selina hatte durchaus Recht. Immerhin versprach ihr Abenteuer aufregender zu werden, als sie zwischenzeitlich befürchtet hatten. Und sollte es danach wie befürchtet zum Abschied kommen, musste das keineswegs ein unmittelbarer sein. Es gab bittersüße Wege das unvermeidliche hinauszuzögern.

Bei den schäbigen Hütten, die hier wohl unter der Bezeichnung „Häuser“ liefen, angekommen, folgte Outis dem Wink der Kopfgeldjägerin und ließ sich vom Pferderücken gleiten. Eigentlich war er ja gar nicht qualifiziert zu spotten. Denn die wenige Zeit, die er überhaupt ein Dach über dem Kopf gehabt hatte, waren die Quartiere nicht ansehnlicher gewesen, als das, was dieses Kaff zu bieten hatte.

Wie es wirkte, dass er nun neben Pferdinand herlief, störte den Söldner wenig. Vermutlich sah man in ihm eher den Lakaien einer berittenen Herrin, als den Gentleman, der der Dame das Reittier überlassen hatte. Aber das lag auch näher an der Wahrheit. Und er war daran gewöhnt als so einiges aufzutreten, wenn die Bezahlung stimmte. Ob Schläger, Leibwächter oder Krieger, spielte das unterm Strich denn wirklich eine Rolle?

Und auch Selina spielte ihren Part. Hexenjäger, nicht schlecht. Auch die Dorfbewohner schienen von der Selbstverständlichkeit, mit der sie das gesagt hatte, durchaus beeindruckt zu sein. Natürlich gaben sie sich Mühe einen skeptischen Eindruck zu wahren. Aber es lag zu viel echte Neugierde in ihren Blicken, als dass der glaubhaft rübergekommen wäre.

Einige Augenblicke lang hielt dieses gegenseitige Taxieren an, dann sahen die Einheimischen ein, dass das Anfangsmoment auf Seiten der Fremden war. „Ihr redet wohl am besten mit Ulrich“, sagte ein alter Knabe und deutete mit einer Kopfbewegung auf eine Hütte, die etwas größer und weniger schäbig als die übrigen war.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Mai 21, 2018 11:24 pm

Selinas Blick fiel auf das Haus, auf das der Dorfbewohner deutete. Ah, das war wohl das Gebäude, das sie vorher gesucht hatte. Je nachdem in welcher verrückten Gemeinde man sich hier befand war dies wohl entweder das Haus des Bürgermeisters, eines Händlers, oder im schlimmsten Fall das eines Klerikers. Mit der Kirche hat sich Selina nie sonderlich gut verstanden - wie mit allen anderen größeren Organisationen mit etwas Autorität auch - aber in Karatina sah man diese zum Glück eher selten. Die meisten Leute waren anscheinend dem Aberglauben verfallen, wie sich hier zeigte.

Selina nickte als Antwort und ging gleich auf die Hütte zu. Dabei nahm sie Pferdinand mit sich und band ihn am nächstbesten Zaun an. Wirklich stabil sah dieser nicht aus, weshalb sich der Hengst wohl leicht davon losreißen könnte, wenn er wollte, aber es ging Selina eh hauptsächlich darum, dass er nicht einfach frei im Wald herumwandern würde. Wer wusste, wie schwer man ihn wiederfinden würde.
Eine junge Frau sprang aus der Menge heraus und bestand darauf die beiden Außenseiter zum besagten Ulrich zu begleiten. Vielleicht wollte sie sich gerne wichtig fühlen, war einfach nur hilfreich, oder sie konnte tatsächlich bei dem Thema um die Hexe mitreden, was natürlich am nützlichsten wäre. Eigentlich wollte Selina sich nicht gerne helfen lassen, aber falls doch letzteres zutraf, ließ sie das Mädchen mitgehen. Konnte wahrscheinlich auch nicht schaden jemanden zu haben, der einen beim Oberhaupt, oder wer auch immer Ulrich war, ankündigte.

"Wird Zeit, dass sich mal jemand um die kümmert." Die Kopfgeldjägerin drehte sich erneut um, als jemand aus der Menge zu ihnen rief. Sie schenkte der Bemerkung aber nicht allzu viel Beachtung. Allerdings ärgerte sie sich kurz über die Dorfbewohner. Sie waren ein ganzes Dorf und nicht wenige schienen unter der angeblichen Hexe zu leiden. Warum nahmen sie die Dinge denn nicht einfach in eigene Hand und lösten das Hexenproblem selbst. Sollte ja nicht allzu schwer sein, als Mob eine einzige Hütte zu umzingeln und ihre Bewohnerin zu stellen.
Aber das sollte nicht weiter Selinas Sorge sein. Immerhin gab es jetzt einen Auftrag für sie und ein Auftrag bedeutete wiederum Bezahlung.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di Mai 22, 2018 12:19 am

Outis musterte das Mädchen, das ihnen helfen wollte, misstrauisch. „Die ist bestimmt auf Trinkgeld aus“, raunte er Selina zu. Vielleicht sagte er das, weil er sich damit auskannte. Er hatte schon so einiges getan, weil er vage auf ein paar Münzen gehofft hatte. Oder er schloss einfach nur von sich auf andere. Wie dem auch sei, es war nicht sein Problem. Er hatte gar kein Geld, das er der Frau hätte geben können.

Und bei der Hütte Ulrichs, der wohl Dorfvorsteher oder etwas in die Richtung war, angekommen, erwies es sich als klug, dass sie die junge Frau mitgenommen hatten. Sie ging so vertraut mit dem untersetzten Hausherren mittleren Alters um, dass es sich bei ihr höchstwahrscheinlich um dessen Tochter handelte. Und das lockerte die Atmosphäre in der eher bescheiden und rustikal eingerichteten Stube ziemlich auf.

„Die Beiden sind gekommen, um uns zu helfen. Echte Hexenjäger!“, plapperte sie darauf los, ehe Selina oder Outis auch nur die Gelegenheit gehabt hätten, sich vorzustellen. „Hmpf“, sagte Ulrich dazu. Er war viel besser als die übrigen Dorfbewohner darin sich unbeeindruckt zu geben. Darum war er wohl ihr Anführer. „Echte Hexenjäger also? Welche, die nicht mit eingesch*** Hosen davonrennen, wenn sie einer echten Hexe begegnen, wie es die letzten echten Hexenjäger, die wir hier hatten, getan haben? Die Dienste solcher echten Hexenjäger könnten wir hier in der Tat gebrauchen.“

„Jetzt lass doch diese Spielchen Papa!“, rief das Mädchen und zerstreute damit auch noch Outis letzte Zweifel an den Verwandtschaftsverhältnissen. „Mama stirbt uns, wenn nicht bald etwas geschieht!“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Mai 22, 2018 11:01 pm

Selina stellte sich dicht an Outis, sodass man sie beide leichter als gleichgestellte Partner ansehen könnte und nicht einer von beiden untergehen würde so wie sie eben das Gefühl gehabt hatte. Eigentlich stand Selina sonst immer gerne im Mittelpunkt, aber diesen Auftrag wollten sie immerhin beide zusammen erledigen, also sollte Outis mindestens genauso viel Beachtung dafür erhalten.
Aber wirklich beachtet wurden sie von Ulrich wohl nicht. Dieser war sichtlich unbegeistert von den beiden Kopfgeldjägern, oder besser gesagt Hexenjägern, für die man sie nun hielt. Dabei hatte Selina sich doch gar nicht als "echten" Hexenjäger vorgestellt. Wie dem auch sei, mit dem Titel konnte sie leben und zudem war er auch noch wahr, weshalb sie nicht wenig beleidigt auf Ulrichs Spott reagierte. Wenn er nur wüsste, wie viele Hexen sie bereits auf dem Gewissen hatte! . . . Zwei, es waren ganze zwei. Gut, das war vielleicht nicht genug um sich mit einem neuen Titel schmücken zu können, aber wahrscheinlich immer noch mehr als der gewöhnliche Bauer zu Gesicht bekommen würde, geschweige denn töten könnte.

Gerade wollte sie sich lautstark beschweren, da wurde sie von dem Mädchen, das sie begleitet hatte und sich als Ulrichs Tochter herausstellte, unterbrochen. Aha, es standen also ganze Leben auf dem Spiel. Jetzt wurde Selina wieder neugierig, vor allem deswegen, weil immer noch nicht feststand, dass die Hexe überhaupt an all den Leiden der Dorfbewohner Schuld hatte. Sollten sie die Hexe töten, aber würden die Leute hier trotzdem weiter unter Flüchen leiden, war es nicht unwahrscheinlich, dass sich jemand bei den "Hexenjägern" beschweren wollte und das konnte Selina auch so gar nicht gebrauchen. Es war zwar unwahrscheinlich, dass einer der Dorfbewohner sowohl Outis als auch Selina nach der Sache hier finden könnte, aber man konnte ja nie wissen...

"Gut, das ganze scheint euch ja wirklich am Herzen zu liegen...", begann Selina und hob dabei die Hände. "...aber es würde uns wahrscheinlich sehr weiterhelfen, wenn ihr uns berichten könntet, womit wir es hier überhaupt zu tun haben. Inwiefern hat die Hexe euch geschadet?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Mai 23, 2018 10:33 pm

„Ist ja schon gut“, gab Ulrich nach. „Aber wir können trotzdem nicht mehr als das, was wir bereits ausgesetzt haben, bezahlen. Echte Hexenjäger hin oder her. Das ist schon alles, was wir zusammenkratzen konnten. Und wir bezahlen nur im Erfolgsfall. Keine Vorkasse!“

Jetzt, nachdem der das losgeworden war, sah man dem untersetzen Mann an, wie schwer es ihm gefallen sein musste den knallharten Verhandlungspartner zu spielen. Vor allem in Anbetracht der in seinen Augen offenbar recht ernsten Lage. „Na dann kommt mal mit.“

Er führte seine Gäste zu einem Raum, der, wie wohl jeder andere in der Hütte, direkt an die Stube anschloss. Als er die Tür öffnete, hielt Outis Selina an der Hand zurück, obwohl es vermutlich unnötig gewesen wäre. Sie war eine Frau, die wohl ähnliche Erfahrungen wie er gemacht hatte. Hier roch es nach nahendem Tod, Siechtum und Pestilenz. Eine Mischung, die der Söldner besser kannte, als ihm lieb war. Sich solchem Miasma auszusetzen war nicht ungefährlich.

„Schwindsucht“, diagnostizierte der Schwertkämpfer laienhaft, mit einem Blick durch die offene Tür. Auf ihrem Sterbebett lag eine bis auf die Knochen abgemagerte blasse Frau, der ihr trockener Husten die letzte Kraft zu rauben schien. Die Krankheit hatte so tiefe Furchen in ihr Gesicht getrieben, dass sie unsagbar alt, beinahe zeitlos, wirkte. „Das soll der Fluch der Hexe sein?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Mai 24, 2018 4:00 pm

Na immerhin ließ Ulrich jetzt etwas besser mit sich reden. Dass sie nicht mehr zahlen konnten, als auf dem Steckbriefen stand, war Selina egal. Es war sowieso nicht mehr ausgemacht gewesen und der Kopfgeldjägerin ging es im Moment auch nur darum, irgendeine Beschäftigung zu haben, bei der man sich ein wenig dazu verdienen konnte.

Still trottete sie hinter den beiden Dorfbewohnern her, bis sie von Outis aufgehalten wurde. Etwas irritiert drehte sie sich zu ihm um, guckte erst auf seine Hand und dann in sein Gesicht, um deuten zu können, was diese Aktion eben zu bedeuten hatte.
Als ihr Blick anschließend in den Raum fiel, war sie ihm aber doch etwas dankbar, sie zurückgehalten zu haben. Die Frau, die darin lag, sah kreidebleich aus und ihr würden wohl nicht mehr als ein paar Wochen bleiben. So weit wie die Krankheit fortgeschritten war, war es nicht unwahrscheinlich, dass man sich selbst anstecken konnte, wenn man der Frau zu nahe kam.

Eine Weile lang hing Selinas Blick an der Kranken, bis sie sich wieder langsam zu Outis umdrehte und meinte: "Kann ich dich mal kurz sprechen?"
Ohne Vorwarnung schob sie ihn an beiden Schultern aus der Reichweite der beiden anderen Anwesenden und begann anschließend in gesenkter Stimme zu sprechen.
"Sie wird sterben, egal was wir machen, so funktioniert Magie nicht! Selbst wenn wir ihnen den Kopf der Hexe bringen, wird das die Frau nicht retten und wer weiß, wer am Ende alles sein Geld zurückverlangt." Kurz durchfuhr Selina der Gedanke, die Frau vorher unauffällig zu töten. So hatten sie keine Krankheit, die magischerweise geheilt werden musste und nur noch mehr Gründe, die Hexe zu verfolgen. Allerdings verwarf sie diesen gleich wieder. Am Ende würde es wahrscheinlich nur noch mehr Probleme aufwerfen. "Was schlägst du vor?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Mai 24, 2018 11:55 pm

Outis ließ sich widerstandslos von Selina in eine Ecke manövrieren, in der sie ungestört miteinander sprechen konnten. „Lange werden sie nicht die Gelegenheit haben, etwas von uns zurückzufordern“, gab er zu bedenken. „Aber dass sie keine Vorkasse zahlen wollen, gefällt mir nicht. Ich will nicht in ein oder zwei Tagen hierher zurückkehren. Bis dahin könne eine ausgewachsene Seuche hier wüten.“

Hier im Ort abzuwarten war aber noch weniger zu empfehlen. War es eine gute Idee auf Hexenjagd zu gehen, während ihre Auftragsgeber von Tag zu Tag weniger wurden? Die Hausherrin war gewiss nicht die einzig kranke Person hier. Wie viele Leute wohl schon hinter verschlossenen Türen dahinsiechten? „Die Toten brauchen kein Gold, aber es bleiben immer ein paar übrig“, dachte der Söldner laut nach. Oder zumindest laut genug, dass Selina ihn hören konnte. Für die einheimischen Ohren waren die Worte nicht bestimmt. Begeistert wirkte er nicht von seiner eigenen Andeutung. Wie ein Aasgeier auf seinen Anteil an der Beute zu warten, war eigentlich nicht seine Art.

„Wie viel Leute sind den bereits von ‚dem Fluch‘ betroffen?“, wandte er sich nun doch wieder an die Dorfbewohner. Etwas mehr Informationen konnten bei der Entscheidungsfindung gewiss nicht schaden. „Gestern waren es zweiundsechzig“, erwiderte Ulrich. Das waren viele, wenn man bedachte, dass das Dorf vielleicht aus fünfzig Hütten bestand. Vermutlich war das der Grund dafür, dass sich die Leute auf den Straßen zu Grüppchen zusammengescharrt hatten, anstatt auf Feldern herumzulaufen, oder was Dorfbewohner sonst so machten. Angst brachte die Menschen zusammen. Und Gesellschaft und Nähe waren genau das Richtige, wenn eine Seuche umging…
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Mai 25, 2018 12:30 am

"Wir werden doch sicher auch nicht länger als einen Tag brauchen, um eine alte Hexe zu erledigen.", konterte Selina. Ja, der Auftrag klang mittlerweile wesentlich weniger schön, aber sie hatte auch keine Lust, sich in entfernten Städten nach anderer Arbeit umzuhören. Jetzt waren sie schon hier und jetzt wollte Selina die Sache auch durchziehen.
Und wie Outis bereits sagte: lange wollte auch sie nicht im Dorf bleiben. Da blieb wohl nichts besseres übrig, als alles schnell hinter sich zu bringen.
"Und selbst wenn das ganze Dorf zugrunde gehen würde. Ich will ganz sicher nicht deren verseuchte Häuser durchsuchen - ganz abgesehen davon, dass es noch Monate dauern könnte, bis jeder dahin ist." Outis schien allerdings auch nur wie sie eben zu überlegen, ohne wirklich mit einem der Einfälle zufrieden zu sein. Wenigstens bedeutete das also, dass sie ihn nicht davon abbringen müsste.

Eine gute Entscheidung seinerseits, etwas genauer nachzufragen was die Seuche betraf. Selina wäre wahrscheinlich auch früher oder später darauf gekommen, aber jetzt hing sie noch so in Überlegungen über eine Lösung fest... Die Kopfgeldjägerin wurde allerdings sofort aus ihren Gedanken gerissen, sobald Ulrich geantwortet hatte. Zweiundsech- Ihre Augen weiteten sich und am liebsten hätte sie sich gerade mit der Hand ins Gesicht geschlagen. Das war es: sie würde dieses Dorf niederbrennen und nie wieder zurückkehren. Dass Geld war ihr jetzt auch egal. Vielleicht konnte sie sogar eine nützliche Verbündete in der angeblichen Dorfhexe finden, aber die üblichen Bewohner konnte man ja so gut wie vergessen. Wer ließ denn eine Seuche sich nur so weit ausbreiten, ohne irgendetwas dagegen zu unternehmen - etwas anderes, als die Krankheit auf die olle Dame im Wald zu schieben natürlich - ?
Mit einem nervösen Lächeln drehte sie sich wieder zu ihrem Partner um. "Sicher, dass wir nicht einen der anderen Aufträge annehmen wollen?", flüsterte sie ihm entgegen. Andererseits wollte sie Ulrich doch auch beweisen, dass sie sich nicht einfach von einer "Hexe" und ihren "Flüchen" abhalten ließ - sie war doch ein echter Hexenjäger! Verdammt, die Situation war wirklich sehr knifflig.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Mai 25, 2018 12:56 am

„Ich weiß es nicht, ich habe noch nie eine Hexe erledigt“, gestand Outis mit einem Schulterzucken. „Und wenn wir mit dem Plündern ein oder zwei Wochen warten würden, nachdem sie alle zugrunde gekommen sind, ginge das schon“ Da sprach der Söldner wohl aus Erfahrung. Das Handwerk hatte auch seine unschönen Seiten. Streng genommen hatte es hauptsächlich unschöne Seiten. Aber dazu würden sie eine gefühlte Ewigkeit irgendwo ausharren müssen. Andererseits: Wäre es so schrecklich sich für eine gefühlte Ewigkeit mit Selina im Wald zu verkriechen? Der Schwertkämpfer verscheuchte den wenig professionellen Gedanken mit einem Kopfschütteln, aber für einen kurzen Augenblick war der Blick, den er seiner Gefährtin zugeworfen hatte, recht eindeutig gewesen.

In den Augen der Kopfgeldjägerin spiegelte sich wieder, was auch Outis beim Klang der Zahl Zweiundsechzig dachte. Er kam nicht oft in die Verlegenheit so weit rechnen zu müssen, und konnte sich daher nicht auf Anhieb etwas darunter vorstellen, aber alleine das sagte schon einiges aus. „Ich denke, dass wir uns mit der Hexe unterhalten sollten“, meinte der Söldner auf Selinas Frage hin. Wenn die alte Frau wirklich dazu in der Lage war ein ganzes Dorf dahinzuraffen, sollten sie das höflich tun. Aber er traute sich wetten, dass ein Gespräch mit ihr interessanter war, als eines mit allen Ulrichs dieser Welt.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Mai 25, 2018 1:50 pm

"Ich meine, ich würde ja wirklich gerne so viel Zeit mit dir verbringen, aber ich habe noch andere Verpflichtungen. Ich muss bald schon wieder in Richtung Blausee." Und schon wieder wurde Selina daran erinnert, dass sie in der Burg Shion wieder ein langweiliger Alltag erwarten würde. Zwar war sie auch gerne bei Valeriana und eine feste Anstellung zu haben war auch nicht unbedingt schlecht, aber trotzdem gab es manche Tage, an denen Selina einfach lieber frei in der Welt umherreisen würde - oder eben wochenlang mit einem Söldner mit chronischer Geldknappheit in einem Wald ausharren würde. Es störte sie noch mehr, dass es es wahrscheinlich auch nicht zu leicht war, Outis wiederzufinden, sobald sich sich die beiden getrennt hatten. Es war purer Zufall gewesen, dass sie vor ein paar Tagen in der gleichen Schenke gelandet waren. Wer wusste, wie lange man brauchen würde bis man sich das nächste mal wieder rein zufällig sah. Es wäre ja etwas anderes gewesen, wenn die beiden in ständigem Briefkontakt bleiben könnten, aber Outis konnte ja leider nicht mehr als seinen eigenen Namen schreiben. Selina seufzte leise, als sie erkannte, dass sie sich wohl damit abfinden musste, dass diese Treffen eine Seltenheit waren.

Selina nickte als Antwort auf Outis' Vorschlag. Wirklich keine schlechte Idee, die Dorfbewohner vorerst zurückzulassen und die Hexe aufzusuchen. Sie fragte sich ja, was die Frau im Wald nur angestellt haben musste, um alleine den ganzen Hass der Bewohner auf sich gezogen zu haben. Ob sie überhaupt eine echte Hexe war? Selina konnte sich nicht vorstellen, dass jemand mit der Macht eines Magiers sich einfach so zurückziehen und das Dorf in Ruhe lassen würde. Selina hätte bei den Beschuldigungen schon so das eine oder andere Haus niedergerissen.
"Soll euch jemand zu ihrer Hütte begleiten?", mischte sich Ulrichs Tochter, die Outis wohl gehört haben musste, ins Gespräch mit ein.
Selina drehte sich mit einem gezwungenen Lächeln, das aber doch überraschend freundlich wirkte, um. "Nein danke, wir haben den Weg zu ihr schon bei der Ankunft gesehen." Eigentlich wollte sie nur etwas alleine mit Outis sein und nicht von einem der seltsamen Dprfbewohner begleitet werden. Außerdem gab es dann womöglich einen Zeugen mehr zu beseitigen, sollte die Begleitung Selina beim zaubern sehen, falls dies nötig wäre. So sehr wie das Dorf auf Hexenjagd aus war, sollte sie ihre Kräfte vorerst wohl nicht offenbaren.
"Am Besten sorgt ihr gleich dafür, dass nichts von ihr und  ihrem Teufelswerk übrig bleibt!", fügte nun auch Ulrich dazu.
"Nur passt auf euch auf. Ihr Fluch hat schon so viel Leid über uns gebracht. Das muss euch nicht auch noch geschehen."
'Ich denke, ich werde noch mehr leiden, je länger ich unter einem Haufen Pestkranker weilen muss.', dachte sich die Kopfgeldjägerin, während sie von der Tochter wieder zurück zur Eingangstür begleitet wurde. "Also, bist du bereit auf Hexenjagd zu gehen?", fragte sie Outis rhetorisch und hatte dabei schon die Hand am Türgriff.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Mai 26, 2018 9:51 pm

„Ja, ich muss auch bald wieder…“ setzte Outis an, ohne jemals auszusprechen was er bald musste. Im Moment wusste er das auch noch gar nicht. Aber ehe man sich versah, passierte wieder irgendetwas, das irgendetwas anders bedingte. Bei ihm war es meist so, dass er aus Dummheit, Übermut oder einer Kombination aus beidem fast alles, was er besaß, verlor und irgendwas tun musste, das er sonst vielleicht nicht getan hätte, um wieder über die Runden zu kommen. Und bei Selina war es eben so, dass sie nach Blausee musste, wo auch immer das war. Der Lauf der Dinge.

Umso wertvoller war die gemeinsame Zeit, die blieb. Daher war der Söldner auch erleichtert, als die Kopfgeldjägerin es ablehnte sich von einem fünften Rad am Wagen begleiten zu lassen. Die Frage, ob er zur Hexenjagd bereit sei, beantwortete er mit einem schlichten Nicken. Ungefähr so, als würde er solche Fragen fast täglich gestellt bekommen. Mit einer flüchtigen Abschiedsgeste an die Dorfbewohner folgte er Selina nach draußen und atmete erleichtert auf, als sie wieder frische Luft um sich hatten.

Wie selbstverständlich band der Pferdinand vom windschiefen Zaun los und half seiner Begleiterin dabei aufzusteigen. Und er schaffte es das zu tun, ohne das kleinste bisschen unterwürfig zu wirken. Mit einem alten Söldnerliedchen auf den Lippen ging es den Weg zurück, den sie gekommen waren. Outis hielt dabei problemlos mit dem Ross, das von seiner Reiterin nicht angespornt wurde, mit. Die dritte Strophe hatte er gut getimed, denn sie waren gerade außer Reichweite des Dorfes, als es hieß: „Die Pest holt eure Seelen, wir holen euer Gut. Wir nehmen ohne zu stehlen, denn ihr seid ja alle tot…“ Eine Weile später erreichten sie dann das Schild mit dem Totenkopf und der Schwertkämpfer unterbrach seinen Gesang.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Sa Mai 26, 2018 11:40 pm

Selina hätte wohl nichts dagegen gehabt, den Weg bis zur Einmündung in den Wald zu laufen, rebellierte allerdings auch nicht, als ihr der Söldner aufhelfen wollte. Der Schulter schien es mittlerweile wieder besser zu gehen - entweder das, oder Selina hatte sich einfach an den Schmerz gewöhnt - denn mit einem leichten Schwung saß sie bereits auf und führte den Hengst so den Weg aus dem Dorf heraus, immer im Schritt, damit Outis auch problemlos mithalten konnte.

Sie konnte ein Lächeln nicht unterdrücken, als sie Outis singen hörte. Es freute sie immer wieder, jemanden zu treffen, der ähnlich musikalisch war wie sie. Nach etwa einer Strophe hatte sie den Aufbau auch ungefähr verstanden und begann ebenfalls mitzusummen. Wie passend der Text auch war...fast etwas ironisch.
"Ich mag deine Stimme.", meinte sie, als Outis aufgehört hatte und neigte ihren Kopf dabei lächelnd zur Seite. "Tenöre bekommen immer die besten Stimmen im Chor..." Vorsichtig stieg sie wieder von Pferdinand herunter und behielt die Zügel in der Hand, weil sie im Moment nicht so recht wusste, was sie jetzt machen sollte.
Eine Weile lang starrte sie in das dunkle Waldstück, in das der kleine Pfad zu führen schien.

"Also gut...wir wollen mit ihr reden. Mal angenommen, es handelt sich bei der Sache wirklich um eine feindselige Hexe: sollten wir sie einfach töten, die Belohnung kassieren und hoffen, dass jeder stirbt, bevor er das Geld zurückverlangen kann? Oder...was sonst?"


Zuletzt von Selina am So Mai 27, 2018 12:36 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am So Mai 27, 2018 12:25 am

„Aber ich bin Bariton“, behauptete Outis sofort etwa eine Quint unter seiner eigentlichen Tonlage. Dass er diese Angewohnheit in Selinas Gegenwart inzwischen eigentlich abgelegt hatte, zeigte wie sehr er sie akzeptierte. Seine „männliche Baritonstimme“ gehörte schließlich zu einem Schutzpanzer, den er sich als Heranwachsender in einer Söldnerhorde zugelegt hatte, um zumindest halbwegs für voll genommen zu werden. Da hatte es für ihn kaum eine Bedeutung, dass er damit auf andere bisweilen eher albern wirkte.

Die Frage was der Reserveplan war, wenn es nicht klappte einfach mit der „Hexe“ zu reden, oder wenn das Gespräch einfach nicht zielführend war, also keinen erkennbaren Vorteil versprach, war durchaus berechtigt. „Klingt nach einem Plan“, stimmte er zu. „Und es reicht, wenn wir weit genug kommen, ehe sich die Überlebenden von der Krankheit erholen.“

Obwohl der Plan mehr Lücken als belastbare Elemente aufwies, war ihnen beiden klar, dass sie hier an der Abzweigung keine Besser Möglichkeit finden würden. Dazu hätten sie mehr Informationen gebraucht. Und solche schien es in dem Dorf nicht zu geben. Und selbst wenn, hatten sie keine Lust zwischen all den Schwindsüchtigen danach zu suchen. Also blieb ihnen nichts anderes übrig, als sich die Hinweise vor Ort zu holen und spontan darauf zu reagieren. Etwas das er Selina durchaus zutraute.

Deshalb war er auch relativ entspannt, als sie den von den Bäumen in tiefe Schatten getauchten Weg zum Hexenhaus einschlugen. Dennoch verzichtete er jetzt auf Gesang. Nicht weil er mit seiner eigentlichen Singstimme ertappt worden war, sondern weil ein Liedchen der Situation unangemessen schien.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Mai 27, 2018 1:28 am

"Natürlich bist du das.", grinste Selina und stieß Outis dabei in die Seite. Sie war trotzdem etwas erstaunt darüber, dass er seine Stimme so weit verstellen konnte.
Die Kopfgeldjägerin inspizierte das Schild, auf dem der Totenkopf aufgemalt war, und fand irgendwie eine Möglichkeit, das Pferd daran anzubinden. Sie ging nicht davon aus, dass sich jemand auf diese Straße verirrte, also sollte sie wohl auch keine Bedenken wegen möglicher Pferdediebe haben.

Outis' Antwort auf den Plan konnte sie nur zustimmen. Wie sie vorher schon selbst gedacht hatte, würde den beiden wahrscheinlich niemand folgen können. Allerdings hatte Selina auch einen Ruf zu verlieren... Egal, sie war eh als Kopfgeld- und keine Hexenjägerin bekannt und sollte die Hexe am Ende tot sein, dürften die Dorfbewohner kein Recht sich zu beschweren haben. Sollte doch irgendwann einer von ihnen aufkreuzen, würde sich Selina sicher aus der ganzen Sache herausreden können. "Der Fluch war zu stark und konnte nicht gebrochen werden, als die Hexe starb." war da schon einmal ein guter Anfang.

Selina war ja wirklich gespannt was sie am Ende des Weges erwarten würde. Eine Hexe? Eine normale Frau? Niemand? Ja genau, was war denn, wenn die Frau im Wald schon längst fort war... Es gab so viele Dinge, die diesen Auftrag noch wesentlich schwerer machen könnten, als er ohnehin bereits war.
Während sie so über Äste und Gräser stapfte, lud Selina sicherheitshalber ihre Armbrust. Erstens wusste sie ja nicht, was auf beide zukommen könnte und zweitens würde sie so wahrscheinlich einschüchternder wirken. Das würde ihr vielleicht Respekt bei der Person am Ende des Weges verschaffen.

Langsam konnte man schon die Ansätze eines Gartens und eine kleine Holzhütte in der Dunkelheit des Waldes erkennen. Das musste es wohl sein. Ehrlich gesagt sah das ganze ein wenig gemütlich aus, so gar nicht nach gruseliger Hexenhütte. Selina konnte sich gut vorstellen in einer solchen Hütte zu leben.
Die beiden kamen der Hütte immer näher, aber irgendwann blieb die Schützin abrupt stehen, als wäre sie gegen etwas gelaufen, während Outis noch ein paar Schritte weiter machte. Das war eindeutig nicht so von ihr geplant gewesen und eine Wand stand hier auch keine, also warum konnte sie nicht weitergehen?
"Ich komme nicht weiter.", machte sie jetzt auch ihre Begleitung darauf aufmerksam.
Erneut machte sie einen Schritt nach vorne, konnte ihren Fuß aber nicht mehr auf den Boden setzen, als hätte sie sich einfach entschlossen, nicht mehr weiterzugehen. Hatten sie es hier doch mit Magie zu tun? Das wäre ehrlich gesagt etwas unerwartet. Und wieso war Outis dann nicht davon betroffen?
Sie nahm das Bein wieder zurück, um gerade stehen zu können und versuchte herauszufinden, woran das Ganze liegen könnte. Um sich herum erkannte sie nichts auffälliges. Erst als sie in die Hocke ging und den Boden inspizierte, sah sie ein helles Pulver vor sich.
"Asche...", merkte sie an, als sie darüber fuhr und die Substanz in ihren Fingern verrieb.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am So Mai 27, 2018 6:43 pm

Das Häuschen der Hexe wirkte zwar ein wenig so, als stünde es schon immer hier im Wald. Doch trotz des offensichtlichen Alters war es gut in Schuss und wirkte eher einladend als unheimlich. Dennoch blieb Selina, die Pferdinand an der Abzweigung zurückgelassen hatte, plötzlich stehen. „Wie Du kommst nicht weiter? Hast Du etwas Verdächtiges bemerkt?“, fragte Outis verdutzt. Doch als sie es ihm demonstrierte, schien es tatsächlich so, als könne sie nicht weiter.

„Seltsam“, murmelte der Söldner, der keine derartigen Probleme gehabt hatte. „Ein Bannkreis aus Asche? Ein Zauber, der sie gegen unwillkommene Gäste Schützt? Aber was macht dich unwillkommener als mich? Mag sie keine anderen Frauen?“ Sprach er die ersten Gedanken aus, die ihm so in den Sinn kamen. Dann hatte er noch eine Idee und er kehrte nochmal um.

Als er bei Selina angekommen war, hob er sie ohne Vorwarnung hoch, um sie über die unsichtbare Grenze zu tragen, wie ein Bräutigam seine Braut über die Türschwelle getragen hätte. Oder zumindest hatte er vor genau das zu versuchen. Ob es gelingen würde, musste sich erst noch zeigen. Schließlich gab es mindestens zwei Dinge, die schiefgehen konnten: Zum einen war die Magie eventuell nicht so leicht zu überwinden, zum anderen hatte Selina auch noch ein Wörtchen mitzureden.
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