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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Aug 07, 2018 9:42 am

Ein Tempel? Ein Platz? In meinen Gedanken nahm Jaivas Dorf immer größere Ausmaße an - Ausmaße, die ich nicht so recht mit diesem Dschungel hier vereinbaren konnte. Konnte es wirklich so ein großes Dorf hier geben? Ich hatte es mir eher... nun ja... vielleicht ein wenig wie eine Ansammlung von diesen Baumhäusern vorgestellt. Vielleicht noch ein paar Zelte dazwischen. Irgendwas in der Art. Aber ein Tempel? Der bestand in meiner Vorstellung aus Stein.  Aber wo sollten ein paar Frauen mitten im Wald Steinblöcke herbekommen?
„Brücke?“ Jetzt wurde das Ganze auch noch auf ein Felsplateau befördert. Oder an einen Fluss. Kurz danach bestätigten ihre Worte wenigstens diese Vermutung. „Ja, könnten wir... aber vergiss nicht, dass... wir nicht zu weit voneinander entfernt sein dürfen.“ Es tat ja schon weh das auszusprechen! Was hätte ich in diesem Moment darum gegeben einfach wieder meiner eigenen Wege ziehen zu können und das alles hier ganz schnell und weit hinter mir zu lassen. Einfach alles vergessen. So tun, als wäre das alles hier nie passiert. Weil es... irgendetwas anders gemacht hatte.
Jaivas Überlegungen klangen jedenfalls spannend. Und waghalsig. „Was genau würde passieren, wenn wir einfach über die Brücke gehen und du ihnen sagst, was geschehen ist? Ich meine... sie kennen dich ja. Sie würden dir doch zuhören, bevor sie schießen.“ Ein leises, unausgesprochenes ‚oder?‘ hallte meinen Worten nach. „Ich meine...du willst mich loswerden. Ich will dich loswerden. Deswegen suchen wir ja Hilfe. Das wäre doch ganz in ihrem Sinn, warum sollten sie nicht helfen?“ Bei meinen Brüdern würde ich das ja verstehen, aber Menschen.... wenn Amazonen nur im Entferntesten wie Menschen waren, sollten sie einer von ihnen doch helfen...?


Zuletzt von Ciaran am Mi Aug 08, 2018 6:02 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Aug 07, 2018 9:34 pm

Als ob ich das vergessen könnte“, gab Jaiva ohne nachzudenken zurück als Ciaran sie an das Band erinnerte. Und doch war es wahr. Wie gern hätte sie es vergessen und so weiter gemacht als wäre nichts geschehen, doch so einfach war das nicht. Ihrer Stimme haftete grimmige Entschlossenheit, nicht verzweifelte Verbitterung an oder wenigstens war ersteres die dominante Facette. Noch ein paar Momente betrachtete ihr von zweifachem Grün erzählendes Augenmerk den jungen Mann und dessen blondes Haar. Blond. Auch in ihrem Dorf hatte es blonde Frauen gegeben, allerdings war dies die Seltenheit gewesen. Amazonen waren so vielfältig wie es Blumen und Bäume gab.
Aber dann äußerte ihr Gegenüber einen Gedanken, den er schon länger mit sich herum trug. Die dornige Amazone wusste freilich nichts davon, allerdings spürte sie ihn noch bevor er hörbar gemacht wurde. Seine Frage, sie löste etwas in ihr aus. Nein, nicht etwas sondern viel mehr eine ganze Flut an Reaktionen. Unwillen war das erste, was Ciaran feststellen konnte. Unwillen und Unsicherheit, die sich wie ein Mittagsschatten nahe an die Füße seines Trägers schmiegte. Sorge. Die Amazone mit dem Nachtschattenhaar war besorgt - besorgt, dass er Unsinn machen würde, der sie beide im schlimmsten Fall das Leben kosten konnte. Zorn und Hilflosigkeit begehrten beinahe zeitgleich auf, gehörten sie doch zusammen, doch Angst? Nein, Jaiva war nicht ängstlich. Sie dachte nicht daran, dass sie erwischt werden konnten, denn sie war fest entschlossen dieses Hindernis überwinden zu können. Und genau deswegen war sie dermaßen entschlossen als sie ihn wieder mit stet gewordenen Blicken fixierte.
Ernsthaftigkeit flutete die goldenen Wogen ihrer Stimme, machte sie geschmeidig und fest als sie sagte: „Hör zu. Ich weiß zwar nicht wie es bei dir ist, allerdings wirst du keinesfalls willkommen sein. Ganz gleich ob du zu mir gehörst oder nicht. Im schlimmsten Fall wirst du... wir, du weißt schon, von Pfeilen gespickt noch bevor wir das andere Ende der Brücke erreicht haben. Meine Schwestern. Wir sind nicht sehr... nachsichtig was Männer anbelangt. Wir könnten große Schwierigkeiten bekommen noch bevor wir den Tempel erreicht haben, drum ist es besser wenn wir gar nicht erst gesehen werden. - Verstehst du?“
Die letzte Frage schob sie etwas verzögert hintenan. Dennoch nistete etwas Drängendes in ihren Worten. Sie wollte, dass er ihr in dieser Hinsicht vertraute, denn sie - und das war auch ohne aufgezwungene Verbundenheit nicht zu überhören - vertraute den anderen Amazonen nicht.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Aug 08, 2018 6:16 pm

Ich nickte langsam, auch wenn ich es eigentlich nicht richtig verstand. Also ja, ich begriff ihre Worte und die drängende Ernsthaftigkeit dahinter. Aber warum sie glaubte, dass ihr eigener Stamm nicht zögern würde zu schießen, wo die Amazonen eines anderen Stammes doch gewartet und ihrer gelogenen Erklärung gelauscht hatten - das entzog sich meines Verständnisses. Was verschweigst du mir? Denn so, wie mir die anderen Amazonen begegnet waren...so wie Jaiva sich um sie gesorgt hatte... konnte ich mir nicht vorstellen, dass dieses Volk so grausam sein sollte wie die Dunkelelfen. Aber gut. Sie wollte ganz offensichtlich nicht darüber sprechen und so blieb mir nur, das fürs Erste zu akzeptieren und mir für später zu merken.

„Aber du bist dir sicher, dass diese Frau, zu der wir gehen wollen, dir zuhört? Bevor sie uns angreift oder Verstärkung ruft?“ Oder muss ich sie ausschalten, bevor es so weit kommt?, klang meine unausgesprochene Frage in meinem Kopf nach. Wenn dem so war, was machte diese Frau dann anders als die anderen? War sie keine Kriegerin? Nein, wir wären inmitten des feindlichen Lagers. Selbst wenn sie sich nicht selbst verteidigen könnte, würde sie Hilfe rufen. Die ganze Geschichte passte hinten und vorne nicht! Und irgendwie wurmte es mich, dass Jaiva mir etwas verschwieg. Dumme Kuh, grummelte ich innerlich und wünschte mir unwillkürlich ähnlich wie die Amazone mir gegenüber, das Vertrauen des anderen. Waren das nun meine oder ihre Gefühle? Es war verwirrend und es musste aufhören!

„Also der Fluss. Und Lianen“, bestätigte ich noch einmal ihren Plan, auch wenn ich mir noch nicht ganz sicher war, ob das alles funktionieren würde. Aber das konnte ich vermutlich erst abschätzen, wenn ich die Gegebenheiten dort sah. „Wie weit ist es von hier noch?“, hakte ich nach, vor allem um mich innerlich wieder ein wenig von ihr zu distanzieren. Diese ganzen unausgesprochenen Dinge verwirrten mich, zumal ich sie spürte, jedoch ebenso den Widerwillen Jaivas sie anzutasten. E war so viel schwerer irgendetwas zu tun, wenn man ständig mitbekam, wie der andere sich dabei fühlte - und es Einfluss auf einen selbst hatte. Normalerweise wäre dieses Band die perfekte Waffe gewesen - wenn ich es hätte kontrollieren und meine Seite der Verbindung ausschalten können. Aber es war ja bald vorbei. Und bis dahin mussten wir nur irgendwie in sichererem Fahrwasser bleiben. Was nicht gerade einfach war in einem Raum voller Erinnerungen, in dem ich mich wie ein herausstechender Fremdkörper fühlte. Ich bewegte mich ein wenig von Jaiva weg - so weit, wie es irgend möglich war, ohne dass der Brustschmerz wieder aufflammte - und lehnte mich mit verschränkten Armen gegen die Wand.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Aug 09, 2018 4:15 pm

Für einen Moment wirkte Jaiva sichtlich irritiert ehe ihr dämmerte, dass Ciaran weder etwas von Nesrin noch dem Stellenwert wusste, den die alte Frau in ihrem Leben eingenommen hatte. Wenn die dornige Amazone so etwas wie ein Familiengefühl in sich trug, dann hatte es sich mit den Jahren auf die Hohepriesterin ihres Stammes ausgeprägt.
Nesrin ist nicht nur die Hohepriesterin meines Stammes. Sie ist...“, begann sie und runzelte kurzzeitig die Stirn ehe sie etwas verhaltener aber dennoch mit fester Stimme hinzufügte: „Sie ist wie eine Mutter für mich.“

Einen, zwei und dann einen dritten Herzschlag lang ließ sie ihre Worte wirken, lauschte selbst in diesen Klang und das Echo desselben hinein und sah dann blinzelnd zu dem Lerchossohn hin. Es war ihr ein bisschen unangenehm über solche Dinge mit ihm zu sprechen aber das machte sie nicht weniger wahr, deswegen redete sie auch schon bald weiter. „Wenn wir es bis zu ihr schaffen, wird sie mir zuhören. Da bin ich mir sicher. Und sie wird uns auch helfen.“
All das sagte sie nicht nur im Brustton der Überzeugung sondern meinte es auch so. An diesem Punkt war das Band wieder einmal von Vorteil, denn Ciaran konnte all das spüren. Jaiva setzte große Hoffnungen in diese Frau, die sie nicht ihre Mutter genannt hatte und dennoch große Stücke auf diese hielt.
Es war nur für einen Wimpernschlag ein Hauch von Unzufriedenheit in ihrem Gesicht zu sehen, passenderweise genau dann als er über Dinge nachdachte, die ihr verborgen blieben. Vielleicht hatte das auch etwas damit zu tun als sie noch hinzufügte: „Denn ihre Hilfe brauchen wir. Ohne Hohepriesterin Nesrin können wir diese Fesseln niemals loswerden.“
Ein bisschen Trotz wurde dabei hörbar.

Bei seiner Überlegung nickte sie langsam aber nachdrücklich. Und fügte dann hinzu: „Es ist nicht sehr weit.“ Was sollte sie ihm auch sagen? Sie wusste nicht wie sie ihm Entfernungen begreiflich machen konnte.
Vielleicht vom unteren Teil des Flusses bis hier her. Erinnerst du dich an den großen Felsen dort? Er sah aus wie ein Kopf mit einer üblen Fratze und Zacken auf seinem Scheitel.“
Jaiva demonstrierte ihm das Aussehen dieses Felsens indem sie selbst ihr Gesicht verzog und ihre Hände zu Hilfe nahm, damit Federn aufnahm und entsprechend auf ihrem Kopf aufstellte. Es sah herrlich albern aus.
Als er sich abwandte ließ sie beides sinken, doch der Schelm zupfte noch etwas länger an ihren Mundwinkeln. Er hatte sie ein Kind genannt, manchmal war das gar nicht so weit hergeholt.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Aug 13, 2018 8:44 pm

Ich hob den Blick und sah Jaiva schweigend an. Wie eine Mutter. Nicht ihre Mutter. Was verschweigst du mir? Die Frage schien bei jedem neuen Wort in meinem Kopf aufzuflammen, drängend und hämmernd wie ein überaus lästiger Kopfschmerz. Ihr vertraut sie. Den anderen nicht. Noch immer versuchte ich dahinter zu kommen, aber mir schienen viel zu viele Puzzleteile zu fehlen. Ob diese anderen sie genauso wie sie sich selbst für den Tod ihrer... Geliebten verantwortlich machten? Noch immer wollte es mir kaum in den Kopf gehen, dass es Frauen gab, die... nur Frauen brauchten, um... merkwürdige Bilder blitzten in meinem Kopf auf und mein Blick flog schnell zum anderen Ende des Raumes. Wenigstens konnte Jaiva keine Gedanken lesen! Das wäre noch um einiges peinlicher gewesen.

Trotzdem konnte ich es nicht verhindern, dass meine Augen immer wieder langsam zu ihr zurück schlichen, über ihre Gestalt glitten und an den Dornen hängen blieben. Es musste eine ziemlich schmerzhafte Angelegenheit sein mit ihr... Ich zuckte bei meinen Gedanken zusammen, verschluckte mich und begann unterdrückt zu husten. So ein Mist! Aber diese Bilder machten mich wirklich fertig! Als ich das nächste Mal aufsah zog sie gerade ein Grimasse, die mich zusätzlich aus der Bahn warf. Ich begann zu glucksen, versuchte ein Lachen zurückzuhalten, verschluckte mich noch einmal, hustete und brach schließlich doch in Lachen aus. „Sehr hübsch“, brachte ich zwischen zwei Lachanfällen hinaus. „Du siehst aus wie... wie ein Kirwish!“, rutschte mir das fremdländisch klingende Wort über die Lippen, ohne dass ich es bemerkte. Zu sehr war ich in meine absurden Fantasien versunken. Und es fühlte sich merkwürdig an, einfach nur albern zu sein. Berauschend. Beinahe wie die Musik, die Jaiva heraufbeschworen hatte. Nur... unterschwelliger.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Aug 15, 2018 6:25 am

Dieser... Drang. Dieses... immer wieder und wieder auflodernde Unbehagen, das stark und nachdrücklich aber ohne scheinbaren Grund daher kam. Dafür mit... Skepsis? Widerstreben? Zwiespältigem Interesse? Bei den Zweien und Zwölfen! Auch wenn ihr schnell klar wurde, dass diese Empfindungen Fremdkörper waren und rein gar nichts mit ihr zu tun haben konnten, waren sie derartig präsent, dass Jaivas Blick finsterer und finsterer wurde, denn was auch immer dem Lerchossohn durch den Kopf ging, es konnte keinesfalls angebracht sein. Und dann noch dieses unaufhörliche Starren! Die Vergangenheit hatte sie gelehrt, dass oft genug über sie gesprochen worden war und auch jetzt wusste sie diese Situation auf sich zu beziehen. Auf wen hätten seine Gedanken jetzt auch sonst abzielen sollen? Dennoch hatte Ciaran recht: sie wusste nicht woher diese... diese Sinneskrise kam. Das fehlende Wissen machte die dornige Amazone mit misstrauischen Blicken wieder wett. Eben noch hatte er zugegeben, dass er es sich wünschte von ihr akzeptiert zu werden und was tat er?! Dachte er etwa schlecht von ihr? Irgendetwas war ihm peinlich. Sie hätte ihre Kette darauf verwetten können! Was war es? Was?! Hinzu kam dieses immer wieder aufflammende Unbehagen... Göttinnen! Wenn er so weiter machte, trieb er sie bestimmt bis zum Abend in den Wahnsinn.

Und dann... begann er zu lachen. Es war ein Lachen, das die vorherigen Facetten mit einer derartigen Vehemenz zu überlagern versuchte, dass sie einen raschen Atemzug tat, der einem Japsen nicht unähnlich war. Sie war hin und her gerissen. Im einen Moment so, im anderen so. Ihm gelang es beinahe sie von seinen vorherigen Gedanken abzulenken aber eben nur beinahe, denn sie wusste weder warum er so lachte - doch, er fand sie albern! Eindeutig! - noch was ein... Kiwisch... war.
W-was stimmt denn nicht mit dir...?!“, brachte sie murmelnd aber nicht ohne Nachdruck hervor, die Lippen fest aufeinander gepresst. Unwille hatte sich in ihr ausgebreitet aber auch Unsicherheit und diese... wieder und wieder zu ihr zurückkehrenden Gedanken, die so stark und aufdringlich waren, dass sie nicht einmal nach dem sonderbaren Tier fragte mit dem sie soeben verglichen worden war. Ihre Arme verschränkten sich vor ihrer Brust und sie drehte sich im Rahmen des steinernen Fensters ihm nicht nur wieder zu sondern schwang ihre Beine wieder ins Innere dieser Behausung. Während sie sich nach vorne, ihm entgegen lehnte, wollte sie von ihm wissen: „Worüber denkst du die ganze Zeit nach?!“ Dann schmälerte sie die Augen und riss sie wieder auf. Nein! Oooooh nein! Nicht mit mir! Eine Woge flammenden Entsetzens glomm unvermittelt in ihr auf. Mit einem Mal war sie auf den Beinen. „Du denkst über etwas Unanständiges nach!“... und zwar mit ihr. So musste es sein. Ihre dunkle Haut war nicht für Röte gemacht aber dennoch fühlte sie glühende Hitze in den Wangen. Da war es wieder! Männer!! Das Verhängnis aller redlichen Frauen!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Aug 15, 2018 1:10 pm

Mein Lachen verstummte und ich ging innerlich erneut in eine Abwehrposition. Warum mussten solche kleinen, kostbaren Momente so schnell zerplatzen? Ich spürte beinahe wie Jaivas Blick mich durchbohrte und fühlte mich unwohl und ertappt zugleich. Dazu mischte sich aber auch ein gewisser Trotz. Das war ja wohl nicht meine Schuld! Sie war diejenige mit den merkwürdigen Vorlieben! Und ich würde mir von einer griesgrämigen Halbpflanze bestimmt nicht vorschreiben lassen, was ich zu denken hatte!

„Mit mir stimmt alles“, gab ich deswegen mit einem Blick zurück, der dem ihren in Finsternis kaum etwas nachstand. Warum konnte sie nicht ein Mal die Klappe halten? Dass sie genau das mir oft genug vorwarf setzte dem Ganzen noch die Krone auf. „Erstens geht es dich gar nichts an, was ich denke. Wenigstens das bisschen Privatsphäre wird mir doch wohl gegönnt sein. Oder bist du so neugierig?“ Ich stieß ein wenig die Luft aus. Angriff war eben doch die beste Verteidigung. „Zweitens kann ich nichts dafür, wenn du mich in dein Liebesnest schleppst. Da drängt sich einem ja förmlich die Frage auf, was hier schon einmal passiert ist!“ Mein Blick schien wie magisch von der Decke auf dem Boden angezogen zu werden, doch ich wehrte mich verbissen dagegen diesem Drang nachzugeben und blickte stattdessen stur in Jaivas Richtung. Sie sollte bloß nicht glauben, dass ich hier im Unrecht war! Außerdem...was dachte sie überhaupt, was ich dachte? Ich fixierte sie genauer. Man konnte es zwar kaum sehen, dafür spürte ich beinahe, wie ihre Wangen glühten. Oha. Was glaubte sie denn...? Wenn es möglich gewesen wäre, wäre ich noch einen Schritt zurück getreten, doch da war zum einen die Wand, zum anderen bereits ein leichtes Ziehen, das auf die beinahe erreichte Entfernungsgrenze hindeutete. „Und drittens...“, ich schluckte, „weiß ich gar nicht, was du dir gerade vorstellst!“ Und prompt tauchten neue, in gewisser Weise noch erschreckendere Bilder in meinem Kopf auf. Dinge, die ich gar nicht erst sehen wollte! Ich wehrte mich vehement dagegen und konnte doch nicht verhindern, dass sie über mich hereinbrachen und mich eiskalt erwischten. Die gesichtslose Frau, die bis dahin den Platz an Jaivas Seite eingenommen hatte, verschwand und machte einer nur allzu vertrauten Silhouette Platz: Mir. Nun zuckte ich wirklich zurück, als hätte ich mich verbrannt. Vielen Dank, Jaiva!

„Nieeeeemals!“, machte ich deutlich, während nicht einmal ich selbst bei dem Chaos durcheinanderwirbelnder Gefühle noch durchsah. Was hatte sie da nur losgetreten? Ich versuchte verzweifelt, mich irgendwie wieder zu fangen. Wieder Herr der Lage zu werden. „Das kannst du dir getrost abschminken!“ Nur aus meinem Kopf verdrängen konnte ich es nicht mehr so einfach. Panik stieg in mir auf. Ich wollte das nicht. Ich wollte das nicht sehen, nicht tun, nicht vorstellen, nicht fühlen! Viel zu groß war die Angst, dass das Sehnen und Verlangen nach ... etwas ... umschlagen könnte und ich fortan nach den selben Dingen lechzte wie meine Brüder. Nie. Niemals würde ich irgendeinem Verlangen nachgeben, dass mich vermeintlich näher an sie heran treiben könnte. Ich wich nun doch noch etwas weiter zurück und atmete fast erleichtert aus, als ich den Schmerz in meiner Brust zu spüren begann, dieser anschwoll und alles andere überlagerte bis er meine Gedanken beherrschte und kaum Platz für anderes ließ.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Aug 16, 2018 8:57 am

Schon bei der ersten Äußerung seitens Ciaran war Jaiva drauf und dran ihn darauf hinzuweisen, dass sie durchaus gewillt war ihm diese Freiheiten zu lassen wenn er dafür nicht mit derartiger Intensität an solche Dinge dachte. Wenn man etwas verborgen halten wollte, stellte man es doch auch nicht in den gebündelten Strahl der Sonne! Doch sie sagte nichts. Stattdessen fasste sie ihre Arme fester, zeigte unnötigerweise Abweisung obschon er diese spüren konnte. Einzig beim Wort 'neugierig' stieß sie ein hörbares „Pffff.“ aus. Als er dann vom Liebesnest sprach war sie wieder kurz davor das Wort zu erheben, begnügte sich allerdings wiederum mit einem ungnädigen Blick und empor gezogenen Augenbrauen als er selbst im kleinsten Maße Interesse (!) bekundete. Ha, als ob sie ihm auch nur eine Silbe davon erzählt hätte! Nicht, dass es sie befangen gemacht hätte - nicht das, immerhin war das das Natürlichste der Welt für sie. Eine Frau mit einer Frau. Das war gut und richtig so. Es war normal.
Dann konnte sie es nicht mehr länger zurückhalten.
Was?! Moment mal“, presste sie zwischen ihren Zähnen hervor. Und dann schien irgendwie die Welt in einem Wirbel wilder Gedanken unterzugehen. Panik begann sich in ihr auszubreiten. Angst? Große Angst. Das war zu viel! Viel zu viel! Was war denn mit ihm?! Warum diese Heftigkeit? Jaiva war noch dabei ihre Gedanken zu ordnen um sich eine halbwegs passable Erklärung zurechtlegen zu können, doch dies sollte ihr nicht gelingen, denn der Lerchossohn sah sich in der Pflicht seinen Funken Wahnsinn zu zeigen. Auch sie spürte den Schmerz jäh in sich aufflammen, doch anders als er war sie nicht gewillt sich von diesem verschlingen zu lassen um... was?! Nichts zu ertragen? Das, was er da tat, war wie mit einem Jagdspeer auf eine Grille loszugehen. Es war absurd! Sie stolperte ächzend vorwärts und konnte es gerade noch verhindern einen geflochtenen, hohen Korb mit dünnen, langen Stöcken umzustoßen. Sie tat einen langbeinigen wenn auch etwas steifen Schritt darüber hinweg und stützte sich dann keuchend an der Wand ab.

Verrückt! Er war eindeutig verrückt wenn er glaubte dass das auch nur irgendetwas besser machen würde!
Hör auf damit!“, fuhr sie ihn an, klang aber noch immer außer Atem. Sie atmete gegen den Schmerz an. „Mit, mit... allem! Du führst dich auf wie ein Idiot!!“ Sie machte eine große Geste mit beiden Armen und spreizte dabei die Finger - fast so als würde sie gleich abheben, nur stand sie dafür viel zu fest verwurzelt auf dem Boden. Eigentlich hätte sie unlängst wissen müssen, dass er auf diese speziellen Worte schnell, sehr schnell reagierte. Fast als wäre da etwas gewesen. Warum sollte man sonst dermaßen aus der Haut fahren? Vielleicht würde die folgenden Worte noch sprechen können, vielleicht war ihr der Blonde bis dahin schon unlängst in die Parade gefahren, doch sie pustete eine große Feder von ihrer Schulter und machte dann eine entschiedene, abwiegelnde Bewegung.
Hör zu. Ich finde Streit mit dir unglaublich - anstrengend. Genau wie du.“ Eigentlich wollte sie ätzend sagen aber ihr wollte partout das richtige Wort auf Arcum einfallen. Vielleicht war es auch besser so. „Das hier ist für keinen von uns beiden leicht aber bitte pass einfach ein bisschen auf nach worüber du nachdenkst. Ich kann das spüren, du Blödmann.“
So viel dazu diplomatisch zu sein. Das Bitte war schon recht gut gewesen. Das andere... nicht so. Sie seufzte genervt - war genervt von ihm. Von sich. Von allem.
Die dornige Amazone wusste auch, dass es klüger gewesen wäre ihm einen Vorschlag zu unterbreiten mit dem sie das vielleicht hinbekommen konnten aber nun... das war hier eben eine Extremsituation und alles andere als leicht.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Aug 16, 2018 11:47 am

Es tat weh. Atmen war Schmerz - Erlösung und bittersüße Verdammnis zugleich. Doch jedes Mal wenn ich es zu lange heraus zögerte fieberte jede Faser meines Körpers der rettenden Luft entgegen, nur um kurz darauf mit den einsetzenden Schmerzen zusammenzuzucken. Jaiva stolperte vorwärts und ich spannte mich an, wich wieder ein kleines Stück zurück - weniger, als sie auf mich zu kam, doch genug, dass dem Band keine vollkommene Entspannung gegönnt wurde.
„Tse.“ Ich stützte mich an der Wand ab und blickte ihr entgegen. „Du hast... keine Ahnung.“ Ich biss die Zähne zusammen. Mein Blick war eine Mischung aus mühsam verborgener Verletzlichkeit und Provokation. Ich wollte nicht, dass sie näher kam. Ich wollte sie nicht spüren. Ich wollte nicht streiten. Ich wollte sie nicht verletzten. Ich wollte...
„Bleib... bleib weg.“ Ich hob abwehrend einen Arm. Es war zum Verrückt werden. Ich fühlte mich in die Enge getrieben, jemandem ausgeliefert, der mir genauso ausgeliefert war, wollte fliehen, vor Möglichkeiten und unbeschreitbaren Wegen davonlaufen und konnte es doch nicht. Verstand sie denn nicht, dass das auch ihrem Schutz diente? Woher sollte sie? Ich würde es ihr nicht sagen. „Du bist anstrengend“, erwiderte ich matt, drehte mich zur Seite und lehnte Rücken und Kopf an die kühle Wand. Vielleicht war es besser, wenn ich sie nicht mehr ansah. Und nicht ständig das verlorene Kind in ihren Augen sah, das ich mir kurz zuvor dort eingebildet hatte, als sie sich an mich geklammert hatte. Und wieder dieses leichte Kribbeln. Ich schüttelte den Kopf. Ich. Wollte. Das. Nicht. Nochmal. Wann würde der Rest von mir das auch verstehen? „Ja, ich bin ein Blödmann“, erwiderte ich bissig. „Ich hätte dich einfach da raus hüpfen lassen sollen. Dann hätte ich jetzt eine Sorge weniger.“ So eine dumme Göre! Ich hatte mir wirklich Mühe gegeben. Und was bekam ich dafür? Eine Beleidigung nach der anderen. Für einen kurzen Augenblick spielte ich mit dem Gedanken sie auch einfach außer Gefecht zu setzen, damit ich wenigstens von ihrem dummen Gelaber verschont blieb, doch das würde auch nicht lange helfen. Das Einzige, was wirklich zu einer Lösung führte war, diesen Zauber aufzuheben. Und sie auszuschalten würde das nur verzögern.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Aug 17, 2018 11:12 am

Jaiva musste Ciaran nicht ansehen um den seltsamsten Zwiespalt zu bemerken, der ihn mit eisernen Klauen im Griff hielt und obschon sie all das fühlte, war es für sie doch ein heilloses Durcheinander, denn ihr fehlte die Erklärung zu alledem. Sie wusste nicht warum er so heftig reagierte, doch allein weil er es tat, glaubte sie, dass da etwas Großes, Beängstigendes im Argen lag. Es machte sie seltsam befangen. Auch wenn er ein Mann war, so konnte sie das nicht einfach ignorieren. Sie spürte es doch als gehöre all das auch ein Stück weit ihr.

Er hieß sie keine Ahnung zu haben. Ja. Das war wahr und wahrscheinlich stimmte es sogar, dass sie anstrengend war; aber… aber… sie ging weiter auf ihn zu, wenigstens so weit, dass der Schmerz aufhörte, der inzwischen einfach alles ausfüllte.
Ich… ich bleib stehen, wenn… du aufhörst… wegzugehen…“, ächzte sie, hatte unlängst den Großteil ihrer Kraft eingebüßt und so schleppte sie sich nur immer weiter voran, brachte es gerade so zustande ihre Füße vom Boden abzulösen, doch ohne die Wand wäre sie unlängst umgefallen. Und kaum, da sich der Lerchossohn an die Wand lehnte, stützte auch sie ihr ganzes Gewicht an tröstlich kühlem Stein ab; hielt sich mit ihren Fingern an einem steinernen Vorsprung ab, denn die Wände hatten die beiden Amazonen zwar hier und da gemeinsam bemalt, doch bearbeitet hatten sie sie nicht.
Dann… sind wir wohl beide… anstrengend“, würgte sie hervor. Warum war ihr nur so speiübel? Ihr Kopf schwirrte und Kopfschmerz setzte ein. Dieses Band kannte weder Mitleid noch Entgegenkommen; es kannte nur eine bestimmte Distanz und wenn sie sie überschritten, wurden sie daran erinnert weshalb sie aneinander gebunden worden waren.

Sie hangelte sich noch einen weiteren Schritt näher an ihn heran, trat über den Rand der geflochtenen Matte, die längst vertrocknet war. Es raschelte als ihre bloßen Füße darüber glitten.
Vielleicht hättest du das“, entgegnete die Amazone mit dem nachtschwarzen Haar ihm und ihre Stimme war nicht viel mehr als ein Flüstern. Ein ironisches Grinsen zupfte an ihren Mundwinkeln, doch heiter war sie nicht. Drei Handbreiten von ihm entfernt würde sie stehenbleiben. Noch mehr Schmerz würde sie nicht ertragen können. Wenn er seinen nicht besonders weitsichtigen Plan in die Tat umsetzen wollte, war jetzt ein guter Zeitpunkt dafür, doch dann sah sie zu ihm auf.  
„…aber dann wäre es bestimmt für uns beide aus gewesen und das… das… scheinst du nicht gewollt zu haben, Ciaran. Können wir nicht endlich aufhören uns immer wieder wehzutun?“

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Aug 18, 2018 9:33 am

Ich presste die Lippen aufeinander. War sie taub? Ich wollte, dass sie weit weg war! Wenn sie näher kam... Ich ließ eine Mischung aus unterdrücktem Seufzen und Grollen hören. Was war daran so schwer das zu akzeptieren? Aber ich würde jetzt ganz gewiss nicht mit jedem Schritt, den sie tat, weiter zurückweichen wie ein verängstigtes kleines Kind! Ich streckte den Rücken durch und wappnete mich gegen was auch immer kommen würde. Ich hatte nicht vor irgendetwas an Kontrolle einzubüßen. Ich war stärker als meine Brüder! Viel, viel stärker! Und genau daran dachte ich, als ich ihr entgegen sah und meine Erleichterung über die abnehmenden Schmerzen mit der Anspannung was nun wieder auf mich zukommen würde zu verbinden suchte.

„Du bist auch dickköpfig“, begrüßte ich sie, als sie in ziemlich geringer Entfernung von mir stehen blieb. Aber immerhin hatte ihr Gesichtsausdruck nun nichts mehr von dem verletzlichen, weinenden Etwas, das ich vorhin plötzlich in meinen Armen gehalten hatte. Und das war gut so. Ich wusste schon, warum ich es sonst vorzog alleine zu arbeiten.

Ich schluckte, als sie mich unvermittelt ansah und einigermaßen vernünftige Worte aus ihrem Mund kamen. Mein Herz stolperte und ich beschloss, dass es klüger war eine der Wandmalereien zu betrachten als ihre Augen. „Ich... will dir nicht wehtun“, erklärte ich stockend, eine unerklärliche Befangenheit in der Stimme. Genau deswegen wollte ich sie ja weiter weg haben! Aber das verstand sie nicht. Wie so oft, wenn ich mit dem Gefühl der Verlegenheit rang, fuhr ich mir durch die Haare. Wie konnte ich es ihr erklären, ohne zu viel preiszugeben? Ich wollte unter keinen Umständen, dass sie etwas falsches dachte. Beim Unlicht, war das anstrengend! Und kompliziert! Und sowieso... „Fang bloß einfach nicht mehr an zu heulen und dich an mich zu klammern. Dann überstehen wir die paar Stunden auch noch“, erklärte ich schließlich mit einem Tonfall, der das Thema für mich als abgeschlossen erklärte. Einzig mein mulmiges Gefühl warnte mich, dass es wohl nicht so einfach werden würde.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva Gestern um 9:38 pm

Dafür, dass keine Absicht hinter Wort und Tat stehen sollten, so wie Ciaran es behauptete, erwies er sich als äußerst treffsicher was solche anbelangte. Zu einem ähnlichen Schluss musste auch die dornige Amazone gekommen sein, denn jene warf ihm einen stummen Blick zu, der nicht ohne Skepsis daherkam. Ist das so?, schienen Jaivas angehobene Augenbrauen zu fragen und nur wenig später fand sich eine Bestätigung in Form einer 'Feststellung' aus dem Munde des Lerchossohnes.
Schön“, sagte sie, doch das klang keinesfalls so freundlich wie es dieses Wort glauben machen wollte. Sie konnte freundlich sein, allerdings nur wenn sie wollte; aber sie würde sich nicht auf der Nase herumtanzen lassen. „Dann könntest du damit beginnen das nicht immer wieder und wieder zu erwähnen.“ Den grimmigen Zug um ihre Mundwinkel musste sie nicht erst auflegen, er kam von ganz allein und obschon sie noch immer Unbehagen bei dieser angeschnittenen Thematik verspürte, so überwog in diesem Augenblick eindeutig der Unwille, dass er es einfach nicht dabei bewenden lassen konnte. Ja, sie hatte geweint. Ja, es war dumm, dass es ausgerechnet bei ihm passiert war aber, nein sie hatte sich das weder ausgesucht noch hatte sie die Absicht diese Erfahrung zu wiederholen!

Hmpf!, empfand sie missgestimmt und hob ihren Blick empor zu einem über und über mit Pflanzen überwucherten Teil der Decke, der an der anderen Seite der natürlichen Kammer aufklaffte und dem schwindenden Licht des Tages Zugang in das Innere gestattete. Ein Schwarm bunter Vögel setzte über diesen hinweg, schien sich jedoch in der Nähe zu tummeln, denn ihr Zwitschern war gut hörbar. Schattige Furchen tummelten sich auf der Stirn der dunkelhäutigen Frau während sie ihre Lippen spitzte und deren Rufe imitierte. Vielleicht durften sie einfach nur nicht miteinander sprechen. Sie pfiff eine kurze Tonfolge und wartete dann ob ihr eine Antwort beschieden sein sollte, doch ihre Gedanken wandelten auf anderen Sphären. Vielleicht war das auch der Grund weshalb sie es nicht tun sollte. Weshalb es besser war wenn sich verschiedene Welten gar nicht erst berührten. Weil es nicht funktionieren konnte. War das der Grund? Inzwischen lugte der erste Vogel zu ihnen hinein um nach dem Artgenossen zu sehen, der gar nicht da war. Tief in Grübeleien wie sie versunken war, pfiff sie noch ein wenig länger vor sich hin obschon sie den Vogel sichtlich verwirrte.
Noch immer stand sie an derselben Stelle, hatte jetzt aber den Rücken gleichermaßen ihres Hinterkopfs an der kühlen Wand abgelegt, eben jene Wand, die der Blonde so eingehend betrachtet hatte und sich über so manches Bild wundern konnte, das zu einer anderen, deutlich fröhlicheren Stunde gemalt worden war. Wenn dies Jaiva und ihre Geliebte dies gemalt hatten, dann waren gewiss keine großen Künstlerinnen an ihnen verloren gegangen; aber da sie so viel Zeit darauf verwendet hatten, musste es ihnen dennoch Freude bereitet haben.

Ob bereits genug Zeit vergangen war? An einem Ort wie diesem war es so gut wie unmöglich die Zeit zu messen, jedoch richtete sich Jaiva nach einer geraumen Weile wieder auf, tat ein paar Schritte und nahm sich eine der Waffen, die in der einen Ecke der steinernen Kammer aufbewahrt wurden. Ein Speer war noch immer besser als ein Messer, nicht wahr?
Lass uns losgehen. Besser wird es hier auch nicht mehr“, raunte sie und setzte dabei das Endstück der Waffe auf dem Boden auf während sie die andere Hand in ihre Hüfte stemmte.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran Heute um 9:08 am

Ich starrte einfach weiter die Wand an und versuchte das was Jaiva tat, sagte und vor allem fühlte zu ignorieren. Ich wollte keine neue Diskussion. Ich wollte keinen Streit und keine harten Worte. Keine Eskalation. Nichts, was dazu führte, dass irgendetwas an die Oberfläche drang, was ich lieber verborgen halten wollte. Und dafür brauchte ich diese harschen Worte. Worte, die dafür sorgten, dass meine Gedanken nicht auf Wanderschaft gingen. Worte, die Dinge verbargen und mich selbst von ihrer Richtigkeit überzeugten. Wenn ich es sagte, dann musste es auch wahr sein. Oder zumindest wahr werden. Es musste einfach.

Wie gerne hätte ich Jaivas Anwesenheit einfach für eine Weile ausgeblendet, sofern es mir überhaupt möglich gewesen wäre. Aber die fremd anmutenden Laute, die plötzlich ihre Kehle verließen, veranlassten mich doch dazu wieder aufzusehen. Sie klang tatsächlich wie ein Vogel. Und das schien nicht nur ich zu glauben, denn noch bevor ich mich dazu durchgerungen hatte mein Schweigen zu brechen und den merkwürdigen Moment, der mir schon wieder unheimlich zu werden drohte, durch eine spöttische Bemerkung zu durchbrechen, streckte der erste Vogel seinen Kopf hinein. Mein Blick schenkte zu ihm hinüber, wie er dort saß, den dunkelroten Kopf in die eine und andere Richtung drehte und auf den Ranken auf und ab hüpfte, die winzigen orangenen Flügel aufgeregt flatternd. Was Jaiva ihm wohl erzählte? Ich hätte es zu gerne gewusst. Und wenn ich ehrlich war, hätte ich diesem Schauspiel auch noch eine geraume Weile lauschen und zusehen können. Es war faszinierend, wie gut sie den Gesang des Vogels imitierte. Es wäre einfach gewesen, ihr das auch zu sagen. Genauso einfach, wie sie für ihre Musik zuvor zu loben. Denn alles, was mit Tönen zu tun hatte, schien ihr tatsächlich zu liegen.
Aber aus irgendeinem Grund wollte ich nicht, dass sie das wusste. Hatte ich Angst, dass so kleine, winzige Worte einen Riss in meine Mauer reißen konnten? Dass sie erahnen konnte, was ich nicht wollte? In jedem Fall blieb ich stumm bis sie das Wort wieder an mich richtete, obgleich ich einen leicht enttäuschten Widerhall nicht unterdrücken konnte, als die besagte Melodie des Singvogels verebbte.

„Gut. Bringen wir es zu Ende. Je früher, desto besser.“ Ich betrachtete sie aufmerksam, wie sie so dastand, die Hand an die Hüfte gestemmt und den für sie typischen grimmigen Blick aufgesetzt. Eine wahrhafte Dornenprinzessin, die in den Krieg ziehen wollte. Und wieder würde ich es niemals freiwillig zugeben, aber mir gefiel, was ich sah. Auch wenn ich mich im gleichen Atemzug fragte, wozu sie eine zusätzliche Waffe brauchte. Wir wollten zu ihrem Stamm, nicht wahr? Aber auch dazu befragte ich die dunkelhaarige Amazone nicht weiter. Heute Nacht würden sich unsere Wege für immer trennen und dann würde mich all das noch viel weniger angehen als jetzt. Es konnte mir schlicht und ergreifend egal sein, wie sie mit ihren Schwestern auskam! Und dennoch... „Hast du jemals daran gedacht den Wald zu verlassen?“, fragte ich, während ich ihr den Rücken zuwandte und die ersten Schritte in Richtung des Ausgangs des Unterschlupfs machte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva Heute um 12:41 pm

Zuerst hatte es den Anschein als ob sich Ciaran dazu entschlossen hätte ein neues Vorgehen auszuprobieren – ein Vorgehen bei dem er alles, was sie tat oder sagte, mit Schweigen bedachte. Nicht, dass ihr das nicht recht gewesen wäre, nein, viel mehr entsprach es ihren vorherigen Überlegungen, immerhin war bislang jeder friedvolle Moment so gut wie jedes Mal zerstört worden wenn sie versucht hatten miteinander auszukommen. Aber eben dann als sie sich damit abgefunden hatte, nur noch knappe Antworten zu bekommen, drang wiederum eine Frage an ihr Ohr. Eine Frage hatte immer etwas zu bedeuten, bekundete sie doch in erster Linie Interesse, konnte aber ebenfalls dazu dienen einen Feind auszuhorchen. Glaubte sie das? Für einen Moment bedachte Jaiva den Lerchossohn mit zurückkehrender Vorsicht, doch da sie sich nicht vorstellen konnte was ihm diese Information bringen sollte wenn sie erst einmal wieder getrennt waren, gab sie ihm Antwort.
Ja“, gestand sie ihm daher nach diesen kurzen Momenten des grüblerischen Zögerns. „Ein paar Mal, allerdings bezweifle ich stark, dass die Welt jenseits der Grenzen dieses Waldes für Amazonen gedacht ist, so wie die Grüne Hölle nicht für dich gemacht ist.“ So sah das zumindest sie. Wie hätte die dornige Amazone auch ahnen sollen, dass ihr Gegenüber gar nicht in diese Welt gehörte? Für sie war seine Darbietung als Menschenmann durchaus überzeugend genug und so zeigte sie ihm ein leidenschaftsloses Schulterzucken.
Und dennoch hatte sie darüber nachgedacht, nicht wahr?

Gemeinsam gingen sie also den Weg, den sie gekommen waren, wieder zurück und schon bald zeigte sich weshalb Jaiva den Speer in erster Linie mitgenommen hatte – er war eine zuverlässige Verlängerung ihres Armes, der sie an Orten führte, an denen sie ihren Augen aufgrund der nun immer rascher einsetzenden Dunkelheit nicht mehr trauen konnte. Im Gegensatz zu Ciaran war sie nicht in der Lage sich bei vollkommender Dunkelheit orientieren zu können, drum lag der Zeitpunkt ihres Aufbruchs zwar nah am Übergang vom Tag zur Nacht, bot aber noch genügend Zeit die letzten Reste des Tageslichtes nutzen zu können. Wenn sie erst einmal beim Dorf angekommen waren, war an den Rückweg nicht mehr zu denken. Durch den Dschungel bei Nacht zu gehen war eine Torheit, die selten ohne Konsequenzen blieb.
Mit dem Speer fühlte sie sich tatsächlich ein wenig zuversichtlicher was die Rückkehr zu ihrem Stamm anbelangte, dennoch hatte sie sich noch nie so unbehaglich gefühlt wie an diesem Tage. Den Lerchossohn mitzunehmen mochte zwar in einer Situation wie dieser gut und richtig sein, war allerdings über alle Maße risikobehaftet. Der Weg bis zum Dorf kam ihr daher beinahe wie ein Spaziergang vor obschon es durchaus Jäger gab, die mit der Dämmerung aus ihrem Versteck kamen um auf die Jagd zu gehen.

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Re: Amazonenlegenden

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