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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 01, 2018 4:48 pm

„Blind?“, keuchte ich, schluckte und bemerkte zu spät den Fehler daran, als plötzlich metallischer Geschmack in meinem Mund war und meine Alarmglocken läuteten. Ich begann zu husten. Mein Herz raste und gab einen harten Takt an, mit dem es unerbittlich gegen meinen Brustkorb hämmerte. Blind. Blind. Blind. Nein, das durfte auf gar keinen Fall passieren. „Bleibend?“, fragte ich mit nur unzureichend unterdrückter Panik in der Stimme. Ich hatte nie mit solchen Giften experimentiert. Oh bei allen Göttern der Amazonen, der Menschen und dem großen Unlicht: Bitte nicht. Ich konnte wirklich nur hoffen, dass ich trotzdem irgendwie immun oder zumindest weniger anfällig dagegen war. „Wie...lange?“ Ich versuchte noch einmal an der Wunde zu saugen, aber ich spürte keine Flüssigkeit mehr heraus sickern. War das ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?
Ich taumelte einen halben Schritt zurück und versuchte, mich irgendwie zu beruhigen. Panik hatte noch nie jemandem geholfen. Ich musste Ruhe bewahren. Ich atmete langsam aus und ein. „W-was war das für eine Schlange?“ Wieder begann ich unwillkürlich zu reden, um meine Angst nieder zu kämpfen. Das war ein Gefühl, was ich um jeden Preis unterdrücken wollte - eines Dunkelelfen nicht würdig. Und es wäre mir verdammt peinlich, wenn Jaiva gerade diesen Moment der Schwäche mitbekommen würde.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 01, 2018 5:26 pm

Das grimmige Nicken auf sein Echo ihrer Erklärung hin schien ihn nur noch mehr aufzubringen, davon war wenigstens auszugehen, immerhin hatte Jaiva nicht mitbekommen, dass er etwas von dem Gift heruntergeschluckt hatte. Niemand war so dämlich und schluckte aus einer Wunde gesogenes Schlangengift herunter. Das gebot schon der bloße Überlebenswille.  
Im schlimmsten Fall für immer, ja; aber da müsste sie dich schon ordentlich erwischt haben“, sprach die Dorne ungeachtet der immer wilder und wilder aufflackernden Panik, die in immer kürzer werdenden Abständen an die Ufer ihrer Seele brandenden... und dann wurde ihr etwas klar. Ihre Augen wurden mit einem Mal rund und ihre Lippen verzogen sich zu einem formvollendeten O.
Scheiße!“, stieß sie heftig zwischen fest aufeinander gepressten Zähnen aus. „Das kann nicht sein. Sag mir nicht, dass du etwas davon heruntergeschluckt hast. Nichtmal ein Mann kann so dumm sein!“ Dann sah sie ihn taumeln und war mit einem weiten Schritt bei ihm, die Fingerspitzen knapp oberhalb seiner Brust, sodass sie ihn noch etwas weiter nach hinten dirigieren konnte. Dort konnte er sich wenigstens an einen Baum mit vertrauenswürdig glatter Rinde anlehnen.
Komm schon. Beruhige dich!“, raunte sie, schlug allerdings weiterhin keinen besonders einfühlsamen Tonfall an, was mitunter an seiner Panik lag, die auch sie beeinflusste. Rasch atmete sie ein und aus, bemerkte was just in diesem Augenblick mit ihr zu geschehen war und zwang sich sich diesem Gefühl zu versperren. Ihre Hand ruhte noch immer an derselben Stelle. Es war die Rechte, in der kein Dorn schlummerte und sie meinte seinen rasenden Herzschlag unter ihren Fingern zu spüren.
Schau mich einfach an. Was siehst du? Siehst du noch immer alles klar?“, fragte sie ihn. „Es hätte schon längst angefangen zu wirken. Verdammt. Jetzt reiß dich doch mal zusammen. Du machst mich ja ganz verrückt.“ Was sollte sie tun? Er musste endlich ruhiger werden.
Jaiva kannte nur eine Macht, die in der Lage war aufgewühlte Gemüter zu beruhigen: Die Musik. Ohne ihre Lippen zu teilen begann sie eine Melodie zu summen; eine süße, kleine Melodie eines alten Schlafliedes. Die Hand, die zuvor auf seinem Hals geruht hatte, hob sich nun auf die Höhe seines Kinns an und mit erhobenen Fingern zeigte sie ihm, dass er still bleiben sollte. Sie berührte seine Lippen nicht, auch wenn dies von einiger Entfernung vielleicht so gewirkt hätte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 01, 2018 5:47 pm

„Für immer...“ Ihr Worte trugen nicht gerade dazu bei, mich zu beruhigen. Im Gegenteil. Dieses Mal brauchte sie ihren Fluch nicht zu übersetzen. Ich verstand ihn auch so und wiederholte ihn. Scheiße. Ja, so konnte man das nennen. „Ich kann nichts dafür!“, verteidigte ich mich. „Dann sag nächstes Mal nicht sowas beunruhigendes, während ich das Zeug gerade im Mund habe!“, ereiferte ich mich. Ich brauchte dringend Ablenkung von den Gedanken, die nur darum zu kreisen schienen, wann die Wirkung eventuell einsetzen würde. Verdammt, wie ich warten hasste! Ich wurde nach hinten gedrängt bis ich mit dem Rücken gegen die glatte Rinde eines Baumes stieß und daran gelehnt stehen blieb. Jaivas Hand ruhte auf meiner Haut und mein Herz hämmerte noch immer in beunruhigend schnellem Takt. Langsamer. Langsamer. Langsamer. Jaiva sollte eben nicht spüren, wie sehr mir das zusetzte! Aber je mehr ich mich darauf konzentrierte und ihre schmale Hand fühlte, desto schlimmer schien es zu werden. Verdammt, das Gift begann doch zu wirken - wenn auch anders als gedacht. Mir wurde verflucht warm. Konnte sie nicht einfach einen Schritt zurücktreten und mich nicht die ganze Zeit anstarren? „Du machst mich auch verrückt!“, hielt ich ihr entgegen, ohne genau zu wissen, worauf ich mich bezog. Konnte sie nicht einfach...? Ein Blick in ihre Augen und ich hatte das Gefühl, als würde es noch schlimmer werden. Warum fasste sie auch meinen Hals an? Das tat man nur, wenn man wissen wollte, ob der andere schon tot war! Und das war ich eindeutig nicht! Ich redete noch. Mit weit aufgerissenen Augen beobachtete ich, wie ihr Hand sich hob und schließlich vor meinen Lippen schwebte, ohne sie wirklich zu berühren. Was war das nun schon wieder? Was für merkwürdige Gesten. Mein Blick huschte unstet umher, während meine Wangen brannten. Was passierte hier? Ich schüttelte den Kopf und schob ihre Hand unwirsch zur Seite. „Was soll das? Willst du das Gift weg singen?“ Ich schob mich an ihr vorbei, machte ein paar Schritte und verharrte dann dort. Endlich hatte ich das Gefühl wieder normaler Atmen zu können. Als hätte jemand einen Stein von meiner Brust entfernt. Was war sie auch so nahe gekommen...? Ich holte tief Luft. „Es ist alles gut.“ Tatsächlich schien die Temperatur abrupt zu sinken.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 01, 2018 6:22 pm

Das nächste Mal“, teilte sie ihm entschieden mit, „mache das ich!“ Es ging immerhin auch um ihr Leben! Und solange sie sich nicht sicher sein konnten wie genau dieses vermaledeite Band funktionierte, mussten sie so vorsichtig sein wie sie nur sein konnten! Warum konnte er das denn nicht einsehen? Jaiva spürte, dass sie ihm seine vorherige Abfuhr gehörig übel nahm. Sie hatte ihm helfen wollen und er hatte sie einfach beiseite gefegt wie ein lästiges Insekt. Pff... Das würde sie sich merken, oh ja!
Auch die dornige Amazone horchte in sich hinein, prüfte blinzelnd ihre Augen, spürte aber nur immer größer und größer werdende Aufregung als Resonanz auf ihre Worte. Regte er sich dermaßen auf oder war das etwas anderes? Es fühlte sich jedenfalls so an und sein rasch unter ihren Fingern pochendes Herz erzählte ebenfalls davon. Das war keine Panik, das war... - seine flappsiger Konter lenkte sie für einen kurzen Moment ab; aber dann reifte der Entschluss in ihr und sie versuchte ihn mit der Musik zu beruhigen, ein Vorhaben, das er beinahe augenblicklich vereitelte. Er ließ es nicht zu, dass sich Stille einstellte. Wie schon einmal... Glaubte der Blödmann, dass sie so dumm war in einem Augenblick wie diesem Magie einzusetzen? Sie würde gewiss nicht ausprobieren ob sich ihre Magie als Echo auch zurück auf sie auswirkte. Das, was vorhin geschehen war, war bereits einschneidend gewesen und sie hatte keine Lust diese Erfahrung noch einmal zu wiederholen.
Angesteckt von den Emotionen, die sie von Ciaran empfangen hatte, pochte nunmehr auch ihr Herz mit einem Mal in nachdrücklicher Geschwindigkeit. Was war das nur? Erst als er sich entfernte, breitete sich wieder Ruhe in ihr aus. Diese Aufregung, sie hatte sich immer höher und höher geschaukelt – wie Wasser in einer Schüssel, das man immer schneller und schneller kreisen ließ. Bei allen Göttinnen... dieses Band war wirklich zu viel der Strafe.
Wenn ihr das wieder rückgängig macht, Melva, Vinu, dann schwöre ich werde ich für jede von euch sowohl am Morgen als auch am Abend ein Gebet sprechen, empfand sie drängend.
Du bist so ein Blödmann. Ich wollte dir etwas vorsingen damit du dich beruhigst und du schaust mich an als ob ich dir deine Lieblingsnadel klauen wollen würde“, murrte sie und verschränkte jetzt die Arme. Das war mehr als angebracht. Sie war ja auch sauer auf ihn! Das sollte er nur spüren!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 01, 2018 11:53 pm

„Bestimmt nicht“, beschied ich sie. Ich würde sie ganz gewiss nicht in die Nähe einer offenen Wunde lassen. Nicht heute, nicht morgen und auch nicht nächste Woche! Noch immer hielt ich meinen Arm umklammert, als müsste ich ihn jederzeit erneut gegen sie verteidigen. Erst als mir die Merkwürdigkeit dieser Aktion - zumindest unter normalen Umständen - bewusst wurde, ließ ich den Arm langsam sinken. „Ich... will nicht, dass du mit Gift in Berührung kommst.“ Meine Worte klangen etwas hohl, doch sie waren ernst gemeint. „Gifte werden auch über Mund und Nase aufgenommen.“ Meist sogar schneller als über die Hautoberfläche, wie ich wusste. War es denn so schwer zu verstehen, dass sie sich nicht auch noch in Gefahr bringen musste?

Ich warf ihr einen funkelnden Blick zu. „Wofür hältst du mich? Ein Kind, das man mit einem Schlaflied beruhigen kann?“, fragte ich empört nach. das wurde ja immer besser! Ein wenig beleidigt drehte ich mich um. „Es ist alles gut, ich kann alles sehen. Also lass uns endlich weiter. Ich denke, es ist nicht gut, wenn wir hier so lange herumstehen?“ Ich war froh, dass ich mich - und damit unser Band sich - wieder etwas beruhigt hatte und wollte es auf gar keinen Fall über neue Diskussionen wieder aufwühlen. „Und wer sagt überhaupt, dass ich eine Lieblingsnadel habe?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jun 02, 2018 10:19 am

Ciaran konnte es an Jaivas Blicken sehen, dass sie ihn aufgrund seiner vollkommen überzogenen Reaktionen nicht ernst nehmen konnte; so wie er seinen Arm umklammerte, hätte man meinen können er befürchtete sie würde ihn abschneiden oder schlimmeres damit machen. Und auch wenn sie für gewöhnlich Ereignisse auf sich zu beziehen wusste, so gab es auch Grenzen dafür – dies war eine. Das, was gerade geschah, war dermaßen absurd, dass es sich nur damit erklären ließ, dass er ein Mann war und damit bestenfalls seltsam. Und dann kamen noch die ausschweifenden Erklärungen hinzu. Ohne etwas gesagt zu haben, wandte sie ihren Blick im Zuge eines halben Augenrollens bedeutungsvoll nach oben. Die Hohepriesterin hatte immerzu von dem Irrsinn der Männer gesprochen, so langsam glaubte sie verstehen zu können. Wenn man sich in ihrer Nähe aufhielt wurde man mindestens genauso wahnsinnig. Er konnte es nicht einfach ein Mal damit bewenden lassen – sie ließ es; aber damit war der Lerchossohn noch immer nicht fertig.
Das wurde ja immer schöner. Sollte sie etwas sagen, sollte sie nicht? Einen Moment rang sie mit sich, hatte keine Lust eine weitere Diskussion mit diesem Einfaltspinsel zu forcieren; aber...
Musik ist für jeden“, teilte sie ihm mit und dieses Mal würde er vergeblich nach Spott oder Überheblichkeit suchen, denn dies war Teil ihrer Überzeugung, ein Fels in der Brandung. Sie hätte noch mehr zu sagen gewusst; aber sie behielt ihre Wahrheiten für sich. Ein einziger, zu ihm zuckender Blick kam mit dieser winzigen Entgegnung daher. Wenn er sich weiter streiten wollte, dann musste er das mit sich selbst machen. Er hatte ihr ein Mal zu viel gezeigt, dass er ihre Hilfe nicht haben wollte. Passend dazu setzte sie sich in Bewegung, glitt an ihm vorbei und nahm dann wieder ihren Stock zur Hand um den Untergrund zu prüfen. Sie sah nicht mehr zu ihm hin.
Nachlässig antwortete sie: „Das glaube ich gar nicht, weil ich nicht glaube, dass du überhaupt irgendetwas magst.“ Wie ein Messer aus dem Dunklen kam ihre Feststellung und gerade weil sie nicht mit Spott daherkam, schien das wohl tatsächlich Teil ihres Bildes zu sein, das sie von dem Blonden gefasst hatte. War sie auch so... so eben? Nein, ganz bestimmt nicht... Also das... so wie der da? Ne. Niemals.
Nur in den seltensten Fällen konnten sie mit ihren Augen einen Blick auf nackte Erde werfen, immer wieder gab es altes Laub, wild wachsende Halme und kleine Wurzelgeflechte, daher schreckte Jaiva manches Mal kleine Tiere mit ihrem Stock auf, die sich huschend fort bewegten. Glänzende, faustgroße Käfer, die feine Flügel ausbreiteten und surrend davon flogen, kleine Schlangen. Manchmal war die Bewegung direkt über ihnen wenn farbenfrohe Vögel in unerreichbar hohen Ästen saßen und miteinander schnatterten. Rot und blau und gelb, alle ähnlich, jedoch anders. Wenn man die Ohren spitzte, dann war es hier niemals still. Immer gab es etwas zu hören oder zu sehen, wenigstens wenn man nicht gerade selbst in unleidliche Diskussionen verstrickt war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 03, 2018 11:03 pm

Ich biss mir auf die Lippe, als ich ihr Augenrollen sah und grollte innerlich. Wenn sie wüsste...! Ich machte das ja nun wirklich nicht zum Spaß! Ich hätte sie sich ja auch einfach vergiften lassen können! „Du musst gar nicht so tun!“, fuhr ich sie an. „Ich bitte vielmals um Vergebung, dass ich nicht will, dass du dich vergiftest!“ Ich schnaubte verärgert. Was bildete sich diese wandelnde Dornenzweig eigentlich ein? Da war man darauf bedacht, sie zu schützen und bekam dafür nur dumme Antworten! Ich holte gerade einmal tief Luft, um danach etwas ruhiger fortzufahren, als sie sich mit eine spitzen Bemerkung an mir vorbei schob.
„Was soll das jetzt schon wieder heißen?“, verlangte ich lautstark zu wissen, die Gefahren der Umgebung wohlwissentlich ignorierend. „Was weißt du denn schon davon, was ich mag oder nicht?“ Ich funkelte ihren Rücken an. „Vorlaute Frauen jedenfalls nicht!“, setzte ich hinzu und legte es damit darauf an, sie wieder zu einer Reaktion zu provozieren. Wenn ich eines noch weniger leiden konnte als ihre ständig grimmig-meckrigen Kommentare mir gegenüber, dann war es das, wenn sie einfach so an mir vorbei ging und mich zu ignorieren versuchte! „Und ob ich Dinge mag!“ Ich schloss mit wenigen schnellen Schritten zu ihr auf. „Eine ganze Menge sogar!“, setzte ich hinzu, um meine Worte zu bekräftigen. Was dachte sie denn von mir? Irgendwie kratzte das an mir. „Und du musst gerade reden! Ich habe dich noch nicht ein Mal lachen sehen! Nicht einmal wirklich lächeln! Ich glaube eher du bist hier das grimmige Etwas, das nichts mag!“

Vor mich hin grummelnd folgte ich Jaiva auf dem engen, verschlungenen Pfad, die Augen dieses Mal aufmerksam auf den Boden gerichtet, damit ich nicht wieder einen falschen Schritt machte. „Und was soll das überhaupt wieder heißen? ‚Musik ist für jeden‘? Hat das jemand angezweifelt? Wollte sie dir jemand wegnehmen?“ Ich schüttelte den Kopf. Was erzählte die Amazone nur für merkwürdige Dinge?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 04, 2018 11:27 am

Der Lerchossohn sah ihr Augenrollen, natürlich sah er es und obwohl sie nichts gesagt hatte, musste sie auf eine Reaktion nicht lange warten. Vielleicht hätten sie diese Worte versöhnlich gestimmt, einsichtig, vielleicht... aber dafür hätte sie das, was sie soeben verhärtet hatte wieder weich und sich im Zuge dessen angreifbar machen müssen, deswegen wiegelte sie ab indem sie sagte: „Lass nichts wie Sorge klingen wenn es keine Sorge ist.“ Sie war immerhin nicht blöd! Irgendetwas wollte er ihr nicht sagen und wenn er es schon nicht wollte, dann sollte er sich wenigstens nicht dabei erwischen lassen! Und spätestens als sie ihm sagte was sie von seiner Lebensweise hielt - ihr Lieblingsthema: alles mit Gewalt lösen zu wollen -, waren sie wieder an dem Punkt angelangt.
Nachlässig hob die dornige Amazone die freie Hand als er über etwaige Vorlieben zu sagen wusste, dass vorlaute Frauen nicht dazu gehörten - ihr Rücken war geduldiger als sie es war und er verbarg wundervoll wie angestrengt sie war, wie viel Mühe es sie kostete ihre Mauern oben zu halten und so zu tun als tangierte sie all das nicht. Eine dreiste Lüge aber sie konnte sich keine Schwäche erlauben. Nicht vor ihm! Sie lauschte hinter sich. War es das? Nein, natürlich nicht, schon war er an sie herangetreten und Jaiva zuckte kurz aber merklich zusammen obwohl sie wusste, dass er ihr nichts tun würde. Dumm. Sie hätte sich am liebsten in den Hintern dafür gebissen, wahrscheinlich hatte der Blödmann das, genau das, mal wieder ganz genau gesehen. Sie hob nun also eine Augenbraue als er sich auf ihrer Augenhöhe befand und die Amazone bemühte sich einen reservierten Gesichtsausdruck aufzulegen. Irgendwie... war sie ja schon neugierig aber das hätte sie natürlich nie und nimmer zugegeben.
Heute ist ein grauer Tag. Mir ist nicht nach lachen oder lächeln“, teilte sie ihm abweisend mit. Sie wollte unbedingt Überlegenheit demonstrieren, aber... „Meckern machst du auf jeden Fall besonders gern und Sprücheklopfen ebenso und den Besserwisser spielen.“ Sie hätte auch fragen können aber warum? Er würde doch ohnehin nur wieder keifen. Als ob man mit ihm vernünftig hätte sprechen können...

Und dann war da noch das Thema mit der Musik... „Nun, deiner Meinung nach scheinst du ja zu alt zu sein um-“ Jaiva beendete ihren Satz nicht, denn sie lauschte, hob sogar einen Finger, der 'Obacht' sagte.
Hörst du das?“, fragte sie, aber nein. Ciaran würde nichts hören können. Nur Stille. Mit einem Mal war es auffällig still in der nahen Umgebung.
... man konnte im Dschungel nicht ungestört streiten, das war eine Lektion, die die beiden trotz der Begegnung mit den Amazonen noch nicht begriffen hatten. Jaiva hätte es besser wissen müssen, 'über den Dingen stehen', tat sie aber nicht. Sie war viel zu leicht entflammbar und Ciaran wusste leider viel zu gut wie er sie zur Weißglut bringen konnte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 04, 2018 7:48 pm

„Woher willst du denn jetzt schon wieder wissen, was Sorge ist?“, ranzte ich die pieksige Amazone an, die anscheinend im Moment nicht ein gutes Haar an mir lassen konnte. „Kannst du jetzt auch schon meine Gedanken lesen?“ Ich sah sie herausfordernd an, auch wenn sie mir den Rücken zuwandte. Sie würde es eh in meinem Tonfall hören und spüren, dass ich aus irgendeinem Grund verschnupfter als sonst auf ihre Bemerkungen reagierte. Musste sie denn wirklich unbedingt bei allem nur das Schlechteste denken, sobald ich auch nur den Mund aufmachte? Ich hatte ausnahmsweise an sie gedacht. Mein eigenes Gift würde mir ja wohl kaum schaden, selbst wenn Jaiva mit der Wirkung zu kämpfen hatte! Ich müsste nur zusehen, dass sie irgendwie am Leben blieb. Und mit ihrer Angst und Panik umgehen. Aber sonst... Ich trat gegen einen auf dem Boden liegenden Ast, um meiner Wut Luft zu machen. Und immer wieder landete ich bei dem gleichen Punkt: Was dachte die sich eigentlich? Dumme Kuh. Ich versuchte, mir eine grüne Kuh mit Dornen vorzustellen, fand das entstehende Bild jedoch bei Weitem nicht so lustig, wie erst gedacht und meine Miene verfinsterte sich noch mehr, während ich Jaiva hinterher durch das Dickicht stapfte. Aber was dachte die sich eigentlich? Und warum interessierte mich überhaupt, was ein wandelndes Gestrüpp dachte! Ich fuhr mir durch die Haare. Das war doch zum wahnsinnig werden!
„Schön, wenn ich dich von meinen Kompetenzen bereits überzeugt habe“, grummelte ich in ihrem Rücken und gab mir kaum noch Mühe meine beständig schlechter werdende Laune zu verbergen. Sollte sie doch wissen, dass mir ihre ständigen Vorhaltungen auch auf die Nerven gingen! „Zu alt wozu...?“, setzte ich an, verstummte jedoch abrupt, als sie den Finger hob. Ich hielt den Atem an. Was war nun schon wieder los? Unwillkürlich rückte ich etwas näher an sie heran. „Was ist?“, flüsterte ich und ließ den Blick dabei einmal mehr über das Unterholz schweifen. Vollkommene Stille umfing uns. Verdächtige Stille. Ich zog meinen Dolch.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 04, 2018 8:40 pm

Die Dorne wusste nur wenig über den Lerchossohn und doch hatte sie bereits ausreichend Einblicke gewonnen um zu erkennen, dass sie voll ins Schwarze getroffen hatte, nun war es allerdings so, dass sie nicht hätte sagen können wie ihr diese Meisterleistung gelungen war. Sie wollte sich an ihrem Sieg erfreuen, doch auf ein Triumphgefühl wartete sie vergeblich. Jetzt, da sie es geschafft hatte, fühlte es sich ganz und gar nicht mehr gut an einen Treffer gelandet zu haben, viel mehr stellte sich ein dumpf in ihrer Brust pochendes Gefühl von Leere... und Scham ein. Sie wusste, dass sie nicht nur zu weit sondern viel zu weit gegangen war. Ciaran konnte es spüren und Jaiva presste ihre Lippen fest aufeinander, denn für eine Entschuldigung fühlte sie sich genauso wenig bereit wie jetzt noch einzulenken. Ein kurzer Seitenblick streifte ihn, glitt aber just in dem Augenblick von ihm ab als er ihn auffing – sofern er ihn denn auffing.
Aber warum hat er mich auch so schroff abweisen müssen!, empfand sie verschnupft. Ich habe doch nur helfen wollen. In solchen Augenblicken war sie selbst ihr größter Fürsprecher... und zugleich ihr größter Zweifler; beides ging Hand in Hand ohne sich sonderlich einig zu sein. Erneut tastete sich ihr von zweifach intensivem Grün berichtendes Augenmerk zu ihm hin und ertappte ihn dabei wie er mit voller Absicht einen Ast trat. Bei den Zweien und Zwölfen war der wütend! Vielleicht...
Schon damals hatte es die dornige Amazone nur schwerlich ertragen wenn sie sich mit Eiris gestritten hatte; Ciarans Zorn mochte sich grundlegend von dem der Jägerin unterscheiden, doch ganz gleich ob er glühend oder frostig war – Zorn blieb immer destruktiv. Sie hasste das.
He, ich... hör mal, wollte sie sagen, doch noch ehe sie die nötige Überwindung zusammengeklaubt hatte, meldete er sich wieder zu Wort. Es war ungerecht, das wusste sie selbst, denn gerade weil sie einen Blick in seine Seele geworfen hatte, glaubte sie durchaus, dass der Blonde in der Lage war etwas zu mögen. Seine Mutter beispielsweise. Er mochte gefaucht und gekratzt wie eine kleine Wildkatze haben und doch lag ihm viel an seinen Wurzeln, hätte nicht so viel auf sich genommen wenn es ihm nicht wichtig gewesen wäre; aber noch immer sagte sie nicht, ließ Spielraum für Interpretationen. Ob sie ihren Streit jetzt auf die nächste Stufe hob indem sie ihn mit ihrem Schweigen abstrafte? Wenn man verletzt war, war es zumeist so viel schwieriger feine Signale wahrzunehmen – ganz gleich ob Annäherung oder Grund für neue Differenzen: Die Grüne Hölle war nicht grundlos ein gefürchteter Ort, denn obschon sich die Dorne auskannte, bedeutete dies nicht, dass sie jede Gefahr zu umgehen wusste. Auch ihre Hand glitt an ihren Gürtel, allerdings war sie nicht versucht nach ihrer Waffe zu greifen sondern berührte eine der Schlaufen, in der sich das winzige Artefakt verbergen musste. Dann... fiel ihr ein, dass sie entgegen ihrer sonstigen Voraussicht versäumt hatte neues Klangmaterial zu sammeln. Das... war schlecht.
Als Ciaran neben ihr war, neigte sie ihren Kopf um ein paar Deut in seine Richtung, nahm ihren Blick jedoch nicht von der Umgebung. Sie sagte nur eines, eingebettet in einen in ihrer Kehle bebenden Flüsterton: „Schau.“
Dann nahm sie ihren weisenden Finger zur Hilfe und deutete auf eine Stelle in einiger Entfernung, in der zwischen großen Blättern eines Buschs. Dort konnte er sie sehen. Affen. Kleine, pelzige, schwarze Wesen. Eins, zwei, drei. Keine Gefahr. Dann bewegte sich ihr Finger, wies in eine andere Richtung. Affen. Fünf. Über ihnen. Sieben, nein, zehn. Hätte man sie zusammengenommen wäre man gewiss auf mindestens zwanzig, vielleicht sogar dreißig Tiere gekommen. Und sie waren still. Auffällig still. So still... dass sich Jaiva hinkniete und ein paar Blätter auflas. Sie drückte sie zusammen, raschelte mit ihnen und lauschte. Leise. Nicht nur die Tiere, alles schien gedämpft zu sein. Erneut wies sie in eine Richtung. Da entlang. Sie wagte es nicht zu sprechen. Was auch immer hier vorging... es war ganz und gar nicht gut.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 04, 2018 9:23 pm

Ich achtete in diesem Moment nicht auf die verwirrenden Gefühle, die von Jaivas Seite erneut auf mich einströmten. Das war so verwirrend! Waren es jetzt meine oder Jaivas Gefühle? Sollte ich mich jetzt etwa auch noch beschämt fühlen, weil sie ständig ein Vorurteil nach dem anderen zückte? Fü einen kurzen Augenblick zog ich in Erwägung einfach noch einmal zu versuchen das Band mit Gewalt zu durchbrechen, doch als Jaiva dann auf etwas in der Ferne deutete, versuchte ich, mich mit aller Kraft darauf zu konzentrieren und alles andere in den Hintergrund zu drängen. Das konnte doch nicht so schwer sein! Sonst nahm ich Emotionen anderer doch auch nicht als meine eigenen wahr! Weil sie sonst nicht von innen kommen, erklärte eine nüchterne Stimme in meinem Kopf, doch auch die brachte ich zum Verstummen und folgte stattdessen mit dem Blick ihrem ausgestreckten Finger. Zunächst wusste ich nicht recht, was sie mir überhaupt zeigen wollte, doch dann sah ich die Affen. Ich hob eine Augenbraue. Waren wir jetzt auf Urwald-Besichtigung? War das der Punkt, an dem ich fasziniert die vielfältige Tierwelt loben sollte? Ich hüllte mich in Schweigen und folgte ihren weiteren Gesten. „Was willst du mit dem Blatt?“, wisperte ich. Irgendwie war mir das ganze Geschehen gerade suspekt. „Meinst du, die paar Affen können uns gefährlich werden?“ Eigentlich saßen sie doch ganz ruhig da... auf mich machten sie nicht den Eindruck, als seien sie sonderlich aggressiv und würden gleich zum Angriff übergehen. Aber der erste Eindruck konnte ja auch täuschen... Oder kam die Gefahr aus einer ganz anderen Richtung? Ich sah Jaiva noch einmal an und sah den Ernst in ihren Augen. Sie glaubte, dass irgendetwas hier nicht stimmte. Also sollte ich das besser auch so sehen.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Jun 05, 2018 1:11 pm

Hätte sich Jaiva mit den Lebensweisheiten der Menschen ausgekannt, wäre ihr der 'Elefant im Porzellanladen' in Ciaran aufgefallen. Sie spürte es an seiner Reaktion wie auch den Wellen, die seine Beobachtungen schlugen. Wie konnte man so... blind und ignorant sein...? Die dornige Amazone wusste nicht ob sie entsetzt, beunruhigt oder zornig sein sollte. Hörte er es denn nicht? Je länger sie hier verweilen desto leiser wurde es und spätestens als er die Stimme hob um mehr als drei zusammenhängende Worte zu sagen, musste ihm dämmern was sie ihm zu sagen versuchte. Freilich, sie, die in der Grünen Hölle aufgewachsen war, nahm es als gegeben, dass man mit den Tieren, den Geistern und der Musik vertraut war; dass man diesen Pilz dort vorne besser nicht einmal antippte wenn man nicht in eine aus blauen Pollen bestehende Wolke eingehüllt werden und stinken wollte... und sie wusste auch, dass sie in eine Falle getreten waren. Das Fehlen von Klängen ließ für sie nur eine Schlussfolgerung zu.
„...Musikmagie...“, sagte sie, doch an des Lerchossohns Ohr drang nur ein dumpfes Flüstern. Doch immerhin schien er ihr wenigstens in dieser Hinsicht zu vertrauen; das spürte sie an den Wogen, die an die Ufer ihrer Seele brandeten. So... ein Blödmann...!

Langsam aber bestimmt dirigierte sie ihn durch die Passage mit den vielen, vielen Affen, die tatsächlich keinen bedrohlichen Eindruck machten weil sie diese schlicht und ergreifend nicht hören konnten. Jaiva teilte die Lippen, sagte etwas, doch keines ihrer Worte, ganz gleich ob es schmählicher oder freundlicher Natur war, erreichte ihn. Er konnte nur das Echo ihrer Besorgnis spüren, das sich jetzt noch zu intensivieren wusste, denn ohne Ohren war es auch für sie überaus schwierig sich im Dschungel zurechtzufinden. Ihre Schritte 'hörten' sich seltsam dumpf in ihren Ohren an, erzeugten einen stumpfen 'Ton', der ihr wenig über Untergrund und Umgebung zu sagen wusste. Sie versuchte sogar zu singen, auf magische Weise nach Tönen zu greifen, sie sichtbar zu machen aber das einzige, was sie sah, war ein vielstimmiges Glühen, das dem gesamten Bereich umfasste. Es war... viel, überwältigend viel und die Dorne verstummte ohne dass man sie gehört hätte.
Gehörlos zu sein fühlte sich für Jaiva so an als fehlte es ihr etwas Essenzielles. Sie sah zu Ciaran... und fasste noch ihrem Dolch. Die Dorne war keine Kämpferin aber wenn sie eine gewesen wäre, wäre das Gefühl, das sie nun ganz ohne Musik durchströmte, einem Verlust des Schwertarms gleich gekommen und das war entsetzlich.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Jun 06, 2018 6:31 pm

„Kannst du nicht so reden, dass ich dich auch verstehe?“, motzte ich die Amazone an und riss die Augen auf, als ich bemerkte, dass kaum ein Ton an mein Ohr drang. Dabei hatte ich ganz gewiss laut und deutlich gesprochen. Augenblicklich verfinsterte sich mein Gesichtsausdruck. Was war hier nun schon wieder los? Noch mehr Amazonen? Oder gab es hier noch andere Wesen, die Magie wirken konnten? Denn darum handelte es sich mit Sicherheit. Nur um was für eine? Mir fiel wieder ein, wie die Amazone im Baumhaus angefangen hatte zu singen. Auch Jaiva hatte mit Musik angegriffen. Ob das also eine Besonderheit der Amazonen war? Magisch singende Halbpflanzen. Das wurde ja immer besser. Mein Blick huschte unruhig umher, doch ich kannte die grüne Hölle zu wenig, als dass ich wirklich zwischen gewöhnlich und ungewöhnlich hätte unterscheiden können. Überall entdeckte mein Auge die merkwürdigsten Formen und Farben, Dinge, die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Und ich wusste weder beim einen noch beim anderen, ob sie hierher gehörten oder ob sie Gefahr signalisierten.
Ich presste die Zähne aufeinander. Wie sollten wir uns einem Feind stellen, den wir nicht sehen und nicht hören konnten? Wobei ich mir keineswegs sicher war, ob diese Falle wirklich uns galt. Dann kam mir eine Idee. Ich griff nach Jaivas Arm, um sie einen Moment zum stehen bleiben zu bewegen. Dann schloss ich die Augen und lauschte dem Wind, wobei ich weniger auf seine Töne als auf seine Bewegung achtete. War hier irgendjemand, der uns böses wollte? Der sich freute, weil wir ihm direkt in die Arme liefen? Der es gar nicht erwarten konnte, uns anzugreifen? Vielleicht jemand, der Angst vor uns hatte? Oder der überrascht war uns zu sehen? Ich ging eine Emotion nach der anderen durch und suchte nach den entsprechenden Signaturen, die sie im Wind hinterließen. Dann jedoch schüttelte ich den Kopf. „Hier ist keiner. Niemand beobachtet uns“, versuchte ich Jaiva zu vermitteln, indem ich zunächst auf unsere Augen, dann auf uns und die Umgebung deutete und schließlich den Kopf schüttelte. Ich machte eine Geste, als würde ich vor Erleichterung ausatmen. Uns drohte keine Unmittelbare Gefahr. Ich bedeutete ihr, weiter zu gehen und versuchte ihr über eine Geste zu vermitteln, dass ich wissen wollte, ob sie wusste, wie groß dieses Gebiet der Stille sein konnte. Dennoch spürte ich das Echo der Besorgnis in ihren und meinen Gefühlen und tat etwas, was ganz untypisch für mich war. Ich legte ihr eine Hand auf die Schulter und lächelte ihr aufmunternd zu. Alles würde gut werden. Und auf dieses Gefühl konzentrierte ich mich, damit es sie auch erreichte. Panik, die sich aufschaukelte, war das allerletzte, was wir gebrauchen konnten. Erst recht, wenn wir nicht einmal miteinander reden konnten.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Jun 06, 2018 11:08 pm

Es war ein Tag der Überraschungen, der Unwägbarkeiten... und des Unmöglichen. Nie und nimmer hätte sich Jaiva träumen lassen, dass sie eines Tages an einen Lerchossohn gebunden sein würde – und sei es nur für einen Nachmittag.
... oder aus der vollkommenen Stille heraus eine Berührung zu erfahren. Sie merkte auf als Ciaran nach ihrem Arm griff und sie brauchte nicht erst auf das Echo lauschen, denn sie konnte sich denken was er von ihr verlangte. Ungeachtet seiner Unverschämtheit sie berührt zu haben blickte sie zu ihm hin, Wachsamkeit und ein Hauch von Skepsis darin. Der dornigen Amazone gefiel es ganz und gar nicht mit welcher Selbstverständlichkeit er nach ihr gegriffen hatte, doch verübeln konnte sie es ihm nicht – ohne ihre Ohren mussten sie so viel mehr auf ihre anderen Sinne vertrauen. Dennoch konnte sie nicht verhindern, dass der Blonde ihr Missfallen leise wie ein einziger Wassertropfen in seine Seele tröpfeln hörte – sie waren verbunden, ganz gleich ob sie es wollten oder nicht. Ihr Gesicht erzählte nichts von diesem Impuls oder davon, dass sie ihren Oberkörper leicht eingedreht hatte um der Berührung zu entfliehen, etwas, das unter normalen Umständen ein Doppelklang erzeugt hätte – Missfallen und Gefallen zugleich, doch wer hörte auf einen einzigen Tropfen wenn die Situation höchste Konzentration erforderte? Verwunderung brandete an die Ufer seiner Seele als er die Augen schoss und es ausgerechnet ihr überließ die nähere Umgebung im Auge zu behalten; etwas, das sie bereits zuvor getan hatte aber jetzt... alleine tun musste.
Das war nicht schlimm, nicht wirklich jedenfalls und doch fragte sie sich was der Lerchossohn jetzt schon wieder vor hatte. Neugierde plätscherte heran und sie linste kurz zu ihm hin. Was tat er? Sie, die mit Magie und Geistern und Göttern aufgewachsen war – mit dem Glauben an das Übernatürliche -, sie konnte sich vorstellen, dass Ciaran etwas tat, doch... was? Sie zwang sich ihre Augen von ihm fortzunehmen, die Umgebung nach Anzeichen potenzieller Gefahr abzusuchen, allerdings stellte sie ähnliches wie der Lerchossohn fest: Nichts. Es gab keine Gefahr, keine größere Gefahr als dass sie von einem ihrer Sinne abgeschnitten waren und nicht hören konnten wenn etwas im Inbegriff zu geschehen war.
Doch dann... geschah etwas Seltsames. Interessiert betrachtete die Amazone die Lippen ihres Gegenübers, versuchte zu verstehen was er ihr sagen wollte, doch erst seine Bewegungen machten das Verstehen möglich. Sie machte große Augen als er ihr mitteilte, dass niemand hier war. Sie hob ihre Hände. Wie machst du das?, wollte sie wissen, doch wie hätte er es ihr erklären können so ganz ohne Stimme? Als er von ihr wissen wollte wie groß das Gebiet war, zuckte sie die Schultern, schüttelte den Kopf. Nein, das konnte sie nicht sagen; zeigte mit Zeige- und Mittelfinger, dass sie würden gehen müssen. Sie mussten es gehend herausfinden.
Was blieb war die Unruhe, das Unwohlsein ganz ohne Stimme zu sein, ohne Magie... so gut wie wehrlos. Der Dolch in ihrer Hand spendete nicht halb so viel Trost wie...- Jaiva erstarrte merklich als sie mit einem Mal seine Hand auf ihrer Schulter spürte... und, das was als Echo bei ihr ankam. Mit einem Mal wurde die Stille noch lauter als sie es ohnehin schon war. Die Stille in ihrem Kopf begann zu schreien, denn das... das war einfach zu nah. Und das konnte er auch spüren. Den Doppelklang.
Sie... machte einen Schritt zurück, trat zwischen einen Vorhang tief von einem Baum hinabhängender Lianen und drehte sich dann um. Nachlässig bedeutete sie ihm, dass er ihr folgen sollte. So... ein Blödmann...

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 08, 2018 6:48 am

Ich musterte Jaiva einen Augenblick lang kritisch, als sie mich fragend ansah. Ob sie lesen konnte? Sie sprach auf jeden Fall Arcum. Vielleicht wäre es einen Versuch wert? Ich tippe sie noch einmal an, um ihre Aufmerksamkeit auf den Boden zu lenken und rollte innerlich mit den Augen, weil ich genau spürte, wie unangenehm ihr Berührungen waren. Alles andere nahm ich nicht wirklich wahr oder konnte es besser gesagt auch nicht einordnen. Nie im Leben wäre ich darauf gekommen, dass das ebenso Gefallen wie Missfallen auslösen könnte. Eher schob ich diesen schwachen Nachhall darauf, dass sie sich vorstellte wie befriedigend es sein würde mir die Hand abzuhacken, die es gewagt hatte sie zu berühren. Aber auf solche Befindlichkeiten wollte ich jetzt keine Rücksicht nehmen.

Ich ergriff einen Stock und schrieb ‚Wind. Magie.‘ auf den Boden. Dann hob ich den Blick wieder, um zu sehen, ob sie verstand. Doch sobald das kleinste Fünkchen Unverständnis in ihrem Blick aufleuchten würde, malte ich ein Symbol in den lehmigen Boden, das wie ich hoffte ‚Wind‘ symbolisieren würde: Drei Linien, die parallel zueinander verliefen und sich am Ende in unterschiedliche Richtungen bogen. Ich sah sie an, um Verständnis heischend. Musste ich wirklich noch die Backen aufplustern und etwas pusten, damit sie den Wind verstand? Ich hoffte nicht. Dann zeichnete ich Wellenlinien auf den Boden, machte mit der Hand die gleiche Bewegung und ließ sie auf meiner Haut enden. Ein weiterer Blick auf die Amazone würde mir sagen, ob sie mir folgen konnte. Dann deutete ich auf mein Herz und schloss die Augen, um zu verdeutlichen, dass ich etwas fühlte. Wie sehr mir doch die Sprache fehlte! Sich mit dem Dornenbusch zu unterhalten war zwar alles andere als einfach, aber zumindest einfacher, als es ihr auch noch darstellen zu müssen! Ihre Götter mussten wirklich sauer auf sie sein! Und nein, ich kam mit keinem Fetzen eines Gedankens auf die Idee, dass irgendetwas oder jemand sauer auf mich sein könnte.

Ich ließ das Stöckchen fallen, um ihr weiter folgen zu können, wobei ich mir die ganze Zeit die Frage stellte, warum sie eigentlich so empfindlich reagierte. Ich hatte ihr nichts getan! Ich hatte sie nicht angefasst - zumindest nicht auf eine Art, die ich als unsittlich oder für sie bedrängend empfinden würde. Im Gegenteil! Sie hatte auf mir gesessen! Wenn dann könnte ich mich darüber beschweren! Aber ich tat es schließlich auch nicht. Ich tat es nicht, weil es eigentlich gar nicht so schlimm gewesen war. Meine Wangen wurden ein wenig warm und ich schüttelte leicht den Kopf, um jegliche Gedanken daran zu vertreiben, ehe Jaiva noch voreilige Schlüsse aus meinen Empfindungen ziehen würde. Hoffentlich gelang mir das auch schnell genug. Ich seufzte lautlos. Wieder wanderte mein Blick zu dem Amazonenrücken. Verstehe einer dieses pieksige Etwas! Wahrscheinlich konnte ich noch froh sein, wenn ihr nicht schlagartig neue Dornen wuchsen, immer wenn ich meine Hand irgendwo auf ihrer Haut hatte... Das würde sie sicher freuen, wenn ich dann schlagartig vor Schmerzen zurückzuckte. Ich grummelte lautlos vor mich hin, während wir unseren Weg fortsetzten. Mit jedem Schritt lauschte ich in der Hoffnung, dass mein Gehör endlich von diesem Bann befreit war, doch es schien noch nicht so schnell erhört werden zu sollen. Irgendwann tippte ich Jaiva erneut an - nicht ohne ein kleines bisschen provokatorische Schadenfreude, dass sie das nun wieder über sich ergehen lassen musste. Ich deutete auf meinen Magen und machte dann eine Geste, die essen bedeuten sollte. Es war fast einen Tag her, dass ich das letzte Mal etwas zu mir genommen hatte. Ich starb zwar noch nicht wirklich daran, aber ich wusste nur zu gut, wie schnell Kraft und Konzentration nachließen, wenn man Hunger hatte. ‚Meinst du, wir müssen noch weit laufen?‘ Ich wiederholte ihre Geste von vorhin und sah sie dann fragend an. Wie groß konnte so ein Gebiet denn sein? Bedeutete das, dass die Magierin sehr begabt war? Oder war das vollkommen normal? Ich versuchte so zu tun, als würde ich singen und machte dann ein etwas nachdenkliches Gesicht, als ich überlegte, wie ich Stärke darstellen sollte. Schließlich spannte ich den Bizeps an und versuchte ihr so deutlich zu machen, dass ich stark meinte. Ob sie das begreifen würde? Dann deutete ich auf Jaiva. War die Amazone aus ihrem Stamm? Ich deutete hinter mich und machte eine Geste als würde ich einen Bogen abschießen und schließlich stellte ich noch die beiden schlafenden Amazonen dar. Oder eine von diesem Stamm? Ob Jaiva das sagen konnte - vorausgesetzt sie verstand überhaupt, was ich versuchte zu erfragen...
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 08, 2018 9:21 am

Nach einem erneuten, doppelt behafteten Schaudern beobachtete Jaiva Ciaran wie er nach einem Stock griff, empfand noch in einem Moment das Echo seiner Idee und blinzelte als er etwas in den Boden... schrieb! Sie hatte gedacht, dass er das schmale Stück Holz wie sie als Verlängerung seines Willens nutzen und den Waldboden prüfen wollte. Aber nein. Groß und rund wurde ihr von zweifachem Grün erzählendes Augenmerk - Er schreibt wie Hohepriesterin Nesrin!, empfand sie heftig und beugte sich tief über die Buchstaben, hockte sich sogar hin und hob dann einen Zeigefinger um den Schwung des ersten Buchstabens nachzufahren. Das W. Jung, so jung war sie nun, doch auf Verständnis konnte der Lerchossohn lange warten, denn als sie den Kopf hob, Federn, Perlen und Haarbahnen schweigend in Bewegung setzte, sah er nichts als Unverständnis... und Neugierde, nein, es war mehr als das - Staunen. Die nächste Verdeutlichung erfolgte in stilisierter Form, doch was wollte er ihr damit sagen? Flusswegbrücke?, überlegte sie zweifelnd, denn bei den Amazonen bedeutete das von ihm gezeichnete Symbol etwas anderes. Die dornige Amazone konnte weder lesen noch schreiben aber sie kannte bestimmte Symbole, die auf etwas hinwiesen, das dem bloßen Auge sonst verborgen blieb. Jetzt schüttelte sie den Kopf. Sie verstand ihn nicht aber seine Gesten ließen sie aufstehen, ihn aufmerksam betrachten. Ohne ihre abweisenden Worte war sie mindestens zwei mal so wenig pieksig wie sonst. Etwas berührte seine Haut? Sein... Herz? Fühlen...? Und als sie dann noch immer verständnislos dreinblickte, würde sich der junge, blonde Mann gezwungen sehen seine Wangen mit Luft zu blähen. Luft! Er spürte die Luft. Gehörte das zu seinem Pakt mit den Windgeistern? Halfen sie ihm? Ein Wirbelsturm drängender Fragen tanzte um ihn wie Herbstblätter und legten den Gedanken nahe sie hätte ihn am liebsten mit Worten bestürmt aber die Stille machte es ihr unmöglich.

Dann ging es weiter, beladen von Unbehaglichkeit auf beiden Seiten - das Band machte sie verletzlich, immerhin wollte niemand, dass ein anderer auf den Grund seiner Seele sehen konnte. Davon ging Jaiva nämlich aus, nahm das Schlimmste an und war froh, dass sie sich auf die Umgebung konzentrieren musste. Sie mussten jetzt doppelt und dreifach so vorsichtig wie bisher sein! Sie achtete auf die Tiere, sah noch ein paar weitere Affen, die sich ungestört gegenseitig pflegten und auch die farbenfrohen Papageien zeigten sich unbekümmert. Eigentlich war das zusammengenommen ein gutes Zeichen. Aber dann zeigte ihr Ciaran, dass er hungrig war. Auch das noch... Dennoch funkelte sie ihn kurzzeitig an, denn sie hatte seine Schadenfreude ganz genau gespürt! Das machte er auch noch mit Absicht! Für einen Moment zog sie es in Erwägung ihn dafür hungern zu lassen, aber, nein,... sie mochte zwar ihre Vorbehalte gegen ihn haben und doch war sie tief in ihrem Inneren eine sehr fürsorgliche Person. Daher nickte sie, deutete noch einmal in die Richtung, in die sie gingen. 'Dort, versuchte sie ihm zu sagen. Wenn ihnen das Glück hold war würden die in der Nähe ihres Ortes Bananen reif sein... Entschlossen drängte sie Erinnerungen zurück. Jetzt nicht.
Noch etwas länger hielt die seltsame Stimmung an aber dann war es ausgerechnet Ciaran, der sie von diesen befreite, denn er zeigte seinen Bizeps. Freilich, er war ein Mann und war körperlich so viel stärker als sie aber das... sie konnte gar nicht anders als zu lachen. Sie glaubte zu verstehen, daher zeigte sie mit aneinander gelegten Handgelenken und auf und zu schnappenden Handflächen das, was ihrer Meinung nach einer Falle am nächsten kam. Dann eine ungefähre Geste und dann hob sie nacheinander ihre Finger bis sie fünf zeigte. Ein Schulterzucken. Sie wusste es nicht. Musikmagiefallen waren nicht die Spezialität ihres Stammes. Wieder zuckte die Achseln, wog dann den Kopf und zeigte Nachdenklichkeit. Ja vielleicht war es dieser Stamm... Sie schüttelte den Kopf, nein, die Fallen gehörten weder zu ihrem Stamm noch dem der Singenden Okapi.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 10, 2018 8:54 am

Es überraschte mich nicht wirklich, dass sie nicht lesen konnte. Was hatte ich auch erwartet? Aber einen Versuch war es wert gewesen. Schließlich legte ich keinen gesteigerten Wert darauf pantomimisch darzustellen, was ich wissen wollte. Nach außen betrachtete musste es furchtbar lächerlich aussehen, wie ich versuchte zu formulieren, doch was sollte ich tun? Ich war ja schon froh, dass die Amazone den Ernst der Lage so weit begriff und schätzte, dass sie nicht zu lachen begann, als ich versuchte ihr den Wind zu verdeutlichen. Und war da nicht sogar ein Funken von Anerkennung, als ich schrieb? Zumindest hoffte ich das. Wollte das hoffen.

Ich musste mich arg zusammennehmen, als ich ihren wütend funkelnden Blick auffing. Sie hatte es gespürt - na sicher hatte sie das! Aber wie sollte ich vor ihr verbergen, was ich zwar ignorieren, aber nicht vor mir verbergen konnte? Eine Mimik konnte unbewegt bleiben - ein Herz? Niemals. Bei einigen vielleicht. Bei mir nicht. Deswegen hatte ich ja gelernt es mir nicht anmerken zu lassen. Alles hinter einer Maske zu verbergen, so dass niemand so tief blicken konnte. Und nun erwies sich all das als wirkungslos, weil jemand genau durch diese Maske hindurch blicken konnte. Ein Alptraum.

Ich folgte ihrer Geste mit dem Blick. Meinte sie, wir mussten weiter? Oder gab es dort etwas zu essen? Mir blieb wohl nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass sie nicht zu verärgert war, um mich noch die nächsten Stunden weiter marschieren zu lassen. Apropos...war sie verärgert? Ich versuchte, mich auf das Band zu konzentrieren. Das Band, das ich eigentlich als so lästig empfand. Ja, sie war verärgert, jedoch nicht so sehr, wie ich befürchtet hatte. Stattdessen war da wieder etwas... ein Tropfen Wehmut...Bedauern...Trauer? Ich legte den Kopf ein wenig schief und sah sie an. Was verbarg sie wohl alles? Was verbarg sie vor sich und was vor den anderen? Was musste geschehen, damit jemand so.... pieksig wurde?

Gerade, als ich überlegte weiter nachzufragen, begann sie über meine Gesten zu lachen. Sofort verschloss sich meine Miene wieder und ich verschränkte mit säuerlichem Gesichtsausdruck die Arme vor der Brust. Was dachte diese dumme Kuh sich eigentlich dabei, mich auszulachen? Wenigstens versuchte ich mit ihr zu kommunizieren! Ich warf ihr einen wütenden Blick zu und drehte mich demonstrativ bockig zur Seite. Sollte sie doch sehen, wie sie mir etwas mitteilte, wenn ich nicht hinsah und sie mich nicht berühren wollte! So eine doofe..., brodelte ich innerlich, wollte ihr noch einen vernichtenden Blick aus dem Augenwinkel zuwerfen und erstarrte doch mitten in der Ausführung. Langsam, ganz langsam wich der Ausdruck verletzter Eitelkeit und Zorns aus meinem Gesicht und machte einer eher vorsichtigen Neugierde Platz. Jaiva lachte. Ich konnte das Geräusch zwar nicht hören, aber ich bildete mir ein, dass es ein offenes, ehrliches Lachen war. Kein Zucken ihrer Mimik verriet Häme oder etwas dergleichen. Da war nur Lachen. Mein Herz schlug einen schnelleren Takt an, während ich sie betrachtete. Sie wirkte gelassen, viel jünger und als würde sie von innen heraus strahlen. Ich hörte den Widerhall meines Pulses in meinem Kopf, betrachtete sie noch zwei weitere Herzschläge lang, in denen sich ein Lächeln auf meinen Mundwinkeln anbahnte, nur um dann blitzschnell wieder zu verschwinden, während ich mich aus diesem merkwürdigen Augenblick befreite, den Kopf ruckartig wieder abwandte und erneut ein eher schmollendes Gesicht aufsetzte. Sie sollte bloß nicht glauben ich würde es dulden, wenn sie über mich lachte - auf welche Art auch immer! Auch wenn es sie... schön erscheinen ließ. Ich widerstand dem Drang, mir selbst eine Ohrfeige für so törichte Gedanken zu geben. Ein pieksiger Dornenbusch? Schön? Ich musste nicht nur das Gehör sondern gleich noch den Verstand verloren haben. Vielleicht war das auch Teil der Falle? Wir mussten hier raus. Schleunigst. Mit einer etwas ungeduldig drängenden Geste bedeutete ich ihr weiter zu gehen. Irgendwann würde dieser Zauber doch hoffentlich ein Ende haben und alles Schritt für Schritt zur Normalität zurückkehren!
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jun 10, 2018 2:29 pm

Ein nahezu mädchenhaft-schelmischer Ausdruck glitt über Jaivas Gesicht als sie Ciarans Reaktion auf ihr Lachen sah und auch wenn sie seinen Unmut spürte, so konnte sie gar nicht anders als der in ihr plätschernden Heiterkeit nachzugeben. Es sah einfach so ulkig aus! Daran änderte sein Schmollen rein gar nichts. Sie gluckste still, winkte dann ab bevor er noch überschnappte und linste dann noch einmal zu ihm hin als sie ein anders akzentuiertes Echo erreichte. Kurz hatte es den Anschein er würde lächeln aber dann war der Moment unwiederbringlich vergangen.
Eigentlich schade, empfand sie, zuckte aber dann die Achseln, denn sie hatten Wichtigeres zu tun. Sie mussten den Ausgang jenes der Stille verhafteten Dschungelabschnitts finden, denn das war gar nicht so einfach. Ohne ihren Hörsinn fühlte sich Jaiva unglaublich unsicher und verletzlich. Der Dolch in ihrer Hand blieb ein schwacher Trost und sie nahm sich mehr Zeit als nötig um den Waldboden zu prüfen oder sich umzusehen. Waren sie an diesem Stein nicht schon einmal vorbei gekommen...?
Ein Mal schreckte sie vor einer jäh am Rand ihrer Wahrnehmung auftauchenden Tarantel zurück, die groß und dunkel auf einem großen Blatt saß und sie zwang sich tief durchzuatmen. Sie konnte das. Sie kannte sich hier aus. Nicht zum ersten Mal ging sie diesen Weg. Warum war sie überhaupt dermaßen nervös? Lag das an dem Lerchossohn? Wollte sie sich ihm gegenüber unbedingt beweisen? Eigentlich hätte es ihr doch egal sein können ob er sie akzeptierte oder nicht, aber... sie spürte eben auch sein Echo in sich. Es war einfach unangenehm wenn man -spürte- wenn der andere geringschätzig von einem dachte. Das war... etwas vollkommen anderes als sich gegen ungnädige Worte oder Blicke zu wappnen.

Gerade als die dornige Amazone an sich zu zweifeln begann ob sie sich nicht vielleicht doch verlaufen hatten zogen sich die Bäume zurück, denn: Es gab da eine Stelle, da sich der dichte Dschungel für einen Moment etwas lichtete und einem überschwemmten, gut zehn Meter breiten Pfad Platz machte, der ihren Weg kreuzte. Wäre das Wasser, das dort abschüssig über flache Steine und Wurzelwerk floss, klar gewesen, hätte sie ihre Zehen gern in das kühle Nass hinein getaucht, doch diese trübe, braune Brühe, die vom Regenguss in der Früh losgelöst worden war, war alles andere als einladend. Weiter oben musste der Fluss über die Ufer getreten sein und das war das, was sie nun davon hatten. Wie tief das Wassergefälle war ließ sich nicht sagen und was sich darin befand genauso wenig. Noch immer war kein einziges Geräusch zu hören. Das war besonders verstörend wenn man doch wusste, dass dem so hätte sein sollen.
Jaiva blieb stehen, verschränkte auf gleichermaßen unnatürliche wie auch beiläufige Art ihre Arme – diese Bewegung war ihren Dornen aber auch Stock und Dolch geschuldet. Nachdenklich überblickte sie die vor ihr liegende Stelle und hoffentlich erkannte der Lerchossohn, dass sie nicht einfach auf die andere Seite gehen konnten. Das war schlichtweg zu riskant. Ihr Blick zuckte den Strom hinauf und dann hinab – Da! Ein langer Baumstamm, der auf einem zerklüfteten Felsen lag und dadurch wie ein Finger schräg nach oben zeigte. Dort oben konnte man die Lianen der auf der anderen Seite stehenden Bäume sehen. Sie wies dort hin und hob die Augenbrauen.  
In Ordnung?, fragte sie ihren Leidensgefährten mit ihren Blicken.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 10, 2018 8:42 pm

Meine Schritte wurden langsamer, als ich das Schlammwasser vor mir entdeckte. Eine ganze Lichtung füllte es aus, floss mal schneller und mal träger zwischen Felsen und halb versunkenen Bäumen daher und machte alles in allem einen wenig einladenden Eindruck. Ich verzog das Gesicht. Wenn ich da durch waten sollte... Doch Jaiva schien ebenfalls nicht sehr erpicht auf diese Mutprobe. Ich folgte ihrem Blick, erspähte den Baumstamm und nickte ihr zu. Ja, das schien tatsächlich die bessere Alternative zu sein. Ich wanderte am Ufer entlang bis zu eben jenem abgebrochenen Baum, dessen zersplittertes Holz von der Naturgewalt erzählte, die ihn aus seiner Verankerung gerissen haben musste. Ob es einer der von lautem Donnergrollen begleiteten Blitze des Vormittags gewesen war? Darüber konnte ich nur spekulieren, doch ich brach einen der Äste ab und stocherte damit in den schlammigen Fluten herum. Nach kurzer Zeit zog ich ihn zurück und betrachtete das Stück Holz. Nicht nur, dass es tiefer eingesunken war, als ich zunächst gedacht hätte, an ihm klebten auch einige Tiere, die entfernt an Schnecken erinnerten und sich um den Stab herum wanden. Ich verzog angewidert das Gesicht. Da würde ich definitiv nicht durchwaten! Ich hielt Jaiva den Ast vor die Nase, deutete auf das Viehzeugs und machte eine fragende Geste. Was war das? Ob es gefährlich war? Mit sinkender Begeisterung wanderte mein Blick über den schlammbraunen Teich. Aber es half wohl nichts. Wir mussten da hinüber, um dieser Falle zu entkommen. Kurzentschlossen schwang ich mich als Erstes auf den Baumstamm, begann ein Stück zu balancieren und hielt dann abrupt inne, als mir einfiel, dass ich mich ja nicht zu weit von der Amazone entfernen konnte. Mein Blick glitt wieder über das Wasser. Wie schnell mochte es fließen? Wie viel Zeit würde vergehen, bis wir zu weit voneinander entfernt waren? Was würde dann passieren? Ich beschloss, dass ich es nicht darauf ankommen lassen wollte. Wenn einer fiel, musste der andere auch fallen. Ich tänzelte ein paar Schritte zurück, suchte Jaivas Aufmerksamkeit und begann zu gestikulieren. Ich deutete auf mich, dann auf den Boden unter dem Baumstamm. Dann versuchte ich durch eine Handbewegung den Fluss darzustellen und schließlich zeigten meine beiden Finger mich und Jaiva, wie wir voneinander entfernt wurden. Dann griff ich mir an meine Brust, als hätte ich Schmerzen, um zu verdeutlichen, was passieren würde. Anschließend verschränkte ich meine beiden Hände, um zu zeigen, dass wir um jeden Preis zusammen bleiben müssten. Und dann streckte ich ihr aufmunternd meine Hand entgegen, auch wenn es ein mulmiges Gefühl in meiner Magengegend hervorrief.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 11, 2018 7:57 am

Jaiva betrachtete die Tiere, die an dem ihr entgegengehaltenen Stock klebten und warf einen kritischen Blick auf diese. Ihr Gesicht blieb dabei ganz ruhig, denn nach stereotypischen von Ekel getriebenem Entsetzen suchte man vergeblich bei ihr. Eine Amazone ekelte sich nicht vor Tieren, nicht einmal wenn sie schleimig waren und kleine, weiche Fühler hatten, die sie langsam nach allen Richtungen ausstreckten. Bei Ciarans fragendem Blick bewegte sie ihre Finger über ihren Arm und verzog dann schmerzlich das Gesicht. Um noch besser zu verdeutlichen was sie meinte griff sie mit Daumen und Zeigefinger etwas nach der Haut auf ihrem Handrücken und verdrehte diese zwickend. Angehobenene Augenbrauen brachten ihre Nachfrage zum Ausdruck. Verstehst du?
Doch da sie ohnehin nicht den Weg durch das Wasser nehmen würden, waren die Tiere im Wasserlauf ein eher zweitrangiges Problem. Sie mussten auf die andere Seite und dazu eigneten sich die Lianen hervorragend, wenigstens dachte sich dies die dornige Amazone als sie sich zusammen mit dem Lerchossohn dem Baumstamm näherte. Als er sich anschickte zuerst hinübergehen zu wollen, machte sie eine entsprechende Geste obschon es ihr nicht so recht war, dass er vor ging. Sie kannte sich hier im Gegensatz zu ihm aus und zudem wollte sie keinem Mann folgen! Es half nichts. Er wollte vorgehen. Gut! Sollte er ihr zeigen was in ihm steckte. Sie war nicht die einzige, die sich beweisen musste!
Mit Argusaugen beäugte sie sein Voranschreiten und hatte nun Stock und Dolch an ihrer Seite befestigt. Um auf die andere Seite zu schwingen brauchte sie freie Hände und...- warum blieb er stehen? Das Echo einer Überlegung erreichte sie und als er sich zu ihr herumwandte hob sie in fragender Geste die Augenbrauen.
Was?, fragten diese. Je länger man die Dorne betrachtete, desto mehr hatte es den Anschein, dass sie viele ihrer Eindrücke mit ihren Augenbrauen versinnbildlichte und dabei am liebsten skeptisch, nachdenklich oder grimmig dreinblickte. Jetzt, da sie die weiche Mimik zurückgedrängt hatte, wirkte sie wieder etwas älter. Ernster. Vielleicht auch verbissener. Dass sie seinen Einwand verstanden hatte zeigte sich dahingehend, dass sie ein Mal mehr ihre Augenbrauen hob und ihm einen überraschten Gesichtsausdruck zeigte. Daran... hatte sie gar nicht mehr gedacht. Sicher, sie kam nicht in die Verlegenheit ihrer beider Verbindung zu vergessen aber da sie sich immer nahe beieinander gehalten hatten war ihnen weiteres erspart geblieben. Da Band... Jaiva blickte kurz über den Wasserlauf und schob dann ihren Daumennagel hinter ihre vorderen Vorderzähne. Das würde Ciaran sie nicht zum letzten Mal tun sehen, denn sie dachte nach. Sollten sie einen anderen Weg suchen? Vielleicht war es wirklich besser.
Mh? Aus ihren Gedanken gerissen huschte ihr Blick aus von zweifachem Grün erzählenden Augen zur ihr entgegengestreckten Hand und... sie zögerte. Sie sollte ihm vertrauen? Dabei spürte sie wie das Echo seiner Empfindungen an die Ufer ihrer Seele brandeten und ließ es geschehen, dass ein kleines Lächeln an einem ihrer Mundwinkel zupfte. Sie... fühlte das doch genauso! Ihr war die ganze Sache nicht geheuer und doch, ja, was sollte schon passieren? Solange sie zusammenblieben würden sie es schon irgendwie schaffen.
...was war das nur für ein ganz und gar absurder Gedanke. Er war richtig und doch war er falsch immerhin waren sie nicht aus freien Stücken Gefährten. Tze...
Sie seufzte tonlos und reichte dem Lerchossohn ihre rechte Hand zu einem kräftigen, von Entschlossenheit kündenden Händedruck - sie war eine Amazone, kein Mädchen aus der Stadt. Gut... Also zusammen.
Hand in Hand, mit einem Mann. Wie verrückt konnte die Welt sein? Gemeinsam würden sie nach oben balancieren. Gemeinsam. Wie... verrückt. Du bist verrückt, sagte sie mit ihrer Hand, deren ausgestreckter Zeigefinger kreisend an ihrer Schläfe kreiste. Sie lächelte dennoch.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Jun 12, 2018 9:31 am

Ich betrachtete die Amazone mit leichter Belustigung, während sie erst ein überraschtes Gesicht machte und dann ihren Daumen an die Lippen legte. Was machte sie da? Kaute sie auf ihrem Fingernagel? Ich schaute ein wenig genauer hin. Irgendwie fand ich die Geste interessant. Nur was verriet sie mir? War sie nervös? Nachdenklich? Etwas anderes? Ich lauschte in mich und damit sie hinein, fand jedoch zumindest für Ersteres keinen Hinweis. Trotzdem zuckten meine Mundwinkel leicht nach oben. Die Geste gab ihr irgendwie etwas... kindliches. Ich fand es niedlich. Und hätte die Falle mich nicht daran gehindert, hätte ich sie gewiss mit Worten etwas aufgezogen. So jedoch beschloss ich, dass es die Gestikulation nicht wert war, zumal sie vielleicht nicht verstehen würde, was ich meinte. Später gab es auch noch Gelegenheiten.

Nach ihrem Zögern hatte ich schon beinahe nicht mehr damit gerechnet, dass sie meine Hand noch ergreifen würde. Umso überraschter war ich, als sie es dennoch tat - und dabei ein Lächeln auf ihrem Gesicht erschien. Ich fühlte mich, als sei ein schwacher Blitz durch meinen Körper gefahren. Ein zweites, zaghaftes Lächeln innerhalb so kurzer Zeit... Schnell wandte ich mich ab - zumindest so weit, wie es unsere miteinander verschränkten Hände es zuließen. Was zum Henker tat ich hier? Und je öfter ich mich das fragte, desto mehr wurde ich mir der schmalen Hand in meiner bewusst. Der Druck war alles andere als schwach, doch wie konnte man so schmale Finger haben? Dabei war sie doch gar nicht so klein... Aber schmal. Zart. Verletzlich? Ich warf einen verstohlenen Blick zurück. Ganz gewiss nicht. Höchstens verletzend mit all den Dornen. Und auch wenn ich mir alle Mühe gab, so konnte ich doch nicht verhindern, dass ich begann diese Kombination spannend zu finden. Zumindest so lange, bis sie mir mit einer Geste zu verstehen gab, dass ich verrückt sein musste. Auf meinem Gesicht erschien der Anflug einer eingeschnappten Miene, doch dann beschloss ich, es einfach zurück zu geben. Ja, sie musste auch verrückt sein, wenn ich verrückt war und sie mir dennoch folgte. Ich machte ihre Geste mit der freien Hand nach und deutete dann mit einem Grinsen auf sie. Und irgendwie mag ich das. Der Gedanke war heraus, bevor ich irgendetwas dagegen tun konnte. Und er war äußerst beunruhigend. Mein Herz geriet kurz ins Stolpern und ich wandte mich blitzschnell wieder nach vorne. Oh bei allen Göttern die es in dieser grünen Hölle hier geben mochte...wenn sie davon bloß nichts mitbekäme!

Ich versuchte alle störenden Gedanken auszublenden und mich auf den leicht ansteigenden Baumstamm zu konzentrieren, wobei es für mich schon eine Herausforderung war meine Schritte den ihren anzupassen. War ich jemals Hand in Hand mit jemandem gelaufen? Ich konnte mich nicht daran erinnern. Und dann auch noch balancierend? Sicher nicht. Das erklärte wenigstens die unterschwellige Aufregung, die sich meiner bemächtigt hatte. Nicht abstürzen. Schritt für Schritt ging es vorwärts, immer höher und höher und ich hatte das Gefühl, dass ich mir unserer Verbindung noch nie so bewusst gewesen war, denn ich lauschte ständig auf sie. Endlich konnte ich die Hand nach der Liane ausstrecken. Die Entfernung schien überwindbar - jedoch auch zu weit, als dass einer nach dem anderen schwingen konnte. Mein Blick wanderte zwischen Liana und Jaiva hin und her. Ob sie sich mit einer Hand festhalten konnte? Oder sollte ich... ob sie es tolerieren würde, wenn ich den Arm um ihre Taille legte, um sicherzustellen, dass wir zeitgleich ankamen und nicht einer dummer Weise zurück schwang? Beim Unlicht, was hatten wir uns hier nur eingebrockt?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Jun 13, 2018 7:57 am

Kaute Jaiva ungeniert auf ihrem Daumennagel herum? Nein, das tat sie tatsächlich nicht. Sie schob ihn lediglich hinter einen der vorderen Zähne und legte ihre Oberlippe auf der Haut ab - eine Geste der Nachdenklichkeit, die Ciaran sehen und spüren konnte. Nervosität hätte sich anders angefühlt obschon sich durchaus ein gewisses Maß Anspannung in ihr gesammelt und in ihrer Magengrube verankert hatte. Das würde nichts Neues für den Lerchossohn sein, denn seitdem sie die Stille umfangen hatte, war das Unbehagen mehr oder weniger dominant. Im Augenblick war es aufgrund der derzeitigen Problematik in den Hintergrund gerückt. Kurz blickte sie auf, denn sie spürte natürlich ganz genau was in dem Blonden vor sich ging, verstehen konnte sie es jedoch nicht woher diese plötzliche Heiterkeit, nein, Schadenfreude kam. Was auch immer ihn amüsierte, sie konnte es nicht sehen aber versteh einer die Männer...

Jaiva war nicht weniger überrascht von sich selbst als Ciaran, doch wie sehr ausgerechnet ihn das auf dem inneren Gleichgewicht brachte, erreichte die dornige Amazone nur wenig später mit der Kraft eines Wirbelsturms.
Was ist denn mit dir?!, empfand sie grimmig. Warum musste er nur immer so heftig reagieren! Sie tat ihm doch nichts! Ja, sie hatte Dornen an ihrem Leib und, nein, das war alles andere als schön aber für gewöhnlich verletzte sie niemanden mit ihnen... und dass dies ihr heute dennoch passiert war, war eine Verkettung unglücklicher Umstände gewesen. Normalerweise gab sie doch Acht, dass sie niemand berührte. Und außerdem, er hatte doch nach ihrer Hand gefragt also was war denn nun? In ihrem Kopf wirbelte Gefühl im Gefühl und sie musste sehr an sich halten um nicht Teil dieser verhängnisvollen Abwärtsspirale zu werden. Verrückt. Er nannte sie verrückt. Pah! Sie presste ihre Lippen aufeinander, konnte es aber nicht darauf beruhen lassen und da sie keine Worte hatte streckte sie ihm die Zunge raus. Blödmann!
Die Aufgabe. Sie mussten sich darauf konzentrieren sonst würden sie einen Fehler machen und Fehler beheben in der Grünen Hölle nie folgenlos.
Hinauf hinauf, wies ihre freie Hand und so geschah es auch. Gemeinsam balancierten sie nach oben. Gemeinsam... was für ein süßes Wort, so klein und doch so groß. Es passte in eine Hand, war verletzlich wie ein Vogel mit gebrochenem Flügel und riss an einer bestenfalls notdürftig verheilten Wunde. Auch für sie war es alles andere als einfach denn obschon sie durch ihr Leben in der Grünen Hölle geschickt war und solcherlei mühelos gemeistert hätte, war Ciaran die Variable, die alles veränderte. Noch dazu die dumpfe Stille, die an Stelle eines Geräuschs an ihren nackten Füßen zupfte. Furchtbar. Der schweigende Wasserlauf. Der Wald. Bei den Zweien und Zwölfen, wie konnte der Lerchossohn bei diesen Wendungen so gefasst sein! Langsam aber stetig kletterten sie den Baumstamm hinauf. Füße glitten über Moos und die raue Oberfläche des Stamms, der obschon er sein Leben hinter sich hatte ihnen nun dienlich war. Weiter immer weiter. Auch sie lauschte auf ihn, war ganz leise und aufmerksam. Seine Hand, sie spürte sie sehr genau. Besser dachte sie an etwas anderes.

Als sie oben angekommen waren, stand Jaiva leicht hinter Ciaran, war der Stamm doch nicht breit genug als dass sie es gewagt hätte sich nach vorn zu drängen und linste an seiner Seite vorbei, hin zu seinem Gesicht. Da, er hatte die Liane. Gut! Doch dann erreichte sie das Echo seiner Gedanken. Zögerliche, fast scheue Gedanken, die gar nicht so recht zu dem Großmaul passten als das er sich ihr präsentiert hatte.
Augenbrauen hoben sich einer Frage entgegen. Was ist? Die Dorne streckte ihre linke Hand nach derselben Liane aus, umfasste sie an einer tieferen Stelle. Was war denn nun? Sie machte eine, dann zwei zuckende Bewegungen mit ihrem Kopf in Richtung anderer Seite, dann blickte sie bedeutungsvoll gen Himmel. Sie konnten hier nicht ewig stehen. Noch einmal der Verweis auf die Liane, ein stummes Stupsen mit ihrer Schulter an seine. Los jetzt!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Jun 14, 2018 8:09 pm

Ich musste lachen, als sie mir die Zunge herausstreckte. Es war so surreal. Wir waren hier, inmitten eines wilden Dschungels, kannten uns kaum, waren dennoch durch einen merkwürdigen, fehlgeschlagenen Ritualzauber aneinander gebunden, konnten uns nicht weiter als ein paar Schritte voneinander entfernen und ...stritten darüber, wer verrückter war - bis sie mir die Zunge herausstreckte. Man hätte wirklich denken können dies alles war nur ein Kinderscherz, Jux und Tollerei ohne weitreichendere Konsequenzen. Doch genau das war es nicht. Denn alles hing davon ab. Unser Leben. Unser beider Leben. Dachte sie denn nicht darüber nach? Hatte sie nichts zu verlieren, nichts zu erledigen?
Ich warf ihr einen Seitenblick zu, hin und her gerissen zwischen dem Wunsch sie genauer zu betrachten und sie einfach zu ignorieren. Sie und die Frage, die sich in meinen Rücken zu bohren schien wie eine Pfeilspitze. Was hast du? Worauf wartest du? Sie verstand es nicht. Oder wollte es nicht verstehen. Oder war ich es, der die Dinge kompliziert machte? Es war schwer, das zu sagen. Aber ich spürte ihr Drängen, spürte ihren Wunsch vorwärts zu kommen so sehr, dass es mein eigener wurde. Jaiva legte die freie Hand um die Liane. Ich zögerte noch einen kurzen Moment. Dann beschloss ich, dass es besser wäre endlich zu handeln. Ich nahm ihre zweite Hand, legte sie ebenfalls um die Liane, soweit die Amazone mich ließ. Dann nahm ich all meinen Mut - wenn es das denn war, was ich brauchte, um entgegen meinem wild klopfenden Herzen meinen Arm um die Taille der Amazone zu legen - zusammen und stieß mich von dem Baumstamm ab - ob Jaiva nun lautlos zeterte oder trotz Gefahr des Absturzes um sich schlug, wir schwangen zunächst einmal auf das andere Ufer zu.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 15, 2018 7:48 am

Es war nicht nur die Geste des Zungeherausstreckens an und für sich, die ihm aufzeigen sollte, dass sie ihm nicht zustimmen wollte, sich aber am Ende ihrer argumentativen Möglichkeiten sah - ganz ohne Stimme. Nein, es war nicht nur das, denn obschon Ernsthaftigkeit das Gebot der Stunde war, so war es gut sich auch auf etwas anderes zu konzentrieren und wenn es nur für die Dauer eines Zungeherausstreckens war. Und er lachte doch auch! Er mochte all das zwar als Possenspiel sehen, sie für kindisch halten aber solange er lachte, konnte es nicht so schlimm sein.

Nunmehr mit zwei Händen hielt sie sich an der Liane fest und machte sich bereit für den Absprung aber dann war da plötzlich der Lerchossohn und er fasste nach ihrer Taille, deren Haut er daraufhin etwas klamm aber warm und vor allem dornenfrei unter seinen Fingern spürte. Der pieksige Dornenstrauch mochte zwar in vielerlei Hinsicht grimmig, distanziert und voller Abneigung sein und doch schlummerte darunter noch immer eine Frau. Eine Frau, die kurzzeitig zuckte oder, nein, es gab zwar ein Zucken, ein Schaudern aber es war viel mehr das Echo ihrer Gedankenwelt, das am anderen Ende des Schicksalsspruchs aufleuchtete. Wieder der Doppelklang, der bizarre Sturm, der 'nein!' und 'ja!' zugleich rief. Wer hätte das schon verstehen können?
Wind griff in ihr Haar als sie sich schwungvoll in Bewegung setzten. Ganz nah an dem Blonden riss sie ihre Konzentration davon los was gerade geschah - hätte sie sich von außen gesehen, zusammen mit dem Mann, sie wäre kopfschüttelnd zurückgeblieben. Es half nichts. Sie musste ihre Gedanken darauf fokussieren unbeschadet auf die andere Seite zu gelangen. Anhand des Schwungs bemerkte sie, genauso wie Ciaran aller Wahrscheinlichkeit nach, dass sie es nie und nimmer auf die andere Seite schaffen würden. Sie kamen zusammen viel zu tief, zu nah ans Wasser heran und verloren viel zu schnell an Schwung. Im schlimmsten Fall würden sie über dem türkischen Wasserlauf ausschwingen und weder vor noch zurück können. Und dann ins Wasser springen müssen.
Mist! Alleine ging das so viel einfacher, dann wäre sie einfach auf eine andere Liane gewechselt und dann... ihnen blieb gar nichts anderes übrig als genau das zu tun. Sie konnte dem Lerchossohn nicht sagen was sie zu beabsichtigen gedachte, daher hielt sie ihre Anweisung sehr knapp und deutete auf eine andere Liane, die sie gleich erreichen würden. Sie für ihren Teil würde abspringen und sie konnte nicht mehr tun als darauf zu vertrauen, dass er ihren Willen richtig deutete. Und seine Reaktionen blitzschnell waren. Ein auffordernder Stoß war alles was sie noch tun konnte, dann musste sie springen. Ihr Herz raste vor Adrenalin.
Komm schon, komm schon, komm schon!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 15, 2018 9:44 am

Ich mochte Pläne. Es gab einem eine gewisse Befriedigung, wenn sie funktionierten. Und Sicherheit, wenn man wusste was als Nächstes zu tun war und man von sich sagen konnte, dass man an alle Eventualitäten gedacht hatte und sie auf die eine oder andere Weise beantworten konnte. Aber irgendwie lief seit einiger Zeit gar nichts mehr nach Plan. Alles schien völlig aus den Fugen geraten zu sein, während ich an einer Liane hing, durch die Luft sauste und dabei versuchte sowohl mich als auch Jaiva festzuhalten, damit wir bloß nicht zu weit voneinander entfernt waren. Was für eine Ironie des Schicksals. Mein Leben - das Leben eines Dunkelelfen - hing an dem einer Frau. Ob es so etwas schon einmal gegeben hatte? Aber obgleich sie nichts von der doppelten Ironie dieser Situation ahnen konnte, kam ich nicht umhin sie für ihren Mut zu bewundern. Für sie war es genauso schwer sich auf irgendeine Art und Weise auf mich einzulassen, das hatte ich mehr als ein Mal gespürt. Trotzdem begab sie sich in diese Situation und versuchte das Beste daraus zu machen. Ich spürte keine Angst in ihr, eher grimmige Entschlossenheit und Verwirrung, die aber genauso gut ein Abbild meiner Gefühlswelt sein konnte. Ich war so unsicher wie noch nie zuvor. Und jedem Moment hatte ich Angst, dass etwas geschah...etwas mit mir geschah, das sich nicht mehr so leicht rückgängig machen ließ. Und auch wenn ich bisher keinen Anhaltspunkt dafür hatte, dass sich meine schlimmsten Befürchtungen bestätigten, so hatte ich doch das Gefühl, als dürfte ich wenig von diesen neuen Dingen einfach so zulassen. Ich musste die Situation irgendwie beherrschen ohne zuzulassen, dass sie mich zu sehr berührten. Aber wie sollte das gehen, wenn das genau das war, was dieses Band tat? All meine Schilde und Mauern umgehen und mich genau dort treffen, wo nichts mehr davon Schutz bieten konnte. Und das meist so unvorhergesehen, dass ich mich nicht dagegen wappnen konnte. Wie das Lächeln vorhin. Wie das Gefühl ihres schlanken Körpers in meinem Arm. Nur begriff ich immer noch nicht, wie man sich an diesem Punkt nach den Schreien eines so verletzlichen und gleichzeitig starken Wesens sehnen konnte. Irritierte meine Brüder dieser scheinbare Widerspruch? Wollten sie diesen mit aller Macht beseitigen? Ich hatte Angst davor, genauso zu sein. Aber im Moment entfachte die Situation etwas vollkommen anderes. Ich zog Jaiva ein kleines bisschen näher an mich, als wir uns dem tiefsten Punkt des Schwungs näherten. Meine Fußspitzen berührten beinahe das Wasser und mein Herz schlug noch ein paar Takte schneller, als ich merkte wie es wieder aufwärts ging und wir gleichzeitig langsamer wurden. Das andere Ufer schien noch so unendlich weit entfernt.

Wir schaffen es nicht, durchzuckte es mich, als auch die Amazone mich antippte. Beim Unlicht, die Mischung ihrer Gefühle, die nun auch noch auf mich einprasselte, schien mir beinahe den Atem zu rauben. Wie konnte sie nach außen hin so gefasst erscheinen, während in ihrem Inneren ein Sturm tobte? Sollten Frauen nicht schreien, weinen und zittern - ihre Gefühle so offen lesbar wie ein Buch, zu schwach, sie zu verbergen? Wieder einmal fragte ich mich, was sie zu dem gemacht hatte, was sie war. Wie sie war. Am Anfang hatte ich gedacht, sie sei nur eine Last. Aber inzwischen... Ich glaubte beinahe, sie könnte ein verlässlicher Partner sein. Wenn sie nicht so pieksig wäre, natürlich. Aber... war das vielleicht ihr Schild? Ihre nach außen getragene Schutzbarriere? Ihr Wind, der sie behütete?

Ich nickte knapp und sammelte den Wind um uns herum. Ich dachte gar nicht daran sie loszulassen. Beide oder keiner. Das war ein neues Prinzip, doch es hinterließ einen angenehmen Widerhall in meinen Gedanken. Dann ließ ich die Liane los, spürte für einen Moment das erhebende Gefühl von Geschwindigkeit und Flug, begleitet durch den Wind. Dann ging es wieder abwärts. Ich streckte den Arm nach der Liane aus, bekam sie zu fassen und rutschte abwärts. Mein Herz hämmerte gegen meine Brustwand, während das glitschige Grün der Liane einfach durch meine Finger glitt. Meine Fußspitze berührte das Wasser, doch endlich bekam ich festen Griff. Mein Atem ging schnell, während wir schon wieder durch die Luft sausten.


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