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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Sep 05, 2018 10:47 am

Wieder spielte sich sehr viel mehr unter der Oberfläche ab als dass es Jaiva lieb war und doch konnte sie nicht anders als in das fremde Rauschen einzutauchen und sich zu fragen was dies zu bedeuten hatte. War es Schmerz? Widerstreben? Befürchtungen oder gar… Angst? Ganz gleich was es auch sein mochte, es war etwas Urgewaltiges; ein Abgrund, um den sie herumtänzelte wie ein Blatt im Wind – nah genug um einen Blick in unheilvolle Klüfte zu werfen aber nicht um dem Tiefensog zu erliegen, wenigstens noch nicht. Und wie sich das Tuch der Nacht über der Grünen Hölle ausbreitete, dämpfte sich auch seine Gefühls- und Gedankenwelt auf ein Minimum als er seine Stimme hob. Ein Schauspiel, das sie zu befremden wusste, denn hätte sie nichts von alledem gespürt, wäre seine Scharade perfekt gewesen. Und wie um alledem noch einmal die Krone aufzusetzen schnippte Ciaran gegen ihre Stirn oder wenigstens beabsichtigte er dies zu tun, denn so weit ließ sie es nicht kommen. Bereits als er herannahte, zog sie ihren Kopf mit einem gut sichtbaren Stirnrunzeln zurück obschon sie es nicht verhindern konnte, dass seine Finger sie dennoch streiften.
Lass den Blödsinn“, schnarrte sie ihn an und schlug nun ihrerseits nach seinem Arm, gewillt ihn beiseitezufegen. Was sollte das denn schon wieder? Mürrisch fügte sie noch ein Was versteht ein Mann schon von alledem... hinzu und vergaß darüber hinaus auch nicht eine Schnute zu ziehen. Kind. Pah. Ausgerechnet dieser Kindskopf nannte sie ein Kind?

Alsbald machte er sich an den Abstieg, nicht aber ohne noch einmal einen Seitenhieb fallenzulassen. Diesmal entglitt ihrer Kehle ein Schnauben, denn ungeachtet seiner schwermütigen Gedanken, empfand sie, dass er sich etwas respektvoller gegenüber ihren Stammesschwestern verhalten könnte, ganz gleich ob sie anwesend waren oder nicht. Seltsame Gedanken beschlichen sie in den letzten Stunden, beschützende Gedanken; Gedanken, die sie ohne den Lerchossohn niemals gehabt hätte, denn wann hatte sie in den letzten Tagen… Monaten… Jahren… auf diese Weise über andere Amazonen gedacht? Es hatte erst ein Mann wie Ciaran kommen müssen um in ihr den Löwenatem zu wecken – Nesrin wäre gewiss entzückt gewesen. Oder verstört. Vielleicht auch beides, doch das würde sie niemals erfahren.
Nur ein paar Herzschläge nachdem sich ihr unfreiwilliger Begleiter an den Abstieg gewagt hatte, kam sie ihm auf ähnlichem jedoch nicht gleichem Wege nach. Zuerst sprang sie auf einen anderen Ast, ließ sich dann mit geschmeidiger Leichtigkeit nach unten fallen und hielt sich dann an anderer Stelle fest – nie und nimmer sah sie so aus als ob sie sich in diesen Höhen bewegen würde. Sie tat es mit einer Selbstverständlichkeit, die atmen glich.
Noch ein paar Momente lang suchte sie nach einer passenden Antwort, doch da empfing sie wieder das Flüstern des Windes; dem Rauschen des fremden Gräsermeeres und blickte für einen Wimpernschlag zu ihm hin. Sie wusste es. Natürlich wusste sie es, doch sie sagte nichts, lenkte lediglich ihre Blicke rasch von ihm fort als... ein trillernder Ruf ertönte. Jaiva hielt inmitten ihren Kletterbemühungen inne und blickte sich um. Nicht einmal mit Dunkelelfenaugen würde Ciaran eine Amazone in ihrem Versteck erkennen können, doch der Ruf war von einer anderen Stelle gekommen, sehr viel weiter entfernt, eventuell einer der hohen Bäume. Leider gab es derer viele. Noch immer innehaltend wartete sie ab, doch dann ertönte der Ruf erneut. Eine Tonfolge aus Vogelpfiffen, denen sie etwas verspätet antwortete.
An Ciaran gewandt sagte sie dann: „Scheinbar hat man uns bemerkt.“ Mit konzentriertem Gesicht lauschte sie wieder, nickte dann für sich und fügte hinzu: „Eine Begrüßung und Frage wer wir sind. Es ist alles gut so weit. Wir sollen heim kommen.“ Die fortgeschrittene Dämmerstunde spielte ihnen in die Karten. Sie antwortete noch einmal dem Ruf und kletterte dann weiter.
Wir sollten dennoch schnell von hier verschwinden“, fügte sie mit gerunzelter Stirn hinzu.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Sep 05, 2018 2:29 pm

Ich lachte über ihre Worte, grinste noch in mich hinein, als das Lachen bereits verstummt war und ließ sie im Stillen nicht aus den Augen, während sie eine Grimasse zog und schließlich ebenso behände begann wieder hinab zu klettern wie sie herauf gekommen war. Nein, in diesem Punkt stand sie einem Dunkelelfen tatsächlich in nichts nach. Nein, war vermutlich sogar besser als die meisten. Obwohl sie eine Frau war. Und das erfreute mich irgendwie. Warum? Weil es bedeutete, dass ich Recht hatte? Weil es bedeutete, dass einiges von dem, was hohle Köpfe uns versucht hatten beizubringen überdacht werden musste? Oder weil es bedeutete, dass sie vielleicht doch nicht ganz hilflos waren, wenn...
Ein Laut, ähnlich dem Schrei eines Vogels gellte durch die hereinbrechende Nacht und ich erstarrte mitten in meiner Bewegung. Augenblicklich sah ich mich nach dem Ursprung des merkwürdigen Tons um, konnte jedoch nichts entdecken. Das Blätterdach war einfach zu dicht. Ich tastete nach meinem Dolch und Jaivas Worte bestätigten meine Annahme. Unwillkürlich spannte ich mich an. Wann war mir so etwas zuletzt passiert? Ich war zu unvorsichtig geworden, weil ich... herumgealbert hatte. Weil ich zu sehr mit Jaiva beschäftigt gewesen war. Mit ihr und dem, was ihr eventuell als Schicksal blühen könnte. Und das durfte eigentlich nicht passieren! Dennoch schob sich die Erinnerung an ihre schmollende Schnute immer wieder in meine Gedanken und versuchte, mich vom Wesentlichen abzulenken. Doch noch während ich überlegte, wie wir den unliebsamen Zeugen unserer Anwesenheit beseitigen konnten, gab Jaiva Entwarnung. Ich sah sie skeptisch an. „Bist du sicher? Wir werden sogar eingeladen?“ Anscheinend konnten die Amazonen uns zwar sehen, aber nicht erkennen. Oder es war eine Falle... Ich lauschte in mich... in Jaiva hinein, um herauszufinden, ob diese Befürchtung begründet war. Würde sie mich an ihren Stamm verraten? Bisher hatte sie immer beteuert, dass sie dann ebenfalls so gut wie tot war, aber was, wenn das nicht stimmte? Oder... sich geändert hatte? Gleichzeitig versetzte es mir irgendwie einen Stich, dass diese Möglichkeit plötzlich zu existieren schien. Und etwas anderes machte mir auch noch zu schaffen. ‚Heim kommen.‘ Hatte sich irgendetwas jemals nach ‚heimkommen‘ angefühlt?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Sep 05, 2018 6:51 pm

Dieser Kerl hatte vielleicht Nerven! Sie hatte Ohren und mehr noch als das - sie konnte seine diebische Heiterkeit fühlen! Es spielte keine Rolle ob seinem Lachen eine spöttische Note anhaftete oder welche Gründe auch immer ihn dazu bewogen über ihre Worte zu lachen - er tat es und dafür konnte sie wenigstens im Augenblick keinerlei Verständnis aufbringen. Ein funkelnder Blick, der mit der Dominanz des giftgrünen Auges einherging war ihre stumme Antwort auf seine nonverbale Unverschämtheit. Eigentlich hatte sie nach der Dornenprinzessin fragen wollen, doch jetzt stand ihr ohnehin nicht mehr der Sinn danach. Sie konnte ja sehr deutlich sehen, dass jeder Funke Vernunft an ihn verschwendet war. Mann. Er war so ein Mann!
Und vielleicht hätte aus dieser Situation heraus ein weiterer überaus kindischen Streits entstehen können, doch es kam anders - ein Weckruf in Amazonenpfiffform, der sowohl Jaiva als auch Ciaran an den Ernst der Lage erinnerte. Seine Nachfrage ertönte sogleich und dieses Mal nickte sie für ihn.
Anhand der Tonfolge wissen meine Schwestern, dass ich ein Freund des Dorfes bin“, erklärte sie ihm und kam nicht umhin seine innere Unruhe zu spüren - eine Unruhe, die mit Befürchtungen einherging. Sie, die selbst schon immer misstrauisch gewesen war, ahnte sogleich in welche Richtung seine Überlegungen gingen. Bedeutete das Gefahr? Würde sie ihn hintergehen? Ihn um ihrer selbst Willen verraten? Doch bei solchen Gedanken konnte sie sich nicht verstimmt zeigen. Ihr wäre es ähnlich gegangen... Sie für ihren Teil ärgerte sich vor allem darüber, dass sie nicht weit genug gedacht hatte um ihm ein paar der Tonfolgen beizubringen. 'Ich bin ein Freund.' wäre ein guter Anfang gewesen aber nein, sie hatte lieber mit dem Mann stumpfsinnige Wettrennen veranstaltet und sich über Unsinn gestritten. Bei den Göttinnen...! Hoffentlich würden sie für ihr Versäumnis nicht bestraft werden.
Ich möchte mich aber nicht darauf verlassen, dass das so bleibt wenn sie um dein Hiersein wüssten. Komm. Wir klettern schnell wie Schatten und sicher wie Affen. - Wir klettern schnell wie Schatten und sicher wie Affen.“ - eine Redensart, die aufgrund der Übersetzung so manches von ihrer Bedeutung verlor. Sie hörte sich auch nicht so geschmeidig an wie sie es sich gedacht hatte. Vielleicht hätte sie es bei ihren Ferusworten bewenden lassen sollen oder gleich den Mund halten, allerdings fiel ihr das überaus schwer. Würde sie ihn verraten? Nicht einmal das Band würde es ihm sagen können, denn es verriet ihm nur ihre unterschwellige Anspannung, die an Befürchtungen von ihrer Seite geknüpft waren. Erwartungen, die mit Hoffnungen konkurrierten und Wachsamkeit.
Nicht lange dauerte es, da erreichten sie den Fuß des Baumes und während sie zuvor immer gangbare Wege gesucht hatte, winkte sie Ciaran zu sich und tauchte ins dichte Buschwerk der Strauchschicht ein. Man hätte meinen mögen, dass sie etwas Verbotenes zu tun beabsichtigte aber, nun, ... das entsprach tatsächlich der Wahrheit. Sie wollte einen Mann unbemerkt in ihr Dorf hineinbringen. Das war sehr verboten. Langsam und vorsichtig, immer auf Geräusche in ihrer Umgebung lauschend, bewegte sich die dornige Amazone durch das Grün, das mal weich und anschmiegsam, dann wieder hart oder stachelig war. Ihren Speer hatte sie mit sich genommen und nutzte ihn um Halme und Büsche langsam auseinanderzubiegen.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Sep 07, 2018 8:01 pm

„Schnell wie Schatten und sicher wie Affen“, stellte ich nüchtern fest und warf ihr einen skeptischen Blick zu. „Sagt man das bei euch so?“ Es ging nicht nur um Affen, es klang auch noch affig! Aber immerhin... Ungeachtet unserer Situation stahl sich mal wieder ein Lächeln auf mein Gesicht, während ich mich weiter abwärts bewegte und kurz nach Jaiva auf dem Boden landete. „Dann bin ich aber der Schatten und du der Affe“, erklärte ich, ein Mal mehr gespannt auf ihre Reaktion wartend. Ich konnte einfach nicht anders. Und wenn ich ehrlich war, wollte ich es auch nicht anders. Denn alles andere hätte bedeutet, dass ich mich tatsächlich mehr mit der Möglichkeit auseinandersetzen müsste, dass sie ihre Schwestern gewarnt hatte. Und das... wollte ich nicht. Ich wollte nicht, dass es so war und ich wollte diese Möglichkeit nicht weiter in Betracht ziehen. Wenn es so war...nun... ich war optimistisch, dass zumindest einige von ihnen ein schnelles Ende finden würden. Wieder einmal bohrte mein Blick förmlich Löcher in Jaivas Rücken, während sie voran ging und sich durch das Gebüsch schob. Ich musste mich beeilen, um ihr rechtzeitig folgen zu können, bevor das Band wieder übermäßig strapaziert wurde. Und wenn meine Augen in der Dunkelheit nicht ebenso gut gesehen hätten wie bei Tage wäre das wohl vollkommen unmöglich gewesen. Sie schien darauf jedoch keinerlei Rücksicht zu nehmen und so stockte ich kurz. Wusste sie es? Kannte sie mein Geheimnis? Aber...woher? Sie konnte doch kaum etwas mit Menschen anfangen. Woher sollte sie Dunkelelfen kennen? Allerdings... Meine Augen wurden schmal, während ich dieses Mal absichtlich versuchte ihre Gefühle zu durchforschen. Wenn dem so wäre... müsste sich dann nicht irgendwo ein Hinweis auf einen Plan finden lassen? Sie spielte dieses Band nicht vor. Ganz sicher nicht. Ich hatte ihren Schmerz gespürt. Und in ihren Augen gesehen. Das war nichts, was sie willentlich eingegangen war. Und ich bezweifelte, dass sie es gut genug verbergen könnte, wenn sie das Band nun zu ihrem Vorteil nutzen wollte. Dieser Zauber konnte mich vielleicht betrügen. Aber nicht der Wind. Der Wind hatte noch nie gelogen. Und wenn ich mich auf ihn konzentrierte, erzählte er mir die gleiche Geschichte wie das Band. Nur...ungenauer. Ich seufzte. Andererseits hatte das, was sie über Männer zu wissen glaubte doch tatsächliche Ähnlichkeit mit meiner Heimat. Aber... unmöglich!
Ich zerbrach mir den Kopf, während ich ihr durch die Dunkelheit folgte und tatsächlich das ein oder andere Mal aufpassen musste, um nicht auf den von der Luftfeuchtigkeit noch immer rutschigen Steinen auszurutschen. Wurde es hier eigentlich nie kühler? „Gibt es bei euch eigentlich Winter?“ Wenn ich mir die Pflanzen so ansah konnte ich es nicht wirklich glauben. Und Jaiva in einem dicken Pelzmantel... Unvorstellbar!
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Okt 26, 2018 10:22 am

Die Mundwinkel der dornigen Amazone zuckten gut sichtbar für den dunklen Elf nach unten, denn sie konnte seine Skepsis nicht nur sehen und hören sondern auch fühlen. Ihr gefiel das ganz und gar nicht!
Die Menschensprache ist viel zu flach und oberflächlich um den Sinn ganz zu erfassen“, hatte Jaiva nachdrücklich zu betonen gewusst und dabei einen ruppigen Tonfall angeschlagen, der mit einer entschiedenen Drehung ihres Hauptes einherkam. Nachtschwarze Haarbahnen folgten diesem energischen Schwung, bedeutend: Tz. Du hast keine Ahnung.
Absolut. Keine. Ahnung
!

Du bist…“, brummte sie und verstummte wieder, grimmig dreinblickend, wissend, dass er dieses unselige Spiel weitertreiben wollte. Das Spiel, das sie bereits mehrfach beinahe um Kopf und Kragen gebracht hätte! …was solls. Was half es in diesem Moment darüber zu streiten weil er für einen Schatten viel zu rechthaberisch und redselig war?
Spar dir das für später!“ Blieb nur zu hoffen, dass es noch ein ‚Später‘ geben würde. Doch was auch immer sich in seinem Kopf abspielte, es war schwer und bedeutsam und… uff, ganz ehrlich? Ihr wurde das mehr und mehr zu viel – die Anspannung in ihrem eigenen Körper war bereits zu einnehmend um jetzt auch noch die Schwere von Ciarans Gemüt aufzufangen. Nicht, dass sie eine Wahl gehabt hätte.
War es daher verwunderlich, dass ihr das Offensichtliche entging? Dass sich der Lerchossohn mit traumtänzerischer Sicherheit durch die Nacht bewegte? Sie kannte sich hier aus und da sie in der Vergangenheit nur mit anderen Amazonen durch die Grüne Hölle gezogen war, kam sie gar nicht auf die Idee, dass es anders sein könnte. Der Dunkelelf würde daher so lange nach Anzeichen von…, ja, was erwartete er denn? Wie hätte sich denn dieses ominöse Wissen um sein Geheimnis anfühlen sollen? Jaiva zeigte nach wie vor Anzeichen von Anspannung, Konzentration und Wachsamkeit. Jeder Schritt bedurfte eines fokussierten Gedankens und das war ohnehin schon schwer genug!
Seine Gedanken, sie empfand sie ein Mal mehr als wogendes Wasser, Gräser im Wind – obschon sie nicht wusste was in ihm vorging, wusste sie doch, dass er da war.
… eigentlich war das sogar ein tröstlicher Gedanke und- … was? Jaivas Aufmerksamkeit schnellte wieder zu Ciaran zurück, der ihr eine überaus befremdliche Frage stellte.

Winter…?“, kostete sie den Klang dieses fremden Wortes. „Was ist das?“
Und damit wurde sie ihren eigenen Absichten wieder einmal untreu. Ja. Sie hätten still sein sollen. Ja. Sie hatten anderes zu tun; aber… Der Lerchossohn trug einfach viel zu viele fremde Wahrheiten mit sich herum und sie konnte sich einfach nicht gegen den unwiderstehlichen Sog wehren. Wieder einmal klang ihre Stimme mädchenhaft neugierig während der Urwald um sie herum nächtlich lärmte und sie sich langsam, wirklich sehr langsam jener Stelle annäherten, an der sie zum Dorf übersetzen wollten.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Okt 26, 2018 9:21 pm

„Ah“, machte ich abschätzig. „Das kannst du natürlich hervorragend beurteilen, weil du ja alle Schliffe der menschlichen Sprache so viel besser beherrscht als ich“, zog ich sie auf. Mir war nicht entgangen, dass sie sich ab und zu schwer damit tat sich auszudrücken. Und dafür, dass sie zuvor vermutlich nie in die Verlegenheit gekommen war Arcum zu sprechen machte sie das tatsächlich sehr gut - auch wenn ich ihr das nicht einmal unter Folter gestanden hätte. Ich seufzte verhalten und raufte mir hinter ihrem Rücken die Haare. Warum musste das mit ihr so kompliziert sein? Und alles nur, weil sie immer so pieksig sein musste! „Doofe Ziege...“, murmelte ich beinahe lautlos, musste mich dann jedoch beeilen wieder zu ihr aufzuschließen, da ein leichtes Ziehen des Bandes mich schon wieder davor warnte zu weit zurück zu bleiben.
Umso ertappter fühlte ich mich bei ihren Worten. Was sollte ich mir für später sparen? „Ich mache ganz gewiss drei Kreuze, wenn ich dich nicht mehr spüre!“, platzte es aus mir heraus. Was glaubte sie denn? Dass ich Mitwisser mochte? Oh nein, ganz bestimmt nicht! Wenn sie das dachte, war sie noch dämlicher, als... Ich stockte, den Blick noch immer auf die nachtschwarzen mit Holzperlen durchwebten Haare gerichtet, die bei jedem ihrer Schritte wie ein seidener Vorhang über ihren Rücken glitten. Jaiva war nicht dämlich. Ganz im Gegenteil, aber... Ich riss mich von dem faszinierenden Gleiten des schwarzen Vorhangs los und suchte einen Blickfang in der Umgebung. Es war ja nicht so, dass sie das Einzige war, das es hier zu bestaunen galt und dennoch ertappte ich mich, wie ich doch immer wieder zu ihr hinüber spähte und nicht umhin kam ihr für ihre kraftvollen und sicheren Schritte in der Dunkelheit des Urwaldes Respekt zu zollen. Umso überraschender traf mich ihre Frage und ich versuchte ein in meiner Kehle aufwallendes Lachen schnell unter einem gespielten, unterdrückten Husten zu verbergen.
Wie gut, dass sie die menschliche Sprache so gut beherrschte, dass sie über deren Tiefe urteilen konnte, aber keinen Winter kannte. Ein kleines bisschen Schadenfreude wallte in mir auf. „Winter“, wiederholte ich und gab mir Mühe, dabei ernst zu bleiben. Manchmal hatte ich das Gefühl, es mit einem kleinen Kind zu tun zu haben. Einem kleinen, äußerst trotzigen Kind, korrigierte ich in Gedanken ohne auch nur eine Sekunde der Überlegung zu gönnen, dass das auch eine meiner hervorragenden Charaktereigenschaften sein könnte. „Die kalte Jahreszeit.“ Ich schloss etwas weiter zu ihr auf und senkte die Stimme. „Die Temperaturen sinken, Wasser gefriert und wird zu Eis. Statt Regen fällt Schnee. Das sind weiße Eisflocken die...“ Mein Blick verklärte sich etwas, als ich an die Bücher dachte, die versuchten den Zauber von Schnee in Beschreibungen einzufangen. „Flocken, die tanzen - vom Himmel bis zur Erde. Kleine Kristalle, die im Licht schimmern und glitzern. Sie häufen sich auf und bilden eine kalte, weiße Decke, die den Boden und die Pflanzen einhüllt. Und hier ist es sogar noch besser, weil... wenn die Sonne höher steigt, schimmert es in allen Farben!“ Ein Leuchten war in meine Augen getreten und so merkte ich zunächst gar nicht, dass ich meine Worte ziemlich unbedacht gewählt hatte.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Okt 28, 2018 10:40 pm

Inzwischen mochte es auch dem größten aller Kleingeister aufgefallen sein – Diskussionen zwischen Dunkelelf und Amazone kannten weder Anfang noch Ende. Stunden, wenn nicht sogar Tage hätten sie aufwenden können und doch wären sie sich letztendlich doch nicht einig geworden, geschweige denn, dass sie bereit gewesen wären auch nur ein gutes Haar am jeweils anderen zu lassen. Aus Prinzip nicht.
Nur ein Idiot könnte das übersehen“, ließ sich Jaiva wider Willen und den besten Absichten entlocken. Da. Schon wieder... sie hatte sich schon wieder hinreißen lassen. Sie konnte es sich aber auch nicht so recht erklären warum sie sich immer wieder und wieder von dem Lerchossohn reizen ließ. Lag das wirklich nur daran, dass sie auf herabwürdigende Weise an einen Mann gebunden war? Das war zumindest das, was sie zu glauben bereit war.

Ich mache ganz gewiss drei Kreuze, wenn ich dich nicht mehr spüre!“ - nur kurz regte sich Unsicherheit ob dieser ihr unbekannten Redewendung in ihr, doch auch ohne zu wissen was es mit diesen mysteriösen Kreuzen auf sich hatte konnte sie sich denken was das bedeutete. „...! Phza, als ob du der einzige wärst, der will, dass es vorbei ist!“, gab sie nur Wimpernschläge später zurück. Was stimmt denn nicht mit dem?! Dennoch spürte sie eine Entrüstung in sich anschwellen, die den Rahmen dieser Stichelei überstieg. Nicht, dass sie gewollt hätte, dass dieser entwürdigende Zustand noch sehr viel länger anhielt aber trotzdem gefiel ihr diese Aussage nicht, erinnerte sie sie doch viel zu stark an die Ablehnung, die sie in all den Jahren als Unglückskind erfahren hatte. Solche Worte aus dem Munde eines Fremden zu hören, machte die Sache nicht einmal ansatzweise erträglicher. Und außerdem... war es nicht er gewesen, der es nicht wollte, dass sie schlecht von ihm dachte?!
Oooh, sollte er nur so weiter machen, dann würde sie so schlecht von ihm denken, dass ihm davon schlecht wurde! Das würde sie bestimmt irgendwie schaffen. Dann wäre dieses Band wenigstens zu etwas zu nutze! Bis jetzt war es nur hinderlich gewesen!

Argwöhnisch lauschte Jaiva hinter sich, glaubte sie doch zu wissen, dass er sie wieder einmal aufziehen würde. Bis jetzt hatte er jedenfalls keine Gelegenheit verstreichen lassen ihr zu zeigen wie viel mehr er doch über die Welt jenseits der Waldesgrenzen wusste. Frechheit. Sie warf ihm doch auch nicht vor, dass er das neunstimmige Gebet der Erde nicht singen, die einhundert Flüsterstimmen des Regens nicht verstehen konnte und ihm die Gesänge der atmenden Feuer fremd waren. Sie war geneigt ihre Arme vor ihrer Brust zu verschränken und sich gegen weitere Unverschämtheiten zu wappnen, allerdings... wurde es immer stiller um sie, denn sie konnte gar nicht anders als zuzuhören.
… Winter... was für ein seltsames Wort. Und während sie ihm so zuhörte, drängte sich ein seltsamer Gedanke durch ihre Hirnwindungen – sie mochte es wie Ciaran von solchen Dingen erzählte. Sie verstand... wenig davon. Es klang wie eine Geschichte, die man Kindern erzählte wenn sie nicht schlafen wollten. Zauberhafte Geschichten von anderen Welten, die man sich in den kühnsten Träumen nicht erträumen konnte. Dennoch hörte sie ihm sehr aufmerksam zu bis... „Hier?“, fragte sie die einzige, ihr sinnvoll erscheinende Frage. „Was meinst du damit?“
Schon schürzte sie wieder ihre Lippen. Er wollte sie auf den Arm nehmen! Ganz bestimmt.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mo Okt 29, 2018 8:44 am

Ich hatte mir gar nicht viel bei meiner Äußerung gedacht, hatte sie aufziehen wollen und mich über ihre Art geärgert - wie so oft. Und dann mit dem Schicksal gehadert, das uns diesen üblen Streich gespielt hatte. Doch als ich jetzt in sie hineinhorchte und ihren Missmut spürte, fragte ich mich, ob ich nicht doch zu weit gegangen war. Ich wollte sie nicht verärgern. Nicht... so. Andererseits sah ich auch nicht ein, warum ich immer nachgeben sollte. Sie konnte auch mal ein bisschen... weniger pieksig sein!
Doch all diese Gedanken verflogen, während ich erzählt und Jaiva verstummte. Mi fiel es zunächst gar nicht so auf, da ich mit meinen Überlegungen abdriftete. Doch ich wurde rasch wieder zurück geholt, als Jaiva ihren Finger genau auf eine äußerst empfindliche Stelle legte. Hier. Ich schluckte, verkniff mir im allerletzten Moment sowohl lautes als auch innerliches Fluchen und versuchte meine Gefühle irgendwie im Zaum zu halten, damit sie meine Anspannung nicht fühlte. „Na das Land, das an diese ungemütliche, grüne Wildnis grenzt“, versuchte ich mich zu retten, indem ich ihr etwas anderes gab, über das sie sich aufregen konnte. „Da wo ich eigentlich hin gehöre. Das Land, über das du so viele Vorurteile hast, ohne es jemals gesehen zu haben.“ Ich fand, mir gelang die Ablenkung recht gut. Die Frage war nur, ob das ausreichte. Nein, Jaiva war nicht dumm. Leider. Zum Glück? Das war ein Punkt, wo zwei verschiedene Ansichten in mir miteinander disputieren wollten. Und ein wenig verunsicherte es mich schon, dass sich ein Teil von mir vehement dafür einsetzten wollte, dass es eine Beleidigung wäre Jaiva auch nur im Ansatz Dummheit zu unterstellen. Und irgendwie gefiel mir das nicht.
„Sind wir nicht bald da?“, versuchte ich alle merkwürdigen, verwirrenden Gedankenfäden fortzuwischen und spähte mit höchster Konzentration nach vorne, an Jaiva vorbei und zur Seite ins undurchdringliche Dickicht. „Was... was sind das für...Fäden?“ Ich nickte in die entsprechende Richtung, wo mir ein merkwürdiges Gebilde aufgefallen war. Farbige, rote und gelbe gewebte Fäden verbanden Federn und anderen Kleinkram miteinander, der sich sanft im Wind bewegte. Was sollte das sein? Primitive Kunst?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Okt 30, 2018 10:18 am

Vielleicht wäre es Ciaran gelungen die dornige Amazone über den kurzen Moment der Gedankenlosigkeit hinwegzutäuschen, allerdings war sie zum einen überaus misstrauisch, sehr aufmerksam und darüber hinaus mit dem nicht unerheblichen Vorteil gesegnet in ihr Gegenüber hineinhorchen zu können. Freilich war es ihr dennoch hinaus nicht möglich die Gedanken zu erhaschen, die er vor ihr verbergen wollte, doch dass er es versuchte bemerkte sie durchaus. Welche Wahrheit konnte das sein? Sie wusste viel zu wenig über die Welt jenseits der Grenzen ihrer Heimat und noch weniger über die darüber und darunter schlummernden Geheimnisse, daher war es ihr unmöglich hinter seine Worte zu blicken. Er hatte gelogen. So viel stand fest, doch da sie ohnehin keine besonders hohe Meinung von Männern hatte, war das für sie keine schmerzliche Erkenntnis. Wenn es sein musste, würde sie ihn genauso anlügen und wenn sie ehrlich mit sich war, hatte sie das bereits getan.
Hmhrm“, machte sie ihrem Unmut Luft und versuchte gar nicht erst ihr Murren zu verbergen, sollte er ruhig merken, dass sie mit seiner Antwort alles andere als zufrieden war! Ob er ihre Zweifel spüren konnte? Ihren stillen Ärger? Bestimmt, doch wenn er unaufrichtig mit ihr war, dann brauchte er sich nicht über derlei zu wundern.

Schweigsam ging es weiter und der Weg führte die beiden tiefer und tiefer in eine Senke, die an den steil abfallenden Ufern des geschwungenen Silberbands eines rauschenden Gewässers gipfeln würde, das Ciaran bereits von dem Ausguck erspäht hatte. Er sollte recht behalten – es war nicht mehr weit, das machte ihm Jaiva auch mit einem Nicken deutlich.
Wenn du ganz still bist, kannst du das Wasser bestimmt schon hören“, ließ sie verlauten und mehr noch, hier und da blitzten vereinzelte Lichter des Dorfes zwischen dem dichten Blatt- und Baumwerk hervor obschon es noch ein kleines Stück zu gehen galt und eben weil der Dunkelelf so aufmerksam war, entging ihm auch nicht das Stück amazonischer Handwerkskunst.
Die Reaktion der Amazone folgte nur einen Herzschlag später indem sie sagte: „Das sind keine Fäden.“ Und so wie sie das sagte, klang es ganz nach Banause. „Das sind Fließende Sehende – sie halten böse Geister fern.“ Und dieses Mal würde sie nicht den Fehler machen und ihm eine Übersetzung zu liefern, sie hätte ohnehin nicht gewusst wie sie das tun sollte.
Also pass besser auf. Vielleicht lassen sie dich nicht passieren.“ Der Hauch eines Grinsens spannte sich von einem ihrer Mundwinkel zum anderen. Kaum da sie dies gesprochen hatte, hob sie bereits ihre Hand und schob den ‚Fadenvorhang‘ zur Seite ehe sie ohne zu zögern hindurchtrat. Lackierte Hölzchen und glatte Knochen klackerten dabei. Dann drehte sie sich zu ihm um um ihn dabei zu beobachten wie er sein Glück versuchte. Die Göttinnen würden ihn abhalten wenn sie ihn nicht hier haben wollten... oder?

Von hier an sollten wir besonders vorsichtig und leise sein.“ Warum sie noch einmal betonte, dass sie leise sein mussten? Och… das hatte ganz bestimmt gar keinen besonderen Grund, nein nein.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Okt 30, 2018 2:47 pm

Argh. Das war doch zum verrückt werden! Warum war sie denn jetzt schon wieder sauer? Nicht nur ihr merkwürdiger eingeschnappt-Gespräch-beendet-Tonfall sondern auch das, was aufgrund des Bandes zu mir hinüber driftete, sprachen dieselbe Sprache. Ich verzog genervt das Gesicht. Wie sollte man das ignorieren, wenn es einen förmlich ansprang? Das machte die normale Taktik des leben-und-sich-nicht-um-andere-kümmern bedeutend schwieriger. Aber mein Stolz hinderte mich auch daran nachzufragen oder die Situation in irgendeiner Form zu klären. Wer war ich denn? Einer Frau hinterherlaufen? Dazu noch einer pieksigen Halbblume? Sicher nicht! Aber ignorieren klappte halt auch nur mit bescheidenem Erfolg und so vermied ich es einfach in ihre Richtung zu blicken - was zugegebener Maßen nichts brachte - und brütete lautlos vor mich hin.

Erst ihre nächsten Worte ließen mich wieder etwas aufhorchen. Sie hatte Recht. Man konnte das Wasser bereits hören. Und das, was das Geräusch erahnen ließ, war definitiv kein kleines, handtiefes Bächlein. Die Amazonen-Siedlung war durch die natürlichen Gegebenheiten gut geschützt. Und irgendwie... ließ mich das im Stillen aufatmen. Auch wenn ein paar zu passierende Brücken oder ein Fluss natürlich niemals ein ernstzunehmendes Hindernis für einen gut organisierten Raubzug darstellten. Aber trotzdem... Es war schon komisch, wenn Erziehung, vermeintliches Pflichtgefühl und Hoffnung sich binnen kurzer Zeit einen so lautlosen und doch erbitterten Kampf lieferten. Letzten Endes wischte ich es jedoch genauso entschlossen zur Seite wie den Fadenvorhang, dem ich im Gegensatz zu Jaiva keinerlei Respekt zollte. „Flieschende Seeheende?“, versuchte ich mich an der Aussprache des merkwürdig anmutenden Wortes. Ein Hauch von Überheblichkeit legte sich um meine Mundwinkel. „Tja, scheint als hätten sie nichts gegen mich einzuwenden.“ Ich hatte nicht an die Götter Letums geglaubt, dann würde ich ganz gewiss nicht damit anfangen Amazonen-Göttern zu huldigen. Für einen kurzen Augenblick lag mir noch eine Bemerkung auf der Zunge - eine, die mit ‚nettem Gebamsel‘ zu tun hatte und Jaiva sicher noch einmal mehr ärgern würde - doch dann blieb ich einfach stumm. Ich wusste nicht, wann der Punkt erreicht war, an dem sie tatsächlich unwiderruflich wütend werden würde. Aber... ich wollte sie vielleicht ärgern, ein bisschen necken, wann immer es möglich war... aber wirklich sauer...nein. Es war eine merkwürdige Erkenntnis, die sich mir aufdrängte, während wir dem dunklen, verschlungenen Pfad folgten, doch sie war... wahr. Und das verunsicherte mich, auch wenn ich auch das am liebsten verbergen wollte. Mein Blick glitt zu dem dunklen, mit Holzperlen durchwirkten Haar hinüber. Warum...machte ich mir solche Gedanken?

Doch jedes Mal, wenn sie oder ich den Mund öffnete kam es mir vor, als würde eine fremde Macht die Geschicke lenken und alles, was im Stillen vor sich ging für nichtig erklären. So auch jetzt. „Ach. Was du nicht sagst“, erklang meine unterdrückte, genervt klingende Stimme. „Ich dachte schon wir hätten uns darauf geeinigt mit einem lauten Begrüßungskommittee ins Dorf zu kommen - mitten auf den Festplatz.“ Aber irgendwie war es mir auch unmöglich ihre Bemerkung einfach so stehen zu lassen. Wofür hielt sie mich? Vollkommen dämlich? Und sich? Die Anführerin? Wieder fing irgendetwas in mir an zu brodeln. Das konnte ich mir doch nicht bieten lassen! Sie war...
Eine Bewegung vor uns ließ mich abrupt erstarren und in meinen Gedanken innehalten. In Sekundenschnelle war mein Körper in Alarmbereitschaft und jeder Muskel angespannt, während mein Kopf noch zu verarbeiten suchte, was diesen Reflex ausgelöst hatte. Weit vor uns bewegte sich das Dickicht anders, als um uns herum. Anders, als der Wind es bewegen würde. Ich packte Jaivas rechtes Handgelenk ohne darauf zu achten, ob die Dorne, die auf ihrem Handrücken thronte mich verletzen würde und hielt sie zurück. Meine Hand zuckte in Richtung ihres Mundes. Ob sie schlau genug war diesen zu halten oder musste ich jeden Laut im Keim ersticken? Ich beschloss, ihr dieses Mindestmaß an Vertrauen entgegen zu bringen und deutete nach vorne, wo in diesem Moment eine kleine Gruppe Frauen unseren Weg kreuzten. Für mich waren sie trotz der Finsternis gut zu erkennen, doch in der Schwärze der Nacht sollte es für sie schwierig sein uns zu sehen. Oder? Bei Jaivas schlafwandlerischer Sicherheit diesen Pfad hier nicht nur zu finden, sondern ihm auch noch zu folgen glaubte ich schon beinahe an eine Nachtsicht der Amazonen. Mit klopfendem Herzen verharrte ich regungslos und folgte jeder Bewegung der Frauen mit den Augen. Noch verriet nichts, dass sie etwas verdächtiges bemerkt hatten. Noch setzte jede von ihnen den Fuß unbedacht vor den anderen. Noch wandte keine den Kopf in unsere Richtung. Doch wie lange würde das gut gehen? Würden sie uns in der Dunkelheit sehen? Zum ersten Mal verfluchte ich meine Tarnung - und die damit einhergehende helle Hautfarbe, die sich deutlich schlechter in die Finsternis der Nacht integrieren ließ. Und Jaiva? Ich gestattete meinen Blick für den Bruchteil eines Herzschlages zu meiner Begleiterin hinüber zu huschen. Ihre dunklen Haare...ihr dunkler Teint... sie machten sie zu einer perfekten Jägerin in den Schatten. Ich ließ sie los als hätte ich mich verbrannt. Was zum Henker...? Wie weit war es gekommen? Ich beschäftigte mich ernsthaft mit dem Gedanken an eine Jägerin? Meine im Gegensatz zu den anderen Dunkelelfen liberale Einstellung Frauen gegenüber schön und gut...aber das... ging doch wirklich zu weit. Oder?
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Okt 30, 2018 4:44 pm

Im ersten Augenblick zupfte ein verräterisch-amüsiertes Schmunzeln an Jaivas Mundwinkeln, denn sie empfand Ciarans Versuche Ferus zu sprechen immer wieder als sehr erheiternd, doch dabei konnte er es nicht bewenden lassen. Natürlich konnte er das nicht, daher fiel der Funke Heiterkeit wenige Wimpernschläge später schon wieder von ihr ab und wich einer unterschwelligen Anspannung. Für den Lerchossohn mochten solche Zeichen des amazonischen Glaubens keinerlei Bedeutung haben, nicht aber für die Amazone, die auf der anderen Seite auf ihn wartete. Sie mochte zwar ab und an mit ihren Göttern hadern, doch das änderte rein gar nichts daran, dass sie an sie glaubte – genauso wie sie daran glaubte, dass der Spruch, der sie an den Blonden band, von den Göttinnen gemacht sein musste. Dementsprechend gespannt war sie als Ciaran unter den Fließenden Sehenden hindurchtrat. Man sagte, dass die Formen der Hölzchen und die Anordnung der Knochen den Göttinnen gefällig war und sie ihre Töchter dafür mit ihrem Schutz bedachten. Kein Amazonenkind wurde erwachsen ohne ein solches Gestell gebastelt zu haben. Ob die Geschichten, die man sich über das Zusammenspiel aus Holz und Bein erzählte, wahr waren? Jaiva glaubte daran und keine Amazone in ihrem Dorf hätte es gewagt etwas Gegenteiliges zu behaupten.
Der junge Mann aber ließ sich nicht von den wenigen Worten einschüchtern und kam ohne weiteres auf der anderen Seite an. Nichts war geschehen. Kein Donnergrollen. Keine Blitze. Und auch kein urplötzlich einsetzender Sturmregen. Die dornige Amazone entspannte sich daraufhin ein wenig und… Moment, hatte sie sich gerade seinetwegen gesorgt?! Niemals!
Pff. Bild dir bloß nichts darauf ein. Das liegt bestimmt nicht an deinem Charme, der entspricht nämlich dem eines toten Gürteltiers“, kommentierte sie sein überhebliches Getue obwohl sie sich die in ihr anschwellende Erleichterung definitiv nicht eingebildet hatte. Sie waren wirklich beide grandios wenn es darum ging sich selbst etwas vorzumachen, das musste man ihnen lassen.

Und schon folgte ein neuerliches  Schnauben, denn Ciaran war ihr Unterton natürlich nicht entgangen. „Das klingt doch wunderbar – sollten wir unbedingt so machen“, murrte sie seiner Worte wegen, nein, nicht nur wegen seinen Worten, sondern auch wegen dem, was an die Ufer ihrer Seele brandete. Sie wusste wie es um seine Stimmung bestellt war – so wie er es bei ihr wusste und auch sie fühlte Ärger in ihr anschwellen. Es ging scheinbar nicht anders, nicht einmal jetzt, da sie sich mit jedem Schritt mehr und mehr einer drohenden Gefahr annäherten. Doch dann geschah etwas; Jaiva spürte es mehr als dass sie etwas sah – es war seine Beunruhigung, die blitzschnell aufglühte und sie binnen eines Herzschlags in vollste Alarmbereitschaft versetzte. Ein leises Geräusch entschlüpfte ihrer Kehle und brachte sie aus dem Gleichgewicht, denn obschon sie diesen Weg mit traumwandlerischer Sicherheit gehen konnte, so musste sie sich dennoch konzentrieren. Jetzt taumelte sie in die Richtung des Lerchossohnes und blieb dann stehen. Wie gut, dass er sich nicht erdreistete nach ihrem Mund zu langen, doch ganz gleich wie sehr sie nach vorne starrte, sie sah nichts. Dennoch sagte sie nichts, schüttelte nur den Kopf und blickte zweifelnd zu ihm hin. Was hatte er gesehen? Eine Einbildung, die der mangelnden Kenntnis dieses Teils der Wälder geschuldet war? Aber es fühlte sich so echt an. Jaiva bewegte ihre Hand und ging daher davon aus, dass er sie deswegen losließ – es reichte, dass sie aneinander gebunden waren, da brauchten sie nicht noch Händchenhalten.
Sie hielt sich dennoch in seiner unmittelbaren Nähe auf, raunte nahe an seinem Ohr: „… was?

Das, was Jaiva nicht sehen konnte, waren die drei Amazonen, zu denen sie vielleicht unter anderen Umständen etwas zu sagen gewusst hätte – zu ihren wilden Bemalungen und ihrem kriegerischen Aussehen. Nichts worüber sich der Lerchossohn sonderlich gewundert hätte, immerhin waren das nicht die ersten amazonischen Kriegerinnen, die er zu sehen bekam. Sie waren bewaffnet, wirkten gefährlich schön und eine von ihnen trug an einem Gürtel Büschel geflochtenen Haars. Eine andere eine Art Brustpanzer, ganz aus Bein gemacht. Die Dritte im Bunde trug einen hoch angesetzten, sehr langen Zopf, der mit Flechten scheinbar verschiedenen Ursprungs versehen waren.  Manch einer hätte solche Anblicke als abschreckend oder gar barbarisch empfunden, doch wie bewertete Ciaran diese Situation? Es hatte nicht den Anschein, dass die Frauen sie bemerkt hatten, allerdings waren sie äußerst wachsam und bewegten sich mit raubtierhafter Geschmeidigkeit durch den Dschungel. Bis jetzt wirkte es nicht so, dass sie direkt in ihre Richtung kämen, doch wenn sie sich immer so weiter bewegten, würde sie ihr Weg viel zu nahe an Dunkelelf und Amazone vorbei führen. Das Risiko entdeckt zu werden stieg mit jedem Augenblick, in dem die beiden untätig an Ort und Stelle verweilten.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Okt 31, 2018 9:58 am

Was nun? Dieser Gedanke hämmerte unaufhörlich in meinem Kopf, während ich beobachten konnte, wie die drei Kriegerinnen sich uns näherten. Nicht auf direktem Wege, aber... Ich hob drei Finger vor Jaivas Gesicht und deutete dann in die Richtung, in der sich die Amazonen bewegten. Es war erschreckend, wie leise sie waren. Selbst jetzt, wo ich wusste, dass sie da waren, wo ich sie sah, konnte ich kaum etwas von ihren Bewegungen hören. Als würden sie eins mit dem Dschungel sein. Ich machte ein Zeichen mit zwei Fingern, von dem ich hoffte, dass Jaiva es als laufen deuten würde und deutete dann auf einen Punkt leicht zu unserer Linken. Dort wären sie am nächsten bei uns, bevor sie sich hoffentlich wieder von uns entfernten. Aber was, wenn sie uns sahen? Dann war unser Plan ruiniert. Und ich hatte eigentlich keine Lust mein Schicksal an ihre Redebereitschaft zu knüpfen. Die Amazonen also ausschalten? Meine Hand zuckte bereits nach den versteckten Giftnadel als mir einfiel, was das letzte Mal in Jaiva vorgegangen war, als ich eine der Amazonen angegriffen hatte. Ich haderte noch einen Moment mit mir, dann ließ ich die Hand wieder sinken.

Aber was wäre, wenn sie uns oder Jaiva entdecken würden? Ich konnte schlecht abschätzen, wie weit die Kriegerinnen sehen konnten. Aber sie wirkten nicht wie Leute, die unaufmerksam durch die Gegend zogen und Dinge einfach übersahen. Einmal mehr wünschte ich mir die Fähigkeit meines Bruders mich einfach in den Schatten aufzulösen. Aber was nicht war, war nicht und ich musste zusehen, wie ich es ohne diesen hilfreichen Trick schaffte. Immerhin... hatte ich es bisher auch immer geschafft. Irgendwie. Mein Blick fiel auf Jaiva. Nur hatte ich da kein Anhängsel dabei gehabt. Wenn sie Jaiva sahen... würden sie zu ihr gehen und mit ihr reden? Oder würden sie sie einfach nur zur Kenntnis nehmen und weiterziehen? Es war unmöglich abzuschätzen.

Und wenn ich... Ich wandte meinen Blick kurz zurück. Der Pfad schlängelte sich durch die Bäume, aber....Noch konnte ich dieses komische Göttergehängsel sehen. Und was ich sehen konnte, konnte ich auch treffen. Die Frage war... würden sie es merken? Würde das ihre Aufmerksamkeit genug auf sich lenken, damit wir an ihnen vorbei schleichen konnten? Oder würden sie nur umso aufmerksamer sein und uns dadurch entdecken? Die Amazonen bewegten sich langsam vorwärts, nicht direkt auf uns zu doch auch nicht ohne Gefahr an uns vorbei. Was war mit Jaiva? Was könnte sie tun? Es widerstrebte mir, mich nicht nur auf meine eigenen Fähigkeiten zu verlassen, aber zur Zeit konnte ich sie bei meinen Plänen eben nicht einfach außen vorlassen. Ich konnte mich ja kaum mehr als drei Schritte von ihr entfernen! Wie lautlos konnte ich mich hier bewegen? Im Urwald - sicher nicht leise genug als das eine Amazone, die seit ihrer frühesten Kindheit an die Geräusche des Waldes gewöhnt war, es nicht bemerkte. Zumindest war das Risiko zu groß. Auf dem Pfad hier? Ich schätzte den Weg vor uns ab, so weit ich ihn überblicken konnte. Vielleicht... ganz vielleicht... Überall lagen Blätter, ragten Ranken über den Weg und versperrten Wurzeln den Tritt, aber... Ich fasste einen Entschluss und konzentrierte mich auf das, was ich vor hatte. Ein winziges Rascheln über unseren Köpfen kündigte den Wind an, dessen Strömungen begannen um mich herum zu tanzen. Gleich. Gleich würden die Amazonen an einem Punkt angelangt sein, der weit genug von uns entfernt war, dass sie uns vermutlich noch nicht sehen konnten, aber gleichzeitig auch weit genug von dem Pfad, der vor uns lag. Gleich und... "Kein Laut", hauchte ich Jaiva zu.


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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Nov 05, 2018 4:34 pm

Je länger diese Situation währte, desto unbehaglicher begann sich Jaiva zu fühlen. Sie konnte weder sehen noch hören was sich in der Dunkelheit des Waldes abspielte, spürte aber zugleich Ciarans wachsende Besorgnis. Seine Gedanken waren in tiefe Überlegungen verstrickt und alles, was er mit ihr teilen konnte, waren vage Gesten. Drei erhobene Finger… Personen? Tiere? …, die sich… und da wurde es schwer… hier her bewegten? Oder meinte er viel mehr, dass sie selbst gehen sollten um Unheil zu vermeiden? Unschlüssig was zu tun war, blieb sie still stehen obschon das immer schwerer und schwerer wurde – zweiseitige Unruhe wirbelte umeinander und gewann deswegen mehr und mehr an Intensität, sodass sich die dornige Amazone mit schweren Atemzügen zu beruhigen versuchte. Was hatte er gesehen? Warum war er überhaupt in der Lage etwas zu erkennen während sie es nicht vermochte? Und was war wenn er ihr etwas vorspielte? Versuchte er sie zu verunsichern um ihr Überlegenheit zu demonstrieren und würde sie verlachen weil sie ihn ernstgenommen hatte? Oder wollte er gar die Unternehmung im letzten Augenblick sabotieren? Nicht, dass das alles Sinn gemacht hätte, doch jemandem zu vertrauen stellte eine junge Frau wie Jaiva gleich vor mehrere schier unüberwindbare Probleme. Sie sollte einem Fremden, noch dazu einem Mann, ihr Vertrauen schenken?
Seine überaus knapp ausfallende, verbale Aufforderung machte es nur geringfügig besser. Angespannt vom Scheitel bis zum kleinen Zeh harrte sie untätig an der Seite des Lerchossohnes… und wartete.

Der Wind frischte auf, folgte dem stillen Ruf, zupfte an Kleidung, Haaren und Federn und verfing sich schlussendlich klimpernd an dem göttlichen Windspiel. Nicht nur Jaiva spitzte ihre Ohren sondern auch die drei Amazonen; gut sichtbar für Ciaran merkten diese auf, drehten wie eine Person ihre Köpfe und blickten in die Richtung der Geräuschquelle. Im Gegensatz zu den Kriegerinnen hatte die dornige Amazone wenigstens die Chance die richtigen Schlüsse zu ziehen, ...zumindest theoretisch.
Ohne auch nur ein Wort gesprochen zu haben, tauschten die Frauen knappe Gesten aus und korrigierten ihren angepeilten Weg daraufhin. Erschreckend geräuschlos schmiegten sich ihre blanken Füße an den Boden und ähnlich geräuscharm fielen die routinierten Griffe zu ihren Waffen aus. So viel sollte spätestens jetzt klar sein – sie würden erst angreifen und dann Fragen stellen. So schlecht die Chancen des ungleichen Gespanns auch stehen mochten, sie mussten sich auf die Heimlichkeit verlassen.
Ciarans Plan schien aufzugehen, mit einer Ausnahme: die drei Frauen näherten sich der Stelle nicht gebündelt sondern fächerten im Zuge dessen noch ein bisschen weiter auf. Jetzt hieß es schnell und leise zu sein. Wie hatte es Jaiva genannt? Schnell wie Schatten und sicher wie Affen? Oder so.
Die dornige Amazone harrte jedenfalls neben ihm so angespannt wie ein Flitzebogen aus. In den Zweigen eines Baumes hätte sie sich deutlich sicherer gefühlt, so unwissend wie sie sich gerade fühlte. Das Band erwies sich in diesem Augenblick leider als ziemlich nutzlos.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Nov 07, 2018 9:53 pm

„Ts.“ Ich verzog ein wenig das Gesicht, als ich zusehen konnte, wie die Amazonen zwar auf die Ablenkung reagierten, sich aber aufteilten und eine von ihnen unseren Weg gefährlich nahe kreuzen würde. Zu gefährlich nahe, um noch länger zu warten. Eigentlich hatte ich gehofft - oder zumindest halbherzig darum gebeten - dass mir das erspart bleiben würde...so aber hatte ich kaum noch Zeit auf Befindlichkeiten der Dornenprinzessin Rücksicht zu nehmen. Ich konnte nur immer wieder hoffen, dass sie klug - oder wenigstens lebenswillig - genug war, um keinen Ton von sich zu geben und nicht herumzustrampeln. Ich war gewiss stärker als sie, aber was ich vorhatte erforderte große Konzentration, erst Recht in diesem ungewohnten Umfeld voller Pflanzen. Und ich war mir keineswegs sicher, ob das alles gehen würde, wenn sie wie von einer Wespe gestochen zappelte... Ich seufzte innerlich und kam nicht umhin mir die Frage zu stellen, was ich wann so schreckliches verbrochen hatte, dass das die Strafe dafür sein konnte.
Zwei Schritte der Amazone, mehr wartete ich nicht ab, bevor ich mich zum Handeln gezwungen sah. Sie kam direkt auf uns zu. Jetzt oder nie. Ich atmete tief ein und dann wieder aus, bevor ich näher an sie heran trat und einen Arm um sie legte. „Vertrau mir. Bitte“, flüsterte ich so leise wie es ging. Der Wind umspielte uns, zupfte an Haarspitzen und Federschmuck, ungeduldig wartend und spielerisch, mühsam im Zaum gehalten und voller Vorfreude trotz der drohenden Gefahr. Es war ein erhebendes Gefühl, wenn die eigenen Bewegungen durch den Wind unterstützt wurden, man plötzlich viel schneller war und die Welt beinahe an einem vorbei flog, während der eigene Sprung sich mit einer Leichtigkeit ausdehnte, die beinahe selbst schon an den Flug eines Vogels erinnerte. Auf dieses Gefühl konzentrierte ich mich jetzt und versuchte, das vermaledeite Band endlich mal zu etwas Gutem zu verwenden, indem ich Jaiva dieses Gefühl übermittelte, um ihr zu verstehen zu geben, was ich vorhatte. Oder sie wenigstens so weit zu fesseln, dass sie kein Theater machte. Ich sank leicht in die Knie, um ihre Beine über meinen Arm legen zu können und sie hochzuheben, falls sie mich denn ließ. Oh bitte, bitte, bitte... Mein Blick fixierte den ersten halbwegs von Blattwerk freien Teil eines Baumstamms, den ich ausmachen konnte. Es war unmöglich sich auf diesem Boden hier geräuschlos zu bewegen - erst recht schnell. Also blieben nur freie Flächen. Und von denen gab es nicht gerade viele. Einige Baumstämme waren mir aufgefallen, die zumindest nur mit Moosen bewachsen waren, die jedoch weniger rascheln sollten als das Laub. Wenn ich es also schaffte mit Hilfe des Windes dorthin zu springen... mich von dort abzustoßen und den Lufthauch um uns herum gleichzeitig so weit zu kontrollieren, dass er sich gegen unsere Bewegung stemmte... und so die Blätter in der Krone des Baumes nicht bewegte... dann konnte ich mich von dort aus abstoßen und die über dem Weg erhabene Wurzel etwas weiter vorne ansteuern und das gleiche Prozedere wiederholen. Wenn Jaiva still hielt. Wenn ich mich genug konzentrierte. Wenn nichts im Weg war. Wenn ich den Wind gut genug kontrollierte... wenn...wenn...wenn... viel zu viele wenns! Und alles hing von Jaiva ab! Schrecklich.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Nov 08, 2018 8:14 am

Auch ohne den gehauchten Laut der Unzufriedenheit gehört zu haben, hätte die dornige Amazone zu sagen gewusst, dass etwas nicht so lief wie es sich der Lerchossohn erhofft hatte. Schadenfreude wollte sich dennoch nicht in ihr einstellen, denn dafür hätte sie weitaus weniger angespannt und mehr im Bilde sein müssen. Noch immer wusste sie nicht mit Sicherheit was in unmittelbarer Nähe vor sich ging und wenn sie das, was sie von Ciaran empfing, richtig deutete, schwebten sie in großer Gefahr. Fieberhafte Nachdenklichkeit griff um sich während Jaiva nur tatenlos daneben stehen konnte.
Der nächtliche Wald zeigte sich unbeeindruckt und auf eine ihr bekannte Weise still, sodass sie die wahrscheinlichsten Möglichkeiten auf ein paar wenige herunterbrechen konnte. Entweder handelte es sich um Tiere, Amazonen... oder, oh Himmel, sie wollte dem Gedanken gar nicht weiter folgen, musste sie auch nicht, denn ihr unfreiwilliger Begleiter war zu einer weiteren Entscheidung gekommen. Es war eine Entscheidung, die ihn ein Stück weit locker in die Knie sinken ließ um... was zu tun? So offensichtlich diese Geste war, so wenig ergab sie im Gedankengut der dornigen Amazone einen Sinn. Eine Frau auf die Arme zu nehmen - und zwar wortwörtlich, nicht im spöttischen Sinn - gehörte nicht zwingend zu den Dingen, die sie von einem Mann erwartete. Dennoch kam es genau so und obschon Ciaran ihr Vertrauen erbat wie sie es vor einer geraumen Weile selbst getan hatte, war ihr Reflex ein anderer. Der junge Mann griff nach ihr, doch anstatt stillzuhalten wie er es von ihr erwartete, zuckte Jaiva vor der Berührung zurück. Als ob sie eine lästige Fliege verscheuchen wollte, schlug sie nach der Hand des jungen Mannes während sich ihr bloßer Fuß ein kleines Stück hinter ihr auf den weichen Grund setzte. Die Zurechtweisung war zwar nicht zu hören, doch fühlen konnte er sie dennoch - die Empörung. Die Ermahnung, die sich energisch und donnernd anfühlte... und während sie sich wieder aufrichtete sah sie etwas.
An einer Stelle des Waldes klafften die vielfach verwobenen Blätterdächer auf und ließen das Licht der Sterne bis zum Boden fallen, dorthin wo sich gerade etwas bewegte. Langsam, bewusst, zielgerichtet. Augenblicklich erstarrte Jaiva obschon sie sich dessen bewusst war, dass das Buschwerk ihre reglose Gestalt gleichsam ihrer dunklen Haut vortrefflich zu tarnen wusste. Die hohe Gestalt dort drüben, das Arsenal verschiedenster Waffen und nicht zuletzt der Knochenbrustpanzer ließen nur eine Schlussfolgerung zu. Ciaran würde gewiss erfreut sein, denn Jaiva erschrak auf eine ungute Weise, die Erkennen suggerierte.
Drei von ihnen? Wenn sie uns sehen sind wir verlorenl, empfand sie düster, doch aufgrund dieses Moments sollte es Ciaran letztendlich doch gelingen die Initiative zu ergreifen, denn jegliche Gegenwehr war für diesen einen Moment vollkommen eingebrochen. Die dornige Amazone dachte nur an die Augen, die in ihre Richtung gestarrt hatten und dann geschah etwas Seltsames - mit einem Mal spürte sie den Wind, der voller Erwartung an ihnen zog und ihr Begleiter, den sie immerhin Windreiter genannt hatte, sprang zusammen mit ihr los während ihr selbst nichts anderes übrig blieb als ihre Arme um seine Schultern zu schlingen, ganz gleich wie merkwürdig das auch sein mochte. So wach, klar im Kopf und zugleich erschrocken wie sie war.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Do Nov 08, 2018 4:24 pm

Doofe Kuh! Diese beiden Worte echoten durch meinen Kopf, während ich ihre Zurückweisung nicht nur auf zweifache Art und Weise spürte, sondern auch in ihren Augen las. Empörung stieg in mir auf. Hatte sie es sich wirklich in den Kopf gesetzt uns umzubringen? Herzlichen Glückwunsch, dann war sie ihrem Ziel gerade einen beträchtlichen Schritt näher gekommen! Doch nicht nur das nagte an mir, sondern auch der Fakt, dass ich... enttäuscht war. Doch noch bevor ich das analysieren, verbergen, herunterspielen oder ins Lächerliche ziehen konnte klarte der Himmel etwas auf und Jaivas Schockstarre sprang für einen kurzen Moment auf mich über, bevor ich sie abschüttelte und die Gunst der Stunde nutzte. Ich schob meinen Arm in ihre Kniekehlen und hob sie hoch. Das war eine ungewohnte Bewegung, eine noch gewöhnungsbedürftigere Situation unter den widrigsten Umständen, die ich mir vorstellen konnte und auch wenn ich vielleicht ein wenig unsanfter war, als man sein konnte, so erwischte ich mich doch dabei wie sich ein leichtes Lächeln auf meinen - glücklicherweise vor Jaivas Blicken verborgenen - Lippen abzeichnete. Kurz darauf stieß ich mich vom Boden ab und wir schossen durch die Luft. Ich hielt die dornige Amazone fest, wenn auch etwas unbeholfen, während ich noch überlegte wie viel Kraft ich wo einsetzen musste, um uns sicher - und vor allem lautlos - aus dieser Situation zu bringen.
Die Entfernung flog dahin und ich hatte keine Zeit mehr irgendetwas abzuschätzen oder zu überlegen. Ich schloss die Augen und hoffte. Ich hoffte auf ein Wunder, auf den Schutz einer Kraft, die immer da gewesen war ohne dass ich es richtig zu erklären vermochte. Eine Kraft, die sich wie eine schützende Umarmung anfühlte, ohne dass ich das einzuordnen wusste. Der Wind frischte auf. Ich konnte die Verwirbelungen um uns herum spüren. Beinahe hätte ich gesagt, ich könnte sie anfassen so sehr glaubte ich, dass die Energie des Windes sich um uns herum verdichtete. Unsere Geschwindigkeit nahm ab, langsam und plötzlich abrupt, während mein Fuß das Holz des Baumes berührte. Mein Herz schlug höher in diesem einen Moment, in dem wir in der Luft zu schweben schienen. Dann kehrte sich der Lufthauch um. Ich stieß mich ab und wir flogen wieder. Der Himmel, die Erde...all das schien sich um uns zu drehen, während wir uns um die eigene Achse drehten. Für einen kurzen Moment stand die Welt Kopf, während mein Rücken dem Boden zugewandt war und ich an Jaiva vorbei zum wolkenverhangenen Sternenhimmel aufsehen konnte. Ich umfasste sie ein wenig fester, während es für sie plötzlich abwärts ging, ich mich drehte und meine Schuhe den nächsten Baum berührten. Mein Lächeln wurde breiter, während die Windböen um uns sich abermals änderten, auflösten, neu zusammenfügten und meinen nächsten Sprung unterstützten. Wir flogen voran, einem Baumstamm entgegen, der den Pfad halb überspannte. Der Wind rauschte genauso in meinen Ohren wie mein viel zu schneller Puls. Ich war mir nicht einmal sicher, ob ich das Kriegsgeschrei der Amazonen hören würde, wenn sie nun die Waffen schwingend hinter uns her gerannt wären. Was für Jaiva die Musik war, war für mich diese Geschwindigkeit und Leichtigkeit. Und heute war es... ganz besonders.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Nov 09, 2018 4:21 pm

Jaiva hätte nicht zu beschreiben gewusst was sie gerade erlebte. Es war ganz und gar übersinnlich, entzog sich vollkommen ihrem Verständnis und war einfach nur atemberaubend. Die Welt schien sich mal langsamer und mal schneller zu drehen, nur um im nächsten Moment wie in Harz getaucht zu sein. Sie sah die Formen verschiedenster Bäume, Buschwerk, das sie nicht mehr erreichen konnte, und in nächtliche Farben getauchte Pflanzen, die sich sonst in wundersamen Farben präsentierten. All das sah sie in unbekannter Weise an sich vorüberziehen. Sie fühlte den Wind so deutlich wie noch nie auf ihrer Haut und da war noch mehr, etwas, das sonst nur Ciaran gehörte; eine Welt, in die sie nun einen kleinen Einblick gewonnen hatte. Und das… war einfach nur unbeschreiblich. Der Wind, er fühlte sich so nachgiebig und zugleich doch so fest an, fast als wäre er wie Wasser, das sie umspülte, voran trug und hielt. Sah der Lerchossohn die Welt so? Das war… magisch.

Im Gegensatz zu Ciaran hielt die dornige Amazone ihre Augen die gesamte Zeit über offen und nahm das, was sie erhaschen konnte, hungrig und furchtlos auf. Manches Mal nur tat sie einen sehr lebendigen Atemzug, japste - gleichermaßen schockiert, verwundert wie auch verzückt – und hielt sich nur umso fester, denn eigentlich war das, was hier geschah, ganz und gar unmöglich. Sie hätten abstürzen müssen, doch das geschah nicht. Es geschah einfach nicht!
Jaiva staunte mit offenem Mund und vergaß darüber hinaus für einen überaus seligen Moment die Gefahr durch die Amazonen.
Ein Teil von ihr wusste, dass sie Ciaran vor ihnen hätte warnen müssen, doch sie tat es nicht, denn dann hätte sie vor Verzückung laut ausrufen müssen, denn auch sie liebte die Geschwindigkeit und die Leichtigkeit, die sich wie Magie anfühlte.
Es war einer dieser äußerst seltenen Momente, in denen sich das Band als etwas überaus angenehmes entpuppte, denn die Freude, die er empfand, wurde zu einem Teil ihrer eigenen Freude - etwas, das größer wurde weil man es miteinander teilte, nur geschah es auf eine einzigartige Weise.

Den Blicken zweier Amazonen waren sie durch dieses beeindruckende aber auch sehr gewagte Manöver entgangen, die dritte im Bunde jedoch - eben jene, die den knöchernen Brustpanzer trug - hatte sie gesehen. Die Frage war nur was hatte sie gesehen? Einen seltsam deformierten Schatten, der sich auf eine unnatürliche Weise durch den Wald bewegte?
Ein gerufenes Wort auf Ferus wurde laut und Jaiva, die sich bis zu diesem Zeitpunkt in stiller Verwunderung an Ciaran festgehalten hatte, lachte mit einem Mal. Nicht besonders laut aber heiter. Der Windreiter sollte auch erfahren warum, denn sie sagte: „Wir wurden soeben für Götter erklärt.“
Ein schelmisches Lächeln wurde durch ihre Worte hörbar.

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Nov 10, 2018 9:17 pm

Ich spürte Jaivas Freude und das wiederum beflügelte mich. Es erfüllte mich mit Stolz, dass ich ihr das zeigen und diese Empfindungen in ihr hervorrufen konnte - so merkwürdig das klang. Ihr Glücksgefühl schien meines zu vervielfältigen und das nicht nur, weil es eine Art Resonanz über das Band gab und sich dadurch verstärkte. Ich... freute mich tatsächlich, weil sie sich freute. Eine merkwürdige Erfahrung. Ich warf einen kurzen Blick zurück, während es weiter durch den nächtlichen Dschungel ging - um einiges weiter, als wir vermutlich benötigt hätten, um außer Sicht zu sein, aber ich wollte es nicht enden lassen. Nicht... einfach so. Eigentlich gar nicht. „Götter?“ Ich lachte. Es war keine Häme oder kein Spott über diese fremde Kultur in meinem Lachen zu hören, sondern einfach ein Geräusch, das offen und ehrlich war und von Herzen kam - ob der Absurdität der letzten Stunden, der Situation, der Ironie des Schicksals, wer wusste das schon so genau? Aber es fühlte sich gut an. Viel zu gut. Ein letzter Sprung und ich landete - nicht ohne noch einen nicht unbedingt notwendigen Salto durchgeführt zu haben - wieder auf sichererem Boden. Dieses Mal gab es ein leises Rascheln, als wir wieder auf dem Boden ankamen und der Wind um uns herum sich langsam legte. Ich war etwas außer Atem, nicht wirklich wegen der Anstrengung, die spürte ich kaum. Aber wegen der vielen Eindrücke, die auf mich eingeprasselt waren wie Hagelkörner in einem Herbststurm. Und es immer noch taten. Ein, zwei, drei Herzschläge lang stand ich einfach nur da, ein wenig überfordert von all dem. Vor uns öffnete sich der Wald und gab den Blick auf den Fluss frei, von dem Jaiva bereits gesprochen hatte. Ich spähte an Jaiva vorbei zu der sich bereits abzeichnenden Schlucht und nickte anerkennend. Es war genauso beeindruckend wie es sich von oben aus bereits angedeutet hatte. Ich warf einen Blick zurück und lauschte ob die Amazonen uns gefolgt waren, doch bisher schien alles ruhig zu bleiben. „Wo lang?“, wisperte ich.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Nov 12, 2018 9:12 am

So unbeschwert und glücklich hatte sich Jaiva schon lange nicht mehr gefühlt, doch sie hütete sich davor zu tief in die im Dunklen lauernde Überlegung einzutauchen, wissend, dass sie alles verdorben hätte. Sie streifte sie daher nur für einen Moment und ließ sie dann ziehen. Es blieben nur noch die Geräusche des Waldes und nicht zuletzt das Rauschen des Windes. Ob Ciaran verstehen konnte was das wechselhafte Tosen sagte? Kannte der Wind klare Worte? Und: Wie machte er das? Das war vielleicht die Frage, die am lautesten in ihr rumorte. Wie konnte ein Lerchossohn den Wind besser verstehen als eine Amazone?
Die dornige Amazone kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, warf jedoch dann und wann einen Blick nach hinten. Nichts. Genügte die Fehlinterpretation um sie vor Verfolgern zu bewahren? Der Windreiter für seinen Teil zeigte ähnliche Heiterkeit und nicht einmal Jaiva, die ihm immer wieder ihre schlechte Meinung über Männer beweisen musste, verspürte kein Verlangen ihm die Laune zu verderben. Noch einmal wurde sie von einem Gedanken gestreift, denn wer konnte bei dieser Dunkelheit schon etwas sehen?, doch dann vollführte Ciaran ein weiteres Manöver akrobatischen Ausmaßes, das sie noch einmal ruckartig einatmen und den Atem anhalten ließ. Erst als sie wieder richtig herum auf dem Boden angekommen waren wagte sie es die Luft ausströmen zu lassen. Der leise Laut, der diesem Hauch anhaftete, bewegte sich zwischen Jauchzen, Aufatmen und Unglaube. War das wirklich passiert?
Bei den Zweien und Zwölfen“, hauchte sie und war ganz froh nicht auf eigenen Beinen stehen zu müssen -viel zu zittrig fühlte sie sich, aufgeregt und noch immer rauschte das Blut in ihren Ohren. Und obschon sie dringlichere Dinge zu bedenken und vor allem zu tun hatten, murmelte sie: „Können wir das gleich nochmal machen?“ Sie lachte leise, schüttelte sogleich den Schopf, der dermaßen in Unordnung geraten war, dass sie ihn mit ein, zwei schüttelnden Bewegungen zu richten versuchte. Es half nichts.

Ohne ihre Hand von seiner Schulter zu lösen wies sie mit ihrem Zeigefinger in eine Richtung, wissend, dass er dies schon allein aus der Position heraus nur schwerlich würde erkennen können, daher hob sie zögerlich ihre Hand ein kleines Stück, befürchtend, dass er gleich wieder losspringen und sie sich würde festhalten müssen. Da drüben, zeigte sie ihm. Noch ein Stück der Biegung des Flusses entlang, wo sein nachtsehendes Auge bereits den großen, trauernden Baum erkennen konnte, der seine langen, begrünten Flechten ins Wasser fallen ließ. Viel interessanter war allerdings der in luftiger Höhe aufs Wasser herausragende Astarm, mächtig, an manchen Stellen wulstige Verästelungen bildend. Hier verengte sich der Fluss. Jaiva hatte schon oft darüber nachgedacht ob es möglich war bis nach ganz vorne zu balancieren nur um von diesem Punkt abzuspringen und auf der anderen Seite anzukommen. Für eine Amazone war das definitiv riskant, denn obschon auf der anderen Seite nur die abschüssige, von Gräsern bedeckte Böschung wartete, war es genauso möglich zu kurz zu springen und mehrere Meter in die Tiefe zu stürzen wo zerklüftete Steine im Wasser warteten. Mit Ciaran, so glaubte Jaiva, dürfte das kein Problem werden. Sie fragte sich viel mehr ob es überhaupt noch nötig sein würde den alten Baum zu erklimmen. Wenn der Wind Ciaran tragen konnte wie eine Feder, dann...
Was meinst du? Ist das möglich?“, fragte sie ihn und überließ es ihm zu entscheiden ob er diese Hilfestellung überhaupt benötigte um auf die andere Seite zu gelangen. Hilfestellung. Plötzlich blinzelte sie irritiert, denn sie bemerkte just in diesem Moment, dass sie sich noch immer auf seinen Armen befand.
Ich kann selbst bis dorthin laufen“, sagte sie ihm, fühlte leichtes Unbehagen in sich aufsteigen. Unsicherheit. Aufregung?

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Nov 13, 2018 7:18 am

Ich grinste noch einmal in mich hinein, als ich Jaivas verzückten Laut hörte. Irgendwie war das...mir fehlte ein Wort für etwas, das ich noch nie in die Verlegenheit gekommen war auszudrücken. Niedlich. Aber beschrieben Menschen damit nicht eher Hundewelpen? Trotzdem konnte ich nicht verhindern, dass ihre noch immer vorhandene Aufregung sich auf mich übertrug und die Wellen unseres gemeinsamen, langsam verebbenden Erlebnisses noch einmal höher branden ließ. Ich blickte sie an und versuchte verzweifelt den Vergleich zu einem Welpen aus meinem Kopf zu bekommen. Irgendwie... stimmte es ja, aber... sie war kein Welpe. Sie war... Jaiva eben. Eine kratzbürstige, pieksige Blume. Und so, wie ihre Augen gerade vor Aufregung und Freude zu glühen schienen auch... schön. Ich schluckte und brauchte ein paar Herzschläge um das, was da gerade durch meinen Kopf spukte, irgendwie zu verarbeiten. War das wirklich ich gewesen? Sicher waren das Jaivas Gefühle gewesen, die diesen völlig absurden Gedanken getriggert hatten! Ganz sicher. Eine andere Möglichkeit gab es gar nicht. Außer vielleicht ich wurde verrückt. Aber das klang auch nicht gerade wie eine verlockende Alternative. Und somit schwieg ich und verpasste die Gelegenheit ihr anzubieten das Erlebnis zu wiederholen. Sekunden verstrichen und der Moment es nachzuholen war schneller vorbei, als ich ihn durch meine Finger gleiten spüren konnte. Dabei... reizte es mich. Jetzt, da sie es gesagt und diese Möglichkeit ins Leben gerufen hatte...Da wollte ich das unbedingt wiederholen. Ein Ziehen der Sehnsucht ergriff mich und für einen Moment spielte ich tatsächlich mit der Versuchung. Aber das ging nicht. Wir waren schließlich nicht zum Spaß hier.

Ich folgte ihrem Blick und ihrer Geste mit den Augen und nickte schließlich abschätzend, während ich meine Schritte langsam in die gewiesene Richtung lenkte. „Ja, ich denke schon.“ Wieder umspielte ein Lächeln meine Lippen, wenn auch nun wieder etwas schalkhafter. „Und ja, sicher kannst du das.“ Aber noch hatte sie sich nicht aus meinen Armen befreit, nicht gestrampelt oder mir ihre Dornen in die Schulter gebohrt. „Aber vielleicht willst du das ja eigentlich gar nicht, Dornenprinzessin.“ Ich lachte leise und bereitete mich innerlich auf ein weiteres Aufbrausen vor. Irgendwie... war sie dem Wind gar nicht so unähnlich.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Di Nov 13, 2018 8:04 am

Es dauerte nicht einmal eineinhalb Herzschläge, dann war der sich anbahnende Frieden wieder einmal rückstandslos zerstört und aus dem Munde, dem zuvor ein unterschwelliges Lachen entsprungen war, schnarrte es: „Was?!
Kaum, da der junge Mann es ausgesprochen hatte, begann sich das Bündel Leben in seinen Armen auch schon in aller Vehemenz zu regen. Selbstverständlich ließ er die Gelegenheit sie an seinen vorherigen Sieg zu erinnern nicht ungenutzt verstreichen, denn wieder einmal nutzte er das seltsame Wort, das in ihren Ohren keinen Sinn ergab. Sie wusste nicht was eine Prinzessin war und dass er die Dornen im gleichen Atemzug erwähnte, machte es auch nicht besser. Für sie war sonnenklar, dass er sie aufziehen wenn nicht sogar verspotten wollte, daher war sie auch nicht sonderlich zimperlich wenn es darum ging sich aus ihrer misslichen Lage zu befreien.
Als ob ich das wollen würde! Lass mich los“, schimpfte sie, dämpfte ihre Stimme jedoch zu einem gepressten Murren, schließlich wusste sie nur zu gut wo sie sich befanden! Hoffentlich war das dem Lerchossohn bei all der Schadenfreude, die ganz bestimmt gleich aufbranden würde, ebenfalls klar! Sie wartete daher auf das entsprechende Echo, das ganz bestimmt gleich in laut werden würde und so dem wirklich so wäre und sie sich darüber hinaus noch nicht aus seinen Armen befreit haben sollte, würde sie ihn gleichermaßen verbal wie auch physisch daran erinnern, dass sie durchaus im Bilde war!
Zuerst hatte er jedoch mit einer sich windenden Amazone zu tun, die Hände, Beine und sogar Füße einsetzen würde um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen. Vielleicht hätte sie ihn sogar gebissen wenn sich die passende Gelegenheit ergeben hätte und es war nicht unwahrscheinlich, dass sie ihn tatsächlich piekste... wenn auch nicht zwingend absichtlich.
Und hör auf mich so zu nennen“, zeterte sie weiter. Dass das eine Art verqueres Kompliment sein könnte, wäre ihr niemals in den Sinn gekommen. „Ich heiße Jaiva!“

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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Nov 14, 2018 11:36 pm

Ich lachte noch einmal, leiser diesmal, zögerte einen kleinen Augenblick zu lange, als dass mein Widerstreben unbemerkt bleiben konnte und ließ sie schließlich runter. „Ganz wie Ihr wünscht, Hoheit“, zog ich sie weiter auf und trat einen Schritt zurück. Irgendwie fand ich es lustig, dass sie das kleine Geplänkel so schrecklich fand. Ich verschränkte die Arme hinter dem Kopf, während mein Blick unserem nächsten Ziel entgegen schweifte. Der alte Baum sah nicht wirklich vertrauenserweckend aus. Und auch der Ast, der sich weit über den Fluss erstreckte schien mehr Sommer – und Nicht-Winter – gesehen zu haben als ich und als mir lieb sein konnte. Ich warf Jaiva einen kritischen Seitenblick zu. Es war nicht so, dass ich ihr nichts zutraute. Im Gegenteil. Ich traute ihr mehr zu als so manchem meiner Artgenossen – und das an sich war schon ein großes Kompliment. Aber der Abstand zwischen Ast und anderem Ufer war alles andere als gering. „Hast du das schon einmal gemacht?“, wollte ich wissen, fest davon ausgehend, dass sie wahrscheinlich aus purem Trotz alle Hilfsangebote ausschlagen würde.
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Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Nov 16, 2018 8:14 am

Die Dorne gab erst wieder Ruhe als sie festen Boden unter ihren blanken Füßen spürte und mit einem tänzelnden Seitwärtsschritt noch etwas mehr Distanz zwischen Ciaran und sich gebracht hatte. Ihr musste natürlich klar sein, dass sie mit dieser Bewegung lediglich ihren Protest zum Ausdruck brachte, denn das Problem, das sie mit ihm hatte war sehr viel tiefgreifender. Göttlich, sozusagen. Dennoch tat es gut ihm gewisse Grenzen aufzuzeigen auch wenn dieses kleine, luftige Abenteuer ihr sehr gefallen und sie zu keinem einzigen Augenblick Sorge verspürt hatte er würde sie los und stürzen lassen. So schlimm war es demnach gar nicht gewesen aber das musste sie dem Lerchossohn nicht unbedingt auf die Nase binden!
Das grimmige Gesicht musste sie nicht einmal spielen, denn Hoheit lautete der nächste unbekannte Ausdruck mit dem er sie aufzuziehen gedachte. Ein Schnauben blähte ihre Nasenflügel und sie dachte just in diesem Moment darüber nach ihm den Ernst der Lage ins Gedächtnis zu rufen wenn er ihr schon den Spaß verderben musste, doch da beschäftigte er sich mit ihrem aufgezeigten Lösungsansatz und machte seine Zweifel sowohl sicht- als auch hörbar. Was die dornige Amazone fühlte spielte ebenfalls eine Rolle, doch das gedachte sie zu überspielen - vor allem weil sie keine deutlichen Signale von ihm empfing. Es war gleichermaßen faszinierend wie auch beunruhigend, dass sie immer wieder einen Blick nach innen warf um das von der Wirklichkeit unverzerrte Bild des Menschenmannes zu erhaschen. Es geschah ohne ihr bewusstes Zutun und war auf dem besten Wege sich zu einer Gewohnheit zu entwickeln. Es hätte sie weitaus mehr stören müssen als er der Fall war, beschied sie und bei diesem Gedanken verblasste auch ihre Verstimmung obschon ihre Mundwinkel noch immer nach unten zuckten. Das nahm keine gute Richtung an!

Hmpf“, machte sie, verschränkte die Arme auf lockere Art vor ihrer Brust und beäugte Ciaran unter halb abgesenkten Wimpernkränzen. Abwartend. Musternd. Lauernd. Auch den Kopf hatte sie halb abgewandt und räumte dann mit einem leisen Hüsteln ein: „Nun, ...ich habe zumindest schon mehrfach darüber nachgedacht.“ Diese Aussage ließ sie jedoch nur für ein, zwei Herzschläge so stehen, denn dann wandte sie sich ihm energisch zu, beide Arme ausbreitend.
Aber du kannst den Wind reiten!“, sagte sie ihm sehr ernsthaft und mit spürbarem Nachdruck behaftet. „Du musst nur nochmal den Wind rufen und schon sind wir auf der anderen Seite.“ Und als ob sie ahnen würde, dass aus Ciarans Munde nur Spott und Gelächter kommen konnte, tat sie die ersten Schritte in Richtung des altehrwürdigen Baumes, der gewiss schon bessere Zeiten gesehen hatte, sich aber noch immer begrünt und in voller Blätterpracht zeigte. Jaiva hatte keine Zweifel daran, dass es möglich war den breiten, gedrungenen Stamm hinaufzuklettern und den Ast bis nach vorne zu laufen. Sehr viel gewagter war jedoch das Unterfangen, dass sie würde rennen und am richtigen Punkt abspringen müssen und das überaus gefährlich war. Für einen Menschen so gut wie unmöglich, für eine Amazone wenigstens möglich aber mit einem Windreiter an der Seite überaus machbar, ... wenigstens wenn dieser sich nicht quer stellte.
Komm schon!“, flötete sie gut gelaunt und vielleicht etwas neckisch mit einem Schulterblick zu ihm hin, wissend, dass sie ohne ihn nirgendwo hingehen konnte. „Man könnte glatt meinen du hättest Angst.“

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