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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 29, 2018 7:17 pm

Das Gefühl von Unsicherheit grassierte auf beiden Seiten, erklang zusammen mit milder Aufregung und Verletzlichkeit wie eine seichte Melodie, die nur dann laut wurde wenn Stille Einzug fand. Auch Jaiva lauschte ganz gespannt in sich hinein, suchte nach Ciarans Echo und war verblüfft wie sehr ihn dieses Thema interessierte, das allem Anschein nach keinen hohen Stellenwert in seinem alten Leben eingenommen hatte. Plötzlich wollte sie wissen ob er all das hinter sich gelassen hatte und die Suche nach seiner Mutter nicht auch ein Ausbruch aus dem Altbekannten gewesen war. Jaiva wusste so gut wie nichts über den Lerchossohn und wann immer sie daran dachte, dass er genauso in sie hineinlauschen konnte wie sie in ihm, wallte neues Unbehagen in ihr auf. Er... schien anders als sie damit umzugehen, wirkte jetzt, da sie miteinander sprachen gar nicht mehr so ablehnend und garstig, und letztendlich wurde sogar ihr Gedanke von Ciaran selbst beantwortet, der sie fragte ob sie ihm das beibringen könne. Sie..., ausgerechnet sie sollte ihn lehren was es bedeutete zu vertrauen?
Die dornige Amazone kam gar nicht umhin als sich eines leisen Lachens zu bedienen, das weich wie eine Feder klang. Sie zeigte ihm Heiterkeit in kleinstem Maße, denn daran haftete auch Gutmütigkeit, vielleicht sogar ein wenig Sympathie. Ganz leise, pssht, so leise, dass sie es sich nicht einmal selbst eingestehen musste.
Man könnte fast meinen du möchtest gar nicht mit mir zur Hohepriesterin meiner Stammes gehen um... diese-Sache-da aufzulösen. Bis heute Abend werde ich dir das nicht beibringen könnte, selbst wenn ich das wollte“, sagte sie ihm und ein feines Schmunzeln tanzte auf ihren hellen Lippen während ihr noch immer ein passendes Wort für ihrer beider Dilemma fehlte.

Doch die zarte Heiterkeit war nicht von langer Dauer, denn je länger Ciaran sprach, desto tiefer wurde Jaivas Schweigen. Nicht nur sein Herz war schwer geworden, nein, ihres hing für die Dauer dieses süßen Moments an dem seinen und Schmerzimpulse pumpten in immer neuen Schüben Betroffenheit in ihr Gedankengut. Der Ausdruck ihrer Augen wurde ganz weich, das blassgrüne Auge gewann erneut an Dominanz und sie presste ihre Lippen fest aufeinander um nichts sagen zu müssen.
Sei still, flehte ihr Herz. Sag nichts mehr. Doch er hörte nicht auf und sie, sie sagte nichts mehr daraufhin, legte sogar das Messer weg, weil es nur noch lächerlich war. Jetzt konnte ihr auch kein Messer mehr helfen. Der Moment des Schweigens breitete sich zwischen ihnen aus und auch Jaiva wurde mit einem Mal sehr bewusst wie nah sie dem Blonden war. Sie hätte die Finger ihrer Hand nur zu strecken brauchen und dann hätte sie eine seiner Strähnen berühren können. Seinen Kopf. Ein absurder Gedanke. Für einen Moment war sie sogar versucht ihm anzuvertrauen, dass sie ein Unglückskind war. Was tat sie  hier eigentlich...?

Das schien sich auch Yaseminya zu fragen, die just in diesem Augenblick den Kopf durch den Durchlass geschoben hatte und ihrer Irritation Luft verschaffte. Jaivas Hand zuckte abrupt zu ihrem Dolch, allerdings sah sie bereits an dem Blick der Amazone, dass sie sich so leicht nicht würde herausreden können. Obschon nichts geschehen war fühlte sich die dornige Amazone ertappt.
Yaseminya“, machte sie lahm und rollte sich über die Fußballen nach hinten in die Hocke und stand dann auf. Die Augen der anderen Amazone zeigten nichts als Geringschätzung.
Ich habe dir gesagt, dass du dem Affen nicht zuhören darfst!“, sagte die andere Amazone und ließ ihren Blick zu ihrer Gefährtin zucken. Es war sofort zu erkennen, dass ihr das, was sie sah, nicht gefiel.
Sie schläft nur“, beeilte sich Jaiva hervorzubringen.
Yaseminya fuhr die dornige Amazone an: „Sei still. Du bist eine Schande für deinen Stamm. Wenn du weißt was gut für dich ist, trittst du jetzt zur Seite, Schwester. Göttinnen oder nicht, ich werde das jetzt beenden. Der Affe hat das letzte Amazonenohr vergiftet.“ Ciaran würde keiner Übersetzung bedürfen, denn die andere Amazone zog aus einer Halterung, die quer über ihrem Steißbein saß ein langes Messer. Der Bogen würde ihr hier keine guten Dienste leisten.
Jaiva hatte keine Zeit für großartige Erklärungen, sah Ciaran nur kurz an und flüsterte: „Vertrau mir.“ Und dann trat sie beiseite.
Just in diesem Augenblick begann Yaseminya zu singen - es war ein melodischer Angriff, der schnell und grausam erfolgte und sich nach dem Ohr des Mannes streckte. Eine unwiderstehliche Melodie, die schwer nach Ciarans Sinnen griff um diese zu verwirren. Wie schwer es war einen geraden Schritt zu tun wusste man nur wenn man entweder sturzbetrunken war oder der Musikmagie unterlag. Und dann griff sie an.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 29, 2018 8:17 pm

Ich zuckte zusammen, als ich die Stimme in dem fremden und doch inzwischen schon vertrauten Singsang sprechen hörte. Jaivas Gewicht erhob sich von mir und ich spürte völlig irrationales Bedauern. Warum? Ich hatte gerade wirklich andere Probleme. Und eines davon redete wütend auf den mit mir verbundenen Dornenbusch ein. Ich erhob mich in einer fließenden Bewegung und ergriff wie beiläufig Jaivas Dolch. Ich hielt ihn locker in der Hand und umfasste ihn erst fester, als die Amazone ein Messer zog. Ich Tonfall war giftig und ihre Worte schienen es auch zu sein, wenn ich Jaivas Gefühle richtig deutete. Meine Augen wurden schmal und ich presste die Zähne aufeinander. In dieser verflixten Situation war Jaivas Schmerz mein Schmerz. Und den würde ich mir von keiner dahergelaufenen Blume ohne Dornen so einfach zufügen lassen. "Urteilt ihr eigentlich alle lieber, bevor ihr fragt?", warf ich bissig in den Raum. Meine Haltung veränderte sich kaum merklich, doch ich war bereit anzugreifen, als Jaiva mir etwas zuflüsterte, das mich beinahe ebenso zum Wanken brachte wie das Lied der Amazone kurz darauf. Meine Sicht verschwamm und ich hatte das Gefühl, als würde der Boden unter meinen Füßen schwanken. Wie auf einem Schiff. Augenblicklich wurde ich blass, als sich die vertraute und ebenso verhasste Übelkeit einstellte. Ich schwankte leicht. Vertrauen? Ich schloss die Augen und verließ mich lieber auf meine Ohren. Die Augen gaukelten mir im Moment eh nur etwas vor, das nicht real war. Dann sperrte ich diesen Reiz lieber aus. Ich versuchte, ruhig zu atmen, doch das war alles andere als einfach. Vertrauen? Beinahe hätte ich laut gelacht. wie sollte ich das in dieser Situation? Doch dann fiel mir ein, dass ich Jaiva gerade in einem Anflug von geistiger Umnachtung darum gebeten hatte. Aber wie war das? Man konnte es nicht erzwingen? Ich hörte die Bewegung. Schritte, die auf mich zukamen und ich wurde nervös. Wie weit mochte es noch sein? Ich spürte den Wind, der meine Bedrängnis spürte und sich leicht erhob. Nein, noch nicht. Es war noch Zeit. zumindest redete ich mir das ein. Warum hatte ich Jaiva auch um so etwas bitten müssen? Und wie sähe es aus, wenn ich jetzt vor meiner selbst formulierten Bitte zurückschrecken würde? Mit geschlossenen Augen wartete ich auf mein Schicksal.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 29, 2018 10:06 pm

In einem Augenblick spürte Jaiva noch das Echo eines fremden, ihr unerklärlichen Bedauerns, dann aber brandete bereits die ihr bekannte Nüchternheit an die Ufer ihrer Seele und doch konnte sie sich über beides nicht wundern; ihr fehlte schlichtweg die Zeit dazu. Sie hatte auch keine Zeit sich zu fragen woher die Entschlossenheit diesen Kampf verhindern zu wollen kam oder warum sie auch Ciaran beschützen wollte, nein, in dem Augenblick, in dem sie aus der Aufmerksamkeit beider verschwunden war, begann sie.

In einer einzigen, fließenden Bewegung öffnete sie eine Lederschlaufe an ihrem Gürtel und ergriff das kleine Etwas, das darin verborgen gewesen war, nur um es zwischen Daumen und Zeigefinger der rechten Hand zu fixieren. Wie immer wenn sie im Inbegriff dessen war Magie zu wirken, begann sich ein hochexplosives Gemisch aus Anspannung, Erwartung und nicht zuletzt Euphorie in ihr auszubreiten und noch im selben Atemzug ergriff sie das Ende des für sie golden leuchtenden Klangmaterials mit den ausgestreckten Fingern ihrer linken Hand.
Ffsschh, setzte sich die Spule drehend in Bewegung als sie mit einem entschiedenen Ruck an den gesponnenen Tönen zog und auch die losen Klangfäden von Yaseminyas angriffslustigem Lied zu ihren webenden Fingern lockte. Feuriges Rot vermischte sich unter kreisenden Bewegungen ihrer Finger mit leuchtendem Gold und bildete etwas Neues, etwas... Aufregendes und auch wenn sie vor Ergriffenheit hätte weinen mögen, so wusste sie was als nächstes zu tun war: Sie begann zu singen, komplettierte den Dreiklang um die letzte Komponente und legte dann ihren Willen hinein. Ciaran hatte Jaiva sprechen gehört; er hatte sie ohne magisches Wirken singen hören aber das, was jetzt an sein Ohr drang stellte alles bisher Dagewesene in den Schatten. Ihre Stimme war geschmolzenes Gold, glühend, fließend, gleißend.

Yaseminya sah den Zauber kommen, allerdings war es bereits zu spät um ihren kurzen Lauf zu bremsen – sie sprang und ließ im Zuge dessen ihre Waffe auf Ciaran niedersausen... oder wollte es tun, denn dann war die Musik bereits bei ihr. Über ihr. In ihr.
Sie wollte zuschlagen, wollte den Mann töten, Götter noch eins, sie wollte es; aber die Musik, sie war stärker. Sie setzte exakt an der Stelle an, an der die Entschlossenheit saß, ergriff sie, umhüllte sie und zerschmetterte sie. Jaivas Magie war wunderschön und fürchterlich zugleich; gnadenlos in ihrer Schönheit – schön in ihrer Entsetzlichkeit. Noch bevor das Messer den Blonden erreicht hatte, erstarrte die Hand der Amazone in der Luft und ihren unter Anspannung und Unwillen angespannten Finger entglitt die Waffe. Scheppernd fiel sie zu Boden.
Du drei Mal verfluchte Verräterin“, zischte Yaseminya. Der Zauber, der Ciaran im Griff hatte, löste sich auf.

Und Jaiva? Sie sang weiter. Note um Note, Ton um Ton - und das, was als Resonanz in ihrem Herzen tobte wurde größer und größer. Erschreckender und erschreckender. Es war der süße Sog von Macht in ihrer reinsten Form und Jaiva badete in dieser beispiellosen Großartigkeit. Und Ciaran mit ihr. Die Spule surrte hörbar, tanzte zwischen ihren Fingern.
Alles lag jetzt an ihm.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 9:41 am

Ich öffnete blinzelnd die Augen, als das Lied der Amazone plötzlich verebbte, verdrängt von etwas völlig andere, einer Melodie von beinahe epischem Ausmaß, die zwar nicht an mich gerichtet war, jedoch trotzdem mein Innerstes berührte und eine Resonanz erzeugte. Das Lied war wunderschön und die Stimme, die es sang, einzigartig. Es war, als bade man in einem Sonnenstrahl. Am liebsten hätte ich einfach nur dagestanden und gelauscht, doch direkt vor mir stand die andere Amazone und ihr Blick war mindestens genauso tödlich wie die Waffe, die nun zu ihren Füßen auf dem Boden lag. Was war geschehen? Mir war immer noch ein wenig übel, doch mit jedem Atemzug verflüchtigte dieses Gefühl sich mehr und machte etwas ganz anderem Platz: Euphorie. Ich wusste nicht, wann ich so etwas schon einmal gespürt hatte. Es war, als hielte man die ganze Welt mit ihren Möglichkeiten in der Hand. Jaiva. Ich warf einen kurzen Blick über die Schulter. Das waren ihre Gefühle, so viel war klar. Durch die Magie? Ich schluckte. Wenn das, was ich spürte nur ein abgeschwächter Widerhall dessen war, was sie spürte... Ich würde nie mehr aufhören zu singen. Mir ging es ja schon so, dass ich am liebsten nur hier stehen und lauschen würde, aber sie... Entschlossen bohrte ich den Dolch in die Dornen-Wunde an meiner Hand, um mich von der Musik abzulenken, bevor ich noch tiefer in ihrem rauschhaften Sog versank. Dann schnappte ich mir die Nadel, die noch immer im Fleisch der rothaarigen Amazone steckte. Die Wirkung des Schlafmittels musste inzwischen stark abgeschwächt sein, aber... Wieder nutzte ich den Wind, um die Distanz zwischen mir und der anderen Amazone schneller zu überwinden. Ich sah den Hass in ihren Augen aufglimmen. Nicht nur gegen mich, sondern auch gegen ihre Schwester, die sich gegen sie gestellt hatte. Und ich hoffte, dass Jaiva es nicht sah. Loyalität konnte ebenso grausam sein wie Verrat.
„Na dann erlösen wir dich mal von diesem Alptraum“, murmelte ich. Mein Blick huschte über ihren Körper, formte einen Plan und führte ihn aus. Die Nadelspitze fuhr in die Haut zwischen den beiden Augenbrauen der Amazone. Einen Wimpernschlag später zog ich das Metall wieder heraus und wiederholte die Prozedur an der Ohrmuschel. Ich spürte, wie der Muskeltonus unserer Gegnerin nachließ. Sie sackte in meine Arme und ich ließ sie zu Boden gleiten - direkt neben ihrer Gefährtin. Ein letzter Punkt am Knöchel würde die Wirkung hoffentlich so lange ausdehnen, dass Jaiva und ich uns in Ruhe aus dem Staub machen konnten.
Nun, da meine Arbeit getan war, wandte ich mich wieder zu der singenden Amazone um. Verstohlen betrachtete ich sie, wagte jedoch nicht mich ihrem Lied oder ihren Emotionen in irgendeiner Art und Weise zu öffnen. Zu stark war die Anziehungskraft und ich fürchtete, dass sie uns einfach beide mit sich ziehen würde. Und alleine schon die zwei Herzschläge, die ich mich auf sie konzentrierte und nicht auf meine Gegner reichte aus, um diese Entschlossenheit wanken zu lassen. Ich wollte mehr davon hören, mehr davon spüren. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Ich hatte das Gefühl, als sei meine ganze Wahrnehmung merkwürdig verschoben. Mein Körper fühlte sich elektrisiert an. Ich machte einen Schritt auf Jaiva zu, als könnte ich ihr und dadurch der Musik näher kommen. Oh verdammt und wie viel mehr ich von ihr und dieser Musik im Moment gerne gehabt hätte. Es war erschreckend und vielleicht der einzige Grund, warum ich leicht zurück zuckte. Der Dornenbusch würde mich umbringen, wenn er auch nur eine einzige Schwingung, einen einzigen Gedanken davon aufschnappte! Mit einem Mal hatte ich das Gefühl wieder klar zu sehen und mir fiel ein kleiner Gegenstand in ihrer Hand auf, ebenso wie die Bewegungen ihrer Finger.

„He, Goldkehlchen. Das Publikum schläft. Du kannst aufhören.“ Mein Tonfall war absichtlich harsch gewählt. Sollte sie lieber wütend werden, als sich zu sehr auf mich zu konzentrieren. Oder schlimmer noch: Weiter zu singen. Wenn ich etwas hasste, dann war es Kontrollverlust. Und ich hatte so eine Ahnung, dass zu viel dieser Melodie schneller darin gipfeln könnte, als mir lieb war.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 30, 2018 11:26 am

Jaiva sang gegen den Kampfeswillen der anderen Amazone an und ganz gleich wie stark er auch sein mochte, die Magie ihrer Musik, dem infernalen Dreiklang aus gesponnenen Klangfäden, gestohlener Musik und eigenem Gesang, war stärker. Yaseminya stand wie gelähmt da, unfähig den Willen für einen neuen Angriff aufzubringen. Erst als Ciaran ihr mit der Nadel zu Leibe rücken wollte, zuckte sie, war aber nicht in der Lage ihn aufzuhalten - letztendlich lag auch sie am Boden, unfähig dem ihr von Mann und Verräterin zugedachten Schicksal zu entgehen.

Nur leise brandeten die Impressionen des Lerchossohnes an die Ufer ihrer Seele, doch sie reagierte nicht darauf. Es berührte sie nicht, interessierte sie nicht. Da war nur das süße Flüstern der Magie und der Rausch, der alles, schlichtweg alles für nebensächlich erklärte. Der Mann spielte mit einem Mal keine Rolle mehr. Der Schicksalsspruch der Göttinnen. Auch die Amazonen vom Stamm der Singenden Okapi waren ihr gleichgültig. Sollten sie leben oder sterben - nichts konnte vor der Herrlichkeit der Magie bestehen. Jaiva sang und die Welt wurde erhaben. Strahlend, Makellos. Ciaran konnte nicht sehen was sie sah aber er konnte spüren was es in ihr auslöste. Sie war glücklich...
Und dann sprach er sie an. Goldkehlchen. Der mitreißende Strudel war bereits schwächer geworden - die Töne der anderen Amazone fehlten und auch das Klangmaterial auf der magischen Spule zerfaserte. Es hatte seine Lebensdauer überschritten. Da war nur noch der Gesang der dornigen Amazone, der Strom goldener Klänge, geborgen in der Sprache, die er nicht kannte. Mit einem Seufzen, das die Welt bedeutete ließ Jaiva das Lied ausklingen. Bedauern, Hingabe, Sehnsucht und Euphorie. Alles, einfach alles steckte in diesem Seufzen.

Ja“, hauchte Jaiva; die Lider genüsslich über ihre Augen gesenkt um dem Abebben der Magie noch etwas länger nachzuspüren. Auch ihre Lippen hielt sie aufeinandergepresst.
Nur langsam kehrte die Welt zu ihr zurück und damit auch der Blick aus ihren Augen von zweifacher Intensität, die so... seltsam anzusehen waren. Als ob sie gerade erwachen würde. Neugierig sah sie zu Ciaran hin. Oh sie lauschte ganz genau, sagte aber nichts. Sie stand nur da, die kleine, hölzerne Spule in ihrer lockeren Faust geborgen. Zart, ganz zart hielt sie das Artefakt.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 11:49 am

Mein Herz klopfte, als die Magie verebbte. Der Nachhall der Melodie wurde vom Rauschen des Blutes in meinen Ohren davon gespült. Mit Bedauern trauerte ich ihm nach, doch der Teil meines Verstandes, der noch arbeitete, atmete auf. Und mit jedem Atemzug wurde das mehr, auch wenn ein leises Sehnen zurückblieb, sich zusammenkauerte und auf eine neue Chance wartete hervorzubrechen.
Ich sah Jaiva an und unsere Blicke trafen sich. Ihre Pupillen waren groß und ich konnte auch ohne dieses vertrackte Band das das Gleiche darin lesen, was auch ich empfand - nur wahrscheinlich so unheimlich viel stärker. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken, als ich dieses Spiegelbild der Sehnsucht betrachtete. Beinahe hätte ich sie gebeten, erneut anzufangen zu singen, doch ich biss mir auf die Zunge. Ich verbat es mir. Wie jeden weiteren Gedanken an diese himmlische Melodie und das, was sie in einem auslöste. Sah ich genauso aus? So entrückt wie Jaiva, die kaum mehr als zwei Silben hervorbrachte? „Du siehst aus wie jemand, der gerade Rotwurz geraucht hat“, stellte ich nüchtern fest und gab meiner Stimme einen kleinen Hauch der üblichen Herablassung. Ich hielt nicht viel von Rauschmitteln und lieber würde ich mir den Arm abschneiden, als nach irgendetwas süchtig zu werden. Und genau darin sah ich eine potenzielle Gefahr dieser Musik, so schön sie auch war. Ob sie dieses Teufelszeug überhaupt kannte? Wahrscheinlich nicht. Ich glaubte nicht, dass es so etwas in dem Urwald hier gab. „Weißt du, was mit den Leuten passiert? Sie magern ganz furchtbar ab und sehen aus wie Geister. Ihre Zähne werden schwarz und fallen heraus.“ Erzählte ich das ihr oder versuchte ich für mich ein abschreckendes Beispiel zu illustrieren?
Jedenfalls blieb ich ihr ein Wort des Dankes schuldig, vorerst zumindest. Ich trat vor und schnipste ein paar Mal vor ihren Augen mit den Fingern. „Hallo. Dornenbusch? Jemand zu Hause?“ Ich verwendete absichtlich diese Bezeichnung um auch die letzten Vibrationen der Melodie zu vertreiben und endlich diese merkwürdigen Gefühle abschütteln zu können, die mir heiß und kalt werden ließen.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 30, 2018 12:48 pm

Ciaran sprach und versuchte sein aufgewühltes Innerstes unter schroffen Worten zu verbergen. Er sprach und sprach und währenddessen kehrte die dornige Amazone mehr und mehr ins Hier und Jetzt zurück, empfindsam gemacht für das, was sie als Resonanz von ihm empfing. Es wurde leise, ganz leise in ihr und je mehr er sagte, desto leiser wurde es. Leise wie fallende Blätter. Und dann... kam er zum Ende. Die dornige Amazone schwieg weiter, sah ihn einfach nur an und man hätte nicht sagen können welches Auge in diesem Augenblick dominant war.
Hör auf“, sagte sie mit gesenkter Stimme und tat ein, zwei und dann drei Schritte in seine Richtung bis sie ihm direkt in die Augen blicken konnte. Ihr Gesicht, es war bar jedweden Spotts oder Aggression und stattdessen voller Emotion, ein letztes Glänzen der goldenen Wahrheit, die jetzt mehr und mehr verblasste. „Hör einfach auf, Ciaran“, bat sie ihn und für einen Moment hatte es den Anschein, dass sie seine Hand nehmen würde aber dann tat sie es doch nicht. Ein Hauch von Wehmut erfüllte sie, breitete sich wie Nebel zu ihren Füßen aus. Mit einem Mal erinnerte sie sich an Nesrins Schülerin, die sie erst abhängig von ihrer Magie gemacht und dann in den Wahnsinn getrieben hatte. Ihr Blick war beinahe so tief wie eine Berührung gewesen wäre.
Sag einfach nichts.“ Sie konnte es nicht ertragen. Nicht jetzt. Nicht während sich ihr Innerstes nach dem Schwingen der Magie sehnte, nach dem ganzheitlichen Gefühl von Geborgenheit und... Glück. Und je weiter sich der Moment entfernte, desto leerer fühlte sie sich und desto trauriger wurde sie. Nach jedem Hoch kam ein Tief und es war... sehr tief.
Wir sollten gehen“, meinte sie dann und drehte sich herum, nahm einen der vollen Wasserschläuche und hängte ihn sich über die Schulter. Nur kurz flackerte ihr Blick zu den Amazonen, Bedauern schwang darin. Sie würden es nicht verstehen, ganz gleich was sie sagte...
Mit einer Hand am Seil sagte sie: „Komm.“ Wie furchtbar sie sich doch gerade fühlte. So unendlich allein und jetzt wusste sie auch, dass Ciaran das wissen würde. Alles. Einfach alles.
Und doch... er hatte ihr vertraut, nicht wahr? Er hatte die Augen geschlossen, einfach nur abgewartet und der Amazone nichts getan. Vielleicht war es ja doch nicht vollkommen aussichtslos für sie.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 1:52 pm

„Hör selber auf!“, gab ich unleidlich zurück. Was meinte sie? Verdammt, sie sah aus, als wenn sie gleich heulen würde! Oder lachen? Oder schreien? Oder was wusste ich! Komisch halt. Wie sie so da stand und mich anschaute. Ich hielt ihrem Blick einen Moment stand, dann sah ich zur Seite. Aber mehr sagte ich nicht, während ich auf den Boden starrte und zu begreifen versuchte, was mit mir ... mit uns los war. Was war denn los, verdammt? Warum wirkte sie auf einmal so verloren? Ich zögerte kurz, dann horchte ich auf das Band, das so viel präziser war, als meine Magie es jemals vermocht hätte. Doch da war nichts. Nichts als Leere. Ich riss die Augen auf, für einen Moment schockiert. Hatte sie das Band...? Unglaube, beinahe Verzweiflung wallten in mir auf, dabei...sollte ich mich doch freuen! Freuen! Doch dann spürte ich sie wieder und konnte mir ein kleines Seufzen der Erleichterung nicht verkneifen. Beinahe war ich glücklich ihre Trauer zu spüren, auch wenn ich sie nicht verstand. Und mich ebenso wenig. Wie konnte man sich nach etwas derart lästigem sehnen?
Ihre Stimme klang tonlos, als hätte sie sämtliche Emotionen bereits aufgebraucht. Wir sollten gehen. Ja, das sollten wir. Und so einfach wandte sie sich ab. Kein Wort zu den Amazonen. Keine Frage, wie lange sie schlafen würden oder ob ich wusste, was ich tat. Vertraute sie mir auch? Das war absurd! Und trotzdem berührte es mich. „Jaiva?“. Ich streckte die Hand nach ihr aus und berührte ihre Schulter. Es war kaum mehr als ein zarter Hauch, zu komisch war das Gefühl. Jeden Moment erwartete ich, dass sie zu ihrem alten Ich zurückfinden, zu mir herumfahren und mich anfahren würde. Doch bevor das geschah musste ich wenigstens eines loswerden: „Danke.“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 30, 2018 3:02 pm

Die dornige Amazone wollte es dabei bewenden lassen, sich herumdrehen und weitermachen als wäre nichts geschehen, wenigstens so lange bis sie wieder zu ihrer alten Form zurückgefunden hatte. Normalerweise war das kein Problem, denn niemand war in der Lage ihr Innerstes zu sehen. Wie schlagartig sich doch die Dinge ändern konnten. Wie schnell ein Leben verändert war! Jetzt musste sie sich mit einem Mann arrangieren und das obwohl sie heute zum ersten Mal einem begegnet war. Wer dachte sich so etwas aus? Warum spielten die Göttlichen mit ihr? War dies Teil eines unterhaltsamen Abends und sie hatte schlicht und ergreifend das Pech, dass es sie getroffen hatte? Und Ciaran. So etwas dämliches. War es inzwischen wirklich schon so weit gekommen, dass sie in wir dachte? Tze...
Noch ein letztes Mal gab er ihr Paroli, wollte ihr nicht das letzte Wort schenken und Jaiva ließ es einfach dabei bewenden. Der Lohn dafür äußerte sich darin, dass es tatsächlich einen Moment der Ruhe gab. Es war eine Ruhe, die es nicht besser machte aber es war gut, dass er sich nicht mehr schroffer Worte bediente um seine eigenen Empfindungen zu überdecken. Je genauer sie hinhörte, desto auffälliger wurden solche Reaktionen, die doppelt belegt war und wenn sich nicht bald etwas daran änderte, dann... - Sie wagte es nicht diesen Gedanken zu seinem Ende zu führen.

Und dann hörte sie seine Stimme, die ihren Namen an ihr Ohr trug. Ein einseitiges Schmunzeln zupfte an ihren Mundwinkeln und sie wartete noch ein paar Momente ehe sie sich zu ihm herumdrehen wollte, auch wenn es nichts daran ändern würde, dass er spürte wie sie innerlich auf ihren Namen reagierte. Ein Echo, das wie ein Stein war, den man über einen See flingen ließ. Das gefiel ihr viel besser anstatt Dornenbusch genannt zu werden. Dornenbusch... was war das denn für ein Name?!
Jaiva spürte seine Nähe noch bevor er ihre Schulter berührt hatte und ihre Reaktion ließ nicht lange auf sich warten, denn sie fuhr im Versuch diese zarte Bewegung abzuschütteln herum. Fass mich nicht an!, grollten ihre Augen gewitterschwer, doch er war einen Herzschlag schneller. Danke, sagte er. Nur dieses eine Wort, das wenigstens für die Dauer eines Moments alles bedeutete. Unsicherheit mischte sich in den jäh aufwallenden Zorn. Sie verstaute die kleine Spule an ihrem Gürtel und streckte dann die Hand in seine Richtung aus. Verlangend.
Komm schon. Du wirst doch jetzt nicht rührselig werden. Gewöhn dich besser nicht daran. Wir werden nicht lange genug so sein. Du hast übrigens noch meinen Dolch“, sagte sie ihm. So langsam hatte sie die durcheinander geworfenen Säulen ihrer Seele wieder aufgerichtet um sich zu dieser halb scherzhaften, halb provokanten Aussage hinreißen zu lassen.
Und dann das Erwartete - es klang zugleich schneidend wie beinahe freundlich: „Fass mich nicht an.“
Dann empfand sie, dass es an der Zeit für den Abstieg war und sie trat einfach ins Leere, fing sich dabei mit geschmeidiger Leichtigkeit ab und wickelte das Seil ein Mal um ihr Bein. Das sah aus als wäre das ganz einfach und so, als befänden sie sich nicht in schwindelerregender Höhe. „Komm jetzt, Blödmann.“

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 5:28 pm

„Dran gewöhnen?“ Ich grinste. „Nie und nimmer. Du bist und bleibst nun mal pieksig.“ Ich zog das Wort extra ein wenig in die Länge, um es zu betonen und sie zu ärgern. Langsam fühlte ich mich wieder wohler in meiner Haut. Das fühlte sich so an, wie es sein sollte. Wie es zuvor gewesen war. Ohne diese tiefer und tiefer dringenden Worte und Gefühle. Ich drückte ihr den Dolch in die Hand, berührte dabei genauso vorsätzlich noch ihre Finger, grinste abermals ein bisschen breiter und nutzte die Gelegenheit, um ihr noch einen Stups auf die Nase zu verpassen, wenn sie nicht schnell genug war. „Was nun? Plötzlich wieder Berührungsängste?“, fragte ich sie im Vorbeigehen. „Ich dachte über den Punkt wärst du hinweg. Immerhin hast du schon auf mir gesessen. Und es wirkte beinahe so, als hättest du es ganz bequem gefunden. Du wolltest schließlich gar nicht mehr weg.“ Selbstsicherheit erklang in meiner Stimme. Ja, das war vertrautes Terrain. Ärgern und sie zur Weißglut treiben, das konnte ich. Das war ungefährlich. „Muss ganz schön eindeutig ausgesehen haben“, murmelte ich dann vor mich hin, während ich mich ebenfalls langsam auf das Seil zubewegte. „Da war es wohl nicht so abwegig falsche Schlüsse zu ziehen. Was die beiden“, ich deutete mit einem Nicken nach hinten, „ihrem Stamm wohl erzählen werden? Vielleicht sollte ich sie doch lieber zum Schweigen bringen...“ Auch hier ahnte ich, dass Jaiva mehr als nur protestieren würde. Aber das war gut so.

„Und lass dir mal einen neuen Kosenamen einfallen. Der wird langweilig.“ Beinahe hätte ich ihr auch noch die Zunge heraus gestreckt in meinem Übermut schnell zur Normalität - zu unserer Normalität - zurückzukehren.
Ich ergriff nach ihr das Seil und wollte es ihr gleich tun, doch das Seil schnitt über die Wunde an meinem Oberschenkel und so musste ich es lockern, bevor ich weiter klettern konnte. Ich kannte sie noch nicht einmal einen halben Tag und schon war ich ramponiert wie nach einem Krieg. Die Frau war wirklich.. besonders.  
"Was ist das da eigentlich, was du in die Tasche am Gürtel gesteckt hast?"


Zuletzt von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 6:28 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 30, 2018 6:01 pm

Jaiva rollte bedeutungsvoll mit den Augen. Das hatte ja kommen müssen. Warum hatte sie das überhaupt gesagt? Besonders als er noch einmal besonders herausstellte, dass sie pieksig war, rollte sie gleich noch einmal mit den Augen. „Ja also wenn du es so sagst, muss ich schon zugeben, dass ich überlegt habe ob ich dich nicht doch ausstopfen soll wenn die Sache durchgestanden ist. Dann kann ich auf dir sitzen wann und wie ich will“, gab sie zur Antwort und funkelte ihn an. Das hatte er absichtlich gemacht! Und, da, er wollte es schon wieder tun! Aber nein, dieses Mal zog sie ihren Kopf zurück und zeigte ihm kurz ihre Zähne als sie ihre Lippen zu einem tonlosen Knurren anhob. Aber dabei blieb es nicht.
Natürlich konnte Ciaran nicht widerstehen sie an den Moment zu erinnern, in dem sie von der Amazone vom Stamm der Singenden Okapi überrascht worden waren. Was wohl geschehen hätte wenn Yaseminya nicht aufgetaucht und sie aus dieser seltsamen Stimmung gerissen hätte? Einen Moment sah Jaiva den Lerchossohn mit geschmälerten Augen an, denen Verwunderung anzusehen war, doch ihre innere Aufregung behielt sie für sich, genauso wie die Frage ob das wirklich Bedauern gewesen war, das sie daraufhin verspürt hatte. Meines oder seines?, fragte sie sich, denn nicht immer war sie sich sicher wo die Grenze zwischen seinen und ihren Ufern waren. Sie zog wie so oft eine Schnute.
Was 'eindeutig'?“, fuhr sie ihn an. „Ihr hat es nur nicht gefallen, dass ich dich noch nicht ohnmächtig geschlagen und gefesselt hatte, so wie sie es mit zuvor gesagt hat.“ Eindeutig. Pff... Der hatte ja Nerven. Hatte er denn noch immer nicht verstanden, dass Amazonen keine duftenden Menschenfrauen mit Blattbewuchs waren? Jaiva seufzte und ließ es so klingen als ob sie genervt wäre. „Wenn du nur kurz darüber nachdenken würdest, würde dir klar sein, dass sie zu ihrem Stamm laufen und aufgeregt davon erzählen werden, dass sich ein Mann in unseren Wäldern herumtreibt. Wenn wir Glück haben bist du längst fort wenn die Kriegerinnen in mein Dorf kommen.“ Was dann passieren würde? Offen gestanden wusste sie es nicht, wagte aber nicht darüber nachzudenken. Sie wollte nicht verbannt werden... Aber mit ihm wollte sie auch nicht darüber sprechen! Und sie hatte zuvor tatsächlich überlegt ihm zu sagen wer sie war? Göttinnen...

Jaiva wartete bis er auch soweit war, schnaubte dann aber als er ihren 'Kosenamen' als altbacken bezeichnete. Einen neuen sollte sie sich ausdenken? Na, das konnte er haben. „Gefällt dir 'oller Mensch' besser?“, fragte sie ihn mit besonderer Betonung auf dem 'gefällt', immerhin ging es dabei gar nicht darum, dass er Gefallen an ihren Bezeichnungen für ihn hatte. Was dachte er sich denn...? Dass sie gerne mit ihm bis zum Hals in der Scheiße steckte? Sollte sie Beifall klatschen?

Dann aber wollte er etwas über ihre magische Spule wissen. Natürlich, er war zuvor bereits interessiert an Musikmagie gewesen, allerdings war das ein schwieriges Thema, auch wenn sie durchaus gespürt hatte, dass ihm das Gehörte gefallen hatte. Irgendwie... freute sie das auf ziemlich irrationale Art und Weise. Als ob ihr sein Lob etwas bedeutet hätte. Er war auch nur ein Fremder wie viele andere auch, nur dass er noch dazu ein verfluchter Mann war. Jaiva schaute ihn wortlos an, blickte zu ihm hinauf und versuchte sich vorzustellen wie er wohl als Frau ausgesehen hätte. Dumm. Einfach dumm. Das war bestimmt nur wegen Eiris und der Lücke, die sie in ihr Leben gerissen hatte. Warum hatte sie auch bloß sterben müssen. Warum... Ihre Mundwinkel zuckten nach unten, aber sie wollte jetzt nicht über Eiris nachdenken. Immer hatte sie alles dafür getan um den Schmerz von sich zu schieben und sie würde jetzt ganz bestimmt nicht damit anfangen.
Das ist eine magische Spule. Ein sehr altes Relikt, das mir meine Hohepriesterin geschenkt hat. Sie hilft mir das zu tun was ich tu“, erklärte sie und kletterte hinab. Kurz linste sie zu ihm hin. Ob er noch mehr würde wissen wollen? Und... wollte sie es ihm erzählen?

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 30, 2018 7:02 pm

„Na eindeutig eindeutig eben.“ Ich rollte mit den Augen. Musste man ihr denn alles erklären? „Was Mann und Frau halt so machen, wenn sie am Boden liegen und der eine auf dem anderen sitzt.“ Wieder konnte ich ein Grinsen nicht zurückhalten. Es war wirklich erfrischend, wie viel und wieder nicht viel Jaiva wusste. „Wann und wie du willst...so, so...“ Ich machte eine bedeutungsvolle Pause, um sie noch ein bisschen weiter aufzuziehen, bevor wieder der Ernst des Lebens in den Vordergrund rückte.
„Es geht mir nicht darum, dass sie erzählt, dass ich hier bin“, stellte ich klar. „Das Problem ist, dass du hier bist. Und auch noch sein wirst, wenn sie zu euch kommen. Und dann wirst du Rede und Antwort stehen müssen.“ Hilfe! Ich machte mir schon wieder Gedanken um sie! Konnte man das irgendwo wieder abschalten?
„Oller Mensch?“ Ich lachte. „Von mir aus.“ Getroffen würde ich mich davon nicht fühlen, beschloss ich. Es entsprach ja nicht der Wahrheit. Aber das brachte mich auf ein anderes Thema. „Kennst du noch andere Völker? Außer Menschen und Amazonen?“, wollte ich wissen.
Als wir jedoch auf ihre Musik zu sprechen kamen, begann schon wieder ein Auf und Ab der Gefühle. Sie freute sich, nur um kurz darauf betrübt zu sein. Ich musterte sie aufmerksam, als ein Nachhall von Schmerz zu mir drang. Was wohl passiert war? Irgendetwas versuchte sie mit aller Kraft im Verborgenen zu halten. Etwas, das sie sehr belastete. So viel hatte ich schon herausgefunden. Trotzdem würde ich weiter fragen - zum einen, weil es mich wirklich interessierte. Zum anderen, wollte ich langsam austasten, was bei ihr diese Trauer hervorrief. Die Musik alleine war es nicht. Zumindest nicht nur. „Und was hat eine Spule mit Musik zu tun? Eine Melodie ist doch kein Faden, den man spinnen kann...oder?“ So weit reichte meine Vorstellungskraft dann doch noch nicht.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 30, 2018 9:32 pm

Ein erneutes Augenrollen war Ciarans Lohn, doch damit wollte es die dornige Amazone nicht bewenden lassen und sie grollte: „Natürlich weiß ich was du meinst, du Hornochse!“
Irgendwie tat es ihr ein bisschen leid, dass sie ein Tier mit hineinziehen musste, allerdings brauchte sie in diesem Moment etwas Kräftigeres als 'oller Mensch', denn das war zugegebenermaßen etwas lasch. Irgendetwas daran fühlte sich noch nicht so recht ausgegoren an; erklären hätte sie dieses Gefühl jedoch nicht. Fest presste sie Ober- und Unterkiefer aufeinander als er sie die unfreiwillige Zweideutigkeit ihrer Aussage spüren ließ. Jaiva tobte! Innerlich wie auch äußerlich, denn ihr gesamtes Gesicht schien sich zu verziehen.
Du hast bestimmt mindestens genauso wenig Ahnung davon wie du Ahnung von Amazonen hast“, behauptete sie mit zu einer Schnute geformten Lippen.
Warum hielt dieser olle Mensch nicht einfach seinen Mund? Ja, sie wusste ganz genau, dass sie sich in große Schwierigkeiten gebracht hatte; aber das würde sie ganz bestimmt nicht mit ihm besprechen! „Und wenn schon?“, antwortete sie betont lässig. „Ich kann noch immer behaupten, dass du mich gezwungen hast.“ In diesem Augenblick verfluchte sie das Seelenband, denn er würde ganz bestimmt ihre Aufregung spüren. Ihre Unsicherheit. Ihre... Verlorenh- „Außerdem. Warum interessiert ausgerechnet dich das?“, schmetterte sie ihm entgegen. Angriff war bekanntlich die beste Verteidigung. Oder wenigstens sagte man das.

Irgendwie ärgerte es sie, dass er ihre Beleidigung so leichtfertig abtat. Aber vielleicht tat er auch nur so. „Götter und Geister und natürlich die Tiere“, antwortete sie ihm und verfluchte sich dafür, dass ihre Stimme ganz am Ende um ein paar Winzigkeiten einer Frage entgegen hob. So wie er das gefragt hatte, bedeutete das, dass es noch mehr gab. „Warum fragst du so blöd?“
Aber wenigstens hatte sie zu einer Sache mehr als ein paar Worte beizutragen. Einen Moment betrachtete sie ihn ganz still, überlegte. „Das ist nicht so einfach“, räumte sie ein. Vielleicht hätte sie sogar die Arme verschränkt wenn sie diese nicht zum Klettern benötigt hätte. „Magie funktioniert nicht immer gleich. Das solltest du spätestens jetzt wissen. Also... ja und nein. Musik ist kein Faden und er ist es doch – für mich ist Musik ein Faden. Die Luft ist voll damit wenn jemand singt oder ein Instrument spielt. Ich kann das sehen und daraus ein Gewebe machen. Das... kann ich dann auf die Spule fädeln und später benutzen.“ Ob das wirklich zum Verständnis beigetragen hatte? Sie wusste ja nicht so recht...

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 31, 2018 7:14 am

„Uh. Hornochse“, bemerkte ich zwinkernd. „Ein neues Wort, ich bin beeindruckt.“ Ich begann mit dem Abstieg. „Und falls du es noch nicht bemerkt hast: Ich arbeite an meinem Wissen über Amazonen. Es gibt Göttinnen, Göttinnen-Töchter und Halb-Göttinnen-Töchter-Affen-Söhne“, fasste ich mein bisher erworbenes Wissen zusammen und war einigermaßen stolz darauf, diese merkwürdigen Geschichten so weit behalten zu haben. Ein Lachen folgte bei ihren vergebenen Mühen mir zu erklären, was vorgefallen war. „Oh sicher. Ich habe dich gezwungen auf mir zu sitzen. Und besonders dazu den Dolch zur Seite zu legen und mich einfach nur anzusehen.“ Ich lachte leise. „Ich muss verdammt gut sein, wenn ich das ohne eine einzelne Waffe oder Magie hinkriege“, neckte ich sie. „Und es interessiert mich weil...“ Ja, weil? „Weil man nie sicher sein kann, ob so ein Zauber auch wirklich funktioniert!“, behauptete ich. „Was wenn wir glauben dieses..etwas ist weg und dann ist es das doch nicht? Sie schlagen dir den Kopf ab und kurz darauf rollt mein eigener. Na vielen Dank auch!“ Ja, das klang logisch. Ich war noch stolzer auf mich. Und es erklärte auch verdammt gut, warum ich mir Sorgen um sie machte! Ich nickte bestätigend. Alles war gut und unter Kontrolle.
Auf ihre Bemerkung hin musste ich noch mehr grinsen. „Ich bin ein Blödmann, schon vergessen? Ich darf blöd fragen“, antwortete ich leichthin und ließ mich den letzten Rest des Weges zu Boden fallen. Mit einer fließenden Bewegung landete ich lautlos und blickte noch einmal nach oben zum Baumhaus. Nichts regte sich. „Ich denke, sie werden noch ein paar Stunden schlafen.“ Ich warf einen Blick auf die Sonne, die ihren Zenit bereits überschritten hatte. „Vielleicht bis in die Nacht hinein.“ Zumindest würde das vieles einfacher machen. „Und nun?“, fragte ich die Amazone ein Mal mehr. Unser Plan, hier zu bleiben und zu warten war wohl nicht mehr viel wert. „Meinst du, sie schicken eine Ablösung für die beiden, die dann bemerkt, dass wir fort sind?“ Ich kannte mich mit Amazonen-Gepflogenheiten nicht aus, aber ich hätte das vermutlich getan, wenn sie meine Untergebenen wären. Alleine schon, um die beiden Zurückgekehrten frühzeitig aushorchen zu können.
Zu Jaivas Erklärung bezüglich ihrer Magie sagte ich vorerst nichts, sondern ließ es mir durch den Kopf gehen, während ich gleichzeitig die Umgebung musterte. Nicht, dass es letztes Mal viel gebracht hätte, aber noch einmal überrascht werden ohne dass ich wenigstens versucht hatte denjenigen aufzuspüren, ging gegen meine Ehre.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 31, 2018 12:39 pm

Würde es jemals einen Augenblick geben, in dem Ciaran einfach den Mund hielt und es dabei bewenden ließ? Jaiva bezweifelte es. Inzwischen hatte sie eine Ahnung warum dem so war; aber jetzt wollte sie nicht darüber nachdenken. Es gab eindeutig schlimmeres in diesen Wäldern als ein Mann, der ihr immer wieder Kontra gab. Kletternd fragte sie zuckersüß: „Und am anderen arbeitest du auch?“
Doch wie so oft erfolgte die Strafe sogleich auf dem Fuße und ihr blieb nichts anderes übrig als mit einem schwachen „Die Tücken der Männer sind bekannt.“ abzuwiegeln. Was hätte sie ihm auch sonst sagen sollen? Sie wusste ja selbst nicht warum sie das getan hatte. Es hatte sich einfach nicht mehr richtig angefühlt. Und er? Er zog sie prompt damit auf.
Du bist vor allem sehr nervig. Ich hätte dir vielleicht doch die Kehle aufschneiden sollen, dann müsste ich mir das hier nicht mehr anhören“, murrte sie und ließ sich dann etwas schneller das Seil hinuntergleiten. Hinunter ging es immer schneller, doch aufpassen musste man mindestens genauso sehr: Eine Unachtsamkeit und man rutschte sehr viel tiefer als man es beabsichtigte oder schürfte sich die Handinnenflächen auf. Gerade sie musste ihrer Dornen wegen besonders gut aufpassen wenn sie kletterte, allerdings war sie das gewohnt; hatte es seit Kindesbeinen an geübt.
Seufzend wandte sie sich noch einmal an ihn. „Wenn wir auseinandergehen können und nichts mehr voneinander spüren, wird es schon geklappt haben. Also mach dir mal keine Sorge um deinen Kopf.“ Deinen! Und jetzt halt die Klappe.
Freilich erhielt sie keine Antwort auf ihre indirekte Frage. Eigentlich... hätte sie schon gerne gewusst warum er das gefragt hatte, allerdings wollte sie sich nicht die Blöße geben und nachfragen. Außerdem galt es etwas anderes zu besprechen. Das schien auch Ciaran so zu sehen, denn er ließ das Thema Magie fallen. Schade eigentlich. Er ließ auch sich fallen, dieser Angeber. So kamen sie beide gleichzeitig unten an. Jaiva rollte bedeutungsvoll mit den Augen.
Das ist schwer zu sagen. Wenn sie wirklich einen festgelegten Weg patrouillieren, dann sollten sie nicht so bald zurückkommen, allerdings sind wohl zwei von ihnen zu Solas Lagune gegangen. Was sie danach tun... mhm... vielleicht gehen sie zu ihrem Dorf oder sie haben einen Treffpunkt mit den anderen. Ich weiß es nicht. Wir sollten es besser nicht herausfinden“, überlegte Jaiva vor sich hin, prüfte den Sonnenstand. „Wir können auch noch nicht ins Dorf gehen. Es ist viel zu früh.“ Nachdenklich beäugte sie ihren unfreiwilligen Gefährten. Da war guter Rat wirklich teuer.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 31, 2018 5:45 pm

„Sonst gibt es nicht viel zu arbeiten“, antwortete ich leichthin. Mir war bewusst, dass das eine Lüge war, zumal ich ständig versuchte mich in gewissen Sachen zu verbessern oder mehr zu lernen, aber das musste Jaiva zum Einen nicht wissen, zum Anderen machte es mehr Spaß, wenn sie sich auch darüber wieder aufregen konnte. „Hach ja, die Tücken der Männer...“ Ich seufzte leise. Das war wirklich ihre Erklärung für alles. „Ich frage mich, wann einer von euch das letzte Mal einen Mann gesehen hat und Gelegenheiten hatte all diese Untugenden zu erleben und auch noch so haarklein zu überliefern.“ Ein leichter Unterton in meiner Stimme verriet, dass ich nicht glaubte, dass überhaupt eine von ihnen in den letzten Generationen dazu gekommen war. „Geschichten verändern sich mit der Zeit, weißt du? Schon ist es kein kleiner Hund mehr, der gebellt hat, sonder ein Monster so groß wie zwei Pferde.“
Ja, sollte sie sich ruhig veralbert fühlen. Das hatte sie verdient mit all ihrem ‚das ist bekannt‘.
Ich warf Jaiva einen Seitenblick zu. „Wäre es dir lieber, wenn ich mir Sorgen um deinen hübschen Kopf mache?“ Ich lächelte das gleiche Lächeln, das ich die ganze Zeit aufgesetzt hatte, während ich sie aufzog und neckte. Und dennoch beobachtete ich sie genauer. Immer öfter hatte ich das Gefühl, das sie nicht das sagte, was sie eigentlich dachte. Und ich wollte gerne dahinter kommen, wo ihr eigentliches Problem lag. „Dein Stamm wird dich verteidigen, wenn es Probleme gibt...oder?“ Ich hatte keine Ahnung, wie schlimm das war, was sie -angeblich - getan hatte.
Auch ich blickte zur Sonne empor. „Dann brauchen wir einen anderen Plan. Vorzugsweise einen ohne Pfeile, Messer und wandelnde Blumen. Die mit Dornen, Stupsnase und Federkette mal ausgenommen.“ Ich hoffte, das traf nicht auf den halben Amazonenstamm zu, denn auch wenn ich mir einbildete normalerweise mutig zu sein, wollte ich doch kein halbes Dutzend wildgewordener, männerverachtender Halbpflanzen auf zwei Beinen hinter mir her haben.
„Hast du nicht noch ein anderes Versteck auf Lager? Eines, das in einer weniger patrouillierten Gegend liegt?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 31, 2018 6:43 pm

Natürlich nicht“, gab sie sarkastisch zur Antwort. Eine Woge des Unmuts regte sich in ihr. Er war nicht nur ein Besserwisser und Angeber, nein, er war auch ein Aufreißer, wenigstens sagte er das; aber das glaubte sie ihm nicht. Wer so große Töne spuckte, der war nicht mehr als ein Sprücheklopfer. Viel heiße Luft. Nicht mehr und nicht weniger. Und überhaupt. Wer sollte das denn glauben? Ein Mann? Dass sie nicht lachte...
Jaiva war dermaßen angesäuert von seiner unverschämten Äußerung, dass sie nicht anders konnte als ihrerseits zurückzufeuern; sie sagte: „Männer kommen nicht so tief in die Grüne Hölle. Das habe ich dir doch schon gesagt und das ist auch gut so. Wir wollen nichts mit Menschen und erst recht nicht mit Männern zu tun haben. Wie du an den Kopfjägerinnen vorbei gekommen bist, ist mir ein Rätsel. Jedenfalls wenn sie dich in die Finger bekommen hätten, wärst du jetzt nicht mehr als ein an deinen Haaren baumelnder Kopf. Und deine Untugenden mit ihm.“ Jaiva wusste, dass sie diesen Schlag ganz schön tief angesetzt und... unter Umständen etwas übertrieben hatte; aber dieser Gedanke kam wie so oft zu spät. Eigentlich wollte sie doch gar nicht, dass ihn die Kopfjägerinnen bekamen.

Gib dir keine Mühe. Du bist ganz gewiss der Letzte, der sich um meinen hübschen Kopf Sorgen machen sollte“, murrte sie launisch - auch das glaubte sie ihm nicht, blockte es rundherum ab -; aber er war noch nicht fertig. Und so langsam hatte sie das Gefühl, dass er sich nach Bereichen auszustrecken begann, die ihr ganz und gar nicht schmeckten. Die Reaktion konnte er sich bestimmt bereits denken.
Fängst du jetzt schon wieder damit an?“, fuhr sie ihn an. Warum hörte er nicht einfach auf? Sie wollte nicht daran denken. Sie wollte es einfach nicht! Die Woge aus Widerstreben, Unsicherheit und Zorn hätte kaum größer sein können; wie eine Gezeitenwoge fegte sie an die Ufer von Ciarans Seele heran, bereit ihn mit sich zu reißen wenn er nicht vorsichtig war.
Schlussendlich seufzte sie. Ja... sie wusste einen Ort. „Ja. Ich glaube, ich kenne einen“, sagte sie; aber das bedeutete nicht, dass sie ihn mit ihm teilen wollte. Er pfuschte schon jetzt viel zu tief in ihrem Innersten herum. Aber was sollte sie sonst tun? Er hatte ja recht. Sie wussten schnellstens verschwinden und noch ein paar Stunden totschlagen. „Wir gehen abseits der Wege. Wir müssen aber sehr viel vorsichtiger sein“, erklärte sie weiter und setzte sich dann in Bewegung. Das würde jetzt sehr viel anstrengender werden; sie wusste es ganz genau. Die Pfade, die sie durch die Grüne Hölle kannte, mochten zwar ungeschlagen sein und doch waren sie auf ihre Art immer begehbar. Das würde sich jetzt ändern.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 31, 2018 8:14 pm

„Vielleicht können sie auch froh sein, dass wir nicht aufeinander getroffen sind?“, gab ich ein wenig gekränkt und damit in provozierendem Tonfall zurück. „Sonst würde sie jetzt vielleicht einen tieferen Schlaf haben als die beiden da oben!“ Und selbst wenn ich Zweifel hätte, ob ich alleine mit diesen Kopfjägerinnen fertig geworden wäre oder nicht, meiner pieksigen Begleiterin in Höchstform würde ich das ganz gewiss nicht anvertrauen!
Ich zuckte zusammen, als ein so plötzlich aufbrausender Sturm von Gefühlen über mich hinweg brandete, dass es mir fast den Atem verschlug. Es schien, als hätte ich einen Volltreffer gelandet. Einen ziemlich unerwarteten dazu. Sie...würden ihr nicht helfen? Nach dem zu urteilen, wie verpflichtet Jaiva sich ihren Schwestern gegenüber gefühlt hatte... wie sie über die Amazonen gesprochen hatte... verwunderte mich das. Und brachte mich wieder zu der Frage, warum sie ein Reinigungsritual hatte durchführen wollen. Was hast du angestellt?, fragte ich mich im Stillen, doch dieses Mal hielt ich den Mund. Es brachte nichts. So lange Unsicherheit dabei war, wäre ich der Letzte, dem sie irgendetwas erzählen würde, was sie verletzbar machte. So viel hatte ich schon verstanden.
„Gut“, stimmte ich ohne Zögern zu. „Warum vorsichtiger? Sind dort Fallen? Giftige Tiere?“, wollte ich wissen, während ich ihr folgte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 31, 2018 9:01 pm

Anhand der Resonanz, die sie erreichte, spürte sie, dass sie getroffen hatte und sie konnte nicht verhindern, dass ihr Herz schnell und kräftig zu schlagen begann. Sie hatte ihn wirklich gekränkt! Aufregung machte sich in ihr breit und sie wusste nicht ob sie sich betroffen fühlen sollte oder doch euphorisch, ...nein, letztendlich stellte sie fest, dass ihr das ganz und gar keine Freude bereitete. Sie wollte sich mit ihm streiten aber sie wollte nicht, dass das ernsthafte Auswirkungen hatte und auch wenn sie sich immer und immer wieder aufregte, so bereitete ihr dies eine ihr unerklärliche Form von... Wohlgefallen? Freude wäre ein zu starkes Wort gewesen und doch gefiel es ihr irgendwie. Ihre Augen zuckten nur kurz zu ihm hin, wollten ihn gerade nicht ansehen und sie wollte sich auch nicht weiter mit ihm über Kopfjägerinnen unterhalten. Was hatte sie sich überhaupt dabei gedacht...? Es war gut, dass sie nicht länger darüber nachdenken konnte, denn sonst hätte sie sich unter Umständen dazu genötigt gefühlt sich bei ihm zu entschuldigen und das kam überhaupt nicht in Frage. Eine Entschuldigung? An diesen ollen Mann dort? Bevor sie das tat, schnitt sie sich doch lieber höchstpersönlich die Zunge ab.
Dennoch spürte sie zwischen ihren Wogen des Schmerzes und der Ablehnung etwas in sich aufwallen, etwas Fremdes, etwas, das eindeutig zu Ciaran gehörte und... oh ihr Göttlichen... er wusste es, nicht wahr? Er wusste, dass etwas mit ihr und ihrem Stamm nicht stimmte. Aber sie wollte es ihm nicht sagen, wollte nicht, dass er es herausfand und wenn alles gut ging, dann würde das auch nicht der Fall sein. Sie mussten nur den Nachmittag irgendwie überstehen. Nur ein paar lächerliche Stunden und dann konnten sie beide ihrer Wege gehen. Das war doch... einfach, oder?

Wo?“, griff sie dann auf, noch immer ein wenig verwirrt, schüttelte dann aber den Kopf. „Nein. Dort ist keine Gefahr; aber wenn wir abseits der Wege gehen, kann es viel leichter passieren, dass wir Tieren begegnen. Wir müssen auf jeden Fall aufpassen wohin wir treten.“ Jaiva trug immerhin auch keine Schuhe und schon traten sie durch Büsche hindurch, passierten große Bäume mit tief hinabhängenden Ästen, Wurzeln und Lianen. Auch der Untergrund erwies sich als uneben, denn die Verwurzelungen verlangten von ihnen, dass sie ihre Füße hoben oder einen Bogen um eine Pfütze machten, die sich zwischen Wurzeln und Baum gesammelt hatte. Manchmal ließ es sich auch nicht vermeiden, dass sie sich die Füße nass machten; aber im Zuge dessen hatte sich die dornige Amazone einen Stock gegriffen mit dem sie beherzt in solchen Unsicherheiten herumstocherte bevor ein Unglück geschah. Die Geräusche des Dschungels umgaben sie bald ganz und gar und es war gleichermaßen tröstlich wie auch alarmierend. Die Grüne Hölle war gleichermaßen schön wie auch tödlich. Ein falscher Schritt und man schreckte eine giftige Schlange auf oder sah, dass sich eine pelzige, melonengroße Spinne im Blattmosaik eines bewachsenen Baumstamms getarnt hatte. Sie mussten wirklich all ihre Sinne beisammen behalten.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 31, 2018 10:55 pm

„Was ist los?“, fragte ich, plötzlich alarmiert, als ein ähnliches Gefühl durch das Band zu mir hinüber schwappte. Es grenzte fast schon an Verzweiflung und Panik, was Jaiva da empfand. Schnell schloss ich zu ihr auf, die Hand an meinem Dolch, die andere zuckte bereits zu den Nadeln. „Was ist?“, drängte ich noch einmal und ließ meinen Blick über das dichte Blattwerk huschen. „Dich hat aber nichts gebissen, oder?“ Das hätte ich doch ebenfalls gemerkt, oder? Oder war alles andere so viel präsenter gewesen? Ich war mir unsicher und das würde sich vermutlich auch wieder auf die Amazone übertragen. Was für ein Chaos! Ich war drauf und dran mich niederzuknien und einfach - vermutlich gegen ihren Willen - ihren Fuß in die Höhe zu reißen, um nach verdächtigen Zahnmalen zu suchen. Doch dann verwarf ich diesen Gedanken sofort wieder. So verrückt würde sie doch nicht sein, oder? Sie wusste um die Gefahren hier. Das hatte sie eben selbst gesagt! Also würde sie auch besonnen genug handeln, um uns nicht in Gefahr zu bringen. Trotzdem blieb ein leiser Zweifel, als mein Blick zu ihren Füßen hinunter wanderte. „Warum trägst du eigentlich keine Schuhe? Bist du immun gegen Gift? Bist du am Ende... eine Giftpflanze?“, versuchte ich wieder den lockeren Umgangston zu erwischen und damit von meinen und ihren Sorgen abzulenken, bevor die Situation wieder in die eine oder andere Richtung eskalierte. Was für eine Ironie, wenn es so wäre: Die Giftdorne und der Giftmischer.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 31, 2018 11:36 pm

Freilich blieb das, was in ihrem Inneren für Unruhe sorgte, Ciaran nicht lange verborgen und ehe sie sich versah kam sie schon, die Nachfrage, die dem hochexplosiven Gemisch, das in ihrer Magengrube rumorte, noch einmal einen entschiedenen Stoß versetzte. Flatternd hob sich ihr Herz als sie seiner Unsicherheit gewahr wurde und... einem Schwall Sorge? Wie so oft lautete die Frage: Seine oder meine? Und, ebenfalls wie schon mehrere Male davor zwang sie sich nicht darüber nachzudenken, ihre Gedanken zu fokussieren und fort von dieser Thematik zu lenken.
Göttinnen!“, gab sie gleichermaßen schnippisch wie auch unangenehm berührt von sich. Er sollte gefälligst aufhören seine Nase in Angelegenheiten zu stecken, die ihn nichts angingen. Konnte er nicht woanders hinschauen wenn sie sich gerade ertappt fühlte?
Was soll denn sein? Man, nein, es ist alles gut. Mich hat nichts gebissen. Das würdest du doch spüren“, fuhr sie ihn an. „Und außerdem habe ich doch meinen Stab hier, ich trete schon nirgendwo hinein. Schau du lieber wo du hintrittst.“
...und schaust. Schaute er gerade ihre Füße an...?!
Schuhe? Das, was du da trägst? So etwas brauche ich nicht. Ich muss den Wald unter meinen Füßen spüren. Warum soll ich da Schuhe tragen? Ich bin keine Giftpflanze und ich bin auch nicht immun gegen Gift“, seufzte sie ganz am Ende hin. War es jetzt schon wieder soweit? Wollte er ihr maßgeblich auf die Nerven gehen? Konnten sie nicht ein Mal, wenigstens ein Mal, ganz ruhig und still durch den Wald gehen? Prompt wurde dieser Gedanke verbalisiert: „Warum redest du eigentlich immer so viel? Stille hat auch etwas für sich...“

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 01, 2018 7:35 am

Mein Auge zuckte leicht, als sie Anstalten machte, mir den Mund zu verbieten. Ja, warum redete ich eigentlich so viel? Das hatte ganz gewiss mehrere Gründe, aber die meisten davon wollte ich definitiv nicht mit ihr erörtern. „bei Beschäftigung vergeht die Zeit schneller. Und ich kann es gar nicht erwarten, nach Sonnenuntergang endlich von dir getrennt zu werden!“, behauptete ich großspurig. Kein Gift also. Hatte sie wirklich so viel Vertrauen auf ihre Sinne und diesen Stock, dass sie nicht glaubte von irgendetwas gebissen zu werden? Ich schob einen Ast etwas beiseite, um mich vorbeidrängen zu können und musterte den Gegenstand in ihrer Hand skeptisch.
„Haben Schlangen und anderes Ungeziefer Angst vor dem Stab?“ Ich konnte es einfach nicht lassen. Und ich war neugierig, wie man hier so lebte. „Ist er mit irgendwas bestrichen, was die Tiere nicht mögen?“ Und um ehrlich zu sein, nun da sie indirekt gesagt hatte, ich sollte still sein, wollte ich ihr diesen Gefallen erst recht nicht tun. Außerdem hatte ich, wenn ich ganz ehrlich war, Angst vor den Gedanken, die dann womöglich kommen würden. Ich starrte ihren Rücken an, während ich vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzte und doch von einer mit glitschigem moosähnlichen Zeug überdeckten Wurzel abglitt und ins Stolpern geriet. Ich fluchte innerlich und versuchte reflexartig mich an irgendetwas festzuhalten. Ich streckte meine Hand aus und erreichte eine Liane. Mit einem Seufzen hielt ich mich fest, um nicht vollständig hinzufallen.
Doch dann bewegte sich mein Halt plötzlich unter meinen Fingern und ich spürte einen kleinen, stechenden Schmerz an meinem Handgelenk. Erschrocken zuckte ich zurück und ließ die dunkelgrüne Schlange los, die ich für einen Teil des Baumes gehalten hatte. „Scheiße“, murmelte ich und starrte auf die beiden winzigen Löcher.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 01, 2018 9:47 am

Jaiva war versucht Ciaran einen ausschweifenden Vortrag darüber zu halten wie wichtig es doch hier in der Grünen Hölle war wachsam zu sein und all seine Sinne zum Einsatz zu bringen. Ihr war es auch ein Anliegen ihm vorzuhalten wie gefährlich es war wenn man zu viel Lärm erzeugte, denn man schreckte nicht nur die Tiere auf sondern machte unter Umständen Amazonen auf sich aufmerksam – beides wollten sie vermeiden. Ja, das wäre äußerst klug von ihr gewesen, doch als er den Stock erwähnte, kam sie nicht umhin ihn anzufahren. Er hatte doch ganz genau gesehen wie sie diesen vom Waldboden aufgelesen und die überzähligen Ästchen abgebrochen hatte. Das war ein ganz normaler Stock und er machte wieder einmal eine halbe Geschichte daraus. Glaubte er eigentlich, dass sie dumm war?
Oh, komm schon. Es ist nur ein Stock. Ich will nur nicht in etwas hineintreten, das giftig oder gefährlich sein könnte, deswegen teste ich lieber mit einem Stock trübes Wasser oder Schlamm. Wenn da etwas drin ist, helfen dir deine Schuhe dann auch nicht mehr“, raunte sie und bediente sich eines Seufzens.
Aber dann...
Sie hörte wie die Schritte des Lerchossohns aus dem Tritt gerieten und sofort drehte sie sich nach ihm um, war bereits gefasst, dass er sie wieder anrempeln oder gar umstoßen würde, doch dieses Mal konnte er sich fangen. Ihre Augen folgten der Bahn, die seine Hand beschrieb und zu einem Ast glitten, der gar kein Ast war. All das geschah viel zu schnell um ihn auch nur im Entferntesten warnen zu können aber als sich die Schlange bewegte und ihm sogleich ins Handgelenk biss, war sie da. Sie schwenkte den Stock um das Tier abzulenken und auch Ciaran ließ los, sodass das es beleidigt die Flucht ergriff.
Gib her!“, sagte sie sofort und ließ den Stock fallen. Ohne zu zögern streckte die dornige Amazone ihre Hände nach ihm aus, hatte vor seinen Unterarm wie auch seine Hand zu umfassen um eben jene zu sich zu ziehen. Was sie tun wollte? Sie wollte das Gift aus der Wunde saugen bevor es sich in seinem Körper ausgebreitet hatte. Dass es ratsam war dieses nicht zu schlucken wusste sie sehr wohl, allerdings dachte sie auch nicht daran, dass der Mann vor ihr giftig war.
Sie wusste nur, dass sie besser vorsichtig sein sollte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 01, 2018 3:50 pm

Ich war noch immer damit beschäftigt meine Hand anzustarren, während die Amazone schon an meine Seite trat und meinen Arm zu sich zog. Meine Gedanken schienen wie vernebelt zu sein, zu langsam, um adäquat zu reagieren. Was bedeutete der Biss? War es eine Giftschlange? Vermutlich. Was würde es machen? Was würde es auslösen? Würde es mir überhaupt etwas ausmachen? Mein Herz begann schneller zu schlagen, als ich mir der schmalen Finger um mein Handgelenk bewusst wurde. Was tat sie da? Mit unnachgiebigem Zug und grimmigem Gesichtsausdruck zog sie meinen Arm zu sich heran. Die Zeit schien sich elendig lang zu dehnen, zäh wie alter Honig. Ihre Lippen öffneten sich ein wenig und in diesem Moment traf mich die Erkenntnis wie ein Schlag.
„Nein!“, fuhr ich sie an, lauter als zur Situation passend, und zog den Arm zurück. Als wollte ich ihn oder die Wunde vor ihr schützen legte ich auch noch die andere Hand darauf. Mein Herz raste nun, während ich sie anstarrte und auf die Verständnislosigkeit wartete, die sich gleich in ihr ausbreiten würde. War ich enttarnt? Aber sie wusste nichts von Dunkelelfen. Sie wusste nichts von unserem giftigen Blut. „Ich....“ Ich schluckte. „Ich kann das auch selbst machen“, sagte ich lahm und legte den Mund über die Wunde, um das Gift heraus zu saugen, wenn da etwas war. Ich sog und spuckte dann etwas Flüssigkeit neben mich. „Was tut das Gift?“, wollte ich wissen, während ich einen neuen Versuch startete - und innerlich in mich hinein horchte, ob und was wohl geschah.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 01, 2018 4:22 pm

Während Ciaran noch von den Geschehnissen überwältigt war, war Jaiva bereits bereit das Nötige zu tun. Auch das mochte eine ihrer Kompetenzen sein, die sie zwar nicht als Kriegerin auszeichnen mochten, wohl aber ihre Entschlossenheit zu unterstreichen wusste. Mit dem Blick auf die Wunde senkte sie ihren Kopf über seinen Arm, hatte ihre Gedanken bereits voll und ganz auf das ausgerichtet, was sie zu tun gedachte; aber dann... entzog ihr der Lerchossohn mit grell in ihr aufleuchtender Panik den Arm und sie kam nicht umhin ihn verwirrt anzusehen. Ein Peitschenhieb hätte nicht schärfer als sein 'Nein' sein können und zu der Irritation mischte sich noch eine weitere Facette, eine jäh aufbegehrende, doch unterschwellig bleibende Note, die von Verletzlichkeit erzählte. Er... wies sie ab? War sie ihm dermaßen zuwider, dass er sie nicht einmal helfen ließ?
Fein“, fuhr sie ihn nun ihrerseits an. „Dann mach es selbst! Wenn du nur glotzt und nichts tust, muss ich wohl etwas tun.“
Warum war sie so zornig? Es konnte ihr doch nur recht sein. Rasch schüttelte sie diesen Gedanken mit einem jähen Kopfschütteln ab und verzog ihre Mundwinkel auf gewohnt ablehnende und grimmige Art und Weise. Dennoch beäugte sie sein Tun kritisch, hätte ihn wohl zurechtgewiesen wenn er es nicht richtig gemacht hätte. Genau deswegen ließ man es ja einen anderen machen, damit es richtig gemacht wurde! Damit man nicht frühzeitig aufhörte weil es weh tat. Was war das eigentlich für Blut? Es sah so... dunkel aus. Da, auf seiner Handinnenfläche, wo ihm die Dorne die Haut aufgerissen hatte.
Die dornige Amazone verschränkte ihre Arme oder spürte wenigstens den Impuls dies zu tun, zwang sich dann aber doch es nicht zu tun und stattdessen den Stock aufzuheben. Sie wollte nicht, dass er glaubte sie wäre zu eingeschnappt, sonst durfte sie sich wieder etwas anhören...
Du könntest blind werden“, sagte sie schroff. „Wir könnten blind werden, also mach es besser richtig!“

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