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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jul 02, 2018 8:03 am

Ich verspürte einen kurzen, wehmütigen Stich, als das Lied der Amazone verebbte. Es war schön gewesen, hatte die Stille fortgehalten und gleichzeitig verhindert, dass wir wieder in irgendeinen Streit geraten konnten. Denn das würden wir doch, sobald einer von uns den Mund aufmachte...oder? Noch immer hatte ich das Gefühl einen Widerhall ihrer warmen Haut auf meiner zu spüren, als sei es ein Geist der Erinnerung, der meine Arme immer noch streifte. Hatte das... irgendetwas verändert? Ich betrachtete die vor mir laufende Jaiva genau, doch ihr Hinterkopf konnte mir genauso wenig Auskunft über nicht gestellte Fragen liefern wie ihre langen, schwarzen Haare, die bei jedem Schritt ein wenig ihren Bewegungen folgten.
„Da, schau!“
Ihre Worte trafen mich unvermittelt und rissen mich aus meinen Gedanken. „Hm?“ Ich folgte Jaiva und beobachtete ihr Tun, während mir noch immer nicht ganz klar war, was sie da tat. Suchte sie noch mehr Blätter? Andere? Wozu? Der Juckreiz war doch deutlich besser, oder? Ich horchte in mich hinein und plötzlich fiel mir wieder auf, dass ich Hunger hatte. Das hatte ich über die letzten Geschehnisse vollkommen verdrängt... Ich hob eine Augenbraue und musterte skeptisch die merkwürdigen, gekrümmten Früchte. „Was soll das heißen? Kann man diese gelben Dinger etwa essen?“ Ich griff nach der Staude, löste eines der merkwürdigen Gebilde von ihr und drehte es einen Moment misstrauisch in den Händen. Es war irgendwie glatt. Kleine, grüne Sprenkel zeigten sich noch immer auf dem sonst gelben Untergrund. Hieß das, es war gerade erst gereift? So etwas hatte ich noch nie gesehen. Ich fuhr mit dem Finger über die sanfte Krümmung der Frucht. Musste hier eigentlich alles merkwürdig aussehen und sein? „Das sieht gar nicht essbar aus...“ Ich zog einen meiner Dolche und schnitt ein Stück der Banane ab. „Oh“, machte ich, als ich das weichere Innere entdeckte, das von der gelben, festen Schale geschützt wurde - und war gleichzeitig froh, dass ich nicht einfach so hinein gebissen hatte. Jaiva hätte das bestimmt urkomisch gefunden. Ich warf ihr einen verstohlenen Seitenblick zu. Obwohl es bestimmt schön gewesen wäre, sie noch einmal lachen zu sehen... Ich schüttelte abrupt den Kopf. Aber ganz gewiss nicht auf meine Kosten! Ich nahm noch einmal den Dolch zur Hand, um das Fruchtfleisch - wenn man es denn so bezeichnen konnte - aus seiner Hülle zu befreien, was sich als gar nicht so einfach herausstellte. Dann roch ich noch einmal prüfend daran. Na gut, etwas giftiges konnte sie mir zumindest nicht geben. Das würde ihr auch nicht gut bekommen. Dann biss ich hinein. Der Geschmack war süßlich und ich empfand ihn als lecker, doch dann stutzte ich. Ich kaute weiter, schluckte und sah Jaiva ein wenig skeptisch an. „Muss das so... schleimig sein?“ Ich deutete mit dem Finger in Richtung der aufgeschnittenen Banane.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jul 02, 2018 9:28 am

Jaiva spürte Ciarans Wachsamkeit sowie seine Vorsicht wie auch sein... kritisch beäugtes Wohlbefinden...? Nicht immer war sie sich sicher welche seiner als Echo bei ihr ankommenden Impressionen sie wie zu betrachten hatte, denn genauso wie ein impulsiv zu beschreibender Gedanke als federführend betitelt werden durfte, so ergab das, was sie empfing, immer einen tieferen Sinn und so beschloss sie sich mehr Zeit zu nehmen um hinter die Facetten zu blicken. Das, so bemerkte sie schnell, war alles andere als einfach - woher rührte das Bedauern? Das Misstrauen, das seltsam weich ausgepolstert war? Sie mochten aneinander gebunden sein doch längst nicht alles lag auf der Hand. Noch immer blieben Geheimnisse, Dinge, die sie nicht greifen konnte... und darum war die dornige Amazone sehr froh, glaubte sie doch, dass es ihm genauso gehen musste; wenigstens hoffte sie das.

Sie fühlte sich auf zweierlei Ebene beobachtet, jedoch änderte dies wenig an ihren routinierten Handgriffen und so blieben ihr an dieser Stelle weitere Peinlichkeiten erspart. Hätte sie darüber nachgedacht, wäre ihr unter Umständen in den Sinn gekommen, dass der Lerchossohn noch nie Bananen gesehen, geschweige denn gegessen hatte, doch für ihre Gedankenlosigkeit wurde sie schnell entschädigt. Und so beäugte sie des jungen Mannes Tun sehr interessiert. Sie lauschte in sich hinein und beobachtete ihn ungeniert wenngleich auch neugierig. Wie kritisch er die Banane ansah! Jaiva bediente sich eines leisen Lautes, der große Ähnlichkeiten zu einem Glucksen hatte und nahm sich dann ebenfalls eine der gelben, auffällig gekrümmten Früchte zur Hand. Im Gegensatz zu ihm brauchte sie kein Messer um die Banane von der Staude zu bekommen, denn sie riss sie einfach mit einem trockenen Knacken ab ehe sie den kleinen, verkümmerten Stiel in die Hand nahm, zurück bog und das süße Innere wie bei einer Blume Stück für Stück entblätterte. Sie hatte grade erst abgebissen, saß der Einfachheit halber direkt an Ort und Stelle auf dem Boden, da drangen Ciarans Worte an ihr Ohr. Wie lustig er die Banane doch gegessen hatte! Und wie skeptisch er jetzt war! Auch auf die Gefahr hin, dass er jetzt wieder tödlich beleidigt war, grinste sie vor sich hin.

Schleimig, meinst du?“, griff sie etwas irritiert das von ihm gewählte Wort auf, rollte es in ihorem Gedanken wie eine Holzkugel zwischen ihren Fingern hin und her ehe sie als Alternative vorschlug: „Weich und... voll?“ Sie staunte selbst ein wenig wie schwer es ihr fiel die Konsistenz einer Banane zu beschreiben und sie wog ihren Kopf für einen Moment nachdenklich hin und her, sodass die großen Federn in ihrem Nachtschattenhaar träge in Bewegung gerieten. Etwas besseres wollte ihr dennoch nicht einfallen, daher beließ sie es dabei. Stattdessen ließ sie den letzten Rest der Frucht zwischen ihren Lippen verschwinden und erkläre dann: „Schau. Das macht man so.“ Und zeigte ihrem mehr oder minder unfreiwilligen Begleiter im Folgenden die hohe Kunst des Bananenschälens, überließ es darüber hinaus auch ihm sich mit den restlichen Früchten auseinanderzusetzen und wies ihn darüber hinaus auch darauf hin nur die Bananen zu essen, die bereits gelb und somit reif waren.
Gedankenverloren kaute sie an ihrer Frucht herum und fragte dann das Offensichtliche: „Sag... gibt es dort woher du kommst keine Bananen? Ich meine... Früchte. Gibt es dort keine?“ Kritische Schatten zeichneten sich auf ihrer Stirn ab. Das konnte nicht sein.
... oder etwa doch?

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jul 02, 2018 11:05 pm

Ich sah von der Banane auf, als ich Jaivas auf mich gerichtetes Interesse spürte. Das war ein merkwürdiges Gefühl, das mich nervös werden ließ und von dem ich nicht wusste, wie ich mit ihm umgehen sollte. Ich hob die Schultern ein wenig, als würde ich mich dadurch etwas schützen können - schützen vor etwas, das ich nicht genau definieren konnte, das mir aber zusetzte.
„Voll?“ Ich wiegte den Kopf leicht hin und her, noch immer vorsichtig. Ich wollte um jeden Preis vermeiden, dass sie schon wieder über mich lachte. Was sollte ich darauf antworten? „Wenn du es so nennen willst...“ Ich zuckte mit den Achseln und beobachtete stattdessen nun meinerseits interessiert, wie Jaiva die Schale ganz ohne Messer einfach abpellte. Ich staunte nicht schlecht. So eine Frucht hatte ich wirklich noch nie gesehen. Es schien beinahe so, als sei sie genau dafür gemacht. Ich kannte eher Früchte, die eine harte Schale besaßen, ganz als hätten sie sich dem Land angepasst und würden alles versuchen, um sich gegen die Umwelt zu verteidigen. „Nein, es gibt keine Bananen. Es gibt... andere Früchte. Einige Sorten. Sie sind unterschiedlich, aber keine ist... so.“ Ich deutete auf das krumme Gewächs. „Die meisten sind hart, einige stachelig. Die, die außen weich sind, meist giftig für die meisten Lebewesen. Nichts ist einfach zu bekommen.“ Das schien wirklich die Philosophie unserer Landesabschnitte zu sein. „Und es gibt nicht so viele wie hier. Meist muss man lange suchen.“ Das war ein anderer Grund dafür, warum Früchte nicht ganz oben auf unserer Speisekarte standen. „Aber das ist von Land zu Land verschieden.“ Mit plötzlicher Sehnsucht dachte ich an die seltenen, süßen und saftigen Beeren, die ich so sehr liebte und die ich in Crepererum schon das ein oder andere Mal gesehen hatte. „Gibt es noch mehr von solchen merkwürdigen, essbaren Pflanzen?“ Nun, da sie es mir gezeigt hatte, imitierte ich ihre Handbewegungen, angelte mir eine zweite Banane und schälte sie so, wie die Amazone es zuvor getan hatte. Ich biss mit Appetit hinein und kaute genüsslich, nun da ich mich an den fremden Geschmack gewöhnt hatte. „Baut ihr sie auch an oder erntet ihr das was ihr zum Leben braucht einfach aus dem Wald?“, fragte ich, nun da mein Hunger langsam versiegt und dafür meine natürliche Neugier erwacht war.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Jul 03, 2018 9:39 am

Es war seltsam zusammen mit Ciaran hier zu sitzen und Bananen zu essen während die niemals stille Geräuschkulisse der Grünen Hölle ihre ganz eigene Sinfonie hörbar machte und wieder Stück für Stück an Macht gewann. Wenn man diese harmonischste Form von Chaos gewohnt war, dann war alles andere unnatürlich und in gewisser Weise auch beängstigend, doch solange es lebendig zuging, war alles in bester Ordnung.

Jaiva zuckte die Schultern und präsentierte einen schief-verkniffenen Ausdruck ihrer Mundwinkel, der anstatt von Worten erklären sollte, dass sie selbst auch nicht besonders überzeugt von ihrer getroffenen Wahl war. Auf Ferus hätte sie ein gutes Wort gewusst, doch was nützte es ihr wenn sie keine gute Übersetzung parat hatte? Wie überaus kompliziert! Sie war noch nie in die Verlegenheit gekommen nicht das sagen zu können was ihr im Kopf umging und so grübelte sie noch ein paar weitere Momente länger darüber nach was sie anstelle von 'voll' hätte sagen können. Was sie natürlich suchte waren Worte wie 'vollmundig' oder auch 'cremig' oder 'reich an Geschmack', doch solche Worte fielen ihr nur in ihrer Muttersprache und nicht auf Arcum ein. Und so schwieg sie bis sich der Lerchossohn erneut an sie wandte und eine gleichermaßen interessante wie auch bezeichnende Beschreibung der Früchte seiner Heimat zur Hand hatte. Für den Moment hielt die dornige Amazone in ihrem Tun inne und saß ganz aufrecht und aufmerksam da. Sie war neugierig, in gewisser Hinsicht auch abenteuerlustig und hungrig auf Neues - Dinge, die von jenseits der Grenzen ihres Heimatwaldes stammten.
Da fiel ihr etwas ein, das ihre Stimmung noch einmal zu heben wusste und sie sagte: „Bananen nennt man in meiner Sprache-“ und sie nannte ihm das entsprechende Wort, freilich nicht ohne Hintergedanken. Das würde der junge Mann mit dem blonden Haar sehr bald bemerken - zuerst an dem sehr lebendigen wie auch schelmischen Echo ihrer Gefühle, dann aber auch in etwas leiserer Manier auf ihren Gesichtszügen, die die Vorsicht nicht ganz und gar ablegen konnten - eigentlich lustig, immerhin wusste sie doch, dass er sie nicht anzusehen brauchte um zu verstehen was in ihr vor sich ging. In dieser Hinsicht war es ihr nicht möglich an Unterschiede zwischen Männern und Frauen zu denken. Wie auch? Ciaran war der erste Mann mit dem sie je gesprochen hatte. „Zähl doch mal ein paar dieser Früchte auf und wie sie in deiner Heimat genannt werden“, verlangte sie vergnügt von ihm, freilich davon ausgehend, dass auch er eine Muttersprache beherrschte, irgendeinen Zungenschlag der Menschen, der sich gewiss ähnlich wie Arcum anhörte, dem eindeutig Musik fehlte - ein melodisches Heben und Senken der Stimme. Die Seele, wenn man tiefsinnig werden wollte. Freilich war Jaiva dahingehend voreingenommen. Wie hätte es auch anders sein können aber sie war auch bei weitem nicht so störrisch wie man auf den ersten Blick meinen mochte. Und auch Ciaran war offen für Neues.

In einem solchen Augenblick war es leicht zu vergessen, dass sie vorsichtig sein mussten und aus einem bestimmten Grund unterwegs waren.
Wenn wir an ihnen vorbei kommen, zeige ich sie dir, ja?“, versuchte sie ihn weiterzulocken obschon es wirklich angenehm war hier zu sitzen und alles Schwere von sich zu schieben. Wie lange war das schon her...
Für einen Moment überlegte sie, schüttelte den Kopf und nickte dann wieder ehe sie ihren Zwiespalt verbalisierte und begreiflich machte was sie hatte zögern lassen: „Ja und nein. Nicht jeder Stamm ist gleich. Viele meiner Schwestern sind Jägerinnen oder kümmern sich um den Fischfang. Wir sammeln auch Früchte und haben Wachteln, für... Eier?“ Zweifelnd beäugte sie ihn. War das das richtige Wort? „Aber es gibt auch andere Stämme, die anders leben.“ Ein, zwei und dann drei Atemzüge vergingen und dann meinte sie: „Gehen wir jetzt den Rest? Wir können auch dort weiter reden.“ War da... etwas? Ein leises Echo von etwas, das sie ihm nicht sagen wollte?

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Jul 03, 2018 7:29 pm

„Wie?“ Ich versuchte, das Wort in Jaivas Sprache zu wiederholen, verstummte jedoch rasch wieder, als ich ihre schelmische Freude spürte. Mit einer Mischung aus leichter Kränkung und Misstrauen sah ich sie an. Machte sie sich über mich lustig? Hatte sie mir absichtlich das falsche Wort genannt? Oder war es eines, das einem anderen sehr ähnlich war und etwas ganz anderes bedeutete, wenn man es nur ein wenig falsch aussprach? Ich fühlte mich verunsichert, da ich zwar spürte, dass etwas in Jaiva vorging, aber nicht genau was. Warum konnte ich nicht noch ihre Gedanken lesen, wenn ich schon mit ihren Gefühlen geplagt wurde? Andererseits überlegte ich, dass das wohl auch ein zweischneidiges Schwert sein würde und ob ich das wollte... Nein, vermutlich nicht. „Was ist daran so lustig?“, murmelte ich ein wenig beleidigt, weil ich das Gefühl hatte in irgendeine Falle getappt zu sein, die dazu diente sich über mich lustig zu machen. Und das konnte ich gar nicht leiden.

Ich verschränkte die Arme vor der Brust. „Was bringt es dir, wenn ich jetzt irgendwelche Früchte aufzähle. Wenn du sie nicht siehst, wirst du sie nicht einmal wiedererkennen können. Falls du irgendwann einmal hier heraus kommen solltest und die Gelegenheit hättest, sie zu sehen...“ Noch immer merkte man mir an, dass ich leicht verstimmt und vorsichtig war. Außerdem hoffte ich sehr für sie, dass sie die Pflanzen aus meiner Heimat niemals kennenlernen würde. Denn was mit ihr geschah, wenn sie ins Reich der Dunkelelfen kam, mochte ich mir nicht einmal vorstellen. Ich starrte vor mich hin, vollkommen in Gedanken versunken und fuhr mir mit der Hand durch die Haare. War das tatsächlich mein ernst? Machte ich mir gerade wirklich Sorgen um sie? Nicht, weil wir miteinander verbunden waren, sondern weil ich nicht wollte, dass sie auf andere Dunkelelfen traf? Ich betrachtete sie. Wie sie dasaß: aufmerksam und neugierig, jung und so...unwissend. Es tat mir beinahe weh. Schnell versuchte ich den Gedanken zu verdrängen.
„Ihr habt Hühner? Für Eier?“ Jetzt war ich tatsächlich überrascht. Ich hatte mir viel vorstellen können, aber das...? Nun spürte ich die gleiche Neugierde in mir aufsteigen, die Jaiva zuvor verströmt hatte. Ich wollte sehen, was es hier gab. So schrecklich ich diese grüne Hölle die letzten Tage über empfunden hatte... so interessiert betrachtete ich sie jetzt, da ich sie zum Teil mit anderen Augen betrachten konnte. „Ja, lass uns weiter gehen. Und... wenn du magst kannst du mir gerne die Pflanzen und Früchte zeigen, die du gern magst und mir sagen, wie sie auf..auf...amazonisch heißen.“ Niemals würde ich zugeben, dass es mich interessierte. Lieber sollte sie glauben ich würde ihr bereitwillig zuhören, wenn sie erzählen wollte. Aber vielleicht würde das nicht reichen... „Und wenn etwas dabei ist, was einer von unseren Früchten ähnlich sieht, erzähle ich dir davon“, bot ich noch an, damit sie auch wirklich zusagte. Weil ich letzen Endes doch neugierig war. Ich machte einen Schritt vorwärts um anzuzeigen, dass ich zum Weitergehen bereit war, deutete auf die Banane und versuchte noch einmal das Wort zu wiederholen, das Jaiva dafür benutzt hatte. Es klang seltsam melodisch in meinen Ohren, selbst wenn ich es bestimmt auf die ein oder andere Weise falsch aussprach. Ob man mir meinen umbrischen Akzent anmerkte, wenn ich nicht Arcum sprach? Darüber hatte ich mir noch nie Gedanken gemacht, aber vielleicht sollte ich Jaiva gegenüber vorsichtiger sein. Immerhin schienen Amazonen eine gute Verbindung zu Tönen und Melodie zu haben und damit vermutlich auch zu verschiedenen Klangfarben.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jul 06, 2018 10:51 am

Oh. Ooooh, empfand die dornige Amazone still als sie Ciarans Echo auf ihre Überlegung ereilte. Nicht, dass sie verstanden hätte, denn dafür fehlte ihr wiederum der Kontext, allerdings kam sein Widerhall in ihr viel zu überraschend als dass sie etwas anderes hätte tun können als für einen Moment überfordert zu sein. All die Eindrücke kamen über sie wie ein plötzlicher Regenschauer in der Grünen Hölle. Mit geweiteten Augen von zweifachem Grün blickte, nein, starrte, nein blinzelte sie ihm entgegen.... was? Warum geschah das jetzt? Hatte sie etwas falsches gesagt? Wie auch der Lerchossohn zuvor stand ihr nicht der Sinn danach einen neuen Streit vom Zaun zu brechen. Sie wollte gerade etwas sagen, irgendetwas, was auch immer!, doch dann sprach er bereits weiter und sagte mehr, noch so viel mehr bis sie innerlich seufzte, beide Hände in einer beschwichtigenden Geste hob und dann einen Kreis beschrieb. Ein Seufzen entglitt ihrer Kehle, trug einen Hauch von Frustration an sein Ohr.
Ich dachte nur, dass das lustig wäre“, gab sie dann zur Antwort und klang etwas pikiert dabei immerhin hatte sie ihren Einfall für gut befunden - wer Früchte beschrieb und ihnen einen Namen gab, der konnte weder verstimmt sein noch streiten. Ein einfacher, sehr leichter Gedanke, doch 'leicht' schien es mit dem Blonden nicht zu geben... „Vielleicht würde ich sie nicht erkennen, die Früchte deiner Heimat, aber darum geht es ja auch nicht. Es ist nur ein Spiel, weißt du? Es soll nicht mehr tun als Freude zu bereiten und etwas zu lernen.“ Zudem... glaubte sie durchaus, dass sie eine Frucht erkennen konnte wenn man sie ihr gut genug beschrieb, aber das sagte sie nicht sondern schüttelte nur andeutungsweise den Kopf und meinte etwas resigniert: „Ach weißt du, vergiss es. Ich meine... vielleicht war es auch einfach eine blöde Idee.“ Vielleicht verstanden Männer auch einfach keinen Spaß. Ein ziemlich bitterer Gedanke, der Jaiva nachdenklich machte. Generell passte das, was an die Ufer von Ciarans Seele brandete, nicht wirklich zu jemandem, der ihn verspotten wollte. Viel mehr spürte er Verwirrung, Unverständnis und Ernüchterung - ein Bild zum Seufzen.

Hühner“, versuchte sie das unbekannte Wort und klang noch etwas unwillig dabei, ließ sich aber dennoch locken. Sie sah nicht so aus als ob sie verstanden hätte und sie zuckte auch die Achseln ehe sie sagte: „Nennt man diese Tiere so bei euch? Hühner - das klingt lustig.“ Vor allem der vordere Teil des Wortes. Hüüühner. Lustig. Ein Schmunzeln zupfte an ihren Mundwinkeln.
Es sollte also weitergehen, nickend stand sie auf und schaute ihn dann leise lachend an. Amazonisch? „Ferus heißt das. Nicht Amazonisch. Ich sage doch auch nicht Menschisch“, meinte sie und warf ein kleines, schelmisches Lächeln in Ciarans Richtung. Ganz gleich ob sie pikiert sein wollte oder nicht... es ging nicht. Amazonisch. Haha... Urkomisch. Und dann kam auch noch das Entgegenkommen von Seiten des Lerchossohnes.
Ja, wirklich?“, merkte sie auf und schaute ihn mit großen Augen an. Er wollte wirklich mitmachen? Sie konnte es kaum fassen. „Du kannst mir auch Unterschiede beschreiben. Vielleicht kann ich es mir dann vorstellen“, schlug sie etwas vorsichtig vor und wenigstens für ihren Teil hatte sie große Lust ihm ein paar Pflanzen ihres Heimatwaldes zu beschreiben. Auf diese Weise konnten sie den Rest des Weges mit etwas anderem als Schweigen (... oder Streit) füllen und man hatte nicht das Gefühl, dass man sich nur weiter und weiter durch das dichte Buschwerk des Waldes kämpfte. Mal glitt ihr Finger hier, mal dorthin und tatsächlich wusste die Dorne vieles über die Grüne Hölle, nur nicht immer das entsprechende Wort auf Arcum.

Und wie würde es Ciaran halten? Würde er bei seiner Vorsicht bleiben wenn ihm Euphorie entgegen schwappte? Hier war jemand, der ihr zuhören wollte. Unglaublich. Als er sich noch einmal am Feruswort für Banane versuchte, korrigierte sie ihn noch einmal und zeigte ihm auf welcher Silbe eine Betonung lag und auf welcher nicht. Ferus war ein Heben und Senken, der Flügelschlag eines Aras. Ferus... war wie Musik.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Jul 07, 2018 12:34 pm

„Ein Spiel?“ Ich sah sie zweifelnd an. Was sollte das für ein Spiel sein? Bei Spielen gab es Gewinner und Verlierer und einen Preis. „Worum?“, setzte ich dann hinzu, ein wenig zweifelnd, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie etwas besaß, dass ich haben wollte. Und auch sonst...was wäre das für ein lächerliches Spiel? Bei ihm konnte man nichts beweisen, konnte keine Überlegenheit demonstrieren oder dem anderen eine empfindliche Niederlage beibringen. Wozu dann die Mühe? „Nur...Freude bereiten?“ Ich sah sie verständnislos an. So einfach sollte es sein? Wie...ging das denn? „Tut ihr...das öfter? Spielen?“ Ich fühlte mich, als spräche ich ein gänzlich neues Wort aus. Es klang fremd in meinem Mund mit dieser neuen, merkwürdigen, nichts entscheidenden Bedeutung. Einfach nur so aus Spaß. Tse. Ich konnte mich eines kleinen Lächelns nicht erwehren. Diese Amazonen waren merkwürdig.

„Nein, natürlich nicht.“ Auch wenn es so oder so falsch gewesen wäre, es als menschisch zu bezeichnen. Schließlich sprachen auch andere diese Sprache. „Warum Ferus? Heißt dein Volk in deiner Sprache so?“ Das zumindest kam ab und an vor, dass die Sprache ähnlich benannt war wie der Stamm, der sie sprach. Und obwohl ich eigentlich genauso pikiert wie Jaiva zuvor darüber sein wollte, dass sie schon wieder über etwas lachte, dass ich gesagt hatte, zuckten meine Mundwinkel nach oben, als sie lächelte. Sie war...wirklich hübsch. Wenn sie mal nicht so miesepetrig dreinschaute. „Ja, ich kann es versuchen“, lenkte ich ein und ich lauschte interessiert und zu nehmend begeistert ihren Ausführungen zur Pflanzenwelt. Sie schien wirklich eine Menge zu wissen und ich bedauerte teilweise beinahe, dass wir nicht mehr Zeit hatten um an gewissen Sträuchern und Bäumen zu verweilen und uns die für meine Begriffe merkwürdigen Früchte und Blüten genauer ansehen konnten. Tatsächlich wirkte alles so...zart, farbenfroh und elegant in der Form, während die mir bekannten heimischen Pflanzen eher gedrungen, dick und hart erschienen. Sie kämpften ums Überleben und machten es niemandem einfach ihre Früchte zu stehlen. Jaivas Stimme klang dabei wie eine auf und ab tanzende Melodie, die mit keiner Sprache vergleichbar war, die ich bisher gehört hatte. Umbra klang dagegen hart und unmelodisch und ich scheute mich beinahe davor auch nur ein einziges Wort in dieser Sprache zu sagen. Nicht dass ich glaubte, dass Jaiva irgendetwas damit anfangen konnte. Aber... es erschien mir an diesem Ort unpassend. Als würde es die Atmosphäre vergiften.

Also beschränkte ich mich auf Pflanzen, die ich bisher in Crepererum gesehen hatte, benannte diese und die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu den Blüten, Blättern und Früchten, die Jaiva mir präsentierte. Ob sie meine Zurückhaltung spürte? Ich hoffte, sie zog nicht wieder falsche Schlüsse, denn... das Nicht-Streiten war merkwürdig angenehm und entwickelte gerade seinen ganz eigenen Reiz, den ich ungerne zerstört wissen wollte. Wann immer sie ein Wort auf Ferus sagte, versuchte ich es mir einzuprägen und es so gut zu imitieren, wie es eben ging. Wahrscheinlich hörte man, dass ich eine andere Sprechweise gewöhnt und nicht so ein melodischen Singsang, doch ich glaubte zumindest, dass meine Versuche immer besser wurden und mit der Zeit machte es mir sogar Spaß die Worte dieser fremden Sprache zu formen. Ich kannte bisher zwar kaum Sprachen dieser Welt, aber es erwies sich als hilfreich, dass ich schon so manche Vokabeln in anderen Sprachen gelernt hatte. Mit jedem Wort schien Jaivas Euphorie auch auf meine Augen überzuspringen und ich konnte für Bruchteile von Sekunden sogar vergessen, dass wir in einem feindlichen Dschungel unterwegs waren. Es machte einfach nur Spaß.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jul 07, 2018 10:36 pm

Jaiva entging keineswegs Ciarans seltsame Formulierung und sie hätte sich sehr über sein 'Worum?' gewundert, das er anstatt eines Warums wählte, wäre da nicht das göttliche Schicksalsband gewesen, das ein paar Antworten mehr für sie bereithielt. Sie kannte sowohl den Kampf ums Überleben wie auch die Leichtigkeit des Seins, hatte es oft genug beobachtet, war auch ab und an Teil davon gewesen und so war es umso verwunderlicher, dass der Lerchossohn... so wenig davon zu verstehen schien. Sie blinzelte. Der Mann... er war so seltsam, so ganz anders als sie.
Uhm... ja?“, versuchte sie es dann, doch es gelang ihr nicht zu verhindern, dass sich ihre Stimme einer Frage entgegen hob. Sie hatte das wenigstens oft genug gesehen um das beurteilen zu können, besser sie ließ keinen Moment des Schweigens entstehen, denn eine Nachfrage wollte sie an dieser Stelle nicht riskieren. „Vor allem die Kinder tun das oft und gerne... aber das muss nichts zu bedeuten haben. Ich habe schon ältere Frauen gesehen, die sich Freude im Herzen bewahren konnten.“

Doch Ciaran hatte noch weitere Fragen; Fragen, die Furchen der Nachdenklichkeit zurück auf ihre Stirn lockten und zum tanzen brachten, jedoch ohne die sonst damit einhergehende Grimmigkeit zurückzuholen. Jaiva konnte grimmig sein, doch das musste sie nicht zwangsläufig und es bedeutete auch nicht, dass dies die einzige Wahrheit war.
Du stellst seltsame Fragen, Ciaran Lerchossohn“, meinte sie dann und deutete ein Kopfschütteln an. „Wir sind die Frauen der Grünen Hölle, die Töchter der altehrwürdigen Baumgeister, der Tiere und der Göttinnen - die Amazonen. Ferus ist der Name unserer Sprache, nicht das Wort, das unser Leben beschreibt.“
Doch wenigstens vorerst kamen weitere Gespräche zum Erliegen - etwas, das die dornige Amazone mehr mit aufziehender Ruhe denn Bedauern erfüllte, denn sie war einerseits tatsächlich interessiert ein paar fremde Worte zu hören und andererseits nicht sonderlich erpicht darauf sich erneut mit dem Blonden zu raufen. Solange sie sich beschäftigen konnten, mussten sie sich nicht mit Worten messen. Letztendlich spielte es keine Rolle ob er ihr Pflanzennamen auf Arcum oder Umbra nannte; sie kannte so gut wie nichts davon und er sah sie mehr als ein Mal lachen wenn ein Wort besonders lustig war.

Auf diese Weise schmolz die Wegstrecke nur so dahin und obschon sich Jaiva immer wieder von ihrem Spiel ablenken ließ, so mischte sich punktuell aufglühende Zweifel in die Wogen, die zu seinen Füßen brachen. Ein Teil von ihr wollte nicht hier sein, der andere aber schon; Ciaran würde aber keinen Grund für diese gegensätzlichen Facetten finden als sie den Fluss erreichten, der hier in einem steinernen, tiefen Becken unter übermannshoch aufragenden, weißen Steinwänden träge dahin floss und sich in einiger Entfernung über eine von Gewächsen überwucherte Klippe stürzte. Es mochte zwar an diesem Morgen erst geregnet haben, doch an dieser Stelle war der Fluss herrlich klar; so klar, dass man auf dessen Grund blicken konnte.
Jaiva kannte den Weg entlang des dicht bewachsenen Ufers, das den Zugang zum Wasser versperrte, wusste, dass man des gedrungenen Bewuchses wegen erst fort von der hohen Felswand gehen musste um letztendlich doch davorzustehen. Spritzend stürzte sich das Wasser an dieser Stelle in die Tiefe und erst wenn man nah genug herangekommen war, konnte man sehen was sich bei dieser augenscheinlichen Sackgasse verbarg – hinter dem Gefälle konnte man in eine Höhle schlüpfen.
Komm“, sagte sie dann um die Stille zu stören, die von ihr Besitz ergreifen wollte und sie vertrieb die dunklen Gedanken so gut sie konnte nur das Drängen in ihrer Kehle blieb bestehen. „Es ist nicht mehr weit. Dort drinnen müssen wir vorsichtig sein. Man kann sich schnell den Kopf stoßen und ausrutschen. Es ist auch recht dunkel, aber keine Sorge. Das ist nur ganz kurz. Halt dich einfach gleich hier an der Wand fest.“ Wie hätte sie auch wissen können, dass ihm die Dunkelheit der schmalen Höhle nichts ausmachte? Sehr schnell würde der Weg in der Dunkelheit ansteigen, natürliche Stufen bilden und mit leise plätscherndem Geflüster von Wasser zu locken wissen.
Oben, der Weg führte nach oben und was dort oben war, hatte die Dorne bislang nur mit einer einzigen Person geteilt. Ein geheimer Ort. Innerlich seufzte sie und doch war es die beste Wahl.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jul 08, 2018 12:25 pm

„Freude im Herzen...“, wiederholte ich nachdenklich und ließ die Worte dabei über meine Zunge rollen wie einen guten Wein, dessen Geschmack man möglichst lange genießen wollte, um ihn genau beurteilen zu können. Ein Spiel, einfach nur der Freude willen? Das klang...merkwürdig. Unnütz. Und trotzdem irgendwie reizvoll. „Warum sind das seltsame Fragen? Das Leben dort draußen ist an vielen Orten anders. Sehr...unterschiedlich. Nur weil man ein Leben kennt, heißt das nicht, dass andere genauso sein müssen. Besser fragen als falsche Schlüsse ziehen.“ Ein leiser Vorwurf klang in meiner Stimme mit. Immerhin hatte sie oft genug nicht gefragt, sondern Dinge über ‚Lerchossöhne‘ behauptet, ohne selbst einmal einen Mann gesehen zu haben.

Mit jedem Schritt, den wir weiter gingen, spürte ich auch ihre Zweifel wachsen. Was hatte ich nun schon wieder falsch gemacht? Meine Stirn legte sich mehr und mehr in Falten, doch Jaiva beschritt den von ihr selbst gewählten Weg weiter und so sah ich keinen Grund sie zu unterbrechen. Es war sicher nicht gut zu lange durch den Dschungel zu laufen Wer wusste schon wie viele Amazonen hier noch unterwegs waren? Und ich wollte sie ungerne treffen, wenn es sich vermeiden ließ. Dann jedoch öffnete sich der grüne Vorhang plötzlich für einen Wasserfall. Ich blieb kurz stehen, um dem NaturwunderRespekt zu zollen. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Nicht in diesen Farben, nicht in dieser Intensität. Es war wundervoll. Wie ein kleines Kind stand ich da, Aufregung und Staunen in den Augen und nur ein leises ziepsen an unserem Band ermahnte mich, dass es klüger wäre nicht zu lange stehen zu bleiben sondern Jaiva schnell zu folgen. Trotzdem warf ich immer wieder einen Blick zurück, auch als wir bereits in die Höhle vorgedrungen waren und die Dunkelheit uns umschloss. Ich nickte, folgte Jaivas Rat und legte eine Hand auf den feuchten Stein, um dort Halt zu suchen, auch wenn ich hier genauso gut sehen konnte wie draußen. Aber das konnte und sollte sie nicht wissen. Also bewegte ich mich langsam, aber mit sicherem Schritt vorwärts. „Jaiva.“ Ich sprach leise und trotzdem verlieh die Höhle meiner Stimme ein merkwürdig verzerrendes Echo und ließ sie lauter erscheinen. Ich blieb stehen. „Es ist in Ordnung. Wir müssen nicht dort hin gehen.“ Noch immer nahm ihr Unbehagen zu - und machte mich schon ganz nervös! Das war natürlich der Grund, warum ich das sagte! Nicht etwa, weil mir ihr Gefühlszustand etwas bedeutete. Ich hatte zwar keine Ahnung, was uns hinter dem leicht ansteigenden Weg erwarten würde und ich verspürte eine gewisse Neugierde, aber ich wollte gleichzeitig nicht, dass Jaiva sich zu etwas zwang. „Wir können auch hier warten bis es dunkler ist. Kein Problem. So unbequem ist es hier auch nicht.“ Bis darauf, dass der Weg schmal und die Felsen nass waren vielleicht. „So lange ist es nicht mehr.“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jul 08, 2018 7:14 pm

Zaghaft auf Jaivas Stirn tanzende Zweifel begegneten dem Mann von jenseits der Grünen Hölle gleichsam einem einsilbig-vorsichtigen „Mhm-h“ und skeptisch angehobener Augenbrauen anstatt weiterer Worte, denn nur weil er von etwas überzeugt war und dies auch deutlich hörbar herausstellte, so bedeutete das keinesfalls, dass sie für seine Wahrheiten empfänglich war.
Gift, so wusste sie, seine Gedanken sind süßes Gift. Und sie wollte es nicht geschehen lassen, dass er sie damit infizierte – wer hätte schon sagen können ob ihre Welt, so wie sie es kannte, dann noch existierte. Die Welt hinter der Waldesgrenze, sie war zugleich verlockend wie auch abschreckend und so schwieg sie daraufhin und wenigstens für eine geraume Weile sollte diese Diskussion damit ein Ende gefunden haben, denn einerseits forderte der Weg ihrer beider ungeteilte Aufmerksamkeit und Ciaran wiederum spürte sehr deutlich, dass er gegen einen undurchdringlichen Urwald anreden würde sollte er weiter in sie dringen und auf seinem Standpunkt beharren.
Stur, sie konnte unendlich stur sein wenn sie so wollte, allerdings mischte sich immer größeres und größeres Unbehagen in die Welt ihrer Seele und so war es nicht weiter verwunderlich, dass all das, was unausgesprochen hätte bleiben sollen, durch seine Stimme hörbar gemacht wurde. Ihre Augen von zweifachem Grün glitten zu ihm hin und er konnte verschiedenste Facetten in sich aufglühen spüren – Schrecken, Unwillen und hinter Empörung flüsternde Verletzlichkeit, eingebettet in das Zwielicht der Welt jenseits des Wasserfalls, die aus verworrenen Lichtspiegelungen und Reflexionen wabernden Wassers an Wänden bestand. Sie konnte ihn längst nicht mehr so gut sehen wie er sie, doch sie versuchte ihr Augenmerk zu schmälern, ihn zu erhaschen und ihm ihren Unmut zu zeigen.
Es gefiel ihr ganz und gar nicht, dass der Lerchossohn seine Blicke in diese Richtung gelenkt hatte obschon es offensichtlich war, dass er dies nicht seine Absicht gewesen war. Dennoch... hätte er nicht einfach den Mund halten können? So wie sie den Mund gehalten hatte als sie ihn so still und fasziniert hatte starren sehen.
Unwissend wie ein Kind – diese Beschreibung hätte auf sie beide gepasst, jedoch war ihrer beider Bezug vollkommen anders. Jaiva war zwar mindestens genauso neugierig wie der Blonde, doch das war längst nicht alles.

Jetzt verkniff sie sichtlich die Mundwinkel und presste die Lippen fest aufeinander. Sie wollte nicht, dass er sie so sah und sie wollte ganz gewiss nicht mit Verständnis bedacht werden, daher griff sie rasch nach dem Ungemach, das er ihr bereitet hatte. Wenn er doch einfach still geblieben wäre! Zorn, jetzt war es mehr und mehr diese Facette, die sich in den Vordergrund drängen wollte.
Sei nicht albern“, grollte sie mürrisch und wies mit einer raschen Geste zu dem schmalen Pfad hin, der nach oben führte. Nass und ungemütlich war es hier und wann immer der Wind auffrischte, wurde ein Mundvoll Gischt in ihre Richtung geweht. „Ich würde ja sagen, dass du ja hier versauern kannst; aber ich fürchte das ist nicht möglich - also komm. Ich will nämlich nicht nass werden.“
Mit stolperndem Herzen tastete sich Jaiva weiter in die rasch zunehmende Dunkelheit vor, behielt ihre geduckte Haltung bei und lauschte hinter sich, darauf hoffend, dass er ihr nachfolgen würde - hinter die Biegung im Fels, der gewunden nach oben führte. Licht, von oben her lockte verspielt zwischen dichtem Pflanzenbewuchs hindurch blitzendes Tageslicht. Aus dem hellgrauen Stein heraus bildete sich ein offener, nicht besonders großer Raum, der nah, sehr nah an den höchsten Punkt des Wasserfalls heranführte und einen erhabenen Blick über die nahe Umgebung erlaubte. Hier der Fluss und dort der Wald, der alles auszumachen schien. Steinerne Überhänge schützten vor Wind und Wetter und Lianen machten diesen Ort zu einem perfekten Versteck. Oder... einem geheimen Ort, denn Gegenstände legten den Gedanken nahe, dass hier jemand gelebt hatte; wenigstens von Zeit zu Zeit.
Es gab eine geflochtene Matte, die zur Rast einlud und obenauf eine Decke, die ganz aus bunten Federn gemacht zu sein schien, die aneinander geknüpft worden waren. Ein großes Gefäß aus gebranntem Ton stand hier, dort eine aus langen Blättern geflochtene Schale, in der noch mehr Federn aufbewahrt wurden. Hölzerne Schalen und Becher standen auf einer steinernen Struktur und eine Reihe auf einem kleinen, steinernen Sims ausgestellter Tiere, die aus daumendicken Holzstücken heraus geschnitzt worden waren. In einer Ecke lehnte ein Bogen und nebenan stand ein gefüllter Köcher, daneben ein Speer und ein großes, sehr breites Messer, das in einer ledernen Scheide verwahrt wurde. Es... ach, es gab so vieles, das diesen Ort zu einem Zuhause machten und doch lagen vertrocknete Blätter auf dem steinernen Boden oder auf Tierfellen, die hier und dort ausgelegt worden waren.

Die dornige Amazone war an der Schwelle stehengeblieben und linste dann kurz hinter sich, sah nach Ciaran und dann machte sie sich auffallend energisch daran die herumliegenden Blätter aufzusammeln. Und der Schmerz? Der war mit jedem Schritt hinauf immer weiter angestiegen und schien jetzt den gesamten Raum einzunehmen.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jul 09, 2018 6:59 pm

Ich bedachte Jaivas Rücken ein weiteres Mal mit einem kritischen Blick, schwieg kurz, während ich ihr folgte und überlegte, ob ich zu ihrem Verhalten noch etwas sagen sollte oder nicht. Es wurmte mich, wenn sie mich ohne Grund so anblaffte. „Ist es nicht viel alberner Trauer hinter dummen Worten zu verstecken?“, fragte ich und trat im selben Moment in den sich weitenden Raum. Eine natürliche Öffnung auf der gegenüberliegenden Seite des Felsatriums wirkte beinahe wie ein Fenster, gab den Blick über die Umgebung frei und war von beiden Seiten von dichten Pflanzenvorhängen bedeckt, die dem hereinfallenden Lichtspiel einen grünlichen Ton gaben. Ich machte einen Schritt in den Raum hinein, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sah mich neugierig um. „Du willst vor allem nicht, dass jemand für dich unliebsame Dinge ausspricht. Wobei...“ Meine Augen huschten weiter über die Einrichtung. „...ich langsam glaube, dass du auch nicht willst, dass ich hier bin.“ Ich hatte den Kopf zur Seite gewandt, schienbar darin vertieft den Raum zu begutachten, doch eigentlich lag meine Aufmerksamkeit viel mehr auf Jaiva selbst. Ihr Schmerz war mehr als deutlich zu sehen. Dafür brauchte ich noch nicht einmal das Band. Dennoch fragte ich mich unwillkürlich, was es war, das sie so mitnahm. Ob sie früher öfter hier gewesen war? Wenn ja, dann musste es schon einige Zeit her sein, wenn ich die Blätter auf dem Boden richtig deutete. Nur...warum? „Was ist hier geschehen?“, fragte ich und wandte mich nun wieder ganz zu Jaiva um.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jul 09, 2018 7:56 pm

Die dornige Amazone achtete darauf nicht in Ciarans Richtung sehen zu müssen und nahm es dafür billigend in Kauf, dass er in ihrem Rücken stand während sie sich weiter nach Blättern bückte und dann innehielt als er sie auf das Offensichtliche ansprach. Er wusste es, natürlich wusste er es aber das bedeutete keinesfalls, dass es dadurch leichter für sie wurde... oder dass sie irgendetwas davon gewollt hätte. Verschiedene sehr heftige Gefühle flammten nur ein Herzschlag nach seinen Worten anstatt von Antworten auf. Ganz gleich ob ihr Verhalten albern sein mochte, wenn er nicht in sie hineinblicken hätte können, wäre sie unter Umständen mit ihrem nach außen hin ablehnenden Benehmen durchgekommen – ihr grimmiges Gesicht war in vielerlei Hinsicht ein zuverlässiger Vertrauter und allein dem göttlichen Schicksalsband war es zu verdanken, dass er mit spielender Leichtigkeit dahinter blickte.
Du willst vor allem nicht, dass jemand für dich unliebsame Dinge ausspricht.“ - Nein das will ich nicht!, grollte sie innerlich.
Wobei... ich langsam glaube, dass du auch nicht willst, dass ich hier bin.“ - Ja! Du hast hier rein gar nichts verloren!, glomm heftigstes Widerstreben gleichsam einem Blitzschlag in finsterster Nacht in ihr auf. Es war so viel leichter zornig zu sein als sich alledem zu stellen, woran sie nicht denken wollte. Sie wollte nicht über Sie sprechen, mit niemandem – und erst recht nicht mit ihm!

Fest presste sie die Lippen aufeinander und stierte in eine Ferne, die jenseits des Lianen-Vorhangs lag und nicht im Hier und Jetzt zu finden war. Ciaran hätte den Mund halten sollen, doch diesen Gefallen tat er ihr nicht, denn er besaß sogar die Dreistigkeit direkt nach einem Geschehnis zu fragen, das nicht hier seinen Anfang genommen hatte. Ein Teil wollte ihm antworten während der andere in Erwägung zog ihm die gesammelten Blätter ins Gesicht zu werfen; sie tat es nur nicht weil sie selbstverständlich ganz genau wusste, dass sie ihn nie und nimmer dermaßen heftig getroffen hätte damit er endlich Ruhe gab.
Sei still“, fuhr sie ihn in Ermangelung von Alternativen mit zusammengebissenen Zähnen an während ihr wilder Blick zu ihm schnellte. Diese Augen... diese gleichermaßen gift- wie auch blassgrünen Augen schienen sich in dieser Angelegenheit einig zu sein: Da war viel zu viel Schmerz als dass sie dem noch länger hätte widerstehen können. Jaiva war wütend; aber eigentlich... war sie nur eines: unglaublich verletzt und verzweifelt, ach so unglaublich verzweifelt. „Das geht dich rein gar nichts an! Hörst du! Nichts... rein gar nichts! D-du kommst hier her, in die Grüne Hölle und willst nur wissen, wissen, wissen. Hast du noch nie jemand verloren? Hah? Spuckst hier große Töne! DAS kannst du gut! Ein Gorilla im Wachtel-Käfig hätte mehr Taktgefühl als du!“ Ihre Stimme, sie brach mehrfach und die Gemütsverfassung tanzte auf Messersschneide – nur noch ein einziges, falsches Wort... und, ja, er würde sehen was er davon hatte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Jul 09, 2018 8:16 pm

Ich zuckte ein wenig zurück, doch dann erfüllte erneut Trotz meinen Blick, während ich einen Schritt auf Jaiva zu machte und dann noch einen. „Und dann?“, fuhr ich sie an. „Was wird besser, wenn ich still bin? Ist es besser leise zu leiden, es immer und immer wieder zu sehen, zu wenden, zu drehen, ohne weiter zu kommen, ohne zu vergessen, ohne darüber hinweg zu kommen? Willst du dein Leben lang diese Trauer mit dir herum tragen wie eine vergiftete Klinge und dich immer und immer wieder selbst damit schneiden?“ Ich umfasste ihre Schultern, bereit für das Donnerwetter, das wohl gleich wieder über mich hereinbrechen würde. „Vielleicht habe ich ja kein Taktgefühl, aber ich spreche die Dinge wenigstens an, statt sie irgendwo ganz ganz tief zu vergraben und still vor mich hin zu leiden!“ Gut, das war vielleicht nicht immer ganz richtig, aber im Moment war nicht ich es, der irgendetwas am liebsten für immer verbergen würde. „Und vielleicht geht es mich auch nichts an, aber es tut dir weh. Und mir deswegen auch! Und im Vergleich zu dir leide ich nicht gerne aufgrund so dummer Dinge!“ Ich funkelte sie an. Amethyst traf hellen und dunkleren Smaragd. Ich senkte meine Stimme. „Wovor hast du Angst?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Jul 10, 2018 7:58 pm

Gleißende Elmsfeuer erwachten jäh in Jaivas Augenmerk von zweifachem Grün zum Leben und zusammen mit ihnen gewann auch ihr Zorn funkelnd rasch die Vorherrschaft, erstickte wenigstens Schmerz und Trauer und sorgte dafür, dass sich ihre Augenbrauen gleichsam ihrer Mundwinkel einem grimmigen Ausdruck annäherten.
Alles!, empfand sie mit grollender Heftigkeit obschon sie es besser hätte wissen sollen, denn die Wahrheit lautete natürlich: Nichts. Nichts wurde besser wenn man es totschwieg. Eben noch hatte sie sich nach den Blättern gebückt, hielt eine kleine Vielzahl von ihnen in ihrer linken Hand und richtete sich just in dem Augenblick zu ihrer vollen Größe auf als sich ihr Ciaran annäherte. Was hatte er jetzt schon wieder vor? Misstrauen zwängte sich durch das himmelhoch aufragende Gebilde aus Zorn und brachte Unsicherheit in ein unlängst instabil gewordenes Seelenkonstrukt hinein. Alles, was sie jetzt noch aufrecht hielt, hing an einem seidenen Faden, der zwischen seinen und ihren Augen gespannt war.

Noch ein Schritt. Noch mehr Worte. Und es war allein ihrer Sturheit zu verdanken, dass sie just in diesem Augenblick keinen Schritt zurück machte, denn ganz gleich wie sehr diese Situation sie auch aufreiben mochte, vor ihm würde sie sich gewiss nicht die Blöße geben! Der Lerchossohn sah ohnehin schon zu viel und als er seine Hände auf ihren Schultern platzierte, tatsächlich die Dreistigkeit besaß seinen in ihren Ohren anmaßend klingenden Worten mit dieser Handlung die Krone aufzusetzen, lief das Fass nicht nur über, nein, es explodierte.

Bittere Tränen oder rasender Zorn? Das war die Frage gewesen, die sich bis zuletzt gestellt hatte, doch jetzt reagierte sie unterbewusst, brauchte keine Entscheidung mehr zu treffen denn sie blieb noch exakt so lange still bis seine Worte verklungen waren, dann bewegte sie ihre Schultern in einer abrupten und überaus brüsken Bewegung und wenn ihm das nicht deutlich genug gewesen war, würde sie auch ihre Hände zu Hilfe nehmen um ihn abzuschütteln. Aufgesammelte Blätter rieselten raschelnd zu Boden.
Das Echo seiner letzten Worte bebte noch in ihr. '… dumme Dinge …'
Ooooh, er hatte keine Ahnung!! Er hatte absolut keine Ahnung!! Dieser Trampel! Gorilla! Dieser drei Mal verfluchte Lerchossohn!
Unerbittlichkeit waren ihre Lippen, Gnadenlosigkeit ihre Augen und Härte ihre Gesichtszüge. Er wollte wissen wovor sie sich fürchtete? Vielleicht hätte Jaiva gelacht wenn sie die Ironie des Augenblicks erkannt hätte, denn es gab nur eines was sie wirklich und wahrhaftig fürchtete: und das war Einsamkeit. Ein weinendes Mädchen im Dunkeln, das mit sich selbst haderte.

Tust du das noch einmal, Mann, bringe ich dich um“, sagte sie ihm mit schneidender Stimme, die das Gold auf ihren Lippen zersplittern ließ. Es spielte keine Rolle, dass sie ihm körperlich unterlegen war oder ob sie genügend Entschlossenheit dafür hätte aufbringen können, doch sie ahnte sehr wohl wie sie ihn zum Schweigen bringen konnte.
In diesem Augenblick war sie zu allem bereit, ganz gleich wie Dumm es auch sein mochte. Wenn er ihr nicht den nötigen Freiraum ließ, würde sie ihren Dolch ziehen; den Rücken Richtung der Öffnung gerichtet. „Sei still“, verlangte sie mit schwer in ihrer Kehle bebender Stimme. Sie in diesem Augenblick wahnsinnig zu nennen wäre nichts als die volle Wahrheit gewesen.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Jul 11, 2018 2:10 pm

Das Gewitter, das sich zunächst in Jaivas Innerem abspielte, dann durch ihre Augen in Form von Blitzen nach außen drang und sich schließlich grollend entlud, hatte eine Heftigkeit, mit der ich zwar gerechnet hatte, die mich aber gleichzeitig auch wieder überraschte. Es war wirklich ein wunder - ein sehr wunder Punkt, dem wir uns hier genährt hatten. Und die dornige Amazone war anscheinend bereit alles zu tun, um jeden anderen von sich fort zu halten. Ich ließ sie los, als sie sich gegen meinen Griff an ihrer Schulter wehrte, warf ihr aber einen finsteren Blick zu, der ebenfalls vor Funken sprühte und einen kleinen Teil meines dunkelelfischen Wesens erahnen ließ. Ich würde mir von keiner Frau Befehle geben lassen, wenn ich es für unangebracht hielt. „Versuchs doch“, zischte ich mit genauso schneidender Stimme. „Aber ich fürchte es wird dir nicht gut bekommen.“ Ein eisiges Lächeln umspielte meine Mundwinkel. Sie sollte bloß nicht glauben, dass ich als Dunkelelf vor irgendetwas zurückschrecken würde, wenn sie es darauf anlegte.
„Ich lasse mir nicht den Mund verbieten. Erst Recht nicht, wenn es die Wahrheit ist.“ Meine Worte waren leise, doch das nahm ihnen nichts an ihrer Intensität. „Das was du tust ist ungesund“, beharrte ich. „Was auch immer es ist, es macht dich krank und blind. Und damit schwach.“ Für einen Dunkelelfen wäre das eine der schlimmsten Beleidigungen überhaupt gewesen. Doch wie sah es mit der Amazone aus? Ob sie verstand, dass ich ihr eigentlich zu helfen versuchte? Was auch immer geschehen war, es hielt sie fest. Gefangen. Und hinderte sie daran nach vorne zu schauen und sich zu entwickeln. Zumindest erschien es mir so.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jul 13, 2018 12:00 am

Aber ich fürchte es wird dir nicht gut bekommen.“ - „Dir auch nicht, Mann“, schnellte es innerhalb eines Wimpernschlags aus dem Munde der dornigen Amazone zurück. Der Lerchossohn sollte ja nicht vergessen, dass dies ein Pfad war, der zugleich in zwei Richtungen gegangen werden musste - er war ihr genauso ausgeliefert wie sie ihm und auch wenn sie sich bereits einen Eindruck seiner Fähigkeiten hatte machen können, so wähnte sie sich doch in Sicherheit. In ihren Augen war er machtlos, ganz gleich wie sehr er es doch anders darstellen wollte. Sie glaubte ihm kein Wort. Er würde nicht Ernst machen. Auch fürchtete sie ihn nicht. Eine Amazone fürchtete sich vor nichts und niemandem - erst recht nicht vor einem Mann.
Immer wenn er diese Facette seiner Persönlichkeit demonstrierte, fühlte sie sich wieder ein Stück weit mehr in ihren Vorurteilen bestätigt und in gewisser Weise auch beruhigt, denn in ihrer Welt war kein Platz für Männer, die nett und freundlich waren. Das war er auch nicht. Ciaran war nicht freundlich, denn anstatt aufzuhören, machte er nur weiter, versuchte es mit einer Kombination aus Logik und dem Holzhammer, doch so funktionierte das nicht. Solange sie nicht wollte konnte er reden wie er wollte - er bekam nur ihre dornige Seite zu spüren; sah ihr Gesicht, das hart und voller Ablehnung war und ihre Augen, von denen das giftgrüne dominant geworden war.

Alle Weichheit war verschwunden.

Der Blonde erreichte nur eines: Er machte Jaiva nur immer wütender und wütender und damit auch verzweifelter und verzweifelter. Mit seinen ungnädigen Worten trieb er sie nur immer weiter in die Arme der Verzweiflung und das, was sie als Echo von ihm empfing, machte es keinesfalls besser.
Als ob Logik in einem Augenblick wie diesem noch in irgendeiner Art und Weise hätte helfen können, denn die Amazone begann langsam rückwärts zu gehen; ihre Finger am Griff ihres Dolches um ihn im Zweifelsfall zur Hand zu haben. Eine verzweifelte Frau und eine Waffe. Das konnte gar nicht gut ausgehen, doch was sie wirklich beabsichtigte würde Ciaran früher oder später bemerken, denn das grün-goldene Licht berührte ihren Schopf gleichsam ihrer Schultern und dann würde sie die Kante erreicht haben, fühlte kühlen Wind zwischen ihren Schulterblättern und spielte an den Federn in ihrem dunklen Haar.
Bis nach unten war es ein Sturz von gewiss zehn, vielleicht sogar fünfzehn Metern.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jul 13, 2018 5:57 pm

Schweigend und zunächst mit grimmiger Genugtuung beobachtete ich, wie Jaiva trotz ihrer bockigen Worte zurückwich. Hatte sie endlich verstanden, dass man es mit einem Dunkelelfen nicht zu weit trieb? Doch auf ihrem Gesicht und in ihren Emotionen spiegelte sich kein Tropfen der Furcht wider, was mich misstrauisch werden ließ. Was hatte sie vor? Meine Augen wurden schmal, während ich dieses Mal bewusst versuchte in sie hinein zu blicken. Immer weiter wich sie zurück, mehr von Verzweiflung denn Angst getrieben. Nicht zum ersten Mal klang mit wirklichem Interesse meinerseits die Frage an, was sie bisher erlebt haben mochte, dass sie nun so reagierte. Es war mir vollkommen unerklärlich. Sie erinnerte mich an ein wildes Tier, das man in die Enge getrieben hatte und das nun versuchte zu fliehen... Ich riss die Augen auf und schnellte kaum einen Herzschlag später auch schon vorwärts. Flucht. Das war es? So einfach und doch so... verrückt. Ich streckte die Hand nach ihr aus, versuchte sie zu packen, herumzuwerfen und wenn nötig mit meinem Körper an Wand oder Boden zu fesseln. Je nachdem, ob und was mir gelingen würde. „Bist du vollkommen verrückt geworden?“, fuhr ich sie noch mitten in der Bewegung an. „Willst du uns umbringen?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Jul 13, 2018 7:05 pm

Wie sehr Ciaran die Lage verkannte, erkannte er erst als das Unheil bereits seinen Lauf genommen hatte, denn Jaiva spürte die steinerne Kante nahe ihres Gesäßes und dies gab ihr ein wisperndes Gefühl von Macht. Ganz gleich was er auch denken mochte, in diesem Augenblick entschied sie. Sie allein! Und der Abgrund, er säuselte sein liebliches Lied der Tiefe. Süßes Vergessen. Aller Schmerz würde vergessen sein wenn sie diesem Ruf folgte. Alles, was sie tun musste, war die Augen zu schließen und sich nach hinten zu lehnen. Ein kurzer Moment der Überwindung, mehr brauchte es nicht.
Man mochte sie Auge in Auge mit dem Lerchossohn unvernünftig, wahnsinnig oder gar lebensmüde nennen, doch das änderte rein gar nichts an der Tatsache, dass sie ihm drei Herzschläge voraus war. Noch bevor er die Augen aufgerissen hatte, spürte sie bereits die Erkenntnis in seinem Gedankengut aufflammen wie ein jähes Strohfeuer.

Gut, empfand sie mit dunkelster Grimmigkeit. Sollte er einen Hauch der Hilflosigkeit spüren, die sie seit Wochen in sich pulsieren spürte. Nichts, er konnte rein gar nichts tun wenn sie es nicht wollte und noch bevor er es zu ihr geschafft hatte, tat sie einen geschmeidigen Satz, der sie auf den steinernen Sims brachte, auf dem sie wie ein exotisches Raubtier hockte, ein Knie abgelegt - den Dolch aus ihrem Waffengurt empor gerissen und vor ihrem Körper gehoben.

Bleib sofort stehen oder ich reiße dich mit mir!“, fuhr sie, nein, schrie sie ihn an. In ihren Augen kämpften verschiedenste Facetten um die Oberhand.
Verzweiflung. Mut. Furcht. Schmerz. Hass. Alles war auf Ciaran fokussiert.

Was als nächstes geschehen würde, kam ganz allein auf ihn an. Würde er stehenbleiben und sich auf ein Gespräch mit einer Frau einlassen, die bis zum Äußersten bereit zu gehen war weil er den Augenblick verpasst hatte seinen Mund zu halten? Stürmte er weiter voran und versuchte sie zu packen auch wenn er sich des Risikos bewusst sein musste, dass er sie unter Umständen aus dem Gleichgewicht bringen und zusammen mit ihr in die Tiefe stürzen würde?
Und da war noch der Dolch. Ob er ihn ihr entwenden konnte? War er schnell und entschlossen genug?

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Jul 14, 2018 12:13 pm

Mein Herz raste. Was dachte sie sich nur dabei? Wie eine dunkle Katze hockte sie da auf dem steinernen Sims, den Dolch mit einer Hand vor sich, die grünen Augen funkelnd. Das einfallende grüne Licht schien sie zu umgeben wie eine merkwürdige Art von Heiligenschein. Ein verzerrtes Abbild, das dem Surrealismus der Situation noch weitere Nahrung gab. Ich stockte. Meine Gedanken wirbelten im Kreis wie der Blätterhaufen, den sie so eben noch in den Händen gehalten hatte und der nun vom Wind getragen wurde. Wie schnell konnte ich bei ihr sein? Wie schnell konnte sie sich fallen lassen? Würde sie das so oder so? Die Böen tanzten um mich herum, wirbelten Blätter und eine einzelne Feder mit sich. Federn. Ein Bild blitzte vor meinen Augen auf. Eine Federkette.

„Nein. Sie war ein Geschenk.“  Von wem denn?
Traurigkeit. Bedauern. Schuld.
„Meine Liebste hat sie mit einst geschenkt.“

Ich hörte Jaivas Stimme so klar, als würde sie gerade jetzt zu mir sprechen.

"Ich bin nur dann stachelig wenn ich einen Grund dazu habe. Frauen sind nicht herzlos. Es gibt immer einen Grund warum sie tun was sie tun."
Langsam aber sicher setzten sich die Puzzleteile zusammen. Die Matte. Der Ort. Jaivas Unbehagen, hier zu sein.

„Allein bist du nichts wert.“ Betroffenheit. Ihre wie meine. „Willst du mir weh tun?  Es gibt nichts, was ich noch nie gehört hätte.“

Langsam glaubte ich zu verstehen. Und das ließ meinen Puls nur noch mehr in die Höhe schnellen, als ich mir den Schmerz wieder vor Augen führte, der unter der Oberfläche brodelnd in ihr saß wie ein vergifteter Dorn.

„... eine Möglichkeit, wie sie ihren Kindern neue Hoffnung schenken konnten.“

Jetzt ergab das einen Sinn. Ich schluckte. Das hier war vollkommen unbekanntes Terrain für mich. Ich konnte mit Furcht umgehen, Ängste vielleicht für meine Zwecke nutzen. Aber das hier? Ich starrte sie an, versuchte ihren Blick mit meinen Augen zu fangen. Nein, ich wollte ihr nicht weh tun. Und ich wollte nicht, dass sie sprang. Jaivas zaghaftes Lächeln erschien in meinen Gedanken. Nicht einmal, um mein Leben zu retten, sondern ihres.

„Hast du noch nie jemand verloren?“ Nein. Niemanden, der es wert gewesen wäre, um ihn zu trauern.

Ich stand ganz ruhig da, vollkommen unbewegt, obgleich sich die Windmagie in mir sammelte. Ich würde nicht zulassen, dass sie in die Tiefe sprang. Nur meine Augen suchten ihre und ich hoffte, dass sie das tun konnten, was eine ausgestreckte Hand nicht vermocht hätte. Langsam öffnete ich die Lippen. Ich kam mir vor wie ein Tänzer auf einem Seil, gespannt über einer tiefen Schlucht. „Meinst du, sie wäre glücklich, wenn sie dich jetzt sehen würde?“ Meine Stimme war ruhig. Kein Hauch von Angriffslust lag in meinen Worten, nur angespannte Nervosität.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Jul 14, 2018 3:23 pm

Die Zeit schien stillzustehen als sich vor den Augen des Lerchossohnes Gedanken wie Perlen auf einer Kette aufreihen begannen und sich Stück für Stück zu einer tiefgreifenden Erkenntnis zusammenfügten, die auch Jaiva, obschon sie aufgewühlt sein mochte, nicht entgehen konnte. Sie wusste nicht was ihm durch den Kopf ging und doch... brandete das gleichsam mitreißende wie auch seltsam seichte Echo gegen die steinerne Wand, die in jenem schmalen Sims gipfelte, der wiederum einen Grat formte – vielleicht den Grat zwischen Leben und Tod.

Etwas hatte sich verändert. Die Dorne konnte es sehen wie auch fühlen. Der Druck hatte sich in Luft aufgelöst und damit auch das Gefühl von Zwang, gegen den sie sich bis aufs Hässlichste gewehrt hatte. Man konnte diese Frau nicht zwingen, nicht ohne einen hohen Preis dafür zu bezahlen.
Allergrößte Vorsicht und damit auch Misstrauen breitete sich zu ihren Füßen aus, erweckte Empfindungen wie Unsicherheit und leiseste Zweifel zum Leben, denn sie konnte nicht einschätzen was als nächstes geschehen würde. Der Wahnsinn, der in ihren Augen zu sehen gewesen war, minderte sich maßgeblich und damit auch die Entschlossenheit sich in die Tiefe stürzen zu wollen.
Sie... wollte doch gar nicht sterben. Ihre Augen, sie zuckten von ihm fort.

Und dann kamen sie, die alles entscheidenden Worte, die zur Summe von Ciarans Überlegungen geworden waren. Das Ass. Die eine Chance, die ihm gewährt wurde, jetzt, da er Jaiva zum Zögern gebracht hatte; zum Zuhören.
Meinst du, sie wäre glücklich, wenn sie dich jetzt sehen würde?“, fragte er sie und überließ es ihren Gedanken eine Antwort auf diese Frage zu finden, die in diesem Moment einfach alles bedeutete.

Eben noch in bedrohlicher Haltung, geriet der geschmeidige Leib für einen Moment wie ein Blatt im Wind ins Wanken und doch sank die dornige Amazone lediglich in sich zusammen, legte ein angezogenes Bein auf dem Sims ab während das zweite nach unten hing und Zehenspitzen durch luftige Höhe tanzten. Eine Amazone fiel nicht aus Unaufmerksamkeit. So saß Jaiva ihm gleichermaßen zu- wie auch abgewandt auf dem Sims und ließ den Kopf hängen. Hinter nach vorn fallendem Nachtschattenhaar war ihr Gesicht verborgen und damit auch die Tränen, die jetzt zusammen mit bebenden Schultern und leisem Schluchzen anstatt von harschen Worten zur Wirklichkeit wurden.
Eiris... nein, sie wäre nicht glücklich gewesen wenn sie Jaiva jetzt gesehen hätte. Sie war nie eine Frau großer Worte gewesen und doch hatte sie immer im richtigen Moment die richtigen Worte gefunden. Und jetzt... jetzt war sie fort.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jul 15, 2018 9:44 am

Jaivas Schultern sanken hinab und generell wirkte ihre ganze Haltung plötzlich eingefallen. Die Anspannung war verflogen und ich sah nicht mehr das wilde Tier, sondern viel mehr ein einsames, verlassenes Mädchen vor mir - nicht dass das die Situation einfacher gemacht hätte, denn mit letzterem kannte ich mich noch weniger aus. Aber zumindest hatte ich das Gefühl, dass sie sich nicht mehr aus der Felsspalte stürzen wollte.
Ich blieb wo ich war und schwieg, während ihre Schultern bebten. Sie weinte, doch ich wusste nicht, was ich tun sollte. Es war mir irgendwie peinlich, sie so zu sehen. Und meine Hilflosigkeit machte es nicht besser. Ich wollte ihr einen Moment für sich geben, doch richtig möglich war das auch nicht. Schließlich konnte ich mich kaum mehr als drei Schritte von ihr entfernen und die einzige Privatsphäre, die ich ihr gönnen konnte war, dass ich ihr den Rücken zuwandte. Doch das würde die leisen Schluchzer noch immer nicht vor meinen Ohren verbergen. Noch immer unentschlossen trat ich trotzdem noch einen Schritt auf sie zu. Ich wollte ihr eine Hand auf die Schulter legen, doch dann erinnerte ich mich daran, wie schreckhaft sie immer darauf reagierte. Und so schwebten meine Finger unschlüssig über ihrer Haut. „Sie...würde wollen, dass du glücklich bist. Und...lachst“, sagte ich vorsichtig.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jul 15, 2018 10:47 am

Trotz aller Hilflosigkeit die von Ciaran ausging, führten ihn seine Schritte doch näher zur dornigen Amazone heran, die dort auf dem steinernen Sims saß und ihrem Schmerz weinend Ausdruck verlieh. Ihr Gesicht konnte er nicht sehen, ihre Verzweiflung aber fühlte er mit jeder Woge des fremden Meeres, die an die Ufer seiner Seele brandete. Von Schmerz und Schuld flüsterte das Wasser, von Reue, Sehnsucht und Verlorenheit, da war so viel, ach, so unendlich viel, das diesen Augenblick schwer und bedeutungsvoll machte.
Die rechte Hand, in welcher der Dolch ruhte, lag zusammen mit ihrem linken Bein auf ihrer kleinen Zuflucht während das rechte frei durch die Luft außerhalb des Verstecks glitt. Noch immer konnte sie abstürzen, wenn auch nicht mehr weil sie es wünschte. Tatsächlich war in diesem Moment schwerlich vorauszusehen was das richtige war. Jedes Mal wenn der Lerchossohn versucht hatte Jaiva zu berühren, war er im besten Fall abgeschüttelt meistens jedoch zurechtgewiesen worden - weshalb hätte es jetzt anders sein sollen? Er wagte es nicht, doch stattdessen bediente er sich weiterer Worte, welche die junge Frau - das Mädchen - zusammen mit einem Schluchzen auflachen ließ. Es klang alles andere als freudig.
Glücklich... sein. Lachen... Wie sollte sie das denn tun wenn jedes Mal wenn sie auch nur an Eiris dachte sich ihr Herz krampfhaft zusammenzog? Es war nicht nur dieser Ort, der Erinnerungen in ihr wach rief, denn sie trug die Erinnerungen in sich und sie köchelten nur knapp unterhalb ihrer Haut.

Noch immer hielt sie den Kopf gesenkt, hob nun aber die linke Hand und fuhr sich mehrfach über Gesicht und Augen, doch dies änderte nichts daran, dass Tränen und Tränen ins Hier und Jetzt fielen. Ein Mal begonnen fielen die salzigen Tropfen gegen die sie sich so erbittert gewehrt hatte immer weiter. Just in diesem Augenblick war Jaiva so weit entfernt vom Glücklichsein wie schon lange nicht mehr, kehrte sie doch zurück zu jenem schicksalhaften Tage, der einfach alles verändert hatte. Worte drängten sich ihr auf, sammelten sich mit großem Nachdruck in ihrer Kehle und verlangten die Grenze zur Hörbarkeit zu überschreiten. Sie wollte nicht, nein, sie wollte schon aber sie wollte auch nicht. Es war überaus kompliziert die chaotisch übereinander stürzenden Gedanken zu ordnen.
D-as... i-ist nicht... ni-cht so einfach“, schluchzte sie, scheiterte daran einen Satz zu ersinnen, der nicht vor der Heftigkeit ihrer Trauer zerbrach. „I-i-ich ha-abs versu-ucht.“ Aber letztendlich... war all das doch nicht mehr als eine Lüge gewesen.
Jetzt nahm sie auch seine Anwesenheit wahr und wusste in diesem Augenblick genauso wenig was sie davon halten sollte wie er nicht wusste was mit einer weinenden Frau zu tun war. Langsam, ganz langsam drehte sie ihren Kopf um ein winziges Stückchen und spähte zwischen einzelnen Strähnen ihres Haars hindurch zu ihm hoch. Und obwohl sie doch spürte wie wenig feindselig er ihr jetzt gesonnen war, so rechnete sie dennoch mit Spott, wenigstens jedoch einem weiteren unsensiblen Spruch.
In dem ihm nun zugewandten linken Auge - dem Blassgrünen - schimmerte feuchte Verletzlichkeit, die im Augenblick still wie Blütenstaub über ihre Wangen fiel, doch er konnte sich gewiss denken wie trügerisch die Stille war.


Zuletzt von Jaiva am So Jul 15, 2018 11:48 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jul 15, 2018 11:40 am

„Natürlich ist das nicht einfach.“ Ich rang mit mir, rang mit dem was ich sah und dem was ich...was wir fühlten. Beim Unlicht, war das kompliziert! Die größte Prüfung seit ich denken konnte! „Das Leben ist nie wirklich einfach.“ Ich seufzte leise. Auch das war einfacher gesagt als wirklich akzeptiert. Und es war bestimmt nicht die Art von Weisheit, die sie gerade hören wollte. Oder die sie brauchte, wenn ich den chaotischen Sturm in ihr richtig deutete. Ich holte tief - wirklich tief - Luft und legte meine Hand auf ihre Schulter, während ich ihren Blick erwiderte. Von dem von ihr so befürchteten Spott war weit und breit nichts zu finden. Dazu wusste ich dank des Bandes zu gut, wie sehr sie wirklich litt. Und diese Schmerzen teilte ich nun, auch wenn sie mir fremd waren. Aber etwas anderes, das zu mir durch drang erschien mir mehr wie der Ursprung jeden Übels. Es kostete mich noch mehr Überwindung die nächsten Worte zu sprechen, denn die ganze Situation war mir überaus suspekt und ich rechnete noch immer jeden Moment mit einer explosiven Katastrophe. Aber irgendetwas musste ich versuchen. „Egal was passiert ist...es ist nicht deine Schuld.“ Denn das war es, was sie vergiftete. Schuldgefühle. Ich schüttelte zum Unterstreichen meiner Worte kurz den Kopf und drückte ihre Schulter, wobei ich mich selbst vor Anspannung kaum zu atmen wagte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Jul 15, 2018 12:41 pm

Die Hand auf Jaivas Schulter zeigte die vorsichtigste Form von Fürsorge auf. Es war wenig und doch bedeutete es in diesem Augenblick die ganze Welt und für einen Moment hatte es den Anschein, dass seine Worte die Wende bringen würden.
Verständnis, eingebettet in geseufzte Worte, auch wenn er sich dieser Situation nicht gewachsen fühlte. Sie spürte nichts davon, zu allumfassend war ihr Schmerz. Und sie schluchzte noch einmal leise, klang aber so viel weicher dabei. Vielleicht, ja... vielleicht hatte der Lerchossohn tatsächlich einen Weg gefunden das tosende Meer zu beruhigen.
Entgegen jeder Erwartung schüttelte sie ihn nicht ab, nicht jetzt.

Vielleicht...
…aber dann.

Egal was passiert ist... es ist nicht deine Schuld.“
Ciaran konnte spüren, dass das ein tollkühner Schritt zu viel gewesen war, denn mit diesen Worten hatte er dünnes Eis betreten, das vor seinen Augen mit schwindelerregender Geschwindigkeit Risse bekam und unvermittelt zersplitterte. Der Strom, der sich daraufhin den Weg in die Freiheit bahnte, zischte auf ihn zu, riss ihn jedoch nicht auf die erwartete Weise zu Boden, denn sie schrie ihn nicht an obschon ihr Kopf rasch nach oben schnellte und sie sich ihm unvermittelt ganz und gar zuwandte.
Dieses Unglück sollte nicht ihre Schuld gewesen sein? Jaiva war anderer Meinung und das konnte er auch spüren noch bevor sie Worte fand, die ihre bebenden Lippen verließen.
Mit einem Mal ging alles sehr schnell!

Doch!!“, entgegnete sie ihm voller Inbrunst, sagte ihm das, was sie vor den Göttern nicht hatte sagen können und neue Tränen fanden ihren Weg über ihre Wangen. „I-iich hab...! I-ch!“
Ich hab sie umgebracht!, wollte sie sagen, doch diese Worte wollten ihr nicht über die Lippen kommen, nur ihr Herz, es zog sich kummervoll zusammen, sodass sie einen erstickten Laut von sich gab.
Wegen mir... ist sie...“ Sie verstummte jetzt gänzlich. Ein Mal mehr wollte sich Jaiva klein machen, sich in der Hoffnung zusammenkauern, dass der Schmerz nachlassen würde wenn sie alledem keine Angriffsfläche mehr gab. Es war ein Trugschluss, natürlich war er das, doch das war noch immer besser als gar nichts zu tun.
Und sie weinte in nie dagewesener Heftigkeit.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Jul 15, 2018 2:55 pm

Und wieder hatte ich es anscheinend geschafft sie gegen mich aufzubringen. Nein, vielleicht nicht gegen mich, sondern gegen die Welt. „Nein, ist es nicht“, beharrte ich und verstärkte meinen Griff um ihre Schulter dieses Mal ganz ohne Zweifel. Wegen ihr? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Jaiva eine Mörderin war. Nein, das passte nicht zu ihr. Im Gegenteil. Sie hegte eine tiefe Fürsorge für ihr Volk... ihre Schwestern. Das hatte ich gespürt. Also blieb nur...
„Sie hat für sich selbst entschieden“, erklärte ich mit fester Stimme. „Weil sie es so wollte.“ Trotzdem wurde es immer schlimmer mit ihrem Geweine. Wie viele Tränen konnte eine einzelne Frau denn vergießen? Und ich stand da und wusste nicht, was ich tun sollte. Ich war nie in den Arm genommen worden und diese Geste, die ich bei Menschenkindern bisweilen gesehen hatte, kam mir merkwürdig vor. Und doch taten Mütter das, wenn ihre Kinder schrien und weinten. Ob es auch hier half? Das Lied des herzzerreißenden Wehklagens wollte einfach nicht verstummen und ich nahm all meinen Mut zusammen und versuchte es. „Shhhht. Shhht“, imitierte ich die Laute, die ich damals vernommen hatte und kam mir denkbar dumm dabei vor. Wie sollte so etwas helfen?
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Re: Amazonenlegenden

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