Neueste Themen
» Die Verrückte Zeitmaschine
Heute um 12:16 am von Outis

» Lichtschurken
Gestern um 7:13 pm von Freya

» Kagami
Di Sep 18, 2018 11:42 am von Kagami

» Mein Wille geschehe
Sa Sep 15, 2018 9:13 pm von Escaria

» The hidden secret - Unterschätze niemals eine Fee
Sa Sep 15, 2018 8:50 pm von Pharo

» Thea
Sa Sep 15, 2018 10:20 am von Thea

» Abwesenheit
Fr Sep 14, 2018 12:14 pm von Chakko

» Blacklist
Di Sep 11, 2018 4:12 pm von Das Große Licht

» In den Tiefen der Berge
Mo Sep 10, 2018 8:42 am von Ciaran

Wer schreibt wo?

Perleris-Meer
Das Östliche Meer:
Anju
Erzähler

Na'kuhani:
Seraphelia
Villan

Wasser:
Branric
Quaona Leae Ohana

Riguskant
Auf den Straßen (Königsburg):
Élie
Jaden
Kraja der Rabe

Die weiten Felder (Davencia):
Terano Leiryfe Sanador
Ardaja Elasia
Sélari

Sommasflucht:
Chakko
Faycine
Schreiberling (Remiron)

Schavennas Hafenviertel:
Faylinn
Myrrmayarra

Die Kristallhallen (Schavenna):
Egon
Schreiberling (Kleines Abendlicht)

Brunya (Hafenviertel)
Trevas
Lucille

Das Jungferntal:
Clavius
Nocturna
Ikarus
Eiris

Auenheiden:
Xiara Schnitter
Schreiberling (Ciaran)

Anwesen der von Mittklang (Königsburg):
Helia
Erzähler

Fluss Perllauf:
Xena
Irelia

Nahe östliches Stadttor (Königsburg):
Alrishaera
Orrashal

Der alte Marktplatz (Königsburg):
Nimmernis
Jace

Fuchsbrunn:
Ophelia
Caius Aulus

Kargatrass-Wald:
Yuki
Ragmer

Amicara
Arelis

Marktplatz (Grunnat):
Thech Sharr
Raltjof
Itjaika
Jaiva

Stadtrand (Davencia):
Luvia
Kit

Die Grüne Hölle
Eichenfurt:
Julian
Korinius

Karatina
Gasthaus 'Am Markt' (Dornenwacht):
Yheran Maknossar
Obrogun
Akina

Das Tal der Seufzer:
Luvia
Narmil Machatrim

Buchinholz:
Mayaleah
Outis
Kasimir

Waldstück nahe Kohwatt:
Mathilda
Lil'yandra Iathaille
Pak

Gasthaus 'zum wilden Giersch':
Fynn Hellwind
Jarko
Hlevana Tuscha
Xern

Perlfurt:
Celen
Rasaya

Anwesen der Familie Cerrou:
Sinthoras
Jayan

Einsame Straßen Karatinas:
Ivar
Luna

Handelsstraße durch Finstersteig:
Selina
Lucille

Westliche Steppe:
Jaekim
Kinim
Loke

Prachtvolles Gutshaus:
Araisan
Liloufain
Freya
Ciaran

Irgendwo nahe Finstersteig:
Pan
Neisseria

Am Rande des Forstes (Nebelad Wald):
Kzaraigh
Vaevi Blattsee

Gasthaus "Rabenfürst":
Civia
Escaria

Katunga:
Nenvar
Cilucamaidra

Tragalùn
Felsdorf:
Elaimandraia
Dragor

Harashan Gebirge
Wakizar
Solacelea

Westliche Wüste:
Rhúan
Sayola

Forcewald
Forcewalds Grenze:
Parito
Merle
Cahir

Taverne an der Grenze:
Raven
Schreiberling (Myiarla)

Wald nahe Húlzinburc:
Kehilan
Cearis

Die Wilden Lande
Waldtiefen (Frostbakenwald):
Aiurasim
Frala
Unsere Schwester

Verzeichnis für aktive RPGs


Statistik
Wir haben 293 eingetragene Mitglieder
Der neueste Nutzer ist Gando.

Unsere Mitglieder haben insgesamt 30922 Beiträge geschrieben zu 2048 Themen

Amazonenlegenden

Seite 11 von 11 Zurück  1, 2, 3 ... 9, 10, 11

Nach unten

Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 656
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten


Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Sep 05, 2018 10:47 am

Wieder spielte sich sehr viel mehr unter der Oberfläche ab als dass es Jaiva lieb war und doch konnte sie nicht anders als in das fremde Rauschen einzutauchen und sich zu fragen was dies zu bedeuten hatte. War es Schmerz? Widerstreben? Befürchtungen oder gar… Angst? Ganz gleich was es auch sein mochte, es war etwas Urgewaltiges; ein Abgrund, um den sie herumtänzelte wie ein Blatt im Wind – nah genug um einen Blick in unheilvolle Klüfte zu werfen aber nicht um dem Tiefensog zu erliegen, wenigstens noch nicht. Und wie sich das Tuch der Nacht über der Grünen Hölle ausbreitete, dämpfte sich auch seine Gefühls- und Gedankenwelt auf ein Minimum als er seine Stimme hob. Ein Schauspiel, das sie zu befremden wusste, denn hätte sie nichts von alledem gespürt, wäre seine Scharade perfekt gewesen. Und wie um alledem noch einmal die Krone aufzusetzen schnippte Ciaran gegen ihre Stirn oder wenigstens beabsichtigte er dies zu tun, denn so weit ließ sie es nicht kommen. Bereits als er herannahte, zog sie ihren Kopf mit einem gut sichtbaren Stirnrunzeln zurück obschon sie es nicht verhindern konnte, dass seine Finger sie dennoch streiften.
Lass den Blödsinn“, schnarrte sie ihn an und schlug nun ihrerseits nach seinem Arm, gewillt ihn beiseitezufegen. Was sollte das denn schon wieder? Mürrisch fügte sie noch ein Was versteht ein Mann schon von alledem... hinzu und vergaß darüber hinaus auch nicht eine Schnute zu ziehen. Kind. Pah. Ausgerechnet dieser Kindskopf nannte sie ein Kind?

Alsbald machte er sich an den Abstieg, nicht aber ohne noch einmal einen Seitenhieb fallenzulassen. Diesmal entglitt ihrer Kehle ein Schnauben, denn ungeachtet seiner schwermütigen Gedanken, empfand sie, dass er sich etwas respektvoller gegenüber ihren Stammesschwestern verhalten könnte, ganz gleich ob sie anwesend waren oder nicht. Seltsame Gedanken beschlichen sie in den letzten Stunden, beschützende Gedanken; Gedanken, die sie ohne den Lerchossohn niemals gehabt hätte, denn wann hatte sie in den letzten Tagen… Monaten… Jahren… auf diese Weise über andere Amazonen gedacht? Es hatte erst ein Mann wie Ciaran kommen müssen um in ihr den Löwenatem zu wecken – Nesrin wäre gewiss entzückt gewesen. Oder verstört. Vielleicht auch beides, doch das würde sie niemals erfahren.
Nur ein paar Herzschläge nachdem sich ihr unfreiwilliger Begleiter an den Abstieg gewagt hatte, kam sie ihm auf ähnlichem jedoch nicht gleichem Wege nach. Zuerst sprang sie auf einen anderen Ast, ließ sich dann mit geschmeidiger Leichtigkeit nach unten fallen und hielt sich dann an anderer Stelle fest – nie und nimmer sah sie so aus als ob sie sich in diesen Höhen bewegen würde. Sie tat es mit einer Selbstverständlichkeit, die atmen glich.
Noch ein paar Momente lang suchte sie nach einer passenden Antwort, doch da empfing sie wieder das Flüstern des Windes; dem Rauschen des fremden Gräsermeeres und blickte für einen Wimpernschlag zu ihm hin. Sie wusste es. Natürlich wusste sie es, doch sie sagte nichts, lenkte lediglich ihre Blicke rasch von ihm fort als... ein trillernder Ruf ertönte. Jaiva hielt inmitten ihren Kletterbemühungen inne und blickte sich um. Nicht einmal mit Dunkelelfenaugen würde Ciaran eine Amazone in ihrem Versteck erkennen können, doch der Ruf war von einer anderen Stelle gekommen, sehr viel weiter entfernt, eventuell einer der hohen Bäume. Leider gab es derer viele. Noch immer innehaltend wartete sie ab, doch dann ertönte der Ruf erneut. Eine Tonfolge aus Vogelpfiffen, denen sie etwas verspätet antwortete.
An Ciaran gewandt sagte sie dann: „Scheinbar hat man uns bemerkt.“ Mit konzentriertem Gesicht lauschte sie wieder, nickte dann für sich und fügte hinzu: „Eine Begrüßung und Frage wer wir sind. Es ist alles gut so weit. Wir sollen heim kommen.“ Die fortgeschrittene Dämmerstunde spielte ihnen in die Karten. Sie antwortete noch einmal dem Ruf und kletterte dann weiter.
Wir sollten dennoch schnell von hier verschwinden“, fügte sie mit gerunzelter Stirn hinzu.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 656
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Mi Sep 05, 2018 2:29 pm

Ich lachte über ihre Worte, grinste noch in mich hinein, als das Lachen bereits verstummt war und ließ sie im Stillen nicht aus den Augen, während sie eine Grimasse zog und schließlich ebenso behände begann wieder hinab zu klettern wie sie herauf gekommen war. Nein, in diesem Punkt stand sie einem Dunkelelfen tatsächlich in nichts nach. Nein, war vermutlich sogar besser als die meisten. Obwohl sie eine Frau war. Und das erfreute mich irgendwie. Warum? Weil es bedeutete, dass ich Recht hatte? Weil es bedeutete, dass einiges von dem, was hohle Köpfe uns versucht hatten beizubringen überdacht werden musste? Oder weil es bedeutete, dass sie vielleicht doch nicht ganz hilflos waren, wenn...
Ein Laut, ähnlich dem Schrei eines Vogels gellte durch die hereinbrechende Nacht und ich erstarrte mitten in meiner Bewegung. Augenblicklich sah ich mich nach dem Ursprung des merkwürdigen Tons um, konnte jedoch nichts entdecken. Das Blätterdach war einfach zu dicht. Ich tastete nach meinem Dolch und Jaivas Worte bestätigten meine Annahme. Unwillkürlich spannte ich mich an. Wann war mir so etwas zuletzt passiert? Ich war zu unvorsichtig geworden, weil ich... herumgealbert hatte. Weil ich zu sehr mit Jaiva beschäftigt gewesen war. Mit ihr und dem, was ihr eventuell als Schicksal blühen könnte. Und das durfte eigentlich nicht passieren! Dennoch schob sich die Erinnerung an ihre schmollende Schnute immer wieder in meine Gedanken und versuchte, mich vom Wesentlichen abzulenken. Doch noch während ich überlegte, wie wir den unliebsamen Zeugen unserer Anwesenheit beseitigen konnten, gab Jaiva Entwarnung. Ich sah sie skeptisch an. „Bist du sicher? Wir werden sogar eingeladen?“ Anscheinend konnten die Amazonen uns zwar sehen, aber nicht erkennen. Oder es war eine Falle... Ich lauschte in mich... in Jaiva hinein, um herauszufinden, ob diese Befürchtung begründet war. Würde sie mich an ihren Stamm verraten? Bisher hatte sie immer beteuert, dass sie dann ebenfalls so gut wie tot war, aber was, wenn das nicht stimmte? Oder... sich geändert hatte? Gleichzeitig versetzte es mir irgendwie einen Stich, dass diese Möglichkeit plötzlich zu existieren schien. Und etwas anderes machte mir auch noch zu schaffen. ‚Heim kommen.‘ Hatte sich irgendetwas jemals nach ‚heimkommen‘ angefühlt?
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 442
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mi Sep 05, 2018 6:51 pm

Dieser Kerl hatte vielleicht Nerven! Sie hatte Ohren und mehr noch als das - sie konnte seine diebische Heiterkeit fühlen! Es spielte keine Rolle ob seinem Lachen eine spöttische Note anhaftete oder welche Gründe auch immer ihn dazu bewogen über ihre Worte zu lachen - er tat es und dafür konnte sie wenigstens im Augenblick keinerlei Verständnis aufbringen. Ein funkelnder Blick, der mit der Dominanz des giftgrünen Auges einherging war ihre stumme Antwort auf seine nonverbale Unverschämtheit. Eigentlich hatte sie nach der Dornenprinzessin fragen wollen, doch jetzt stand ihr ohnehin nicht mehr der Sinn danach. Sie konnte ja sehr deutlich sehen, dass jeder Funke Vernunft an ihn verschwendet war. Mann. Er war so ein Mann!
Und vielleicht hätte aus dieser Situation heraus ein weiterer überaus kindischen Streits entstehen können, doch es kam anders - ein Weckruf in Amazonenpfiffform, der sowohl Jaiva als auch Ciaran an den Ernst der Lage erinnerte. Seine Nachfrage ertönte sogleich und dieses Mal nickte sie für ihn.
Anhand der Tonfolge wissen meine Schwestern, dass ich ein Freund des Dorfes bin“, erklärte sie ihm und kam nicht umhin seine innere Unruhe zu spüren - eine Unruhe, die mit Befürchtungen einherging. Sie, die selbst schon immer misstrauisch gewesen war, ahnte sogleich in welche Richtung seine Überlegungen gingen. Bedeutete das Gefahr? Würde sie ihn hintergehen? Ihn um ihrer selbst Willen verraten? Doch bei solchen Gedanken konnte sie sich nicht verstimmt zeigen. Ihr wäre es ähnlich gegangen... Sie für ihren Teil ärgerte sich vor allem darüber, dass sie nicht weit genug gedacht hatte um ihm ein paar der Tonfolgen beizubringen. 'Ich bin ein Freund.' wäre ein guter Anfang gewesen aber nein, sie hatte lieber mit dem Mann stumpfsinnige Wettrennen veranstaltet und sich über Unsinn gestritten. Bei den Göttinnen...! Hoffentlich würden sie für ihr Versäumnis nicht bestraft werden.
Ich möchte mich aber nicht darauf verlassen, dass das so bleibt wenn sie um dein Hiersein wüssten. Komm. Wir klettern schnell wie Schatten und sicher wie Affen. - Wir klettern schnell wie Schatten und sicher wie Affen.“ - eine Redensart, die aufgrund der Übersetzung so manches von ihrer Bedeutung verlor. Sie hörte sich auch nicht so geschmeidig an wie sie es sich gedacht hatte. Vielleicht hätte sie es bei ihren Ferusworten bewenden lassen sollen oder gleich den Mund halten, allerdings fiel ihr das überaus schwer. Würde sie ihn verraten? Nicht einmal das Band würde es ihm sagen können, denn es verriet ihm nur ihre unterschwellige Anspannung, die an Befürchtungen von ihrer Seite geknüpft waren. Erwartungen, die mit Hoffnungen konkurrierten und Wachsamkeit.
Nicht lange dauerte es, da erreichten sie den Fuß des Baumes und während sie zuvor immer gangbare Wege gesucht hatte, winkte sie Ciaran zu sich und tauchte ins dichte Buschwerk der Strauchschicht ein. Man hätte meinen mögen, dass sie etwas Verbotenes zu tun beabsichtigte aber, nun, ... das entsprach tatsächlich der Wahrheit. Sie wollte einen Mann unbemerkt in ihr Dorf hineinbringen. Das war sehr verboten. Langsam und vorsichtig, immer auf Geräusche in ihrer Umgebung lauschend, bewegte sich die dornige Amazone durch das Grün, das mal weich und anschmiegsam, dann wieder hart oder stachelig war. Ihren Speer hatte sie mit sich genommen und nutzte ihn um Halme und Büsche langsam auseinanderzubiegen.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 656
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Sep 07, 2018 8:01 pm

„Schnell wie Schatten und sicher wie Affen“, stellte ich nüchtern fest und warf ihr einen skeptischen Blick zu. „Sagt man das bei euch so?“ Es ging nicht nur um Affen, es klang auch noch affig! Aber immerhin... Ungeachtet unserer Situation stahl sich mal wieder ein Lächeln auf mein Gesicht, während ich mich weiter abwärts bewegte und kurz nach Jaiva auf dem Boden landete. „Dann bin ich aber der Schatten und du der Affe“, erklärte ich, ein Mal mehr gespannt auf ihre Reaktion wartend. Ich konnte einfach nicht anders. Und wenn ich ehrlich war, wollte ich es auch nicht anders. Denn alles andere hätte bedeutet, dass ich mich tatsächlich mehr mit der Möglichkeit auseinandersetzen müsste, dass sie ihre Schwestern gewarnt hatte. Und das... wollte ich nicht. Ich wollte nicht, dass es so war und ich wollte diese Möglichkeit nicht weiter in Betracht ziehen. Wenn es so war...nun... ich war optimistisch, dass zumindest einige von ihnen ein schnelles Ende finden würden. Wieder einmal bohrte mein Blick förmlich Löcher in Jaivas Rücken, während sie voran ging und sich durch das Gebüsch schob. Ich musste mich beeilen, um ihr rechtzeitig folgen zu können, bevor das Band wieder übermäßig strapaziert wurde. Und wenn meine Augen in der Dunkelheit nicht ebenso gut gesehen hätten wie bei Tage wäre das wohl vollkommen unmöglich gewesen. Sie schien darauf jedoch keinerlei Rücksicht zu nehmen und so stockte ich kurz. Wusste sie es? Kannte sie mein Geheimnis? Aber...woher? Sie konnte doch kaum etwas mit Menschen anfangen. Woher sollte sie Dunkelelfen kennen? Allerdings... Meine Augen wurden schmal, während ich dieses Mal absichtlich versuchte ihre Gefühle zu durchforschen. Wenn dem so wäre... müsste sich dann nicht irgendwo ein Hinweis auf einen Plan finden lassen? Sie spielte dieses Band nicht vor. Ganz sicher nicht. Ich hatte ihren Schmerz gespürt. Und in ihren Augen gesehen. Das war nichts, was sie willentlich eingegangen war. Und ich bezweifelte, dass sie es gut genug verbergen könnte, wenn sie das Band nun zu ihrem Vorteil nutzen wollte. Dieser Zauber konnte mich vielleicht betrügen. Aber nicht der Wind. Der Wind hatte noch nie gelogen. Und wenn ich mich auf ihn konzentrierte, erzählte er mir die gleiche Geschichte wie das Band. Nur...ungenauer. Ich seufzte. Andererseits hatte das, was sie über Männer zu wissen glaubte doch tatsächliche Ähnlichkeit mit meiner Heimat. Aber... unmöglich!
Ich zerbrach mir den Kopf, während ich ihr durch die Dunkelheit folgte und tatsächlich das ein oder andere Mal aufpassen musste, um nicht auf den von der Luftfeuchtigkeit noch immer rutschigen Steinen auszurutschen. Wurde es hier eigentlich nie kühler? „Gibt es bei euch eigentlich Winter?“ Wenn ich mir die Pflanzen so ansah konnte ich es nicht wirklich glauben. Und Jaiva in einem dicken Pelzmantel... Unvorstellbar!
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 442
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 11 von 11 Zurück  1, 2, 3 ... 9, 10, 11

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten