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Geschenkt ist nur der Tod

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Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di März 20, 2018 11:43 pm

das Eingangsposting lautete :

„Wenn Du Dich erholt hast, suchen wir uns irgendeinen lukrativen Auftrag und ich zahle meine Schulten zurück“, hatte Outis einige Tage zuvor im ‚Goldenen Auerhahn‘ versprochen. Und er hätte lügen müssen, wenn er behauptet hätte, dass er die Worte seither nicht das eine oder andere Mal bereut hätte. Denn das besagte Gasthaus war mehr als nur eine Spur zu nobel für seine Ansprüche und die Schulden waren seit diesem Ausspruch nicht weniger geworden. Selbst Wasser hatte hier seinen Preis. Dafür war es aber auch sauber und er hatte bisher keine Magenkrämpfe von diesem ungewohnten Getränk bekommen.

Wie leicht wäre es doch gewesen die verletzte Selina liegen zu lassen und sich davonzuschleichen. Er hätte irgendwo im Gassengeflecht der Stadt verschwinden oder sein Glück fortan in irgendeiner anderen Ansiedlung versuchen können. Andererseits hieß es, dass man sich im Leben immer zweimal begegnete. Und er hatte kein gesteigertes Bedürfnis danach einer Kopfgeldjägerin zu begegnen, die noch eine Rechnung mit ihm offen hatte.

Außerdem war die Aussicht darauf, gemeinsam mit Selina einen Auftrag anzunehmen, nicht wirklich abschreckend. Ihrem Geldbeutel nach zu schließen hatte sie ein glücklicheres Händchen für Geschäfte als er – oder sie war einfach nur sehr viel besser darin ihr hart erarbeitetes Gold beisammen zu halten – und er mochte ihre direkte Art. Nichts war schlimmer, als Mädchen, die aus jeder Kleinigkeit ein Ratespiel machten. Zumal er schon lange den Verdacht hegte, dass Männer bei solchen Spielen nur verlieren konnten.

Nur der Gedanke daran einen guten Teil des Gewinnes gleich wieder abdrücken zu müssen, hinterließ einen faden Beigeschmack. Schließlich hätte man die klingenden Münzen auch in harten Alkohol oder die eine oder andere Stunde in der süßen Gesellschaft leichter Mädchen investieren können. Aber man konnte eben nicht alles haben im Leben.

Inzwischen ging es seiner Gönnerin ein gutes Stück besser und wenn er sie richtig einschätzte, würde ihr die Rolle der Patientin bald langweilig werden. Darum hatte er heute darauf verzichtet Selina Gesellschaft zu leisten und stattdessen damit begonnen sich in der Stadt nach möglichst lukrativen Aufgaben umzuhören. Pünktlich zum Abendessen war er wieder da. Heute würde er sich das Zweitbilligste von der Karte gönnen. Denn es war eh schon egal und außerdem konnte er keine Rollgerste mehr sehen.

„Es treiben wohl ein paar Vandalen ihr Unwesen in der Stadt. Freche Sprüche gegen die Obrigkeit an Hauswänden“, teilte er Selina seine Erkenntnisse zwischen zwei Bissen mit. „Es ist eine Belohnung auf sie ausgesetzt.“ Allerdings schien er nicht gerade begeistert von der versprochenen Summe zu sein. Sie war genauso lächerlich wie das ‚Vergehen‘, um das es ging.

„Außerdem soll vorgestern Nacht ein zwölfjähriger Lümmel seinen Vater erstochen haben. Er ist seither auf der Flucht. Allerdings war der Vater ein armer Schuster und ich muss dir ja nicht erklären, wie sich das auf das Kopfgeld auswirkt.“ Outis wollte den faden Geschmack, den auch dieser Auftrag bei ihm hinterließ, mit dem Inhalt seines Bechers hinunterspülen und verzog das Gesicht, als er daran erinnert wurde, dass es sich dabei nur um Wasser handelte. „Zuletzt hätten wir eine ‚Hexe‘ in einer nahen Ortschaft. Sie hat ihre Mitmenschen angeblich mit Haarausfall, Hühneraugen und ähnlichen Übeln belegt. Die Dorfbewohner haben ordentlich zusammengelegt, um sie endlich loszuwerden. Entweder ist es sehr gutes Geld für den Kopf eines harmlosen Kräuterweibes, oder gerade so genug, um sich dafür vielleicht mit Magie auseinanderzusetzen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Mai 27, 2018 7:44 pm

"Ich weiß auch nicht.", antwortete Selina mit einem Schulterzucken. Ihr Blick fiel kurz auf die Armbrust. Ob es wohl an ihr lag? Outis war doch auch bewaffnet, aber vielleicht machte es ja einen Unterschied, ob man seine Waffe bereits gezogen hatte, oder nicht. Vielleicht war es auch ein Schutzzauber gegen andere Magier. Sky hatte gerne Salz in die Ecken ihres ehemaligen Verstecks gestreut...hat anscheinend nicht sonderlich viel gebracht.
Selina schüttelte ihren Kopf um den Gedanken an ihn loszuwerden und nahm stattdessen den Bolzen aus der Armbrust, ein Versuch war es immerhin wert.

Kaum hatte sie wieder aufgesehen, schien Outis wohl seinen eigenen Versuch durchzuführen. Erschrocken stieß die Kopfgeldjägerin Luft aus, bevor sie plötzlich in seinen Armen lag. Ein...interessanter Ansatz. Das könnte funktionieren.
"Wie reizend...", neckte sie und hielt sich trotz der Überraschung am Söldner fest, damit dieser sie leichter tragen konnte. Aus irgendeinem Grund erinnerte sie dieser Moment an den Tag der Messerstecherei. Er hatte sie dann zwar nicht wie jetzt aus der Schenke getragen, aber irgendwie war eine ähnliche Nähe zwischen ihnen entstanden, als er verarztet und anschließend gestützt hatte.

Als Outis einen Fuß über den Aschekreis setzte, schien das Ganze recht gut zu funktionieren. Sie bewegten sich immerhin vorwärts. Allerdings durchzog Selina sofort so ein unangenehmes Gefühl als würde sie jemand von innen heraus erdrücken. Sie krallte sich an Outis, um sich von dem Gefühl abzulenken. Dabei war ihr auch egal, dass die Schulter dadurch wieder schmerzte. Der stechende Schmerz war ihr im Moment lieber, als das Gefühl zu ersticken. Aber kaum hatte sie sich versehen, hatte das Gefühl wieder aufgehört und als sie aufblickte waren beide innerhalb des Kreises. Selina blickte kurz um sich, um sicherzugehen, dass das Hindernis auch wirklich überwunden war, aber offensichtlich hatte Outis' Plan funktioniert.
"Du bist ein Genie.", meinte sie verblüfft.
Nun fiel ihr Blick auf die Hütte. Bis jetzt hatte sich noch niemand blicken lassen. Ob die Hexe denn überhaupt anwesend war? Der Kreis war frisch, also schien hier wohl immer noch jemand zu wohnen. "Nun...wollen wir?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Mai 28, 2018 12:17 am

Es war kein schlechtes Gefühl Selina in den Armen zu halten. Vor allem, als sie ihre Arme um seinen Nacken legte. Doch als sie den Aschering überquerten versteifte sie sich während sich ihre Fingernägel in seine Haut gruben. Es war offensichtlich, dass irgendetwas nicht stimmte. „Alles in Ordnung? Ist dir etwas passiert?“, fragte er besorgt, doch ihren Worten nach schien sie eher erstaunt als verletzt.

„Ich ein Genie? Das wäre mir neu“, meinte er mit einem erleichterten Grinsen. „Wir haben es hier also mit einem… Zauber zu tun, der verhindert, dass manche Leute aus eigener
Kraft weiter kommen. Verblüffend, dass so etwas überhaupt klappt und es spricht für eine echte Hexe. Aber die Verteidigung weißt immer noch Lücken auf“, analysierte er die Lage. „Nun, ich will mich nicht beklagen, wenn die Dame, die wir besuchen, nicht allmächtig ist.“

Der Söldner trug Selina noch ein Stück weiter, als notwendig gewesen wäre, setzte sie dann aber ab. Falls es nötig werden sollte, war es besser die Hände frei zu haben anstatt sich gegenseitig in den Armen zu liegen. „Ich nehme an wir sind höfliche Gäste und klopfen an die Vordertür“, schlug Outis in Ermangelung eines besseren Planes vor. So war die Hexe wohl eher dazu geneigt mit ihnen zu reden, als wenn sie durch ihr Küchenfenster einstiegen, oder so.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Mai 28, 2018 7:33 pm

"Ich hatte eigentlich gehofft, ich dürfte die Tür eintreten.", gab Selina in ironischem Ton zurück und verzog ihr Gesicht zu einem Schmollen. Dabei war es gar nicht einmal so ironisch gemeint. Es war eindeutig zu lange her seitdem sie das letzte Mal etwas Chaos stiften konnte und irgendetwas in ihr schrie bereits wieder nach Zerstörung. Deswegen hatte sie überhaupt erst die Schenke, in der sie Outis getroffen hatte, aufgesucht.
Den mysteriösen Auftrag von damals hatten sie leider nicht verfolgen können, aber dafür gab es jetzt immerhin diesen hier...der sich auch nicht so toll wie erhofft herausgestellt hat, aber wenigstens hatte der Abstecher im Wald das Ganze weitaus interessanter gemacht.

Selina ging vorsichtig auf die Hütte zu und klopfte ein paar mal laut an die Eingangstür. Keine Antwort.
Sie blickte zu ihrer Begleitung und zuckte mit den Achseln.  "Also doch die Tür eintreten?" Etwas schade bei dem schönen Häuschen, aber Dinge mussten zerstört werden! So fühlte sich Selina zumindest gerade.
"Nein, ich bin nicht zuhause, geht weg.", ertönte plötzlich eine sehr kratzige Stimme von innen.
Überrascht blickte Selina zu Outis und blieb vorerst still. Da hatte wohl jemand das Prinzip von "sich abwesend stellen" nicht ganz verstanden.

"Wir wollen doch nur reden.", versuchte Selina der Person im Haus zu erklären und lugte dabei durch eines der Fenster, durch das sie allerdings nicht viel erkennen konnte.
"Jeder weiß doch, dass man mit Fremden nicht reden darf.", war die Antwort.
Selina sah erneut zu ihrem Partner, weil sie nicht so recht wusste, wie sie auf den Kommentar reagieren sollte. Es war nicht unbedingt etwas, das man von einer Hexe im Wald erwartet hätte. Für gewöhnlich hatte sie diesen Satz bis jetzt nur Eltern zu ihren Kindern sagen hören.
Nach einer kurzen Pause wandte sich Selina wieder der Tür zu: "Wenn ich mich vorstelle, bin ich ja keine Fremde mehr. Also: Ich bin Selina und der neben mir ist Outis." Sie deutete auf den Söldner, auch wenn es unwahrscheinlich war, dass sie durch die Tür oder die milchigen Fenster gesehen werden konnte. "Können wir jetzt reinkommen? Wir wollen wirklich nur reden." Es kam ihr seltsam vor, dass sie so tat, als würde sie gerade einem Kind die Welt erklären. Sie fragte sich ja, ob das nur eine seltsame Masche der Hexe war und ob diese sich über die Leute lustig machte, während sie auf seltsame Weise versuchten Zutritt zum Haus erlangen. Naja, selbst wenn dieser Weg nicht funktionieren würde: man könnte immer noch Türen und Fenster eintreten.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Mai 28, 2018 11:25 pm

„Dann tritt die Tür eben ein“, erwiderte Outis nur halb im Scherz. Wer konnte einer Frau mit einem solchen Schmollmund schon einen Wunsch abschlagen. Doch das zaghafte Klopfen klang nicht nach einem tatsächlichen Versuch dies in die Tat umzusetzen. Leider gab es auf diese Bitte um Einlass keine Reaktion. Zumindest nicht, bis ihnen eine heißere Stimme mitteilte, dass niemand zuhause sei.

„Wenn das so ist, haben wir den Weg wohl umsonst zurückgelegt“, meinte der Söldner und rollte mit den Augen. „Und mit Fremden sollte man tatsächlich nicht reden. Aber wie Selina ganz richtig bemerkte, sind wir keine Fremden mehr, denn zum einen haben wir uns vorgestellt und zum anderen sind wir Freunde, die gekommen sind um zu helfen. Gewiss keine gedungenen Mörder oder ähnlich verdächtige Gestalten.“

Dann drückte er aus einem Impuls heraus die Türklinke. Jemand der glaubte, dass er eine Wirkung erzielen konnte, indem er lauthals behauptete nicht da zu sein, vergaß vielleicht auch den Riegel vorzulegen. „Ich denke du kannst hilfsbereite Freunde gebrauchen. Die Leute im Dorf scheinen was gegen dich zu haben. Und dieser Aschezirkel ist zwar gut, aber wir stehen jetzt vor deiner Tür…“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Mai 29, 2018 9:05 pm

Selina warf Outis einen frechen Blick zu. Keine ähnlich verdächtigen Gestalten, also... Allerdings wusste sie, dass sie beide jetzt einen guten Eindruck machen mussten, also nahm sie es so hin und ging nicht weiter darauf ein.
Neugierig beobachtete sie was Outis wohl als nächstes versuchte, aber diesmal schien sein Einfall nicht so gut zu sein wie der mit dem Aschekreis. Zumindest tat sich nichts, als er die Klinke herunterdrückte. Wieder herrschte einen Moment lang Stille und Selina wollte den Söldner gerade von der Tür wegwinken, damit sie diese eintreten konnte, da wurde der Eingang plötzlich aufgerissen.

Die Kopfgeldjägerin blickte wahrscheinlich etwas verdutzt drein, als sie die winzige Gestalt vor ihnen erblickte. In verschiedenste graue bis farblose Stoffe gehüllt, so sehr, dass man das Gesicht und die Figur unter ihnen gar nicht erkennen konnte, stand die Hexe vor ihnen und wich automatisch ein paar Schritte zurück, sobald die Tür geöffnet war. Sie reichte Selina vermutlich gerade einmal bis zum Bauchnabel. Um ehrlich zu sein, war dieser Anblick so skurril, dass Selina erst einmal nicht glauben konnte, dass es sich bei dieser Frau um eine schreckliche Hexe handeln sollte.

"Also, was wollt ihr?", fragte die Hexe etwas grimmig mit der kratzigen Stimme, die durch einen großen Schal um Hals und Mund noch etwas dumpfer klang.
"Ähm, hallo erst einmal.", versuchte Selina etwas freundlicher zu wirken. "Wir haben wie gesagt nur ein paar Fragen zum Dorf und seinen Bewohnern..." Etwas unbeholfen stieß sie Outis in die Seite, um ihm anzudeuten, dass er jetzt wohl mit Reden an der Reihe war. Menschen waren meistens nicht wirklich Selinas Stärke, wenn es nicht gerade darum ging sie einzuschüchtern.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Mai 30, 2018 12:38 am

Die schreckliche Hexe entsprach nicht ganz Outis Erwartungen. Das lag vor allem daran, dass sie um mindestens zwei Köpfe zu klein geraten war. Doch zumindest stellte sie ziemlich berechtigte Fragen. Nun, was wollten sie eigentlich von ihr? Fragen stellen, wie Selnia richtig bemerkt hatte. Doch dann hatte diese auch nicht mehr weitergewusst und ihm den schwarzen Peter zugeschoben.

„Verzeiht, wenn wir Unannehmlichkeiten verursachen“, versuchte es der Söldner erst einmal mit Floskeln, wie er sie bisweilen von besser erzogenen Leuten gehört hatte. Diese sinnbefreiten Redewendungen schienen immer dann Anwendung zu finden, wenn man nichts Wichtiges verraten oder Zeit gewinnen wollte, um die eigenen Gedanken zu sortieren. Und Outis wollte Zeit gewinnen. Viel Zeit, wenn möglich.

„Neugierde ist wohl unsere größte Schwäche. Berufsbedingt. Unterbrecht uns, wenn wir zu viele Fragen stellen. Wir sind reisende Gelehrte“, probierte er es mal mit so ziemlich dem Gegenteil der Wahrheit. Vielleicht nicht ganz, denn zumindest Reisende waren sie wirklich. „Wir interessieren uns für die Geschichten der einfachen Leute. Leider haben wir es da oftmals mit abergläubischen Mupswitz zu tun. Davon gingen wir auch aus, als wir von einer Hexe hörten, die für Plattfüße und Hühneraugen verantwortlich sein soll. Vor Ort stellt sich nun die Sache ganz anders dar. Eine ausgewachsene Seuche, wie es scheint. Kein Hexenwerk, aber ernst…“ Der Schwertkämpfer seufzte theatralisch. „Und das mit dem Aschekreis scheint tatsächlich so etwas für Zauberwerk zu sein. Doch wen genau soll es abhalten und wen lässt es durch?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Mai 30, 2018 1:24 am

Outis klang wenigstens um einiges besser als Selina es wohl getan hätte, wenn sie jetzt diejenige wäre, die mit der Hexe reden müsste. Nicht ganz glaubwürdig, aber besser. Vielleicht kam er Selina auch nur so unglaubwürdig vor, weil sie die Wahrheit kannte. Sie musste sich daher auch anstrengen völlig ernst herüberzukommen, als er der Hexe etwas von Gelehrten erzählte. Selina bezweifelte zwar, dass die Leute in diesem Dorf viele Gelehrte zu Gesicht bekamen, aber Outis und sie kamen dem, was man sich darunter vorstellte so gar nicht nahe. Sie hoffte einfach, dass die Hexe das nicht hinterfragen würde.

Diese schien zum Glück auch nicht völlig abweisend. Sie schlich langsam ins Innere des Hauses zurück, so als ob sie den beiden andeutete ihr zu folgen, also trat Selina mit Outis ein. Die Hütte war etwa genauso dunkel wie der Wald darum. Tagsüber kümmerte man sich hier wohl nicht um mehr Beleuchtung als das bisschen Licht, das durch Fenster und Ritzen im Holz durchschien.
"Pff, die Seuche. Als ich ihnen gesagt hab, dass sie einen Arzt holen sollen, haben sie mir nicht geglaubt.", raunte die Hexe im gehen. "Und der Kreis hält natürlich Hexen fern. Deswegen bin ich auch im Kreis und das Dorf da draußen."
Selina sah kurz mit einer Mischung aus Nervosität und Überraschung zu Outis und dann wieder zur Hexe zurück. Ist sie hier gerade verraten worden? Allerdings verstand sie auch die Logik hinter dem Kreis nicht ganz. Warum wollte die Hexe sich einsperren?
"Und wie kommt Ihr dann rein und raus? Hat das Dorf etwa den Kreis gezogen?", fragte sie deshalb nach, vielleicht auch um einen Fehler im Zauber hervorzuheben und die Hexe damit unfähiger klingen zu lassen. Immerhin wussten beide, Outis und Selina, bereits, dass die Verteidigung nicht zu gut war, wenn man mit Hilfe den Kreis betreten konnte. Vielleicht hielt er am Ende auch gar keine Hexen ab.
"Nein, das war ich. Als ob die anderen so was könnten. Aber man weiß ja nie, wann einem eine andere Hexe schaden will."


Zuletzt von Selina am Do Mai 31, 2018 1:30 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Mai 30, 2018 9:20 pm

Outis atmete innerlich auf, als er hörte, dass der Bannkreis keine infizierten abhalten sollte. Dann weiteten sich seine Lippen zu einem breiten Grinsen. „Hexen also, hast Du das geh…“, setzte er in amüsierten Tonfall an, ehe ihm bewusst wurde, wie wenig er über Selina eigentlich wusste. Und selbst wenn er sie ewig gekannt hätte: Vielleicht reagierte der Zauber auf ein verborgenes Talent, von dem sie selbst nichts ahnte. Doch das würden sie später unter vier Augen besprechen.

Jetzt war erst einmal ein Themenwechsel angesagt: „Wie ist die Seuche denn in so ein abgelegenes Dorf gelangt?“ Bei der Frage stieß die kleine Frau ein so boshaftes kleines Lachen aus, dass sie erstmals tatsächlich wie eine Hexe wirkte. „Die haben die Hexenjäger mitgebracht. Und als ich diesen Helden wahrheitsgemäß gesagt habe, dass sie nicht mehr lange zu leben hätten, sind sie schreiend davongelaufen. So als wäre das meine Schuld.“

„Wer anderen eine Grube gräbt…“, murmelte der Söldner und schien damit durchaus auf die Zustimmung ihrer Gastgeberin zu stoßen. „Aber warum sollte eine Hexe der anderen etwas Böses wollen?“, fuhr er mit der Fragerei fort, bevor die Kleine auf die Idee kam zu hinterfragen, woher sie wussten, dass der Bannkreis manche Leute zurückwies. „Sollten sie nicht zusammenhalten? Man sieht ja, dass ihr auch so schon genug Feinde habt.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Mai 30, 2018 10:40 pm

'Verdammt, er hat es bemerkt!', dachte sich Selina, als sie hörte, wie plötzlich Outis in seinem Scherz stockte. Früher hatte sie ja noch gerne mit ihrer Fähigkeit angegeben, aber aus irgendeinem Grund reagierten die wenigsten Leute positiv darauf. Was Outis jetzt wohl von ihr denken würde? Er selbst schien nicht besonders abergläubisch, aber er wirkte dennoch so, als wäre er unter Leuten aufgewachsen, die Magier gerne schlecht redeten, so wie dieses Dorf hier.

"Das Dorf versucht also schon länger Euch loszuwerden?", fragte Selina, ohne wirklich eine Antwort zu erwarten. Was hatten die Leute nur gegen sie? Völlig unausstehlich wirkte sie jetzt auch nicht. Lag es wirklich nur daran, dass sie eine eigenständige Frau im Wald war, bei der sich zufälligerweise herausgestellt hat, dass die Magie wirken konnte? Hatten die Leute bloß deshalb Angst vor ihr bekommen?
Die Hexe antwortete nur mit einem nonchalanten Achselzucken, das so viel aussagte wie "tja", bevor Outis seine nächste Frage stellte.

Diese Frage hätte Selina ihm auch selbst beantworten können. Für sie waren Magier nichts anderes als Menschen, die ein Talent mehr besaßen und so wie bei gewöhnlichen Menschen gab es da auch ein paar der weniger netten Sorte: Diebe, Mörder, Leute, die in Kanälen herumschlichen und anderen Zähmer umlegten...Kopfgeldjäger.
"Sollte man meinen. Es gibt so eine Gruppe verrückter Magier, die sich zusammengeschlossen hat, um andere zu töten, oder verschleppen. Diese ganzen anderen Hexenjäger sind nichts im Vergleich.", erklärte die Hexe nun.
Eine Gruppe von Hexen, die andere Hexen jagte? Das war Selina neu und vor allem war es beunruhigend. Gegen Menschen kam sie noch gut an, aber gleich ein ganzer Haufen Magier, der es auf sie abgesehen haben könnte... vielleicht sollte sie ja doch nicht mehr so sehr mit ihrer Magie prahlen. "Und ihr habt schon so einiges Wissen an Magie gesammelt, oder warum verfolgt ihr solche Geschichten über Aberglauben und Zauberei? Nichts für ungut, aber es ist mir neu, dass sich jemand für mich interessiert.", wollte die kleine Frau nun wissen.


Zuletzt von Selina am Do Mai 31, 2018 1:55 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Mai 31, 2018 12:34 am

“Es gibt zwei Arten sich vor einer Gruppe zu schützen“, dachte Outis laut nach und warf dabei auch Selina einen Seitenblick zu. Ging die Sache auch sie etwas an? Das mit diesen magischen Hexenjägern schien ihr neu zu sein. Doch ob sie nur überrascht oder auch erschrocken war, vermochte er nicht zu beurteilen. „Entweder man setzt auf Heimlichkeit oder auf Abschreckung.“ Es klang so, als hätte sich der Söldner einige Gedanken dazu gemacht, vielleicht sogar eigene Erfahrungen auf dem Gebiet gesammelt.

„Das mit der Heimlichkeit wirkt auf den ersten Blick leichter. Man ist allein und die Welt ist groß. Wenn man seine Spuren nur gründlich genug verwischt, ist man schwer zu finden. Es ist wie die Suche im Heuhaufen. Doch die Entscheidung davonzulaufen birgt auch ihre Tücken. Läuft man zu weit und zu schnell, läuft man Gefahr unerwartet in seine Feinde zu laufen. Wird man zu träge und lässt sich in einem gemütlichen Häuschen nieder, haben sie Zeit den Vorsprung aufzuholen.“ Der Blick des Schwertkämpfers streifte durch das Heim der Hexe.

„Hält man sich in einer Stadt auf, gibt es viele Leute, denen man im Gedächtnis bleiben könnte. Lässt man sich in der Einsamkeit nieder, wird man den wenigen Leuten, denen man dort begegnet, mit ziemlicher Sicherheit in Gedächtnis bleiben. Gerüchte entstehen schnell und manchmal, wenn den Verfolgern die handfesten Spuren ausgehen, dann folgen sie Gerüchten. Und sei es nur aus Langeweile. Das Gerücht der Hexe im Wald ist denkbar ungünstig, wenn man Magiejäger fürchtet. Wir haben euch gefunden, ohne euch gesucht zu haben. Zufall könnte man sagen, doch darauf würde ich mich nicht verlassen.“ Outis sah die kleine Frau eindringlich an. „Darauf würde ich mich an eurer Stelle wirklich nicht verlassen.“

„Setzt man nun auf Abschreckung gibt es ebenfalls zwei Wege. Entweder man wird selbst schrecklich genug, um eine ganze Gruppe auf Abstand zu halten, was schwer ist, wie ich nicht bestreiten will, oder man sucht den Schutz einer mindestens ebenso starken, im Idealfall über überlegenen Gruppe.“ Wieder traf ein Seitenblick Selina. „Zwei Hexen wären gewiss wehrhafter als eine. Auch die Hexenjäger werden sich verstreuen, während sie die Welt durchkämmen. Wie groß ist die Gefahr mehr als zwei oder drei von ihnen auf einem Haufen zu treffen?“

Nachdem dies alles gesagt war, zuckte Outis mit den Schultern, als ginge es sie nichts an. „Warum wir uns für euch interessieren? Nun, wir sind Forscher. Wir interessieren uns für den wahren Kern hinter dem Unglaublichen und sind sogar der Geschichte des einbeinigen rosa Vogels nachgegangen. Vergeblich versteht sich.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Mai 31, 2018 9:55 pm

Selina hatte bemerkt, wie oft Outis zu ihr sah und langsam begann es unangenehm zu werden. Versuchte er etwas aus ihr herauszulesen? Nein, er wirkte nicht gerade wie einer dieser kalten kalkulierenden Leute. Vielleicht tat er es auch unbewusst, jetzt wo diese Vermutung, dass auch Selina selbst eine Hexe sein könnte, im Raum lag.

So wie Outis alles erklärte hörte es sich an, als würde er sich durchaus mit dem Thema auskennen. Er war nicht gerade eine stille Person, aber trotzdem kam es Selina etwas ungewohnt vor, als er so viel redete. Nur warum erzählte er das alles? Selina konnte nicht wirklich sagen, ob er die Strategie der Hexe bemängeln, oder ihr Vorschläge machen wollte und - Moment. Hatte er da tatsächlich angedeutet, dass die beiden Frauen sich zusammenschließen könnten? Selina warf dem Söldner einen entrüsteten Blick zu. Sie arbeitete hauptsächlich alleine. Wenn man sie dazu bewegen wollte, mit einer anderen Person zusammenzuarbeiten, musste das schon eine verdammt interessante Person sein. Outis konnte sich also durchaus glücklich schätzen zu einen der "Auserwählten" zu gehören...nun gut, die beiden hatten die letzten Tage gezwungenermaßen miteinander verbringen müssen - dennoch: Selina hätte die Zeit auch freiwillig mit ihm verbracht.
Nur diese Frau, Selina kannte sie kaum und abgesehen davon hatte sie keine Lust sich mit irgendeiner alten Hexe herumzuschlagen.

"Mich bewegt hier vorerst nichts weg...", meinte die Gastgeberin letztendlich, sehr zu Selinas Erleichterung - da hatte sich die Frage von vorhin so gut wie beantwortet. Dann guckte die Hexe plötzlich neugierig auf. "Ein rosa Vogel? Das hört sich ja faszinierend an. Was ist denn dazu Geschichte? Habt ihr noch andere aufregende Sachen verfolgt?", fragte sie nun und auf einmal hatte Selina das Gefühl, dass Outis die Lüge über Gelehrte lieber doch hätte sein lassen. Am Ende hatten sie entweder nichts mehr zu erzählen, oder verstrickten sich zu sehr in Lügen. Leicht angespannt blickte sie zu ihm herüber.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Jun 01, 2018 6:49 pm

„Das verstehe ich durchaus“, behauptete Outis. „Denn eine solch einsame Hütte im Wald, mit so unfreundlichen Nachbarn im nächsten Dorf, findet man so schnell nicht wieder. Oder gibt es noch etwas, das diesen Ort so besonders macht?“

Zu seiner Überraschung hatte der Söldner ausgerechnet mit seiner Geschichte über rosa Vögel das Interesse der Hexe geweckt. Er warf Selina einen verwunderten Blick zu, schien aber keine Bedenken dabei zu haben, sich noch tiefer in Lügen zu verstricken. „Es heißt es gäbe im Süden große flache Seen, in denen diese Vögel in großer Anzahl auf ihrem einen Bein stünden. Wir konnten das bislang nicht bestätigen. Doch dass man manches noch nicht entdeckt hat, ist kein Beweis, dass es die Sache nicht gibt. Vielleicht haben wir nur noch nicht an der richtigen Stelle gesucht.“

Manche Dinge erwiesen sich später doch noch als nützlich. So zum Beispiel die Zeit, in der Outis einen echten Forscher als eine Art Leibwächter begleitet hat. Ein nerviger Auftraggeber und fürchterlicher Besserwisser, aber jetzt konnte der Schwertkämpfer dafür aus dem Vollen schöpfen. „In der grünen Hölle soll es Einhörner geben. Sie sind von brauner Farbe und haben einen gestreiften Arr… Hintern. Auch diese suchten wir vergeblich. Es bringt aber nichts eine Entdeckung zu machen und dabei zu sterben. Wem könnte man dann noch davon berichten? Ihr müsst wissen, dass die grüne Hölle eine gefährliche Gegend ist. Einige Amazonenstämme dort sollen Männer fressen – ein Gerücht das ich zum Glück so bislang nicht bestätigen kann. Doch nicht dass ihr glaubt, wir wären nur von Misserfolg und einer Suche ohne Ziel geleitet: Die Existenz der Sumpfdrachen des Nebelmoores konnten wir zweifelsfrei belegen, nicht wahr Selina? Ein Erfolg, der auch unserer Erkenntnis, dass der Rauch von Salbei tatsächlich die Schrecken des Nebels fern hält, geschuldet ist.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Jun 01, 2018 9:19 pm

Darin, sich Geschichten auszudenken, war Outis zum Glück besser als erwartet. Mittlerweile fragte sich Selina auch, ob das wirklich alles Sagen waren, die man sich so in Karatina und der Welt erzählte, oder ob der Söldner tatsächlich schon sehr weit herumgekommen war. Von dem was Selina noch von ihm wusste, war er ständig unterwegs. Vielleicht hatte er so schon einige spannende Erlebnisse gehabt. Sie selbst durfte auch schon sehr viel sehen. Von geheimen Kanälen und Wildländersippen bis zu Piraten und Seeungeheuern. Falls Outis die Geschichten ausgehen würden, hätte sie jedenfalls noch lange genug zu erzählen, bis ihm ein Themenwechsel einfallen würde.

"Au ja, die Sumpfdrachen..." Selina nickte eifrig. Sie hatte nicht den blassesten Schimmer davon, was Sumpfdrachen waren, aber sie spielte mit. Eine andere Wahl hatte sie sowieso nicht. "Das war nicht unbedingt meine Lieblings-Entdeckung."
Auch davon, dass Salbei Nebelwanderer fernhalten sollte, hatte Selina nie zuvor gehört. Hatte sich Outis das auch eben erst ausgedacht, oder war das tatsächlich ein Aberglaube aus irgendeinem kleinen Dorf?

Die Hexe hatte sich mittlerweile an einen kleinen Tisch in der Mitte des Raumes gesetzt. Dort legte sie den Kopf auf der Platte ab und lauschte gespannt den Geschichten. "Das ist ja unglaublich.", staunte sie. Mittlerweile schien sie den beiden Besuchern gegenüber gar nicht mehr misstrauisch zu sein. Das war gut, so konnten sie vielleicht noch mehr Nützliches von ihr erfahren, selbst wenn es sich dabei nicht um das Dorf handelte. Ja, was sollten sie nun überhaupt mit dem Dorf anstellen? Das müsste sie wohl später nochmals besprechen, sobald sie alleine waren.
"Darf ich mich denn etwas umsehen?", fragte Selina die Herrin des Hauses, die sie nur einladend weiterwirkte, in der Hoffnung etwas interessantes zu finden.

Hinter einer Ecke befand sich eine Leiter, die auf eine höhere Ebene, auf der sich wohl das Bett der Hexe befand, führte. Selina hatte nicht die Absicht im Bett eines Fremden zu wühlen - selbst wenn sich dort auch oft versteckte Geheimnisse finden ließen, aber noch war die Hexe anwesend und würde wahrscheinlich so oder so verhindern, dass Selina etwas unerwünschtes zu Gesicht bekam - also hielt sie sich an den Hauptraum des Hauses.
Neben dem Tisch, an dem die Hexe nun saß, befand sich ein kleiner Kamin. Dort und auch auf der gegenüberliegenden Seite, an der ein paar zusammengestellte Tische anscheinend dazu genutzt wurden um diverse Kräuter und anderes weiter zu verarbeiten, gab es auf den ersten Blick auch nichts zu Interessantes zu sehen.
Selina hielt sich lieber an das schmale Buchregal, welches sich neben dem Hinterausgang in den Wald befand. Sie überraschte es ja fast etwas, dass eine Dorfhexe lesen konnte. Andererseits waren die meisten Hexen, denen sie begegnet war gebildetere Frauen gewesen, die meistens mehr dafür gehasst wurden, dass sie mehr wussten als der Rest, als für den Fakt, dass sie zaubern konnten.
Die Kopfgeldjägerin ließ ihren Finger über ein paar der Bücher streichen, bis sie bei einem Buch über Dämonen hängenblieb und anfing darin zu blättern. Es würde ihr wahrscheinlich nicht viel bei der Sache mit dem Dorf weiterhelfen, aber die anderen Bücher sahen genauso wenig hilfreich aus und wenn sie etwas in Büchern schmökerte, würde sie das Bild der Gelehrten vielleicht eher aufrechterhalten können.
"Wo habt Ihr diese Bücher her?", fragte Selina. Sie konnte sich kaum vorstellen, dass man solches Wissen im nächsten Dorfladen fand.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Jun 02, 2018 1:05 am

„Sumpfdrachen sind groß wie Ochsenkarren und haben glühend heißte Körper. Dennoch liegen sie den ganzen Tag im Wasser. Da steigt natürlich um sie rum der Dampf auf. Darum ist es im Nebelmoor auch so neblig“, behauptete Outis. Da sich die Hexe offensichtlich für solche Geschichten begeisterte, sparte der Söldner nicht mit Details. Und dort wo er keine passenden Gerüchte kannte, erfand er kurzerhand selbst welche dazu. Er hatte ohnehin nichts anderes zu tun, denn sich nach Büchern und dergleichen umzusehen, war wenig erfolgsversprechend. Sich als Analphabet zu outen, wenn man sich als Gelehrter ausgegeben hatte, war nun wirklich nicht das Wahre.

Doch dann erinnerte ihn Selina daran, dass sie eigentlich hergekommen waren um Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen. Nicht um Geschichten zu erzählen. „Wo ich die Bücher herhabe? Nun, Großteils von meiner Lehrerin. Sie hat schon hier gelebt, da dies ein besonderer Ort von großer Kraft ist. Doch wenn ihr so etwas spüren würdet, wärt ihr nicht hierher gelangt. Dies dürfte auch die Frage beantworten, warum ich es vorziehe hier zu bleiben. Es ist nicht so leicht mir hier etwas anzutun. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich oft danach gesehnt habe in die große weite Welt zu ziehen und Abenteuer zu erleben – so wie ihr…“ In die Augen der kleinen Frau hatte sich ein beinahe träumerischer Ausdruck geschlichen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Sa Jun 02, 2018 2:04 am

Nach einer Weile des Herumblätterns legte Selina das Buch wieder zu Seite. Im Endeffekt half es ihnen ja nicht weiter, also lauschte Selina stattdessen dem Gespräch der beiden anderen. Hier hatte also zu einem Zeitpunkt einmal mehr als eine Hexe gewohnt. Eine besonders gute Magierin schien Selina wohl nicht zu sein, wenn sie die Energie, die den Ort so besonders machen sollte, nicht spürte. Abgesehen von dem Ring, der sie darin hintern sollte, das Haus zu betreten, hatte sie nichts Übernatürliches bemerkt.
"Was meint Ihr damit, dass man Euch hier weniger antun kann? Hat das mit dem Kreis um das Haus zu tun?", fragte sie nach. "Könnte man den nicht theoretisch überall ziehen?"

Selina trat wieder näher an den Rest zum Tisch heran. Irgendwie musste sie das Gespräch in Richtung ihres Geldproblemes lenken, zumindest solange noch keine Lösung für das Schwindsucht/Dorfproblem bestand. Sie würde zwar wirklich gerne so lange Zeit mit Outis verbringen, bis der Großteil des Dorfes dahin war, aber sie musste tatsächlich irgendwann zurück nach Shion, ob sie wollte oder nicht. Und Outis konnte sie wahrscheinlich schlecht mitschleppen. Wer wusste, ob er überhaupt Lust hatte, sein Leben auf einer Burg zu verbringen, auf der es keine nächtlichen Saufgelage, leicht bekleideten Mädchen oder Glücksspiel gab. Nicht einmal in der Nähe ließ sich ein Dorf mir ordentlicher Taverne finden, dafür lag die Burg zu abgelegen.
"Nun, Ähm...", begann sie etwas unbeholfen. "Das kommt jetzt vielleicht etwas unpassend, aber die vielen Reisen werden auf Dauer immer wieder etwas kostspielig und wir werden nicht immer für das Wissen, das wir teilen, bezahlt. Wir wären wirklich dankbar, wenn Ihr zwei armen, aber wissenshungrigen Leuten finanziell ein wenig weiterhelfen könntet. Vielleicht kommt Ihr so dazu, eines Tages noch mehr Geschichten aus fernen Ländern zu hören." Selina versuchte dabei ihr bestes Lächeln aufzusetzen, aber konnte trotzdem an nicht viel anderes denken als daran, wie tief sie nur gesunken war. Sie war eine gefürchtete Kopfgeldjägerin, die Leibwächterin einer Burgherrin und jetzt musste sie sich mit Lügen durchschlagen. Kurz kam wieder der Gedanke auf, dass sie ja immer noch die Möglichkeit hatten, die Hexe zu töten, aber um ehrlich zu sein, war ihr die Frau lieber als das Dorf. Trotzdem war es eine Untertreibung zu sagen, dass diese ganze Sache ziemlich den Stolz der Kopfgeldjägerin verletzte.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Jun 02, 2018 10:58 pm

„So einen Bannkreis zu ziehen ist eine Sache. Ihn dauerhaft aufrecht zu erhalten eine andere. Hexen – oder sollte ich sagen Hexen meiner Schule – erspüren daher Energien der Natur, um sie in ihre Magie einzuflechten. Ich habe von Leuten gehört, die Zauberei aus sich selbst heraus wirken, aber da glaube ich nicht daran. Wie soll ein menschliches Wesen die erforderliche Kraft aufbringen, um brachbare Effekte zu erzielen?“, erklärte die Hexe erstaunlich bereitwillig. Vielleicht weil sie fest davon ausging, dass keine Magiebegabte Person hier sein konnte.

„Hier sind nicht nur die erwähnten Kräfte sehr stark, sondern auch dutzende Zauber damit verwoben. Zauber meiner Lehrerin, Zauber meiner Schwestern und nicht zuletzt meine Zauber. Würde mich hier jemand angreifen, müsste ich nur an dem einen oder anderen magischen Faden zupfen und…“ So redselig war sie dann doch nicht für Outis war nun endgültig der Zeitpunkt gekommen seine kurze erfolglose Karriere als Hexenjäger an den Nagel zu hängen.

Doch gerade in diesem Moment kam Selina auf eine geniale Idee. Ja, so empfand der Söldner wirklich. Wenn es um leicht verdientes Gold ging, war ihm selten etwas zu schäbig, zu billig oder unter seiner Würde. Von daher wunderte es ihn ein wenig, dass er noch nicht auf diesen Einfall gekommen war und er hätte die Kopfgeldjägerin dafür küssen können.

„Ah, warum habt ihr das nicht gleich gesagt?“, fragte die Hexe und holte aus einem kleinen Lederbeutel, den sie um den Hals trug, einen goldenen Ring mit einem blutroten Stein hervor. „Den hat mir mal so ein reicher Kerl, dem ich im Wald das Leben gerettet habe, geschenkt. Adelig oder so. Der sollte euch eine Weile reichen, oder?“

Outis nickte beinahe ehrfürchtig und streckte schon die Hand danach aus, aber die kleine Frau zog die ihre sofort zurück. „Dafür reicht es aber nicht, dass ihr vielleicht zurückkehrt, um mehr zu berichten. Kommt zu mir, sobald ihr die rosa Vögel gefunden habt. Und beantwortet mir schon jetzt eine Frage: Wer seid ihr wirklich?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Sa Jun 02, 2018 11:29 pm

"Wie soll ein menschliches Wesen die erforderliche Kraft aufbringen, um brachbare Effekte zu erzielen?" Was war das denn für eine Hexe? Langsam begann Selina daran zu zweifeln, dass es sich bei der Frau um eine echte Magierin handelte. Was sie beschrieb, klang mehr nach den Ritualen der Wildländer-Schamanen. Selina tat sich schwer damit, den Drang, der Hexe das Gegenteil zu beweisen, zu unterdrücken. Sie stand einfach zu gerne im Mittelpunkt. Jetzt wäre eine Demonstration ihrer Fähigkeiten allerdings ziemlich unangebracht gewesen, also musste sie wohl vorerst still bleiben.

Zum Glück wurde sie schnell wieder abgelenkt, als die Frau auf die Frage nach einer kleinen Spende einging. Selinas Augen leuchteten fast auf, als sie begann, etwas aus dem Beutel zu kramen, hauptsächlich weil sie nicht damit gerechnet hatte, dass ihnen tatsächlich geholfen werden würde. "Ja, das ist bestimmt genug.", antwortete die Jägerin zusätzlich zu Outis' Nicken.
Dass die Frau den Ring gleich wieder zurückzog, überraschte Selina allerdings noch mehr. Was sollte das denn jetzt bedeuten? Hatte sie gespürt, dass die beiden Besucher nicht diejenigen waren, für die sie sich ausgaben, oder waren sie einfach so offensichtlich schlecht darin gewesen ihre Rollen zu spielen? Selina fluchte innerlich, sogar so sehr, dass man sie vielleicht jedes mal etwas Luft ausstoßen hören konnte, wenn sie gedanklich gerade ein neues Wort formte.
"Was meint Ihr damit?", fragte Selina nach, als wüsste sie von nichts. "Wir hatten uns doch schon vorgestellt.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Jun 02, 2018 11:56 pm

„Glaubt ihr, ich spüre nicht, wenn ein anderer Magier meinen Schutzkreis betritt?“, fragte die Hexe sichtlich selbstgefällig. „Er hat Dich hereingetragen, nicht wahr? Kein Zauber ist vollkommen. Und ich war in Panik, weil ihr so schnell die Lücke gefunden habt. Ich dachte schon, ihr wärt auf die Hexenjagd spezialisiert. Aber das seid ihr nicht und wenn ihr mich töten wolltet, habt ihr euch inzwischen anders entschieden. Es herrscht kein Groll zwischen uns und ich weiß eine gute Geschichte zu würdigen.“ Die kleine Frau winkte vielsagend mit dem Ring.

„Aber ich glaube, dass die besten Geschichten mehr als einen Funken Wahrheit beinhalten. Darum wurde ich hellhörig, als ihr die rosa Vögel erwähnt habt. Ich kannte die Geschichte von einer Schwester aus dem Süden – Vögel, die auf einem ihrer zwei Beine stehen. Ich nannte sie damals eine Lügnerin, aber wie wahrscheinlich ist es, dass sich noch jemand die gleiche Geschichte ausdenkt?“ Die Hexe legte eine kurze Pause ein. Entweder künstlerischer Natur, oder um ihre Gedanken zu sammeln. Vielleicht auch beides.

„Reisende müssen wehrhaft sein. Auch gebildete Reisende. Aber ihr wirkt eher, als würdet ihr mit euren Waffen Geld verdienen. Besonders Outis. Ist das wirklich dein Name? Du interessierst dich nicht für Büchern und vermeidest sogar sie anzusehen. Befürchtest du, dass mir sonst auffällt, dass du nicht lesen kannst? War für eine Art von Forscher bist du denn? Wie viele Gerüchte stecken in deinen Geschichten und wie viele Lügen.“

Der Söldner machte ein unglückliches Gesicht und zuckte mit den Schultern. Es war doch so schön gelaufen, oder zumindest hatte es so ausgesehen. „Ich heiße Outis, bin Söldner und kann nicht lesen“, gab er nach einer Weile zu. „Wir sind hier, weil wir von dem Kopfgeld gehört haben und ich war mal Leibwächter eines echten Forschers. Er hat viel geredet. Zu viel.“ Die kleine Frau klatschte begeistert in die Hände, hielt dabei den Ring aber immer noch gut fest. „Warum nicht gleich so?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Jun 03, 2018 12:49 am

Selina war schon fast etwas wütend, als sich herausstellte, dass sie so schnell aufgeflogen waren. Sie hasste es einfach, wie hier nichts nach Plan laufen wollte, einfach nichts. Sie hatte doch von Anfang gewusst, dass sie sich am Ende in irgendetwas verstricken würden, jetzt war wohl dieser Moment gekommen. Wie schlau sich die Hexe jetzt wohl fühlen musste... Die Kopfgeldjägerin biss die Zähne zusammen, als sie sich wohl oder übel die Folgerungen der Hexe anhören musste. Auch wie Outis bloßgestellt wurde konnte sie so gar nicht leiden.

Irgendwann war bei Selina dann doch der Faden gerissen. Sie ließ die Fassade von vorher und alle Förmlichkeiten, die dazugehörten nun völlig fallen. "Jetzt tu' nicht so, als wärst du hier die allwissende Hexe. Du bist wahrscheinlich nicht einmal eine richtige Magierin. Du 'glaubst nicht daran', dass Leute eigene Magie wirken können? Hast du denn jemals im Leben etwas außerhalb deines seltsamen Zirkels gesehen?" Selinas Blick wanderte dabei des Öfteren auf den Ring. Sie spielte mit dem Gedanken, ihn der Hexe einfach zu entreißen und so zu beweisen, dass auch andere Magie existieren konnte. Aber sie wollten sich ja nicht unbedingt zu Feinden machen. Bevor das ganze weiter eskalierte, konnte sie sich wenigstens noch fangen. Mit einem tiefen Atemzug brachte sie sich wieder einigermaßen zur Ruhe. "Selina ist auch mein echter Name und ich bin Kopfgeldjägerin und Schutzherrin der Familie Shion. Ja, ich bin diejenige, die den Kreis durchbrochen hat, auch wenn ich nicht unbedingt glaube, eine der Hexen zu sein, die du kennst." Man konnte ihr immer noch ansehen, dass sie etwas beleidigt war. "Und was genau hat uns das jetzt gebracht?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am So Jun 03, 2018 7:54 am

Bei dem Vorwurf keine Richtige Hexe zu sein, zuckte die kleine Frau zusammen. Aber sie sagte nichts, um sich zu verteidigen sondern ließ Selina weiterreden. „Selina und Outis also. Was ihr zuvor gesagt hattet, war zu sehr mit Lügen überlagert, um mir sicher zu sein. Outis ist nicht der Namen, den dir deine Eltern bei deiner Geburt gegeben haben. Er kommt aber unter dem, was du kennst, einem wirklichen Namen am nächsten.“ Oh diese Hexe redete schon verflucht gerne gescheit daher und nun kochte es auch unter der Oberfläche des Söldners. Er hatte noch fast den Klang der Stimme seiner Eltern in den Ohren, als sie ihn bei seinem Namen nannten: „Outis“. Damals, bevor sie ihn in Perlfurt zurückgelassen hatten, mit dem Versprechen ihn bald wieder abzuholen. Und auch die Frau, die dort eine Weile auf ihn aufgepasst hatte, hatte ihn Outis genannt. Was wusste diese Hexe schon?

„Was das gebracht hat?“, fragte die kleine Frau. „Mir Klarheit und euch das hier.“ Damit warf sie Selina den Ring zu. Der Schwertkämpfer hatte unterdessen über die Worte nachgedacht, dass ihre Gastgeberin die Wahrheit unter all den Lügen nicht sicher erkannt hatte. „Du bist gar nicht so klug, wie du uns glauben lassen willst, allwissende Hexe. Du hast hier in deinem Nest einen Zauber, der dir Lügen aufzeigt.“ Das schien gesessen zu haben. „Magie, die nicht du gewirkt hast sondern… deine Lehrerin?“ versuchte er nachzusetzen. Und offenbar hatte auch dieser Blindschluss getroffen.

„Komm lassen wir sie hier, bis wirkliche Hexenjäger kommen“, schlug er Selina mit deutlich besserer Laune vor. „In diesem kleinen Stück Wald, in dem sie die gefürchtete Hexe spielen kann anstatt sich mit der schlichten Wahrheit abfinden zu müssen, dass sie eine Frau wie jede andere ist.“ „Ja verschwindet und kommt nie wieder, unverschämtes Pack!“, stimmte die kleine Frau mit geifernder Stimme zu.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Jun 03, 2018 10:03 am

Outis hatte wohl auch irgendwann genug von der Besserwisserei der Hexe. Gut zu wissen, dass Selina nicht die einzige mit diesem Gefühl war. Noch immer leicht gereizt fing die Kopfgeldjägerin den Ring auf. Na immerhin mussten sie sich um das Geld keine Sorgen mehr machen. Auch, dass der Hexe Outis' Antwort eher schlecht bekam, besserte Selinas Laune etwas. Trotzdem hatte sie, Selina, das Gefühl, als wären soeben einige unschöne Dinge aufgedeckt worden.

Zu gehen war also wahrscheinlich die beste Entscheidung, deshalb folgte Selina dem Söldner, auch wenn sie noch einen kurzen Moment stockte. Sie wusste nicht genau warum. Vielleicht weil sie meinte, immer noch nicht ganz mit der Hexe fertig zu sein, aber letztendlich beschloss sie doch zu gehen.
Wütend murmelte sie etwas vor sich hin, während sie hinter Outis aus der Hütte stapfte. "Für wen hält die sich eigentlich?", fragte sie in die Luft, als beide wieder im Garten standen. "Aber wenigstens haben wir jetzt das hier." Sie ließ den Ring in ihrer Hand aufblitzen.
Dann fiel ihr wieder der Kreis auf. Ob sie nun problemlos aus ihm heraustreten konnte, oder Outis sie wieder tragen musste? Nach einem kurzen Moment, in dem sie sich das ganze Treffen noch einmal durch den Kopf gehen ließ, drehte sie sich wieder zu ihrem Partner um.
"Das mit dem Namen...", begann sie. "...stimmt nicht. Die Hexe hat sich geirrt. Zumindest, wenn dir nicht zufälligerweise das gleiche passiert ist, wie mir, was ich bezweifle. Nicht dein Name ist falsch, sondern meiner. Ich hab ihn mir selbst gegeben, nachdem ich vor einigen Jahren ohne Gedächtnis oder Familie aufgewacht bin." Wenn eben schon so viel über die beiden enthüllt worden war, dachte sich Selina, konnte sie Outis auch davon erzählen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Jun 04, 2018 8:57 pm

„Ja, wenigsten haben wir jetzt das hier“, echote Outis, sah aber nicht auf den Ring sondern in Selinas Augen. „Und mir ist egal wofür die Hexe sich hält. Sie ist eine @€µ%@!“ Offensichtlich zufrieden mit seiner Wortwahl, verzog der Söldner seine Lippen zu einem breiten Grinsen.

Anstatt abzuwarten, ob der Bannkreis auch in die entgegengesetzte Richtung ein Problem darstellte, hob er die Kopfgeldjägerin hoch ging mit ihr auf die andere Seite, ehe er sie wieder auf den Boden setzte. Nicht bevor er die zwangsläufige Nähe dazu genutzt hatte ihr einen langen Kuss auf die Lippen zu drücken allerdings. „Es war phantastisch, wie Du ihr diesen Ring abgeschwatzt hast“, erklärte er mit aufrichtiger Bewunderung. „Sie kann einem fast leidtun, so allein im Wald und hätte sie sich nicht im Nachhinein als @€µ%@ herausgewiesen, hätte ich vielleicht wieder mal mit neuen Geschichten bei ihr vorbeigeschaut. So bin ich froh, dass wir ihren Ring haben und sie hoffentlich nie wieder sehen.“

Outis, der etliche blutige Auseinandersetzungen hinter sich hatte, wirkte im Moment tatsächlich wie ein Junge, dem es gelungen war einem Erwachsenen einen Streich zu spielen. Dann schien ihm aber ein neuer Gedanke zu kommen und sein breites Grinsen fiel in sich zusammen wie ein Kartenhaus. „Damit haben wir wohl unser gemeinsames Ziel erreicht, oder?“, fragte er beinahe säuerlich.

Auch Selina wurde ernst und kam auf die Geschichte mit den Namen zurück. „Ich habe meinen Namen von meinen Eltern“, bestätigte er ihren Verdacht und war sich durchaus Bewusst, welchem Vertrauensbeweis ihre Worte gleichkamen. „Ob bei meiner Geburt…“ Er zuckte mit den Schultern. „Ich erinnere mich kaum an sie und von Jahr zu Jahr werden die Erinnerungen blasser. Als kleinen Jungen ließen sie mich in Perlfurt zurück. Vielleicht hatten sie ihre Gründe…“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Jun 04, 2018 10:38 pm

Der Kuss kam etwas überraschend für Selina. Nicht, dass sie es überhaupt nicht von Outis erwartet hätte. Nur nicht an diesem Ort und jetzt, kurz nachdem sie die Hexe verlassen hatten. Und vor allem hatte sie die Erste sein wollen, die, falls möglich, einen Kuss stehlen würde. Trotzdem erwiderte sie ihn herzlich und zog sich dabei noch näher an Outis, bis dieser sie wieder absetzte.
Das und wie Outis ihre Aktion in der Hütte lobte schafften es doch tatsächlich noch die Jägerin nach den Worten der Hexe zum Lächeln zu bringen - zumindest bis die Stimmung erneut kippte.

"Sie hatten sicher ihre Gründe, aber dass sie dich nicht geliebt haben, war bestimmt keiner davon.", versuchte Selina Outis etwas aufzumuntern. Sie wusste allerdings nicht, ob Eltern wirklich so dachten. Sie hatte nie eigene kennengelernt, noch hatte sie oder jemand im engeren Freundeskreis Kinder. "Und wir müssen uns hier auch nicht unbedingt trennen.", fügte sie mit einem trüben Lächeln hinzu. Erstens um etwas von dem bedrückenden Thema der Vergangenheit abzulenken und zweitens weil Selina sich tatsächlich noch nicht verabschieden wollte. "Wie wäre es, wenn wir uns heute noch einen richtig schönen gemeinsamen Tag machen, bevor wir morgen weiterziehen?" Ihr Blick blitzte erneut auf den Ring, mit dem sie sich fürs erste wohl so einiges leisten könnten und wanderte anschließend wieder zu Outis. Um ehrlich zu sein wäre Selina nur zu gerne eine Weile mit dem Söldner umhergereist, aber sie musste zurück zu Valeriana, ob sie nun wollte oder nicht.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Jun 04, 2018 11:33 pm

Outis zuckte mit den Schultern. Selinas Nähe war im Moment deutlich wichtiger, als Eltern. Leute die er kaum gekannt hatte. Und es hob nie seine Laune an sie zu denken. Umso lieber ließ er sich jetzt von seiner Begleiterin ablenken. „Ja, wir sollten den heutigen Tag in vollen Zügen genießen. Aber das hier brauchen wir dabei nicht.“ Bei den letzten Worten schweifte sein Blick zu dem kostbaren Ring. „Jetzt sind wir an einem Ort, an dem wir die einzigen Menschen auf Erden sein könnten. Ich brauche keine Stadt und keinen Lärm und keine Leute, die uns vom Wesentlichen abhalten.

Wen der Söldner im Moment für das Wesentliche hielt, war offensichtlich, so wie er Selina ansah. „Du weißt, dass ich kein reicher Mann bin und nicht mit Geld umgehen kann. Also nimm den Ring. Die Hälfte ist eh dein Anteil, ein Zehntel für meine Schulden und die anderen vier Zehntel als Geschenk. Es ist vielleicht etwas früh dir einen Ring zu schenken, allerdings ist es nicht einmal ein halber. Und doch ist es so viel, wie du jemals von mir erwarten kannst.“ Vielleicht würde Outis seine Großzügigkeit eines garnichtmal so fernen Tages bereuen. Irgendwann, nachdem sich ihre Wege wieder getrennt hatten. Aber nicht heute. Nicht solange er Selina bei sich hatte oder die Erinnerung an den Kuss noch frisch auf seinen Lippen brannte. Außerdem hätte er seinen Anteil ohnehin nur verprasst.

„Heute tun wir so, als gäbe es nur uns Zwei auf der Welt. Ich denke Damit kannst Du für eine ordentliche Mahlzeit sorgen.“ Er nickte in die Richtung der Armbrust. „Fleisch über dem Lagerfeuer gebraten, ein Bad in einem klaren Bach und dann in der Wärme der verbliebenen Glut…“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Jun 05, 2018 10:47 am

Selina konnte ein breites Grinsen einfach nicht unterdrücken, als sie Outis hörte. Das ganze klang einfach zu süß - und es war wirklich selten, dass Selina so empfand.
"Ich wusste ja gar nicht, dass du so ein Romantiker bist.", lächelte sie neckend, während sie den Ring in ihre Westentasche steckte. Gegen etwas Zeit völlig alleine in einem abgeschiedenen Wald hatte sie auch nichts, auch wenn es nicht unbedingt das war, was sie sich ursprünglich vorgestellt hatte. Aber nach der letzten Woche und den seltsamen Ereignissen von heute könnte sie wahrscheinlich wirklich etwas Ruhe anstelle von Stadttrubel gebrauchen. Wie Outis bereits gesagt hatte: so könnte man sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Als Outis erwähnte, dass er ihr seinen Anteil des Rings schenken würde, wollte sie eigentlich erst protestieren, aber er hörte sich so entschlossen an, dass Selina vorerst nichts dagegen sagte. "Glaub aber nicht, dass ich dich das nächste Mal, wenn wir uns sehen, nicht irgendwie dafür verwöhnen würde." Zu diesen Worten zupfte sie spielerisch etwas am Hemdkragen des Söldners, bevor sie sich damit näher an ihn heranzog und Outis in eine innige Umarmung schloss. Ob sie sich jemals wiedersehen würden, wusste sie nicht. Sie hoffte es allerdings und wenn sie nur lange genug dort suchen würde, wo sich Mietklingen üblicherweise aufhielten, müsste sie ihn doch früher oder später wiederfinden. Sie waren vor einigen Tagen immerhin auch im gleichen Gasthaus gelandet.
"Das hört sich nach einem wundervollen Plan an.", murmelte sie sanft in sein Ohr. "Aber vielleicht sollten wir uns dafür einen Ort suchen, der nicht zu nahe an der Hütte einer verrückten Frau und einem Dorf Schwindsüchtiger liegt."
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