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In den Tiefen der Berge

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In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Mai 11, 2018 9:05 pm

das Eingangsposting lautete :

Das Gasthaus befand sich am Rande der nördlichen Ausläufer Karatinas, etwa eine halbe Tagesreise von der Bergkette entfernt, die wie ein Wall aus Speerspitzen Karatina von den Wilden landen trennte. Es war ein verkommener Bau, der einstmals schön gewesen sein mochte, doch mittlerweile fast bis zur Unkenntlichkeit verfallen war. Unzählige Risse und abgebröckelter Putz, von Moos und Flechten bewachsen, verliehen dem Gebäude den Anblick eines Aussätzigen, der in dem letzten Stadium seiner Krankheit angekommen war. Ein Schild quietschte beständig in den peitschenden Sturmböen, die seit den letzten Stunden ununterbrochen durch diesen Landstrich  jagten und kalten Regen mit sich führten, der wie Nadeln in die Haut stach.
Auf dem Schild konnte man mit viel Phantasie das verblasste Bild eines schwarzen Hahns ausmachen, wohl der Name des Hauses, für das einfache Volk, welches dem geschriebenen Wortes nicht mächtig war.

Malachai stapfte missmutig durch den Regen, wobei seine Stiefel tiefe Abdrücke im Schlamm der Straße hinterließen. Seine Stimmung war... angespannt, um es neutral auszudrücken. Nicht nur hatte ihn bei seinem letzten Besuch in einem der kleinen Dörfer des nördlichen  Karatinas eine Gestalt auf dem Marktplatz angesprochen und ihm eine "lukrative Geschäftsmöglichkeit" angeboten, nein, diese Person hatte außerdem eine recht genaue Vorstellung von seiner Person und seiner Vergangenheit abgegeben, die den Jäger überrascht hatte. Der Mann, der sich selbst nur als Geldan vorgestellt hatte, erklärte, sein Patron würde  dem eisernen Jäger gerne ein Angebot machen, allerdings in einem "privateren Umfeld". Dann hatte er ihm eine kurze Wegbeschreibung gegeben und war in der Menschenmenge untergetaucht, bevor Malachai mehr aus ihm herausbekommen konnte. Nun war er hier, und sei es nur, um herauszufinden, woher dieser mysteriöse Patron so viel über ihn wusste. Das Mysterium um seine Person war ein wichtiger Teil seiner Persönlichkeit und auf eine seltsame Art und Weise fühlte er sich durch das Wissen des Geheimnisvollen persönlich herausgefordert. Und er war geneigt, diese Herausforderung anzunehmen.

Mit einem Krachen schlug die Tür gegen die Wand und Malachai betrat den nur dürftig erleuchteten Schankraum. Es waren nur wenige Gäste anwesend, doch als sie sahen, wer dort in der Tür stand, verstummten die halb ausgesprochenen derben Flüche, die so manchem auf den Lippen lag. Hier im Norden Karatinas waren die Geschichten über den Jäger mit der Maske aus blankem Stahl ein fester Teil der örtlichen Folklore und viele zuckten unwillkürlich zusammen, als sein Blick sie streifte. Gut so, er hatte kein Interesse an mehr Ärger, als ihm diese "Einladung" eh schon bereitet hatte. Halbherzig warf er die Tür wieder zu und ging zur Bar, mehr eine lange Platte aus dunklem Kernholz, überzogen mit klebrigen Bierrückständen und den Abdrücken unzähliger Krüge.
Der Wirt, ein bulliger Mann von circa 30 Jahren, wischte monoton mit einem dreckigen Lappen ein noch verdreckteres Glas und es dauerte einen Moment, bis unter dem Vogelnest von einem Bart, welches sein Kinn zierte, ein gemurrtes:" Was willst du?" erklang.

Malachai sah ihn an, musterte seine mit Bierflecken verdreckte Schürze, die massigen Oberarme und das Gesicht, das an einer Seite von einer länglichen Narbe verunstaltet war, vermutlich von einer lang zurückliegenden Messerstecherei. "Ich werde erwartet. Ein Mann namens Geldan hat mir den Weg hierhergewiesen. Also?"
Falls der Name etwas in dem Mann auslöste, ließ er es nicht erkennen. Er hob nur eine massige Hand und deutete mit ihr auf eine Tür neben ihm. "Hinten. Aber benimm dich, sonst..."
Weiter ließ Malachai ihn nicht kommen. Er ging um die Bar herum und konnte dabei förmlich die Blicke der anderen Gäste in seinem Rücken brennen spüren. Die meisten schienen zu wissen, wer ihn erwartete. Nun war es zeit, dass herauszufinden.

Der Raum, den er nun betrat, war im Vergleich zum Schankraum recht gemütlich möbliert. Ein Tisch aus dunklem, vor kurzem  gewischten Eichenholz, dominierte die Raummitte und wurde von Stühlen umstellt, insgesamt 6 an der Zahl. Vor Kopf saß eine gestalt, die übrigen waren leer.

Malachai fixierte aus Reflex sofort die Person vor Kopf.Ein Mann, hochgewachsen, von unbestimmbarem Alter, den Körper von einem weiten Mantel verhüllt, der nur die in weißen Handschuhen steckenden zartgliedrigen Finger enthüllte und den Rest im Verborgenen ließ. Das Gesicht von bleicher Farbe, ohne eine Art von Makel. Dann kamen die Augen. Rot, als wäre Blut in sie hineingeflossen, starrten sie aus dem Gesicht und schienen auf eine verstörende Art und Weise in seinen Geist zu kriechen.
Bei seinem eintreten neigte sich der Fremde leicht nach vorne, hob dann die hand zum Gruß und deutete auf einen der freien Stühle:"Ich grüße dich, Malachai Vostroya. Bitte setz dich, wir warten noch auf einen weiteren Gast."
Malachai wollte zunächst zu einer Frage ansetzen, unterließ es dann aber doch. Er würde mehr erfahren, wenn er der Aufforderung Folge leistete. Also nahm er zur rechten der Gestalt Platz, die Wand im Rücken und sowohl Tür als auch den Fremden fest im Blick.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 16, 2018 4:39 pm

Ich lauschte Malachais Worten interessiert. Ein Gift, das einen die Kontrolle über die eigenen Bewegungen verlieren ließ? Auch das konnte in bestimmten Situationen wohl mehr als hilfreich sein. „Besteht dann nicht die Gefahr, dass das Opfer laute Geräusche macht und du so...?“, setzte ich gerade an, als ich aus dem Augenwinkel mitbekam, wie er etwas nach mir warf. Reflexartig fuhr ich herum, in eine Abwehrposition, doch das nützte mir herzlich wenig, als plötzlich ein gleißend heller Blitz vor mir explodierte. Ich riss die Arme zum Schutz meiner Augen hoch, doch es war zu spät. Die Welt versank in monotonem Weiß. Panik stieg in mir auf und ich blinzelte hektisch in der Hoffnung, dadurch irgendwie wieder Schemen erkennen zu können. Ruhig. Bleib ruhig. Aber wie konnte ich ruhig bleiben, wenn diese Waffen für Menschen gedacht waren und nicht für die empfindlichen Augen eines Dunkelelfen? Ruhig. Ich schloss die Augen. Sie mussten sich regenerieren und brauchbar waren sie im Moment eh nicht. Ich versuchte zu lauschen, denn als nächstes würde gewiss ein Angriff folgen. Aber das Blut rauschte so laut in meinen Ohren, dass es alles andere überdeckte. Ich fluchte innerlich. Verdammte Überheblichkeit. Wann würde ich es endlich lernen? „Netter Trick“, rief ich in die für mich weiße Dunkelheit hinaus. Neben mir knackte ein Zweig. Wieder fuhr ich herum, wieder war ich zu langsam. Ich wurde von Malachai von den Füßen gerissen. Ich spürte die Magie, die sich in mir zusammenballte, ebenso wie den schwachen Windhauch, der das Entstehen des Schildes ankündigte. Nein!, befahl ich der Magie panisch. Jetzt war nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Menschen wussten nichts von Magie. Menschen benutzten keine Magie. Ich kämpfte den Reflex des Selbstschutzes nieder und ließ zu, wie ich zu Boden gedrückt wurde.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 16, 2018 4:51 pm

Er sah auf den am Boden liegenden Ciaran herunter, setzte die Spitze des Schwertes auf seine Brust. "Ich stelle sie selber her. Es ist eine präzise Mischung aus dem Harz eines Baumes meiner Heimat sowie dem Blut gewisser Waldkreaturen. Mein Ausbilder nannte sie immer gebannte Blitze. Die Mischung ist extrem instabil und wenn man nicht achtgibt und einem ein Fehler beim Mischen unterläuft, verliert man sehr leicht einige Finger.". Vorsichtig kniete ich mich neben ihn und legte das Schwert zur Seite. "Keine Sorge, deine Augen sollten sich innerhalb weniger Minuten wieder beruhigen. Aber du hast gut gekämpft. Dein Stil ist beachtenswert, geradezu außergewöhnlich. Ich bin sehr froh, mit dir diese Reise zu unternehmen.".

Kurz dachte ich nach, dann ergänzte ich mich:" Komm, wie gehen zum Lager zurück. Ich kann dich stützen, wenn deine Augen noch nicht wieder auf der Höhe sind. Das war genug Kampf für einen Tag.". Ich zog ihn in eine sitzende Position und wartete auf eine Antwort. Währenddessen versuchte ich, die Einzelheiten über seine Vergangenheit in meinem Kopf zu einem großen Ganzen zusammenzusetzen, doch wollte es nicht passen. Etwas fehlte, ein großes verbindungsstück.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 16, 2018 5:10 pm

ja nach einer verlockenden Mischung“, lachte ich und ließ mir hochhelfen, wobei ich immer noch hoffte, dass er nicht weiter nachfragen würde, woraus mein Gift bestand. Wie sollte ich ihm erklären, dass eine wichtige Zutat mein eigenes Blut war? Und ihn anlügen...irgendwie fühlte sich das nicht gut an. „Wie lange...bleibt das jetzt so?“ Ich deutete auf meine Augen, blinzelte noch ein paar Mal - mit dem Erfolg, dass ich immer noch nicht viel mehr sehen konnte, sie jetzt aber tränten. Na wunderbar. Ein Dunkelelf, der aussah, als würde er heulen. Tharon wäre begeistert.
Ich schloss die Lider wieder, wandte mich jedoch selbstständig in die Richtung, in der das Lager war. Auch das Zurechtfinden in wirklicher Dunkelheit war eine Lektion, die uns beigebracht worden war und ich hatte einen guten Orientierungssinn. Und ich wollte um keinen Preis so hilflos wirken! Danke, es geht schon. Mir fehlte zwar einiges der sonstigen Leichtigkeit meiner Schritte, aber ich bildete mir zumindest ein, dass es für einen fast Blinden immer noch recht passabel aussah, wie ich zum Lager zurücklief, dabei einen meiner Wasserschläuche zückte und sobald ich am Rucksack angekommen war - und ihn beim dritten Versuch auch ertastet hatte - ein Stück Stoff damit tränkte und dann auf meine Augen drückte. Die Kühlung half wenigstens ein bisschen gegen das Tränen, nicht jedoch dagegen, dass ich noch immer nur verschwommen sah- unscharfe Konturen von hell und dunkel. „Das bleibt aber nicht so, oder?“ Gegen meinen Willen fühlte ich eine kalte Angst in mir aufsteigen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 16, 2018 5:32 pm

Er folgte dem jungen Mann zurück zum Lager. Dabei beobachtete er die gesamte Zeit, wie er den Weg zurück zum Lager scheinbar ohne größere Mühe zurücklegte. Sein Respekt für den jungen Mann wuchs immer weiter. Seine Art des Kampfes und seine stoische Haltung waren auf gewisse Art und Weise imponierend. Keine Schwäche zeigen, nicht mal für einen Augenblick. Das scheint ihm antrainiert worden zu sein. Solche Verhaltensweisen sind schwer wieder abzulegen. Er ließ sich gegenüber von dem jungen Mann nieder und musterte den mit Wasser vollgesogenen Lappen. "Höchstens einige Minuten. Sollte es dann nicht besser werden, habe ich einen Trank, der die Regeneration zusätzlich beschleunigen sollte."

Malachai blickte in den Himmel. Die Nacht brach an und in weniger als einer halben Stunde würde das letzte Licht des Tages vergangen sein. "Ich werde Feuerholz holen gehen. Bleib du hier und ruhe dich aus, es wird nicht lang dauern."
Er musterte den jungen Kämpfer ein letztes Mal. Die Wirkung sollte eigentlich längst verklungen sein. Habe Ich das Mittel zu stark angemischt? Das kann nicht sein, denn sonst wäre es schon beim Mischen zu einer Katastrophe gekommen. nein, es muss etwas an ihm sein. Vielleicht eine Krankheit?.
"oder soll ich warten, ob es sich bessert? Es ist deine Entscheidung.".
Er fühlte sich verantwortlich für den Zustand des jungen Mannes, hatte er doch keine so heftige Reaktion erwartet.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 16, 2018 6:44 pm

Ich atmete tief durch und ließ mich im Schneidersitz nieder. „Nein danke, es geht schon.“ Beim Unlicht, als wenn ich jetzt auch noch andere von ihrer Arbeit abhalten würde! Nein, so schlimm stand es noch nicht um mich. Obwohl es schon ein merkwürdiges und zunehmend beklemmendes Gefühl war. „Na ich hoffe doch, dass ich den Trank nicht brauchen werde.“ Ich lächelte, doch eine Spur Unsicherheit schlich sich in meine Stimme. Was, wenn es doch einen bleibenden Schaden hinterließ? Ich mochte gar nicht daran denken. Ich winkte ab. „Feuerholz ist eine gute Idee. Und so schlimm ist es gar nicht zur Untätigkeit verdammt zu sein...“ Ich verschränkte die Arme hinter dem Kopf und tat, als könnte ich mich vorzüglich entspannen. „Geh nur. Ich bewache das Lager!“
Herzschläge vergingen, einer um den anderen. Und sobald ich Schritte wahrnahm, die sich vom Lager entfernten, ließ ich meine Arme sinken und das Lächeln verblasste. Beinahe hektisch presste ich noch einmal das kühle Tuch auf meine Augen, zwang mich dann sie zu öffnen und hielt mir die Hand vor das Gesicht. Langsam bewegte ich sie. Hell - dunkel. Ich kniff die Augen zusammen. Die Konturen waren äußerst schwach, aber sie waren da. Langsam, sehr sehr langsam schien sich was auch immer zu regenerieren. „Was für eine mächtige Waffe...“, murmelte ich leise, während ich überlegte, was ich trotzdem tun konnte. Ich entschied mich dafür, die essbaren Dinge aus meinem Rucksack auszuräumen und sie zu sortieren - schneller verderbliche und länger haltbare Dinge, wobei ich sie nicht nur ertastete, sondern teilweise auch an ihnen riechen musste, um sie zu identifizieren, was teilweise fast unmöglich schien. Ich biss die Zähne zusammen. Es war verdammt schwer die Panik im Zaum zu halten und gleichzeitig zu versuchen, etwas nützliches zu tun. Ich wollte mich eigentlich auf unser Abendbrot konzentrieren und etwas machbares vorschlagen, wenn Malachai mit dem Feuerholz zurückkehrte, doch meine Gedanken kreisten immer wieder um mein Augenlicht und verfluchten mich im Stillen für meine Unachtsamkeit.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 16, 2018 7:23 pm

Malachai saß ganz still in einem Busch und beobachtete das feiste und füllige Kaninchen, welches vor ihm auf einer Lichtung die Nase rümpfte und die Löffel hoch in die Luft hob. In seiner Heimat wäre so ein Anblick selten bis undenkbar gewesen. Die Tiere des Waldes verbargen sich voreinander, immer darauf bedacht, kein Aufsehen zu erregen. Aber diesem hier war wohl Vorsicht ein Fremdwort. Im Stillen verfluchte er sich, dass er die Armbrust im Lager gelassen hatte. Ein Messer musste genügen. Lautlos zog er eines unter seinem Umhang hervor und hob die Hand zum Wurf. In diesem Moment bemerkte das Kaninchen ihn, doch es war bereits zu spät. Das Messer drang mit einem Knirschen mehrere Fingerbreit zwischen seinen Kopf und Rumpf. karmesinrotes Blut spritzte auf sein Fell und die Todesschreie des Tieres gellten durch den Wald, während Malachai auf es zuging und mit einem schnellen Schnitt über die kehle auch diese zum verstummen brachte. Als er den leblosen Körper aufhob, ging es ihm durch den Kopf, wie leicht das Töten einem fiel, wenn man sich einmal daran gewöhnt hatte. Man sah andere Lebewesen nur noch als Nahrung oder als Feind statt als atmendes, denkendes Geschöpf. Die Kirche des Licht predigte die Heiligkeit des lebens, seine Wunder, seine makellose Schönheit. Er schnaubte.
Die Kirche predigte auch, den Adligen und Königen zu gehorchen, während das Volk Hunger und Not litt. Hier in Karatina war der Glauben zwar verboten, aber das Volk litt ebenso, vielleicht noch schlimmer als in anderen Reichen.
Er las das restliche Feuerholz auf und machte sich auf den Weg zurück zum Lager. Während er das Holz zu einem Stoß aufschichtete, brachte er das Kaninchen zu Ciaran. "Kannst du das ausweiden? Ich denke, wir sollten unsere Vorräte solange wie möglich unangetastet lassen."
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 16, 2018 7:42 pm

Ich hob den Kopf, als ich Schritte hörte und wandte ihn dann in die Richtung, aus der die Stimme ertönte. Ich warf Malachai einen fragenden Blick zu, erhob mich und machte einen etwas unsicheren Schritt auf ihn zu, wobei ich die Hände ausstreckte. „Was ausweiden?“, fragte ich ein wenig mürrisch, denn auch wenn ich hell und dunkel wieder recht gut voneinander trennen konnte, war meine Sehschärfe doch noch mehr als weit von normal entfernt. Ich verzog etwas das Gesicht, als ich das Kaninchen ertastete und anhand der Ohren identifizierte. „Ich... kann es zumindest versuchen.“ Ich nahm das tote Tier an mich, fuhr mit den Fingerspitzen über das Fell und nickte anerkennend. „Guter Wurf“, stellte ich fest, setzte mich wieder hin und griff nach meinem Dolch. Wenigstens dazu brauchte ich nicht sehen können. Diese Bewegung war mir so in Fleisch und Blut übergegangen, dass ich sie im Traum und mit geschlossenen Augen beherrschte. Alles andere... stellte sich da schon als schwieriger heraus. Ich hielt kurz inne und überlegte, wie ich es anstellen sollte, ohne mich dabei selbst zu verletzen. Eine Wunde, die blutete, würde nicht nur das Essen für meine Begleitung ruinieren, sondern vielleicht auch mein Geheimnis aufdecken. Andererseits war ich jedoch nicht bereit um Hilfe zu bitten, denn auch das wäre ein Zeichen von Schwäche. Und noch mehr davon wollte ich an einem Abend nicht mehr zeigen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 16, 2018 7:58 pm

Er sah zu, wie der junge Mann versuchte, das kaninchen auszuweiden. Ich ging zu ihm und reichte ihm eine kleine Flasche, mit einem Korken verschlossen. Darin schwann eine klare Flüssigkeit von leicht dickflüssiger Konsistenz. "Hier, trink das. Aber nicht zuviel, zwei Schluck genügen. Das sollte helfen.".
ich erinnerte mich daran, wie ich diesen Trank zum ersten Mal unter Anleitung hergestellt hatte. Meine Kleidung stank noch zwei tage danach nach verbranntem Stoff und schwelendem Fleisch. Ungewollt musste ich auflachen.
Dann drehte ich mich um und nach einigen geschickten Handgriffen flackerte eine kleine Flamme inmitten des Holzstoßes auf. "Ruh dich aus, ich mache das Essen. es ist wichtig, dass du bis morgen bereit zum Weiterziehen bist". Ich nahm das Kaninchen aus seinen Händen und begann mit geübten Handgriffen das Fell abzuziehen. "Ich will dich weder bevormunden noch bemuttern. ich übernehme einfach nur die Verantwortung für einen Fehler, den ich begangen habe.", erklärte ich dem Jungen Mann, während ich den Bauch des kaninchens öffnete, um die Eingeweide herauszuschneiden. "Waren deine Augen schon immer so empfindlich? Hätte ich das gewusst, wäre das nicht passiert. natürlich ist das kein Vorwurf an dich. Dies ist nunmal die Art, wie ich kämpfe und du sagtest, ich soll mich nicht zurückhalten."
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 16, 2018 9:21 pm

„Empfindlich? Nein, eigentlich nicht“, entschlüpfte es mir, bevor ich es verhindern konnte. „Zumindest nicht, dass mir aufgefallen wäre“, setzte ich dann ein wenig grübelnder hinzu. „Vielleicht etwas. Ich mag es nicht, direkt ins helle Licht zu schauen, aber...das ist normal, oder?“ Ich sah ihn ein wenig fragend an. „Verrätst du mir, was genau da drin ist?“ Ich schnupperte an der entkorkten Flasche. „Nur um sicher zu gehen, dass ich nicht vielleicht wieder ... empfindlich reagiere.“ Ich überspielte meine Nervosität mit einem Lachen. „Besonders vertrauenserweckend riecht er nicht“, stellte ich fest, schloss aber trotzdem die Augen und trank den ersten Schluck. „Bäh!“ Beinahe hätte ich es sofort wieder ausgespuckt. „Was beim Namen des...“, ich stockte gerade rechtzeitig und korrigierte, welches der Lichter ich nannte, „...Lichtes ist das denn?“ Ich schluckte und fühlte, wie die klebrige, dickflüssige Substanz meine Kehle hinab rann und dabei eine brennende Spur hinterließ. „Wie schnell wirkt es?“, wollte ich wissen, die Augen noch immer geschlossen - zum Teil vor Ekel, zum anderen aus Angst, dass es sofort wirken sollte und ich immer noch nichts sehen würde. „Und ich werde so oder so bereit zum Aufbruch morgen sein!“, versicherte ich ihm und versuchte noch einmal vorsichtig die Augen zu öffnen. „Wieso soll es dein Fehler sein? Ich hätte einfach nur besser aufpassen müssen. Ich habe mich verkalkuliert. In einem anderen Kampf hätte das mein Tod sein können. Das hier“, ich deutete auf meine Augen, "geschieht mir ganz Recht. Geschähe es auch, wenn ich nie wieder sehen könnte. Unachtsamkeit ist keine gute Wegbegleiterin."
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 16, 2018 11:25 pm

Er begann, die Ingredienzen aufzuzählen:"2 Blätter vom großen Dost, die Blütenhülle der Nebelkrone, Gepresster Wurzelsaft des Senkenkriechers. Das ganze unter mäßiger Temperatur aufkochen und dann gären lassen. Was du schmeckst ist vermutlich der dabei zum teil entstehende Alkohol. Es soll die Regeneration vorantreiben, aber es kann nicht etwas aus nichts erschaffen. Schließlich bin ich kein Hexer.". Er setzte sich dem jungen Mann gegenüber und steckte das mittlerweile vollständig ausgeweidete Kaninchen auf einen Stock, den er über das Feuer hielt. "Ich kann nicht sagen, wie lange es dauert. Das liegt an deinem Körper und seinen natürlichen Fähigkeiten zur Stärkung und Erholung. Spätestens vor morgen solltest du wieder voll funktionsfähig sein.". Er legte den Kopf zur Seite. "Sag mir, du kennst nicht zufällig Geschichten, Legenden oder Lieder, oder? In meiner Heimat ist es Brauch, dass jeder Reisende an einem lager eine Geschichte erzählt. Vielleicht, weil meine Heimat ansonsten keine großen Anlässe zu Geselligkeit und Freude bietet. Es sei denn, du findest Hunger und Armut erheiternd.". Langsam drehte er den Stock und beibachtete, wie das Kaninchen langsam garte. Erst jetzt konnte er deutlich seinen Hunger spüren. Es mochte nun einen Tag her sein, dass er etwas gegessen hatte. Er kam mit wenig zurecht und solange er keine Aufgabe hatte, zog er es vor zu fasten. Der Kampf mochte ihn doch mehr erschöpft haben, als er zugeben wollte. Oder vielleicht waren es Reste von Ciarans Giftnadeln, die noch durch sein Blut zirkulierten. Er lehnte sich zurück und sandte seine Blicke gen Himmel, der jetzt mittlerweile vollständig ins dunkle Kleid der Nacht gehüllt war
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 17, 2018 11:16 am

Ich versuchte, mir die Zutaten einzuprägen und mir die Wirkung der Mischung zu erschließen, aber ich kannte nicht alle Pflanzen und so blieb mir nichts anderes übrig, als... Malachai zu vertrauen. Ein belustigtes Schnauben kam über meine Lippen. Oh wunderbar. Ich saß hier, konnte kaum etwas sehen und war gezwungen einem Fremden zu vertrauen, der vielleicht ein Heilmittel besaß. Was für eine Schande für einen Dunkelelfen. „Man könnte aber fast den Eindruck gewinnen bei dem, was du da produziert hast!“, lachte ich auf die Bemerkung bezüglich des Hexenmeisters hin. Ich nahm den geforderten zweiten Schluck, wartete einen Moment bis dieses grässliche Brennen nachließ und öffnete dann langsam die Augen. Ich blinzelte ein paar Mal um den Schleier zu vertreiben, der noch immer über meiner Sicht lag und atmete dann erleichtert auf. „Danke.“ Es war vielleicht das erste Mal, dass ich dieses Wort aus so tiefem Herzen heraus aussprach. Die Anspannung fiel von mir ab und für einen Moment sackte ich etwas in mir zusammen, bevor ich mich wieder zu der elfentypischen graden Haltung aufrichtete. Es tat so gut, wieder etwas erkennen zu können. „Die Regeneration funktioniert anscheinend gut“, grinste ich und blickte zu dem Kaninchen hinüber, das bereits fertig ausgeweidet über dem Feuer schmorte. „Morgen werde ich mich nützlicher machen“, versprach ich und runzelte dann die Stirn. „Geschichten oder Legenden?“ Ich grübelte. „Also singen kann ich nicht...“, stellte ich von vornherein klar. Schließlich hatte ich das weder gelernt noch versucht. Aber das andere...? Ich kannte kaum menschliche Legenden oder Sagen. Ich hatte einige gelesen, weil sie mich interessierten. Aber ich vermutete, dass ich keine davon gut genug zusammenbekommen würde, um sie glaubhaft zu erzählen. Und was, wenn ich einen Fehler machte? Wenn er sie besser kannte, würde das sein Misstrauen schüren... Aber andererseits... er schien solche Dinge zu mögen und ich wollte ihn nicht einfach mit einem ‚nein‘ abspeisen. Nicht nach der Erleichterung, dass ich wieder sehen konnte. „Nicht viele“, gestand ich schließlich. „Ich mag solche Dinge, aber sie werden in meiner Heimat kaum erzählt“, fuhr ich fort. „Dort zählt eher das Hier und Jetzt und nicht vergangene Träume.“ Ein trauriges Lächeln umspielte bei dieser Redewendung meine Lippen. „Aber eine...könnte ich vielleicht erzählen...“ Ich lehnte mich ein wenig zurück und starrte den Nachthimmel an, während das Feuer vor mir munter prasselte und Schatten auf mein Gesicht warf.
„Wusstest du, dass es Leute gibt, die an die Existenz von Elfen glauben?“, begann ich langsam und machte eine kleine Pause, um meine Worte wirken zu lassen. „Es soll zwei Völker von ihnen geben: Die, die im hellen Licht wandeln und ihre dunklen Brüder, die der Finsternis gehören.“ Meine Stimme wurde leiser. „Einst, so erzählt man hinter vorgehaltener Hand, sollen sie ein Volk gewesen sein, das dem Licht diente und in seinem Namen in dem Wäldern eines weit entfernten Landes tanzte.“ Anima. Ich kannte diese lichterfüllte Welt aus Geschichten und Büchern. Crepererum war für mich schon faszinierend. Aber wie mochte es mir erst mit Anima ergehen? „Sie lebten glücklich und zufrieden, verschont von Krieg und Verzweiflung, Hunger und Tod...“ Das zumindest wurde gerne behauptet, um den Hass auf die Elfen Animas zu schüren. Ich glaubte jedoch nicht, dass sie keine Sorgen hatten. Lag es nicht in der Natur aller Wesen sich Probleme zu machen, wenn es keine gab?
„Unter ihnen lebten zwei Brüder, Zwillinge, die sich glichen wie ein Spiegelbild. Sie verstanden sich wortlos, wussten was der andere dachte und fühlte und waren unzertrennlich. Nie hatte jemand erlebt, dass sie einmal nicht einer Meinung gewesen wären. Dann jedoch geschah etwas, das ihr ganzes Leben verändern sollte. Ihres und das des Elfen-Volkes. Sie verliebten sich. In die gleiche Frau.“
Ich machte eine kurze Pause und starrte nachdenklich ins Feuer. Ich mochte die Geschichte irgendwie. Andererseits war es mir jedoch auch ein Rätsel, wie Brüder, die sich anscheinend ihr Leben lang gut verstanden hatten, über so etwas in Streit geraten konnten. Liebe? Für mich war das ein Wort wie jedes andere, vielleicht sogar noch unwichtiger. Ein Wort der Menschen und anderen Völker. Ein Wort, das es so in Umbra nicht einmal gab. Wie konnte etwas quasi nicht existentes so einen tiefen Graben zwischen zwei Elfen geschlagen haben?
„Sie taten alles, um die Gunst dieser Frau zu gewinnen. Sie sangen, sie tanzten, sie dichteten die schönsten Reime, um das Herz der Angebeteten zu gewinnen. Doch sie zierte sich. Sie mochte beide Brüder und brachte es nicht über sich, einem von ihnen das Herz zu brechen. Das erfuhr einer der beiden und sein Herz füllte sich mit Finsternis. ‚Warum soll ich nicht glücklich sein - nur wegen meinem Bruder?‘, fragte er sich. ‚Ist es besser, wenn wir beide unglücklich sind, anstatt einer glücklich?‘ Er begann, gegen seinen Bruder zu intrigieren. Keine Gelegenheit ließ er aus, um zu beweisen, dass sie unterschiedlicher waren, als alle dachten. Er verstellte sich, tat das Gegenteil von seinem Bruder und beschloss zu beweisen, dass sie sich nur so weit ähnelten wie Tag und Nacht. Jedes Mittel war ihm Recht und so ging er zu den Eltern seiner Angebeteten und hielt hinter deren und dem Rücken seines Bruders um ihre Hand an. Zu seiner Überraschung sagte die Familie zu und die Vorbereitungen für ein rauschendes Fest wurden getroffen.
Nun aber erfuhr der andere Bruder von dem Verrat seines Zwillings. Außer sich vor Wut stellte er diesen zur Rede, erfuhr jedoch nur, dass bereits alles beschlossen war. ‚Wie konntest du nur? Ich habe dir vertraut!‘, schrie er seinem Ebenbild entgegen, doch alles was er in den Augen seines Zwillings las, war die Befriedigung des Triumphes. ‚Ich war es leid, alles zu teilen. Du zu sein. Ich bin ich und von heute an soll das auch jeder sehen!‘, sprach der Verräter und in diesem Moment stürzte sich sein Bruder mit gezückter Klinge auf ihn. ‚Ja, es soll jeder sehen!‘, schrie der Hintergangene und zog seine Klinge quer über das ebenmäßige Gesicht seines Bruders. ‚Nie soll vergessen werden, dass wir zwei Personen sind.‘ Und mit diesen Worten wandte er sich um und ließ den blutenden Bruder zurück. Er machte sich auf zu der Frau, mit der alles begonnen hatte und fand sie in ihren Gemächern, zurecht gemacht für das Fest. Eine flammende Rede soll es gewesen sein mit der er beteuerte nichts von dem faschen Spiel seines Bruders gewusst zu haben. Mit leidenschaftlichen Worten erklärte er ihr, dass er ein ebenso großes Interesse an ihr hatte wie sein Bruder - wenn nicht sogar noch größer, egal was dieser zuvor behauptet haben mochte. Und für einen kurzen Moment schien es, als würde das Blatt sich für ihn zum Guten wenden. Sie erhörte seinen sehnlichsten Wunsch und wandte sich ihm zu. Ihm, und keinem sonst.“
Wieder machte ich eine Pause. Ob diese Geschichte denen, die so etwas in der Art schon einmal empfunden hatten, näher ging? Ich kannte keinen Dunkelelfen, der diese Legende jemals rezitiert hatte. Ich hatte sie in einem Buch gefunden, ganz hinten in der riesigen Bibliothek meines Vaters, verstaubt und seit Jahrhunderten nicht angerührt, wie es schien. Ob so etwas wirklich geshah? Aus einem so nichtigen Grund?
„Sie genossen eine kurze Zeit, ganz für sich und es war das Schönste, was er sich hätte vorstellen können. Doch das Glück währte nicht lange, denn der Schatten seines Bruders legte sich erneut über sie. ‚Was..was hast du getan?‘ Niemals sollte er die schreckerfüllten Augen seiner Angebeteten vergessen, als sie die blutige Klinge entdeckte. Er versuchte, sich zu erklären, doch sie schickte ihn fort und suchte nach dem Verwundeten. ‚Nie. Niemals könnte ich so jemanden lieben, der Unrecht mit Unrecht vergilt!‘ sollen ihre Worte gewesen sein, als sie ihn von sich stieß. Das Elfenvolk erfuhr von der Tragödie und beschloss, den einen Bruder für seine Tat zu verbannen, während der andere trotz der Verletzung seine Hochzeit feierte. ‚In die tiefsten Schwärzen der Nacht sollst du verbannt werden, dorthin, wo die Nacht regiert, die auch dein Herz in ihrem Griff hält. Nie wieder sollst du einen Fuß ins lichte Land setzen. Weder du noch deine Nachkommen!‘ Und mit diesen Worten stießen sie ihn in einen Abgrund, schwärzer als alles, was man sich vorstellen kann.“ Nach Letum.
Ich endete mit belegter Stimme und sah verstohlen zu Malachai hinüber. „Eine dumme Geschichte, oder?“, vergewisserte ich mich.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Mai 17, 2018 2:56 pm

Gebannt lauschte er den Worten des Jungen. Diese Geschichte hatte er noch nie gehört, zumindest nicht von den Barden und Erzählern, die das nördliche karatina besucht hatten. So manchen hatte er durch den Nebelad-Wald geführt, im Tausch für ihr Wissen, ihre Geschichten, Erzählungen aus weiter Ferne.
Er räusperte sich:" Dumm... nein. Keine Geschichte ist dumm, jede hat einen wahren teil, man muss sie nur erkennen. Und sie hat mir gefallen, also hat sie einen Zweck erfüllt. Und wie kann etwas, was einen Zweck erfüllt, dumm sein?". Er nahm das Kaninchen vom Feuer und begann, es mit geschickten Schnitten zu erteilen. Dann reichte er Ciaran einen großzügigen teil, während er selber ein wesentlich kleineres Stück nahm.
"Ich habe eine Geschichte aus meiner Heimat für dich. Die Leute erzählen sie hinter vorgehaltener Hand, nachts, wenn sie die Läden ihrer Fenster verschließen und sich um das Feuer in ihren Herden drängen. Es gibt unzählige dieser Geschichten und niemand weiß, was an ihnen falsch oder richtig ist.". Er schloss die Augen, um sich an alles zu erinnern.
"Mein Land ist arm. Die Menschen haben nichts, sie leiden Hunger und Kälte und Furcht ist ihnen zu eigen wie eine zweite Haut. In den Städten mag dies anders sein, doch auf dem Land spürst du es deutlich. Und in dieses Land kam ein Adeliger aus unserer Hauptstadt, ein Günstling unserer Königin, Karatina. Er sollte die eingenommenen Steuern überprüfen, doch konnte er sein leben am Hofe nicht einfach hinter sich lassen. Er nahm üppige Mahlzeiten zu sich, hatte einen unstillbaren Durst und scherte sich nicht im geringsten um die Leiden des Volkes. Aber sein größter Fehler war seine Lust nach jungen Frauen, von denen er jede Nacht eine in sein Zimmer holen ließ und die danach, wenn überhaupt, verstört und stumm vor Schreck zurückkehrte. Eine Mutter, die ihr Kind auf diese Weise verloren hatte, hielt es nicht mehr aus: Sie ging in die Tiefen des Waldes, zu einem großen Baum, schnitt sich mit einem Messer in die Hand und flehte die Herren dieser Länder an, das begangene Unrecht zu sühnen, während ihr Blut auf dem Boden versickerte. Plötzlich hörte sie ein Rauschen aus dem Nebel und eine Stimme sprach zu ihr:Ich habe deine Klage vernommen und so soll es geschehen. Geh zurück in dein heim und erwarte die Erfüllung deines Wunsches..".

Er schaute zu Boden, dann in die Flammen des Feuers, bevor er weitersprach: "Wenige Tage später äußerte der Adlige den Wunsch, im Wald auf die jagd zu gehen. Doch die Bewohner fürchteten sich seither vor dem Nebelad-Wald, denn im Schatten der Bäume und zwischen den Schwaden des Nebels sollen Kreaturen umhergehen, die schlimmer kein Mensch zu träumen vermag. Doch er zwang zwei Knechte, ihn zu begleiten und nahm auch zwei Jagdhunde mit sich, die ihm beim Aufspüren von beute helfen sollte. Sie wanderten den ganzen Vormittag und irgendwann überfiel den Grafen der Durst. Er hieß die beiden Knechte zu warten und machte sich mit den Hunden zu einem kleinen Bach auf, den sie vor kurzer Zeit passiert hatten. Ängstlich warteten die beiden, als plötzlich panische Schreie und das Kläffen der Hunde durch den Wald hallte und ihr Herz für einen Moment zu Eis gefrieren ließ. Sie eilten in die Richtung der Schreie, und als sie am Bächlein ankamen, erstarrten sie ob der grauenhaften Szenerie, die sich ihnen bot: Der Adlige stand an einem Baum, seinen Jagdspeer durch die Brust getrieben, ein klaffendes Loch dort, wo sein Herz gewesen war. Seine Hunde sprangen um ihn herum und schienen um etwas zu kämpfen, was bei näherer Betrachtung einen der beiden würgend in die Büsche schickte. So sah nur der andere, wie sich ein schwarzer Schemen aus dem Nebel auf ihn zubewegte und plötzlich ein Sack voller Geld vor ihm auf dem Boden landete. "gestohlenes kommt in die Hände seiner wahren besitzer zurück. geht und erzählt, was passiert ist.". Die beiden flohen, und Wort verbreitete sich wie ein lauffeuer. Noch heute kommen Abgesandte der Hauptstadt in den Norden, doch sie wissen die Grenzen der Gastfreundschaft zu wahren. Denn der Nebel weiß, hört und sieht alles.". Er lächelte Ciaran an. "Was wahr ist, musst du selbst herausfinden."
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 17, 2018 4:23 pm

„Warum gefällt einem sowas?“, stellte ich die Frage in den Raum, die mich selbst beschäftigte. Es hatte seinen Grund, dass kein Dunkelelf diese Geschichte kannte, dass sie niemals rezitiert wurde. Für dieses Volk - für mein Volk - war es eine Sage, die sie nicht nachvollziehen konnten. Und wenn das, was man erzählte so absurd klang, dass nicht einmal Kinder es glaubten... Nun, dann war es eine dumme Geschichte, oder? Umso interessanter fand ich, dass Malachai dies wohl anders sah. Da war es wieder, diese Faszination für andere Völker. Warum dachten sie so anders? Machte sie das wirklich unterlegen?
Noch halb in meine eigenen Gedanken versunken lauschte ich der Geschichte, die Malachai erzählte. „Eurer Königin?“, hakte ich verwundert nach, ließ ihn dann jedoch weiter sprechen und hörte aufmerksamer zu. Zunächst klang das Verhalten des Adeligen seltsam normal für mich, doch ich musste mir ins Gedächtnis rufen, dass dies für Menschen keineswegs zutraf. „Er hat also bekommen, was er verdient hat?“, fragte ich am Ende der Geschichte nach, den nachdenklichen Blick auf Malachai gerichtet. Jegliche Emotionen, die diese Geschichte bei anderen auslösen mochte: Wut, Abscheu oder Grusel vor dem Nebel, schienen bei mir zu fehlen. „Warst du der geheimnisvolle Rächer?“, fragte ich ihn rundheraus.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Mai 17, 2018 4:44 pm

"Geschichten geben uns halt, etwas, woran wir uns erinnern können. Weisen uns Richtungen auf.". Er sah wieder in das Feuer. Die tanzenden Flammen beruhigten seinen aufgewühlten Geist wieder ein wenig. Er teilte nicht oft selbst Geschichten wie diese, aus gutem Grund. "War ich der geheimnisvolle Rächer? Eine interessante Frage. Du hast mich kämpfen gesehen. Schätzt du mich so ein, dass ich einem anderen Mann sein schlagendes Herz aus der Brust reißen und es Hunden zum Fraß vorwerfen würde? Klingt so eine Tat nicht nach dem Werk einer Bestie und nicht die eines Mannes?". Jetzt lächelte er sein gegenüber an. "Hat er es verdient? Jeden Augenblick. Wer die Menschen um sich herum so in die Knie zwingt und ihnen den letzten Funken Lebenswillen raubt, hat noch viel schlimmeres verdient.". Er bremste seinen Redefluss, bevor er sich wieder in seinem Zorn verlor. Das war schon öfter vorgekommen und nie gut geendet. "Wie geht es deinen Augen?", fragte er daher, in einem versuch, das Thema auf andere Wege zu lenken.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 17, 2018 4:55 pm

Ich sah ihn an, wiegte meinen Kopf leicht zur einen und dann zur anderen Seite. „Du...“ Ich versuchte, meine Worte mit Bedacht zu wählen. „...bist ein ehrenhafter Kämpfer. Ein guter Kämpfer. Aber du tust auch alles, was notwendig ist.“ Ich fand daran nichts Verwerfliches. „So wie du es jetzt formulierst klingt es, als würdest du wollen, dass ich die Geschichte verurteilen sollte. Oder aber...“ Ich durchbohrte ihn mit meinem Blick. „...als würdest du Absolution erteilt bekommen wollen.“ Ich war weder für das Eine noch das Andere der geeignete Gesprächspartner. Aber das konnte er nicht wissen. Ich zuckte mit den Schultern. „Jeder bekommt irgendwann, was er verdient. Der eine früher, der andere später. Der, der sich nicht zu verteidigen weiß sehr früh.“ Es waren einfache Grundsätze, die einem Dunkelelfen eingetrichtert wurden sobald er Worte verstehen konnte. Und in vielen Lebenslagen machten sie die Situation... einfacher. Erträglicher. „Bestie?“ Ich lachte leise. „Nur wenn der Begriff Bestie auch ‚gerechten Zorn‘ und ‚Schutz Bedürftiger‘ beinhaltet. Und meiner Erfahrung nach tut er das eher nicht.“ Dunkelelfen waren Bestien, wurden als solche bezeichnet. Eben weil sie die genannten Dinge nicht kannten. Weil sie zu ihrem Vergnügen mordeten und zu ihrer Erregung folterten. Tharon war das Paradebeispiel eines Dunkelelfen. Ich lächelte sacht und hob erneut den Blick, um Malachai - oder die Bestie seiner Erzählung - mit Tharon zu vergleichen. Sie hatten nicht das geringste gemein. „Den Augen geht es wunderbar. Ich kann wieder klar sehen.“ Und das war wirklich eine große Erleichterung. Ich biss in meinen Anteil des Kaninchens und ließ das Fleisch auf der Zunge zergehen. „Wunderbar“, lobte ich.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Mai 17, 2018 5:54 pm

Er überlegte. "Absolution... nein, die kannst du mir nicht geben. Das könnte nur eine handvoll Menschen. Und auch noch nicht jetzt." Er lächelte, und für einen Moment schien der allgegenwärtige Anflug von Härte aus seinen Augen zu weichen. "Ich habe vor vielen Jahren alles aufgegeben. Familie, ein festes Heim, Gesellschaft. Wenn nicht, wäre ich im Dreck dieses Landes ertrunken oder auf seinen Straßen verhungert. Ich schätze, dafür gefürchtet und verachtet zu werden ist ein geringer Preis. Aber manchmal ist es eben so, dass man denkt, was passieren könnte. Aber ich bin dankbar für deine Worte. Sie helfen.".
Er versuchte, in die Augen des Jungen zu sehen. Diese seltsam violetten Augen. Irgendetwas an ihnen war seltsam, ein wenig furchteinflößend. Erneut versuchte er, die Informationen des Jungen in eine gewisse Ordnung zu bringen. Elfen? Wo erzählen sich die leute von Elfen? Vielleicht im Norden. Aber diese festung würde nicht in den Norden passen.... Er versank in ein brütendes Schweigen
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 17, 2018 6:26 pm

Ich betrachtete Malachai nachdenklich. Seine Geschichte schien von vielen Entbehrungen und vor allem von Einsamkeit bestimmt. Gleichzeitig erweckte er aber auch den Eindruck dass das, was er bisher gesagt hatte, schon beinahe bis an die Grenze heranreichte. Wäre es unhöflich nachzufragen? Wäre es unhöflicher, es nicht zu tun? Ich runzelte die Stirn. Die Welt der Menschen war auf ihre ganz eigene Art kompliziert. Ich schwieg einen Moment, unsicher, was man in so einer Situation sagen sollte. Ich hatte so ein Gespräch noch nie geführt, aber ich brauchte keine Magie, um neben der Einsamkeit auch Trauer an Malachai wahrzunehmen. Egal, wann er sich wofür entschieden hatte: Auf mich wirkte er auch wie jemand, der jeden Tag mit diesen Entscheidungen haderte. „Gern... geschehen“, brachte ich schließlich nach einem Moment der Stille noch über die Lippen. Wer hätte gedacht, dass die größten Herausforderungen auf dieser Reise nicht in Kämpfen bestehen würden? Ob meine Mutter gut in diesen Dingen gewesen war? In solchen... Konversationen? „Gab es viele solcher Menschen? Wie diesen Adeligen mit dem Jagdspeer?“
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Mai 17, 2018 6:57 pm

Er sah ihn an, seine Augen blickten tief in die des Jungen. Er wollte, dass diese Botschaft verstanden wurde:" Gab es viele? Ich weiß es nicht mehr. Ab einem Punkt verliert man den Überblick. ich tue dies seit nunmehr 9 Jahren, 6 davon waren Lehrjahre. In dieser Zeit ist viel Wasser unter der metaphorischen Brücke geflossen". Er lächelte. "Aber eine Sache habe ich gelernt, musste ich lernen. Marek, mein Lehrmeister war sehr erpicht darauf, mir diese eine Lektion zu lehren: Ich jage keine Menschen. Ich jage Monster. Es macht dabei keinen Unterschied, ob sie auf zwei oder vier Beinen über diese Welt wandern, ob sie sprechen oder knurren, ob sie mit Stahl oder Krallen kämpfen. Es sind und bleiben Monster."
Er wies mit der Hand auf sich:"wenn du die leute meiner Heimat nach mir fragst, wirst du vielerorts ebenfalls die Worte "Monster" hören. Aber ab einem gewissen Punkt muss man sich eingestehen, dass man nicht mehr viel mit den Menschen gemein hat, die man beschützt."
Er lächelte und nahm sich noch ein Stück Kaninchen. Es war seltsam, so offen mit jemandem zu reden, überhaupt jemanden zu treffen, der einen nicht fürchtete oder ihm ein Messer in den leib rammen wollte. Auf eine gewisse Weise war es Balsam für seine Seele
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 17, 2018 7:27 pm

Ich nickte langsam und erwiderte den Blick der stechenden grünen Augen ohne mit der Wimper zu zucken. „Solange man mit dem leben kann, was man tut, ist alles in Ordnung.“ Und das war der Knackpunkt. Irgendwann musste man für sich entscheiden, was einem das Gewissen sagte und ob man eines besaß. Ansonsten würde man an dieser Art Leben zerbrechen. Praktisch, dass einem als Dunkelelf gar keines anerzogen wurde. Und dennoch gab es da manchmal diese leise Stimme... Du bist merkwürdig, hallte die Stimme meines ältesten Bruders durch meinen Kopf. Er hätte niemals hier gesessen und sich mit einem Menschen unterhalten. Ich jedoch fand es... interessant. „Und tust du es gerne... sie beschützen?“, hakte ich dann trotzdem nach, das Essen vergessend. Ich wollte mehr über diesen Mann und seine Beweggründe erfahren. Warum beschloss man, dass es besser wäre ein Monster zu sein - zumindest für andere? „Bereust du deinen Weg manchmal? Oder stellst du dir vor, wie es anders sein könnte?“ Meine Stimme war leise, während ich gebannt auf seine Antwort wartete.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Mai 17, 2018 10:03 pm

Er lächelte ihn an, eine seltsame Mischung aus Trauer und Offenheit. Was er seinem gegenüber jetzt erzählen würde, hätte er zu niemandem gesagt, den er seit einer so kurzen zeit kannte. Aber der Junge war vertrauenswürdig, dass hatte er entschieden. "Ich habe diesen Weg erst nachträglich für mich selbst gewählt. Meine Eltern haben mich im Alter von 16 Jahren in die Lehre gegeben. Was eine nette Umschreibung dafür ist, dass sie mich verkauft haben. In den nächsten jahren lernte ich, dass zu sein was ich heute bin. Ich wäre gestorben, an Hunger oder als Bestrafung für einen Diebstahl, um zu überleben. Also nein, ich bereue nichts."

Über die Frage ob er seine Aufgabe gern tat, musste er ein nachdenken.Schließlich meinte er:" Es ist das, was ich tue. Ich muss sagen, das Gefühl der Jagd ist etwas, was mir fehlen würde. Das Gefühl, einen mentalen Zweikampf mit der Beute zu führen, noch vor der tatsächlichen Konfrontation. Aber ich habe keinen Spaß am Töten. Das unterscheidet mich von einem Monster"
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 18, 2018 4:08 pm

„Das... ist ein hartes Los.“ Für einen Menschen, setzte ich innerlich noch dazu. „Ich dachte, Eltern beschützen ihre Kinder. Zumindest sollten sie das, oder?“ Also normale Eltern. Menschliche Eltern. Ob meine Mutter mich auch beschützt hätte, wenn sie es gekonnt hätte? War sie ein Mensch? Ich seufzte leise, weil ich gegen meinen Willen wieder in die Fragen abdriftete, die ich im Moment nicht beantworten konnte. „Aber das ist das Wichtigste. Das man nichts bereut. Sonst leidet die Seele.“ Ich lauschte seinen weiteren Worten und nickte. „Spaß am Töten...“, wiederholte ich leise. „Ja...ja, das macht sie zu Monstern“, stimmte ich leise zu und dachte dabei an Tharon, meinen verrückten und skrupellosesten Bruder. Ich sah schließlich vom Feuer auf, das meinen Blick gefangen hatte und ließ den Blick durch das Lager schweifen. Alles wirkte still und friedlich. „Es ist spät. Ich denke, du wirst morgen bei Sonnenaufgang aufbrechen wollen?“, vergewisserte ich mich. „Dann sollten wir schlafen gehen. Es sei denn...“ Ich zögerte kurz, ein verhaltenes Lächeln auf den Lippen, „du hast noch andere solcher Geschichten zu erzählen.“ Meine Augen leuchteten ein wenig auf - wie die eines kleinen Kindes, das ein Geschenk erhalten hatte. Hier konnte ich doch zugeben, dass ich Geschichten mochte, oder? Malachai würde mich dafür weder verurteilen, noch für schwach halten...oder?
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 18, 2018 4:08 pm

„Das... ist ein hartes Los.“ Für einen Menschen, setzte ich innerlich noch dazu. „Ich dachte, Eltern beschützen ihre Kinder. Zumindest sollten sie das, oder?“ Also normale Eltern. Menschliche Eltern. Ob meine Mutter mich auch beschützt hätte, wenn sie es gekonnt hätte? War sie ein Mensch? Ich seufzte leise, weil ich gegen meinen Willen wieder in die Fragen abdriftete, die ich im Moment nicht beantworten konnte. „Aber das ist das Wichtigste. Das man nichts bereut. Sonst leidet die Seele.“ Ich lauschte seinen weiteren Worten und nickte. „Spaß am Töten...“, wiederholte ich leise. „Ja...ja, das macht sie zu Monstern“, stimmte ich leise zu und dachte dabei an Tharon, meinen verrückten und skrupellosesten Bruder. Ich sah schließlich vom Feuer auf, das meinen Blick gefangen hatte und ließ den Blick durch das Lager schweifen. Alles wirkte still und friedlich. „Es ist spät. Ich denke, du wirst morgen bei Sonnenaufgang aufbrechen wollen?“, vergewisserte ich mich. „Dann sollten wir schlafen gehen. Es sei denn...“ Ich zögerte kurz, ein verhaltenes Lächeln auf den Lippen, „du hast noch andere solcher Geschichten zu erzählen.“ Meine Augen leuchteten ein wenig auf - wie die eines kleinen Kindes, das ein Geschenk erhalten hatte. Hier konnte ich doch zugeben, dass ich Geschichten mochte, oder? Malachai würde mich dafür weder verurteilen, noch für schwach halten...oder?
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Mai 18, 2018 4:25 pm

Er schickte ein Lächeln zu dem Jungen zurück. "Ein hartes Los, ja. Aber ich habe mich daran gewöhnt. Und ich habe überlebt. Das ist alles, was letztendlich zählt.".
Ich sah in den Himmel. Es war wirklich spät geworden und mir war es nicht aufgefallen. Die Zeit war verflogen wie Nebel im Sturm. Aber schlafen? Noch nicht, nicht jetzt. ich musste meine Gedanken sortieren, dass was ich heute gelernt hatte, in einen geordneten Zusammenhang bringen. Das würde mich noch mindestens ein paar Stunden in Anspruch nehmen. "Du schläfst, ich halte Wache. Wenn ich dich wecke, tauschen wir.". Er bezweifelte ernsthaft, dass das hier unten nötig sein würde, wollte aber auf Nummer sicher gehen. Und weiter oben in den Bergen wäre es definitiv angebracht, wenn er und sein begleiter einen Rhythmus entwickeln würde, was das Wache halten anging.
"Ich hätte noch einige, manche falsch, andere wahr. Aber heute nicht mehr. Es ist spät. Wenn wir morgen lagern, dann vielleicht.". Der Spaß, den Ciaran an Geschichten hatte, gefiel ihm. Eine weitere Gemeinsamkeit, die sie beide teilten. Er wandte seinen Blick zurück in die Flammen, ließ seinen Geist ein wenig umherschweifen, um die verworrenen Teile zusammenzufügen, wob beständig Verbindungen zwischen einzelnen Sätzen, Worten und Beobachtungen und verwarf sie wieder.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 18, 2018 4:46 pm

„Ja, ist es“, bestätigte ich, denn das war auch das, was man uns gelehrt hatte. Das Überleben und das Siegen zählte. Wer gewann, hatte Recht. Ich nickte knapp, um mein Einverständnis zu signalisieren, dass er die erste Zeit Wache halten würde, auch wenn ich vermutlich ebenfalls kein Auge zutun würde. Soweit reichte das Vertrauen dann doch noch nicht. Ich ließ meinen Blick noch einmal über den Platz schweifen und nahm dabei die umliegenden Schatten genau ins Visier. Ich hoffte inständig, dass Tharon meine Spur verloren hatte und bisher hatte sich auch kein Hinweis auf etwas Gegenteiliges ergeben, aber ich wollte einfach nicht unvorsichtig werden. Wozu das führte, hatte ich ja gerade an meinen Augen gesehen. Für einen kurzen Augenblick überlegte ich, ob ich Malachai warnen sollte, verwarf diesen Gedanken aber schnell wieder. Das würde schließlich bedeuten, ihm meine Identität zu offenbaren. „Dein Lehrer war auf jeden Fall ein umsichtiger Mann“, resümierte ich meine bisherigen Eindrücke von ihm, legte mich in der Nähe des Feuers nieder und schloss die Augen. „Weck mich, wenn ich an der Reihe bin“, bat ich noch einmal und tat, als würde ich tatsächlich schlafen wollen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Mai 18, 2018 6:45 pm

Er sah zu dem Jungen herüber. Natürlich würde der Junge nicht oder nur sehr langsam einschlafen. vertrauen war schwer aufzubauen, dass wusste er aus eigener Erfahrung. Langsam begann er, ein Lied zu summen und begann, seine Waffen zu säubern und zu pflegen. Währenddessen schossen seine Gedanken immer noch wie wild durch seinen Kopf. Diese Augen. Und seine Ansichten über Stärke, vertrauen und Sieg. Er wurde ähnlich erzogen wie ich, aber Marek konnte ich vertrauen. Er hatte niemanden. Woher kommt er? Wer ist er?.
Diese Fragen ließen mir keine Ruhe und so beobachtete ich den Himmel, um mich ein wenig zu beruhigen. Dabei bemerkte ich einen roten Schein, kurz hinter dem Horizont, beständig auf- und abschwellend. Ein Feuer?
Dann musste es groß sein, sehr groß. Er machte sich eine mentale Notiz dazu in seinem Kopf, beschloss aber, Ciaran deswegen nicht zu wecken. Morgen könnten sie sich immer noch darum kümmern.
"Elfen", murmelte er, während ich meine Waffen mit Öl behandelte. Geschichten von diesen Wesen hatte er zwar schon von einigen Barden gehört, aber nie die von Ciaran. In gedanken versunken betrachtete er den Horizont und summte dabei weiter
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