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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Mai 21, 2018 7:50 pm

Ich verzog das Gesicht und winkte dann ab. „Schon gut, schon gut. Ich hab ja begriffen, dass du das nicht alleine kannst.“ Ich grinste noch einmal in ihre Richtung. „Sicher, dass du das Ganze nicht doch gut findest?“ Ja, eine kleine Provokation hier und da konnte ich mir einfach nicht verkneifen. Sie sah aber auch immer gleich so schön wütend aus. Und den Hals umdrehen konnte sie mir nicht. Nicht einmal, wenn sie es gewollt und ich es zugelassen hätte!
„Und du scheinst keinen Schimmer davon zu haben, dass auch ein Mann sich verteidigen kann“, antwortete ich leichthin und machte vorsichtig einen Schritt in Richtung Wasser, immer darauf achtend mich nun doch nicht zu weit von ihr zu entfernen. So gerne mochte ich Schmerzen dann auch nicht.. „Ich habe Ruinen gesucht, die für mich interessante Schriftzeichen beinhalten sollen“, erklärte ich. „Jetzt bist du dran. Informationsstück für Informationsstück.“ Ich glaubte zwar nicht, dass das funktionieren würde, aber es wäre eine nette Abwechslung zu Anfauchen und Anschweigen. „Amazone, ja ja.“ Ich klang gelangweilt, während ich meine Tunika am Ufer ablegte und ins Wasser glitt. „Sehen die alle so aus wie du? Also mit Stacheln auf dem Kopf?“
Juhu. Endlich wieder nass. Trocken Sachen könnten ja auch schon zur Gewohnheit werden! Ich verzog das Gesicht. „Nun komm schon. Beweg dich. Ich wollte heute noch diese Schale finden. Oder wolltest du die Nacht mit mir verbringen?“ Ich hoffte, dass das genug Anreiz für sie war, sich einen Weg aus diesem Schlamassel einfallen zu lassen. Denn ich hatte keine Ahnung von den Launen ihrer Götter.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Mai 21, 2018 8:14 pm

Auf seine unverschämten Worte hatte sie nicht mehr parat als ein überdeutliches Augenrollen und wollte es eigentlich darauf bewenden lassen aber dann konnte sie doch nicht widerstehen und sagte: „Als ob ich nichts Besseres zu tun hätte als von solchem Unsinn zu träumen.“ Dennoch nagte ein Grinsen an ihren Mundwinkeln, das sie sich nicht so recht erklären konnte. Er mochte sich zwar für ganz besonders lustig halten aber das war er nicht! In ihren blitzenden Augen konnte man mit viel Phantasie durchaus den Wunsch erkennen, dass sie ihm zu gerne den Hals umgedreht hätte.
Ein Schnauben ging weiteren Worten voraus, jedoch musterte sie ihn für einen Moment. „Ganz gleich wie gut du denkst, dass du bist, allein bist du nichts wert“, lautete ihre Entgegnung, die beinahe eine Spur zu schroff war. Und als wäre das nicht genug gewesen würde ihr Gegenüber eine Betroffenheit spüren, die nicht so recht passen wollte.

Und dann... rückte er tatsächlich mit der Sprache heraus und erzählte von den Ruinen, die er gesucht hatte ehe ihn dieser unglückselige Zwischenfall vom Weg abgebracht hatte. Hatte er das? Schatten tanzten über ihre Stirn als sie überlegte wo hier in der Nähe bittesehr Ruinen sein sollten.
Hier? Ganz bestimmt hier? Hier gibt es keine Ruinen“, murmelte sie, dann kam aber auch schon die Nachfrage mit der sie gerechnet hatte sich aber drücken wollte.
Hmpf“, machte sie und verzog ihre Lippen zu einem erneuten Ausdruck des Widerwillens. Verdammt. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er ihr wirklich etwas erzählen würde. Wahrscheinlich tat er das nur weil er gar nicht so toll war wie er ihr weismachen wollte.
Für dieses kleine bisschen Information sage ich dir nicht mehr als dass das eine lange Tradition meines Stammes ist“, antwortete sie ihm mit hörbarem Widerwillen und unterschwelliger Empörung. Sie fühlte sich an der Nase herumgeführt! Betrogen!
Jede Amazone sieht anders aus. Die meisten haben Blüten auf dem Kopf“, sagte sie und noch bevor sie geendet hatte, hob sie bereits ihren Zeigefinger und stieß ihm vor die Brust, oder hätte sie wenn sie direkt beieinander gestanden hätten – so blieb es bei einer mahnenden Geste auf geringe Entfernung. „Sag jetzt nichts falsches!“

Sie machte nun ebenfalls ein paar Schritte in Richtung des Sees. „Willst du so bleiben?“, fragte sie ihn dann. „Macht man das so bei dir zu Hause? Mit Sachen schwimmen? Oder... zierst du dich?“ Zuletzt kräuselte ein ziemlich fieses Grinsen ihre Mundwinkel nach oben.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Mai 21, 2018 8:39 pm

Ich lachte ein wenig vor mich hin, während ich die ersten Schritte durch das Wasser watete. Ihre Mimik war einfach zu lustig, wenn man erst einmal begonnen hatte darauf zu achten. Sie schien ihr Herz nicht nur auf der Zunge zu tragen, sondern alles gleich noch einmal mit ihrer Mimik zu unterstreichen. Und sie schien überhaupt nicht damit umgehen zu können, dass jemand sie ein wenig aufzog. Beinahe hätte ich begonnen vor mich hin zu summen - wenn in diesem Moment nicht eine plötzliche Betroffenheit in mir aufgewallt wäre. Verwirrt blinzelnd kam ich etwas aus dem Tritt und musste ich erst wieder fangen, bevor ich den nächsten Schritt machen konnte. Was war das jetzt schon wieder? Ich schielte zu der Amazone hinüber. Hatte ich irgendetwas schlimmes gesagt...? Und selbst wenn... sollte mich das kümmern? Ich dachte genau so lange darüber nach, bis ihre nächste Bemerkung mich völlig unvorbereitet traf.

„Ich...ich ziere mich nicht!“, gab ich brüsk zurück und wandte den Blick ab, konnte aber nicht verhindern, dass mir genau das wohl auf die Stirn geschrieben stand. „Ich...“ Ich überlegte krampfhaft, welches stichhaltige Argument ich anführen konnte, doch gerade jetzt war mein Kopf leer. Ich entschied mich für einen Frontalangriff. „Oder wäre es dir lieber, wenn ich mich ausziehe?“ Ich gab mir wirklich Mühe, sie gelassen und mit der nötigen Spur von arroganter Überlegenheit anzusehen.
Erst mit etwas Verspätung nahm ich dann überhaupt zur Kenntnis, dass sie auf mein Spiel eingegangen war - was mich mehr als verwunderte. „Ich hätte wissen müssen, dass man diesem Mistkerl nicht trauen kann“, fluchte ich vor mich hin, während ich Ausschau nach der Schale hielt. Dabei spürte ich doch deutlich ihren Widerwillen! Er stand ihr ins Gesicht geschrieben! War das...irgendeine dumme Amazonen-Regel? Dass sie, wenn sie so einen Vorschlag gemacht hatte, auch dabei bleiben musste? Ich frohlockte innerlich. Das wäre ja wunderbar! Also, versuchten wir es doch weiter! „Die Schriftzeichen, die ich suche, sind auf einem Amulett abgebildet. Jemand erzählte mir, er hätte so ähnliche hier in einem verfallenen Tempel bereits gesehen. Anscheinend hat er gelogen, aber ich habe ihm geglaubt und deswegen bin ich hier“, fasste ich kurz zusammen und sah sie erwartungsvoll an. „Hast du gesehen, wohin diese Schale geschwommen ist?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Mai 21, 2018 9:08 pm

Jaiva grinste noch ein paar Momente länger und es war mehr als offensichtlich, dass sie diesen Augenblick sehr genoss. Recht so! Sollte er nur ein bisschen schmoren. Seine Nachfrage indes löste etwas aus, das sie nicht so recht verstehen konnte, denn bis zum heutigen Tage hatte sie noch nie Probleme mit etwaiger Nacktheit gehabt. Dieses Widerstreben, das sie da spürte, passte rein gar nicht dazu oder lag es doch daran, dass er ein Mann war? Wer konnte schon wissen was sie sehen würde. Vielleicht würde es sie verändern. Für ein, zwei und dann drei Herzschläge schien sie verunsichert zu sein, nicht zu wissen was sie von alledem halten sollte; aber dann machte sie eine wegwerfende Handbewegung.
Normalerweise würde ich sagen, dass es mir egal ist was du machst, allerdings sagen die derzeitigen Umstände etwas anderes“, murrte sie. So... ein bisschen neugierig war sie ja schon aber das würde sie diesem Widerling bestimmt nicht so mir nicht dir nichts offenbaren! Der würde doch bloß überschnappen.
Ach, weißt du was? Gib deiner Kleidung die Möglichkeit zu trocknen oder lass es bleiben. - Und du zierst dich wohl.“ Das musste sie ihm einfach noch einmal unter die Nase reiben...

Dann aber erzählte er von einem anderen Mann – ein Mann, der einen Mann betrog. Nichts, was sie überraschen konnte. Einem Mann konnte man nun einmal nicht vertrauen, selbst wenn man selbst ein Mann war! Das war bekannt. Sie nickte langsam obschon sie gar nicht wissen konnte was er genau meinte. Dann erfolgte bereits die Erklärung und obwohl sie ihn am liebsten dafür verhöhnen wollte, dass er auf diesen überaus billigen Trick hereingefallen war, blieb sie still und hörte ihm bis zum Ende zu. Da sie keine Kleidung abzulegen hatte, trat sie zum zweiten Mal an diesem Tag in das Wasserbecken. Für einen kurzen Moment befürchtete sie eine erneute Reaktion, nein, beinahe erhoffte sie diese sogar; aber ein See blieb ein See. Es war als wäre rein gar nichts geschehen, nun, mit Ausnahme dessen, dass das Relikt zersprungen war. Was für ein Anblick...
Als sie angekommen war hätte sie noch geglaubt, dass diese Steinformation für die Ewigkeit geschaffen war; jetzt war sie zerstört und sie kam nicht umhin Schuld aufwallen zu spüren. Sie mochte das zwar nicht beabsichtigt haben; aber dennoch war nicht von der Hand zu weisen, dass sie die Göttinnen herausgefordert hatte mit ihrer Rede.
Ein Amulett, sagst du? Mhm. Ich verstehe... an und für sich klingt das gar nicht einmal so unwahrscheinlich mit Ausnahme, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass es jemand bis dort hin geschafft hätte“, kommentierte sie dann.
Nein... Sie muss mir aus der Hand gerutscht sein als der Stein zersprungen ist und die Wellen uns hier hin geschleudert haben“, äußerte sie ihre Überlegungen und wies in die entsprechende Richtung, sodass sie sich dieser Stelle annähern konnten. Langsam bewegte sie sich vorwärts, steckte ihren Kopf auch mehrmals durch die Wasseroberfläche und schaute um sich.

Die Hohepriesterin meines Dorfes hat mir vor ein paar Tagen die Geschichte zu diesem Ort erzählt. Die Götterschwestern Vinu und Melva hatten nach einer Möglichkeit gesucht wie sie ihren Kindern neue Hoffnung schenken konnten. Da kamen sie mit Hilfe ihrer Tochter Sola auf die Idee einen Badeort daraus zu machen. Ich wollte nur sehen ob etwas an diesem Unsinn dran ist“, meinte sie ruppig. Woher kam dann dieses Gefühl von Unwohlsein?
Wie gut, dass sie just in diesem Moment auf etwas stieß. „Da ist etwas“, meinte sie und spähte nach unten. „Ein Spalt. Vielleicht... ist die Schale nach dort unten gefallen. Warte.“ Sprachs und tauchte ab bevor er noch weitere unschöne Fragen stellen konnte...

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 5:28 am

„Gar nicht!“, erklärte ich ihr in beinahe trotzigem Tonfall. Aber selbst wenn ich es mir anders überlegt hätte war es jetzt eh zu spät. Meine Hose war erneut nass und sie jetzt auszuziehen wäre sinnlos. „Die derzeitigen Umstände“, äffte ich ihre Worte nach. „Wenn ich krank werde...meinst du, du bekommst das dann auch ab?“ Auch das wäre ein interessantes Experiment, auch wenn ich eigentlich nicht vor hatte in diesem Zustand so lange zu bleiben, um das auszuprobieren. Plötzlich spürte ich noch etwas anderes. „Ha!“ Ich wandte mich zu ihr um. „Und du willst eigentlich doch, dass ich mich ausziehe!“, konfrontierte ich sie mit meinem Verdacht, denn dieser Anflug von Neugierde war nicht meine. Auch wenn es erschreckend war, jemand anderen nicht nur körperlich, sondern gleich noch emotional spüren zu können. Beim Unlicht, ob die törichten Leute, die von Dingen wie ‚ein Herz und eine Seele‘ gesprochen hatten, so etwas gemeint hatten? Nein, bestimmt nicht. Ich glaubte nicht, dass irgendjemand so etwas noch verglorifizieren konnte, wenn er so eine stachelige Amazone kennengelernt hatte. „Was ist mit deinem Vater?“, fragte ich dann plötzlich, vom Gefühl der Neugier angesteckt. „Hast du den denn noch nie gesehen?“

In einigem Abstand folgte ich ihr bis zu der Stelle, an der die Wellen uns gegen den Fels geworfen hatten. „Du hast dich noch nicht bedankt“, stellte ich mit etwas abwartender Stimme fest und verschränkte die Hände hinter dem Kopf. Sollte sie ruhig diese Schale suchen. Mich ging ihre Tradition ja herzlich wenig an. Außer, dass wir sie vielleicht brauchten... Ich seufzte und ließ meinen Blick über die inzwischen wieder glatte Wasseroberfläche schweifen. Ich beobachtete ihr Tun eine Weile und kam nicht umhin, sie mit irgendeinem grotesken Wasservogel zu vergleichen, der immer wieder den Kopf unter Wasser steckte - auf der Suche nach Fischen. Ich begann, leise zu lachen. „War das nicht eine Holzschale?“, fragte ich nach. „Müsste die nicht oben schwimmen?“ Ich versuchte, mir einen weiteren Kommentar zu verkneifen, aber nach ihrer Stichelei, ob ich mich zieren würde, war das eigentlich nicht möglich. „Du siehst aus wie eine Bachgründlerin“, merkte ich an und meinte damit einen weit verbreiteten Vogel, der seine Nahrung vorwiegend aus dem Schlamm von Bächen bezog - und das auffällige Federkleid des Kopfes nach jedem Tauchganz ausschüttelte. Gut, das hatte ich bei ihr jetzt noch nicht gesehen, aber... „Also wie eine pieksige Variante davon“, schob ich nach.
Ich runzelte die Stirn. „Du klingst nicht sonderlich überzeugt von deinen Göttergeschichten.“ Ich bedachte sie mit einem nachdenklichen Blick. Immerhin machte sie das ein wenig sympathischer, dass sie anscheinend keine religiöse Fanatikerin war. „Vielleicht waren sie deswegen sauer?“ Ich beobachtete, wie sie erneut abtauchte, lehnte mich gegen den Fels und wartete. Plötzlich zuckte ich zusammen. Irgendetwas hatte mich in den Arm gezwickt. Ich schoss nach vorne, fuhr herum und sah gerade noch ein krabbenähnliches Tier in einer Felsspalte verschwinden, bevor ich ausrutschte und einmal mehr gänzlich im Wasser landete. Heute war wirklich nicht mein Tag.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 22, 2018 5:55 am

Ich will es nicht herausfinden“, murrte die dornige Amazone mit verkniffenen Gesichtszügen. Wenn man es recht bedachte und sich ein wenig Zeit dafür nahm sah sie zumeist nicht nur grimmig aus sondern schmollte obendrein bisweilen. Für sie war die Sachlage indes klar: Jemand, der nicht hier aufgewachsen war, war nicht auf das Leben an einem solchen Ort vorbereitet. Sie hätte es überhaupt nicht verwundert wenn er krank geworden wäre!
Dann kam aber schon die nächste Unterstellung. Ein Mal mehr verengte Jaiva die Augen und starrte ihren Gegenüber damit an. Was war das für ein Spuk? Woher konnte er das wissen? Das war bestimmt wieder ein übler Männer-Trick. Freilich, auch sie hätte verstehen können, dass etwas in ihr vorging, das absolut keine Facette von ihr sein konnte, allerdings war sie ohnehin zumeist in irgendeiner Weise emotional, dass das, was hier geschah, auch nicht anders als monatliche Stimmungsschwankungen waren. Kurzum: Jaiva brauchte noch ein bisschen länger um das große Ganze zu verstehen. Wichtig jedoch war ihm zu sagen: „Ich hab eben noch nie einen Mann gesehen. Und?“ Da, da war es wieder. Der verkniffene Mund.
Dann blinzelte sie. „Ein... Vater?“, griff sie irritiert auf. „Ist das... so etwas wie eine Mutter?“ Ganz so sehr wie er dachte sie wäre auf den Kopf gefallen war sie dann auch wieder nicht.
Ich habe nur Mütter.“

Für einen Moment hielt sie in ihrem Tun inne, linste zu ihm hin. „Bedanken? Wofür?“, schnappte sie. „Wenn du nicht da gewesen wärst, wäre mir das alles erspart geblieben!“ Selbstverständlich war es für sie vollkommen logisch, dass er hier nicht zu sein hatte und nicht umgekehrt. Das war immerhin ihre Heimat während er nur hier war weil ihn ein anderer Mann aufs Kreuz gelegt hatte!
Wenn sie es tun würde, meinst du nicht, dass wir sie nicht bereits gesehen hätten? Sie ist sehr schwer!“ - gefangen zwischen Frustration und Sarkasmus. Im Augenblick war nichtmal sie sicher welche Facette gerade überwog.
Tatsächlich war der Vergleich mit einem Vogel gar nicht so verkehrt wenn man ihr mit Federn gespicktes Haar, ihre Bewegungen und, nanu, was war das? In ihrem Nacken war etwas; immer wenn sie sich nach vorn beugte, konnte der Blonde etwas davon erhaschen. Feine Linien, bunte Farben. Der Ansatz eines... aufgemalten Vogels?
Dennoch funkelte sie ihn lediglich an auf seinen Vergleich. Besser ein Vogel als... da! Er tat es schon wieder. „Macht dir Spaß, was? Mich auf meine Dornen zu reduzinieren?“ Sie versuchte so zu tun als stünde sie darüber; aber trotzdem traf es immer wieder und wieder...
Hmpf“, machte sie und hätte wohl etwas gesagt wenn ihr nicht etwas in den Arm gezwickt hätte. „Aua!“ Beinahe im selben Augenblick zuckten ihre Augen bereits zu ihm hin. Natürlich konnte nur er dafür verantwortlich sein. „Hör auf mit dem Blödsinn und steck den Dolch we-.“ Platsch. Sie blinzelte. Ein Mal, zwei Mal. Und dann lachte sie.
Wer wird denn so schreckhaft sein?“, grinste sie und machte sich dann drauf und dran diesen Spalt etwas mehr zu untersuchen. Dazu ließ sie sich auf die Knie sinken, ruderte mit ihren Armen so, dass sie Unterwasser blieb und schmälerte die Augen. Da unten, da glänzte doch etwas. War das...? Ja, das waren ihre Klangfäden. Sie mussten bereits damit angefangen haben sich aufzulösen, doch ihr goldener Glanz war noch immer schwach zu erkennen und was war das darüber? Ja. Das musste die Schale sein. Noch ein bisschen tiefer ließ sie sich sinken, streckte ihren Arm durch den Spalt und sank bis zur Schulter ein. Noch ein bisschen mehr... hnngmmm... Ihre Fingerspitzen streiften das Holz, bekamen dann den Rand zu fassen und dann hatte sie die Schale, zog und... stellte fest, dass sie festsaß. Aber damit wollte sie sich nicht abspeisen lassen. Oh nein!

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 6:45 am

„Willst du wo-hol“, flötete ich und spürte ein überlegenes Grinsen über meine Lippen huschen. Ich gluckste vor mich hin und ignorierte die Tatsache, dass ich schon wieder von Kopf bis Fuß nass war geflissentlich - ebenso wie ihren Kommentar über meine Schreckhaftigkeit. Das war doch bestimmt auch so eine Nebenwirkung des Zaubers! Ich fuhr mir mit der Hand durch die Haare, um sie wenigstens aus meinem Gesicht zu bekommen.

„Wie? Du hast nur Mütter?“ Ich starrte sie ein wenig überrascht und entsetzt an. Wie war das denn möglich? Jeder wusste doch, dass es einen Mann brauchte, um... Ich stockte. Ob die Amazonen uns vielleicht gar nicht so unähnlich waren? In meinem Volk gab es nur Männer. Frauen wurden gerade einmal für die Notwendigkeit der Fortpflanzung genutzt. Oder für mehr oder weniger morbiden Spaß, wenn ich den Prahlereien meiner Brüder Glauben schenkte. Mir kam ein ganz und gar grässlicher Gedanke. „Heißt das, ihr verschleppt Männer, um...“ Irgendwie war es mir peinlich, das vor ihr auszusprechen und so wanderte meine Blick wieder zur Seite. Aber hätte sie dann nicht schon einmal einen Mann sehen müssen? „Und...ihr tut es heimlich?“ Ich schwankte irgendwo zwischen Faszination, Verwirrung und Verständnislosigkeit. Warum sollte man diesen Aufwand betreiben und dann die Kinder alleine großziehen? Ich hatte zwar keine große Erfahrung - gut, gar keine Erfahrung - im Zusammenleben mit einer Frau, aber hunderte von Menschen praktizierten das schließlich Tag für Tag. Wobei das biestige Verhalten dieses Exemplars hier eindeutig abschreckend wirken sollte.
„Dann wäre ich dir vorenthalten geblieben und du wärst jetzt vielleicht an einen dieser Fische hier gebunden!“, gab ich zurück und hatte tatsächlich den Anflug eines Schmollens in meinen Worten. Was zum Henker war hier los? Ein Dunkelelf schmollte nicht! Eine Amazone aber anscheinend schon. Und das nicht zu selten. Das war so verwirrend! Jetzt musste ich nicht nur mit dieser Situation kämpfen, sondern auch damit meine und ihre Gefühle auseinander zu halten!
„Reduzinieren?“, echote ich lachend, doch das Lachen blieb mir sprichwörtlich im Hals stecken, als ich die unter ihren Worten verborgene Verletzlichkeit zu spüren bekam. Ein Stich ins Herz, nicht so stark wie vorhin, als wir uns voneinander entfernt hatten, aber deutlich genug. Meine Hand zuckte kurz in Richtung meines Brustkorbes. Sie... mag ihre Dornen nicht?, schlussfolgerte ich ein wenig unsicher und betrachtete sie eingehender, als könnte ich dadurch in ihr Innerstes blicken. Trotzdem war ich nicht bereit, das in irgendeiner Art und Weise zu würdigen. Noch nicht. „Ich reduziere dich nicht auf Dornen, sondern auf deinen kratzbürstigen Charakter!“, erklärte ich kurz bevor sie abtauchte. Und dann verging eine ganze Zeit in der sie tauchte. Ob das ihre Art war mir zu sagen, dass es sie nicht interessierte, was ich dachte oder tat? Ich blickte ein wenig genervt auf den Punkt, wo sie untergetaucht war. „Gut, meinetwegen.“ Ich holte tief Luft und tauchte ebenfalls unter. Nass war ich ja immerhin schon. Es dauerte einen kleinen Moment, bis ich unter Wasser einigermaßen gut sehen konnte. Dann entdeckte ich den Grund dafür, warum sie so lange unter Wasser bleib. Ich stieß ein bisschen Luft aus, schwamm zu ihr und legte meine Hände über ihre, um ihr zu helfen die Schale zu befreien.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 22, 2018 7:41 am

Ekel! Widerling! Nervensäge! Jaiva ließ nur noch ein Schnauben hören, immerhin war das albern! Albern! Jawohl. Da war doch gar nichts dabei oder in etwa doch? Wenn man diesen Umstand an seiner heftigen Reaktion maß vielleicht schon, aber... er sollte sich nicht so anstellen! Wer regte sich hier bitte künstlich auf? Das bisschen nackte Haut. Als ob sie ihm etwas weggucken würde. Das war doch lachhaft...

Wenig später wurde ihre kurze Diskussion von etwas Unvorhergesehenem überlagert,  denn diesmal spürte sie seine Irritation, erkannte sie auch im Rahmen seines Gesichts. Was... war denn jetzt los? Ja, sie wusste, dass Menschen sich anders fortpflanzten, sowohl Mann als Frau brauchten aber das bedeutete nicht, dass sie gewusst hätte wie das im Detail funktionieren sollte. Offen gestanden stellte sie sich das alles ein wenig ekelhaft vor. Doch die Überlegungen des Fremden gingen noch weiter. Unglaube, Nachdenklichkeit und Scham kamen über sie, definitiv nichts, was sie als zu sich gehörig erkannt hätte. Langsam neigte sie ihren Kopf zur Seite, setzte ihr Nachschattenhaar in Bewegung, sodass es in einem nassen Schwall lang und glatt über ihre Schulter glitt. Sie strich es zurück. Je mehr sie hörte, desto mehr legte sich ihre Stirn in Schatten, tiefe Furchen der Nachdenklichkeit vereinigten sich mit einer dunklen Vorahnung. Diese seltsamen Fragen zusammengenommen mit dem Spiel seiner Empfindungen... vielleicht waren die Geschichten, die sie gehört hatte, doch alle wahr.
Sei nicht alberner als du bist“, fuhr sie ihn ruppig an. „Amazonen brauchen natürlich keine Männer. Für gar nichts und erst recht nicht um Kinder zu kriegen. Amazonen sind nicht wie Menschen und wie Männer schon zwei Mal nicht!“ Und darauf war sie auch ziemlich stolz. Scham? Nein, darauf wartete er vergeblich aber er hatte ja bereits das eine oder andere Mal feststellen können wie locker sie manches sah... und anderes wiederum nicht. Wie zum Beispiel die Sache mit ihren Dornen doch zuerst galt es etwas anderes klarzustellen: „Besser ein Fisch als ein Mann. Fische erzählen wenigstens nicht so viel Unsinn und sind so besserwisserisch. Über Fische muss man sich nicht so aufregen wie über dich.“ Jaiva mochte zwar in gewisser Hinsicht auch neugierig sein, allerdings war sie mindestens genauso sehr den amazonischen Glaubenssätzen verhaftet - es prallten hier zwei Welten aufeinander und das war auch zu spüren, demnach folgte jedem Funken Neugierde auch eine weitere Woge Feindseligkeit. Der Lerchossohn tat sein übriges um diese Woge immer wieder aufs Neue anzufachen, sodass es immer etwas auszudiskutieren gab.
Ich bin nur dann stachelig wenn ich einen Grund dazu habe“, antwortete sie an der nachfolgenden Stelle mit einer gewissen Überlegenheit, die zwar vorgeschoben war aber sich gut zum verdecken eigener Unsicherheiten eignete, nun, wenn er nicht in sie hätte blicken können wie durch eine Wasseroberfläche auf den Grund eines Sees... „Wenn du nicht so blöd wärst und kein Mann wäre es viel einfacher.“

Unter Wasser wurden sie beide von einer wohltuenden Stille umfangen, denn wer die Luft anhalten musste, konnte nicht gleichzeitig fauchen und meckern und verletzend sein. Besonders als der Mann meinte er müsse ihr helfen tat das Wasser seinen Zauber - obschon Jaiva wollte, so konnte sie ihn nicht aufs Schärfste zurechtweisen, dass er gefälligst seine Pfoten bei sich behalten sollte! Gucken, in Ordnung aber anfassen? Niemals! Nicht solange sie da ein Wörtchen mitzureden hatte. Der Mann spürte also wie so oft Feindseligkeit allerdings hinderte sie ihn nicht daran mitanzupacken. Das war immerhin auch seine Schuld! Jetzt da sie seine Hilfe hatte, war es mehr als offensichtlich, dass sie diese nicht haben wollte! Allerdings war es genauso offensichtlich, dass sie seine Hilfe brauchte, denn die Schale - ein viel zu harmloses Wort für dieses Etwas, in dem auch ein Neugeborenes Platz gefunden hätte - war verflucht schwer! Zudem hatte sie sich verkeilt, sodass sie wahrscheinlich noch tiefer abgerutscht wäre, hätte der Blonde nicht beherzt zugegriffen. Nach einem kurzen Moment der Ungewissheit hatten sie das hölzerne Ungetüm fest ergriffen und konnten es nach oben bringen. Die Anklage ließ natürlich nicht lange auf sich warten.
Was sollte das?! Ich hätte das,  ah..  Ich hätte das auch allein ge - ge - geschafft!“, schnappte sie nach Luft.


Zuletzt von Jaiva am Di Mai 22, 2018 5:53 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 5:11 pm

Ich maß die Amazone mit einem skeptischen Blick, eine Augenbraue etwas hochgezogen, die Arme vor der Brust verschränkt, nachdem sie die Schale nun wieder alleine trug. „Das heißt: ‚Vielen Dank, liebster Ciaran, dass du mir geholfen hast‘“, verbesserte ich sie in belehrendem Tonfall. „Dafür, dass du es auch alleine geschafft hättest, hast du nämlich ziemlich lange gebraucht. Wie lange kannst du die Luft anhalten? Eine halbe Stunde?“ Wieder troff meine Stimme vor Ironie. Konnte dieser wandelnde Dornenbusch nicht ein Mal so etwas wie Entgegenkommen zeigen? Ich gab mein Möglichstes, um freundlich zu sein und sie...? Argh! Die Frau trieb mich in den Wahnsinn! „Hoffentlich kann deine Hohepriesterin uns schnell helfen“, seufzte ich. „Sonst kann ich für nichts garantieren!“

Ob sich schon einmal jemand selbst umgebracht hatte, indem er versucht hatte jemand anderem den Hals umzudrehen? Nun, wenn sie so weiter machte würde es wohl bald einen spektakulären Fall dafür geben. „Und dein Grund um stachelig zu sein ist genau welcher...? Dass ich atme?“, hakte ich grantig nach. Mein Geduldsfaden war wirklich hauchdünn. Und dass sie selbst einen Fisch besser fand als mich. Wieder knirschte ich mit den Zähnen, während ich eine Hand zur Faust ballte und versuchte das Zittern vor lauter Wut zu unterdrücken. „Es gibt auch männliche Fische - schon gewusst?“, setzte ich noch hinzu. Diese dumme Halbpflanze ging mir wirklich auf die Nerven!

„So...und was ist daran jetzt so besonders?“, wollte ich mit etwas gelangweiltem Tonfall wissen und trat näher, um die Holzschale zu betrachten. „Das sieht für mich nicht sonderlich rituell aus. Einfach wie... eine alte, halb vermoderte Schale eben.“ Ich konnte es einfach nicht lassen sie ein wenig zu reizen.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 22, 2018 6:27 pm

Ciaran... das ist also sein Name, empfand sie trotz allen Ärgers, der in ihr mit zweifacher Flamme brodelte – ein hochexplosives Gemisch, angefacht durch ihrer beider Unwillen dem anderen auch noch einen Stich zu schenken. Wieder einmal starrte sie ihm mürrisch entgegen und wenn man den roten Faden des bisherigen Gesprächs weitersponn, war auch nicht anzunehmen, dass sich dies in nächster Zukunft ändern würde.
Sind alle Männer so überheblich wie du, Ciaran?“, fragte sie ihn und betonte seinen Namen überdeutlich. Dem Blonden mochte es zwar unter Umständen bereits aufgefallen sein, dass Jaiva Arcum mit einem unterschwelligen Dialekt sprach und ihre Worte so nah aneinander schmiegte, dass ihre Sätze beinahe wie eine einzige Melodie klangen, doch jetzt, da sie sich an seinem Namen versuchte, war das nicht länger zu überhören. Sie verlieh diesem eine vollkommen eigene Note, die jetzt – selbstverständlich - alles andere als schmeichelhaft klang weil sie ihn reizen wollte.
Lange genug“, erklärte sie ihm hoheitsvoll; ein Charakterzug, den sie bis zu diesem Tage noch nie an den Tag gelegt hatte; aber er forderte es auch einfach heraus! Sie konnte gar nicht anders!
Sie schnaubte. „Da stimme ich dir sofort zu“, gab sie mit geschmälerten Augen von sich. „Ich kann es kaum erwarten dich loszuwerden.“

Ach nein, wirklich? Das hab ich ja noch gar nicht gewusst... jetzt sagst du mir wahrscheinlich gleich noch, dass es auch männliche und weibliche Affen gibt. Ja, Ciaran, belehre mich mit deinen Weisheiten und da du scheinbar so viel zu wissen scheinst, sag mir ob dir diese Symbole bekannt vorkommen. Und pass auf, dass du die Schale nicht fallen lässt. Auch dein Leben könnte vielleicht von ihr abhängen.“ Kaum da sie es gesagt hatte, drückte sie ihm die hölzerne Schale in die Hände.
So schlimm kann es wohl nicht mit mir sein, sonst würdest du dich vielleicht ein wenig in Demut vor den Göttern üben“, meinte sie, diesmal sogar ziemlich ruhig und betrachtete ihn für einen Moment still und nachdenklich. „Vielleicht hängst du auch nicht sonderlich an deinem Leben.“
Auf den Außenseiten konnte man tatsächlich verschiedene Symbole erkennen, die in die hölzerne Oberfläche eingebrannt worden waren. Unregelmäßige, rote Rückstände ließen darauf schließen, dass sie dereinst fein säuberlich angemalt worden war, doch jetzt war viel davon verblasst. Wer auch immer dieses Stück gefertigt hatte, hatte all sein Geschick und Liebe hineingelegt.
Komm mit da rüber. Ich will mich anziehen“, meinte sie dann, wie um sich aus ihren Gedanken zu befreien und deutete in die entsprechende Richtung um sich alsbald aufzumachen.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 7:00 pm

Ich ging nicht auf ihre Spitze ein, sondern warf ihr nur einen weiteren bösen Blick zu. „Du bist die erste Person, die es schafft, meinen Namen wie eine Beleidigung auszusprechen“, stellte ich trocken fest und seufzte. Dabei klang ihre Stimme doch sonst so harmonisch, als würde sie die ganze Zeit ein Lied singen. Allerdings gehörte auch da eine ganze Menge dazu, diese Eigenart gerade bei einem Wort zu unterbrechen. „Mit wem habe ich denn die Ehre? Oder soll ich dich weiter Dornenbusch nennen? Nervkuh hätte ich auch noch im Angebot.“ Ich verlagerte mein Gewicht ein wenig und nahm eine mehr als ablehnende Haltung ein. Sie sollte auf gar keinen Fall annehmen, dass ich irgendetwas anderes als Abneigung für sie empfand.

„Immerhin weiß ich, dass es Hexen und Hexer gibt“, gab ich zurück. „Und ich habe schon Männer gesehen.“ Was wollte sie mir hier vorwerfen? Dass ich weltfremd war? Da sollte sie sich mal besser an die eigene Nase fassen. „Ich kenne Völker, von deren Existenz du nicht einmal weißt!“, giftete ich und hätte mir gleich darauf auf die Zunge beißen können. War das zu auffällig? Nein, oder?
„Ach? Du kennst so etwas wie Kleidung?“, stichelte ich. „Ich dachte, du läufst immer so freizügig durch die Gegend.“ Ich folgte ihr - in sicherem Abstand - und kletterte ebenfalls ans Ufer, wo ich die Zipfel meiner Hose etwas auswrang und schließlich mein Oberteil wieder überstreifte. Dann trat ich wieder näher und besah mir die Schale noch einmal genauer. Enttäuschung wallte in mir auf, da mir die beinahe verblassten Symbole nicht auf Anhieb bekannt vorkamen. Dabei kannte ich die Zeichen auf dem Amulett eigentlich auswendig. Einen winzigen Moment überlegte ich noch, dann holte ich das Amulett aus meiner Tasche und hielt es dagegen. Sicher war sicher. Aber schon nach kurzer Zeit schüttelte ich den Kopf. „Nein“, stellte ich traurig fest. Das bedeutete, dass ich mich die ganze Zeit auf einer falschen Fährte befunden hatte und nur meine Zeit verschwendet hatte. Ein herber Rückschlag.
„Gut. Und nun?“ Ich versuchte, meine Enttäuschung zu verbergen. „Wie bekommen wir die Hohepriesterin dazu, uns zu helfen?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 22, 2018 7:50 pm

Dieses Mal ließ die Dorne Ciarans Litanei beinahe kommentarlos an sich vorüberziehen obgleich sich dennoch Reaktionen darauf einstellten, die gleichermaßen sichtbar wie auch spürbar waren. Schon einmal ein Augenrollen gespürt? Vielleicht war Jaivas Gegenüber der erste, dem dies geschah. Sie seufzte bei seinen nicht enden wollenden Worten. Das war so... unendlich anstrengend. Jeder einzelne Schritt kam ihr gleich zwei Mal so mühsam wie gewöhnlich vor. Sie sah sich inzwischen bestätigt, dass Männer und Frauen nicht füreinander geschaffen waren; erst recht wenn es sich bei letzteren um Amazonen handelte. Warum sich Menschenfrauen dennoch für ein solches Schicksal entschieden, konnte sie sich nicht vorstellen. Vielleicht hatte all das wirklich mit einer Kultur aus Zwang und Schmerzen zu tun. So genau wollte sie sich das gar nicht vorstellen.
Aus den Augenwinkeln beobachtete sie wie der Lerchossohn mit der Schale umging und sie schlussendlich mit einem Amulett verglich, das er aus seiner Tasche hervorholte, sagte aber nichts auf seine knappe Äußerung, mit der so viel mehr mitschwang. Sie hörte es und fühlte es zugleich. Das... war ihr überaus unangenehm.

Nach einer Weile, die ihr angemessen vorkam seufzte sie. „Können wir später weiterstreiten? Es gibt gerade wichtigeres als das. Nenn mich wie du willst. Das macht es auch nicht besser. Du kannst aber auch einfach Jaiva zu mir sagen.“
Mehr oder minder gemeinsam stiegen sie aus dem Wasserbecken und überbrückten die wenigen Schritte bis zur gewundenen Wurzel. Jaiva umrundete diese und überließ den Lerchossohn für den Moment sich selbst. Die Prozedur des Anziehens dauerte ohnehin nicht lange, denn sowohl Rock als auch Oberteil waren rasch angelegt. Als sie sich wieder Ciaran zuwandte hatte sie auch eine Kette aus auffällig bunten Federn umgelegt sowie einen vier Finger breiten Gurt, an dem ein paar Kleinigkeiten befestigt waren – unter anderem einen gut zwei Hände langen Dolch, mit dem man auch Tiere ausnehmen konnte. Oder anderes.
Wir sollten die Nacht abwarten bevor wir zum Dorf gehen. Vielleicht können wir in der Dunkelheit eine meiner Schwestern abpassen und sie zur Hohepriesterin schicken. Wenn uns... -“ sie blinzelte. Die Formulierung passte nicht. „- mich die Götter nicht gänzlich verlassen haben, bleibst du vielleicht sogar unentdeckt“, überlegte sie laut.
Oder du möchtest lieber als Frau verkleidet werden?“ Sie berührte ihr Kinn mit Daumen sowie Zeige- und Mittelfinger und rieb bis zur Spitze hin. „Du bist auf jeden Fall deutlich weniger Affe als die Überlieferungen sagten. Gar nichtmal so grob gebaut. Und Fell im Gesicht hast du auch nicht.“ Diesmal würde Ciaran keinen Angriff in ihren Worten finden, nur Neugierde, ... gut und ein ganz kleines bisschen Schadenfreude; aber das war ja schon fast herzallerliebst.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 8:19 pm

„Jaiva also.“ Ich verzichtete auf jeden weiteren Kommentar, denn ich war zu niedergeschlagen für Streitgespräche. Ich hatte so sehr gehofft, endlich eine Spur zu haben, dass die Enttäuschung nun umso größer war. Es war einige Wochen her, dass ich das Portal durchschritten hatte, aber trotzdem hatte ich noch keinen einzigen wirklich brauchbaren Hinweis gefunden. So langsam verließ mich der Mut, auch wenn dieses Land noch groß war. Aber was, wenn sie sich gar nicht hierher geflüchtet hatte? Oder nicht von hier stammte? Was sollte ich dann machen? Dann wäre alles umsonst und...
„Hm?“ Ich blickte auf und sah die Amazone ein wenig verwirrt an. Ich hatte gar nicht mitbekommen, dass sie sich etwas angezogen hatte, geschweige denn, dass sie anscheinend mit mir gesprochen hatte. „Du... siehst aus wie ein bunter Vogel“, bemerkte ich und runzelte die Stirn. Ob sie Vögel mochte? War auf ihrem Nacken nicht auch so etwas abgebildet gewesen? Zumindest glaubte ich, vorhin zwischen ihren nassen Haaren etwas derartiges aufblitzen gesehen zu haben. „Na auf jeden Fall siehst du jetzt fast normal aus.“ Ich klang noch immer erschöpft und resigniert. „Aber... muss bei euch eigentlich alles so knapp und freizügig sein?“ Ihre Kleidung bedeckte ja auch nur das Nötigste! Diese Frau hatte wirklich kein Schamempfinden!
Ich nickte zur Bestätigung, dass ihr Plan passabel war. „Gut. Und bis dahin kannst du mir erzählen, warum du unbedingt mit einer Schüssel im Götterteich baden gehen wolltest“, schlug ich vor, um selbst auf andere Gedanken zu kommen. „Und ich glaube nicht, dass eine deiner Schwestern so blind ist, mich für eine Frau zu halten. Das könnte nur jemand völlig unerfahrenes und weltfremdes.“ Wie du. „Alles andere nehme ich mal als Kompliment. Du findest mich also attraktiv, ja?“ Ich schenkte ihr ein Lächeln, das eher an ein Zähne blecken erinnerte. Das konnten ja ganz wunderbare Stunden bis zur Nacht werden.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Mai 22, 2018 9:22 pm

Die dornige Amazone war ein wenig verwundert, dass es bei einem vollkommen neutralen Kommentar blieb, dafür spürte sie etwas in sich anschwellen, das wirklich und wahrhaftig mit ihrem Empfinden im Einklang schlug; wenigstens für ein paar Momente, solange bis sie realisierte, dass Ciaran niedergeschlagen war. Hätte sie ihm die Schale nicht geben sollen? Aber... es war besser die  Wahrheit zu kennen anstatt Hirngespinsten nachzujagen, oder?

Aus den Augenwinkeln linste sie vorsichtig zu ihm hin, blinzelte dann aber ertappt als er ihr dann entgegenblickte und sie einen Vogel nannte. Sie blinzelte, zeigte Irritation, die es unmöglich machte Feindseligkeit entstehen zu lassen. Kurzzeitig hob sie beide Arme, erinnerte sich dann aber ihrer Federn und berührte die Federkette, die sich erinnernd um ihren Hals schmiegte. Ihr Zeigefinger strich über den feinen Schwung einer türkisblauen Feder und streifte dabei eine smaragdgrüne.
Bunt ist schön“, sagte sie, halb Feststellung, halb Frage. Mit dem anderen konnte sie wenigstens etwas anfangen. „Es ist immer warm. Warum mehr Kleidung tragen? Man muss sich gut bewegen können, auch wenn es nass ist. Deine Kleidung ist ziemlich unpraktisch“, lautete ihre ziemlich nüchterne Feststellung.

Was alledem nachfolgte, sorgte wiederum dafür, dass sich ihre Stirn wieder nachhaltig zu verdüstern begann. Erneut fragte er nach dem Reinigungsritual und der Schale, die er ganz unverfroren Schüssel nannte. Götterteich... pff, der hatte Nerven! Dabei... fiel ihr ein, dass sie vor ein paar Stunden selbst an einen Tümpel gedacht hatte. Hmpf. Sie presste lediglich ihre Lippen aufeinander. Er konnte fragen bis er schwarz wurde! Sie würde ihm bestimmt nichts erzählen. Den Gefallen würde sie ihm ganz gewiss nicht machen!
Sie rollte mit den Augen. Sarkasmus tropfte aus ihrer Stimme wie Wasserperlen von den Pflanzen hier. „Bestimmt das hübscheste Äffchen wenn man es an seinem Geltungsdrang misst. Komm, ich weiß wo wir bis zum Abend bleiben können.“ Sprachs und streckte die Hand nach der Schale aus, machte eine fordernde Bewegung mit ihren Fingern. „Na los gib her, dann wir können los.“

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Mai 22, 2018 9:45 pm

„Bunt ist schön“, wiederholte ich perplex und sah die Amazone an. War es wirklich so einfach? Konnte man die Welt so... vereinfacht betrachten? Das war doch... Bunt ist schön. Ich wusste nicht genau warum, aber ich begann zu lachen. Diese Antwort, so einfach und simpel und doch so ehrlich war einfach erfrischend. Ich schüttelte den Kopf. „Ja“, nickte ich schließlich. „Da hast du wohl Recht.“ Ich fuhr mir über die Augen und kam noch immer nicht ganz aus dem Staunen raus. Dabei wollte ich jetzt definitiv keine Diskussion darüber anfangen, wie unpraktisch bunt war - zum Beispiel bei meinen normalen Aktivitäten. Stattdessen versuchte ich irgendetwas zu finden, was die Wartezeit etwas kürzer erscheinen lassen würde. „Hast du die selbst gemacht?“ Ich deutete mit dem Kinn in Richtung der Federkette.
„Für hier ist sie vielleicht unpraktisch“, gab ich zu. „Aber meine Haut ist hell. Im Dunkeln würde ich hier sehr auffallen ohne die dunkle Kleidung. Jeder nachtaktive Jäger würde mich sofort entdecken. Auch deine Schwestern. Also sei froh über die Sachen.“ Nein, ich würde ihr nicht auf die Nase binden, dass ein Großteil meines Lebens daraus bestand in den dunkelsten Nächten umher zu huschen und meine Aufträge zu erfüllen.

„Na dann...“ Ich schluckte jede andere Erwiderung hinunter. Mit diesem Dornenbusch zu diskutieren war ja sowas von zwecklos! Und ich blieb dabei! Die Dornen passten viel besser als Blüten! Ich reichte ihr die Schale und wartete darauf, dass sie mich durch den Urwald führte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 23, 2018 6:14 am

Ciarans Lachen überraschte die dornige Amazone mehr als es ein gezückter Dolch vermocht hätte. Mit einem Dolch rechnete sie trotz des Götterspruchs, denn ein solches Verhalten passte zu den Dingen, mit denen sie aufgewachsen war. Männer trugen einen Teil von Lerchos' Irrsinn in sich und ihnen war schlichtweg alles zuzutrauen, doch das Lachen wollte sich nicht so recht in dieses Bild einfügen. Es zupfte an ihrem Herzen und wenn sie es denn hätte geschehen lassen, wäre ein erster Grundstein des Verstehens gelegt gewesen. Nun war es aber so, dass sie Irritation, Unglaube und Misstrauen darüber legte und ihre Mundwinkel verzog.
Warum lachst du? Das ist nicht lustig“, murrte sie und schmälerte ein Mal mehr ihre Augen. „Komm mir jetzt nicht so indem du... - was?“ Jaiva blinzelte ihn irritiert, nein, erschüttert an. Er stimmte ihr zu? Was war das für ein seltsamer Trick?
Ciarans Staunen passte wunderbar zu ihrer Irritation und man hätte von einer ersten unterschwelligen Harmonie sprechen können wenn sein Gegenüber nicht so unglaublich misstrauisch gewesen wäre. Es gab keinen Zeitpunkt, in dem sie ihm gedankenlos den Rücken zugewandt oder ihre Augen länger als fünf Herzschläge von ihm fort genommen hätte und dies hatte tatsächlich rein gar nichts damit zu tun, dass er - für einen Mann! - ansehnlich war. Sie traute ihm nicht einmal ansatzweise und aller Charme, den er dann und wann aufblitzen ließ, brandete gegen von Dornen gespickte Klippen.
Noch einen kurzen Moment länger blieb sie still, überlegte wie sie darauf reagieren sollte und ob, zögerte merklich und sagte dann schlussendlich: „Nein. Sie war ein Geschenk.“
Mhm“, machte sie auf seinen Versuch die dunkle Kleidung zu erklären. Sie klang nachdenklich, versuchte sich einen Reim auf seine Worte zu machen und, ja, natürlich, etwaige Spitzen zu erkennen, denn dass er wirklich zu keinen Sticheleien ansetzte war vielleicht das Unheimlichste, das er seit ihres folgenschweren Zusammentreffens getan hatte. „Hier solltest du nicht nachts irgendwohin gehen, egal ob mit heller oder dunkler Haut.“

Ein Nicken rundete den Moment ab und sie nahm die hölzerne Schale wieder an sich. Ihr Gewicht war trotz aller Ereignisse tröstlich und Jaiva war unendlich froh, dass sie nicht auch noch zu Bruch gegangen war. Freilich, sie kämpfte mit den Schuldigzuweisungen, die ganz gewiss folgen würde, befürchtete Konsequenzen und fragte sich im Stillen wie man diesen Schlamassel wieder geradebiegen sollte. Tief in ihrem Inneren bezweifelte sie das. Das war ganz gewiss ein Zeichen der Göttlichen und nicht nur sie war in der Lage diese Zeichen zu interpretieren. Ein Mann brachte wirklich und wahrhaftig Unheil über jede Frau. Sie seufzte.
Sag mal, dieses Amulett. Warum ist das so wichtig für dich?“, fragte sie ihn, rechnete allerdings nicht wirklich mit einer Antwort auch wenn sie ein bisschen neugierig war, ein Umstand, den sie wohl nie und nimmer zugegeben hätte. „Ist das deinen Göttern geweiht?“ weshalb hätten dort sonst Symbole abgebildet sein sollen wenn kein Diener des Glaubens sie geschrieben hatte?
Ohne zu zögern führte sie ihn in den Wald, wo sichere Pfade nur für jene zu erkennen waren, die wussten wie man sie nutzte, denn nicht immer bedeutete dies der offenen Fläche zu folgen, sondern ging darin über manchmal zwischen Buschwerk hindurchzugehen oder zwischen Steinen hindurchzuklettern. Manchmal musste man auf einen Baumstamm steigen und über eine jäh auftauchende Untiefe gehen und sie tat das in aller Selbstverständlichkeit. Mit Schale in den Händen und aufmerksam umherschweifenden Augen.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 23, 2018 4:39 pm

Ich musste noch mehr lachen, als Jaiva mich ansah, als hätte ich plötzlich grüne Punkte bekommen - oder wäre lila angelaufen. Was vielleicht gar nicht so abwegig war... Verstohlen tastete ich nach der Fibel, die zum Glück immer noch an ihrem Platz war und dicht genug an mir, um ihre magische Wirkung nicht zu verlieren. Was die Amazone dazu wohl gesagt hätte? ‚Bunt ist schön‘? Ich musste noch ein bisschen mehr lachen.

„Ein Geschenk also...“ Ich blickte etwas unsicher zu ihr hinüber, konzentrierte mich aber gleich wieder auf den Weg. Im Moment schien sie ganz umgänglich zu sein. Ob sie also eine Frage beantworten würde? Ich wiegte noch einen Moment den Kopf hin und her, beschloss dann aber, dass ich es nie herausfinden würde, wenn ich es nicht versuchte. „Von wem denn?“, hakte ich also neugierig nach. Wenn mich nicht alles täuschte, bedeutete ihr die Kette viel.
Genauso lange wog ich ab, ob ich ihr von dem Amulett erzählen konnte. Doch was sprach dagegen? Ob sie es mir stehlen würde, nur weil es einer Frau gehört hatte und nun mir? Ich bezweifelte es. Und wenn doch, dann mussten wir wohl beide mit einer Hand weiterleben. „Ich weiß nicht, ob es irgendwelchen Göttern geweiht ist. Aber es ist das einzige Andenken, das ich an meine Mutter habe“, erklärte ich also. Wie jedes Mal, wenn ich darüber nachdachte, zog sich mein Brustkorb zusammen bis ich das Gefühl hatte keine Luft mehr zu bekommen. „Alle haben gesagt, sie sei tot. Aber dann habe ich zufällig ein Gespräch belauscht in dem gesagt wurde, dass sie... weggegangen ist.“ Nein, ich konnte nicht erklären, dass sie geflohen war. Für den pieksigen Dornenbusch wäre das nur gefundenes Fressen und Bestätigung dafür, wie schrecklich Männer waren. Und noch mehr von dieser Litanei konnte ich im Moment nicht ertragen.
Leichtfüßig folgte ich der Amazone durch den Urwald, sprang ebenso problemlos über umgestürzte Bäume oder Schlammpfützen als letze Zeugen des Gewitters. Sie sollte ja nicht glauben, dass nur Amazonen sich hier einigermaßen sicher bewegen konnten! Das einzige, was ich wirklich beeindruckend fand war, wie sie die Wege fand. „Habt ihr... irgendwelche Markierungen angebracht?“, fragte ich, da sich mir teilweise nicht erschloss, wie sie den Beginn eines Pfades fand, wo zunächst keiner zu sehen war.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Mai 23, 2018 5:33 pm

Je mehr Ciaran lachte, desto stärker fühlte die dornige Amazone den Widerhall in ihrem Herzen, den sie zuvor als eindeutig sich unzugehörig identifiziert hatte.
Das ist nicht lustig!, grollte sie und versuchte den innerlichen Drang sich seinem Lachen anzuschließen resolut niederzukämpfen. Das war jedoch leichter gesagt als getan und so zupfte der Ansatz eines Lächelns an ihren mürrisch verzogenen Mundwinkeln, die mehr und mehr dem anschwellenden Impuls nachzugeben begannen. Nein das ist nicht... args...! Und dann... ein belustigtes Schnauben, das sich aus ihrer Kehle löste und mit einem kleinen Glucksen daherkam.
Wie auch immer...“, meinte sie im Versuch das, was soeben geschehen war - und sie aufs Höchste beunruhigte! -, zu überspielen. Sie versuchte nur noch grießgrämiger dreinzuschauen, was darin endete, dass ihre Schmolllippe mehr und mehr in Schieflage geriet und in einem einseitigen Schmunzeln gipfelte.

Hatte sie zu viel gewagt? Ciaran konnte fremde Unsicherheit spüren, die wie ein leises Lied unterschwellig durch sein Innerstes tanzte und auch sie rang mit sich, überlegte ob sie ihm das erzählen wollte oder besser nicht. Allein durch ihre Überlegungen gab sie weitaus mehr preis als die nachfolgenden Worte überhaupt greifbar machen konnten. Es war eine Woge von Gefühl, die eben jener ähnlich war, die ihn wenig später beim Gedanken an seine Mutter durchzucken sollte. Es war ein dunkler Ort in Jaivas Herzen, ein schmerzender Ort, eingepackt in tiefe Traurigkeit, Bedauern ... und Schuld. Die Trauer einer verflossenen Liebe? War es so einfach?
Meine Liebste hat sie mit einst geschenkt“, sagte sie ihm dann und so wie der Blonde unter Umständen auf jedwede Resonanz lauschen würde, so hielt sie es auch, denn an eben solchen Punkten gab es keine Toleranz für Schadenfreude oder Scherze auf ihre Kosten. „... ich weiß gar nicht warum ich dir das überhaupt erzähle“, grummelte sie, schob diese Gedanken vor und versuchte damit jedweden Anknüpfpunkt für was-auch-immer zu zerstören. Sie wollte nicht, dass er überhaupt irgendetwas dazu sagte! Hätte ich bloß meinen Mund gehalten!, empfand sie noch bevor er überhaupt die Gelegenheit gehabt hätte etwas zu sagen. Ganz gleich welcher Natur.

Und dann kam er. Ciaran. Ein Fremder, der ganz freigiebig von dem Amulett erzählte und den Umständen warum er von dem Schicksal seiner Mutter wusste. Wenn die Symbole der Schriftkunst der Hohepriesterinnen zugehörig waren, dann... wäre seine Mutter eine Amazone gewesen. Sie blinzelte voller Unglaube. War das überhaupt möglich? Und warum? Aufregung glühte mit einem Mal auf und ging dann in zartem Misstrauen über. Kurzzeitig blieb sie stehen, blinzelte, grübelte und sagte dann: „Du verheimlichst etwas. Ja. Genau ich spüre das ganz eindeutig“, konfrontierte sie ihn mit ihren Gedanken.
Lenk jetzt nicht ab. Irgend etwas ist mit deiner Mutter, nicht wahr?“
Und da war sie wieder, die Feindseligkeit, die ihre Augen wie sterbende Sterne funkeln ließ. Ungnädig. Zerstörerisch. Zuvor hätte man beinahe glauben mögen das blassgrüne Auge hätte sich für einen Moment hervorgetan.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Mai 23, 2018 10:24 pm

Ich starrte die dornige Amazone an. War das gerade so eine Art Lächeln gewesen? Zumindest ein Anflug davon? Ich konnte es kaum glauben. Hieß das, das mürrische Wesen hatte so etwas wie Humor? Aber da war es doch, ganz eindeutig, oder? Auch wenn sie es zu verbergen suchte. Warum? Wollte sie absichtlich unnahbar wirken? Oder dachte sie es würde etwas zerstören, wenn sie lachte? Ich wurde nicht richtig schlau aus ihr. Ich hatte ihr doch wirklich nichts getan. Also zumindest nichts schlimmes. Warum kämpfte sie so darum eine kühle Distanz zu schaffen. Weil es ihr dann leichter fiel, nur das Schlechte zu sehen? Hatte sie am Ende...Angst? Erst die Antwort auf meine zögernd vorgebrachte Frage - von der ich erwartet hätte, sie würde einfach so im Sande oder in einem Unwetter verlaufen - riss mich aus meinen Überlegungen. Darauf, was im gleichen Atemzug über mich hinweg rollte wie eine Welle und mich aus dem Tritt brachte, als stünde ich mitten im Sog der Brandung, war ich allerdings nicht vorbereitet. „Das...ähm...tut mir leid.“ Ich hatte keine Ahnung, was vorgefallen war, doch das, was ich spürte ließ nichts Gutes erwarten. Und ich hatte das Gefühl, als betrete ich geweihten Boden, auf dem ich nichts zu suchen hatte. Dass sie alleine so viel preisgegeben hatte war erstaunlich und ich würde nicht weiter in sie dringen zumal ich kein guter Gesprächspartner für so etwas war. Alles, was ich über Liebe wusste, stammte aus irgendwelchen Gedichten und Büchern. Ich selbst hatte noch nie so empfunden, hatte es in meiner Umgebung nicht gesehen und keine Ahnung, was man zu einer Situation, die anscheinend auch noch ein Problem barg, sagte. Und es wäre falsch gewesen sie zu fragen und dann mit dieser Antwort stehen zu lassen - genauso falsch wie etwas zu sagen, nur um der Worte willen. Also - was hätte ich sagen sollen?
Noch mit meinen Gedanken beschäftigt merkte ich nicht, wie Jaiva stehen geblieben war und lief direkt in sie hinein. Augenblicklich machte ich einen Satz rückwärts und hob beschwichtigend die Hände. „Tut mir leid, ich habe nicht...“ Da war es schon wieder, dieses Misstrauen, das in ihren Augen aufblitzte. Ich schluckte den versöhnlichen Tonfall hinunter. „Warum bleibst du auch einfach stehen?“, fragte ich stattdessen, jede Schuld von mir weisend. „Was soll ich denn verheimlichen?“ Ich schüttelte unwillig den Kopf. „So ein Quatsch. Und selbst wenn. Es ist meine Angelegenheit. Oder bin ich inzwischen verpflichtet dir alles zu erzählen?“ Mein Tonfall war angreifender, als beabsichtigt, aber das Thema war ein wunder Punkt. „Was soll schon sein? Sie hat mich allein gelassen. Soll ich jetzt auch darüber jammern, wie herzlos Frauen sind?“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 24, 2018 6:24 am

Wofür entschuldigte sich der Lerchossohn? Es wusste nichts, rein gar nichts über Eiris oder ihr Schicksal. Sie hatte ihm doch bloß gesagt, dass... oh... Die dünne Haut, die sich zwischen der Welt ihres Gegenübers und ihr spannte war nach beiden Seiten hin durchlässig. Das, was sie spürte, spürte er auch, nur dass er auf ihre Seite blickte und Dinge sah, die er niemals hätte wissen sollen. Die Frage musste jedoch viel mehr lauten: was konnte er noch durch den Schicksalsspruch herausfinden? Konnte er ihre Gedanken lesen? War er - bei den Zweien und Zwölfen! - am Ende besser als sie?! Jaiva spürte ihn ja auch aber sie war weit davon entfernt wirklich zu verstehen was in ihm vorging. Nur wenn sich sein Gefühl grundlegend von ihrem unterschied oder sie ganz genau zuhörte, konnte sie die Klangfarbe seines Empfindens erhaschen. Das... war zugegebenermaßen aufregend, gerade weil sie gleichsam durch ihre Musik wie auch durch ihre Magie vorgeprägt war. Sie hatte die Aufmerksamkeit, sie hatte die Konzentration, jetzt fehlte ihr nur noch das Verständnis. ... habe ich gerade wirklich denken wollen, dass es schade ist wenn Nesrin den Spruch gleich heute abend auflöst?! Ja, das war interessant! Ja, so eine Gelegenheit würde sich ihr niemals mehr bieten aber...
Schon gut“, entgegnete sie ihm schroff. „Eine Amazone kann nichts erschüttern.“ Oder so. Sie konnte ihm schließlich schlecht sagen was sie gerade wirklich gedacht hatte. Das... war auch deutlich weniger schmerzhaft als den Verlust ihrer Jägerin. Ohne Eiris war sie ein Nichts. Zusammen mit Eiris hatte sie eine Aufgabe gehabt, aber jetzt war sie nur noch ein unerwünschtes Anhängsel, der Dorn, der im Fleisch der Gemeinschaft steckte. Vielleicht hatten die Göttlichen ihnen allen einen großen Gefallen erwiesen indem sie den Mann zu ihrem See gelockt und ihn an sie gebunden hatten. Jetzt hatten ihre Stammesschwestern einen wirklichen Grund sie zu verachten.

Und auch die dornige Amazone wurde aus ihren abschüssigen Gedanken errettet, denn wovon Ciaran sprach erregte ihre volle Aufmerksamkeit. Neuer Zorn mochte zwar zusammen mit pulsierendem Misstrauen in ihr schwelen, doch wenigstens ein Teil von ihr war noch bereit zuzuhören, herauszufinden was die Wahrheit war, denn mit dieser Verbindung... würde sie spüren können ob er die Wahrheit sagte oder log! Das musste doch zu schaffen sein. Und dann, dann konnte sie herausfinden ob Männer wirklich von Lerchos' Irrsinn berührt waren. Ob das... ansteckend war? Konnte sie sich mit seinem Irrsinn anstecken? Besser sie dachte gar nicht daran und außerdem musste sie doch aufmerksam sein! Doch selbst mit der Ahnung was theoretisch möglich war, war es nahezu unmöglich selbst so still wie Solas See zu sein. Immer wieder wirbelten eigene Gedanken die Oberfläche ihres Inneren auf und dann... wurde das Bild, das sie von Ciaran empfing, unklar.
Dass er in sie hinein gelaufen war, wurde bei der Brisanz des Themas beinahe nebensächlich, allerdings konnte er sehen wie schnell sie die Schale mit ihrer rechten Hand gänzlich umfasste und die Finger der linken streckte damit sich die Handinnenfläche mitsamt dem Dorn darin anhob. Wenn sie ihre Finger auf seiner Brust angesetzt und ihre Hand abgesenkt hätte... wäre sie tief genug gekommen? Sie wusste es nicht, hatte so etwas noch nie tun wollen und ein leiser Gedanke sagte auch, dass das nicht möglich war aber Schmerzen, oh ja, Schmerzen hätte sie damit zu erzeugen gewusst.
Leider leider macht es dieses... das da... -“ noch immer fehlte ihr eine passende Bezeichnung für ihrer beider Zustand und sie machte eine vage, wegwerfende Geste „- auch zu meiner Sache. Frauen sind nicht herzlos. Es gibt immer einen Grund warum sie tun was sie tun.“
Jaiva schnaubte, formte ihre freie Hand zur Faust und spreizte den Zeigefinger ab, sodass eben jener direkt in seine Richtung wies. Aber - sie berührte ihn nicht. Auch in dem Moment, da er in sie gelaufen war, hatte sie sich mit einem raschen Schritt außer Reichweite gebracht.
Und außerdem“, sagte sie dann, spürte wie eigener Schmerz sich mehr und mehr auszudehnen begann - es gibt immer einen Grund..., hörte sie ihre eigenen Worte. Au... - „würdest du diese Mühe doch gar nicht auf dich nehmen wenn du sie nicht finden wollen würdest!“ Sie hatte immerhin auch zwei Mütter, die sie verlassen hatten und sie, genau sie, die gerade große Töne spuckte, hatte nie nach ihnen gesucht. Nie. Nie!


Zuletzt von Jaiva am Do Mai 24, 2018 7:13 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 24, 2018 4:20 pm

Ich sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Nichts erschüttern. Hmhm.“ Ein feines Lächeln umspielte meine Lippen und verriet, dass ich ihr kein Wort glaubte. Egal, wie stark und unabhängig sie sich hier präsentieren wollte, ich hatte bereits einen kleinen Blick auf die Kehrseite dessen erhascht - auf die Dinge, die sie anscheinend nur zu gerne verbergen wollte. Das, was noch alles an Emotionen zu mir herüber schwappte, gab mir einiges zu denken, auch wenn ich nicht im Stande war es nun zu entwirren. So viel schien unter dieser abweisenden und teilweise auch stolzen Fassade zu brodeln, tief versteckt im sturmumwölkten Herzen aus Ablehnung und Wut. Und Sturheit. Und Pieksigkeit. Und... Ich hätte noch ein Dutzend Adjektive aufzählen können, die ihre merkwürdige Haltung mir gegenüber beschrieben hätten, doch pieksig traf es schon ganz gut. Dornig eben. Es musste doch ein Ausdruck des Charakters sein. Doch dieser Sturm, der mich eben tangiert hatte, den ich wahrnehmen konnte, weil ich es geübt war Emotionen anderer zu lesen, ließ mich überlegen, was ihren Charakter auf diese Art und Weise geschliffen haben mochte.

Doch ihre nächsten Worte, gemischt mit ihren Emotionen und meinen - gaben ein ebenso explosives Gemisch wie ihre. Ich fühlte mich an einem wunden Punkt ertappt und sah zu, dass ich in eine Verteidigungsposition kam - eine Lage, in der ich nicht mehr das Gefühl hatte sie könnte in meine Seele schauen und damit ergründen, was ich wirklich fühlte. Und mir solche Dinge auf den Kopf heraus sagte. „Unsinn“, wehrte ich in scharfem Tonfall ab. „Ich... ich will sie höchstens finden, um ihr ins Gesicht zu sagen wie sehr ich sie hasse!“ Auch das stimmte nicht im Entferntesten, aber ich wollte nicht, dass sie an Wahrheiten rührte, die zu kostbar waren, um sie auszusprechen. In meiner Verzweiflung schlug ich um mich, wenn auch nur mit Worten. „Wie kann eine Mutter ihr Kind verlassen!“ Sie hätte mich mitnehmen können. Auch das war ein Aspekt, der immer wieder tief in meinem Inneren anklang, auch wenn ich wusste, dass sie dazu vermutlich nicht die Möglichkeit gehabt hatte. Sie konnte froh sein, wenn sie noch lebte. Aber das ausgerechnet mit der dornigen Amazone zu diskutieren... mit jemandem, der mir mit unverhohlener Feindseligkeit in den Augen begegnete - ohne dass ich ihr irgendetwas getan hatte - das war einfach unmöglich. Sie sollte sich aus diesen Angelegenheiten heraushalten. Mich in Ruhe lassen mit ihren Weisheiten. Auch wenn ich eigentlich danach durstete mit jemandem zu sprechen, mehr herauszufinden und andere Meinungen zu hören. Zerrissen. Anders konnte man es nicht beschreiben. Zerrissen und verletzt. Unsicher und dadurch wütend. Und die Amazone bekam das nun ab, denn auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, waren wir uns doch gar nicht so unähnlich. Wie auch sie verbarg ich Dinge in meinem Inneren und reagierte empfindlich, wenn jemand an ihnen rührte. Was sie wohl dazu gebracht hatte?

Und bevor ich es mir verkneifen konnte, rutschte mir etwas über die Lippen, für das ich mich im nächsten Moment am liebsten geohrfeigt hätte: „Bist du eigentlich schon so dornig auf die Welt gekommen?“ Nicht, dass es mich nicht interessiert hätte, ob es Neugeborene mit Dornen oder anderen Pflanzenteilen gab, aber mich beschlich das ungute Gefühl, dass ich gleich ein wahres Unwetter erleben würde.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 24, 2018 5:44 pm

Jaiva blieb Ciarans überheblich und herablassend auf sie wirkende Reaktion nicht verborgen, nein, sie grinste ihr im wahrsten Sinne des Wortes entgegen und so verschränkte sie ihre Arme, sperrte ihn damit aus oder gab sich selbst wenigstens die Illusion von Unangreifbarkeit. Sie rechtfertigte sich nicht vor ihm, oh nein, damit würde sie gar nicht erst anfangen.
Wenn du so weitergrinst, dann gibt das noch Zahnschmerzen, also pass besser auf“, murrte sie und signalisierte mit einem beneidenswerten Schwung ihres nachtschwarzen Schopfs, der entschieden über ihre Schulter glitt, dass das Thema für sie beendet war. Die Federn raschelten verheißungsvoll und die Holzperlen klackerten leise.
Tze, du nervst“, meinte sie in gesenktem aber nicht weniger ruppigem Tonfall.

Dann aber lauschte sie seiner Reaktion und dieses Mal war sie es die ein feines Lächeln auf die Lippen setzte - sie wurde zum lebendigen Spiegel seiner vorherigen Reaktion, zu seinem arschigen Echo sozusagen. Sie glaubte ihm kein Wort. Und sofern sich der Lerchossohn es nicht hinzuphantasierte, dann fehlte ihrer Haltung die Überheblichkeit ganz und gar. Sie verstand ihn, ganz gleich wie sehr sie ihn darauf reduzieren wollte ein Mann zu sein, so verstand sie ihn doch. Ganz gleich wie er grollte und seinen Zorn vorschob, so fehlte ihm doch die Mutter. Sie hatte dasselbe erlitten. Ihr fehlte dasselbe Stück ihres Herzens, sogar zwei davon und das, was sie so lang von sich weg geschoben hatte, kehrte von jetzt auf gleich zu ihr zurück. Jaivas Zorn war nicht mit seinem zu vergleichen, wenigstens nicht mit jenem, den er vorschob. Ganz gleich wie sehr sie es auch versucht hatte, sie hatte ihre Mütter nie hassen können. Sie hatte sich gezwungen nicht an sie zu denken und jetzt... jetzt musste sie es notgedrungen durch seine durcheinander taumelnden Gefühle. Was würde sein wenn sie Mannja und Ambroseia treffen würde?, fragte sie sich. Was hätte sie ihnen zu sagen gehabt? Nichts... Sie hatte keine Vorwürfe für sie, denn die beiden hatten sie nicht zum Dornenkind, ja nicht einmal zum Unglückskind gemacht. Nicht einmal die Hänseleien der Kinder - der grausame Singsang von lachenden Kinderstimmen, die "Mutterloses Kind, Mutterloses Kind" sangen, verhallte dumpf in ihren Ohren - konnte sie ihnen jetzt noch nachtragen. Ihre Mütter waren Fremde. Amazonen wie jede andere. Und irgendwie... konnte sie verstehen, dass sie sie nicht hatten haben wollten, ... nicht haben wollten und somit auch nicht wussten, dass ihre einzige lebende Tochter zu etwas Absonderlichem, etwas Hässlichem geworden war...
Oh ja, sie hätte ihm viel zu diesem Verlust sagen können, so vieles, aber... sie schaute ihn einfach nur an. Wortlos. Vielleicht zum ersten Mal wenigstens für einen Moment offen. Das blassgrüne Auge... Jaiva kannte so viel mehr als Härte und Ablehnung, einfach weil sie selbst so viel davon erduldet hatte und sehnsüchtig auf gegenteilige Erfahrungen war. So verhungert. Vielleicht war es auch der jüngste Verlust oder weil seine Gefühle sie wenigstens dies eine Mal ruhiger machten, aber der fauchende Feuersturm brauste über sie hinweg. Sie sagte nichts, nein, sie ließ ihn einfach.

Es blieb nicht dabei. Nein, durfte es nicht. Ein solcher Moment durfte nicht bleiben. Jaiva sah ihn an, noch immer eingewoben in dieses seltsame Gefühl, das sich ohne sein Zutun in ihr ausgebreitet hatte. Sein Schmerz war jetzt ein Teil von ihr und auch wenn er es geschafft hatte die an die Ufer ihrer Seele anbrandenden leisen Wogen unter lauteren zu verbergen, so vibrierte in ihr dennoch Verständnis und Anteilnahme.
Willst du mir weh tun?“, fragte sie ihn in einem nüchternen, monotonen Tonfall. Auch daran dachte sie nicht gern. An die Stunde ihrer Geburt. Waren das Zufallstreffer oder wusste er durch ihre Verbindung was er tun musste damit er sie verletzen konnte?
Nur zu. Es gibt nichts, was ich noch nie gehört hätte“, meinte sie, bleckte ihre Lippen, sodass für einen Moment ihre Zähne im Zuge eines verzehrend-grausamen Lächelns zu sehen waren. Ein fürchterliches Lächeln, eines das gleichermaßen nach innen wie nach außen stach. Komm mir nicht zu nahe, sagte es. Der Schmerz pulsierte grell und laut, wurde mit jedem Gedanken und jedem Wort größer und größer. „Nein, Ciaran. Ich wurde nicht mit Dornen geboren und habe auch nicht meine Mutter zerrissen falls du dich das gefragt hast. Sie sind mir gewachsen wie anderen Leuten Zähne oder Haare wachsen. Da ist nichts dabei. Es sind nur Dornen. Mehr nicht. Sie stechen nur dann wenn man nicht aufpasst.“ Also pass besser auf!
Ein Schnauben rundete ihre Worte ab, die zornig klangen aber auch anders. Es war ein kalter und entsetzlicher, ein grausamer Zorn, der genau deswegen so verzehrend war weil er nichts verschleierte. Er würde es so oder so wissen.
An dieser Stelle würde sie sich umdrehen und den Weg fortsetzen wollen. Wenigstens der auf Überleben gedrillte Teil von ihr wusste, dass sie weitergehen mussten wenn sie nicht entdeckt werden wollten.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 24, 2018 6:53 pm

Ich zuckte unwillkürlich zusammen, als der Blick der Amazone auf mir ruhte und sie einfach ...nichts... sagte. Ich erwiderte ihren Blick, herausfordernd und trotzig, bereit ihre Antwort hin zu nehmen und egal was zu antworten - Hauptsache es würde ihr deutlich machen, dass sie mich in Ruhe lassen sollte. Ja, es sollte in diesem Fall auch weh tun, auch wenn Jaiva nichts für meine Situation konnte. Und genau genommen im Moment auch nichts getan hatte, was diese Reaktion rechtfertigte. Aber mein Innerstes war ein Chaos und Chaos war selten überlegt und noch seltener gerecht. Ich wollte weder Mitleid noch Verständnis. In diesem Moment wünschte ich mir wieder ihren Hass. Damit konnte ich umgehen, ihn an mir abperlen lassen oder zu Wut werden lassen. Das waren vertraute Empfindungen. Aber... Verständnis? Nein!
Ja, hätte ich beinahe geantwortet, es ihr am liebsten ins Gesicht geschrien. Ja, ich wollte sie verletzen. Damit endlich dieser Blick aus ihren Augen verschwand!

‚Nur zu. Es gibt nichts, was ich noch nie gehört hätte‘

Ich starrte sie an. Ein Herzschlag verging, dann noch ein zweiter. Noch nicht gehört? Ihre Worte sickerten quälend langsam in mein Bewusstsein. Was sollte das nun wieder heißen? Ihre Mimik sprach Bände und ihre Augen erzählten noch mehr. Was mich jedoch wirklich traf, waren ihre Gefühle. So verletzt. Ich schluckte schwer und wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich hatte ihr weh tun wollen, aber mit diesem Echo hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte das Gefühl in mein eigenes seelisches Spiegelbild zu blicken. Grüne Augen? Violette Augen? Was machte das schon, wenn das Innere so gleich war? So...erschreckend gleich?

Ich kämpfte meine eigene Wut und meinen Zorn nieder, verunsichert durch den erneuten Blick, den ich auf ihr Innerstes hatte werfen können. Hätte ich mich entschuldigen sollen? Vielleicht. Aber auch das brachte ich nicht über die Lippen. Zu froh war ich, dass ein anderes Thema nicht wieder angeschnitten wurde. Ich starrte die schwarze Haarpracht an, die herumwirbelte, als Jaiva sich umdrehte und ihren Weg scheinbar unbeeindruckt fortsetzte. War es eiserne Disziplin? Stärke? Überlebenswillen?

Ich starrte ihren Rücken an, gab mir einen Ruck und folgte ihr, bevor die Verbindung zwischen uns durch Entfernung wieder zu sehr strapaziert wurde. Das Schweigen dehnte sich aus, war angenehm und unangenehm zugleich. Was hatte sie gemeint? Was hatte sie schon alles gehört? Warum? Ich traute mich nicht, jetzt danach zu fragen. Aber das Schweigen hielt ich auch kaum noch aus.
„...und...von Lachen bekommt man keine Zahnschmerzen!“, erklärte ich leise, ein wenig vorsichtig, ein wenig trotzig. Ich konnte es einfach nicht auf sich beruhen lassen. Und das Schweigen wollte ich auch nicht länger bestehen lassen. „Im Gegenteil. Lachen ist toll. So richtig erleichternd, wenn es von Herzen kommt. Solltest du mal probieren.“
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 24, 2018 8:02 pm

Sei stark. Und wenn du es nicht bist, dann sei stark. Sei immer stark und wenn du es nicht bist, dann tu so als wärst du stark. Und wenn du aufwachst und nicht stark bist, dann tu so als wärst du stark. Sei stark, sei immer stark. Lass sie nicht merken, dass du nicht stark bist. Sei stark und gib dir verdammt nochmal Mühe damit; so lange bis du es bist, sagte sie sich in einer endlosen Litanei während die leisen Schritte ihrer blanken Füße über Erde, Stein und Holz huschten.

Die dornige Amazone schlug kein sonderlich scharfes Tempo an, allerdings trödelte sie auch nicht. Schritt um Schritt, immer weiter ging sie; … gingen sie. So seltsam und verstörend der Gedanke auch sein mochte, so wohnte ihm doch einen gewisser Trost inne, denn seit jenem einen Tage war sie nur noch allein im Wald unterwegs gewesen. Die dornige Amazone wusste, dass sie ohne Eiris an ihrer Seite so viel schwächer war und das, was sie zuvor gesagt hatte um den überheblichen Lerchossohn in die Schranken zu weisen, galt auch für sie: Allein war sie nichts. Dass sie in der Grünen Hölle überleben konnte lag einzig und allein an ihrem Wissen über den Dschungel, seine Tiere und ihre Gewohnheiten sowie die als sicher markierten Pfade der Amazonen.
Irgendwann lauschte sie nur noch ihrer beider Schritte, kam nicht umhin zu bemerken, dass ihr unfreiwilliger Begleiter leise wie ein Schatten war und keinerlei Schwierigkeiten mit den auf ihrem Weg liegenden Hindernissen hatte. Nie und nimmer hätte sie ihm dies ins Gesicht gesagt, allerdings imponierte ihr sein Geschick.
Ein Mal mussten sie sogar über eine Kluft, die zwischen zwei von mannshohen Findlingen gesäumten Klippen lag, demnach hieß es erst klettern und dann nach faustdicken Lianen greifen, nur um innerhalb eines waghalsigen Sprungs auf die andere Seite zu gelangen. Das war das erste Mal, dass sie zu ihm zurückblickte, denn davor hatte sie ihn nicht ansehen wollen! Sie spürte, dass er da war. Das war mehr als genug.

Das Schweigen fühlte sich... seltsam an. Eine Spannung, die man beinahe mit Händen greifen konnte und doch war es nicht die Amazone, die das Schweigen brach sondern der Blonde, der auf gewohnt neunmalkluge Weise betonte, dass man vom Lachen keine Zahnschmerzen bekam. Ciaran konnte ihr Augenrollen zwar nicht sehen, doch spüren konnte er es ganz eindeutig. Zweifellos war dies das erste Gefühl, das sie bewusst an ihn adressierte. Oh wie sie dieses ewige Gezeter satt hatte! Und zu allem Überfluss folgte dann noch die Krönung; das Tüpfelchen auf dem I.
Oh komm schon“, fuhr sie ihn an und blickte für einen Moment über ihre Schulter zu ihm hin. Sie blieb nicht stehen. „Kannst du nicht ein Mal deinen Mund halten? Kannst du das nicht oder hat man dir das einfach nie beigebracht?“ Erst dadurch, dass er zuvor über seine Mutter gesprochen hatte, fiel ihr auf, dass man dies auch als überaus geschmacklosen Angriff hätte werten können. Ihre Augen weiteten sich. Er spürte einen heiß-kalten Schauder des Entsetzens. „Das... -“ habe ich nicht so gemeint!, wollte sie sagen, allerdings kam sie nicht mehr dazu und ihr Erschrecken vermischte sich mit einem Trillergeräusch, das für ein ungeübtes Ohr wie ein Tier anmutete. Noch eins. Und dann erwies sich der Stein, den sie soeben betreten hatte als locker und zack! Sie glitt aus und dann kam es ganz auf Ciaran an, denn nur zwei Handspannen neben ihr begann ein gefährlich anmutender Steilhang.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Mai 24, 2018 9:31 pm

Mein Blick hing noch immer an Jaivs Rücken. Hatte ich übertrieben? Ganz sicher nicht! Oder doch...? Immer wieder schlichen sich leise Zweifel in meine Gedanken, nur damit ich sie gleich darauf aufs schärfste zurückweisen und unterdrücken konnte. So ein Unfug! Wer Dornen hatte und austeilen konnte, der musste auch einstecken können! Trotzdem beunruhigte mich die Stille ebenso wie die Emotionen, die doch ab und zu durch das unsichtbare Band sickerten. Welchen Kampf mit sich selbst focht die dornige Amazone wohl jetzt gerade aus? Wie oft hatte sie ihn schon geführt? Wieder echoten ihre Worte durch meinen Kopf. Es gibt nichts, was ich noch nie gehört hätte.
Der Weg wurde schwieriger und mehr als ein Mal musste ich den Blick von der Amazone abwenden, um stattdessen darauf zu achten, wo ich hin trat oder wo ich hin griff, als wir auch noch eine Liane benutzen mussten, um unseren Weg fortzusetzen. Ich beobachtete Jaiva dabei genau und versuchte ihre Bewegungen so gut es eben ging nachzuahmen. Das Allerletzte was ich jetzt gebrauchen konnte, war hinzufallen und von ihr ausgelacht zu werden. Aber auch hier zahlte sich jahrelanges Üben und die vielen gefährlichen Aufträge aus. Ich bewegte mich sicher und folgte ihr ohne größere Probleme wie ein Schatten. Jedenfalls, bis sie wieder begann sich zu beschweren. Was erwartete sie eigentlich? Dass ich jeden ihrer Seitenhiebe wortlos hinnahm?

Ich zuckte zusammen, als ich ihr Entsetzen spürte. Zuerst einmal, als sie mir wieder etwas an den Kopf warf, dann ein zweites Mal, als sie den Halt verlor. „Jaiva!“ Ohne nachzudenken hastete ich nach vorne und streckte die Hand nach ihr aus. Ich bekam ihren Arm zu fassen, griff mit dem anderen nach dem Stein und hielt unser beider Gewicht, während ich sie zu mir heran und damit in Sicherheit zog. Ich achtete nicht auf die Dornen, die immer wie eine unausgesprochene Drohung in die Luft ragten. Und in diesem Moment war es mir auch vollkommen egal, dass sie mich nicht leiden konnte und auf jede noch so kleine Gefahr der Berührung heftiger reagierte als ein Neptaner auf einen Spritzer Wasser. Mein Herz raste, als ich einen Blick über ihre Schulter hinweg in die Tiefe warf. Das hätte es gewesen sein können. Für beide von uns. Ich hielt sie noch einen Moment länger fest bis ich sicher war, dass wir beide festen Boden unter den Füßen hatten und mein Herzschlag sich etwas beruhigt hatte. Meine Hand und meine Schulter brannten, doch auch das war zweitrangig. „Alles.. in Ordnung?“, fragte ich noch immer etwas außer Atem. Auch wenn ich es nicht zugeben wollte, so steckte mir eine gehörige Portion Schreck noch in den Knochen. Dann ließ ich die Amazone so plötzlich los, als hätte ich mich verbrannt - vorbereitet auf einen erneuten Sturm. „Ja, ja. Lass mich raten: Auch das hättest du wunderbar alleine hinbekommen“, nahm ich mit genervt klingendem Tonfall vorweg um mein noch immer rasendes Herz zu überspielen.
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Ciaran

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