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Geschenkt ist nur der Tod

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Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di März 20, 2018 11:43 pm

das Eingangsposting lautete :

„Wenn Du Dich erholt hast, suchen wir uns irgendeinen lukrativen Auftrag und ich zahle meine Schulten zurück“, hatte Outis einige Tage zuvor im ‚Goldenen Auerhahn‘ versprochen. Und er hätte lügen müssen, wenn er behauptet hätte, dass er die Worte seither nicht das eine oder andere Mal bereut hätte. Denn das besagte Gasthaus war mehr als nur eine Spur zu nobel für seine Ansprüche und die Schulden waren seit diesem Ausspruch nicht weniger geworden. Selbst Wasser hatte hier seinen Preis. Dafür war es aber auch sauber und er hatte bisher keine Magenkrämpfe von diesem ungewohnten Getränk bekommen.

Wie leicht wäre es doch gewesen die verletzte Selina liegen zu lassen und sich davonzuschleichen. Er hätte irgendwo im Gassengeflecht der Stadt verschwinden oder sein Glück fortan in irgendeiner anderen Ansiedlung versuchen können. Andererseits hieß es, dass man sich im Leben immer zweimal begegnete. Und er hatte kein gesteigertes Bedürfnis danach einer Kopfgeldjägerin zu begegnen, die noch eine Rechnung mit ihm offen hatte.

Außerdem war die Aussicht darauf, gemeinsam mit Selina einen Auftrag anzunehmen, nicht wirklich abschreckend. Ihrem Geldbeutel nach zu schließen hatte sie ein glücklicheres Händchen für Geschäfte als er – oder sie war einfach nur sehr viel besser darin ihr hart erarbeitetes Gold beisammen zu halten – und er mochte ihre direkte Art. Nichts war schlimmer, als Mädchen, die aus jeder Kleinigkeit ein Ratespiel machten. Zumal er schon lange den Verdacht hegte, dass Männer bei solchen Spielen nur verlieren konnten.

Nur der Gedanke daran einen guten Teil des Gewinnes gleich wieder abdrücken zu müssen, hinterließ einen faden Beigeschmack. Schließlich hätte man die klingenden Münzen auch in harten Alkohol oder die eine oder andere Stunde in der süßen Gesellschaft leichter Mädchen investieren können. Aber man konnte eben nicht alles haben im Leben.

Inzwischen ging es seiner Gönnerin ein gutes Stück besser und wenn er sie richtig einschätzte, würde ihr die Rolle der Patientin bald langweilig werden. Darum hatte er heute darauf verzichtet Selina Gesellschaft zu leisten und stattdessen damit begonnen sich in der Stadt nach möglichst lukrativen Aufgaben umzuhören. Pünktlich zum Abendessen war er wieder da. Heute würde er sich das Zweitbilligste von der Karte gönnen. Denn es war eh schon egal und außerdem konnte er keine Rollgerste mehr sehen.

„Es treiben wohl ein paar Vandalen ihr Unwesen in der Stadt. Freche Sprüche gegen die Obrigkeit an Hauswänden“, teilte er Selina seine Erkenntnisse zwischen zwei Bissen mit. „Es ist eine Belohnung auf sie ausgesetzt.“ Allerdings schien er nicht gerade begeistert von der versprochenen Summe zu sein. Sie war genauso lächerlich wie das ‚Vergehen‘, um das es ging.

„Außerdem soll vorgestern Nacht ein zwölfjähriger Lümmel seinen Vater erstochen haben. Er ist seither auf der Flucht. Allerdings war der Vater ein armer Schuster und ich muss dir ja nicht erklären, wie sich das auf das Kopfgeld auswirkt.“ Outis wollte den faden Geschmack, den auch dieser Auftrag bei ihm hinterließ, mit dem Inhalt seines Bechers hinunterspülen und verzog das Gesicht, als er daran erinnert wurde, dass es sich dabei nur um Wasser handelte. „Zuletzt hätten wir eine ‚Hexe‘ in einer nahen Ortschaft. Sie hat ihre Mitmenschen angeblich mit Haarausfall, Hühneraugen und ähnlichen Übeln belegt. Die Dorfbewohner haben ordentlich zusammengelegt, um sie endlich loszuwerden. Entweder ist es sehr gutes Geld für den Kopf eines harmlosen Kräuterweibes, oder gerade so genug, um sich dafür vielleicht mit Magie auseinanderzusetzen.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Jun 12, 2018 12:00 pm

Der warme Atem auf ihrer Haut durchzog Selina mit einem angenehmen Gefühl der Verbundenheit. Sie wollte Outis schon gar nicht mehr loslassen, musste sich allerdings doch kurz von ihm lösen, um die eigene Kleidung abzustreifen - vorsichtig, um die Wunde an der Schulter nicht wieder aufzureißen. Ohne den Mantel kam nun ein wesentlich weiblicherer Körper zum Vorschein, der sonst immer durch dicke lagen Stoff verdeckt war. Das einzige, dass daran erinnerte, dass Selina sich doch von einer gewöhnlichen Frau Unterschied waren unzählige Kratzer und Narben ebenso wie die frisch verbundene Wunde an der Schulter.
Das Leben für den Kampf hinterließ nun einmal seine Spuren und auch Outis schien das gut genug zu wissen. Als Selina mit beiden Händen über seinen Oberkörper fuhr, bevor sie sich wieder an ihn ziehen wollte, fielen ihr auch die vielen Unebenheiten auf seiner Haut auf. Sie stoppte kurz, um Outis zu betrachten und strich dabei sanft über ein paar kleine Narben. Was wohl die Geschichten dahinter waren?
Selina konnte sich nicht einmal mehr selbst an all ihre Geschichten erinnern. Nur die wichtigsten sind in Erinnerung geblieben und wahrscheinlich würde die Narbe an der Schulter auch eine werden. Statt einem gescheiterten Auftrag und einer heruntergekommenen Spelunke würde sie die Schulter jetzt immer mit Outis verbinden. Keine besonders schöne Art, jemanden in Erinnerung zu halten, aber dafür war die Erinnerung selbst umso schöner.

Selina lachte leise in sich hinein. "Ich glaube du musst mich noch ins Wasser ziehen, sonst komme ich wohl nie von hier weg." Mir "hier" meinte sie wohl eher den Söldner selbst. Es war schwer sich von ihm und seiner Wärme zu trennen, selbst wenn es nur für die kurze Strecke zum Bach sein würde.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di Jun 12, 2018 1:52 pm

Den Blicken, die Outis Selina zuwarf, nach zu urteilen, fand er nichts entstellendes an ihren Narben. Vielmehr schienen sie die Kopfgeldjägerin in seinen Augen noch interessanter zu machen und es wirkte, als versuche er in ihnen zu lesen, wie in einem Buch. Nur, dass er bei einem Buch weniger Erfolgsaussichten gehabt hätte. Während Selina ein paar seiner Narben berührte, begann auch der Söldner damit ein paar ihrer auffälligeren Exemplare auf ihrer Haut mit den Fingerspitzen nachzufahren. Ob es Zufall war, dass er dabei ihrem Brustansatz recht nahe kam?

„Das bekommen wir hin“, versicherte Outis, als die Kopfgeldjägerin ihren Unwillen, sich von ihm zu lösen, zum Ausdruck brachte. Abermals nahm er sie in die Arme und hob sie hoch. Wie beim Eindringen in den Aschekreis. So konnte er ihre Haut auf seiner spüren, während sie sich dem Bachlauf näherten. Denn im Moment hätte auch er nicht von ihr ablassen mögen. Und sei es nur für einige Augenblicke.

Es war nicht weit bis zu dem Becken, das er für ihr gemeinsames Bad ausgesucht hatte. Und er war zu abgelenkt, als dass er auch nur bemerkt hätte, wie kalt das Wasser war. So watete er in den Bach, ohne davor für den kleinsten Moment zurückzuschrecken. Leider ließ Outis aufgrund der Ablenkung auch seine Trittsicherheit, die er bei seiner Durchquerung des Wasserlaufes mit dem Schwein unter Beweis gestellt hatte, missen. Er war etwas mehr als knietief im Wasser, als er auf einem glitschigen Stein den Halt verlor und mit einem lauten Platschen auf dem Hintern landete – Selina noch immer fest in seinen Armen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Jun 12, 2018 10:48 pm

"Du trägst mich heute wohl gerne so durch die Gegend.", bemerkte Selina, als sie erneut hochgehoben wurde. "Nicht, dass ich etwas dagegen hätte."
Die letzten Tage, in denen man immer jemanden an der Seite hatte, der sich um einen kümmern würde, hatten sie wohl doch etwas faul gemacht.
Als sie diesmal getragen wurde, schloss Selina ihre Augen und war für einen Moment ganz woanders. Outis hatte sie heute bereits zweimal getragen, also vertraute sie darauf, dass er sie auch diesmal als Ziel bringen würde. Hätte sie nur doch nicht so viel Vertrauen in ihn gesteckt... Dass sie nämlich den einen Moment lang nicht aufgepasst hatte und sich so nicht auffangen konnte, bereute sie spätestens als sie zusammen mit dem Söldner im kalten Wasser landete.

Erschrocken befreite sie sich aus Outis' Armen und ruderte selbst mit den eigenen, in einem Versuch, irgendwie aus dem Wasser zu kommen. Man konnte sie gelegentlich zwischen den kurzen Atemzügen fluchen hören, als sie von Outis weg in Richtung Ufer und wieder zurück hüpfte, nachdem sie bemerkt hatte, dass ihr, so nass wie sie war, außerhalb auch nicht wärmer werden würde. Deshalb sprang sie wie in einer fließenden Bewegung auch wieder auf den Söldner zu und fiel diesem erneut in die Arme, hauptsächlich um sich an ihm wärmen zu können.
"Scheiße, willst du mich umbringen? Das war...mehr als kalt.", hauchte diejenige, die jahrelang in den Wilden Landen gelebt hatte.
Dann bemerkte sie, dass Outis mindestens genauso leiden musste wie sie, vor allem weil er als erster und dazu noch unter sie gefallen war.
"Geht es dir denn gut?", fragte sie deshalb nach.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Di Jun 12, 2018 11:52 pm

„Ich glaube um Dich umzubringen, müsste ich mich geschickter anstellen“, gab Outis zu bedenken. Immerhin hatte ihm der Schreck keine Zeit gelassen, darüber nachzudenken wie kalt das Wasser war. Und jetzt, da er schon einmal über die kritische Stelle hinweg eingetaucht war, blieb er einfach sitzen. Es dauerte nicht lange, bis auch Selina zu ihm zurück kam und in seinen Armen zumindest etwas Schutz vor der Kälte zu finden hoffte. Den gewährte er ihr gern.

„Mir ist nichts passiert, Liebste“, versicherte er. Dieses Wort klang bei ihm so, als wisse er nicht wirklich etwas damit anzufangen, wollte aber zumindest einmal im Leben ausprobieren wie es sich anfühlte es auszusprechen. Vermutlich war es ein Zeichen der Wertschätzung, dass er Selina für diesen Versuch auswählte.

„Zumindest können wir uns nicht beschweren, dass das Bad nicht erfrischend wäre. Und ich habe so eine Idee, wie wir uns nachher wieder aufwärmen können. Oder… vielleicht hilft es auch jetzt schon.“ Versuchsweise ließ er sein Fingerspitzen über ihren Rücken hinabwandern und versuchte mit einem Kuss das Feuer, das in ihm brannte, auch in sie einzuflößen. „Besser?“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 13, 2018 11:56 am

"Liebste? Sind wir jetzt etwa schon so weit, dass wir uns Kosenamen geben?", neckte Selina. Aus seinem Mund klang das Wort auch so gekünstelt, dass sie nicht davon ausging, dass er es wirklich häufig benutzte, oder vorhatte es weiter zu verwenden. Selina selbst hätte anders auch keine Ahnung gehabt, wie sie einen solchen Namen erwidern sollte. Wir nannten sich diese kitschigen Paare denn immer?
Sie wollte allerdings nicht viel länger über das Thema nachdenken. Genauso wenig wie sie darüber nachdenken wollte, dass sie das Bad an eines ihrer ersten Treffen in Schavenna erinnerte, aber sie konnte diese Assoziation nicht vermeiden. Sie bis die Zähne zusammen, während sie versuchte, sich auf andere Gedanken zu bringen und zum Glück war Outis ebenfalls gut darin, sie abzulenken. Und das gelang ihm mit dem Kuss nur zu gut.

Tatsächlich fühlte sie sich sofort viel wärmer, was wahrscheinlich an der Aufregung, einer neuen Person das erste Mal so nahe zu sein, lag. Mit halb geöffneten Augen und als würde sie sich nach mehr sehnen, blickte sie auf Outis, sobald dieser sich wieder von ihr gelöst hatte. "Ja, besser.", flüsterte sie schon fast. "Aber mit mehr Händen auf mir wäre mir gleich noch viel wärmer." Sie legte eine Hand auf die seine und begann sie von der Hüfte über die Taille zu führen und ließ sie letztendlich auf ihrer Brust liegen.
"Viel besser...", murmelte sie zufrieden, während sie ihren Kopf wieder langsam auf Outis' Schulter ablegte.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 13, 2018 1:02 pm

„Ich habe gehört, dass Frauen so etwas gefällt. Es war wohl mein Fehler von normalen Mädchen auf dich schließen zu wollen“, gab sich Outis reumütiger, als er sich anhörte. Doch Selina hatte wohl ohnehin keine Lust das Thema Kosenamen weiter auszureizen und lange wäre er ohnehin nicht mehr zu einem halbwegs geistreichen Gespräch in der Lage gewesen.

„Ich helfe gern“, keuchte er, als ihm Selina zeigte, wie er sie noch effektiver wärmen konnte und er spürte, wie sein Körper auf ihren regierte, obwohl die Kälte des Wassers eigentlich all seine Blutgefäße zusammenzog. Eigentlich war das gelogen. Outis war nicht gerade für seine Hilfsbereitschaft bekannt. Aber es war auch selten so angenehm und aufregend zu helfen.

Die Hand, über die er noch frei verfügen konnte, folgte dem Beispiel der von ihr geführten, wurde mutiger, erkundete die weiblichen Formen, die normalerweise so gut verhüllt waren, und blieb schließlich auf dem Gesäß der Kopfgeldjägerin liegen. Zugleich begann die andere Hand die anschmiegsame Wölbung, auf die sie geführt worden war, zu liebkosen und Outis sog den Duft von Selinas Haar tief in sich ein.

„Das ist hervorragende Medizin, gegen Kälte, die Du da kennst. Und sie wärmt mich ebenso, wie dich“, hauchte er ihr ins Ohr, als würde es sich dabei um ein Geheimnis, das er mit ihr teilen wollte, handeln. Und nicht um eine ziemlich offensichtliche Tatsache.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Jun 14, 2018 12:36 am

Ein leises Stöhnen ankam ihr, als sie den Söldner auf sich spürte. Für einen kurzen Moment fragte sie sich, ob er sie sich in den letzten Tagen je in einer Situation wie dieser vorgestellt hatte, sich gewünscht hat, er könnte sie so berühren wie jetzt. Die beiden hatten sich über mehrere Tage ein Zimmer geteilt. Es überraschte Selina eigentlich schon fast, dass er nicht schon früher einige Annäherungsversuche durchgeführt hat. Aber im Großen und Ganzen war sie zufrieden damit wie die Dinge verlaufen waren. Sie fand dieser Tag würde ein schöner Abschluss sein, wenn man bedachte, dass dieses Treffen mit einem Messerstich begonnen hatte.

Selina schloss die Augen und versank ganz in dem Gefühl von Outis' Berührung. Ihre eigenen Hände hingegen fuhren seinen Rücken hinab und erfühlten dabei die Konturen eines Körpers, der wie ihrer für den Kampf geschaffen war. Vielleicht waren sie dabei etwas zu grob, denn Selina hatte das Gefühl, mehr zu kratzen, als zu streichen. Aber auch das würde einen Kämpfer wie Outis hoffentlich nicht sonderlich stören.
"Schön, dass es dir mindestens genauso gefällt.", antwortete sie zwischen ein paar schweren Atemzügen, bevor sie damit begann den Hals des Söldners zu liebkosen. Unzählige Küsse wanderten von seiner Kehle über den Kieferbogen bis Selina schließlich wieder in sein Ohr flüsterte und ihn dazu anregte weiterzumachen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Jun 14, 2018 1:41 am

Dass Selina weniger sanft mit ihm umging, als es andere Frauen an ihrer Stelle getan hätten, schien Outis nicht zu stören. Ganz im Gegenteil schien seine Leidenschaft dadurch nur noch weiter entfacht zu werden. Und auch er zählte gewiss nicht zu den zärtlichsten Liebhabern, die man sich vorstellen konnte. Sie waren beide Kämpfer und so war es vielleicht nicht weiter verwunderlich, dass ihr Miteinander in gewisser Weise einem Kampf ähnelte.

Doch anstatt zu kapitulieren stachelte jeder von ihnen den anderen nur noch mehr an und der Söldner kam jeder Anregung gerne nach. So war er am Ende ihres gemeinsamen ‚Bades‘ nicht nur sauber, sondern auch angenehm erschöpft und ziemlich ausgekühlt. Mit einem Lächeln, das sogar seine sonst so harten Augen erreichte, hob er Selina hoch, um sie zum Lager zu tragen. Nach den Ereignissen des Tages schien ihm dies ganz natürlich.

Im wärmenden Kreis des Feuers bettete er sie auf ein Lager aus ihren abgestreiften Kleidern und setzte sich, nackt wie er war, neben sie um sich etwas auszuruhen. Geistesabwesend strich er mit seinen Fingern durch Selinas Haar und versuchte gar nicht erst seine Gedanken zu sortieren. Er ließ sie einfach in dem wunderbaren wilden Chaos, in dem sie sich derzeit befanden, dahintreiben. Alles andere konnte warten.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Jun 14, 2018 11:54 pm

Kaum lag Selina auf dem Klamottenberg, griff sie sich das nächstbeste Kleidungsstück, in diesem Fall ihr Hemd, und begann dieses wie ein Kissen zu umklammern. Das Bad sowie die jetzige Kälte hatten sie so erschöpft, dass sie eine kurze Weile nur ruhig dalag und den Moment genoss. Zumindest so lange, bis ihr doch etwas zu kalt wurde und sie das Hemd locker anstreifte. Anschließend setzte sie sich auf und hakte einen Arm bei Outis ein, wobei sie sich wieder leicht an ihn lehnte.

Am liebsten hätte sie ihm gerade tausendmal gesagt, wie gerne sie ihn doch hatte, aber für den Moment kam es ihr etwas zu unpassend vor und mittlerweile sollte Outis wohl selbst gemerkt haben, dass er Selina mehr bedeutete als andere, selbst mit anderen kleinen Affären verglichen - es gab immerhin einen Grund, warum diese stets klein geblieben sind.
Trotzdem war Selina nicht sonderlich der Typ für Stille, weshalb sie irgendwann nach einem Weg suchte, diese irgendwie zu brechen und dabei fiel ihr auf, dass sich sie und Outis gar nicht einmal so gut kannten. Sie hatten zwar die ein oder andere Geschichte ausgetauscht, aber alles hatten sie in ein paar Tagen doch nicht über den jeweils anderen erfahren können.
"Erzähl mir etwas über dich.", sagte sie nach einer Weile des Schweigens, während sie in das mittlerweile größere Feuer blickte. "Egal was. Erzähl mir von deinen liebsten Dingen, einer Kindheitserinnerung, einem erinnerungswürdigen  Auftrag...irgendetwas."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Jun 15, 2018 1:04 pm

Outis genoss diesen Moment der Zweisamkeit und das Gefühl jemanden an seiner Seite zu haben, ohne etwas dafür tun zu müssen. Wann war das zuletzt der Fall gewesen? Damals bevor seine Ziehmutter ihn rausgeworfen hatte. Ja, bis dahin hatte er ‚Geschwister‘ gehabt. Oder zumindest hatte er es geglaubt. Wie alt war er gewesen? Sieben? Acht?

Der Blick des Schwertkämpfers hatte sich im Tanz des Feuers verloren, der unwillkürlich das Bild einer ‚Selina Flammenhaar‘ vor seinen Augen heraufbeschwor. Nun, vielleicht hätte sie ihm mit rotem Haar doch auch ziemlich gut gefallen. Natürlich hörte er ihre Bitte über das Knistern des brennenden Holzes hinweg. Aber es dauerte eine Weile, bis der Sinn der Worte in sein Bewusstsein vordrang.

Mit dem Lächeln eines Mannes, der seine Vergangenheit lieber vergessen hätte, drehte er seinen Kopf weit genug zu ihr, um in Selinas Bernsteinaugen versinken zu können. „Ich hatte meine Ziehmutter erwähnt? Ich sollte ihr keine Vorwürfe machen. Sie hat sich so lange um mich gekümmert, wie sie für die paar Münzen, die sie bekommen hatte, konnte. Vermutlich länger als abgemacht war. Sie hatte eigene Kinder zu ernähren. Doch als ich damals auf der Straße landete, empfand ich anders.“

Outis griff nach einem langen Stock, um damit im Feuer zu stochern, dass die Funken stoben. „Sie hatte nicht viel, aber hinter ihrer Hütte stand ein alter Birnbaum. Und einmal im Jahr, zur Birnenernte, hatten wir es uns gutgehen lassen. Nachdem sie mich rausgeworfen hatte, kam ich immer noch zur Birnenernte. In der Nacht. Ich stieg über den Zaun, kletterte auf dem Baum und aß so viele Birnen, wie ich konnte. Und dann warf ich möglichst viele Birnen zu Boden. Mit richtig viel Wucht. Ein paar Jahre ging das gut, dann lauerte mir ihr ältester Sohn, der mal mein großer Bruder gewesen war, auf. Der war zwei oder drei Jahre älter als ich. Ich sprang also vom Baum und über den Zaun. Er hinterher, wobei er sich wohl leicht verletzte. Das hat ihn nicht gebremst und trug auch nicht dazu bei seine Laune zu bessern.“

Der Söldner betrachtete die Glut, die sich an der Spitze seines improvisierten Schürhakens gebildet hatte, und zog damit orangene Schlieren durch die Luft. „Durch halb Perlfurt ging die Verfolgung. Dann hatte er mich. Er war größer, er war weniger abgemagert. Aber ich habe ihm ordentlich eingeheizt. Habe ihm ein Veilchen verpasst und ihn duweißtschonwohin getreten. Ehe er mich wirklich übel zurichten konnte, kam ein Söldner des Weges und unterbrach unseren Kampf. Der Schakal Memeck schickte den anderen Jungen weg, lobte meinen Kampfgeist und nahm mich in seiner Horde auf. Ich habe Jahre gebraucht, um zu begreifen, dass ich ihm dafür keinen Dank schulde. Dass er damit rechnete mich bald darauf sterbend auf irgendeinem Schlachtfeld zurückzulassen, wie so viele andere Jungen auch…“

Outis verfiel in Schweigen. Ließ Selina Zeit etwas dazu zu sagen, eine eigene Geschichte zu erzählen oder die Sache sacken zu lassen. So wie auch er sie sacken lassen musste.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am So Jun 17, 2018 2:37 am

"Du warst also schon immer ein Kämpfer.", bemerkte Selina. Outis selbst wirkte auf sie allerdings nicht zu froh darüber. Kein Wunder, es wäre wohl schöner gewesen eine echte Kindheit zu haben statt sich Tag für Tag durchschlagen zu müssen, nur um letztendlich von jemandem ausgenutzt zu werden - Moment, das klang doch etwas bekannt.
Selina konnte sich trotzdem nicht darüber beklagen, was diese Jahre aus Outis gemacht hatten. Sie wusste zwar nicht, was aus ihm geworden wäre, wäre er nicht in Perlfurt zurückgelassen worden, aber etwas sagte ihr, dass dann ein wenig des "Charmes", der ihn jetzt so ausmachte, fehlen würde. Und er wäre womöglich auch kein Söldner geworden, weshalb sich die beiden vielleicht niemals getroffen hätten, was ehrlich gesagt auch recht schade gewesen wäre.

"Aber ich verstehe, dass du damals so wütend warst. Ich war auch ein ziemlich wütendes Kind...nun ja, Jugendliche. An eine Kindheit erinnere ich mich immerhin nicht.", begann nun auch sie zu erzählen. "Eine Weile lang durfte ich den Ort, an dem ich aufgewachsen bin, gar nicht verlassen, weil mein Ziehvater Angst hatte, dass ich außerhalb Chaos stiften könnte. Um es ganz genau zu sagen: ich wurde in einem Leuchtturm außerhalb der Stadt untergebracht, da man jemanden wie mich nicht auf 'normale Menschen' loslassen konnte. Aus irgendeinem Grund dachten ein paar sogar ich wäre verflucht." Bei dem Gedanken musste Selina leise lachen. Nicht nur, weil sie ihn einfach lächerlich fand, sondern auch weil er sie etwas an das Dorf von heute und dessen schweren Fluch erinnerte. Die armen Leute würden einfach vor sich hinsterben und nicht einmal wissen wieso...
"Jedenfalls: ich konnte ja nicht mein  ganzes Leben im Turm verbringen, also durfte ich gelegentliche Ausflüge in die Stadt machen...und wie sich herausstellte bin ich im Turm wohl wirklich besser aufgehoben gewesen. Es gab kaum einen Tag, an dem ich nicht irgendeinen Kampf angefangen hab - zu meiner Verteidigung: ich habe mich nur selten schwer verletzt und die anderen hatten es natürlich immer verdient." Die seufzte kurz. "Es war nicht immer leicht, die vielen blauen Flecken und Kratzer vor meinem Vater zu verstecken, aber immerhin habe ich in der Zeit nützliche Erfahrungen gesammelt. Spätestens bei den Wildländern habe ich die brauchen können."

Selina sah zu Outis auf und kuschelte sich dabei ein wenig fester an den Arm, den sie ihm geklaut hatte. "Wir waren schon brutale Kinder...", kommentierte sie die beiden Geschichten, wobei das 'brutal' bei Outis eher auf seine Ausbildung bezogen war. Birnen zu zerstören klang für Selina nicht sonderlich schlimm.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am So Jun 17, 2018 10:19 am

Outis konnte sich des Eindrucks, so etwas wie eine verwandte Seele gefunden zu haben, nicht erwehren. Sie beide hatten schwere Jugendjahre hinter sich und waren zu Leuten herangereift, die vor allem auf ihren Vorteil bedacht waren. Wohl auch, weil es sonst niemanden gegeben hatte, der darauf geachtet hätte, dass es ihnen gut ging. Er hatte selbst nicht geahnt, wie sehr er einen Verbündeten gegen diese launenhafte Welt vermisst hatte. Jemanden der ihn verstand und ähnlich dachte. Und er hätte nicht gedacht, dass er eine Frau, die so viele Parallelen zu ihm aufwies, so gern haben könnte.

„Idioten“, seufzte er aus tiefsten Herzen, als Selina berichtete wie sie ausgegrenzt worden war. „Die Hälfte der Leute sind Idioten und die andere Hälfte ist zu faul etwas Kluges zu sagen. Warum jemanden kennenlernen, wenn man ihn auch aus der Stadt verbannen kann? Die Idioten wissen doch gar nicht, was ihnen entgangen ist.“ Dass die Kopfgeldjägerin aus ihren Kämpfen meist siegreich hervorgegangen war, empfand er als so selbstverständlich, dass er es gar nicht weiter kommentierte. Ohne sich dessen bewusst zu werden, hatte sich der Söldner stärker an Selina gelehnt. So, dass ihre Körper förmlich aneinander klebten.

„Ich frage mich, warum ich gerade diese Geschichte erzählt habe. Du hattest auch nach schöneren Sachen gefragt. Meinen liebsten Dingen zum Beispiel…“ Bei diesen Worten strichen Outis Finger fast zärtlich über das Heft seines Schwertes. „Ich war noch nicht lange beim Haufen des Schakals. Natürlich hatte ich eine Waffe bekommen. Ein Junge ohne Waffe taugt nicht einmal als Futter für die Wölfe. Ein billiges Schwert. Es war nur ein kleines Scharmützel an der Grenze zu Riguskant, aber die Klinge in meinen Händen brach. Glück, dass in diesem Moment meinem Gegner von hinten der Schädel gespalten wurde. Aber ohne Waffe würde ich nicht lange Freude daran haben noch einmal mit dem Leben davongekommen zu sein.“

Der Kämpfer zog sein Schwert aus der Scheide. Der namenlose Schmied hatte offensichtlich nicht versucht etwas Schönes zu schaffen. Er war damit zufrieden gewesen das Eisen in eine möglichst tödliche Form zu bringen. Doch gerade dadurch hatte er der Klinge eine Art gefährlicher Eleganz verliehen.

„In dem Moment sah ich sie. Ein alter Söldner, der gerade gegen den Habicht kämpfte, hielt sie in seiner Hand. Alte Söldner sind so selten wie fünfbeinige Pferde. Glück und eine gute Waffe gehören dazu. Ich pirschte mich näher heran, darauf bedacht jeden Kampf auszuweichen. Und schließlich war ich nahe genug, dem Alten das, was von meinem Schwert noch übrig war, in den Rücken zu rammen. Der Kerl hatte dem Habicht gehörig eingeheizt, aber dieser machte sich nicht die Mühe sich zu bedanken. Nicht einmal mit einer Geste. Sein Blick war auf dieses Luder hier gerichtet. Er hatte gute Augen der Habicht. Und er war bekannt dafür sich auf alles, was ihm gefiel, zu stürzen wie ein Habicht eben. Sei es nun ein Mädchen, eine Waffe oder ein Pferd. Ich war zu klug, um mich mit der zerbrochenen Klinge zwischen ihn und seine Beute zu stellen. Tat so, als hätte ich das gute Schwert gar nicht bemerkt. Er hielt mich für einen unwissenden Bengel und glaubte es nur zu gern.“ Ein gefährliches und verschlagenes Glitzern lag in Outis Augen.

“Während ich ihm ‚auf der Suche nach dem nächsten Gegner‘ den Rücken zudrehte, beugte er sich über den Toten, um ihm den Waffengurt abzunehmen. Er wollte die passende Scheide für sein neues Schwert. Mehr Zeit brauchte ich nicht. Ich wartete, bis er die Schnalle für mich geöffnet hatte und dann…“ Der Söldner fuhr sich mit dem Finger über die Kehle. Dafür war sein geborstenes Schwert noch lang genug gewesen. „Jetzt gehört sie mir und der Tag, an dem ich dieses Luder aus der Hand gebe, ist der Tag an dem ich sterbe.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mo Jun 18, 2018 7:03 pm

"Und ich dachte schon du würdest mich jetzt bei deinen liebsten Dingen erwähnen.", antwortete sie gespielt enttäuscht.
"Natürlich verstehe ich, dass ich niemals mit so einer Schönheit mithalten könnte." Selina fuhr vorsichtig über die Klinge. Da sie im Moment immer noch leicht fror fühlte sich die kalte Klinge ein wenig unangenehm an, aber Waffen waren auch nicht unbedingt bekannt dafür angenehm zu sein.

Die Kopfgeldjägerin hatte leider keine besondere Geschichte zu ihrer eigenen Waffe zu erzählen. Diese hatte sie damals lediglich in Schavenna gekauft, beziehungsweise kaufen lassen, aber ausgesucht hatte sie die Armbrust ganz gewöhnlich bei einem Bogner. Kein Erlebnis, das spannend genug wäre um es zu erzählen. Auch wüsste Selina im ersten Augenblick nicht, was ihre liebste Sache wäre. Was gab es denn schon Materielles, was ihr wirklich am Herzen lag? Armbrust und Gitarre waren ihr schon wichtig, aber sie würde es wohl verkraften können, würden auch diese Dinge irgendwann verloren gehen. Im Endeffekt konnte man doch so gut wie alles ersetzen. Der liebe Pferdinand war vielleicht eine gute Antwort, aber war er denn wirklich ein "Ding"?
Selinas Blick wanderte unbewusst zu ihrer Weste, in deren Tasche immer noch der Ring der Hexe lag. Sobald sie und Outis sich trennen würden, würde der Ring wahrscheinlich zu einem netten Erinnerer an die Zeit mit dem Söldner werden. Deshalb plante Selina vorerst auch nicht das Schmuckstück, so wertvoll es auch war, zu verkaufen. Sie brauchte das Geld nicht dringend und außerdem hing Selina immer noch an dem Gedanken fest, dass Outis ein Teil des Rings gehörte, selbst wenn er behauptete, ihr seinen Anteil verschenkt zu haben.

"Dann hoffen wir doch, dass es bis zu diesem Tag noch lange hin ist.", meinte Selina, als Outis seine Geschichte ganz beendet hatte.
"Ich kenne mich mit Schwertern ja so gut wie gar nicht aus, aber ich vertraue einfach mal deiner Meinung, wenn du sagst, dass es eine gute Klinge ist." Selina nahm ihre Hand vom Metall und legte sie stattdessen wieder auf Outis' Arm. "Sollten wir uns wieder treffen und genügend Zeit haben, musst du mir unbedingt beibringen, mit so etwas umzugehen."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mo Jun 18, 2018 7:54 pm

„Was könnte ich dir schon über dich selbst sagen, das du nicht selbst schon weißt?“, fragte Outis mit einem Schmunzeln. „Dass die Sonne etwas heller scheint, wenn Du lächelst? Oder dass ich mir bei der nächsten Schlacht vorstellen werde, dass du mir mit deiner Armbrust den Rücken deckst, um mich etwas sicherer zu fühlen? Und in meinen Augen, kannst du mit jeder Schönheit mithalten. Selbst mit diesem gefährlichen Luder hier.“ Der Söldner nahm die Finger vom Heft seines Schwertes und zog dafür Selina etwas näher zu sich. Nahe genug, um ihr einen langen Kuss auf die Lippen zu drücken.

„Ich habe nicht vor sie bald aus der Hand zu legen“, versicherte er. „Und ich werde gerne mit dir üben. Der Umgang mit dem Schwert hat etwas wunderbar Beruhigendes. Selbst, oder gerade in der Schlacht. Wenn das Blutvergießen unausweichlich ist, tut es gut das Gefühl zu haben, dass das eigene Blut den geringeren Anteil ausmachen wird. Außerdem fordert das richtige Führen einer Klinge so viel Aufmerksamkeit, dass keine Zeit für andere Gedanken bleibt. Keine Sorgen, keine falschen Hoffnungen, kein Gestern und kein Morgen.“

Outis wäre gern ewig so neben der Kopfgeldjägerin sitzen geblieben. Aber das war nun einmal nicht möglich. Und so rappelte er sich auf, schlüpfte in sein Hemd und begann damit die vorbereiten Spieße mit Schweinbauch zu umwickeln. Dicht an der Glut platziert, würden die dünnen Streifen bald knusprig sein. In der Zwischenzeit platzierte er die Bratenstücke auf vom Feuer erhitzten Steinen, wo sie langsam schmoren konnten, und begann das restliche Schwein in dünne Scheiben zu schneiden, die er ebenfalls auf den Steinen nah am Feuer platzierte. Dort würden sie liegen bleiben, bis sie völlig ausgedörrt waren.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Di Jun 19, 2018 10:58 pm

"Und genau aus diesem Grund liebe ich Kämpfe auch so sehr." Deshalb und aus dem Grund, dass Selina sowieso so gut wie immer gewann. "Für einen Moment ist man ganz woanders..."
Eigentlich hätte Selina nie besonders darüber nachgedacht, warum sie solche Handgemenge lieber hatte als es die meisten andere Leute taten. Sie ist immerhin nicht dafür ausgebildet worden wie Outis. Sie hatte einfach irgendwann damit angefangen. Vielleicht mochte sie tatsächlich einfach nur das Gefühl, in einer Sache besser zu sein als der Rest...

Selina blickte fast etwas enttäuscht drein, als Outis sich so plötzlich von ihr löste, um sich wieder dem Schwein zu widmen. In gewisser Weise war das eine Erinnerung daran, dass es doch irgendwann weitergehen musste und man sich nicht ewig gegenseitig in den Armen liegen konnte. Aber sie konnte sich nicht beklagen. Immerhin wurde sie jetzt auch noch bekocht.
Sie schlich sich von hinten an den Söldner heran und legte ihre Arme um seinen Oberkörper, während Outis damit beschäftigt war das Essen zuzubereiten.
"Nun, Meisterkoch Outis, welch exquisite Kreation steht heute auf Eurer Karte?", imitierte sie die Personen aus der Gastwirtschaft, in der beide die letzten Tage verbringen durften. Gott, war Selina froh nicht mehr dort festzusitzen. Da hatte sie schon einen Ausflug gemacht, um sich eine Auszeit vom recht langweiligen Burgleben zu nehmen und durfte stattdessen ähnlich hochgestochene Leute wie Valerianas Gäste treffen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Mi Jun 20, 2018 12:43 am

Selina schien ihn tatsächlich zu verstehen. Sogar die Gefühle, die er einer anderen Person gegenüber nicht einmal ausgesprochen hätte. Normalerweise verstörte man die Leute, wenn man ihnen zu erklären versuchte, wie gut sich ein Blutbad anfühlen konnte. Ein Teil dieses tödlichen Malmsturms zu sein. Doch dieses zweisame Schwelgen in Erinnerungen an Gefallene Gegner, konnte nicht ewig andauern. Und das Schwein bereitete sich nicht von alleine zu.

Doch nicht nur Outis schien es schwer zu fallen, von seiner Begleiterin abzulassen. Denn plötzlich war sie wieder hinter ihm und legte ihre Arme um ihn. Statt darauf hinzuweisen, dass etwas mehr Bewegungsfreiraum bei der Arbeit nicht geschadet hätte, genoss er die Nähe.

„Es gibt heute schmackhaftes Dreierlei vom wilden Schwein“, erwiderte der Söldner in nasalem Tonfall. „Bald ist die knusprige Schweineschwarte am angespitzten Baumsprössling fertig. In einigen Stunden gibt es dann Wildferkelbraten vom heißen Stein und die nächsten Tage, bis es uns vom Hals rauskommt, gibt es Dörrfleisch.“

Als die Spieße fertig waren, beschloss der Schwertkämpfer, dass er schon mehr Dörrfleisch vorbereitet hatte, als sie auf ihren weiteren Reisen mittragen wollen würden. Also wandte er sich mit einem Lächeln zu Selina um und streckte ihr ein Stöckchen, das mit einem knusprigen duftenden Fleischstreifen umwickelt war, entgegen. „Lass es Dir schmecken. Ich habe so ein Gefühl, dass Du Deine Kräfte brauchen wirst, ehe es das nächste Mal wieder etwas zu Essen gibt.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Mi Jun 20, 2018 11:11 pm

Selina sah Outis aufmerksam bei seiner Arbeit zu. Das war wirklich ein ordentlicher Haufen Fleisch, das er da auseinander schnitt. Ob sie das wirklich alles aufbrauchen könnten, bevor es schlecht werden würde? Die Reise zur Burg Shion würde wahrscheinlich nicht länger als zwei Tage andauern, also könnte Selina ihren Teil vielleicht noch loswerden.
"Welch ein Luxus. Hier werde ich sogar bekocht." Die Kopfgeldjägerin nahm den Fleischspieß lächelnd entgegen. Dabei ging ihr kurz der Gedanke durch den Kopf, wessen Schwein sie hier überhaupt erlegt hatte. Irgendwem musste dieser Wald immerhin gehören. Andererseits: wer scherte sich schon um Kararinas Adel? Die hatten ohnehin schon mehr als genug. Dass Selina eigentlich direkt für besagten Adel, zu dem auch Valeriana gehörte, arbeitete, ignorierte sie dabei schön.
"Und das denke ich auch.", bestätigte sie Outis' Gefühl, bevor sie einen Bissen vom Wildschwein nahm. Selbst ungewürzt war der Spieß durchaus genießbar. Das Fleisch hatte ohnehin einen starken Eigengeschmack und dadurch, dass es auch noch über offener Flamme gegrillt wurde, bekam es ein sehr angenehmes, wenn auch einfaches Aroma.

Viel Zeit um über das Essen nachzudenken blieb Selina allerdings nicht, da bereits nach kurzer Zeit ein kleiner Fleischklops auf Beinen durch das Feuer sprang, sich dabei einen der Spieße schnappte und kurz dahinter anhielt um die Mahlzeit, die eigentlich für Outis und Selina bestimmt war, zu zerreißen.
"Was zur...", entkam es Selina, als sie noch nicht ganz realisiert hatte, was gerade geschehen war. Überrascht blickte sie sich um, nur um noch zwei weitere Schnapper um das Feuer zu entdecken. Na toll. Das köstliche Fleisch hatte also ein paar Mitesser angelockt. Die Jägerin stieß einen müden Seufzer aus. Musste das denn sein, ausgerechnet jetzt? Sie war zu erschöpft um direkt reagieren zu können und ihre Waffe lag ohnehin außer Reichweite. Der Blick fiel kurz auf Outis Schwert, aber den Gedanken verwarf sie gleich wieder. Es war Outis' Waffe, sie konnte nicht damit umgehen und selbst wenn war sie im Moment nicht in der Lage dazu.
Durch das viele nachdenken hatte sie bereits so viel Zeit verloren, dass die restlichen beiden Tiere direkt auf das Lager zubewegten. Ein Glück, dass Schnapper so verdammt langsam waren. Das machte die Sache etwas leichter, als Selina einen von ihnen magisch daran hinderte sich weiterzubewegen. Die anderen hatte sie allerdings aus dem Blick verloren. Um die müsste sich Outis wohl kümmern.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Jun 21, 2018 8:19 pm

Als Outis davon gesprochen hatte, dass sie ihre Kräfte bald brauchen würden, hatte er nicht unbedingt einen Kampf gegen Schnapper im Sinn gehabt. Hätten sich diese Biester nicht den unzerteilten Rest des Wildschweines als Beute aussuchen können? Aber vermutlich konnten sie von Glück sagen, dass sie nicht gleich angegriffen worden waren. Das Selina so still und konzentriert wirkte und Zeitgleich einer der Schnapper in unnatürlicher Position verharrte, zählte der Söldner eins und eins zusammen und zog sein Schwert, um sich um die anderen beiden Aasfresser zu kümmern.

Eines der Tiere war noch mit dem Fleischspieß beschäftigt, also wollte sich Outis auf das andere, das nicht von der Kopfgeldjägerin gehalten wurde, stürzen, als ihm etwas einfiel, dass er einst in einer billigen Absteige von einem Besoffenen gehört hatte. Obwohl er starke Zweifel daran hegte, dass es wirklich klappen würde, stieß er etwas aus, das wie das Geheul eines frisch kastrierten Hundes klang.

Zu seiner eigenen Überraschung richteten die Viecher sofort ihre volle Aufmerksamkeit auf ihn. Der diebische Schnapper ließ sogar von seinem Fleischspieß ab, um den Söldner aufmerksam zu mustern. Am heftigsten reagierte allerdings derjenige in Selinas unsichtbaren Griff. Mit voller Kraft stemmte er sich gegen die magischen Fesseln. „Könntest Du ihn bitte loslassen?“, fragte Outis mit einer Stimme, die wohl signalisieren sollte, dass er wusste was er tat. Vollkommen sicher schien er sich dessen allerdings nicht zu sein.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Jun 22, 2018 8:35 am

Selina sah erschrocken auf, als sie Outis' Ruf hörte. Was bitte war denn das gewesen? Im ersten Moment hätte Selina das Geräusch auch gar nicht dem Söldner zugeordnet. Ehrlich gesagt wusste sie gar nicht wohin sie es hätte stecken sollen. Es kam einfach so unerwartet. Fast hätte sie dabei den Schnapper aus ihrem Griff verloren, konnte ihn dann aber noch rechtzeitig wieder halten. Was genau Outis damit bewirken wollte, konnte sie auch nicht deuten. Versuchte er sich irgendwie mit den Tieren zu verständigen? Ein wenig schien sein Plan wohl aufzugehen, denn die Schnapper reagierten irgendwie auf den Söldner. Selina war zu fasziniert von der Situation, dass sie den Schnapper in ihrem Griff schon wieder ganz vergessen hatte, als Outis sie darauf aufmerksam machte.

Verwirrt sah sie einmal zu dem Tier vor ihr und wieder zu Outis zurück. Sie wusste nicht, was er vorhatte, aber sie vertraute ihm vorerst. Immerhin schien er irgendetwas bei diesen Biestern bewirken zu können. Sie starrte immer noch verwundert auf ihren Begleiter, während sie ihren Griff löste und der Schnapper schnurstracks den anderen Richtung Outis folgte. Dabei wirkten die Tiere komischerweise mehr interessiert als aggressiv, was man ja eigentlich von diesen Viechern gewohnt war.
"Was machst du da?", fragte sie wobei sie das Geschehen weiterhin aufmerksam verfolgte. Dabei bemerkte sie, dass sie noch immer den Spieß in einer Hand hielt. Vorsichtig steckte sie diesen in den Boden vor ihr, bevor sie sich endlich auch aufrichtete und sich Outis und den Schnappern zuwandte. Ihr Hemd wickelte sie etwas fester um sich, während ihr Blick weiterhin auf der Gruppe ruhte. Sollte Outis' Plan, falls er denn einen hatte, nicht ganz funktionieren wie erwartet, könnte sie ihm so immer noch aushelfen. Aber jetzt war sie erst einmal gespannt darauf, was er vorhatte und was als nächstes geschehen würde.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Jun 22, 2018 12:32 pm

„Wenn das was der sabbernde Willsn sagte richtig war, habe ich wohl den Leitschnapper zum Kampf herausgefordert.“ Gut, dass dieses Geräusch, das der alte Säufer damals vorgemacht hatte, so furchtbar gewesen war, dass er es sich all die Jahre gemerkt hatte. Dass er es nachzumachen vermochte, war der eigentlich erstaunliche Teil der Geschichte. „Angeblich war Willsn mal eine große Nummer. Hat in illegale Schnapperkämpfe gemacht.“ Während die anderen Fellbündel den Kampf wohl nur beobachten würden, hatte das dritte Tier begonnen Outis vorsichtig lauernd zu umkreisen. Das hatte dem Söldner Zeit gegeben in relativer Ruhe zu antworten. Damit war es nun allerdings vorbei und die Hölle brach los. Hoffentlich würde sich auch der Rest von Willsns Fabel als brauchbar erweisen.

Der nächste Punkt auf der gelallten Liste war es „dem Biescht dasch Schwert in den Rachen zu schieben“. Eigentlich war das mit reihenweise spitzen Zähnen gespickte Maul auch groß genug. Dennoch war es leichter gesagt, als getan. Das Mundwerk des Viehs schnappte wie verrückt auf und zu und konzentrierte sich dabei – das hätte Outis schwören können – unangenehm hartnäckig auf die Körperstelle, an der er als letztes gebissen werden wollte. Nur mit einem Hemd bekleidet einen Schnapper herauszufordern, war wohl kein besonders brillanter Einfall gewesen.

Mithilfe des Schwertes und vieler Ausweichschritte gelang es dem Söldner irgendwie genug Abstand zu wahren und schließlich konnte er auch die Klinge im offenen Maul platzieren. Nun ist es keine Angewohnheit von Schnappern irgendwas, das sie zwischen die Zähne bekommen, wieder loszulassen. Doch auf geschärftes Eisen zu beißen, verursacht Zahnfleischbluten, wie dieses besonders hässliche Exemplar seiner Gattung gerade feststellte. Das reichte aus, um sein kleines Gehirn eine Weile zu beschäftigen.

Dies zu nutzen, um es auf den Rücken zu rollen, war nicht einfach. Zumal das Schwert dabei bleiben musste, wo es war. Doch es war auch nicht unmöglich. Und danach blieb nur noch eines zu tun: Den Sieg durch einen symbolischen Biss in die von räudigem Fell bedeckte Kehle zu besiegeln.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Do Jun 28, 2018 4:53 pm

Selina beobachtete gespannt das Geschehen. Erstaunlich, was Outis ständig in irgendwelchen Absteigen lernte. Noch erstaunlicher war es, dass diese Lektion über Schnapper wohl auch noch stimmte, so wie das eine Zier nun auf den Söldner losging. Zum Glück waren Schnapper nicht sonderlich schneller oder intelligente Tiere, weshalb Selina nicht daran zweifelte, dass Outis das verfressene Ding einfach so besiegen konnte. Trotzdem behielt sie den Kampf gut im Auge, falls sie doch noch einspringen müsste. Wie sich allerdings herausstellte war Outis mit einem Schwert weit im Vorteil und der Schnapper nach nicht allzu langer Zeit auch besiegt.  Die Kopfgeldjägerin sah sich neugierig um, um erkennen zu können, wie der Rest des Rudels nun reagieren würde.

Erneut begann ein Jaulen, oder wie auch immer man das Geräusch, das Schnapper von sich gaben, eigentlich war es wahrscheinlich mehr ein Knurren, durch die Menge zu gehen und kaum hatte sich Outis wieder weit genug vom Schnapper entfernt, stürzten sich die anderen beiden Exemplare des Rudels auf ihren Artgenossen. Besonders loyale Tiere schienen das also nicht zu sein...

"Und jetzt? Was ist passiert, lassen sie uns jetzt in Ruhe oder was?", fragte Selina nach, die mittlerweile wieder ihre Armbrust trug. Selbst wenn die Schnapper im Moment mit sich selbst beschäftigt waren, traute Selina dem ganzen nicht so wirklich und war bereit dazu diese Viecher jederzeit niederzustrecken, sollten sie wieder vergessen, was sie eigentlich vorhatten und sich wieder auf das Essen stürzen.
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Do Jun 28, 2018 8:45 pm

Angewidert spuckte Outis ein paar Haare des räudigen Fells aus. Das Ende des „Rangkampfes“ war der Startschuss für das übrige Rudel, das nun die Stärke des gefallenen Alphas auf die Probe stellte. Doch wie es aussah war dieser den anderen Schnappern weiterhin gewachsen und würde sich wohl hinter dem Schwertkämpfer die zweite Stelle in der Hierarchie sichern.

„Wenn der sabbernde Willsn die Wahrheit gesagt hat, und bislang deutet alles darauf hin, dann ist das jetzt mein Rudel“, erklärte der Söldner mit einer leichten Verbeugung und einer übertriebenen Geste in Richtung der Schnapper. So als wäre er ein Prinz, der einer Edelfrau stolz seine edlen Ritter vorstellt. „Angeblich sind sie so doof, dass sie durchschnittlich drei Tage brauchen, um dahinterzukommen, dass ich weder ein Artgenosse bin, noch zur Meute gehöre. Und dass ich demnach gar keinen Führungsanspruch habe. Das soll genug Zeit sein mit so einem Rudel in illegalen Schnapperkämpfen etwas Geld zu verdienen.“

Die Tiere waren noch immer zu einem Knäuel verbissen und Outis stand auf, um sie mit ein paar Fußtritten dazu zu bringen voneinander abzulassen. Dann warf ihnen den Rest des Wildschweines, den er nicht mehr verarbeitet hatte, vor und nahm auf dem Rückweg zu Selina die übrigen Fleischspieße mit. Zwei reichte er der Kopfgeldjägerin, den dritten behielt er für sich selbst. „Ich hatte schon fast befürchtet, ich müsse dich noch um Geld abpumpen, bevor wir uns trennen. Aber ich vermute ich mache jetzt in Schnapperkämpfe. Und falls der alte Willsn noch lebt und ich ihn jemals wiedersehe, hat er einen Krug Bier bei mir gut.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Fr Jun 29, 2018 10:27 pm

Selinas Blick ruhte auf dem Haufen Schnapper. Besonders intelligente Tiere waren das ja nicht. Ein wunder, dass sich diese Spezies so lange gehalten hatte. Man sollte ja eigentlich meinen, dass sie nach einer Weile draufgehen würden. Aber Intelligenz war wohl nicht alles, was in der Natur zählte und Schnapper waren nun einmal gut darin viel zu fressen und mit ihren scharfen Zähnen waren sie auch nicht wirklich Gegnern ausgesetzt.

"Wie triffst du eigentlich immer auch solche Leute?", fragte Selina nach, als Outis erneut Willsn erwähnte. Einen Wildländer, einen sabbernden Kerl mit Schnappern...eine mordlustige Hexe. Es war ja fast so als würde Outis besondere Leute anziehen. Oder vielleicht kam er einfach viel rum, eins von beiden. Er war ja auch eine sehr gesellige Person. Unter den vielen Leuten, die man traf, waren dann wohl ein paar erinnerungswürdige dabei. "Kommst du denn in drei Tagen so weit dass du einen Ort für solche Kämpfe findest? Sowas hat man ja nicht unbedingt in jedem Kaff, oder?"

Dass sich die Tiere jetzt um den Rest des Schweines und nicht Outis' und Selinas Mahlzeit kümmern würden, war ein Vorteil. Hoffentlich würden sie auch nicht gleich danach Pferdinand anfallen. Dann würde sich Outis wohl ein anderes Rudel für seine Kämpfe suchen müssen.
Selina legte ihre Waffe ab und nahm erneut die Spieße entgegen. Dann setzte sie sich wieder auf ihren Mantel, wobei sie hoffte, dass beide jetzt endlich einmal Ruhe haben würden. Nach diesem Tag, oder insgesamt der letzten Woche, konnte sie einfach etwas Entspannung gebrauchen. "Ich kann dir trotzdem noch etwas mitgeben, wenn du es brauchst.", meinte sie auf Outis' neuen Plan hin. "Ich würde mich nicht unbedingt auf die da..." sie nickte mit dem Kopf in Richtung der Schnapper. "...verlassen."
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Outis am Fr Jun 29, 2018 11:34 pm

Outis zuckte mit den Schultern. „Ich wirke halt sehr anziehend“, behauptete er mit einem frechen Grinsen. Obwohl er inständig hoffte, dass er auf Leute wie den sabbernden Willsn nicht anziehend wirkte. Bei Selina sah die Sache jedoch ganz anders aus.

„Das Geheimnis“, erklärte er und zitierte dabei Willsn wortwörtlich „ist es nicht wählerisch zu sein. Einfach den erstbesten Ort nehmen und die Leute dort überzeugen, dass es dort – ab jetzt – Schnapperkämpfe gibt. Irgendeine Scheune, die für zwei oder drei Tage als Schauplatz für das Spektakel dienen kann, wird sich dort schon finden.“

Der Söldner setzte sich sehr dicht neben Selina und förderte von irgendwoher ein kleines Fläschchen zutage. Ein großzügiger Schluck daraus vertrieb den widerlichen Geschmack des Schnapperfells aus einem Mund. „Anisschnaps, auch einen Schluck?“, fragte er und hielt Selina die Flasche hin. Dann biss er herzhaft in seinen Fleischspieß. „Du wirst es nicht glauben, aber ein Rudel Schnapper, mein Schwert und die Stiefel sind mehr, als ich sonst zur Verfügung habe. Ich komme schon zurecht“, bemerkte er zwischen zwei Bissen und grinste. „Außerdem gehört es sich nicht für einen ehrenwerten Mann seiner ‚Liebsten‘ auf der Tasche zu liegen, oder so.“
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Re: Geschenkt ist nur der Tod

Beitrag von Selina am Sa Jun 30, 2018 11:36 am

"Ja, das tust du tatsächlich.", antwortete sie mit einem koketten Zwinkern. "Dann mal viel Erfolg bei deinem neuen Geschäft." Sie mochte diese Bereitschaft neue Dinge auszuprobieren von Outis sehr. Es zeugte von einer gewissen Abenteuerlust, die auch Selina teilte. "Und vergiss nicht, dich bei mir zu melden, solltest du mit deinen Schnapperkämpfen weit kommen."

Die Kopfgeldjägerin verzog das Gesicht, als ihr der Schnaps angeboten wurde. "Nein danke, ich hab's nicht so mit Kräuterschnäpsen." Und genug um sich zu betrinken war das kleine Fläschchen sowieso nicht. Da lohnte es sich auch nicht den starken Geschmack in Kauf zu nehmen. Selina widmete sich lieber einem der Spieße. Erneut nahm sie den auf, von dem sie die Schnapper vorher abgelenkt hatten und begann zu essen, während sie Outis weiter zuhörte. Nach diesem ereignisreichen Tag fühlte sich eine warme Mahlzeit ohne Zwischenfälle wie Schnapper mehr als angenehm an und Selina fing nun auch an sich wirklich zu entspannen, wobei sie sich an den Söldner neben ihr lehnte.
"Wir wissen doch beide ganz genau, dass du kein ehrenwerter Mann bist.", neckte sie und stieß ihn dabei leicht an. "Aber genau das mag ich so an dir."
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