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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 15, 2018 6:41 pm

Aaaaahhhh!! Ein vollkommen lautlos in Ciarans Ohr erklingender Schrei löste sich von den Lippen der dornigen Amazone als sie sich für einen entsetzlich mitreißenden, herrlich beflügelnden Moment im Flug befanden. Glühende Aufregung riss an ihr und sie jubelte innerlich als sie begriff, dass sie zusammen mit dem Lerchossohn auf dem Wind ritt. Er umhüllte sie, griff nach ihnen und machte sie rasend schnell! Wie mächtig sie doch waren! Und mit dieser Feststellung regte sich ein Gedanke, der vollkommen absurder, verbotener Natur war: Es gefiel ihr mit dem Mann so dahinzufliegen! Und sie hatte keinen gedanklichen Freiraum um sich dafür zu schämen. Das, was gerade geschah, war viel zu nervenaufreibend – die Reue würde später kommen, aber nicht jetzt. Jetzt glühte sie vor Entzücken, das ihre Augen groß und energisch machte. Die rasende Geschwindigkeit... sie brannte dafür.

Mit weit gespreizten Fingern erhaschte auch sie die Liane und sackte sogleich zusammen mit dem Blonden ein gutes Stück ab – der Dorn ihrer linken Hand bohrte sich dabei gefährlich tief in das Kletterpflanzengewächs und brachte Jaiva dazu den Griff ihrer augenblicklich zu lockern. Als ob sie sich verbrannt hätte, riss sie die Linke zurück, denn das letzte, was sie riskieren wollte, war die Pflanze so sehr zu verletzen, dass ihr unteres Ende abriss. Sie reagierte schnell und ohne nachzudenken, zog auch ihre Füße nach hinten und nah an ihr Gesäß heran um dem Wasser zu entgehen aber da... da war es schon passiert.
An der Stelle, die sie soeben losgelassen hatte, löste sich das Pflanzengeflecht mehr und mehr auf und die verletzte Stelle wurde immer größer und größer. Noch während sie auf die andere Seite des Wasserlaufs zueilten, bewegte sich die dornige Amazone in einer ruckartigen Bewegung wie ein Fisch, gedachte sich auch von dem Lerchossohn zu befreien, machte sich dabei lang und griff dann weit über sich nach einer intakten Stelle nach der Liane.
Hab sie!!, zuckte ihr Wille kurz aber heftig auf.

Und Ciaran? Wie schnell bemerkte er, dass ihrer beider Halt fadenscheinig wurde? Noch immer waren es zwei Meter. Schnell!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 15, 2018 8:02 pm

Jaivas heiß glühende Aufregung durchflutete mich und rief ein ebenso heftiges Echo hervor. Ich hatte das Gefühl, als würde ich alles doppelt und dreifach erleben, aus meiner und einer anderen Perspektive. Es war ein berauschendes Gefühl, fast vergleichbar mit dem, was ich als leisen Widerhall während Jaivas Musik gespürt hatte. Doch dieses Mal konnte ich mich dem hingeben und öffnen. Weil es meine Magie war. Weil ich sie verwendete. Und das schon lange. So lange, dass ich keine Angst vor ihr oder ihren Folgen zu fürchten brauchte. Zumindest glaubte ich das. Die Magie war ein Geschenk. Ein Geschenk meiner Mutter.

Dann jedoch ging es noch einmal einen Ruck abwärts. Ich blickte nach oben und erstarrte vor Entsetzen, als ich sah, wie die Liane sich langsam auflöste. Nein! Nein, nein, nein, nein! Schnell versuchte ich, höher zu kommen, kletterte Stück für Stück, doch mit einem weiteren Ruck ging es abwärts. Die Liane riss und ich sackte ab, streckte entschlossen die Hand aus und versuchte noch einmal Halt zu finden. In meiner Verzweiflung war mir jede Rettung Recht, auch wenn sie aus Jaivas Fuß bestand. Es war nicht mehr weit bis zum anderen Ufer. Ein bisschen noch. Ein kleines Stück. Mit etwas Schwung konnten wir s beinahe schaffen.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jun 15, 2018 10:12 pm

Mehr. Er wurde immer mehr – größer immer größer! Der wirbelnde Gleichklang von Eindrücken, Empfindungen und Gedanken machte das, was sie ergriffen hatte, immer einnehmender und einnehmender bis sie nicht mehr hätte unterscheiden können wem welche Facette zuzuschreiben war. Es gab keine Grenzen mehr und wurde damit so viel großartiger als alles, was sie allein hätte verspüren können. Es war einfach atemberaubend.
Für einen unendlich entrückenden Augenblick glaubte Jaiva das Echo von Magie zu spüren – nicht die Magie an sich sondern das Flüstern von Macht, Wahnsinn und Euphorie, das sie von sich kannte -, allerdings war es nicht dasselbe. Ciarans Magie war nicht wie ihre, kein Rausch lag dieser zugrunde; keine Konsequenzen folgten diesem nach. Es war einfach nur unglaublich intensiv und hätte sie sich nicht auf die zweite Liane konzentrieren müssen, wer hätte schon sagen können wohin diese Synchronizität hingeführt hätte.

Aber dann riss die Liane und obschon Jaiva schnell genug war um ihre Hände oberhalb des Risses zu positionieren, so spürte sie mit einem Mal unendliche Schwere an ihren Armen. Sie ächzte still als sie das Gewicht von zweien an ihren Händen zu zerren begann; sie ungnädig in Richtung Erde und somit auch Richtung Wasser zu ziehen – seine Arme um ihre Hüfte und Beine geschlungen.
Scheiße, scheiße, scheiße!!, empfand sie glühend. Die dornige Amazone hatte nicht einmal Zeit um Empörung zu verspüren, denn in einer unendlichen Anstrengung des Willens krampfte sie ihre Finger um das Pflanzenfasergeflecht und versuchte das Unvermeidliche wenigstens so lange herauszuzögern bis sie auf Höhe des anderen Ufers waren. Binnen eineinhalb rasenden Herzschlägen kämpfte sie aber dann rutschte sie endgültig ab und wenigstens sie, die sich durch das Ziehen des zweiten Körpers ihrer Geschicklichkeit beraubt sah, würde nahe des Rands aber dennoch im Wasser aufkommen; zwei Handbreit vom anderen Ufer entfernt.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Jun 16, 2018 5:37 pm

Es ging abwärts. Unwiderruflich abwärts. Der Sturz war nicht tief und unter normalen Umständen wäre es wohl nicht schwer für mich gewesen einigermaßen elegant auf den Füßen zu landen - nicht jedoch, wenn man im gleichen Atemzug auch noch versuchte sich an jemandem festzuhalten. Die Schwerkraft obsiegte endgültig und das schlammige Wasser spritzte zu allen Seiten, als ich im kniehohen, matschigen Wasser landete. Augenblicklich sog meine Kleidung sich voll und als ich mich ein wenig zur Seite wandte, um nach Jaiva zu sehen, gab der Untergrund ein schmatzendes Geräusch von sich. Ich verzog angewidert das Gesicht. Jetzt war genau das eingetreten, was ich eigentlich um jeden Preis hatte vermeiden wollen. Ich löste meine Hand von Jaivas Knöchel und wischte mir mit dem Ärmel über das Gesicht, um das schmutzige Wasser, das diesen Titel wohl gar nicht wirklich verdient hatte, wegzuwischen. „Bäh.“ Ich schüttelte mich, wenn wohl auch lautlos. Dann blickte ich zu Jaiva hinüber, halb auf angreifende Worte oder Gesten gefasst, halb mit einem entschuldigenden Blick. Aber ich hatte auf keinen Fall gewollt, dass wir zu weit voneinander entfernt waren. Ich schluckte bei diesem Gedanken. Hätte ich mir das jemals träumen lassen? Nein. Niemals. Und doch hatte es sich gut angefühlt. Mein Arm um ihre Taille. Ich schluckte und errötete unter der Schicht schmutzigen Wassers, das noch immer von meinen Haarspitzen in mein Gesicht tropfte und an meinen Wangen hinab rann.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jun 16, 2018 8:28 pm

In Ciarans unmittelbarer Nähe landete auch Jaiva im Wasser, scheuchte es spritzend auf und als ob das nicht schon schlimm genug gewesen wäre, erwischte sie sogar eine durch die trübe Verfärbung zuvor unkenntlich gewesene Vertiefung. Ungeachtet ihrer nicht zu unterschätzenden Körpergröße sank sie daraufhin nicht nur einseitig bis zur Hälfte des Oberschenkels ein sondern knickte beinahe um und fühlte sich für einen Moment entsetzlich unsicher auf den Beinen obschon sie irgendwie das Gleichgewicht hatte halten können. Etwas entflammte in ihr und es war nicht zu erkennen ob es Schmerz oder Schreck war, vielleicht auch beides.
Und obschon sie weit von Ekel entfernt sein mochte, so konnte man ihr durchaus ansehen, dass ihr diese Wendung ganz und gar nicht gefiel. Allein wäre ihr das niemals passiert! So viel stand fest. Der Lerchossohn vermutete bereits in die richtige Richtung, spürte auch das entsprechende Echo an die Ufer seiner Seele branden, hitzige und heftig schäumende Wogen, allerdings blieb ihm Gezeter jedweder Art vorerst erspart, denn sie mussten ganz schnell heraus bevor... zu spät!

Ungeachtet etwaiger Befindlichkeiten von welcher Seite auch immer stieß sie den Blonden an damit er sich in Bewegung setzte. Auch sie tat es ihm gleich und zog ihr linkes Bein mit einem nicht hörbaren, aber dafür umso spürbareren Schmatzen aus dem schlammigen Untergrund heraus und tat somit auch den letzten Schritt aus dem Wasser. Noch bevor sie das trockene Ufer erreicht hatte, wusste sie bereits, dass ihre Beine über und über mit diesen Egeln bedeckt waren.
Im Wasser war derlei noch nicht sonderlich stark zu bemerken gewesen, doch sobald sie es verlassen hatten und die gröbste Nässe von ihren Beinen getropft war, setzte es bereits ein - wo auch immer Egel auf Haut gestoßen war spürten sie es zuerst drückend und kneifend und sobald man dem Impuls nachgegeben hatte sie abzuschütteln folgte ein reichlich unangenehmes Brennen, das in Juckreiz überging.
Blödmann, so ein Blödmann!, empfand sie, wischte jedwede Erinnerung an im Gleichklang schwelgende Seele oder dem Ritt auf dem Wind beiseite und setzte sich auf eine Wurzel. Es half ja nichts. Die Egel mussten weg. Mit raschen Schlägen entfernte sie die Egel auf den Vorderseiten ihrer Beine, hob und drehte sie dann so, dass sie auch an die andere Seite kam und die Bewegung ihrer Schultern zeigte an, dass sie dabei reichlich übellaunig schnaubte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 17, 2018 8:36 am

Auf Jaivas Anstoß hin setzte ich mich ebenfalls in Bewegung und musste feststellen, dass das Laufen in dem schlammigen Wasser mit dem unebenen Untergrund alles andere als einfach war. Imme wieder sank man bei einem Schritt plötzlich viel tiefer ein als beim letzten und es war schwierig dabei trotzdem irgendwie das Gleichgewicht zu halten. Nicht zu vergessen die kleinen Kneifer, die ich selbst unter meiner Kleidung spürte. Anscheinend drangen diese winzigen, ekligen schneckenartigen Dinger durch jede noch so kleine Lücke. Ich verzog das Gesicht bei der Vorstellung, was gleich kommen würde. Aber irgendwie musste ich die Viecher wieder loswerden. Wer wusste schon, ob sie nicht auch Gift oder Krankheiten übertrugen, wenn sie sich zu lange an der Haut festsaugten? Hoffentlich bewies Jaiva dieses eine Mal etwas Anstand... Ich konnte mir gut vorstellen, dass sie mich nicht aus den Augen ließ, nur weil sie spürte, dass es mir unangenehm war!

Endlich machte ich einen ersten Schritt ans Ufer und seufzte erleichtert auf. Der Strom war wirklich nicht zu unterschätzen. Und wenn ich Jaivas ruckartige Bewegungen und das, was ich von ihr spürte richtig interpretierte, war sie stinksauer. Ich schnitt hinter ihrem Rücken eine weitere Grimasse. Als wenn ich mir dieses Schlammbad ausgesucht hätte! Ich beobachtete, wie sie zu einer emporragenden Wurzel hinüber wanderte und tat es ihr gleich. Wortlos und auch vollkommen geräuschlos da der Zauber noch immer aktiv zu sein schien, setzte ich mich neben sie. Meine Hand zuckte nach oben, als ich erst ein Kribbeln auf meiner Wange und dann ein Zwicken spürte. Wieder so ein verdammtes Vieh! Doch noch bevor ich es erreicht hatte, um es abzuzupfen, fiel es schon auf meinen Oberschenkel. Ich starrte das winzige Geschöpf an, das sich kurz wand und schließlich stocksteif liegen blieb. Ich blinzelte und griff nach meinen Hosenbeinen, um sie etwas nach oben zu schieben und mich auch dort von dem Ungeziefer zu befreien. Kaum hatte ich die Schuhe ausgezogen und die Hosenbeine angefasst, purzelten die ersten Egel auf den Boden. Ich starrte auf den kleinen Haufen, der sich zu meinen Füßen bildete. Mein Blick zuckte zu Jaiva hinüber. Sie hatte definitiv mehr Probleme mit den Tieren.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jun 17, 2018 11:43 am

Der dornigen Amazone entging das Geschehen um Ciaran für den Moment vollkommen, hatte sie doch selbst alle Hände voll zu tun - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie waren gar nicht so lange im Wasser gewesen und dennoch hatte dies vollkommen ausgereicht um ihre Beine über und über mit Egeln zu überziehen. Jedes Mal wenn sie an einem der kleinen Biester zupfte, es von ihrer Haut ablöste, spürte sie einen kurzen Stich, gefolgt mit einem ziemlich unangenehmen Brennen, das in ihr den Wunsch losbrach das Bein wieder ins kühle Wasser zu halten. Selbstverständlich war daran nicht einmal im Traum zu denken, immerhin hatte sie das erst in diese unangenehme Situation gebracht.
Vielleicht würde Jaiva zu gegebener Zeit ausreichend gedanklichen Freiraum ihr eigen nennen um zu verstehen, dass den Lerchossohn an diesem Dilemma keinerlei Schuld traf, doch jetzt, jetzt konnte sie gar nicht anders.
Dieser Blödmann! Idiot! Dieses Trampeltier von einem Mann!, empfand sie heftig und verfluchte ihre Arme gleich mit. Wenn sie ein wenig stärker gewesen wäre, hätte sie ihrer beider Gewicht für diesen kurzen Moment stemmen können. Und die Dorne in ihrer Hand... wenn sie nicht gewesen wäre, wäre die Liane gar nicht erst gerissen. Mist, so ein verfluchter Mist!, grollte sie und warf eines der Egel mit mehr Wucht als es Not getan hätte zurück ins Wasser.
Ihre Haut war zu dunkel um die Blutergüsse mit dem ersten Blick sichtbar zu machen, doch wenn man wusste, dass sie da waren, konnte man sie nicht mehr übersehen. Das, was zuerst wie Schmutz oder letzte Überreste einer Bemalung ausgesehen hatte, zeigte sehr hübsch das Wechselspiel von dunkler Haut und rot-violetten Blutergüssen. Blutergüsse, die entsetzlich juckten.

Mit einem Mal saß sie ganz kerzengerade, lauschte in sich hinein, hinter sich und fing dann an nach ihrer Rückseite zu tasten. Und obschon sie die betreffende Stelle nicht erreichte, so spürte sie doch ganz genau, dass sich dort mindestens zwei Egel befanden. Ihre Finger bewegten sich gleichermaßen zuckend wie auch erfolglos über die Haut. Wenn sie den Stock nahm, dann würde sie... oder, nein, ihr Augenmerk glitt zu dem Lerchossohn hin. Sollte er sich ruhig nützlich machen, immerhin hatte er sie in diese Situation gebracht!
Hey!, wollte sie ihn ansprechen, realisierte dann aber wie auch er wenig zuvor, dass sie noch immer in der Stille gefangen waren, daher machte sie eine winkende Bewegung mit ihrer Hand um seine Aufmerksamkeit zu erhaschen und deutete dann auf ihren Rücken.
...hilfst du mir mal?, durchfuhr es sie zusammen mit einem Hauch von Unsicherheit, daher war sie froh, dass sie sich abwenden musste. Warum hatte es sie treffen müssen... warum. Beide Egel befanden sich nahe ihrer Wirbelsäule; eines davon recht nah an ihrem ledernen Oberteil, verborgen zwischen den losen Ziernähten. Das andere saß nur ein kleines Stückchen weiter unten, auf ihrer linken Rückenseite.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 18, 2018 9:02 am

Jaivas innerliches Grollen ging keineswegs an mir vorbei. Ich spürte das Echo wie ein Donnergrollen durch mein Innerstes toben und war kurz versucht ein Stück von ihr abzurücken. Dann jedoch schüttelte ich innerlich wütend den Kopf. Es war doch nicht alleine meine Schuld! Erst Recht nicht, wenn die Liane riss! Was konnte ich dafür? Und ich war genauso im Wasser gelandet! Sie sollte sich gefälligst nicht so haben. Auch wenn sie anscheinend etwas mehr Probleme mit den Tierchen hatte. Nun beinahe neugierig beobachtete ich wie die winzigen Blutsauger an Jaivas Haut klebten und scheinbar keine Anstalten machten einfach so abzufallen. Ich legte den Kopf schief. Vertrugen sie mein Blut nicht? Ein belustigtes Glucksen drang lautlos aus meiner Kehle. Oh ja, die Tiere hier waren wirklich bestens an ihren Lebensraum angepasst. Und süßes Amazonenblut gehörte anscheinend dazu.

Dann versuchte Jaiva plötzlich an irgendetwas auf ihrem Rücken heran zu kommen. Ein Grinsen huschte über mein Gesicht, während ich ihre Bemühungen betrachtete. Das war ja wirklich beinahe niedlich. Das Grinsen verblasste jedoch rasch, als Jaiva sich zu mir umwandte. Ich schluckte und wartete auf eine neue Zurechtweisung oder Blickpfeile, abgeschossen aus den unterschiedlich grünen Augen. Doch dann kam etwas völlig anderes, mit dem ich so nicht gerechnet hatte. Eine Bitte um Hilfe? Die Unsicherheit, die Jaiva verspürte, wallte auch in mir auf und wurde immer stärker, während ich zögerlich den Arm ausstreckte und mit einer ganz vorsichtigen Bewegung ihre Haare zur Seite und über ihre Schulter strich. Für einen kurzen und dennoch schier endlos langen Moment verharrte mein Blick auf ihrem Nacken und glitt dann ihre Wirbelsäule hinab. Ihre Schulterblätter hoben sich leicht unter ihrer Haut ab und erweckten wieder diesen unbestimmten Eindruck von Zartheit. Ich setzte meinen Finger ein kleines bisschen zu weit oben auf ihre Haut, fuhr ein Stück abwärts bevor ich den ersten Blutegel erreichte und zog ihn sanft ab, bevor ich die andere Hand zur Hilfe nahm und ganz vorsichtig den Rand ihres Oberteils ein wenig herunter hielt, damit ich auch das zweite Tierchen entfernen konnte. Mein Herz schlug mir bis zum Hals und ich war mir sicher, dass Jaiva es hätte hören können, wenn diese Stille uns nicht noch immer umfangen hätte. Einen Wimpernschlag zu lange verharrte ich so. Dann ließ ich die Amazone abrupt los als hätte ich mich verbrannt, sprang auf und machte ein paar Schritte. Bewegung half immer. Zumindest sonst immer bei wirbelnden Gedanken.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 18, 2018 12:20 pm

W-was tut er denn da?! Ein ganz und gar befremdliches Echo wurde in ihr laut als sich Ciaran aufgrund ihrer Bitte dazu verleiten ließ ihre Haut länger als nötig zu berühren. Tat... das denn wirklich Not? Musste er noch dazu in ihrem Haar herum... wühlen? Und an ihrer Haut herum... fingern? Warum dauerte es so lange zwei Egel zu entfernen? In der Zeit hätte sie bestimmt sechs oder sogar acht entfernt! Zack und weg! So machte man das aber nein, der Lerchossohn konnte es nicht dabei bewenden lassen...
Er wusste doch ganz genau, dass sie spüren konnte was ihm durch den Kopf geisterte... und er tat es dennoch. Und auch wenn die dornige Amazone ihn Zorn und Empörung spüren lassen wollte und nichts anderes als das, so mischte sich Neugierde mit hinein, sowie ein Schuss Aufregung. Bedeutete das, dass er sie schön fand? Nicht dass da eine Rolle gespielt hätte immerhin war er nur ein Mann... aber... nur so? Bei den Zweien und Zwölfen! Warum dachte sie überhaupt über derlei nach?! Es spielte keine Rolle was dieser Mann dachte! Noch heute Abend würde er aus ihrem Leben verschwinden und das war auch gut so! So nah wie er ihr war, das war einfach nicht gut. Er sah zu viel. Viel zu viel...!
Als er endlich fertig war oder wenigstens glaubte, dass dem so war, wackelte sie mit ihren bloßen Schultern und stand dann auf. Ihn streifte ein glühend-mahnender Blick wie auch ein knappes Nicken. Geholfen hatte er ihr ja immerhin... auch wenn er sie in ein Gefühlschaos sondergleichen stürzte. Als ihr Blick - wie beiläufig - von seinem Gesicht abglitt und hinunter zu seinem Hosenbein absank, legte sich ihre Stirn in Falten.
Wie? Ihr Zeigefinger deutete auf den Haufen von Egeln während sie gedankenverloren an ihrem Bein kratzte. Ah... das tat gut. Nun, noch. Wenn sie noch lange so weitermachte würde sich das sehr bald ändern. Und auf dem Rücken juckte es auch, nur kam sie nicht dran. Ah...
Sie mussten unbedingt die Blaunesselpflanze finden, sonst würde alles nur noch schlimmer werden.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Jun 19, 2018 9:39 am

Mein Blick schweifte unstet über die Landschaft, verharrte hier und da, taxierte Gräser und Büsche, alles nur nicht Jaiva, zu der meine Augen eigentlich ständig wieder zurückkehren wollten. Aber ich verbat es mir. Es war schwierig genug Dinge zu fühlen, obwohl man sie nicht zulassen wollte und gleichzeitig zu wissen, dass noch jemand von ihnen wusste. Und ich wusste nicht, wie ich mit dieser befremdlichen Situation umgehen sollte - geschweige denn, was ich eigentlich davon zu halten hatte. Ich nahm Jaivas Bedürfnis sich zu kratzen unbewusst wahr und meine Hand war schon genauso wie ihre auf dem Weg zu meinem Bein, als mir bewusst wurde, dass gar nicht mein Bein es war, das juckte. Mitten in der Bewegung hielt ich inne und schüttelte den Kopf, als würde das irgendetwas bringen. Wenigstens eine Form von Klarheit, die ich seit Stunden vermisste. Aber auch diese Bitte wurde nicht erhört. Stattdessen sah ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung, blickte doch einmal kurz zu der Amazone und ließ meine Augen dann zu dem kleinen Haufen Blutegel zu meinen Füßen wandern. Ich hob die Schultern in einer ratlosen Geste. „Ich schmecke ihnen nicht“, versuchte ich zu signalisieren indem ich eine kreisende Bewegung über meinem Bauch machte und dann das Gesicht verzog, als hätte ich etwas ekliges gegessen. „Die mögen nur süßes Amazonenblut.“ Ich deutete auf sie, versuchte ihr Blut zu symbolisieren indem ich auf die Wunde an meiner Hand deutete, tat als würde ich etwas davon auf meinen Finger nehmen und ablecken. Vielleicht sind es auch Amazonen-Egel und sie mögen keine Männer. Ich gluckste innerlich vor mich hin, obwohl mir eigentlich bewusst war, dass es vermutlich an meinem giftigen Blut lag. Aber davon musste die pieksige Amazone nichts wissen. Obwohl sie in den letzten Minuten erstaunlich unpieksig gewesen war...Aber dieses Jucken, dass ich durch sie spürte, war wirklich zum Verrückt werden! Ob Spucke half? Irgendjemand hatte das mal erzählt... zumindest bei Mücken. Ich versuchte, ihr das mit einer entsprechenden Geste - inklusive einer pantomimischen Darstellung einer Mücke - deutlich zu machen und deutete dann an, dass wir weiter mussten - wobei ich alle Mühe hatte nicht ständig irgendwo zu kratzen, was zwar sinnlos gewesen wäre aber trotzdem einen ziemlich starken Drang darstellte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Jun 20, 2018 10:13 pm

Bei Ciarans 'Erklärung' schwappte eine neue Woge Unzufriedenheit gleichsam Skepsis über den Rand seiner Wahrnehmung und machte klar, dass sie ihm nicht ein einziges Wort davon glaubte. Doch das war nicht alles, was sie dem Echo seiner Stimmung entnehmen konnte, denn wenn sie sehr aufmerksam war, nahm sie noch so viel mehr wahr – sie hätte es nicht recht beschreiben können, doch das, was sie fühlte, hatte die Beschaffenheit eines Scherzes; eines Scherzes, den er selbst nicht wirklich glaubte ihn aber doch erheiterte.
Ein Scherz auf meine Kosten?, empfand sie düster mit sich rasch schmälernden Augen und der dazugehörigen Grimmigkeit, die gleichsam gut und schlecht zu ihrem Gesicht passte. Es passte nur zu ihrem erbosten Gesicht, jenem, das ohne Mitleid und voller Zorn war, nicht aber zu dem weichen, das erneut verschwunden war. Jaiva schnaubte und obschon der Lerchossohn es nicht hören konnte, so konnte er es spüren und sehen, denn sie hob ihre Schultern drastisch an und ließ sie dann fallen als ob sie Resignation gekostet hätte.
Das ist genug, empfand sie missgestimmt und sie hob ihren Zeigefinger mahnend, richtete ihn ihm direkt entgegen und verzog die Mundwinkel dabei. Er war so ein Kindskopf. Konnte er denn nicht ein Mal ernst bleiben? Und was war das für eine selten dämliche Erklärung dafür, dass die Egel von ihm abgelassen hatten? Den Egeln schmeckte sein Blut nicht... was war denn mit seinem Blut? War daran irgendetwas... besonders? Für einen Moment dachte sie über den Moment nach als sie ihm das Gift aus der Bisswunde hatte saugen wollen. Ob es etwas damit zu tun hatte?

Ciaran riss die dornige Amazone aus ihren Überlegungen als er ihr zu verstehen gab, dass dem Jucken unter Umständen mit Spucke beizukommen war. Sie zeigte sich belustigt, deutete noch einmal auf ihn, machte sich keinerlei Mühe ihre Gedanken zu verschleiern.
Du?, fragte sie ihn. Das wird niemals passieren. Als ob sie ihn das hätte tun lassen. In einem entschiedenen Deut ihrer Kinnlinie über ihre Schulter, gekoppelt an ein halbes Herumwenden unter fliegenden Haarbahnen machte deutlich was sie von seinem Gedanken hielt – rein gar nichts. Und doch zeigte sie ihm etwas, denn sie ging auf einen Baum zu, der von Blättern nur überwuchert war und griff nach einem, das eine bläuliche Färbung besaß.
Blau. Bedeutungsvoll blickte sie in seine Richtung, hob die Augenbrauen. Verstanden? Dann formte sie mit beiden Händen und ihren Daumen und Zeigefingern etwas von der Größe einer Melone. Blau und so groß, verstehst du? Ja, genau das mussten sie finden. Sie klopfte auf den Baumstamm. Hier würden sie sie finden können, die Blaunesselpflanze.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Jun 21, 2018 8:01 am

Ich verdrehte die Augen, als ich Jaivas Unzufriedenheit und Skepsis spürte. Ich war mir ziemlich sicher, dass sie zumindest im Ansatz verstanden hatte, was ich versucht hatte zu sagen, doch so wie es schien hatte sie die wenigen dargestellten Worte gleich wieder in irgendetwas negatives verkehrt. Aber warum wunderte oder tangierte mich das überhaupt noch? Ich müsste es doch inzwischen gewohnt sein, dass sie kein gutes Haar an mir ließ und die Anflüge eines Lächelns bloß Ausrutscher gewesen waren. Trotzdem... Ich widerstand dem Drang mit meiner Hand meinen Brustkorb zu berühren. Irgendwie...tat es weh. Demzufolge zuckte ich ein wenig zurück, als ich den mahnend erhobenen Zeigefinger plötzlich vor mir hatte. Dann jedoch spielte sich ein ganz anderes Gefühl in den Vordergrund. Was glaubte dieser pieksige, perlengeschmückte Dornenbusch eigentlich, wer er war? Dass er glaubte mir - einem Dunkelelfen! - das Wort verbieten zu können? Die Tatsache brodelte unter meiner Oberfläche und war vermutlich sowohl durch das Band zu spüren, als auch in meinen Augen zu lesen. Und was glaubte sie überhaupt? Dass ich das machen würde? Ich wiederholte ihre zuvor durchgeführte Geste und malte mit dem Zeigefinger einen Kreis an meine Schläfe. Ob sie verrückt war? Ich würde ganz bestimmt nicht über ihre juckende Haut lecken oder sowas! Wo kämen wir denn da hin? Mein Gesichtsausdruck bewegte sich irgendwo zwischen Empörung und schmollen, gewürzt mit einer Prise peinlichen Berührtseins. Wahrscheinlich wollte ich gar nicht wissen, wohin die Gedanken dieser Amazone noch so gingen. Und trotzdem gestikulierte ich weiter, indem ich erst auf meinen Kopf und dann in ihre Richtung deutete. Anschließend hob ich fragend die Arme, wobei zumindest mein Gesichtsausdruck keinen Zweifel an dem überlegen-leicht arroganten Tonfall ließ, den meine Frage haben würde, wenn ich sie denn laut hätte stellen können. „Und wovon träumst du noch so?“ Ich gestikulierte weiter. „Das kannst du schön selbst machen. Und sieh endlich zu, dass das aufhört zu Jucken!“ Dieses Mal war ich nicht schnell genug dabei den Reflex zu unterdrücken und fuhr mir mit der Hand über das Bein - wo es ihr juckte! Dieses Band war wirklich eine Plage!

Zuerst wollte ich trotzig zurück bleiben, als sie auf den Baum zuging. Sollte sie ihr Problem doch alleine lösen! Wenn sie meine Hilfe und sei es nur in Form eines Ratschlages abtat, dann konnte es ja nichts schlimmes sein. Und doch machte mich das Kribbeln an meinen Beinen beinahe verrückt, so dass ich mich dann doch dazu hinreißen ließ ihr zu folgen und versuchte ihren Ausführungen zu folgen. Ein Blatt? Ein so großes Blatt? Ich runzelte die Stirn. Sollte ich das etwa essen? Ich hatte immer noch Hunger. Ich sah mich um, entdeckte ein Blatt, das so ähnlich aussah und die richtige Größe hatte. Ich streckte mich etwas und zupfte es vom Baum. „Und nun?“ Ich hielt ihr das riesenhafte grüne Blatt vor die Nase und wedelte etwas damit herum. „Was soll ich jetzt damit machen? Reinbeißen?“ Ich wusste irgendwie, dass das nicht mit ihrer Gestikulation gemeint war, aber ich hatte auch keine Ahnung, was sie damit wollte. Ob es eine Art Heilkraut war? Für das Jucken? Wieder fuhr meine Hand zu einer dieser Stellen - dieses Mal auf den Rücken - und ich ärgerte mich prompt, dass ich nicht an die Stelle heran kam. Dann fiel mir wieder ein, dass es ja gar nicht mein Problem war. Also nicht vordergründig. Ich biss mir auf die Lippe. Beim Unlicht... Ich holte tief Luft, verdrehte dabei einmal demonstrativ die Augen, bevor ich Jaiva ein wenig unsanft die Hand mit dem Blatt auf die Schulter legte. Zum einen, damit ich sie wenigstens kurz festhalten konnte, zum anderen damit sie sich nicht umdrehte und irgendetwas verräterisches in meinen Augen aufblitzen sah, das sie hoffentlich in unserem Band übersehen würde. Denn ich ging davon aus, dass es ihr nicht gefallen würde einfach so umgedreht zu werden. Umso mehr beeilte ich mich, steckte zwei Finger in den Mund und tupfte dann über die beiden Stellen, an denen ich ihr zuvor die Egel entfernt hatte. Dann trat ich schnell einen Schritt zurück und verschränkte demonstrativ abweisend die Arme vor der Brust. Den Kopf hatte ich halb abgewandt, das Kinn etwas erhoben.
„Du bist wie ein kleines Kind“, gestikulierte ich nach kurzer Zeit mit einer Hand. „Bloß keine Hilfe von mir, hm?“ Dabei glaubte ich jetzt schon zu spüren, wie zumindest das lästige Jucken auf dem Rücken nachließ. Dafür traten die Arme und Beine nun wieder in den Vordergrund. Aber da kam sie wenigstens ran und konnte dem Ganzen kurzzeitig ein Ende setzen...
„Also, was ist nun mit dem Blatt? Essen?“ Ich wedelte mit dem Blatt herum.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Jun 21, 2018 7:09 pm

Was ist denn bloß mit ihm?!, empfand Jaiva während sie seinen Reaktionen folgte und dem Echo in ihrem Herzen lauschte. Warum war er nur so wütend als sie ihm mit dem bloßen Finger drohte? In diesem Augenblick war sein gesamtes Verhalten dermaßen intensiv, sodass ihr die Spitzen seiner Gestikulation entgingen, dabei war sie doch aufgrund der von ihm empfangenen Gefühlsfacetten auch wütend - bestimmt sehr viel mehr als ohne seinen Widerhall in sich. Sie spreizte die Finger, drehte die Handflächen zum Himmel und zuckte bedeutungsvoll mit den Schultern.
Was auch immer...
Sie funkelte ihn allerdings just in dem Augenblick wieder an als er wiederum ihr sagen wollte was sie zu tun hatte. Hah! Als ob sie irgendetwas tun würde nur weil er es von ihr verlangte! Tat man das bei ihm zu Hause so?!
...wie verrückt konnte das Schicksal schon sein, nicht wahr?

Ciaran folgte ihr trotz spürbarem Widerstreben, doch als er dann einfach irgendein Blatt abriss, konnte sie nicht mehr an sich halten. Seufzend, schnaubend und für einen Moment gen Himmel blickend verharrte sie für die Dauer eines langen Augenblicks. Wenn ein solches Blatt hier gewesen wäre, hätte sie es doch schon längst gepflückt! Dieser Mann... Er war einfach eine Plage.
Noch einmal funkelte es in ihrem von zweifachem Grün erzählenden Augenmerk als er gestikulierte, gestikulierte und noch mehr gestikulierte und dann langte er einfach beherzt zu - eine Impulsreaktion! So schnell hatte sie seinen Willen gar nicht anschwellen gespürt und dann war es bereits geschehen; eben noch hatte sie sich spürbar zur Wehr gesetzt, versucht reflexartig auszubrechen aber dann... erstarrte sie mit einem Mal als sie verstand was er da tat. Hatte er gerade wirklich...? Sie starrte, mit einem Mal regungslos geworden, vor sich hin. Die Augen sehr geweitet. Es gelang ihr nicht das, was soeben geschehen war, mit ihren Gedanken in Einklang zu bringen. Mit einem Mal lauschte sie hinter sich, spürte hinter sich und auf ihren Rücken, wo sie fremde Nässe spürte. Klebrig aber doch lindernd.
Dann ein Blick. Gestikulation. Bitte was? Moment mal! Nachdrücklich deutete sie auf ihn. Er. ER war doch derjenige, der sich nie helfen lassen wollte! Rasende Empörung glühte auf.

Wie gut, dass er auf das Blatt zu sprechen kam. Eben jener riss sie ihm nämlich jetzt aus der Hand. Dann riss sie eines der Blätter am Baumstamm ab und deutete nachdrücklich auf die bläuliche Färbung. Wenn er es gar nicht erst versuchen wollte, konnte er ihr wenigstens nicht in der Quere stehen... BLAU! Man. Es musste diese Art von blau haben. Von dieser Größe. An einem Baum wachsend!
Auch dieses Blatt ließ sie fallen und ging dann einfach los. Man hätte meinen mögen... sehr energisch.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Jun 23, 2018 3:29 pm

Ich brodelte vor Wut, als Jaiva zunächst gestikulierte, als wäre ich schwer von Begriff. Ja, sie wollte ein anderes Blatt. Von mir aus! Woher sollte ich das denn bitte riechen? Diese Frau ging mir sowas von auf die Nerven! Furchtbar! Schrecklich! Ich hoffte nur, dass die Sonne endlich unterging und uns irgendjemand von diesem Fluch erlöste! Sonst... sonst würden bestimmt furchtbare Dinge geschehen! Ich stapfte frustriert hinter ihr her und hatte das Gefühl in meinem Kopf ihre zeternde, meckernde, wütende, empörte Stimme zu hören. Wie viele Facetten von ich-kann-dich-auf-den-Tod-nicht-ausstehen gab es eigentlich? Jaive zumindest schien alle davon zur Perfektion zu beherrschen und mir aufzuzeigen. Argh und das ärgerte mich auch noch! Hinter ihrem Rücken raufte ich mir die Haare. Das lang doch bestimmt nur daran, dass ich es fühlte. Würde sie es nur denken oder fühlen könnte ich einfach so darüber hinwegsehen, die Schultern zucken und mich über sie lustig machen. Aber so? Wie zum Henke sollte ich das tun? Wie konnte man ignorieren, was man selbst spürte? Und wenn es dann auch noch gegen einen selbst gerichtet war? Das war doch zum Verrückt werden. Dabei war sie so viel hübscher, wenn sie lächelte! Aber anscheinend mochte sie das nicht besonders. Dornen lächelten ja auch nicht, nicht wahr? Zu gerne hätte ich die Führung übernommen, damit sie wie ein Idiot hinter mir her trotten musste, aber selbst in meinem trotzigen Zustand sah ich ein, dass das Unsinn gewesen wäre. Aber ich ertrug das langsam wirklich nicht mehr! Dieses Wechselbad von meinen und ihren Gefühlen war einfach zu viel. Aber was blieb mir anderes übrig, als mich in dieses Schicksal zu fügen? Hoffentlich konnte diese andere Amazone uns wirklich helfen. Panik stieg in mir auf, als ich mir vorstellte für immer an Jaiva gebunden zu sein. Mein Leben ...mein langes, langes Leben an diese Frau gekettet? Zahlreiche Bilder blitzten vor meinen Augen auf, eines erschreckender als das andere. „Aaaah, dazu darf es einfach nicht kommen! Ich werde nie -NIE!- wieder denken, dass widerspenstige Frauen ihren Reiz haben!“, versprach ich dem großen Unlicht, wenn es mich nur endlich von dieser Zwangsgemeinschaft erlöste.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jun 23, 2018 10:33 pm

Nicht zum ersten Mal überschlugen sich die gegeneinander brandenden Wogen zweier Meeres, die irgendwo ineinander übergingen und manchmal groß und laut, dann aber wieder klein und leise waren – in diesem Augenblick waren sie laut und schäumend, denn sowohl Ciaran als auch Jaiva waren zornig und so stürmten die Wellen lärmend aufs Land zu, schienen immer größer und größer zu werden; die dornige Amazone spürte das auch, hätte nicht mehr sagen können wo ihr Zorn endete und seiner begann. Es war erschreckend.
Auch ohne Stimme hatten sie Möglichkeiten gefunden miteinander zu kommunizieren, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen und so sehr es sie auch verlangte ihm seine Fehler aufzuzeigen, spürte sie das Echo doch immer wieder zurückkehren. Sie waren beide gefangen.
Eigentlich hätte dies der Grundstein für eine Zusammenarbeit sein müssen, doch die beiden schienen anderes vorzuziehen. Die Dorne bildete dabei keine Ausnahme obschon vieles von dem, was ihr derzeitiges Denken bestimmte auf die Umstände gemünzt war und nicht auf die Anwesenheit des Lerchossohns oder dessen etwaige Unzulänglichkeiten. Und dieses Jucken, es war wirklich furchtbar; machte sie beinahe rasend vor Unruhe und so musste sie schon sehr an sich halten um die außer Kontrolle geratenen Gefühlsfragmente in Ordnung zu bringen. So rasch wie Jaivas Zorn entflammte, so rasch kühlte er sich auch wieder ab. Ciaran hatte ihr helfen wollen. Das war schon richtig, allerdings würde sie ihm das gewiss nicht auf die Nase binden!
... er spürte es so oder so. Das leise Plätschern von Reue. Hatte er schon einmal ein 'Es tut mir leid' gespürt? Es kam mit einem kurzen Seitenblick daher, allerdings presste sie lediglich die Lippen aufeinander, fühlte sich verraten und konnte nicht einmal Empörung äußern, geschweige denn einem anderen die Schuld zuweisen.

Je weiter die beiden gingen, desto mehr geschah etwas. Es fing mit einem Knacken im Ohr an, das sich dumpf anfühlte und den Wunsch erweckte an der Ohrmuschel herumzuzupfen. Angenehm war es nicht und doch war es ein gutes Zeichen. Der Zauber schien schwächer zu werden; brüchiger hätte sie zu sagen gewusst, doch hörte sie sich noch immer nicht als sie den Versuch wagte und ihre Stimme neuerlich zum Einsatz brachte. Da sah sie sie. Die Blaunessel; dort drüben, an dem dicken Baumstamm eines gigantischen Baumes. Höher und höher schraubte er sich, wirkte beinahe wie ein aufgesetzter Ellenbogen, der sich etwas geneigt nach oben schraubte und erst weit, sehr weit oben seine Krone entwickelte und moosbewachsene Wurzelgeflechte zu seinen Füßen ausbreitete, die wiederum allesamt groß genug gewesen wären um auf ihnen zu sitzen zu können. Die dornige Amazone machte eine winkende Geste ohne zu dem Mann zu sehen, doch das, was sie haben wollte, wurde bereits vom durch die Wipfel fallenden, goldgrünen Licht des Tages deutlich in Szene gesetzt.
Gut drei Meter über der obersten Wurzel war die Pflanze zu erkennen, die sich um den alten Baum geschlungen hatte. Selbstverständlich war sie nicht einfach so zu erreichen. Klettern, freilich, sie hätten noch einmal zusammen klettern können, allerdings befand sich die Pflanze auf der unteren Seite des Stamms, sodass sie erst auf die entsprechende Höhe hätten klettern müssen und dann irgendwie um den dicken Stamm herum. Das war... das Jucken definitiv nicht wert.
Inzwischen hatte die Amazone die Wurzeln mit bloßen Füßen betreten und balancierte bis zum Stamm, wo sie blinzelnd nach oben blickte. Selbst mit ihrem Stock kam sie nicht an die Pflanze ran.
Und ihre ausgestreckten Fingerspitzen schafften es selbst auf Zehenspitzen gerade so nicht. Mist!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 24, 2018 11:33 am

Noch immer missmutig stapfte ich hinter der Amazone her und versuchte wirklich mich wieder einigermaßen zu beruhigen und mich nicht in was-wäre-wenn-Gedanken zu verlieren. Trotzdem grummelte ich hin und wieder einige mehr oder weniger nette Flüche vor mich hin, während ich durch die lautlose Natur lief. Erst mit der Zeit fiel mir auf, dass nicht mehr vollkommene Stille herrschte. Vielmehr hatte ich das Gefühl durch eine Art Watte zu hören. Kurz war ich versucht Jaiva anzutippen und sie darauf aufmerksam zu machen, dann jedoch überlegte ich mir wie giftig sie vermutlich reagieren würde, wenn ich sie wegen so einer Kleinigkeit berührte und ließ es daher bleiben.
Erst als sie winkte sah ich wieder auf und folgte ihr erst mit dem Blick, dann notgedrungen auch mit Schritten zu der Wurzel hinüber. Ein schadenfrohes Grinsen erschien auf meinem Gesicht, als sie auf die Wurzel kletterte, sich streckte und reckte, jedoch einfach nicht an das Blatt heran kam. Tatsächlich sah es etwas anders aus als das, was ich ihr gereicht hatte. Es war blau. Interessiert beobachtete ich die feinen, dunkelblauen Blattadern, die die etwas hellere Fläche durchzogen - und Jaivas Fingerspitzen immer wieder auszuweichen schienen. Ich stand noch einen kleinen Moment da, beobachtete ihre Bemühungen und seufzte schließlich. Leise trat ich hinter sie, umfasste ihre Taille und hob sie die fehlenden Zentimeter empor - und machte mich innerlich auf ein neues Donnerwetter gefasst. Warum war ich auch so dumm ihr zu helfen?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jun 24, 2018 3:38 pm

Ciaran war zornig. Sehr, sehr, sehr zornig und Jaiva, die das nicht nur sehen konnte sondern auch spürte, begann sich daraufhin immer mehr und mehr zurückzuziehen; das fremde Meer zu seinen Füßen wurde leise, sehr leise bis nur noch dann und wann ein gehauchtes Echo ihrer Gedanken an den Ufern seiner Seele brach. Sogar die dornige Amazone musste irgendwann einsehen, dass die fortwährenden Auseinandersetzungen, ganz gleich ob sie lauthals oder still ausgefochten wurden, mehr kosteten als sie brachten. Mit jedem Schlag, der sich als Treffer in des anderen Bewusstsein versenkte, spürte auch sie dieselbe Betroffenheit, dieselbe Wut und denselben Wunsch nach einem Vergeltungsschlag. Es war verrückt. Vollkommen verrückt und es war auch ein wenig heilsam, wenigstens solange sie darüber nachdenken konnte, denn als sie vor dem Baum stand und trotz größtmöglicher Anstrengung nicht an das Rankengeflecht herankam, war es doch die Frustration, die ihr Gedankengut umklammert hielt. Sie dachte nicht daran, dass sie Ciaran hätte bitten können, war es gewohnt die Dinge selbst in die Hand zu nehmen weil es sonst niemand (mehr) für sie tat und so glitt ihr Blick mehr überrascht denn zornig zu dem Lerchossohn hin als dieser zu ihr trat und ihr half. Viel mehr hätte sie gedacht, dass er sie verspotten würde, ihr sagen würde, dass sie sich lächerlich machte wenn sie auf ihren langen Stelzen herumtanzte wie ein langbeiniger Vogel. Nun kam es aber anders und dank ihrem unfreiwilligen Gefährten kam sie an die fehlenden Zentimeter, die ihren ausgestreckten Armen gefehlt hatten.

Zweifellos war es ein äußerst seltsames Gefühl, das sich daraufhin bei ihr einstellen wollte, denn sie taten wirklich und wahrhaftig etwas zusammen und so versuchte sie nicht allzu sehr darüber nachzudenken sondern sich zu beeilen, denn es war wirklich leicht sich an ihr zu verletzen. Wenn Ciaran nicht achtsam war, stach er sich trotzdem, deswegen war sie es, die ihre Beine anwinkelte und ihre Fußsohlen auf seinen Oberschenkeln platzierte. Auf diese Weise konnte sie verhindern, dass die aufgerichteten Dornen auf ihrer linken und rechten Wade Schaden anrichteten. Wenigstens das wollte sie sich am heutigen Tage nicht mehr vorwerfen lassen. Da war es noch immer besser er sagte ihr, dass ihre Füße schmutzig waren - und seine Hose spätestens jetzt auch.
Auf diese Weise gelang es ihr sehr bald eine Ranke zu erhaschen und abzuzupfen; sie brauchte nämlich weitaus mehr als ein einziges Blatt. So kam es dann auch und als sie dann wieder festen Boden unter den Füßen hatte, drehte sie sich zu Ciaran an und in ihrem Gesicht spielte gleichermaßen Zufriedenheit wie auch dessen Gegenteil denn sie wusste nicht ob ihr gefiel was soeben geschehen war; genauso wenig, dass sie irgendwie froh war, dass er nicht untätig daneben gestanden hatte. Ohne es recht zu wollen zupfte ein Schmunzeln an ihren Mundwinkeln, das sie nur kaschieren konnte indem sie einen verkniffen-grimmigen Ausdruck formte. Hah... was war das nur für ein furchtbarer Tag, doch anstatt sich nun gleich wieder auf den Weg zu machen, ließ sie sich auf eben jener moosigen Wurzelflechte nieder, zupfte eines jener auffälligen Blätter ab und ließ es zwischen ihren Lippen verschwinden. Sofern Ciaran sich ebenfalls eines nehmen wollen würde, zeigte sie ihm mit erhobenem Zeigefinger, dass er achtsam sein musste, aufpassen was sie tat, denn sie schluckte das Blatt nicht herunter sondern nahm es als es zerkaut war vollkommen ungeniert heraus und strich damit über eines ihrer Beine, das sie über das andere gelegt hatte. Diese... Wohltat.. mhmm... so... himmlisch.
Hörbar seufzend lehnte sie sich seitlich an den Baum.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jun 24, 2018 9:55 pm

Ich war voll und ganz mit mir beschäftigt und merkte nicht einmal, dass ich kaum noch etwas von Jaiva spürte. Und demzufolge konnte ich es ihr auch nicht wirklich so hoch anrechnen, dass sie anscheinend versuchte die Lage nicht ein weiteres Mal eskalieren zu lassen. Das war eine Vernunft, über die ich normalerweise zwar auch verfügte, in dieser verzwickten, mich nach allen Seiten überfordernden Situation aber kaum zeigen konnte. Umso überraschter war ich, als Jaiva plötzlich ihre Füße anzog und auf meinen Oberschenkeln abstellte. Was war das denn jetzt schon wieder? Wollte sie mich zurückstoßen? Aber so fühlte es sich eigentlich nicht an. Hätte ich sprechen können, hätte ich eine entsprechende Frage gestellt. So aber begnügte ich mich damit abzuwarten. Etwas anderes konnte ich eh nicht tun, wenn ich nicht Gefahr laufen wollte unsere wacklige Konstruktion und Zusammenarbeit schon wieder in sich zusammenfallen zu lassen. Also tat ich mein Bestes, um sie einigermaßen sicher dort oben zu halten, während ich versuchte mein angespanntes, nervöses Unbehagen über die Situation im Zaum zu halten. Sie war so... schmal und leicht, auch wenn sie - wie ich ungern zugab - größer als ich war. Irgendwie übte das eine gewisse Faszination auf mich aus, die ich als mehr oder weniger ungesund einstufte. Ich wollte nicht, dass irgendetwas mich eventuell beeinflusste. Mich und meine Entscheidungen. Und seit ich auf diese dornige Amazone getroffen war, gab es davon einfach zu viel!

Als sie sich dann zu mir umwandte glaubte ich, eine ähnliche wilde Emotionsmischung wie ich sie verspürte auf ihrem Gesicht lesen zu können - ohne dass ich das verfluchte Band auch nur im Entferntesten beanspruchen musste. Für einen kurzen Moment hatte ich das beängstigende Gefühl in einen Spiegel zu schauen, der zwar die Wahrheit zeigte, sie aber ein wenig verzerrte. Waren wir uns wirklich so ähnlich? Denn ich war mir sicher, dass ich zumindest in Grundsätzen das gleiche empfand wie sie. Doch dann war der winzige Moment vorbei und sie zeigte ihren üblichen grimmigen Gesichtsausdruck. Was hatte ich auch anderes erwartet? Ein ‚Danke‘? Dann war ich dämlicher, als ich jemals geglaubt hatte. Auch meine Mimik verdüsterte sich wieder und ich verschränkte die Arme vor der Brust - eine abwehrende Geste, die einen gewissen Schutz zu bieten schien. Ich wandte den Kopf etwas zur Seite, als wollte ich trotzig sagen, dass es mich gar nicht interessierte, was sie da tat. Und dennoch schielte ich aus dem Augenwinkel ab und zu zu ihr hinüber, beobachtete ihr Tun und verfolgte, wie sie die Blätter zerkaute und auf ihre Haut strich. So viel anders war es dann wohl doch nicht... Aber dieses Mal würde ich ihr erst helfen, wenn sie darum bat. Denn mich juckte es nicht und ich sah ganz gewiss nicht ein, dass ich ihr schon wieder zur Seite stehen sollte und dafür einen dieser giftigen Blicke erntete. So schrecklich war das Jucken inzwischen nicht mehr, das durch sie zu mir hinüber echote. Und verdammt, ja, es ärgerte mich, dass sie sich nicht einmal bedankt hatte! „Dumme Kuh“, murmelte ich gerade in dem Moment, als sie sich hörbar seufzend zurücklehnte. Meine Augen weiteten sich.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 25, 2018 7:14 am

Kaum da der Einfluss der Klangfalle durchbrochen war, drängte sich schon wieder Ciarans Stimme an ihr Ohr und hielt nichts als Geringschätzung für die dornige Amazone bereit. Jaiva war Ablehnung gewohnt, allerdings konnte sie nicht verhindern, dass diese zwei Worte saßen. Der Lerchossohn würde wissen, dass er getroffen hatte noch bevor sie ihre Blicke zu ihm lenkte, denn es war durchaus bezeichnend, dass er dermaßen erpicht darauf war ihr Beleidigungen um die Ohren zu schlagen. Sollt sie das wundern? Schon eine Weile nahm sie nichts als Zorn in ihm wahr - sämtliche Facetten davon. Inzwischen wusste sie sogar zu unterscheiden wenn er schmollte oder so wie jetzt verstimmt war. Warum dem so war hätte sie nicht zu sagen gewusst aber spielte es überhaupt noch eine Rolle? Und warum konnte sie es nicht von sich weisen? Warum war es nicht egal, dass der Mann, der ein Blick auf ihre Seele werfen konnte voller Abneigung war? Er war nur ein Mann, nicht wahr? Männer waren so und es konnte ja nicht ihr Ernst sein, dass sie es wünschte von einem Mann akzeptiert oder sogar gemocht zu werden.
Jaiva widerstand dem Impuls einen glühenden Blick in seine Richtung zu werfen und schloss, den Kopf an den Stamm gelehnt, einfach die Augen. Sie wollte sich nicht in diesem Augenblick der Wohltat mit ihm auseinandersetzen. Wenigstens für die nächsten drei mal sechzig Herzschläge wollte sie an nichts anderes denken als dass das Jucken ein Ende gefunden hatte. Noch immer mit angewinkeltem Bein strich sie die Blattpaste großflächig über die kleinen Blutergüsse.
Du bist so ein Blödmann“, sagte sie, doch ihren Worten fehlte der Dorn. Just in diesem Augenblick hörte sie sich einfach nur noch frustriert und erschöpft an. Sie hatte einfach keine Lust mehr giftig zu ihm zu sein. Wozu? Er wusste wie es in ihr aussah und dennoch hatte er nichts besseres zu tun als weiterzumachen. Dieser Tag, er hielt einfach immer wieder neue Überraschungen für sie bereit und sie hatte bislang keine als angenehm empfunden.
Endlich kannst du wieder laut zetern, stimmts? Das gefällt dir jetzt aber bestimmt sehr“, kam es düster über ihre Lippen. Noch immer blickte sie nicht zu ihm hin. Auch als sie Wirkung des Blattes aufgebraucht war und sie ein neues zerkaute um es auf das andere Bein zu streichen. Eigentlich war es recht interessant zu beobachten wie bewusst sie sich ihres Körpers war - die dornige Amazone wusste wo die blutroten Auswüchse ihres Körpers zu finden waren und wie sie ihnen ausweichen konnte wie zum Beispiel wenn sie ihre Beine übereinander legte und sich problemlos hätte stechen können. Es geschah nicht. Genauso wenig wie sie den Lerchossohn zuvor gestochen hatte. Pieksig. Ja. Vielleicht war sie das aber ausgesucht hatte sie sich dies nicht.
Sie fuhr fort: „Wir können gleich weitergehen. Weiter vorn gibt es Bananen.“ Und während sie so sprach spürte sie die raue Borke des Baums in ihrem Rücken. Oh! Ja genau. Sie machte kleine Bewegungen mit ihrem Körper um den ihren oberen Rücken daran zu reiben. Freilich hätte sie sich an Ciaran wenden und ihn bitten können die Blattpaste auf ihre zwei Bisse auf dem Rücken aufzutragen, allerdings dachte sie gar nicht daran dies zu tun. Es fiel ihr einfach gar nicht ein, war zu abwegig, zudem war dies nicht ihre Art des Vorgehens. Wenn es etwas zu tun galt, dann musste sie es schon allein tun. Das Jucken war durchaus auszuhalten. Nur noch... ein bisschen kratzen. Hach.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jun 25, 2018 5:59 pm

Meine Worte taten mir leid, kaum dass sie meine Lippen verlassen und vor allem hörbar geworden waren. Ich starrte in Jaivas Richtung, hoffte beinahe verzweifelt für einen Augenblick, sie wären leise genug gewesen, dass die Amazone sie nicht gehört hatte. Doch beinahe im gleichen Moment - zusammen mit Jaivas Gefühlen - traf mich die Erkenntnis, dass das ein Wunschtraum bleiben würde. Ich zuckte zurück, als hätte ich mich verbrannt und sah der jungen Frau ein wenig entgeistert entgegen. Gerade noch rechtzeitig konnte ich verhindern, dass meine Hand in Richtung meines Brustkorbs wanderte. Warum?, echote es durch meinen Geist. Warum tat es so weh? Was...was hatte ich denn jetzt schon wieder getan? Sie machte doch keinen Hehl daraus, wie sehr sie mich verabscheute! Alles, was ich tat - ob ich ihr nun helfen wollte oder nicht! Sie nannte mich Blödmann und doch konnte ich nicht behaupten, dass mich das Wort an sich annähernd so sehr verletzte, wie ich es von ihr spürte. Im Gegenteil: Das Wort an sich war Schall und Rauch. Was mich wirklich traf war die Leere dahinter. Ich machte unschlüssig einen Schritt zurück. Was war das? Was sollte das? Warum fühlte ich mich jetzt schuldig, obwohl sie es doch war, die sich nicht ein einziges Mal bedanken konnte? Wer war ich denn, mir alles von ihr gefallen zu lassen?

Ich presste die Zähne aufeinander und wandte den Blick ab. Ich fühlte mich schuldig, war davon und mit dem Echo ihrer Gefühle überfordert und wusste genau, dass sie das spüren konnte - was mir wiederum peinlich war. „Nein, es gefällt mir nicht“, murmelte ich mit belegter Stimme, während mein Blick einmal mehr an allem zu hängen schien außer an ihr. Warum machte mich das so fertig? „Ganz und gar nicht!“, bekräftigte ich noch einmal und schob etwas das Kinn vor. „Nicht nur dir fällt das hier schwer“, erklärte ich weiter und hätte beinahe noch hinzu gesetzt, dass dort wo ich her kam Frauen gar nichts wert waren. Diesen Kommentar verkniff ich mir jedoch und sah stattdessen mit festem Blick in ihre Richtung. „Aber ich versuche wirklich mit dir zusammen zu arbeiten.“ Ein Hauch meiner eigenen Verletzung und Verzweiflung schwang in meiner Stimme mit. „Ich versuche es, verdammt nochmal. Aber jedes Mal... sehe ich mich nur Ablehnung gegenüber! Wie oft soll man auf dich zugehen und dafür kein Wort des Dankes bekommen? Einen Blödmann nennst du mich? Ja. Schön! Vielleicht hast du Recht. Vielleicht bin ich das. Weil ich immer noch auf ein ‚Danke‘ hoffe. Oder ein Lächeln statt diesem grimmigen Gesicht!“
Ich verstummte und mit jedem Herzschlag meines Schweigens wurde mir bewusster, wie vielmehr ich von mir Preis gegeben hatte, als ich eigentlich gewollt hatte. Abrupt wandte ich mich wieder ab - ein Schutzreflex, um mein Gesicht zu verbergen, vielmehr meine Augen, die ab und zu so viel mehr erzählten, als sie wollten. Doch tief in mir war mir sehr wohl bewusst, dass das nicht das Geringste brachte. Immerhin musste sie nicht sehen, um zu fühlen. Wenn sie denn wollte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jun 25, 2018 7:53 pm

Jaiva wusste es ohne zu Ciaran gesehen zu haben. - Er. Sah. Einfach. Alles.

Und auch wenn sie es ihm gern zum Vorwurf gemacht hätte, dass er nicht den Anstand bewies und seine Aufmerksamkeit fort von ihrer Verletzlichkeit lenkte, so konnte sie es nicht; sie musste ihn genauso ansehen wie er sie. Sie sah das Echo von jedem seiner Gedanken; mal leise mal lauter, doch in jedem Fall spürte sie Betroffenheit. Jedweder Zorn schien mit einem Mal wie weggeblasen zu sein und übrig blieb etwas, das ihr Interesse erregte. Wie eine Motte ins Licht flog, so öffnete sie ihre Augen und blickte still, sehr, sehr still zu ihm hin. Auch als er sprach, setzte sich ihr Schweigen fort und es hatte den Anschein, dass sie ihm zum ersten Mal wirklich zuhörte. Es hatte erst so weit kommen müssen, doch jetzt ruhte ihre sicht- und fühlbare Aufmerksamkeit ganz und gar auf ihm. Das, was er sagte, wäre bei Weitem nicht so wirkungsvoll gewesen wie jetzt, zusammen mit den Wogen, die zu ihren Füßen brachen. Leise aber nicht ohne Kraft – sie war ehrlich verwundert. So viel Aufrichtigkeit hatte sie ihm gar nicht zugetraut, daher war das, was jetzt an ihr Ohr drang umso beeindruckender. Ausgerechnet ein Mann war es, der ihr etwas von Ungerechtigkeit erzählte. Jaiva wusste, dass sie es hätte besser wissen müssen und so wie er Beklommenheit fühlte, so erging es ihr auch – nicht weil sie es als fremde Eingebung in ihrer Brust spürte sondern wirklich und wahrhaftig Anteil an seinen Worten nahm. Das, was er ihr sagte, war so entsetzlich wahr, dass es ihr das Herz zusammenschnürte.

Ohne ein Wort gesagt zu haben blickte sie ihm entgegen, fühlte sich vor den Kopf gestoßen als ob sie in einen Spiegel geblickt hätte. Das, was er ihr in einem Befreiungsschlag offenbarte... es hätten genauso gut ihre Worte sein können und so nahm sie einen tiefen Atemzug, der sich verdächtig nach einem Japsen anhörte weil es einfach zu viel wurde. Viel zu viel. Das, was er fühlte, zusammengenommen mit ihren eigenen Gefühlen – es war einfach so unbeschreiblich viel, dass sie nichts hätte sagen können selbst wenn sie gewollt hätte.
Dass sie ihm mehr als eine Antwort schuldete, war ihr nur zu bewusst und so suchte sie Beistand und Standhaftigkeit in der Berührung des Baumes, dessen Borke sie zuvor gegen das Jucken zweckentfremdet hatte. Die dornige Amazone stand auf und wirkte sehr ernst dabei, denn ihr war sehr an diesem Moment gelegen. Sie hoffte inständig, dass er dafür empfänglich war und sie wartete auch wenn nötig ein paar Atemzüge lang; nutzte in diesem Augenblick sehr bewusst das Schicksalsband und ließ ihn ihr Abwarten spüren – es war keines, das mit einem wippenden Fuß daherkam oder mit einem Zungenschnalzen sondern ein ruhiges Abwarten, geduldig und … vielleicht ein wenig aufgeregt.

Sie hatte ihm zugehört ohne ihn für seine Offenheit zu verspotten.
Er hatte um Entgegenkommen gebeten und es war mehr als offensichtlich, dass sie eine Abweisung an dieser Stelle nicht so schnell vergeben würde.

Ciaran“, sprach sie ihn an und er würde vergeblich nach einem Dorn in ihren Worten suchen. Ihre Stimme nahm einen feierlichen Tonfall an als sie ihm ihre Hände entgegenstreckte; beide Hände, die Handinnenflächen nach oben gewandt, die Finger erwartungsvoll ausgestreckt. „Es tut mir leidEs tut mir leid.“ Und das tat es ihr. Er konnte es in ihrem Gesicht sehen und er konnte es auch als Echo fühlen. Ihre Hände verlangten nach seinen.
Eine Amazone, die einem Mann die Hand reichte und sich bei ihm entschu- nein, sie dachte jetzt besser nicht darüber nach sonst würde sie alles verderben. „Es tut mir leid“, wiederholte sie daher noch einmal um etwaige Gedanken rasch zu vertreiben.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Jun 27, 2018 5:23 am

Ich hatte damit gerechnet, dass sie mir ins Wort fallen, mich verhöhnen, mich beleidigen oder ganz einfach über mich lachen würde. Die Stille...das Schweigen, das so gar nichts von Schadenfreude oder anderen boswilligen Gedanken hatte, sondern einfach nur genau das war - aufmerksames Schweigen - traf mich jedoch unvorbereitet und unter ihrem aufmerksamen Blick wurde ich nervös. „Was?“, wollte ich etwas blaffend wissen und fuhr mir durch die Haare. Ich fühlte mich mehr als unwohl in meiner Haut. Hatte ich zu viel gesagt?
Vorsichtig, unsicher und dennoch neugierig horchte ich in sie ... in uns ...hinein. Und fand dennoch nicht das, was ich erwartet hatte. Stattdessen spürte ich tatsächlich so etwas wie Beklommenheit in ihr und das wiederum brachte mich noch mehr ins innerliche Wanken. Was zum...? Hatte ich mich so sehr in ihr getäuscht? Hatte ich alles, was bisher geschehen war falsch verstanden?

Schon wieder begab ich mich in eine angespannte Haltung, einer Verteidigungsposition gleich, als sie plötzlich wortlos aufstand und auf mich zu kam. Was kam jetzt? In angespannter Erwartung harrte ich dem, das da kommen würde und... stutzte, als die Amazone mir plötzlich ihre Arme entgegen streckte, die Handflächen nach oben. Zwei, drei, vier Herzschläge stand ich da und benötigte so lange, um wirklich zu verstehen, was sie gerade gesagt hatte und was sie nun von mir erwartete. zusammen. Als sie meinen Namen aussprach ...so beinahe feierlich, zuckte ich kaum merklich erneut? Was war das nur? Ich wusste nicht genau warum, aber irgendwie zog es mich zu ihr hin. Ich machte vorsichtig einen Schritt auf sie zu. Dann noch einen. Ich schluckte und hob langsam die Arme. Ob das so richtig war? Oder würde ich gleich wieder ein ‚Blödmann‘ hören? Ganz sachte und vorsichtig, als könnte ich sonst etwas kaputt machen, legte ich meine Hände auf ihre. Mein Herz klopfte wie wild. Ich blickt ihr in die Augen, wandte den Blick ab und kehrte zu ihr zurück. Immer und immer wieder. Was war das? Was taten wir hier. „Mir ... auch...“, rutschte es mir über die Lippen.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Jun 27, 2018 6:12 pm

Auch für Jaiva war dies ein höchst aufregender Augenblick, der mit so vielen Unsicherheiten und Eventualitäten daherkam, dass ihr der Kopf schwirrte. Was wenn er sie erneut ins Messer laufen ließ? Ihrer Geste keine Beachtung zollte? Was... wenn er lachen würde? Bei den Göttlichen. Ihn jetzt lachen zu hören würde ihrem Herzen einen groben Stoß versetzen und sie wusste nicht ob, geschweige denn wie sie damit würde umgehen können. Auch sie hatte sich merklich angreifbar gemacht - Ciaran wusste das. Er spürte ihre Sorgen und er spürte auch die Erleichterung, die zusammen mit zaghafter Freude in ihrem Herzen aufglühte - ein Blitz in finsterer Nacht, ein Sonnenstrahl an grauem Tage. Sogar ihre Mundwinkel zuckten nach oben und so betrachtete sie auch ihn, seine Hände in den ihren. Ein Augenblick so kostbar und vergänglich wie der Flügelschlag eines Schmetterlings.
Sie wölbte dabei ihre linke Hand zu einer Schale und sorgte damit dafür, dass der ihrem Handballen entspringende Dorn etwas nach innen rückte. Er sollte sich nicht stechen. Und für einen Moment, ein sehr sehr kurzer Moment wurde etwas unter all der Grimmkeit sichtbar - eingebettet in diese Geste. Fürsorge. Wenn man schon einmal ein Pferd gesehen hatte, das ein auf der Hand befindliches Stückchen Futter aufklaubte, ganz behutsam und sacht, der konnte sich vorstellen wie Jaiva in diesem Augenblick reagierte.

Offen gestanden hatte sie nicht mit einer Entschuldigung von seiner Seite gerechnet, daher blickte sie ihn reichlich verblüfft an. Es... tat ihm... auch leid? In ihr regte sich etwas zwischen Zweifeln, Unglaube und Fassungslosigkeit. Konnte das wirklich sein? Sie spürte keinerlei Unaufrichtigkeit in ihm, doch das änderte nichts an ihrer Irritation. Männer, so hatte man ihr doch beigebracht, waren ganz anders. Der Wahnsinn des kleinen Mondgottes schlummerte in ihnen und das war der Erklärung genug gewesen - bis jetzt.
Die Stille währte immer länger und länger, lange genug um sich seiner Finger bewusst zu werden, seiner Wärme und dann lachte sie leise, erklärte sich aber nicht, blinzelte lediglich beinahe spitzbübisch zu ihm hin und war jung, so unendlich jung. Sie machte einen für sie kleinen, langbeinigen Schritt auf die parallel neben der jetzigen verlaufenden Wurzel und ließ im Zuge dessen eine seiner Hände los. Die andere aber hielt sie noch für ein, zwei, drei Herzschläge länger fest, ließ ihn ein leichtes Ziehen spüren und zog ihn damit fort von dem großen Baum. Man hätte meinen mögen sie wolle ihn zu etwas verlocken, doch eigentlich... war sie nur froh. Einfach gottfroh.
Lass uns weitergehen. Es sollte nicht mehr weit sein“, sagte sie. Ihre Finger entglitten dabei den seinen, denn spätestens jetzt machte sie einen kleinen Sprung, der sie zum Fuße der Wurzel führte. Sie hatte ihm Bananen in Aussicht gestellt und die wollte sie ihm jetzt auch gern zeigen. Das Jucken war so viel erträglicher, sie konnten wieder miteinander reden und - was das wichtigste war - sie konnte wieder zaubern.

Es würde keinen Platz für ein Gespräch geben, denn die dornige Amazone holte die kleine Spule aus antikem Holz hervor und platzierte sie wieder zwischen ihren Fingern. Zaubern, sie würde zaubern... oder doch nicht? Es fühlte sich nicht so an obwohl es äußerst interessant zu sehen war wie sich das winzige Etwas zwischen ihren Fingern drehte und drehte während sie mit der anderen Hand zwirbelnde Bewegungen machte. Während sie gingen sang die Amazone mit dem nachtschwarzen Haar. Ein beschwingtes Lied, das sich gut zum Gehen eignete und ihre derzeitige Stimmung zum Ausdruck brachte. Für den Moment... war sie zufrieden, so zufrieden wie man in diesem Augenblick nur sein konnte.
Er würde sie nicht verstehen können, denn freilich wurde das Lied auf Ferus gesungen aber irgendwie... irgendwie würde er dennoch verstehen können.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jun 29, 2018 8:59 pm

Irgendwie fühlte ich mich wohl und unwohl zugleich. Ich spürte Jaivas Haut unter meiner, kalt und warm und irgendwie alles gleichzeitig. Das war doch verrückt. Und dazu mein klopfendes Herz. Als hätte ich sie noch nie berührt! So ein Unsinn... aber in diesem Sinne hatte ich das ja auch noch nicht. Bisher war alles Zufall oder mehr oder weniger zweckgebunden gewesen - unausweichlich quasi. Aber das hier... war anders. Und ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Irgendwie kam ich mir dumm vor hier so zu stehen. Andererseits berührte es irgendetwas in mir.

Und diese leichte, einfach zu übersehende Freude, die von Jaiva ausging, das Lächeln, das ihre Mundwinkel umzuckte und das Leuchten in ihren Augen schien die Welt noch ein Stückchen mehr aus der bekannten Bahn zu werfen. Irgendetwas regte sich in mir und ich spürte ein leichtes Kribbeln, das mich nur noch mehr irritierte. Warum war das plötzlich so komisch? So anders? Ich spürte, wie vorsichtig sie mit ihrer Hand war, so dass ihr Dorn nicht in mein Fleisch drang. Ich registrierte es und spürte, wie es mich erfreute, was völlig paradox war, denn es brachte mich gleichzeitig so aus dem Konzept, dass ich am liebsten aus der Situation geflohen wäre. Aber irgendetwas ließ mich bleiben und mit klopfendem Herzen auf unsere Hände hinab starren. Bis ich sie lachen hörte. Mein Blick zuckte nach oben, entdeckte das übermütige Funkeln in ihren Augen und ich konnte mir nicht helfen: Auch auf meinem Gesicht zeichnete sich ein zaghaftes Lächeln ab. Ohne das grimmige Gesicht wirkte sie so... jung. Meine Ohren brannten, als sie ein paar Schritte machte, beinahe tanzend, meine Hand noch einen Moment hielt und ihr dann schließlich entschwand. Ein kurzer Widerwille regte sich in mir und beinahe hätte ich einen Schritt gemacht, um ihre Fingerspitzen wieder einzufangen. Doch ich blieb wo ich war und folgte ihr vorerst nur mit dem Blick auf ihren beschwingten Schritten. Sie wirkte beinahe glücklich. Ein warmes Gefühl breitete sich in mir aus und ich begann ihr zu folgen. Nicht, weil sie irgendetwas sagte, nicht weil das Band es so festlegte und auch nicht, weil die Musik mich anzog. Einfach, weil ich es wollte. Bald schon ertappte ich mich, wie ich die Melodie des Liedes leise mitsummte - ob ich es nun verstand oder nicht. Aber Jaivas gute Laune war ansteckend und ich sah keinen Grund, warum ich dieser freudigen Stimmung nicht kurz folgen sollte. Wenigstens kurz alles andere vergessen und im Zauber des Momentes baden - ein Zauber, der gar keiner Magie bedurfte und doch so viel mächtiger war.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jun 30, 2018 6:55 pm

Solange sie nicht darüber nachdachte war alles gut. Alles war gut. Alles, was die Vollkommenheit des Augenblicks hätte zerstören können, schob die dornige Amazone entschieden von sich, weigerte sich an das göttliche Band zu denken, an die Konfrontation mit den anderen Amazonen oder daran, dass ihr ein Mann folgte – sie wollte wenigstens für den Moment nicht an das Schlechte denken, das diesen Tag überschattete sondern einfach nur singen. So kam es auch.
Es war leicht sich in den Tönen zu verlieren, im Verdrehen der einzelnen, vergänglichen Klangfäden zu kostbarem, sehr viel haltbarerem Klanggewebe und als sie Ciarans Summen vernahm, lächelte sie in sich hinein und lockte diese Klänge ebenfalls zu ihrer linken Hand. Scheue Vögel, die ihrem Werben nicht widerstehen konnten. Wer der Musik sein Herz öffnen konnte, der konnte nicht ganz und gar schlecht sein. Das wusste sie, hatte es Nesrin oft genug sagen hören und sie wusste, dass es stimmte. Damals als sie Eiris kennengelernt hatte, die noch so viel härter und grimmiger gewesen war als es Jaiva jemals sein würde, war ihr diese Amazonenweisheit immer wieder und wieder im Kopf umgegangen.
Musik. Musik ist der Schlüssel zu allem.

Als die Bananengewächse in Sichtweite kamen, konnte man sie gut an ihrem dichten, niederen Wuchs erkennen; seltsame, dunkelgrüne Pflanzen, die mit viel Phantasie ein zwei bis zweieinhalb Meter hohes Dickicht bildeten – unüberschaubar und schattig. In diese Richtung führte die dunkelhaarige Amazone ihren Begleiter und ließ das Lied in einem Summton verklingen, der auch den Tanz der kleinen Spule beendete. Es hätte noch mehr, so viel mehr des dicht gewebten Klangmaterials darauf gepasst, allerdings konnte sie auch später damit weitermachen. Für den Moment genügte es, dass sie wenigstens etwas in der Hinterhand hatte, nicht vollkommen unvorbereitet dastand und so verstaute sie das kleine Artefakt wieder sorgfältig an ihrem Gürtel und zeigte dem Mann, dass sie noch etwas weitergehen wollte; nicht in das Dickicht hinein sondern außen herum. Dort standen die größeren Gewächse, die Ähnlichkeiten mit Bäumen hatten doch bei näherem Betrachten ihr Geheimnis offenbarten: Das war kein Baum sondern eine Ansammlung eng aneinander geschmiegter, fächerartiger Blätter, wenn man sie denn so nennen wollte. Groß bedeutete an dieser Stelle wirklich, wirklich groß – fünf oder vielleicht sogar sieben Meter, doch das wusste die Dorne nicht zu erschüttern. Spähend blickte sie hinauf und erkannte bald eine Staude, die bestimmt fünfzehn, vielleicht sogar zwanzig Früchte ausgebildet hatte - sie zeigte ihrem Begleiter ihren Fund auch.

Da, schau“, sagte sie ihm und ging dann zu dem 'Stamm', verfolgte den blattartigen Auswuchs bis zu dessen Ursprung, denn an dieser Stelle würde keiner von ihnen beiden noch einmal klettern müssen. Um eine Bananenstaude zu ernten brauchte es nur ein gutes Auge wie auch ein gutes Messer. Auf beides hatte sie das Leben in der Grünen Hölle vorbereitet und so griff sie beherzt in das stellenweise braun vertrocknete Gebilde des 'Stamms' hinein und platzierte einen einzigen festen Schlag auf der Rückseite. Ein dumpfes, trockenes Geräusch erklang. Nichts geschah.
Jaiva spähte nur kurzzeitig zu dem jungen Mann mit den blonden Haaren hin und ging wieder auf die Vorderseite, streckte sich nach einem vertrockneten, bräunlichen Fächerblatt, das von oben zu ihnen hinunter hing. Ohne sich in ihrem Vorhaben irgendwie aufhalten zu lassen zog sie es zu sich hin und gab dem anderen Wedel ebenfalls die Richtung vor. Beides neigte sich leise knackend ihr entgegen – und somit auch die Bananenstaude. Viele der Bananen waren noch grün, doch es gab auch einige, die bereits gelb verfärbt waren und wiederum andere waren bereits angefressen.
Morgen“, so wusste Jaiva, „sind die anderen auch gelb.“ Sie kniete sich ohne groß Aufheben darum zu machen und trennte die Staude von dem Blatt; jenes ließ es liegen. Dann aber spähte sie zu Ciaran hin. Gut?

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