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Geschenkt ist nur der Tod

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Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di März 20, 2018 11:43 pm

das Eingangsposting lautete :

„Wenn Du Dich erholt hast, suchen wir uns irgendeinen lukrativen Auftrag und ich zahle meine Schulten zurück“, hatte Outis einige Tage zuvor im ‚Goldenen Auerhahn‘ versprochen. Und er hätte lügen müssen, wenn er behauptet hätte, dass er die Worte seither nicht das eine oder andere Mal bereut hätte. Denn das besagte Gasthaus war mehr als nur eine Spur zu nobel für seine Ansprüche und die Schulden waren seit diesem Ausspruch nicht weniger geworden. Selbst Wasser hatte hier seinen Preis. Dafür war es aber auch sauber und er hatte bisher keine Magenkrämpfe von diesem ungewohnten Getränk bekommen.

Wie leicht wäre es doch gewesen die verletzte Selina liegen zu lassen und sich davonzuschleichen. Er hätte irgendwo im Gassengeflecht der Stadt verschwinden oder sein Glück fortan in irgendeiner anderen Ansiedlung versuchen können. Andererseits hieß es, dass man sich im Leben immer zweimal begegnete. Und er hatte kein gesteigertes Bedürfnis danach einer Kopfgeldjägerin zu begegnen, die noch eine Rechnung mit ihm offen hatte.

Außerdem war die Aussicht darauf, gemeinsam mit Selina einen Auftrag anzunehmen, nicht wirklich abschreckend. Ihrem Geldbeutel nach zu schließen hatte sie ein glücklicheres Händchen für Geschäfte als er – oder sie war einfach nur sehr viel besser darin ihr hart erarbeitetes Gold beisammen zu halten – und er mochte ihre direkte Art. Nichts war schlimmer, als Mädchen, die aus jeder Kleinigkeit ein Ratespiel machten. Zumal er schon lange den Verdacht hegte, dass Männer bei solchen Spielen nur verlieren konnten.

Nur der Gedanke daran einen guten Teil des Gewinnes gleich wieder abdrücken zu müssen, hinterließ einen faden Beigeschmack. Schließlich hätte man die klingenden Münzen auch in harten Alkohol oder die eine oder andere Stunde in der süßen Gesellschaft leichter Mädchen investieren können. Aber man konnte eben nicht alles haben im Leben.

Inzwischen ging es seiner Gönnerin ein gutes Stück besser und wenn er sie richtig einschätzte, würde ihr die Rolle der Patientin bald langweilig werden. Darum hatte er heute darauf verzichtet Selina Gesellschaft zu leisten und stattdessen damit begonnen sich in der Stadt nach möglichst lukrativen Aufgaben umzuhören. Pünktlich zum Abendessen war er wieder da. Heute würde er sich das Zweitbilligste von der Karte gönnen. Denn es war eh schon egal und außerdem konnte er keine Rollgerste mehr sehen.

„Es treiben wohl ein paar Vandalen ihr Unwesen in der Stadt. Freche Sprüche gegen die Obrigkeit an Hauswänden“, teilte er Selina seine Erkenntnisse zwischen zwei Bissen mit. „Es ist eine Belohnung auf sie ausgesetzt.“ Allerdings schien er nicht gerade begeistert von der versprochenen Summe zu sein. Sie war genauso lächerlich wie das ‚Vergehen‘, um das es ging.

„Außerdem soll vorgestern Nacht ein zwölfjähriger Lümmel seinen Vater erstochen haben. Er ist seither auf der Flucht. Allerdings war der Vater ein armer Schuster und ich muss dir ja nicht erklären, wie sich das auf das Kopfgeld auswirkt.“ Outis wollte den faden Geschmack, den auch dieser Auftrag bei ihm hinterließ, mit dem Inhalt seines Bechers hinunterspülen und verzog das Gesicht, als er daran erinnert wurde, dass es sich dabei nur um Wasser handelte. „Zuletzt hätten wir eine ‚Hexe‘ in einer nahen Ortschaft. Sie hat ihre Mitmenschen angeblich mit Haarausfall, Hühneraugen und ähnlichen Übeln belegt. Die Dorfbewohner haben ordentlich zusammengelegt, um sie endlich loszuwerden. Entweder ist es sehr gutes Geld für den Kopf eines harmlosen Kräuterweibes, oder gerade so genug, um sich dafür vielleicht mit Magie auseinanderzusetzen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di Jun 05, 2018 12:30 pm

„Ich hatte meine romantische Ader auch noch nie jemandem gezeigt. Da kann sich also noch nichts zu Dir herumgesprochen haben“, erklärte Outis mit einem Zwinkern. „Und ich habe nichts dagegen einzuwenden mich verwöhnen zu lassen.“ Auch wenn bislang in den Sternen stand, wann und wie es zu diesem nächsten Treffen kommen sollte. Doch anstatt sich darüber den Kopf zu zerbrechen, ergab sich der Söldner widerstandslos in ihre Umarmung, um einen Moment der innigen Nähe zu genießen.

Selinas Körper war dem seinen nicht unähnlich. Gestählt, um als Waffe zu dienen. Und doch war es der Körper einer Frau und sie hatte sich genug von ihren zarten Rundungen erhalten, um sein Blut mühelos hochkochen zu lassen. Mit etwas Mühe hielt der Krieger seine Hände, die er inzwischen um sie gelegt hatte, davon ab sie zu forsch für den Moment zu erkunden.

„Ja, wir sollten weg von hier“, stimmte er zu. „Außerdem brauchen wie etwas Wild, einen klaren Bach und ein Lagerfeuer. In welche Richtung musst Du gleich wieder weiter? Dort wollen wir danach suchen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 11:11 am

"Ich muss nach Blausee in den Osten.", erklärte Selina erneut. "Wenn mich nicht alles irrt, müsste das der Wucherwald oder zumindest ein kleines Waldstück davor sein. Das heißt, es wäre tatsächlich die beste Idee tiefer in den Wald zu wandern. Im Südosten scheinen sich die meisten Gewässer zu zentrieren. Wir sollten nur nicht zu weit, sonst landen wir noch irgendwann in Nysheim und da will wirklich niemand hin." Nachdem sie ihre Überlegungen geschildert hatte, drückte sie sich noch etwas fester an Outis. Sie hätte wirklich ewig so bleiben können. Es war eigentlich sehr selten, dass sie einer Person so nahe kam, zumindest seelisch und dass Outis sich ihr ebenfalls mehr geöffnet hatte als anderen, stimmte sie sehr glücklich. Fast ärgerte es sie ein wenig, dass sie sich nicht vorher schon etwas näher gekommen waren. So hätten sie vielleicht etwas mehr als einen schönen gemeinsamen Tag haben können.
Aber man konnte wohl nicht alles haben und irgendwann mussten sie auch weiter, also gab Selina dem Söldner noch einen sanften Kuss auf die Wange, bevor sie sich vorsichtig von ihm löste.

Sie hielt sich immer noch leicht an seinem Hemd fest, als sie sich Richtung Waldende drehte. In der Ferne konnte man sogar noch Pferdinand erkennen, was wohl bedeutete, dass ihn in der Zwischenzeit niemand gestohlen hatte.
"Nun, wollen wir los?", fragte sie voller Vorfreude und zog dabei unbewusst etwas an dem Hemdstück, das sie noch hielt.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 12:19 pm

Outis hörte sich Selinas Einschätzung der Lage an und nickte schließlich. Osten war für ihn so gut wie jede andere Richtung, aber in Nysheim wollte auch er nicht landen. „Du bist also öfter in Blausee anzutreffen?“ Es war nicht gerade ein Versprechen, dass er sie (be-)suchen kommen würde, aber schon ungewöhnlich, dass er überhaupt nachfragte. Normalerweise waren seine Liebschaften kurz, stürmisch, von vorneherein zum Scheitern verurteilt und spätestens beendet, sobald die Wege sich trennten. Er konnte nicht sagen was diesmal anders war. Oder besser ausgedrückt, weshalb er hoffte, dass diesmal etwas anders war.

Doch Selina war etwas Besonderes. Ihr sanfter Kuss auf seine Wange und die Tatsache, dass es ihr genauso schwer fiel ihn loszulassen, wie es anders herum der Fall war, zauberten ein glückliches Lächeln auf seine Lippen, das zwischen den Zügen, die ein hartes Leben in sein eigentlich noch relativ junges Gesicht gemeißelt hatte, fremd aber nicht unangenehm wirkte.

„Ja wir wollen los“, sagte der Söldner während er Selinas Finger aus den Falten seines Hemdes löste und dafür ihre Hand in seine nahm. So wie man es bei den Paaren in der Stadt manchmal sah. Als erstes sammelten sie Pferdinand, der sie nicht sonderlich vermisst zu haben schien, wieder ein. Dann suchten sie nach einem Waldpfad, der etwa nach Osten führte und nicht so wirkte, als würde er irgendwo im nirgendwo enden. Das Ross führten sie am Zügel mit sich. Eine Weile später war ein Knacken im Gehölz zu vernehmen und Outis flüsterte: „Ob das schon unsere nächste Malzeit ist?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 2:57 pm

"Nicht ganz Blausee.", gab sie zurück. "Der genaue Ort heißt 'Burg Shion' und liegt im Gebirge zwischen Blausee und dem Wald. Kein besonders spannender Ort, solltest du mich dort einmal besuchen wollen." Ein kleiner Ort für eine kleine Familie, die über die Jahre nur immer weiter geschrumpft war. Neben den Bediensteten gab es auch nicht besonders viele Anwohner, was die Burg recht einsam und abgeschieden machte. Natürlich würde Outis den Ort wesentlich interessanter machen, sollte er dort auftauchen, aber Selina wäre es wahrscheinlich lieber ihn anderswo wiederzusehen.

Selina folgte Outis mit durch den Wald. Eigentlich fand sie es immer furchtbar kitschig, wenn sie andere Leute, die sich an den Händen nahmen, sah, aber bei sich fand sie das plötzlich nicht mehr so schlimm. Es war doch sowieso niemand um sie herum, der sehen könnte, wie sie gerade offen Gefühle zeigte, also störte sie sich nicht weiter daran.
Sobald sie etwas in ihrer Nähe hörte und auch Outis auf das Geräusch aufmerksam machte, stoppte Selina und löste sich leise von ihm, um sich genauer umsehen zu können. Dazu hob sie eine Hand neben sich mit der Handfläche gen Boden hoch, um gleichzeitig erfühlen zu können, ob sich etwas in der Nähe befand, das sie nicht sah. Wie sich nicht viel später herausstellte, wäre dieser Aufwand allerdings gar nicht notwendig gewesen, denn keine dreißig Meter vor ihnen begann völlig unbekümmert ein kleines Wildschwein aus dem Gebüsch zu laufen und sich an einen benachbarten Baum zu legen. Fast etwas zu einfach, dachte sich Selina.
Sie sah einmal kurz zu Outis um sich bestätigen zu lassen, dass es auch wirklich dieses Tier sein sollte. Ein ganzes Schwein kam ihr etwas zu groß für beide vor. Andererseits war es wesentlich schwieriger kleine Tiere zu finden und zu fangen und dieses Schwein lag einfach ganz ruhig vor ihnen.

Ohne weiter zu zögern legte Selina ihre Armbrust an und kaum hatte man sich versehen war ein Bonzen abgefeuert und Selina in in schnellem Schritt auf den Weg zu ihrer Beute. Ein etwas enttäuschter Blick wanderte über ihr Gesicht, als sie sah, dass sie nicht genau das Auge getroffen hat, auf das sie eigentlich gezielt hatte, aber das Tier rührte sich trotzdem nicht mehr. Selina stieß es einmal kurz an, um sicherzugehen, dass es auch tatsächlich nicht mehr lebte und litt. Dabei fiel ihr das nasse Fell auf. "Hier muss irgendwo Schlamm in der Nähe sein.", folgerte sie zu Outis, als dieser wieder nah genug war. "Und Schlamm bedeutet Wasser, was unsere Suche danach auch weiter einschränkt."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 4:34 pm

„Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Ort mit dir langweilig sein könnte“, meinte Outis grinsend. „Aber das Risiko dort nicht auf dich zu treffen und mich zu Tode zu langweilen, scheint mir zu groß. Ich schicke Botschaft, falls ich mal zufällig in der Gegend bin, oder wenn ich mal an einem Ort ankomme, an dem ich das Gefühl habe, dass ich es dort länger als ein paar Wochen aushalte.“ Zum Glück blieb es ihnen erspart sich weiter gegenseitig zu versichern, dass es keine gute Idee wäre, wenn der Söldner zur Burg käme. Ein halbstarkes Wildschwein lenkte ihre Aufmerksamkeit auf sich.

Outis nickte auf Selinas Frage hin und sie stellte ihr Geschick mit der Armbrust unter Beweis. Die Hand des Schwertkämpfers fühlte sich leer an, nachdem sie ihn losgelassen hatte. Aber das ließ er sich natürlich nicht anmerken. „Guter Schuss“, lobte er, als er sah, dass der Bolzen keine zwei Fingerbreit vom Auge in den Schädel eingedrungen war.

„Kaum äußern wir unsere Wünsche läuft uns ein fetter Braten vor die Armbrust und liefert uns auch noch einen Hinweis auf frisches Wasser. Das Schicksal scheint es gut mit uns zu meinen.“ Normalerweise glaubte der Krieger nicht an solche Dinge. Aber im Augenblich tat es gut daran zu glauben, dass eine höhere Macht wollte, dass Selina und er beisammen waren, dass es ihnen gut ging und hoffentlich auch, dass sich ihre Wege bald wieder kreuzten.

Outis begann gleich damit das Tier auszunehmen und ausbluten zu lassen. Bei Wildbret hatte man nicht immer die Gelegenheit das so zeitnah zu erledigen. „Das gibt noch ordentlich Proviant für unsere weiteren Reisen“, stellte der Söldnerfest. „Mir hat mal ein Wildländer gezeigt, wie man Dörrfleisch herstellt.“ Eigentlich ein halber Wildländer und dennoch hatte besagter Söldner ein viel zu großes Ziel abgegeben, um es auf den Schlachtfeldern des Südens lange zu machen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 6:07 pm

Na immerhin fand Outis den Schuss nicht zu schlecht...auch wenn Selina nicht genau sagen konnte, ob er es wirklich ernst gemeint hatte, oder sie im Moment einfach nur gerne mit Komplimenten überhäufte.
"Ja.", antwortete sie lachend. "Nach letzter Woche haben wir aber auch eindeutig etwas Glück verdient, meinst du nicht?" Nach zwei recht seltsamen Aufträgen, der Verletzung und dem Treffen mit der Frau im Wald, fand Selina, könnten sie beide wirklich eine kleine Auszeit gebrauchen. Dass ihnen dabei alles so leicht vor die Füße fiel, kam ihr da nur gelegen.  

"Du hast einmal Wildländer getroffen?", fragte sie aufgeregt. "Ich habe selbst einmal eine Weile in den Wilden Landen gelebt, ein wirklich tolles Land." Da hatte Outis wohl einige Erinnerungen geweckt. Jetzt konnte er sich wohl auf die Geschichten gefasst machen, die Selina der Hexe vorhin nicht mehr erzählt hat. Die Jägerin ging neben ihm in die Hocke und beobachtete sein Machen, während sie so vor sich hinredete. "Die Bewohner haben ganz schön gestaunt, als ich einige von ihnen im Kampf besiegt hab. Deshalb durfte ich eine Weile in ihrer Sippe leben und dann gab es da noch dieses Piratenschiff, die 'Graupenhure'...du hast doch sicher schon einmal von Wildländer-Piraten gehört, oder?" Sie warf dem Söldner einen erwartungsvollen Blick zu. "Jedenfalls: von Wildländern habe ich das Jagen gelernt. Etwas schade, dass ich gerade die Armbrust statt dem Bogen dabei habe. Der wurde nämlich im Norden hergestellt und..." Selina bemerkte, wie sie zu sehr in alten Geschichten versank. "Tut mir leid, ich rede schon wieder so schnell.", meinte sie etwas peinlich berührt. "Ich mag das Thema einfach so sehr. Der Norden war für mich immer wie ein zweites Zuhause."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 7:37 pm

„Ja, wir haben es verdient“, stimmte Outis zu und versuchte nicht zu sehr an eine Weisheit zu denken, die ihn sein bisheriges Leben gelehrt hatte: Immer wenn es das Leben gut mit dir zu meinen scheint, versetzt es dir im nächsten Moment einen Haken in die Magengrube. Und irgendwie hatte Selina auch Recht. Dieses Mal hatte ihnen das Leben die Schläge vorab versetzt und doppelt abzukassieren war unfair.

„Eigentlich war er halber Wildländer. Ein Söldner wie ich“, korrigierte der Schwertkämpfer seine Aussage und ließ dann die Kopfgeldjägerin reden. „Erzähl ruhig weiter, ich höre dir gerne zu“, lachte er, als sie sich später für ihren Wortschwall entschuldigte. „Ja, die Seeräuber der Nordlande sind berühmt“, fügte er noch an, da er zuvor gerade einmal dazu gekommen war auf ihre Frage hin zu nicken. „Bist Du mal mit dieser ‚Graupenhure‘ gefahren? Ich war ja noch nie auf einem Schiff. Und Du scheinst weit herumgekommen zu sein. Hast sogar ein zweites Zuhause.“ War da etwas Neid in Outis Stimme zu hören? Vielleicht, immerhin hatte er nicht einmal ein erstes Zuhause. „Mit Wildländern gekämpft und sogar welche besiegt. Nicht schlecht! Und wie ich schon sagte: Erzähl ruhig mehr davon.“ Die Begeisterung, die Selina bei diesem Thema versprühte, hatte schließlich ihren ganz eigenen Reiz.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 8:27 pm

Selina war eindeutig erleichtert, als Outis sich offenbar nicht an ihr oder dem vielen Gerede störte. Dass er sich sogar dafür zu interessieren schien, ließ sie leicht lächeln.
"Du bist doch auch schon herumgekommen. So als Söldner muss man immerhin viel herumreisen. Ich bin mir sicher, dass du so auch irgendwann ein passendes Zuhause für dich finden wirst.", versuchte sie Outis etwas aufzumuntern, als sie bemerkte, dass er plötzlich anders klang. Sie legte ihren Kopf kurz sanft auf seine Schulter, bevor sie sich etwas abseits vom Baum und so auch dem Blutbad, das Outis gerade anrichtete, hinsetzte.

"Wo war ich stehengeblieben..." Sie blickte in die Luft, bis ihr ein paar erzählenswerte Geschichten eingefallen waren. "Ach ja, die Graupenhure. Ja, auf der war ich auch schon unterwegs. Das ist so ziemlich das berühmt-berüchtigte Wildländer-Schiff schlechthin. Die Kapitänin Iris Flammenhaar...eine bemerkenswerte Frau. Zusammen haben wir versucht Ivonwest einzunehmen - vergeblich natürlich. Nichts schlägt die hohen Mauern und Verteidigung der Festung. Ich weiß nicht einmal mehr, warum wir es unbedingt versuchen wollten." Den Part, in dem man erfuhr, dass Selina eigentlich in der Feste aufgewachsen war und wie sie mit dem Überfall eigentlich ihre Freunde verraten hatte, ließ sie dabei schön aus. Die Kopfgeldjägerin seufzte einmal in Nostalgie versunken. "Wo wir schon von Flammenhaar reden: so hätte ich auch einmal heißen können." Sie nickte. "Damals hatte ich noch rötliche Haare, aber im Norden hatte ich so eine Krankheit, die einen mit Eis überzieht...seitdem sind sie hell."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 9:19 pm

„Ich habe die meisten Ecken von Karatina schon gesehen“, gab Outis zu. „Und ein paar von Riguskant. Aber die wilden Lande… Und klar finde ich irgendwann mein Zuhause. Aber noch bin ich jung und die Welt ist so groß.“ Es gelang dem Söldner nicht so unbeschwert zu klingen, wie er vorgehabt hatte. Aber Selinas sanfte Geste half dabei ihn wieder auf angenehmere Gedanken zu bringen.

Der Söldner versuchte sich Iris Flammenhaar und die Feste Ivonwest vorzustellen. Bislang waren es für ihn nur weit entfernte Namen gewesen und er hatte sich nie die Mühe gemacht, sich die Personen oder Orte dahinter auszuschmücken. „Manchmal reicht es schon, dass etwas als unmöglich gilt. Man muss es allein deshalb versuchen“, stellte er Mutmaßungen über die Motive, die Selina vergessen haben wolle, an. Dann musterte er sie bei der Erwähnung ihres rötlichen Haares kritisch. „Ich glaube die hellen Haare stehen Dir besser“, entschied er schließlich. Doch vielleicht lag das auch daran, dass er sie nur so kannte und dass er sie so liebgewonnen hatte.

„Der halben Nordländer, den ich kannte, nannte sich kleiner Bär. In seiner Heimat hatte er es wohl schwer, weil er so klein war. Kaum zu glauben, er war ungefähr so groß!“ Outis streckte seinen Arm in die Höhe. „Und er hatte ein Kreuz wie ein Ochse. Er kam dann in das Geburtsland seiner Mutter und dort erfuhr er welche Nachteile es hat, zu groß zu sein. Auf dem Schlachtfeld konzentrierten sich die ganzen Fernkämpfer auf ihn. Nun, ich kannte ihn nicht sehr lange.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 9:59 pm

Gut zu wissen, dass Selina mit der alten Farbe nichts verloren hatte. Mit einem zufriedenen Lächeln fuhr sie sich nun einmal durch die blonden Haare, bevor sie sich wieder nach vorne auf ihre Unterarme abstützte.
"Huh, weder das eine noch das andere zu sein ist wohl auch nicht gerade schön.", überlegte Selina als Antwort auf Outis' Geschichte. Der arme kleine Bär. In einem anderen Beruf hätte er es wahrscheinlich weiter gebracht. Andererseits gehörte es sich doch auch für den stolzen Wildländer irgendeiner kriegerischen Tätigkeit nachzugehen. Wer zu stolz war, dachte oft nicht genug nach und durfte so die Konsequenzen erfahren. Etwas, das Selina aus erster Hand kannte.

"Als jemand, der eine Weile unter Wildländern gelebt hat, kann ich nur bestätigen, wie schwer man es als so ein Winzling neben dem Rest hat." Ohne ihre Hartnäckigkeit wäre Selina im Norden wohl auch nicht weit gekommen. Es hatte ewig gedauert, bis sie halbwegs von der Sippe akzeptiert worden war.
"Wie ist es eigentlich so als Söldner zu arbeiten?", fragte sie nun. "Ich meine, ich weiß was es bedeutet zu kämpfen, aber ich hab mir noch nie vorgestellt, wie es als große Gruppe in einer richtigen Schlacht sein muss. Die Soldaten in -" Fast hätte sie sich verraten. "Die Soldaten, die ich getroffen habe, hatten auch nicht sonderlich viel zu erzählen. Die meisten waren aus Riguskant, das in den letzten Jahren recht friedlich war."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 10:21 pm

„Ja, schon eine traurige Geschichte mit dem kleinen Bären. Er konnte kämpfen wie ein Teufel…“ Jetzt, da er so darüber nachdachte, wurde ihm klar welche Leistung Selina vollbracht hatte, als sie von einem der Stämme anerkannt worden war. „Wie hast Du es denn geschafft akzeptiert zu werden?“, fragte er daher.

„Meistens ist es eher langweilig Söldner zu sein“, erzählte er aus seinem Berufsalltag. „Es steht schließlich nicht jeden Tag eine große Schlacht an. Nein, das ist eher die Ausnahme. Häufiger sind kleine Scharmützel, manchmal ist man aber auch gezwungen sich als Rauswerfer in irgendeiner Kneipe oder als Leibwächter irgendeines fetten Händlers zu verdingen. Sind die Zeiten zu friedlich, geht es den Mietklingen schlecht. Und dann unterscheidet sie oft wenig von gemeinen Räubern. Und wenn man auf bessere Zeiten oder auf einen neuen Auftrag wartet, tut man das in schlechter Gesellschaft. Die überwiegende Mehrheit der Söldner, die ich kennegerlernt habe, sind wirklich keine gute Gesellschaft. Ich bilde natürlich die rühmliche Ausnahme.“

Der Schwertkämpfer dachte einen Augenblick darüber nach, ob er noch etwas Wichtiges vergessen hatte. „Wenn man abenteuerliche Geschichten liebt, geht allerdings nichts über ein Söldnerlager. Fast jeder dort hat sich eine geschönte Version seines Werdeganges zurechtgelegt. Man muss ihn nur danach fragen oder man läuft nicht schnell genug weg. Abkömmling einer gefallenen Adelsfamilie, Taten voller Heldenmut – vielleicht hat er mal eine Prinzessin gerettet, oder zwei…“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 06, 2018 11:06 pm

"Oh, also erstmal waren sie recht begeistert davon, dass ich zwei von ihnen einfach so im Kampf besiegen konnte und dann war es natürlich auch von Vorteil einen Menschen als Köder zu haben, wenn man ein Menschendorf überfallen wollte. Das übliche 'Jungfrau in Not'-Szenario eben. Dass die wenigsten erkannt haben, dass ich weder Jungfrau, noch in Nöten war, ist den Leuten so eben zum Verhängnis geworden." Selina zuckte lässig mit den Schultern. "Die Wildländer fanden das jedes Mal furchtbar amüsant, wie leicht ihre Überfälle dadurch geworden sind. Als ich das eine Weile durchgezogen hatte, haben sie mir irgendwann weit genug vertraut, dass ich auch am üblichen Sittenleben teilnehmen durfte.", erzählte sie.

Aber genug von ihr selbst. Outis hörte sie anschließend wieder gespannt zu. Als wirklich gute Personen konnte man die beiden wahrscheinlich auch nicht bezeichnen. Vor ein paar Stunden haben sie immerhin die glorreiche Idee, ein Dorf Todkranker auszunehmen und diese ihrem Schicksal zu überlassen, gehabt. Andererseits wollte Selina nicht vorstellen, wie der Rest, von dem Outis so sprach, war. Sie hatte bereits ihren Anteil an Psychopathen dieser Welt erleben dürfen und das war ihr bereits genug.
"Und was ist deine Geschichte?", wollte sie nun wissen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 06, 2018 11:47 pm

„Was? Du bist keine Jungfrau mehr?“, gab sich Outis schockiert, ehe ihn sein unterdrücktes Lachen allzu offensichtlich verriet. „Jungfrau in Nöten also.“ Der Söldner versuchte sich Selina in dieser Rolle vorzustellen. Offenbar hatte er seine Probleme damit. „Ich glaube die Armbrust passt besser zu dir.“

„Meine Geschichte ist langweilig aber wahr“, behauptete Outis. „Als ich ein Kind war, haben mich meine Eltern in Perlfurt bei einer Amme zurückgelassen. Angeblich wollten sie zurückkommen. Als die Münzen, die die Amme bekommen hatte, aufgebraucht waren, setzte sie mich vor die Tür. Es blieb die Straße. Keine sehr schöne, aber eine lehrreiche Zeit. Irgendwann hat mich Memeck, den sie auch ‚Schakal‘ nannten, aufgegabelt. Die Söldnerhaufen brauchen ständig Nachwuchs, den sie durchheizen können. Ich habe mich länger gehalten, als die meisten – halte mich immer noch. Und am liebsten ist es mir, wenn ich von dem übrigen Haufen niemanden sehen muss. Es gab natürlich immer wieder mal Ausnahmen wie den Kleinen Bären, aber die machen es meist nicht lange. Im Großen und Ganzen ist auch das Söldnerleben eher eine Lehrreiche, als eine schöne Zeit. Ich habe noch keine Prinzessin gerettet, kämpfe auch insgeheim nicht für das Gute in der Welt, sondern nur für meinen Geldbeutel, und falls meine Eltern gefallene Adelige waren, dann weiß ich nichts davon.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Jun 07, 2018 6:24 pm

Das mit Perlfurt hatte er vorher bereits erwähnt. Selina ist zwar auch recht früh aus Ivonwest geworfen worden, aber das war wahrscheinlich nichts im Vergleich dazu von den eigenen Eltern zurückgelassen zu werden. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, wie Outis sich damals gefühlt haben muss. Tatsächlich konnte sie es sich auch gar nicht vorstellen. Dafür hätte man ja erst einmal so etwas wie Eltern haben müssen.
"Du hast ja als Kind schon einiges erlebt.", bemerkte sie. "Ich wünschte ich wüsste, wie meine Kindheit so war...ob ich jemals eine hatte."

Selina dachte eine Weile über das gesagte nach, bis sie beschloss aufzustehen. Outis war sowieso noch mit dem Schwein beschäftigt, was wahrscheinlich auch noch eine Weile dauern könnte, also wollte sie sich schon einmal um die nächste Aufgabe kümmern, welche in dem Fall darin bestand, einen nahen Bach zu suchen.
"Ich werde mal nach dem Wasser suchen.", kündigte sie an und klopfte dabei etwas Staub und Erde von ihrem Mantel. "...zumindest falls du mich nicht noch bei irgendwas brauchst. Wenn du willst, kannst du auch nachkommen. Ich denke nicht, dass wir uns hier so leicht verlieren werden, aber falls doch...schrei einfach so laut du kannst."
Damit nahm sie Pferdinand mit sich und begann in die Richtung zu wandern, aus der das Wildschwein gekommen war. Wenn sie den Spuren weit genug folgen würde, müsste sie ja irgendwann an den Bach oder Teich gelangen, aus dem das Tier gekommen war.
Kurz nachdem sie gegangen war, fiel ihr allerdings auf, dass es vielleicht keine so gute Idee war, Outis einfach so alleine zu lassen, kurz nachdem er erzählt hat, wie er bereits einmal zurückgelassen wurde. Ihr traute er das doch hoffentlich nicht zu. Sie drehte sich noch einmal zum Söldner um, um sich zu versichern, dass es ihm auch wirklich noch gut ging, bevor sie mit Pferdinand weiterzog.
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Selina

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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Jun 07, 2018 7:51 pm

„Jeder hatte eine Kindheit. Erwachsene fallen nicht einfach vom Baum“, stellte Outis ganz nüchtern fest. Und manchmal vergaß man Dinge auch aus gutem Grund. Doch auf solche Andeutungen verzichtete er. Dass Selina schon einmal nach Wasser suchen wollte, kommentierte er mit einem Nicken. Das Zerlegen eines toten Tieres war nicht die schönste Tätigkeit, bei der man jemanden zusehen konnte. Und bei der Kopfgeldjägerin hatte der Anblick wohl nicht einmal den Reiz des Neuen.

„Ich werde Dich schon finden“, versicherte er. Dafür würde Pferdinand mit seinen Hufabdrücken im weichen Waldboden schon sorgen. Verlassensängste verspürte er keine, als seine Begleiterin ihrer Wege ging. Sie hatten einander versprochen, dass sie diesen einen Tag noch gemeinsam verbringen würden. Und das hatten sie völlig freiwillig getan. Es gab keinen Grund sich nicht daran zu halten oder es zu verheimlichen, wenn sich die Dinge geändert hatten. Daher war es auch eher Zufall, dass er von seiner Arbeit aufblickte, als sich Selina nochmal zu ihm umdrehte. Er verabschiedete sie mit einem flüchtigen Winken, ehe sie vollends zwischen den Bäumen verschwand, und wandte sich dann wieder dem Schwein zu.

Ein wenig später hatte er das Tier soweit zerlegt, wie es an Ort und Stelle sinnvoll war. Es war ausgenommen und ausgeblutet. Häuten würde er es erst an ihrem Lagerplatz, sobald sie sich für einen entschieden hatten. Das gerinnende Blut und die weniger schmackhaften Innereien ließ er für die Krähen zurück. Sie hatten genug, um wählerisch sein. Einige Leckerbissen fanden wieder ihren Weg in die Magenhöhle, ehe er dem Kadaver die Beine zusammenband, um ihn besser schultern zu können. Wie er angenommen hatte, war es kein sonderliches Problem den Pferdespuren zu folgen. Auch wenn er mit der Jagdbeute langsamer vorankam, als es Selina wohl getan hatte.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Jun 07, 2018 10:52 pm

Den Spuren des Wildschweins zu folgen stellte sich als gar nicht einmal so einfach wie anfangs erwartet heraus. Das Tier musste durch verschiedenste Büsche gewandert sein, die den Weg für Selina und das Pferd so gut wie unpassierbar machten. Letztendlich landete sie allerdings nahe genug am Gewässer, dass sie bereits entfernt einen Bach plätschern hörte und so nur noch ihrem Gehör folgen musste.
Das Bett war zum Glück an vielen Stellen sehr flach, was es leichter machen würde, Pferdinand am Rande des Baches anzubinden, damit dieser sich dort auch etwas erholen könnte. Dabei fiel Selina wieder ein, dass er die letzten Tage in einem Stall untergebracht war und sie fragte sich, ob er heute wohl schon genug Futter für die ganze Reise erhalten hatte. Dieser Wald eignete sich nicht sonderlich gut zum grasen, also konnte Selina nur hoffen, dass es ihr der Hengst nicht zu übel nehmen würde, einen Tag hungern zu müssen.

Selina band das Pferd an einer Stelle an, an der es zumindest ein wenig am Gras nibbeln konnte, während sie den Bach auf der Suche nach einem geeigneten Ort für ein Lager ablief. Nicht allzu weit entfernt fand sie eine Stelle, die weniger schlammig war als der Rest und zudem genug Platz für Outis und sie sowie ein Feuer bot. Das müsste wohl fürs erste reichen.
Kaum wollte sie sich wieder auf den Rückweg machen, sah sie Outis schon in der Ferne auf Pferdinand zusteuern.
"Hier drüben!", machte sie mit einem Winken auf sich aufmerksam, bevor sie auf den Söldner zulief. "Brauchst du Hilfe?", fragte sie anschließend beim Erblicken des toten Tieres auf Outis' Schultern. "Ich habe am anderen Ufer eine gute Stelle gefunden. Wenn du so über Bach kommst, können wir gleich ein Lager aufschlagen."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Jun 08, 2018 12:25 am

Den Spuren, die Pferdinand hinterlassen hatte, nach zu urteilen, hatte es Selina nicht leicht gehabt. Da war manches Dickicht zu umrunden gewesen, um die Spuren des Wildschweines zurückzuverfolgen. Outis hatte den Vorteil, dass ihm die Hufabdrücke des Rosses verrieten welche Wege sich die Kopfgeldjägerin gebahnt hatte und wo sie gezwungen gewesen war wieder umzukehren. Schließlich drang das Rauschen des Baches auch an seine Ohren und kurze Zeit danach sah er Pferdinand an einigen spärlichen Grasbüscheln knappern und beschleunigte seine Schritte.

Doch noch ehe er das Reittier erreicht hatte, machte sich Selina bemerkbar und Outis ließ Pferdinand links liegen. Sein Charme konnte einfach nicht mit dem seiner Besitzerin mithalten. „Es geht schon“, versicherte der Schwertkämpfer ihr. Und tatsächlich kam er recht gut voran, wenn man bedachte, dass das Schwein einiges wiegen musste. Der Söldner war zwar nicht besonders groß oder breit gebaut, aber die Jahre des unsteten Lebens hatten ihn zäh werden lassen. Und selbst die glitschigen Steine des Bachbettes schienen ihm keine sonderlichen Schwierigkeiten zu bereiten. Schließlich war es für einen Nahkämpfer eine wichtige Fähigkeit auf den Beinen zu bleiben. Hinzufallen erhöhte das Risiko zu sterben drastisch und ein blutgetränktes Schlachtfeld war ein tückischer Untergrund, auf dem man allzu leicht ausrutschte.

„Wo ist jetzt unser Lager?“, fragte er grinsend, als er bei Selina angekommen war. Sie hatte nicht zu viel versprochen. Trotz der Nähe zum Fluss war es hier trocken und das Lagerfeuer würde weit genug von den Ästen der umstehenden Bäume entfernt sein. „Bist Du so gut etwas Feuerholz zu sammeln, während ich unserem Glücksschwein die Haut abziehe und die Bratenstücke zurechtschneide?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Jun 08, 2018 10:26 pm

"Für dich doch alles.", antwortete sie mit einem neckischen Grinsen. Sie hätte dem Söldner ja gerne noch einen weiteren Kuss auf die Wange gegeben, bevor sie verschwand, aber im Moment versperrte ihr ein totes Wildschwein den Weg, weshalb es bei einem Zwinkern bleiben musste.
Zugegebenermaßen hatte Outis, so blutig wie er jetzt aussah, einen ganz neuen Reiz. Plötzlich verspürte Selina ein wenig das Bedürfnis, ebenfalls etwas oder jemanden zu zerreißen, nur um sich mit dessen Blut übergießen zu lassen. So eine schöne, dichte Farbe...
Was zur - Gleichzeitig überrascht und verstört von den eigenen Gedanken blinzelte Selina ein paar Mal und schüttelte anschließend den Kopf, um sie ganz loszuwerden. Was war denn das gewesen?

Die Kopfgeldjägerin verschwand schnell über einen Hügel, um sich dort auf die Suche nach passenden Ästen und eventuell ein paar trockenen Gräsern zu machen. Dieser Wald musste einer der wenigen Orte in Katarina sein, die nicht völlig tot oder verdörrt waren, was die Suche nicht zu einfach machte. Trotzdem ließ sich nach einer Weile genug Feuerholz finden, sodass Selina mit vollgepackten Armen wieder zum Lager zurückkehrte.
"Ich bin zurück.", kündigte sie sich unnötigerweise an. Outis hätte sie wahrscheinlich so oder so kommen hören.

Sie warf das Holz nieder und begann aus einigen passenden Stöcken den Ansatz eines Lagerfeuers zu formen. Dann nahm sie einen Zweig und eine Handvoll des trockenen Grases entgegen. Wie lange war es jetzt nur her, seitdem sie das letzte mal ein Feuer ohne zusätzliche - besser gesagt magische - Hilfe entfacht hatte? Es wäre schon etwas peinlich, sollte sie es nicht gleich auf Anhieb schaffen.
Ihr Blick fiel wieder kurz auf Outis. Bis zu einem bestimmten Grad vertrauten sie sich doch schon, aber wollte sie ihm wirklich so weit vertrauen? Eigentlich sah sie keinen Grund, der dagegen sprach. Abgesehen davon, gab es in ihr immer noch diesen kleinen Teil, der gerne mit allem prahlte und zudem hatte sie immer noch das Gefühl, als müssten sie über ein paar Dinge, die in der Hexenhütte gefallen waren, sprechen.
"Hey...", begann sie etwas zögernd. "Willst du sehen, wieso ich die Hütte im Wald vorher nicht betreten konnte?"
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Sa Jun 09, 2018 2:00 am

„Ich sehe Du warst erfolgreich.“ Doch auch Outis war nicht untätig gewesen. Als Selina zurückkehrte, hatte er bereits zwei Fleischstücke hergerichtet, die aussahen als wolle er damit eine kleine Armee versorgen. Die würden natürlich brauchen, bis sie durch waren, weshalb er dünne Streifen Schweinebauch um noch grüne Stöcke, die er irgendwo abgeschnitten haben musste, wickelte. Eine Kleinigkeit gegen den akuten Hunger. Den Rest würde er später herrichten, erst einmal musste ohnehin das Feuer entfacht und abgewartet werden, bis sie ordentliche Glut hatten.

Während die Kopfgeldjägerin das Holz aufschichtete, begann der Söldner damit Kindskopfgroße Flusskiesel herbeizuschaffen und diese um die geplante Feuerstelle herum in einer Art aufzurichten, die tatsächlich an die Wildlande erinnerte. Zumindest an die Art, wie der Stamm des Kleinen Bären seine Kochstellen vorbereitet hatte.

Er wollte gerade fragen, ob sie Hilfe mit dem Feuer benötigte, als ihm Selina mit ihrer Frage zuvor kam. „Das kommt darauf an. Willst Du es mir denn zeigen?“ Er konnte sich vorstellen, dass dazu einiges an Vertrauen erforderlich war. Und trotz der Vertrautheit, die er selbst verspürte, war er sich bewusst, dass sie sich eigentlich noch nicht lange genug kannten, um diese logisch zu rechtfertigen. Und außergewöhnliche Fähigkeiten konnten nun einmal neben Respekt, Anerkennung und Bewunderung auch Neid, Missgunst und Furcht hervorrufen.

Wie würde er reagieren, wenn er einen Beweis für waschechte Magie zu Gesicht bekäme? In einer Art und Weise, die Selina nicht verletzten würde, hoffte Outis. Doch es war eine Erfahrung, die er noch nicht gemacht hatte. Wie konnte er sich also sicher sein, dass er das in ihn gesetzte Vertrauen nicht verraten würde?
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Jun 10, 2018 6:22 pm

Selina zuckte mit den Schultern. "Ach, ich sehe nicht, was dagegen spricht."
Sie hatte es sowieso schon immer als seltsam empfunden, dass sie diesen Teil von ihr verstecken sollte. Offenbar gab es ja mehrere Leute, die ein ähnliches Potential besaßen, also was war so "ungewöhnlich" daran? Sollte sich doch eher der Rest verstecken, der ohne Magie offensichtlich schwächer war.

"Also gut, pass auf..." Selina platzierte den Zunder auf einem flachen Stück Holz und begann anschließend einen der Stöcke zwischen ihren Handflächen darauf zu reiben. Bis jetzt war noch nichts außergewöhnliches daran. Wahrscheinlich hätte es ein normaler Mensch auch nicht viel anders gemacht.
Nur ließ Selina die Spindel irgendwann plötzlich los, wobei diese nicht stehenblieb oder umfiel, sondern sich sogar noch schneller als zuvor wie von selbst bewegen zu schien. Selina hielt ihre Hand nahe am Holz, damit sie die besser kontrollieren konnte, dass der Stock auch sein Gleichgewicht behielt.
Auf diese Weise dauerte es nicht lange, bis ein Funke auf das trockene Gras in der Nähe übergesprungen war. Mit einer kleinen Schnipsbewegung in die Luft beförderte die auch dieses auf den kleinen Holzhaufen, den sie zuvor errichtet hatte. Die Spindel von eben fiel dafür wieder unbewegt um.

Eine kurze Weile später hatte es Selina mit ein wenig mehr Zunder und genügend Luft geschafft, ein kleines Feuer zu entfachen. Für einen Moment beobachtete sie es noch aufmerksam, um sicherzugehen, dass es nicht sofort wieder erlöschen würde, aber vorerst sah alles ganz gut aus.
Dann sah sie wieder zu Outis und wurde plötzlich ganz aufgeregt, als sie das Gefühl überkam, dass sie sich vielleicht doch etwas mehr Zeit hätte lassen sollen, bevor sie ihm gleich echte Magie vorführt. Aber jetzt war es wohl auch schon zu spät, seine Meinung zu ändern.
"Und dafür wurde ich einmal aus Ivonwest geworfen.", meinte sie anschließend und hoffte unbewusst, dass Outis sie deshalb nicht ebenso schnell verlassen würde.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am So Jun 10, 2018 11:50 pm

Outis sah der Demonstration Selinas sichtlich gespannt und fasziniert zu. „Also keine fliegenden Feuerbälle…“ Es wirkte nicht so, als sei er deshalb enttäuscht. Nur eben, als sei die Magie, die er zu sehen bekommen hatte, anders gewesen, als er sie erwartet hatte. Kein Wunder, wenn man bedachte, dass er alles andere als ein Experte auf diesem Gebiet war.

Dennoch konnte er nicht umhin darüber nachzudenken wie sich der Zauber nutzen ließ. Doch besonders weit kam er dabei nicht. Die Fragen, die es zu beantworten gegolten hätte, waren zu zahlreich, als dass er eine davon zu greifen bekommen hätte. Und die Antworten waren natürlich noch flüchtiger.

Was konnte alles bewegt werden? Welche Arten der Bewegung konnten ausgeführt werden? War die Reichweite begrenzt? „Wirkt nützlich“, sagte Outis schließlich schwach. Irgendwie schien er das Gefühl zu haben, dass das zu wenig gewesen war. „Brauchst Du die dann überhaupt?“, fragte er deshalb mit Blick auf die Armbrust.

Und dann rannte ihn beim Gedanken an Bolzen, die wie von Geisterhand ihren Weg in die Herzen der Gegner fanden, ein wohliger Schauer über den Rücken. DAS wäre eine nützliche Anwendung. Schon schlich sich das Glitzern eines Berufskämpfers beim Anblick einer besonderen Waffe in seine Augen. Dicht gefolgt von einem Anflug schlechten Gewissens. Selina war keine Waffe. Jedenfalls nicht mehr als er, der er sein Geld damit verdiente zu töten, eine war.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Jun 11, 2018 1:26 pm

"Nein, leider nicht.", lachte Selina auf den Kommentar mit den Feuerbällen hin. "Ich hab aber von Magiern gehört, die so etwas können. Tatsächlich durfte ich sowas aber auch noch nicht miterleben."
Sie stocherte abwesend etwas im Lagerfeuer herum. Die einzigen Magier, die sie bis jetzt getroffen hatte, waren Sky, die zwei Leute, die ihr den Zähmer abgenommen haben und - falls man das überhaupt dazuzählen konnte - ein Wildländer-Schamane. An die Magie der beiden Schwingen konnte sich Selina nicht mehr gut erinnern, aber Sky hat diese seltsame Fähigkeit besessen, mehrere Gestalten, die wiederum ihre eigene Fähigkeiten besaßen, anzunehmen. Das hatte sich die Kopfgeldjägerin auch immer als extrem nützlich vorgestellt. Niemand würde einen wirklich kennen, wenn man unter so vielen Persönlichkeiten wandeln konnte.

"Und ja, die brauche ich wirklich...naja 'brauche'.", war die Antwort auf Outis' Frage. "Im Kampf würde sich die Magie praktisch nur anfühlen, als würde ich versuchen jemanden mit bloßen Händen zu töten. Auf Dauer wird das etwas anstrengend und ist auch nicht sehr effektiv. Eine echte Waffe lohnt sich dann eher. Sieh die Magie mehr wie eine Hilfe.", versuchte sie zu erklären.

Der Blick in den Augen des Söldners entging auch ihr nicht und plötzlich fand sich Selina in Schavenna wieder. Diesen Blick hatte sie schon einmal gesehen, zwar nicht bei Outis, aber die andere Person war ebenfalls jemand gewesen, dem Selina einst sehr nahe gestanden hat. Ein ungutes Gefühl durchzog die Kopfgeldjägerin. Sie konnte sich jetzt nur einreden, dass sie älter war und in der Lage war, Outis besser einzuschätzen und im Moment sprach nichts dagegen, weiter Zeit mit dem Söldner zu verbringen.
"Ich hoffe, ich habe dich damit jetzt nicht eingeschüchtert oder so."
Er wirkte nicht sonderlich ängstlich, aber Selina fragte dennoch nach, um sicherzugehen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Jun 11, 2018 9:01 pm

„Im Nahkampf könnte eine dritte Hand, die dem Gegner unvorhersehbar und unerwartet einen Schlag versetzt, äußerst hilfreich sein.“ Fast klang es, als habe Outis das Gefühl Selina trösten zu müssen, weil ihre Magie nicht dazu geeignet war damit auf einen Schlag Menschenleben auszulöschen. Als wäre das Töten das einzige, auf das es einer jungen Frau ankommen könnte.

Der berechnende Ausdruck war noch schneller aus den Augen des Söldners verschwunden, als der Tagtraum sie könne mittels ihrer Magie womöglich dutzende Projektile zugleich verschießen, ausgeträumt war. „Du bist immer noch die gleiche Selina, mit der ich die letzten Tage verbracht habe, oder? Weshalb sollte ich dich nun fürchten?“, fragte er mit einem fast jungenhaften Grinsen. Ein seltsamer Ausdruck im Gesichte eines Mannes, der so viel Gewalt mitangesehen und verübt hatte.

„Aber jetzt würde ich erst einmal ein Bad vorschlagen. Das Feuer braucht noch eine Weile, bis es weit genug niedergebrannt ist, um darauf unser Essen zu braten. Und das viele Blut, das an mir klebt, lockt die Fliegen an. Ich würde es vorziehen mich wieder halbwegs sauber zu fühlen. Kommst Du mit?“ Schon suchten Outis Augen den Bachlauf nach einer passenden Stelle ab und blieben an einem Becken, das vom Wasser ausgespült worden war, hängen. Das schien optimal und der Untergrund schien dort auch eher kiesig als schlammig zu sein.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Jun 11, 2018 10:28 pm

"Oh, der Nahkampf ist etwas ganz anderes...", meinte Selina. Es wäre wahrscheinlich zu kompliziert Outis zu erklären, wie sie durch ihre Magie in der Lage war ganze Wände mit bloßen Fäusten einzureißen, also ließ die es bei dieser vagen Aussage bleiben.
"Und ich weiß nicht...manchmal habe ich einfach das Gefühl, als würde ich die Leute verschrecken, wenn sie erfahren, dass ich zu mächtig für sie bin. Viele bekommen dann einfach Angst." Sie sah etwas betrübt zur Seite und zuckte mit den Schultern. Oft hatte sie auch schon damit zu kämpfen gehabt, ständig die Leute, die ihr eigentlich wichtig waren, zu verletzen. Sie tat es ja nicht einmal mit Absicht. Es war nur so, dass sie teilweise stärker war, als sie einschätzte und dazu kam noch ihre eh schon recht aggressive Art...
"Aber gut zu wissen, dass du da keinen Unterschied siehst." Selina rückte ein Stück näher an Outis und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Ja, es fühlte sich tatsächlich gut an, mal wieder jemanden gefunden zu haben, den man gern hatte und der nicht gleich weglaufen würde, wenn Selina sich als nicht ganz so perfekt wie erhofft herausstellte.

"Wie könnte ich dazu nur je 'nein' sagen?", entgegnete sie kokett auf die Frage hin. "Eigentlich mochte ich dich ja so blutig. Trotzdem sollten wir dich wohl am besten aus diesen Sachen befreien."
Noch bevor Outis irgendwie antworten könnte, zog Selina ihn in einen erneuten Kuss, während ihre Hände damit beschäftigt waren, das Lederwams zu öffnen.
Wie nah sie sich doch in so kurzer Zeit gekommen waren... Aber Selina hatte auch nichts dagegen einzuwenden. Stattdessen galt es jetzt einfach, die restliche Zeit miteinander zu genießen, bevor sie sich demnächst wieder trennen müssten.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Jun 11, 2018 11:35 pm

„Warum jemanden fürchten, nur weil er mächtig ist? Sollte man nicht lieber versuchen selbst stärker zu werden?“ Für Outis schien es tatsächlich so einfach zu sein. „Es gibt genug Leute, die mich fürchten, weil ich ein Schwert habe, weil ich weiß wie man damit umgeht und weil ich damit für den Meistbietenden kämpfe. Für die meisten Leute bin ich – durchaus zurecht – ein ebenso großes Übel, wie es irgendein Magier sein könnte. Jemand, der nicht davor zurückschrecken würde ihnen Haus und Hof anzuzünden. Wir sind beide tödlich, wenn es darauf ankommt. Ob mit Eisen oder Magie macht da keinen Unterschied. Und unter Freunden sollte man darauf vertrauen, dass die jeweilige Waffe nicht einmal im Streit gegen den anderen erhoben wird. Sonst könnte es für einen von uns übel ausgehen.“ Er war sich nicht so sicher, dass er das sein würde. Es war alles eine Frage der Geschwindigkeit.

Das Blut schien Selina zwar nichts auszumachen – sie ließ sich dadurch nicht einmal davon abhalten sich an ihn zu schmiegen – aber die Idee mit dem Bad fand dennoch Anklang bei ihr. Und Outis mochte die Art und Weise, auf der seine Idee Anklang fand. Er erwiderte ihren innigen Kuss, ohne sich an dem metallischen Geschmack zu stören. Offenbar hatte er auch Blutspritzer im Gesicht gehabt, die Selina aber nicht davon abgehalten hatten seine Lippen mit den ihren zu versiegeln. Und als sie ihm dabei half seine Kleider loszuwerden, entschied er sich dazu diesen Gefallen zu erwidern, obwohl die ihr Gewand gar nicht blutig war.
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