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In den Tiefen der Berge

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In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Mai 11, 2018 9:05 pm

das Eingangsposting lautete :

Das Gasthaus befand sich am Rande der nördlichen Ausläufer Karatinas, etwa eine halbe Tagesreise von der Bergkette entfernt, die wie ein Wall aus Speerspitzen Karatina von den Wilden landen trennte. Es war ein verkommener Bau, der einstmals schön gewesen sein mochte, doch mittlerweile fast bis zur Unkenntlichkeit verfallen war. Unzählige Risse und abgebröckelter Putz, von Moos und Flechten bewachsen, verliehen dem Gebäude den Anblick eines Aussätzigen, der in dem letzten Stadium seiner Krankheit angekommen war. Ein Schild quietschte beständig in den peitschenden Sturmböen, die seit den letzten Stunden ununterbrochen durch diesen Landstrich  jagten und kalten Regen mit sich führten, der wie Nadeln in die Haut stach.
Auf dem Schild konnte man mit viel Phantasie das verblasste Bild eines schwarzen Hahns ausmachen, wohl der Name des Hauses, für das einfache Volk, welches dem geschriebenen Wortes nicht mächtig war.

Malachai stapfte missmutig durch den Regen, wobei seine Stiefel tiefe Abdrücke im Schlamm der Straße hinterließen. Seine Stimmung war... angespannt, um es neutral auszudrücken. Nicht nur hatte ihn bei seinem letzten Besuch in einem der kleinen Dörfer des nördlichen  Karatinas eine Gestalt auf dem Marktplatz angesprochen und ihm eine "lukrative Geschäftsmöglichkeit" angeboten, nein, diese Person hatte außerdem eine recht genaue Vorstellung von seiner Person und seiner Vergangenheit abgegeben, die den Jäger überrascht hatte. Der Mann, der sich selbst nur als Geldan vorgestellt hatte, erklärte, sein Patron würde  dem eisernen Jäger gerne ein Angebot machen, allerdings in einem "privateren Umfeld". Dann hatte er ihm eine kurze Wegbeschreibung gegeben und war in der Menschenmenge untergetaucht, bevor Malachai mehr aus ihm herausbekommen konnte. Nun war er hier, und sei es nur, um herauszufinden, woher dieser mysteriöse Patron so viel über ihn wusste. Das Mysterium um seine Person war ein wichtiger Teil seiner Persönlichkeit und auf eine seltsame Art und Weise fühlte er sich durch das Wissen des Geheimnisvollen persönlich herausgefordert. Und er war geneigt, diese Herausforderung anzunehmen.

Mit einem Krachen schlug die Tür gegen die Wand und Malachai betrat den nur dürftig erleuchteten Schankraum. Es waren nur wenige Gäste anwesend, doch als sie sahen, wer dort in der Tür stand, verstummten die halb ausgesprochenen derben Flüche, die so manchem auf den Lippen lag. Hier im Norden Karatinas waren die Geschichten über den Jäger mit der Maske aus blankem Stahl ein fester Teil der örtlichen Folklore und viele zuckten unwillkürlich zusammen, als sein Blick sie streifte. Gut so, er hatte kein Interesse an mehr Ärger, als ihm diese "Einladung" eh schon bereitet hatte. Halbherzig warf er die Tür wieder zu und ging zur Bar, mehr eine lange Platte aus dunklem Kernholz, überzogen mit klebrigen Bierrückständen und den Abdrücken unzähliger Krüge.
Der Wirt, ein bulliger Mann von circa 30 Jahren, wischte monoton mit einem dreckigen Lappen ein noch verdreckteres Glas und es dauerte einen Moment, bis unter dem Vogelnest von einem Bart, welches sein Kinn zierte, ein gemurrtes:" Was willst du?" erklang.

Malachai sah ihn an, musterte seine mit Bierflecken verdreckte Schürze, die massigen Oberarme und das Gesicht, das an einer Seite von einer länglichen Narbe verunstaltet war, vermutlich von einer lang zurückliegenden Messerstecherei. "Ich werde erwartet. Ein Mann namens Geldan hat mir den Weg hierhergewiesen. Also?"
Falls der Name etwas in dem Mann auslöste, ließ er es nicht erkennen. Er hob nur eine massige Hand und deutete mit ihr auf eine Tür neben ihm. "Hinten. Aber benimm dich, sonst..."
Weiter ließ Malachai ihn nicht kommen. Er ging um die Bar herum und konnte dabei förmlich die Blicke der anderen Gäste in seinem Rücken brennen spüren. Die meisten schienen zu wissen, wer ihn erwartete. Nun war es zeit, dass herauszufinden.

Der Raum, den er nun betrat, war im Vergleich zum Schankraum recht gemütlich möbliert. Ein Tisch aus dunklem, vor kurzem  gewischten Eichenholz, dominierte die Raummitte und wurde von Stühlen umstellt, insgesamt 6 an der Zahl. Vor Kopf saß eine gestalt, die übrigen waren leer.

Malachai fixierte aus Reflex sofort die Person vor Kopf.Ein Mann, hochgewachsen, von unbestimmbarem Alter, den Körper von einem weiten Mantel verhüllt, der nur die in weißen Handschuhen steckenden zartgliedrigen Finger enthüllte und den Rest im Verborgenen ließ. Das Gesicht von bleicher Farbe, ohne eine Art von Makel. Dann kamen die Augen. Rot, als wäre Blut in sie hineingeflossen, starrten sie aus dem Gesicht und schienen auf eine verstörende Art und Weise in seinen Geist zu kriechen.
Bei seinem eintreten neigte sich der Fremde leicht nach vorne, hob dann die hand zum Gruß und deutete auf einen der freien Stühle:"Ich grüße dich, Malachai Vostroya. Bitte setz dich, wir warten noch auf einen weiteren Gast."
Malachai wollte zunächst zu einer Frage ansetzen, unterließ es dann aber doch. Er würde mehr erfahren, wenn er der Aufforderung Folge leistete. Also nahm er zur rechten der Gestalt Platz, die Wand im Rücken und sowohl Tür als auch den Fremden fest im Blick.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 18, 2018 7:10 pm

Ich spürte den Blick Malachais in meinem Rücken, gab jedoch nicht zu erkennen, dass ich ebenfalls noch wach lag. Die Augen geschlossen lauschte ich dem leisen Knacken des Feuers und den allgegenwärtigen Geräuschen der Nacht. Es war anders, als in Letum, ohne Frage. Aber einige Dinge waren doch auch ähnlich. Die Tiere, die die Laute ausstießen, mochten sich unterscheiden. Die Tatsache, dass die Nacht niemals vollkommen still war, nicht.
„Elfen“, hörte ich plötzlich ein geflüstertes Wort hinter mir und horchte auf. Anscheinend war er in Gedanken noch immer bei der Geschichte. Dieser dummen Geschichte. Wie konnte man wegen so einer Dummheit eine Verbannung in die Finsternis riskieren? Warum... tat man sowas? Ich wurde daraus nicht schlau. Und das ärgerte mich, denn man verlor einen entscheidenden Vorteil in einem Kampf, wenn man seinen Gegenüber nicht durchschauen konnte. Eine leise Melodie ertönte und ich lächelte stumm vor mich hin. Es gab schlimmeres, als diese Abendbegleitung. Ich veränderte meine Lage leicht, so wie auch ein schlafender es tun würde, rollte mich noch etwas weiter zusammen und versuchte wenigstens aus dem Ruhen ein wenig Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen. Wann meine Wache wohl beginnen würde?
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Mai 18, 2018 7:48 pm

Nach einiger vergangener Zeit wandte Malachai sich zu dem Schlafenden um. Vorsichtig stand er auf und ließ sich neben dem Jungen nieder. "Es ist Zeit. Deine Wache fängt an.", sagte er leise. berühren wollte er Ciaran nicht, denn trotz aller Freundlichkeit, die der junge ihm gegenüber an den Tag gelegt hatte, wollte er wohl kaum ein Messer in den Bauch bekommen, weil sein gegenüber im Halbschlaf glaubte, er würde angegriffen.
Stattdessen sprach er ruhig weiter:" Wenn du Wache hältst, achte auf den Norden. Dort oben brennt etwas, etwas großes. ich glaube nicht, dass wir hier in Gefahr sind, aber wenn dir etwas seltsam vorkommt, wecke mich sofort. In Ordnung?". Während er dies sagte, wandte er den Blick erneut nach Norden. Das Leuchten war schwächer geworden, aber unverkennbar noch vorhanden.
Dort verbrennt eine Menge brennbares. Ein Dorf? Aber wer würde so etwas tun. Die meisten Räuber dieser Gegend sind nicht organisiert genug dafür. Er begann, sich ernsthafte Sorgen zu machen, wollte das aber nicht zeigen. Stattdessen drehte er sich in Richtung seines Lagers und machte es sich bequem. "Sorg dafür, dass wir morgen noch leben.", meinte er grinsend, während der Schlaf bereits sacht an seinem Geist zu zupfen begann.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 18, 2018 9:04 pm

Ich spürte Malachai näher kommen und schlug die Augen auf, als er mich ansprach. Beinahe augenblicklich setzte ich mich auf, so lautlos, wie es eben in meiner Natur lag. Ich nickte, stockte dann aber bei seinen nächsten Worten und wandte den Blick nach Norden. „Kommt es näher?“ Es hatte vorhin zwar geregnet, aber es bestand durchaus auch die Möglichkeit, dass in einiger Entfernung auch ein Gewitter entstanden war. „Ein Waldbrand?“ Aber der hätte sich ausgeweitet. „Ein Dorf? Oder ein Signalfeuer?“ Ich verengte die Augen zu Schlitzen und versuchte mehr zu erkennen, musste es aber trotz meiner Nachtsicht bald aufgeben. Es war einfach zu weit entfernt. Das, was mich viel mehr beschäftigte war, ob es sich hierbei um einen Zufall handelte. „Unser Weg wird morgen höchstwahrscheinlich daran vorbei führen...“, murmelte ich noch, während ich mich erhob und ein paar Schritte vom Lagerfeuer weg trat. Dabei streckte ich mich ausgiebig und dehnte meine steif gewordenen Glieder. Es war eine kühle Nacht hier oben und trotz des wärmenden Feuers versuchte die Kälte tief in den Körper zu dringen.
„Keine Sorge. Ich bin nicht sonderlich gut im einfach sterben“, erwiderte ich und tastete verstohlen nach dem Amulett, das ich immer bei mir trug. Nicht bevor ich dieses Rätsel gelöst habe, schwor ich mir nicht zum ersten Mal, wobei mein Gesicht einen todernsten Ausdruck annahm. „Ich wecke dich im Morgengrauen“, versprach ich und ging ein paar Schritte. Ich wartete bis ich glaubte, dass Malachai eingeschlafen war, bevor ich einen der wenigen Bäume erklomm und versuchte, mir von hier oben einen besseren Überblick zu verschaffen. Um unser Lager herum schien alles ruhig und friedlich zu sein. Nichts störte die Symphonie der nächtlichen Geräusche. Aber Malachai hatte Recht: Dieses rötliche Glimmen sollte uns zu denken geben. Immer wieder warf ich einen Blick darauf, bevor ich mich wieder auf unsere nähere Umgebung konzentrierte. Doch alles blieb still und das Glühen bewegte sich auch nicht von der Stelle, so dass ich kurz vor dem Morgengrauen von meinem Beobachtungsposten glitt und mich lautlos zu Boden fallen ließ.
„Der Morgen graut“, sagte ich etwas lauter und ging davon aus, dass dies schon ausreichen würde, um den Krieger zu wecken.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Sa Mai 19, 2018 8:01 am

Die Nacht war eine unruhige Mischung aus traumlosen Schlaf und dunklen, zerfaserten Traumbildern, die durch seinen Geist jagten. Auf eine irrationale Weise fühlte er sich in diesen Träumen beobachtet, doch vermochte er es nicht, aus ihnen zu erwachen. Feuer und brennende Gestalten fanden in ihnen ebenso ihren Platz wie eine tiefe, undurchdringliche Dunkelheit, die in ihm eine schlummernde Furcht weckte, die er vorher nie wahrgenommen hatte. Er wusste nur, dass er auf der Grenze zwischen Licht und Finsternis einen Schatten jagte, oder jagte der Schatten ihn?
Er war eingekreist, von einer Gruppe an gesichtslosen Gestalten. Sie sprachen kein Wort, doch trotzdem vernahm er Worte in einer nie gehörten Sprache, zischend und erfüllt von Missgunst und Verachtung. Gerade wollte er eine Waffe ziehen, da teilte sich der Ring vor ihm und gab den Blick auf die ausgebrannte Hülle eines Dorfes frei. Schwarz streckten sich die Wände kleiner Hütten in den Himmel, wie anklagende Klauenhände und es lag ein Geruch in der Luft, der ihn in dieser Situation den Magen umdrehte: Verbranntes Fleisch. Er ging über die Hauptstraße und die schattenhaften gestalten folgten, immer am Rande seines Gesichtsfeldes. Er wusste nicht, was er zu erreichen hoffte, aber es musste nah sein. Plötzlich spürte er, wie sich ein Blick förmlich in seinen Rücken zu bohren schien und als er sich umdrehte schwebte am Himmel über ihm ein Paar flammender Augen, wie eine Karikatur des Lichts. "Es wird nicht leicht, für keinen von euch. Aber nichts ist umsonst, nicht wahr? Jetzt geh, der Morgen graut.". Er spürte, dass er fiel, in eine unauslotbare Tiefe, die sich unter ihm auftat, ihn verschlang. Dann nichts..

Von außen betrachtet schien der Krieger ruhig dazuliegen, immer noch am schlafen. Nichts kündete von dem, was er gerade durchlebt hatte. Friedlich krochen die ersten Lichtstrahlen über seinen Körper und erreichten irgendwann sein Gesicht, was sich kurzzeitig verzog und dann wieder ruhig lag.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Sa Mai 19, 2018 8:53 am

„He!“, sprach ich Malachai noch einmal an, als er nicht sofort erwachte. „Wach auf.“ Was sollte ich machen? Kurz überlegte ich, ob ich ihn mit dem Fuß anstoßen sollte - dann wäre ich immerhin nicht ganz so sehr in seiner Reichweite - oder ob ich an seiner Schulter rütteln sollte. Da ich jedoch wusste, wie ich teilweise aus dem Schlaf hochschreckte, erschien mir beides keine gute Alternative zu sein. Ich sah mich um und entdeckte das nasse Tuch vom Vorabend. Mit einem Grinsen hob ich es hoch, tränkte es noch einmal mit frischem Wasser und trat wieder zu dem Krieger hinüber. Ohne erneute Vorwarnung ließ ich das patschnasse Etwas auf sein Gesicht fallen und machte vorsichtshalber einen halben Schritt zurück und verharrte beinahe in so etwas wie einer Kampfpositon, auf die Reaktion meines Gegenübers wartend. „Aufwachen!“, ermunterte ich ihn noch einmal, mit einem leichten Feixen in meiner Stimme. „Wir müssen los. Und erkunden, was das für ein Feuer war.“ Denn dessen war ich mir inzwischen sicher. Der Wind hatte leichten Brandgeruch mit sich getragen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Sa Mai 19, 2018 7:11 pm

Wie eine Schlange schoss Malachai von seinem Lager empor und der Lappen flog zur Seite. Gehetzt blickte er sich um und schon lagen zwei Wurfdolche in seinen Händen, als sein Blick auf Ciaran fiel. Sofort entspannte er sich, wenn auch nur ein wenig. "Tu das nie wieder. Es ist keine gute Idee, einen Schlafenden so zu wecken.". Er begann damit, seine Sachen zusammenzupacken und verfiel dabei in einen Arbeitsrhytmus. Ohne sich dabei umzudrehen, fragte er:" Was ist mit dem feuer? Ist in der Nacht noch etwas vorgefallen?".

Als sein Bündel gepackt war, erhob er sich. Plötzlich konnte er den leichten Brandgeruch riechen. Und war da nicht auch noch ein anderer Geruch...
Er riss sich zusammen! Nein, dieser Traum hatte keinerlei Relevanz für die Wanderung. Für einen kurzen Moment dachte er darüber nach, Ciaran über seinen Traum zu erzählen. Der Junge kannte sich mit Geschichten aus, vielleicht konnte er etwas mit den verwirrenden Traumbildern anfangen.

"Ciaran, hast du schon mal eine Geschichte über gesichtslose Wesen gehört? Vielleicht eine Geschichte?". Er wusste, wie seltsam sich das anhören musste, wollte aber nichts weiter dazu sagen. Stattdessen wartete er auf die Antwort seines Begleiters und wandte den Blick dabei nach Norden, der für ihn plötzlich viel dunkler wirkte als gestern.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Sa Mai 19, 2018 8:15 pm

Ich konnte nicht anders: Ich begann, schallend zu lachen. Malachais Gesichtsausdruck war einfach zu köstlich und die Art, wie er sich nun nach einer lauernden Gefahr umsah, noch mehr. „Nur, wenn man nicht darauf vorbereitet ist“, widersprach ich noch immer grinsend. „Sieh es als kleine Revanche für deinen Leuchtblitz.“ Wobei ich fand, das das hier deutlich amüsanter war. Ich begann, diese gemeinsame Reise zu genießen. Wann hatte ich jemals etwas so törichtes und lustiges tun können? Ich verschränkte die Arme hinter dem Kopf.
„In der Nacht wehte Brandgeruch herüber“, erklärte ich meinem Gefährten, der anscheinend wieder ins Hier und Jetzt zurückgefunden hatte. „Aber das Feuer hat sich nicht bewegt. Es ist eher schwächer geworden. Was dafür spricht, dass ein begrenztes Gebiet in Flammen stand.“ Das alles mochte zwar richtig sein, brachte uns aber noch keinen großen Schritt weiter. Meine nächsten Worte wählte ich mit bedacht. „Es könnte Zufall sein“, sagte ich leise. „Aber ich glaube nicht an Zufälle.“ Und in diesem Fall schon gar nicht. Unser Auftraggeber war mysteriös genug gewesen. Und ich hatte keine Sekunde geglaubt, dass was auch immer eigentlich alles hinter dieser Mission stand. einfach sein würde.
„Gesichtslose Gestalten?“ Ich horchte auf und ging im Kopf die Völker Letums durch. Nein, da fielen mir keine Wesen ein, auf die diese Beschreibung passen würde. Allerdings... „Nein“, antwortete ich bedauernd. „Warum? Meinst du, sie könnten etwas mit dem Feuer zu tun haben?“
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am So Mai 20, 2018 6:41 pm

Malachai streckte sich, sah den Jungen dann an, lächelnd. "Revanche... Du hast einen seltsamen Sinn für Gerechtigkeit, Amethystauge.".
Als sein Bündel soweit gepackt war, nickte er in Richtung Norden. "Dann wollen wir mal, was immer uns dort erwartet.".

Während sie wanderten, konnte man mit jedem Schritt den stärker werdenden Brandgeruch in der Luft wahrnehmen. Etwas in Malachais Brust zog sich dabei zusammen und er musste wieder an den Traum von vergangener Nacht denken. Er schwieg für eine Weile, versuchte, etwas in der Ferne zu erspähen, wurde aber nicht fündig. Dann erst antwortete er auf Ciarans Frage bezüglich der Wesen:"Ich... weiß nicht. Vielleicht ist es nichts. Es war ein Traum. Aber ich gebe nicht viel auf Träume.". Aber er wusste, dass dies mehr als ein einfacher Traum war. Er hatte in Geschichten schon viel über Visionen gehört, in Geschichten und Legenden, aber selbst eine zu erleben? Das war etwas anderes.
Vor ihnen wand sich die Straße einen kleinen Hügel empor. Dahinter musste die Quelle des Brandgeruches liegen, da war er sich sicher. Er wandte sich zu Ciaran um:"Bereit?"
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am So Mai 20, 2018 7:32 pm

Ich habe noch ganz andere merkwürdige Sinne für irgendwas..., schoss es mir durch den Kopf, doch ich lächelte unverbindlich. Die Situation war einfach zu befreiend lustig gewesen, um sie mit irgendetwas zu trüben. Dann horchte ich auf. „Amethystauge?“ Als könnte ich meine Augenfarbe dadurch besser begreifen, wanderte meine Hand zu meinen Augen. Das war auf jeden Fall eine interessante Bezeichnung.
„Na dann los.“ Ich schnürte den Rest meiner wenigen Habseligkeiten zusammen und stopfte sie in den Rucksack.
Malachai legte ein straffes Tempo vor, doch ich wollte mich nicht beschweren. Ich brannte darauf, mehr über unseren Auftrag zu erfahren und wollte auch sehen, was es wirklich mit dem Feuer auf sich hatte. „Ein Traum?“ Ich machte eine nachdenkliche Miene. „Manchmal will uns das Unterbewusstsein damit etwas sagen. Was genau war das für ein Traum? Vielleicht hat er eine Bedeutung, auch wenn sie sich dir nicht sofort erschließt.“
Wir bogen um eine Kurve. „Immer“, antwortete ich lächelnd, doch sobald wir wieder etwas weiter blicken konnten, gefror mir dieses auf den Lippen. Es war tatsächlich ein Dorf gewesen. Der Brandgeruch wurde von dem charakteristischen Geruch verbrannten Fleisches abgelöst. Ich verzog angewidert das Gesicht, als ich die ersten verbrannten Leichname entdeckte - verkohlt bis auf die Knochen. Ich zwang mich, den Blick nicht abzuwenden sondern mir jede Einzelheit genauestens einzuprägen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am So Mai 20, 2018 8:30 pm

Er starrte gebannt in die Ruinen des Dorfes. Es passte nicht perfekt, aber gewisse Grundstrukturen ähnelten seinem Traum. Beinahe sofort fuhren seine Hände an die beiden Schwerter, während er sich leicht geduckt auf das Dorf zubewegte. "Nicht jetzt. ich will mir das zuerst näher ansehen.". Je näher sie den ersten Ausläufern der rußgeschwärzten Ruinen kamen, desto überwältigender wurde der Geruch nach verkohltem Fleisch. Er kniete neben der ersten Leiche nieder und sah sie sich aus der Nähe an. "Etwas muss sie verdammt schnell in Brand gesteckt haben. Dieses Feuer war extrem aggressiv und hat sich rasend verbreitet. Ich bezweifle, dass es natürlichen Ursprungs ist.". Aber was war es dann? Er wusste, dass bestimmte Tränke solch ein Feuer hervorrufen konnten, auch wenn er selbst nicht über dieses Wissen verfügte. Aber war die Erklärung so einfach? Langsam machte er sich auf den Weg in die Mitte des Dorfplatzes, wo ihn ein, milde ausgedrückt, beunruhigendes Schauspiel erwartete: Im Kreis um den ehemaligen Brunnen des Dorfes waren acht Pfähle in den Boden gerammt worden, an denen die Überreste von ebenfalls verbrannten Menschen zu Boden gesunken waren. Er murmelte, mehr zu sich selbst:"Diese Anordnung... Sie sollten das Wasser sehen, während sie verbrennen. Purer Sadismus. Und dann diese Pfähle... Sie sollten auch weiterhin gesehen werden, auch nachdem das Feuer erloschen war. Vielleicht eine Warnung?" Was denkst du darüber?", fragte er Ciaran, während er weiterhin die Umgebung absuchte
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mo Mai 21, 2018 7:21 am

Ich nickte leicht, da auch mich die Ruinen des Dorfes interessierten. Andererseits wäre vielleicht jeder Hinweis, was uns hier erwarten könnte, vor Betreten des Schauplatzes nützlich. Ich zuckte mit den Schultern und folgte Malachai, wobei es mich überraschte, dass ein menschlicher Krieger keine Zweifel bei so einem Anblick überkamen. Das, was sich langsam aus den noch immer dünn aufsteigenden Rauchschwaden schälte, sprach nicht nur von unglaublicher Grausamkeit. Ich trat neben den Krieger und musterte die acht Pfähle. „Es könnte auch eine Art Ritual sein“, warf ich ein und ließ meinen Blick über die verkohlten Stämme und die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen gleiten.  „Auf jeden Fall ist derjenige, der das hier getan hat, nicht zimperlich.“ Ich deutete auf die schwarzen Überreste eines Kleinkindes. Ich konnte zwar nicht behaupten, dass ich wirkliches Mitleid für diese Fremden empfand, aber das war doch eine der Taten, die ich meinen Brüdern zwar zutraute, die ich im Stillen aber mit einem Kopfschütteln bedenken würde. „Ich hoffe, sie hatten einen guten Grund für dieses Massaker“, rutschte es mir leise heraus. Dann wandte ich mich wieder an den Krieger. „Du sagtest etwas von gesichtslosen Wesen? Was weißt du noch über sie? Würden sie ein bestimmtes Ziel verfolgen, wenn sie so etwas tun? Oder töten sie zum Spaß?“ Das wäre entscheidend dafür, wie viel diese Angelegenheit hier mit uns zu tun hatte. Ich warf noch einmal einen Blick über die Szenerie. Das wirkte zu...zu arrangiert, um bloß der Befriedigung der eigenen Lust am Töten zu dienen. „Ich... ich habe etwas ähnliches schon einmal gesehen...“, fiel mir plötzlich ein. „Acht Elemente... dienten zur Weissagung... und Beschwörung.“ Beim Unlicht, das war verdammt lange her.  Plötzlich knackte etwas hinter uns und ich fuhr herum, den Dolch in der erhobenen Hand.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mo Mai 21, 2018 7:36 pm

Er zuckte mit den Achseln. "Nichts, sie standen einfach nur da und schienen mich zu beobachten. Weder waren sie aggressiv noch freundlich, sie waren einfach da. Wie Beobachter, die sich an einem Schauspiel erfreuen. ". Als er den Kommentar seines Begleiters bezüglich der Gründe für das Niederbrennen des Dorfes hörte, zog er zwar eine Augenbraue hoch, erwiderte aber darauf nichts. Wenn Ciaran wirklich als Auftragsmörder tätig war, war so eine Ansicht nur natürlich. Außerdem hatte er sich eine ähnliche Frage auch schon gestellt.

"Weissagung? Beschwörung? Wovon redest du da?", fragte er ihn sichtlich verwirrt. Er hatte zwar schon von Magie gehört, aber nur in Legenden und Märchen. Vielleicht wurde diese tat von Wahnsinnigen verübt, die an so eine Kraft glaubten? Das wäre ein Problem. Fanatiker waren gefährlich, weil sie unberechenbar waren und ihre verdrehten Ansichten bis zum letzten Atemzug verteidigten.

Als er das Knacken hörte, fuhr er sofort herum und zog dabei seine Schwerter. Zuerst konnte er hinter ihnen nichts erkennen, außer eine rußgeschwärzte Fassade eines ehemaligen Hauses. Als er die Stelle länger beobachtete, sah er jedoch deutlich, wie sich einer der Balken ein Stück anhob. Langsam schlich er sich näher und konnte schließlich einen Blick über die Mauer werfen. Das bestätigte seine Vermutungen: Halb verborgen im verbrannten Boden zeichnete sich eine Klappe ab, die von einem herabgestürzten Balken verborgen wurde. In diesem Moment wurde sie ein Stück angehoben und zwei blaue Augen blickten angsterfüllt auf die Gestalt mit der Maske, die sich dort oben befand.

Malachai winkte Ciaran herbei. "Hier hat jemand überlebt, ist aber verschüttet. Komm und hilf mir!". Dann wandte er sich in Richtung der Klappe und sagte in einem beruhigenden Tonfall:"Keine Sorge, wir werden dir helfen. Beruhig dich und lass und nur machen.". Ob seine Worte Früchte getragen hatten, vermochte er nicht zu sagen, denn er machte sich bereits am Balken zu schaffen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 7:20 pm

„An einem Schauspiel erfreuen?“ Ich warf einen vielsagenden Blick auf das verbrannte Dorf. „Ja, wunderbare Abendunterhaltung. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden...“ Und ich kannte mindestens ein Dutzend Leute, die den Schreien der Menschen Beifall gespendet hätten. „Du meinst also, sie waren da, haben es aber nicht unbedingt verursacht?“ Das klang für mich noch merkwürdiger als alles, was ich bei meinen Brüdern je erlebt hatte. Aber...auch das konnte es geben, oder?
Ich zuckte mit den Schultern. „Das sind nur Dinge, die ich mal gehört habe. Ich kenne mich mit sowas nicht besonders gut aus, aber... das ist so viel Aufwand, der hier betrieben wurde.“ Keiner meiner Brüder wäre verrückt genug, so etwas zu arrangieren, nur um seine sadistische Ader auszuleben. Wenn sie es nicht taten...gab es dann jemand anderen, der so etwas tun würde?

Ich fixierte noch immer die Geräuschquelle und dachte gar nicht daran, meinen Dolch sinken zu lassen. „Es könnte eine Falle sein“, warf ich ein und kam nur langsam näher. Ich spähte über Malachais Schulter zu der Luke hinüber. Mit einem Seufzen steckte ich den Dolch erst einmal wieder ein. „Sei vorsichtig. Hier ist alles verkohlt und kann jederzeit einstürzen...“ Dennoch packte ich mit an und nutzte ein ganz bisschen Windmagie, um den Balken etwas unterstützend anzuheben, da wir es sonst wohl nicht schaffen würden. Endlich krachte das schwere Holz neben der Luke auf den Boden und ich wischte mir über die Stirn. Mit misstrauischem Blick wandte ich mich nun dem oder der Verschütteten zu. „Na los. Komm raus da.“ Mein Ton warf vielleicht nicht gerade der Vertrauenerweckendste, aber ich konnte mir nicht helfen: Irgendetwas kam mir hier merkwürdig vor. „Wir tun dir nichts.“ Zumindest nicht, wenn du nicht Teil einer Falle bist, setzte ich in Gedanken noch hinzu und wog eine meiner Nadeln in der Hand.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mi Mai 23, 2018 7:09 pm

Es dauerte eine gewisse Zeit und viele Flüche, bis der Balken endlich bewegt war. Malachai nahm die Maske ab und fuhr sich einmal über das Gesicht, auf dem Schweiß eine dünne Schicht gebildet hatte. Dann streckte er eine Hand in die Dunkelheit herunter. Es dauerte eine Zeit, aber dann streckte sich ihm eine dünne, bleiche Hand entgegen und umschloss die Seine. Er zog und aus dem Kellerloch schoss eine junge Frau, das Gesicht mit Asche und Schweiß verklebt und das braune Haar in erratischen Mustern vom Kopf abstehend. Ihre blauen Augen blickten gehetzt und vorsichtig in sein Gesicht, dann stellte die junge Frau eine Frage in Nebelzung:"Jäger? Bist du der Jäger?".

Malachai seufzte innerlich. Also hatte die junge Frau die Maske erkannt. Nun konnte er nur hoffen, dass die Geschichten, die sie über ihn gehört hatte, nicht zu den schlimmeren gehörten. Er antwortete ihr, ebenfalls in Nebelzung, weil er hoffte, dass das sie beruhigen würde:" Ja, ich bin der eiserne Jäger des Nebelad-Waldes. Was ist hier passiert. Wer hat das Dorf angezündet?".

Die junge Frau sah ihn an, mit einem tiefen und seltsam verstörenden Blick. Dann, nach einer schier endlos langen zeit, antwortete sie, in Arcum:"Ich weiß, wer du bist. Ich weiß auch, wer dein Freund ist, auch, wenn du es nicht weißt. Dieses Dorf war zu nah, dass haben sie gesagt. Sie haben nicht viel gesagt, aber das sagten sie. Sie sagten auch, dass ihr kommen würdet. Wenn ihr kommt, soll ich euch eine Nachricht überbringen: Der Rotäugige lügt. Kehrt um, am Ende dieses Weges liegt nichts für euch. Jetzt lasst mich allein.".
Mit diesen Worten und bevor der Jäger reagieren konnte, drehte sie sich um und verschwand wieder im Keller, dessen Klappe hinter ihr mit einem Krachen zufiel.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Do Mai 24, 2018 5:09 pm

Ein wenig verwundert folgte ich der Szene und den gewechselten Worten, die ich zunächst nicht verstand. Meinen Dolche hielt ich wieder fest umklammert, denn irgendwas an der ganzen Sache störte mich gewaltig. Die Frau sah nicht aus wie jemand, der gerade den Schrecken eines abgebrannten Dorfes miterlebt hatte. Eher wie jemand, der sich beobachtet fühlte und seine Aufgabe erledigen muss oder sonst um sein Leben fürchtete. Ich ließ meinen Blick über die ausgebrannten Ruinen schweifen, während Malachai sich mit ihr unterhielt. Hier und da stiegen noch vereinzelt Rauchschwaden auf. Ansonsten schien jedoch alles ruhig zu sein. Dann plötzlich hörte Worte, die ich verstand und drehte den Kopf.

Meine Augen wurden für einen kurzen Moment zu schmalen Schlitzen, als sie Malachais Freund erwähnte. War ich gemeint? Was wollte sie ihm da für einen Floh ins Ohr setzen? „Was heißt zu nah?“, verlangte ich zu wissen, doch die Frau blieb mir eine Antwort schuldig. Stattdessen sprach sie weiter und ich zuckte mit den Schultern. „Hör auf, das Offensichtliche zu sagen. Natürlich lügt er - in der ein oder anderen Weise. Wir wären dumm, ihm jedes Wort zu glauben.“ Trotzdem hatten wir einvernehmlich beschlossen uns auf dieses Abenteuer einzulassen. „‘Jetzt lasst mich allein‘“, äffte ich sie nach, als sie wieder im Keller verschwand. „Was für eine Art seiner Dankbarkeit Ausdruck zu verleihen...“ Ich stieß mit dem Fuß ein verkohltes, schwarzes Etwas zur Seite. „Sag, was du willst, aber das hier ist merkwürdig. Als hätte man ihr den Verstand vernebelt.“ Magie, hing ein einzelnes Wort unausgesprochen in meinen Gedanken.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Di Mai 29, 2018 6:17 pm

Malachai sah der verschwindenden Frau nach, bis das Zuschlagen der Kellerluke ihn aus seinen Gedanken riss. Er drehte sich fragend zu Ciaran um:" Den Verstand vernebelt... ja. Nur mit was? Für Furcht war ihre Stimme zu klar, zu gefasst.".
Er sah sich in den Ruinen um. Dieser Ort gefiel ihm von Augenblick zu Augenblick weniger, wie ein Bild, welches immer mehr erschreckende Details preisgibt, je mehr man sich in seinen Darstellungen verliert. Etwas schien an diesem Ort zu verweilen: Eine gewisse Aura von spürbarer Abstoßung. Fast war es so, als schienen sie aus dem Dorf herausgedrängt zu werden. Er wandte seinen Blick wieder Ciaran zu:" Ich weiß nicht, was du denkst, aber meiner Meinung nach sollten wir die Unterhaltung an einem anderen Ort fortsetzen. Es ist... seltsam hier.".
Er gab ungern zu, wie sehr ihm das Dorf zuzusetzen begann, aber er hielt es nicht länger aus. Seine Füße bewegten sich fast von selbst, als er an dem Brunnen mit seinen grausigen Ornamenten vorbeischritt, dem Dorfrand entgegen. "Kommst du?", rief er über die Schulter, sah aber nicht zurück.
Die Bilder seines Traums krochen aus den dunklen Abgründen seines Geistes ans Licht, und das Bild der brennenden Augen am Himmel brannte sich in sein Bewusstsein wie ein glühendes Eisen. Er musste darüber reden, aber nicht an diesem Ort. Er war einfach... zu nah.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 6:07 pm


Ich hob die Augenbrauen. Was auch immer hier war, es schien nicht nur auf die Dorfbewohner, sondern auch Malachai zu wirken. Ob das so ein Menschen-Ding war? Ich legte den Kopf schief, warf noch einen abschätzenden Blick in Richtung der Kellerluke, zuckte dann mit den Schultern, als sich nichts rührte und folgte dem Krieger. War das wirklich die einzige Überlebende? Es schien beinahe so. Aber warum blieb sie dann hier? War sie eine Verräterin am eigenen Volk? Was mochte man ihr dafür versprochen haben? Oder stand sie doch unter einem Zauber? Mitten in der Bewegung hielt ich inne, drehte mich abrupt um und lief zu der Kellerpforte zurück. Mit einem einzigen entschlossenen Ruck zog ich sie auf und huschte ins Innere, um die Frau nochmals zur Rede zu stellen. Meine Augen brauchten im Dunkeln genau einen Wimpernschlag, um genauso gut sehen zu können wie bei Tageslicht, doch es half nichts. Der Keller war leer, so gut ich die einzelnen Ecken auch sehen konnte. Mit einem mulmigen Gefühl trat ich den Rückzug an, zunächst langsam und vorsichtig, bald jedoch mit schnellen Schritten, um wieder zu Malachai aufschließen zu können, der schon ein Stück entfernt war.
„Ich wusste gar nicht, dass Krieger so empfänglich für böse Ahnungen sind“, zog ich ihn ein wenig auf und berichtete dann von dem leeren Keller. „Ich fürchte, wir haben es hier nicht mit einem normalen Feuer und einem normalen zerstörten Dorf zu tun“, fasste ich zusammen. „Wer auch immer dafür verantwortlich ist, hat sich verdammt viel Mühe gegeben es für uns vorzubereiten.“ Und dabei meinte ich uns. Die Worte der Frau hatten keinen Zweifel gelassen. Man hatte gewollt, dass wir es so vorfanden. „Sie könnte sich in einer Art Hypnose befunden haben“, begann ich zu überlegen. „Das erklärt aber nicht ihr Verschwinden. „Es könnte auch sein, dass wir einer Illusion aufgesessen sind...“ Auch das war keine schöne Idee, da man nicht wissen konnte, wo der Einfluss endete. „Aber du wolltest von deinem Traum erzählen“, erinnerte ich ihn.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Fr Jun 01, 2018 6:24 pm

Der Jäger sah zu seinem Begleiter, das Gesicht von einer Maske aus ernst bedeckt, die ihn ausdrucksloser und kälter erschienen ließ als seine normale Maske aus Eisen. "Krieger sind nicht für böse Ahnungen bekannt, weil viele nicht weiter denken als die Spitze ihres Schwertes. Wenn man aber jagt, reicht das nicht. Du entwickelst ein Gespür dafür, wie einen weiteren Sinn.".
Der Traum, der verfluchte Traum. Er vermutete, wenn er jetzt nichts erzählen würde, würde der junge Mann ihn immer weiter daran erinnern, also war es besser, jetzt damit herauszurücken, auch wenn ihm die Erinnerung selbst jetzt noch Schauer über den Rücken laufen ließ. "Ich habe Augen am Himmel gesehen, rote Augen. Und eine Stimme hat mir gesagt, dass es für keinen von uns leicht werden wird. Aber es sei ja nichts für umsonst. Kannst du damit etwas anfangen?".

Er sah zurück zu der schwarzen, ausgebrannten Hülle des Dorfes, das vor kurzem bestimmt noch mit Leben gefüllt war. Dieser Anblick rührte etwas in ihm und seine Hand ballte sich zu einer Faust, mit einem so kräftigen Druck, dass die Finger sich zu einem reinen Weiß entfärbten. "Eine Warnung. Und zwar eine deutliche. Eindringlinge werden nicht geduldet. Die Frage ist: Hören wir auf diese deutlichen Zeichen?". Er würde es sicher nicht tun, nur wollte er diese Bestätigung auch von seinem Begleiter erhalten. Er musste sich auf den Violettäugigen verlassen können, mochte das auch noch so schwer sein.
Dieser Auftrag gefiel ihm von Minute zu Minute weniger, aber das konnte er sich nicht anmerken lassen. Er war fest entschlossen, bis zum Ende zu gehen, koste es was es wolle.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Sa Jun 02, 2018 7:07 am

Ich runzelte die Stirn. Dieser ‚Traum‘ klang merkwürdig, eher so, als sei eine tiefere Bedeutung in dem Gesehenen verborgen. „Ich kann nur so viel damit anfangen, dass es nie leicht ist und nie etwas umsonst ist.“ Ich hob die Schultern. „Das ist nichts neues. Das war schon immer so und wird immer so bleiben.“ Auch wenn es sich als Warnung in einem Traum ausgesprochen, weitreichender anhören mochte, so war es doch eigentlich einfach nur die Aussprache immerwährender Tatsachen.
Ich warf einen Seitenblick auf Malachai und seine zur Faust geballte Hand, bei der die Knöchel weiß hervortraten. Die Ruinen des Dorfes schienen ihn mitzunehmen. Ich beschloss jedoch, nichts dazu zu sagen. „Ich war schon immer gut darin, deutliche Warnungen zu ignorieren“, erwiderte ich leichthin. „Ob nun aus Träumen oder von realen Männern ausgesprochen.“ Ich richtete meinen Blick nach vorne. Irgendwo dort lag hoffentlich eine Antwort auf eine viel wichtigere Frage; eine Frage, die das Risiko wert war.  „Ich glaube wir wussten beide, dass es nicht leicht werden würde, als dieser merkwürdige Kerl uns losgeschickt hat. Und es ist ja immerhin nett, dass sie uns noch eine Warnung schicken. Eigentlich hatte ich gleich mit einem Angriff gerechnet. Insofern haben wir noch Glück.“ Ich grinste. „Also los. Weiter gehts.“ Ich schulterte meinen Rucksack und machte mich auf den Weg am Dorf vorbei.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Mo Jun 04, 2018 7:43 pm

Malachai schulterte sein Bündel und schloss zu dem Dunkelelf auf, sah ihn dabei von der Seite an. Als er schließlich sprach, lag in seinen Worten zwar kein Ärger, aber eine Spur von Verstimmung. "Natürlich ist nichts leicht. Aber eine solch extreme Art der Abschreckung spricht eine ganz andere Sprache." Sein Blick heftete sich an die Silhouette der Berge, die vor den beiden aufragten. "Ich glaube zwar nicht zwingend an alles, was mir im Traum erscheint, aber über die Zeit hinweg wird man auf dieser Ebene etwas sensibler.". Innerlich fühlte er immer noch eine gewisse Anspannung, weniger von dem Dorf als vielmehr die Nachwirkungen einer nagenden Gewissheit, dass hier Mächte am Werke waren, in deren Augen sie nicht mehr als Spielsteine waren. Deswegen schien es ihm umso wichtiger, sich mit dem Mann an seiner Seite zu verbünden. "Was hoffst du, am Ende dieser Reise zu finden?", fragte er deswegen den jungen, während sie immer noch mit schnellem Schritt weiterwanderten. Diese Frage stand schon von Anfang an im Raum und je eher sie zur Sprache kam, desto schneller würde sich ein Gefühl des Vertrauens einstellen. So hoffte er zumindestens.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 04, 2018 10:33 pm

Das geht dich nichts an, war die erste Antwort, die mir auf der Zunge lag. Und beinahe hätte ich sie auch laut ausgesprochen, doch dann besann ich mich eines besseren. „Ich suche jemanden“, erwiderte ich langsam. „Ich habe kaum Anhaltspunkte außer einem Amulett mit Schriftzeichen. Mir wurde gesagt ich könnte herausfinden, woher sie stammen.“ Das war nicht zu viel und nicht zu wenig, befand ich. Mein Blick glitt kurz zum wolkenverhangenen Himmel empor. Ob es wirklich die richtige Entscheidung war, weiter zu gehen? Aber was hatte ich für eine Wahl? Aufgeben? Und sich immer fragen, ob man der Lösung des Rätsels so nahe gewesen war? Das kam nicht in Frage!
„Und du? Was erhoffst du dir?“, gab ich die gleiche Frage an den Krieger zurück. Es konnte gewiss nicht schaden, seine Motivation einschätzen zu können. Ich glaubte zwar aus irgendeinem Grund nicht, dass er mich einfach so verraten würde, aber sicher konnte man sich nie sein. Immerhin kannte ich ihn kaum. Ich beobachtete ihn aus den Augenwinkeln, während wir weiter gingen. War das wirklich so extrem? Ich grübelte. Für Menschen vermutlich schon. Aber es war effektiv. Genau so viel Grausamkeit, wie man eben brauchte, um eine Botschaft eigentlich deutlich zu übermitteln. Was mich viel mehr ins Stocken brachte war, dass jemand in dieser Welt diese Sprache zu sprechen verstand. Ich hatte mit mehr Zurückhaltung der Menschen gerechnet.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Jun 07, 2018 7:49 pm

Er lächelte seinen Mitreisenden an. "Ich muss sagen, mein Wunsch geht in eine ähnliche Richtung. Ich suche ebenfalls zwei Personen, um mit einer alten Schuld abzurechnen". Das es sich bei diesen Personen um die beiden handelte, die ihn ins Leben gesetzt hatten, fügte er nicht hinzu. Stattdessen sah er vor sich auf den Weg, der langsam, aber merklich anstieg. Es ging aufwärts. "Immerhin: Wir haben das Hochland schneller erreicht als kalkuliert und leben beide noch. Ich denke wir können es auch weiterhin so halten.". Seine Augen suchten bereits den Horizont ab, nach gefahren und Möglichkeiten. Instinktiv summte er dabei eine kleine Melodie, die eine gewisse Art von Ruhe und Entspannung ausstrahlte.Mit  jedem Schritt, der sie weiter vom Dorf fortführte schien der dunkle Schleier auf seinem Geist ein wenig mehr zu verschwinden. Ja, er freute sich sogar auf die Reise, die Herausforderung.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 08, 2018 5:47 am

Malachais Wortwahl ließ mich aufhorchen und gleichzeitig die Stirn runzeln. Es klang beinahe, als suchte er diese Personen, um sie kurz darauf ins Jenseits zu befördern. „Was wirst du tun, wenn du sie gefunden hast?“, fragte ich nach, weil ich meine Neugierde einfach nicht zügeln konnte. Vielleicht war es unklug, ihn so direkt zu fragen. Andererseits: Was hatte ich zu verlieren? Wenn er nicht antworten wollte, würde er es bleiben lassen. Und wenn er etwas sagte, war ich danach hoffentlich ein wenig schlauer und konnte meinen Gegenüber besser einschätzen.
Wie auch immer. Wir setzten unseren Weg fort und auch wenn mein Blick aufmerksam nach vorne gerichtet war, so beschäftigte ich mich gedanklich immer noch mit dem niedergebrannten Dorf, das inzwischen weit hinter uns lag. Die im Keller verschwundene Frau war mir noch immer nicht ganz geheuer. Und ich glaubte nicht, dass es so einfach vorbei sein würde. Im Gegenteil: Die Probleme würden gerade erst anfangen. Und als hätte eine unsichtbare Macht meine Gedanken gehört und beschlossen, dass ich Recht behalten sollte, zogen in der Ferne dunkle Wolken auf. Ich richtete meinen Blick dorthin, als ich das erste Donnergrollen hörte und blieb für einen Augenblick stehen. „Was...ist das?“, flüsterte ich und deutete auf besagte Wolkenwand. Schemenhaft hoben sich vor dem heraufziehenden grau drei umher huschende  Schatten ab, wie drei überdimensionierte Vögel, die dort vom Gewitter umgeben ihre Kreise zogen.
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Malachai am Do Jun 14, 2018 9:11 pm

Malachai sah zum aufziehenden Gewitter und seine Augen weiteten sich vor ungläubigem Staunen. Er sah gehetzt zu beiden Seiten der Straße und fand zu ihrer linken ein kleines Waldstück. Mit einer Handbewegung bedeutete er Ciaran, ihm zu folgen und verließ die Straße in einem schnelleren Laufschritt. Diesen Schritt behielt er bei, bis er das schützende Blätterdach erreicht hatte, von wo er abschätzende Blicke in den Himmel warf. Er hatte solche Wesen nie zuvor gesehen, doch ihre Art des Auftretens erinnerte ihn an Raubvögel, auf der Suche nach Beute. Er hatte sich entschieden: Sie würden heute Nacht hierbleiben und abwarten. Kein Feuer, das würde zu viel Aufmerksamkeit auf sie lenken. Sein Blick ruckte zu Ciaran. "Lad deine Sachen ab, wir bleiben heute Abend hier. Kein Feuer, stell dich auf eine etwas unerfreuliche Kälte ein.". Während er sein Bündel ebenfalls ablud, fiel ihm die Frage ein, die sein Begleiter ihm gestellt hatte, kurz bevor er ihn auf die drei Wesen aufmerksam gemacht hatte. Er beschloss, ihm eine Antwort nicht vorzuenthalten:" Was ich tun werde? ich werde ihnen mein Gesicht zeigen, sie wissen lassen, dass ich lebe. Was dann passiert, liegt in nicht in meiner Hand"
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Re: In den Tiefen der Berge

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 25, 2018 6:52 pm

Ich folgte Malachai ins Dickicht des Wäldchens an der Seite der Straße und warf immer wieder einen Blick über die Schulter hinauf zum wolkenverhangenen Himmel. „Donnervögel...“, murmelte ich leise vor mich hin und behielt das größte der geflügelten Wesen unablässig im Auge. Sie waren noch zu weit entfernt, als dass man genaueres hätte sagen können, doch ich glaubte zu erkennen, dass die Kreatur etwas in ihren Händen hielt. „Und er schwang den Stab des Donners, woraufhin Blitze über den Himmel zuckten, den Tag zur Nacht werden ließen und die Landschaft neu formten...“, zitierte ich den Text eines alten Gedichtes, das ich einmal gelesen hatte. Auf meinem Gesicht zeigte sich keineswegs Furcht, sondern eher eine Art morbider Faszination. Am liebsten wäre ich umgedreht, hätte mich auf die Straße gestellt - gut sichtbar für alle und hätte herausgefunden, was diese sagenumwobenen Gestalten zu bieten hatten. Doch die Stimme der Vernunft hielt mich von dieser Dummheit ab und so spähte ich nur aufmerksam zwischen den Zweigen hindurch in Richtung der näher kommenden hoch oben kreisenden Gestalten.

„Du willst ihnen dein Gesicht zeigen?“ Ein kurzer Seitenblick traf Malachai. Was bezweckte er damit? Waren die Personen, die er suchte dafür verantwortlich, dass er eine Maske trug? Warum? Was verbarg sich alles dahinter? Und welche Geschichte steckte dahinter? „Bist du auf Rache aus?“, fragte ich mit einem Hauch Skepsis in meiner Stimme. Rache war nie ein guter Berater.
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Re: In den Tiefen der Berge

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