Neueste Themen
» Schule, Chaos, Leben
Heute um 12:47 am von Selina

» Weihnachtsgrüße aus Neovine!
Gestern um 2:45 pm von Gast

» Neovine
Gestern um 2:45 pm von Gast

» Ihr sucht einen Schreibpartner?
Gestern um 12:35 am von Rasaya

» Glimm
Gestern um 12:02 am von Glimm

» Blacklist
Sa Dez 08, 2018 11:46 am von Das Große Licht

» Mein Wille geschehe
Fr Dez 07, 2018 12:26 pm von Sinthoras

» Groteske Magie - Hexer & Hexen
Mi Dez 05, 2018 1:36 pm von Lestat

» Wachsende Schatten
Sa Dez 01, 2018 3:37 pm von Freya

Wer schreibt wo?

Perleris-Meer
Das östliche Meer:
Anju
Erzähler

Riguskant
Auf den Straßen (Königsburg):
Élie
Jaden
Kraja der Rabe

Leiswasser:
Terano Leiryfe Sanador
Ardaja Elasia
Sélari

Sommasflucht:
Nimeria
Faycine
Schreiberling (Remiron)

Herrenhaus von Sommasflucht:
Chakko
Schreiberling (Remiron)

Schavennas Hafenviertel:
Faylinn
Myrrmayarra
Egon

Das Jungferntal:
Clavius
Nocturna
Ikarus
Eiris

Anwesen der von Mittklang (Königsburg):
Helia
Erzähler

Armenviertel (Königsburg):
Alrishaera
Orrashal

Taverne zum schwarzen Schwuuh (Auenheiden):
Ophelia
Caius Aulus
Cyrelas Caemire

Kargatrass-Wald:
Yuki
Ragmer
Amicara

Steppenstraße:
Thech Sharr
Raltjof
Itjaika
Jaiva

Mittleres Stockwerk Gasthaus 'Seilers Tochter' (Davencia):
Luvia
Kit
Erzähler

Dorf Tinto:
Valeria
Finn

Kleine Räuberfestung (Drei-Zehen-Gebirge):
Quaona Leae Ohana
Ciaran

Die Grüne Hölle
Rand der Grünen Hölle:
Escaria
Sheevalesca

Dorf Olunka:
Nuri
Thea

Karatina
Gasthaus 'Am Markt' (Dornenwacht):
Yheran Maknossar
Obrogun
Akina

Westlich des Nysbelth:
Malachai
Narmil Machatrim

Entlang der grünen Hölle:
Mayaleah
Kasimir

Waldstück nahe Kohwatt:
Mathilda
Lil'yandra Iathaille

Armenviertel (Amdalon):
Rasaya
Lestat

Westliche Steppe:
Jaekim
Kinim

Prachtvolles Gutshaus:
Araisan

Freya

Irgendwo nahe Finstersteig:
Pan
Neisseria

Katunga:
Nenvar
Cilucamaidra
Erzähler

Tragalùn
Felsdorf:
Elaimandraia
Dragor

Harashan-Gebirge:
Wakizar
Solacelea

Westliche Wüste:
Rhúan
Sayola

Sa'daan:
Aurora
Skadi

Forcewald
Wald nahe Húlzinburc:
Kehilan
Cearis

Die Wilden Lande
Waldtiefen (Frostbakenwald):
Aiurasim
Frala
Unsere Schwestern



Statistik
Wir haben 291 eingetragene Mitglieder
Der neueste Nutzer ist Skaelir.

Unsere Mitglieder haben insgesamt 31321 Beiträge geschrieben zu 1851 Themen

Amazonenlegenden

Seite 3 von 11 Zurück  1, 2, 3, 4 ... 9, 10, 11  Weiter

Nach unten

Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten


Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Do Mai 24, 2018 10:13 pm

Jaiva!“, rief Ciaran und hatte selbige im Nu am Arm gepackt, sodass erneut ein scharfer Ruck durch ihre lädierte Schulter zuckte und zusammen mit diesem ein glühender Schmerz, der sich in ihrer beider Bewusstsein ergoss. Die Dorne ächzte. Während eines ihrer Beine wegen des Schwungs für einen Moment in der Luft hing, klammerte sie sich mit ihrer linken Hand an dem Arm des Lerchossohn fest und wenigstens in diesem Augenblick gab es keine Unstimmigkeiten oder Sticheleien, keine Feindseligkeit oder vorgeschobenen Zorn mehr – da waren einfach nur zwei weit aufgerissene Augen, die von zweifachem Grün erzählten. Sie wollte nicht fallen!
Das Manöver ging für beide glimpflich aus, jedoch rutschte der dornigen Amazone im Zuge dessen die Schale aus der rechten Hand, immerhin hatte sie jenes opulente Werk amazonischer Handwerkskunst nur einhändig gehalten. Ein endgültig in ihren Ohren klingendes Rascheln kündete nun davon was ihr geschehen wäre hätte der Blonde nicht beherzt zugegriffen und doch... rauschte die rituelle Schale über Stock und Stein in die Tiefe.
Noch an Ciaran geklammert starrte sie der Kostbarkeit hinterher.
Scheiße, scheiße, scheiße, scheiße!, zuckte es durch ihr Gedankengut und vermischte sich mit glühendem Entsetzen ehe sie von seiner Nachfrage zurück ins Hier und Jetzt gerufen wurde.
H-h-hast du das gesehen? Sie... sie ist einfach... da runter gerutscht. Ich hab es versucht aber ich hab, ich hab sie nicht festhalten können“, meinte sie, für ihre Verhältnisse vollkommen arglos. Noch immer war ihr der Schreck ins Gesicht geschrieben; zweifellos malte sie sich aus was geschehen würde wenn die Amazonen herausfänden, dass ausgerechnet sie die Schale verloren hatte.

Amazonen! Ihre Augen weiteten sich noch einmal.
Scheiße!“, zischte sie, schien wieder mehr zu ihrem Selbst zurückzufinden. Jetzt griff sie mit beiden Händen nach seinem Hemd, rückte sogar noch einmal an ihn heran und sagte mit neu aufflammendem Ernst: „Vergiss den Mist. Vergiss alles. Wir müssen hier schnell weg! Komm.“
Erst dann würde sie von ihm abrücken, sofern er nicht bereits selbst die nötigen Handgriffe angesetzt hatte.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 25, 2018 5:14 am

Ich zuckte zurück, machte beinahe einen Satz nach hinten, als ich ihr Entsetzen spürte. Ich wusste ja, dass sie nicht angefasst werden mochte, aber dass es so schlimm war...? Ich hob beschwichtigend die Hände. Hätte sie wirklich lieber abstürzen wollen? Gerade öffnete ich den Mund, um meine Verteidigung vorzubringen - Warum eigentlich? Mir konnte es doch egal sein, was eine dornige Pflanze für ein Befinden hatte! - sagte sie etwas völlig Unerwartetes, das mich blinzeln ließ.

„Was?“, schnappte ich. „Ja, natürlich hast du es versucht.“ Ich machte eine etwas verwirrte Geste. Was sollte das nun wieder? „Aber es ist ja wohl wichtiger, dass du hier oben stehst. Vergiss die Schale und...“ Meine Verwirrung wuchs, als sie plötzlich mein Hemd packte. Ich starrte sie an, als wäre sie plötzlich lila angelaufen. Was war hier los? Was wurde hier gespielt? Ein ungutes Gefühl beschlich mich und mein Herz - noch immer rasend von dem Beinahe-Absturz - wollte einfach nicht zur Ruhe kommen. „Was ist denn jetzt schon wieder los?“, keuchte ich, als sie mich endlich wieder frei gab. „Warum plötzlich so schnell? Hast du etwas gesehen? Gehört?“ Mein Blick huschte nochmal kurz in die Tiefe und dann über die Felsen. Ich konnte nichts ungewöhnliches entdecken, aber die Panik, die plötzlich in ihrer Stimme lag und in ihren Augen aufgeflammt war, ließ mich nachdenklich werden. „Nun spuck’s schon aus!“, verlangte ich, folgte ihr jedoch.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Mai 25, 2018 6:01 am

Verwirrung ergoss sich über Verwirrung, biss sich in den Schwanz wie beim entsprechenden Schlangensymbol und beinahe hätte die dornige Amazone geglaubt der Lerchossohn sorgte sich wirklich und wahrhaftig um sie bis ihr wieder bewusst wurde, dass sie aneinander gebunden waren und ihr Wohl auch das seine war. Ernüchterung breitete auch daraufhin in ihr aus und wurde alsbald von dringlicheren Notwendigkeiten überschattet. Sie mussten so schnell sie ihrer beider Beine tragen konnten weiter und ein sicheres Versteck finden bevor sie entdeckt wurden. Freilich gelang es Jaiva nicht bei all der Panik die wichtigste Information in ihre kurze aber überaus chaotische Rede zu packen. Diese Nachlässigkeit holte sie aber bald nach, denn der Blonde erkundigte sich sofort danach und erst dann fiel ihr auch wirklich auf was soeben geschehen war. Er hatte...! Und sie hatte auch...! Zorn und Scham, nur für einen einzelnen Herzschlag lang, aber beides leuchtete wie ein einziges Himmelslichts im Himmel ihrer Seele. Es war gut, dass er ihrer Aufforderung trotz seiner unbeantworteten Frage Folge leistete, denn sie hatten keine Zeit zu verlieren! Wenn ihre Schwestern ihn entdeckten, würde sie keine Gelegenheit mehr haben etwas zu erklären. Sie würden annehmen, dass er sich ihrer bemächtigt hatte und alle nötigen Schritte in die Wege leiten um sie zu befreien. Selbst wenn sie versuchen würde zu erklären, würden sie nur einen hinterlistigen Spruch vermuten, der ihre Sinne verschleiert hatte. Es blieb dabei... ihnen blieb nichts anderes übrig als ihr Heil in der Flucht zu suchen dessen war sich die Frau aus dem Schoße der Grünen Hölle sicher.
Eine Patrouille“, sagte sie ihm zwischen zwei raschen Schritten. Jetzt, ohne das zusätzliche Gewicht der Schale war es so viel leichter für sie die Geschwindigkeit und das Gleichgewicht zu halten. Sie kannte sich hier aus. Sie wusste wohin sie treten konnte und wohin nicht, deswegen war es äußerst bemerkenswert wie geschickt und vor allem selbstverständlich sie sich durch das scheinbare Nichts und die pure Unübersichtlichkeit schlug.
Das sind andere Amazonen. Wahrscheinlich aus einem anderen Dorf, so weit wie wir noch von meinem entfernt sind“, prophezeite sie düster. Ihre Stimme war jetzt sehr leise.
Schnell und leise müssen wir sein. Ich glaube nicht, dass sie uns schon entdeckt haben“, sagte sie weiter, zusammen mit einem letzten Schulterblick. Ab jetzt würde sie ihn mit knappen Worten auf Hindernisse und wie sie zu überwinden waren hinweisen, denn nicht immer war der offensichtliche Weg der Weg der Wahl. Manchmal mussten sie sich unter tief hängenden Wurzelverästelungen hindurchducken anstatt darüber klettern, manchmal genau umgekehrt. Der Weg, den sie gingen war verschlungen und schwierig zu überblicken, denn Jaiva bahnte sich keinen direkten Weg durch den Dschungel.
Mit jedem Schritt wurde sie trotz ihrer Befürchtungen ruhiger, gefasster und auch entschlossener. Rasch eilte sie weiter. Hoffentlich würde der Lerchossohn mithalten können!

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 25, 2018 6:34 am

„Eine Patrouille? Wo?“ Ich ließ meinen Blick noch einmal schweifen, konnte aber beim besten Willen nichts entdecken. Das explosive Gemisch an Gefühlen, das von der Amazone zu mir hinüber schwappte machte es auch nicht gerade besser sich auf irgendetwas zu konzentrieren und die Ruhe zu behalten. War da unter dem ganzen Zorn und der Aufregung tatsächlich so etwas wie Scham verborgen? Warum? Warum gerade jetzt? Im Moment trug sie doch Kleidung! Ich fasste mir mit einer Hand an die Stirn, während ich die andere nutzte, um mich am Fels festzuhalten oder abzustützen, je nachdem, was die Situation erforderte. Verstand irgendjemand diese wandelnde Pieksigkeit! Ich nicht.

Mit ein wenig Anerkennung stellte ich fest, wie geschmeidig Jaiva sich nun, des zusätzlichen Gewichtes beraubt, bewegte. Ihre Schritte waren flink und sicher und sie schien mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit den Weg zu finden. Wie oft mochte sie diesen Weg schon gegangen sein? „Ein...anderes Dorf?“ Ich verschmälerte den Abstand zwischen uns noch etwas mehr, damit ich nicht so laut sprechen musste. „Das heißt, es gibt noch mehr von euch?“ Irgendwie hatte ich bisher angenommen es handele sich um ein einziges, kleines Dorf abgeschotteter Halb-Pflanzen. Aber dass davon sogar mehrere existieren würden... Darauf war ich nicht gekommen. „Und ihr...bekriegt euch gegenseitig?“, riet ich ins Blaue hinein. Noch immer wollte mir nicht so recht in den Kopf, dass sie mich wegen meiner bloßen Anwesenheit angreifen würden.

In Momenten wie diesen war ich wirklich froh über all die harten Übungsstunden, die ich über mich hatte ergehen lassen müssen. Und über das, was ich mir zusätzlich noch beigebracht hatte. Denn ansonsten wäre es mir wohl unmöglich gewesen auch nur halbwegs mit der Amazone Schritt zu halten, geschweige denn das Unterholz einigermaßen unbeschadet und lautlos zu durchqueren. Ohne ihre Führung allerdings, das musste ich zugeben, wäre ich verloren gewesen. Und viele Hindernisse konnte ich nur überwinden, indem ich ihre Bewegungen nachahmte, den Fuß dorthin setzte, wo sie ihn platzierte und mich an den gleichen Wurzeln oder Steinen hochzog. Nur ab und zu fluchte ich innerlich, wenn mir etwas schwerer fiel als ihr, weil sie ich weigerte mich beinahe es selbst in Gedanken auszusprechen! - größer war. Irgendwie nagte das an mir, da sie es vorhin auch noch so schön betont hatte. Das waren die Momente, in denen ich dezent Wind-Magie einsetzte, um dieses Manko ohne große Kraft-Anstrengung zu kompensieren.
Nur eine quälende Frage blieb und ließ mich immer wieder einen Blick über die Schulter werfen. Wo waren die anderen?
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Mai 25, 2018 7:39 am

Prompt stellte Ciaran die nächste Frage und auch wenn es nur zu verständlich war, dass er wissen wollte von wo die Gefahr herrührte, so war Jaiva nicht gewillt ihm die Positionen der anderen Amazonen preiszugeben. Offen gestanden konnte sie die meisten von ihnen genauso wenig oder noch weniger als ihn leiden, allerdings floss dasselbe Blut durch ihre Adern, daher fühlte sie sich ihnen gegenüber dennoch verpflichtet. Sie hätte es sich nicht verzeihen können wenn auch sie dem Lerchossohn zum Opfer fielen. Noch immer glaubte ein Teil von ihr, dass dieses Unheil hätte vermieden werden können wenn er sich nur nicht in den See gestürzt hätte! Wo war er überhaupt hergekommen? Auf diese Frage hatte sie bislang noch keine Antwort erhalten. Vielleicht hatte er wirklich Übles im Schilde geführt...
Ich weiß nicht “, sagte sie ihm, nicht vollkommen wahrheitsgemäß. „Ich habe sie gehört. Es klang so als wären sie noch etwas weiter weg, aber darauf würde ich mich nicht verlassen. Wer weiß welche Route sie einschlagen. Wir müssen einfach schneller sein.“ Das war der beste Rat, den sie in dieser verzwickten Situation hatte. Das war nicht viel, aber mehr als nichts. Patrouillen waren nicht so schnell wie sie sich jetzt durch den Busch schlugen, denn obwohl sie die Pfade kannte, bedeutete das nicht, dass sie bei der Eile nichts übersehen konnte. Manchmal genügte ein Fehltritt und es war aus. Ihnen blieb nichts anderes übrig, sie mussten es einfach riskieren. Glücklicherweise hielt sich Ciaran sehr viel besser als gedacht. Ja, tatsächlich. Sie ertappte sich bei ihren Überlegungen wie sie ihn beim Namen nannte. Sofort korrigierte sie diesen gedanklichen Frevel indem sie ihn wieder zu Mann oder, besser, Blödmann degradierte. Ja, das war viel besser...

Fragen, Fragen, immer mehr und mehr Fragen. Da sie sich beeilen, aufpassen, ihn anweisen und zu allem Überfluss auch noch atmen musste, fielen ihre Antworten immer knapper aus. „Ja, natürlich. Die Grüne Hölle ist die Heimat vieler Amazonen“, erklärte sie. Aber Ciaran wollte noch mehr wissen. Fragte er sie gerade in etwa aus? Vielleicht waren seine Absichten wirklich übler als es den Anschein hatte. Vielleicht war die Geschichte mit der Mutter ein Trick und... nein, ganz gleich wie sehr sie ihn zum Feind machen wollte, so hatte sie zu viel von seinem Schmerz gefühlt alsdass sie ihm dies hätte unterstellen können. Er war wirklich an ihrer Kultur interessiert?
Nein, meistens nicht. Wenn es Streit gibt, werden von unseren Anführerinnen Mittel und Wege gefunden sich zu einigen“, antwortete sie ihm erneut und atmete dann hörbar aus. „Sammel deine Fragen für später, jetzt müssen wir erst einmal überleben.“
Und so kam es dann auch. Bei all den Anweisungen und Passagen, die es zu meistern galt, blieb kein Atem mehr für Fragen, ganz gleich welcher Natur. Jaiva bemerkte nicht, dass er Magie einsetzte um mit ihr Schritt zu halten; ihr war es nur wichtig, dass er es konnte. Blödmann, nicht Ciaran, wies sie sich scharf zurecht. Das sollte sie sich jetzt endlich mal merken... Das klingt sogar so ähnlich. Das war sogar beinahe lustig.

Das Wetter blieb ihnen hold, oder nein, es wurde immer heißer und heißer und feuchter und feuchter, was es bei all der Anstrengung nicht zwingend angenehmer machte und manchmal, wenn Ciaran etwas näher an Jaiva dran war und der Wind aus der richtigen Richtung kam, dann nahm er einen feinen Rosenduft wahr.
Gleich müssen wir klettern. Ich hoffe du kannst das“, sagte sie ihm und, siehe da, bald waren sie bei einem Baum von monumentaler Breite angelangt und die dornige Amazone zog aus der Umarmung von buntblättrigem Baumbewuchs ein geflochtenes Seil, das sie mit einem schwingenden Zug herauszog. Wenn man den Kopf in den Nacken legte, konnte man sehen, dass sie viele Meter würden klettern müssen. Viele, viele Meter.
Komm!“, sprachs und sprang an das Seil, das sie geschickt nach oben kletterte.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 25, 2018 8:53 am

Gehört? Jaivas Worte machten unmissverständlich klar, dass jetzt nicht die Zeit für weitere Nachfragen war und so blieb ich stumm und versuchte nur den dichten Urwald um uns herum noch aufmerksamer mit den Augen zu durchdringen, was sich jedoch schnell als beinahe aussichtsloses Unterfangen herausstellte. Überall waren Bewegungen und das dichte Grün schien nichts von seinen Geheimnissen preisgeben zu wollen. Doch auch mein Gehör versagte. Bisher hatte ich mir immer eingebildet recht gute Sinne zu besitzen, doch in dieser fremden Umgebung hier war ich verloren. Der ganze Wald schien in Bewegung zu sein. Ich hörte Insekten surren und zirpen, Blätter rascheln und Äste knacken. Und an der Felswand entlang rauschte der Wind. Es war einfach unmöglich auszumachen, welche Laute von einer Amazonen-Patrouille stammen sollten. Für mich zumindest. Jaiva schien da deutlich weniger Probleme zu haben und für einen kurzen Moment hielt ich inne, um ihr ein wenig Respekt zu zollen. Auch die Art, wie sie sich hier bewegte... Sicher, sie hatte ihr Leben hier verbracht, aber wenn ich am Anfang noch gedacht hatte, dass sie - als Frau - eine Belastung darstellen würde, wenn es um mein - unser beider - Überleben ging, so musste ich diese Ansicht doch langsam aber sicher revidieren. Sie war sehr wohl in der Lage auf sich selbst aufzupassen und viele Dinge, die sie tat gingen weit über das hinaus, was ich einer einfachen Frau zugetraut hatte. Auch wenn sie komische Federn trug und unpraktische Perlen in ihr Haar wob. Nein, so ganz konnte ich mich von der Skepsis diesen Utensilien gegenüber noch nicht verabschieden, aber mit jedem Schritt, den wir tiefer in den Urwald eindrangen, spürte ich, wie ich ihrem Urteilsvermögen ein bisschen weiter vertraute.

„Da hoch?“, wisperte ich und starrte in die Höhe. Der Baum war riesig. Gigantisch. Noch nie hatte ich so etwas gesehen. Drei Männer hätten wohl nicht ausgereicht, um ein Mal um seinen Stamm zu fassen. Ich musste den Kopf in den Nacken legen, um überhaupt den Gipfel erahnen zu können. „Wahnsinn. Wie alt ist dieser Baum?“, rutschte es mir heraus, auch wenn sie gesagt hatte, es sei nicht die Zeit für Fragen. Ich wischte mir mit dem Ärmel über die Stirn. Es war erdrückend heiß und ich war versucht mein Oberteil wieder auszuziehen. Doch dann hätte ich vermutlich bereits nach kurzer Zeit einen schmerzhaften Sonnenbrand gehabt. Und das wäre eine unliebsame Behinderung. Also biss ich die Zähne zusammen, trank einen Schluck aus dem Wasserschlauch und blickte dann zu ihr. „Du auch?“ Ich hatte bisher nicht mitbekommen, ob sie auch Vorräte dabei hatte. Bisher hatte ich sie zumindest noch nichts trinken sehen. Machte die Hitze ihr so viel weniger aus als mir? Würde ich auch Verdursten, wenn sie es tat? Ich legte keinen großen Wert darauf, es zu erfahren und hielt ihr den Schlauch hin. „Nur Wasser“, erklärte ich. „Aus...“ Ich wich ihrem Blick aus, da ich ein wenig Angst hatte es wäre wieder ein Frevel. „Aus der Lagune.“
Ich stand da und wartete darauf, wie sie reagieren würde, als sich plötzlich ein leichter Windhauch erhob. Ich schloss genießerisch die Augen und genoss die kurze Abkühlung des über meine Haut streichenden Windes. Ich atmete tief ein, füllte meine Lungen und hielt inne. „Was ist das?“, fragte ich noch immer mit geschlossenen Augen, als mir ein wunderbarer Duft in die Nase stieg. Ich schnupperte noch einmal. „Es riecht plötzlich so gut“, stellte ich fest, ohne mir dabei etwas zu denken. „Rose?“, murmelte ich in dem Versuch den Geruch einzuordnen. Ich sog die Luft noch einmal tief ein, als Jaiva bereits das bisher verborgene Seil gepackt hatte.
„Ähm...“ Wieder war ich es, der ein wenig peinlich berührt zur Seite blickte. „Willst du wirklich vorgehen?“, vergewisserte ich mich und warf einen vielsagenden Blick auf den kurzen Rock, den sie trug. Ich wusste ja nicht besonders viel von Frauenkleidern, aber nannte man die nicht so, weil sie nach unten hin offen waren? Oder trug sie noch eine kurze, für mich nicht sichtbare Hose darunter?
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Mai 25, 2018 11:40 am

Ja“, sagte die dornige Amazone und linste zu ihrem unfreiwilligen Gefährten hin. „Da hoch. Hast du ein Problem damit?“
Dann schnaubte sie, klang amüsiert. „Du könntest den Baum fragen. Vielleicht antwortet er dir.“ Wehe er fing jetzt damit an, dass sie doch eine Halb-Pflanze war und das doch wissen müsse...! Oooh!

Dann konnten sie ja jetzt... aber so einfach und schnell wie sich die dornige Amazone es vorgestellt hatte, kam es nicht, denn Ciaran hatte gleich mehrere Einwände, die, jede auf ihre Weise, durchaus ihre Berechtigung hatten. Ja, natürlich war es wichtig auf seinen Wasserhaushalt zu achten aber musste das wirklich jetzt sein...? Sie konnten doch auch noch trinken wenn sie oben waren. Andererseits war jeder getrunkene Schluck einer weniger im Wasserschlauch, den er nach oben tragen musste. Und durstig war sie ja auch. Eine deutlich spürbare Ungeduld breitete sich in ihr aus, die der scheinbar ihr so viel präsenteren Todesgefahr in die Hände spielte. Anstatt etwas zu sagen rieb sich übers Gesicht und den Ansatz ihres Dekolletés mitsamt der farbenfrohen Federnkette ehe sie sich einen Ruck gab und etwas von ihm annahm. Der Lerchossohn würde es nicht wagen sie zu vergiften immerhin trank er einerseits selbst und hätte selbst unter den Folgen gelitten wenn er es doch getan hätte. Der Schicksalsspruch machte es ihr an dieser Stelle leicht, wenigstens dies eine Mal.
Na gut, aber nur ganz schnell“, lenkte sie ein, war aber noch immer unglücklich über die Verzögerung.
Dass sie Durst hatte konnte Ciaran an den tiefen Schlücken sehen, die ihre Kehle hinabrannen. Sein Geständnis, dass er es aus Solas Lagune genommen hatte ließ sie seufzen, ehe sie mit einem schiefen und etwas sarkastisch angehauchten Lächeln sagte: „Das wird es jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr schlimmer machen.“

Als dann der Wasserschlauch endlich weggepackt war, konnte es ja jetzt an den Aufstieg... - nein, denn da kam Einwand Nummer zwei. Jaiva starrte ihn an, eine Hand an dem Seil. Das konnte doch jetzt nicht sein Ernst sein. Im Augenblick höchster Gefahr fing er an die Zimperlise heraushängen zu lassen.
Du hast mich nackt gesehen“, sagte sie, vollkommen verblüfft. „Ganz nackt und jetzt fängst du damit an?“ Gut, sie hatten es eilig aber das musste sie jetzt einfach feststellen. Dann schnaubte sie noch einmal.
Dann geh halt vor. Und du zierst dich wirklich.“ Sie deutete mit ihrem Kopf zum Seil und reichte es ihm.
Danke übrigens. Ich bin das. Ich rieche so gut.“ Sie schmunzelte. Ja, sie hatte es auch schon festgestellt. Ciaran hatte keinen amazonischen Wohlgeruch, das hatte sie bereits festgestellt aber er war auch keine Amazone. „Jaja, verwunderlich. Komm schon. Hoch mit dir.“

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 25, 2018 4:48 pm

Mit hochgezogenen Augenbrauen und einem Blick der zu sagen schien ‚siehst du, habe ich es dir doch gesagt‘ beobachtete ich, wie sie erst zögernd den Wasserschlauch nahm, dann jedoch in großen, gierigen Schlucken trank. Beinahe setzte ich zu einem Protest an, sie sollte mir auch noch etwas übrig lassen, beließ es dann aber dabei. Kein neuer Streit. Nicht, wenn irgendwo hinter uns vielleicht ein Trupp dieses seltsamen Volkes auf der Jagd nach uns war. Noch einmal warf ich einen Blick über die Schulter und versuchte abzuschätzen, wozu dieses Volk in der Lage sein würde. Vermutlich würden sie sich ebenso gut mit Giften auskennen wie ich. Mit der kleinen Einschränkung, dass das hier ihr Territorium war, während ich mich inmitten der ganzen Bäume, Sträucher und Farne verloren fühlte. Verloren und wie ein Fremdkörper - weithin gut sichtbar und ein leichtes Ziel. Ob sie auch auf die Distanz kämpfen konnten? Vermutlich. Zudem hatten Jaivas Reaktionen nahe gelegt, dass sie über Magie verfügten, welcher Art auch immer. Ein winzig kleiner Teil von mir sehnte beinahe eine Konfrontation herbei. Ich wollte wissen, was sie konnten. Ich wollte wissen, was dieses anscheinend so eigenständige Volk aus Frauen zu bieten hatte.
Doch ich war nicht dumm genug sehenden Auges in einen nicht einschätzbaren Kampf zu laufen. Ich griff nach dem Seil und bemerkte aus dem Augenwinkel die hochgezogenen Mundwinkel der Amazone. Sie konnte tatsächlich so etwas wie Lächeln. Auch wenn es aussah, als würde sie von dieser winzigen Regung schon fast Muskelkater bekommen. Na immerhin, dachte ich. Wir können das ja trainieren. Ich stockte. Wir? Wann genau hatte ich ... nein, es war bloß mit Resignation zu erklären, dass ich im Plural sprach! Mit nichts weiter. Noch einmal fuhr ich mir mit dem Handrücken über Stirn und Augen. Vielleicht auch mit Hitzekoller.
"Du?", entwich es mir und ich schnappte hörbar nach Luft, bevor ich beschloss dazu lieber nichts mehr zu sagen. Wer hätte gedacht, dass ich irgendetwas an ihr mal als 'gut' bezeichnen würde. Ich biss mir in die Unterlippe und versuchte krampfhaft ihrem Blick auszuweichen. Und nein, ich zierte mich nicht! Genau das tat ich auch in aufmüpfigem Tonfall kund, bevor ich an ihr vorbei zu dem Seil trat.

Ich griff fest zu und begann, mich an dem Seil empor zu ziehen, wobei ich meine Beine nutzte, um die neu gewonnene Höhe beizubehalten, mich Höher zu drücken und wieder weiter nach oben zu greifen. Auch wenn das Seil relativ einfach gefertigt war erwies es sich doch als stabil und grifffest, so dass ich schnell an Höhe gewann. „Nackt hin oder her“, erwiderte ich, während ich meinen Blick fest nach oben auf mein Ziel gerichtet hatte. „Es gibt Dinge, die will ich nicht sehen. Und dein Innerstes gehört dazu“, behauptete ich auf dem Weg nach oben. Und das gleich auf mehreren Ebenen. Es war anstrengend in der prallen Sonne und mit dieser hohen Luftfeuchtigkeit zu klettern. Ich hatte das Gefühl, als würde neben uns noch immer leichter Dampf des verdunstenden Regens aufsteigen. „Deswegen...“, ich zog mich wieder ein Stück höher, „machen wir das Ganze doch, oder?“ Zumindest ich hatte immer noch vor, mich ganz schnell wieder von ihr zu lösen! Kein ‚wir‘ mehr. Mehr? Argh. Nie ein ‚wir‘! Nicht einmal im Ansatz! Frustriert und mit meinen eigenen Gedanken überfordert kletterte ich weiter, als plötzlich ein Pfeil an meinem Gesicht vorbei schwirrte und zitternd in dem Baumstamm hängen blieb. Panisch wandte ich mich um. „Jaiva! Pass auf!“, schrie ich, gerade als ein zweiter Pfeil summend durch die Luft schoss.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Mai 25, 2018 7:12 pm

Ja. Ich“, gab sie weiterhin schmunzelnd zur Antwort. Vielleicht war dies dem Umstand geschuldet, dass sich der Lerchossohn über sein unfreiwilliges Kompliment ärgerte, wenigstens interpretierte sie es so. Eigentlich machte sie sich nichts aus seinen Worten. Eigentlich wollte sie gar nichts Nettes von ihm hören, erst recht keine Komplimente; aber so ganz wollte ihr das nicht gelingen alles von sich zu weisen. Insgeheim aber, ganz heimlich, still und leise frohlockte sie für einen Moment, weil er den Rosenduft als solcher erkannt hatte. Sie wollte gar nicht so weit denken, dass er diesen vielleicht nur wegen ihrer Dornen assoziiert hatte, nein.

Dann lachte sie. „Jaja, ich habs verstanden, kleiner Mann. Du zierst dich nicht, vor gar nichts, erst recht nicht vor einer nackten Amazone“, sagte sie und winkte dabei ab. Freilich, es war keine gute Idee ihn mit seiner Größe aufzuziehen, allerdings war es auch zu verlockend genau an dieser Stelle anzusetzen, denn es war nur zu offensichtlich, dass ihm genau das nicht behagte. Warum dem so war, hätte sie nicht zu sagen gewusst. Vielleicht war das eines dieser Männermysterien, die sie nie verstehen würde. Als er sich nach oben wuchtete, trat auch sie an das Seil heran und umfasste das untere Ende mit beiden Händen, sodass er es ein bisschen leichter hatte und sie besser mit ihm sprechen konnte ohne die Stimme zu heben.
Scham? Wahrscheinlich besaß die Dorne gar kein passendes Empfinden dafür, dann sie lachte bloß. „Sehr lustig wie du immer dann krampfhaft nach Erklärungen zu suchen beginnst wenn dir etwas peinlich ist“, meinte sie und lehnte ihr Kinn an das geflochtene Seil, ließ es zu, dass es ihr Grinsen in der Mitte halbierte. Jaiva wartete ein paar Momente und kletterte dann dem Blonden geschickt und flink wie ein Eichhörnchen hinterher.
Ja natürlich machen wir das deswegen. Weswegen sonst, du Blö-“ Das dumpfe Ffumm eines Pfeils zischte an Ciaran vorbei und grub sich mit einem entscheidenden Einschlag in das Holz. Auf sein Geheiß zog sie den Kopf ein und spürte wie der zweite Pfeil knapp oberhalb ihres Scheitels die Luft teilte. Auch er blieb im Stamm stecken. Kurzzeitig erhaschte sie schwarze Federn, sowie weiß gefärbte Fasern, welche die Befiederung umschlossen. Der Stamm der Singenden Okapis. Das war nicht gut. Vielstimmiges Trillern war aus dem Wald zu hören, scheinbar von überall her. Vielleicht war es deswegen so leise gewesen...

Scheiße“, zischte Jaiva. Da hingen sie nun wie reife Früchte am Baum, bereit gepflückt zu werden. Vielleicht... wenn sie nicht so viel gestritten hätten, wären sie rechtzeitig in Sicherheit gewesen. Jetzt aber traten in Zweiergruppen insgesamt acht Amazonen aus dem Busch.

Jaiva hatte nicht übertrieben als sie gesagt hatte jede Amazone wäre einzigartig. Manche von ihnen waren hellhäutig, andere sonnengebräunt und eine so schwarz, dass ihre weißen Augäpfel wie blanke Knochen aus ihrem Gesicht leuchteten. Manche von ihnen waren größer, andere kleiner und jede von ihnen war andersartig leicht bekleidet und gewährte mehr oder minder tiefe Einblicke. Hier und da blitzte eine nackte Brust unter nichts als einer aus breiten Knochenscheiben gefertigten Kette oder einem locker verknoteten Lederstück. Das Bemerkenswerteste jedoch waren ihre Köpfe. Solcherlei Haar- und Farbenpracht gab es zu sehen, dass man meinen mochte diese Frauen wären einer Fabel entsprungen. Türkisblau, laubgrün und weißgrün waren ihre Haare, erdbeerrot und lavendelfarben und hinzu kamen die Blüten, die ihren Köpfen entsprangen. Eine von ihnen trug sogar eine riesenhaft große, strahlend violette Blume auf dem Kopf, die ihrem Scheitel zu entspringen schien ehe sich glattes, türkisblaues Haar über ihre Schultern ergoss. Bemalt. Ihrer aller Gesichter waren mit schwarzer sowie auch weißer Paste bemalt.
Bewaffnet. Sie waren alle bewaffnet. Gleich fünf Bögen waren auf Ciaran und Jaiva gerichtet, zwei andere hielten Speere vor sich und die vollkommen schwarze Frau hielt zwei lange Messer in Händen. Schwarzrot war das Blütengeflecht, das ihrer linken Kopfseite entsprang und sich nach hinten verästelte. Auf ihrer blütenseitigen Gesichtshälfte war ein weitläufiges Gespinst heller Linien zu sehen, das sich über ihre Wange erstreckte.

Eine Amazone und ein Mann“, zischte sie und sieben weitere Stimmen stimmten flüsternd ein. „Ein Mann. Das kann nicht sein...“ - „Schaut es ist ein Mann!“ - „Ein Mann. Wie kann das sein?“ - „So weit im Wald...“
Die dornige Amazone beäugte die anderen Frauen, kam nicht umhin ihre Abneigung beinahe körperlich zu spüren, doch dieses Mal galt sie ihrem Begleiter. Wie hätten sie auch wissen können wer sie war. „Sie sind wütend, weil du hier bist“, übersetzte sie für ihren Begleiter das Offensichtliche.
Die schwarzhäutige Amazone ließ sich das Gemurmel ein paar Momente gefallen, dann hob sie das Kinn und verlangte: „Komm herunter, Schwester. Der Affe wird dir nichts mehr tun können.“ Ihre Stimme klang scharf, beinahe wie das Zischen einer Schlange. Sie sah nicht aus wie jemand, der sich zu wiederholen pflegte. „Und du“, sprach sie Ciaran direkt an und hob eines ihrer Messer. „Machst besser keine Dummheiten.“ -„Sie will, dass ich hinunter klettere“, flüsterte Jaiva.
Sprich nicht mit dem Affen! Er vergiftet dich. Komm hinunter und dir wird nichts geschehen.“ - „Sie will dich erschießen“, flüsterte Jaiva; ihre Gedanken rasten. Sie musste etwas tun und zwar schnell.

Warte!“, rief sie dann lauter. Ihr Herz hämmerte und Ciaran spürte ihre Aufregung, doch ihre Stimme, ihre wunderbar goldene Stimme klang klar und fest während sie Lüge um Lüge aneinanderreihte. „Du darfst dem Mann nichts tun. Er hat ein Ritual gestört und ist für die Verwüstung eines heiligen Ortes verantwortlich. Dazu ist durch ihn ein kostbares Relikt verloren gegangen. Du darfst über seinen Frevel nicht urteilen! Das müssen Vinu und Melva tun. Er ist mein Gefangener und ich bringe ihn sobald die Nacht hereingebrochen ist zu meinem Dorf.“
Ein Raunen ging durch die Reihen der amazonischen Kriegerinnen.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Mai 25, 2018 7:50 pm

Alle Streitereien und Diskussionen gerieten in den Hintergrund, als sich plötzlich mehrere Frauenpaare aus dem grünen Dickicht herausschälten und auf die Lichtung unterhalb des Baums traten. Ich sah mehrere Bögen und entsprechende Pfeile, die vorwiegend auf mich gerichtet waren, und schluckte. Der Windschild könnte sie aufhalten. Wenn ich ihn richtig dosierte vielleicht auch eine zweite Salve. Aber dann...? Mein Blick zuckte kurz nach oben. Es war noch viel zu weit. Wir wären ihnen als nächstes vollkommen schutzlos ausgeliefert. Und solange ich auch noch ein Auge auf die Amazone werfen musste...
Ich fluchte innerlich, während einige Worte in dieser fremden, zumindest aus Jaivas Mund immer melodischen Sprache gewechselt wurden. Mein finsterer Blick glitt über unsere Feinde, wobei ich dieses Mal keinen Gedanken an die knappe Bekleidung oder die verschiedenen Blumen und Farben verschwendete. Mein geschultes Auge suchte nach Waffen, Gefahren und Auffälligkeiten, die man nutzen konnte. Eine der Amazonen belastete den rechten Fuß kaum, während eine andere so üppigen Blumenschmuck im Haar trug, dass die Blüte ihre Sicht bei bestimmten Bewegungen einfach verdecken musste. Ob es eine bestimmte Bedeutung hatte, dass sie in Zweiergruppen vorgetreten waren? Mein Blick ruhte auf der Frau, die das Wort ergriffen hatte. Ob sie so etwas wie die Anführerin war? Warum waren eigentlich alle wütend, nur weil ich da war? Kannte dieses merkwürdige Volk denn kein anderes Gefühl? Wahrscheinlich würde ich mit Pflanzen bis ans Ende meiner Tage ‚Wut‘ assoziieren!
„Das soll sie erstmal probieren“, flüsterte ich zurück. „Nun geh schon! Geh zu ihnen hinunter.“ Dann würden sie Jaiva auf ihrer Seite glauben. Sie würden ihr nichts tun und ihre gesamte Aufmerksamkeit auf mich richten. Das bedeutete, ich konnte handeln, wie ich wollte ohne mich darum zu kümmern, ob Jaiva vielleicht zum Ziel wurde. „Geh!“, drängte ich noch ein Mal und ließ meinen Blick über die Amazonen schweifen. Als erstes musste ich die mit den Bögen ausschalten.
Es folgte ein weiterer Wortwechsel, dem ich zwar aufmerksam lauschte, von dem ich jedoch nichts verstand. Was sagten sie? Warum ging plötzlich ein Raunen durch die Menge? Was hatte Jaiva ihnen erzählt? Fragend blickte ich in ihre Richtung.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Fr Mai 25, 2018 8:48 pm

Während Ciaran überlegte wie er den Amazonen am besten beikommen konnte und sich auf einen scheinbar unvermeidlichen Kampf einstellte, versuchte Jaiva diesen noch immer fieberhaft zu vermeiden. Sie dachte nicht daran das Blut anderer Amazonen zu vergießen und erst recht dachte sie nicht daran selbst zur Waffe zu greifen. Neben den Amazonen, die allesamt für ihre Patrouille gerüstet und versiert im Umgang mit ihren Waffen waren, war sie selbst höchstes unteres Mittelmaß; ein Kind, das mit den Erwachsenen spielen wollte. Niemals hätte die Älteste ihres Dorfes sie einer solchen Gruppe zugewiesen, denn diese Amazonen wussten vor allem durch ihre Vielseitigkeit zu beeindrucken. Schnelligkeit, Stärke, sowie Ausdauer und Geschick mit ihren Waffen waren unverzichtbare Disziplinen einer Frau, die für Sicherheit im Dschungel sorgen wollte.
Und was der Lerchossohn zu tun vermochte? Bislang hatte sie ihn nichts anderes tun sehen als große Reden zu schwingen und zugegebenermaßen leichtfüßig durch den Wald zu huschen. Auch seine Reflexe ließen nicht zu Wünschen übrig und wie es um seine Kletterkünste stand, hatte sie vor wenigen Augenblicken selbst bestaunen können. War er ein Kämpfer? Seine Reaktion ließ dies vermuten, doch darauf konnte und wollte sie sich nicht verlassen.

Ciaran verlangte, dass sie nach unten kletterte; Jaiva tat dies nicht, denn bevor sich die Situation nicht entspannt hatte und sie sicher sein konnte, dass sich nicht doch ein Pfeil in die Richtung ihres unfreiwilligen Schicksalsgefährten verirrte, wollte sie sich auch nicht von der Stelle rühren.
Mit in ihrer Magengrube rumorender Unruhe wartete sie auf die Reaktion der schwarzen Frau. Sie war die einzige, die nur weiße Bemalungen auf ihrer Haut präsentierte; einzig ihre Lider waren pechschwarz bemalt und sie selbst wirkte dadurch nur umso grimmiger. Wenn man Jaiva mit den versammelten Frauen maß, kam man nicht umhin einen Unterschied wahrzunehmen, der unaufdringlich wie ihr Rosenduft war. Es lag an der Art wie sie sprach, daran wie sie Probleme anzugehen pflegte und auch welche Wirkung sie auf ihr Gegenüber entfalten konnte.

Von welchem Ort sprichst du, Schwester?“, fragte sie. „Sprich rasch!“
Jaiva zögerte für einen Moment, brauchte Betretenheit nicht zu mimen. Es war ihr wirklich unangenehm darüber zu sprechen. „Solas Lagune“, räumte sie ein. Dieses Mal waren die Reaktionen weitaus heftiger als sie zuvor der Fall gewesen waren. Sie hatten ein Bild vor Augen. Es ging immer darum Dinge anschaulich zu machen und das erreichte sie als sie das Maß der Zerstörung beschrieb. „Der große Stein ist vollkommen zerstört; zersprungen als ob ihn ein Blitz zerschlagen hätte und der Mann berührte auch das Wasser.“ Irgendwie tat es ihr ja schon leid, dass sie ihn in diese Misere mit hineinzog, allerdings würde er in wenigen Stunden nicht mehr in der Grünen Hölle sein. Wen kümmerte es dann noch wer wirklich für die Verwüstung des heiligen Ortes verantwortlich war.
Zieh ihm die Haut ab. Myrrhaq!“, verlangte eine. Eine andere: „Spieß seine Augäpfel auf einen Speer und lass sie die Vögel fressen!“ Hätte Ciaran verstanden, wären ihm gewiss etwaige Parallelen aufgefallen. Skrupellos waren sowohl die Dunkelelfen als auch die Amazonen. Die schwarzhäutige Frau, die soeben als Myrrhaq angesprochen worden war, hob resolut eine Hand und brachte damit das wütende Murmeln zum Schweigen.

Das scheint ein gefährlicher Affe zu sein!“, stellte sie fest. „Und doch hast du ihn allein festgesetzt. Wie ist dir das gelungen? Du siehst nicht aus wie eine Kriegerin, Schwester.“
Jaiva konnte nur mitspielen und hoffen, dass sie sich nicht um Kopf und Kragen redete. „Ich habe ihn mit meiner Magie an mich gebunden. Es ist ihm nicht gestattet sich unerlaubt von mir zu entfernen. Er kann nicht entkommen!“, behauptete sie. Ja, das konnte wirklich funktionieren. Noch ein bisschen... sie konnte es ganz bestimmt schaffen.
Keine Amazone sollte allein gehen“, meinte Myrrhaq mit fester Stimme. Zustimmendes Gemurmel. Dann wandte sie sich an die Amazonen um sich, teilte ihnen mit was zu tun war – ein Zweierpaar löste sich nickend und verschwand im Wald. Ein Bogen und ein Speer weniger. Nur noch sechs.
Ich brauche keine Hilfe!“, stellte Jaiva heraus, doch das wollte die schwarze Frau nicht hören. „Yaseminya und Naewrah sollten dich bei deiner heiligen Mission begleiten.“ Ciaran spürte fremde Unzufriedenheit in sich anschwellen und doch nickte die dornige Amazone.
Jetzt kam es ganz auf ihn an. Würde er schweigend abwarten?

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Mai 26, 2018 6:31 am

Finsteren Blickes starrte ich erst Jaiva und dann die anderen Amazonen an. Warum tat sie nicht, was ich gesagt hatte? Die dumme Kuh sollte aus der Schussbahn, war das denn so schwer zu verstehen? Verdammter, eigenwilliger Dornenstrauch! Begriff sie denn nicht, dass mir die Hände gebunden waren, solange sie hier war? „Nun mach schon! Kletter runter!“, forderte ich flüsternd. „Ich kümmere mich um sie, sobald du in Sicherheit bist!“ Doch das sture Pflänzchen schien nicht einmal daran zu denken meiner Aufforderung zu folgen. Stattdessen folgte wieder einer dieser Wortwechsel, die ich nicht verstehen konnte. Meine Anspannung und Ungeduld wuchsen. Was redeten die? Wütendes Gemurmel erhob sich und ich hatte das Gefühl die Blicke, die mir entgegengeworfen wurden, wurden noch eine Spur feindseliger - wenn das denn überhaupt möglich war. Meine Stirn legte sich in Falten. Ich hatte das Gefühl, als würde das hier gleich eskalieren und ich machte mich zum Kampf bereit, indem ich den Wind um mich herum lenkte. Ich würde Schnelligkeit und Wendigkeit der Böen gut gebrauchen können.

Doch dann hob plötzlich eine der Frauen - die Anführerin? - ihre Hand. Das Gemurmel erstarb. Mein Herz klopfte, während ich den fremdartig anmutenden Worten lauschte. Zwei der Amazonen verließen die Lichtung und ich spürte ein kleines bisschen Erleichterung in mir aufwallen. Mein Blick huschte zu Jaiva. Was hatte sie ihnen erzählt? Wieder sprach meine pieksige Begleiterin und die Anführerin der Amazonen erwiderte etwas, was anscheinend Jaivas Missfallen erregte, wenn ich ihre Emotionen richtig deutete. Wieder versteifte ich mich, darauf gefasst, dass gleich ein Kampf ausbrechen würde. Doch Jaiva nickte. Ich versuchte, die Situation irgendwie zu erfassen, was schwierig war, wenn ich die Diskussion nicht verstand. Und wenn ich jetzt etwas unbedachtes sagte, konnte es sein, dass Jaivas Worte ihre Glaubwürdigkeit verloren, ohne dass ich wusste, was genau in dieser Situation das Falsche war. Unentschlossen hing ich an dem Seil und wartete auf irgendetwas, das mir verraten würde, was zu tun war.
Ich blickte zu Jaiva hinunter. Erklär mir die Situation. Bitte, schien mein Blick zu flüstern.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 26, 2018 9:01 am

Begriff dieser Idiot von einem Mann denn nicht, dass sie nicht mit ihm sprechen konnte ohne Verdacht zu erregen? So wie er finster zu ihr hinunter starrte, starrte sie auch hinauf. Sei verdammt nochmal still, wollte sie ihm mit ihren Blicken sagen, allerdings konnte sie keine Rücksicht auf ihn nehmen, musste darauf vertrauen, dass er selbst so intelligent war um die Klappe zu halten und das war für sie keine leichte Übung! Sie musste ihm vertrauen. Vertrauen! Auch wenn er kein Lerchossohn gewesen wäre, wäre ihr dies überaus schwer gefallen, doch in dieser verzwickten und lebensgefährlichen Situation war dies drei Mal so schwer. Aufregung, Anspannung und Furcht klopften ein rasendes Trio mit dem Schlag ihres Herzens, sodass sie sich noch ein bisschen fester an das Seil klammerte, die Füße noch einmal neu positionierte und mit ihnen das Seil fixierte. Es sah nicht aus als koste sie diese Haltung besonders viel Anstrengung, allerdings waren auch andere Dinge von größerer Wichtigkeit – wie zum Beispiel eine überzeugende Darbietung zu geben. Sie musste die Amazonen vom Stamm der Singenden Okapis überzeugen. Sie musste es einfach. Ihren Bemühungen sollte tatsächlich Erfolg beschieden sein, doch dieser Erfolg äußerte sich nicht auf die von ihr gewünschte Weise. Sie sollten alle fortgehen, aber auch dagegen konnte sie nicht zu vehement protestieren.
Vielen Dank. Schwester“, sagte sie daher und empfand eine weitere Woge Unzufriedenheit, die sie unter fügsamen Worten kaschierte. Ciaran konnte das alles spüren, doch wenn sie es wollte, war nichts davon mehr in ihrer Stimme zu hören. Ihre Stimme war ein Instrument und von allen Instrumenten, die sie beherrschte, war ihre Stimme das erste und beste.
Wir werden jetzt nach oben klettern um nicht für weitere Verwirrung zu sorgen. So wenig Schwestern wie möglich sollten diesen Mann sehen.“
Myrrhaq nickte und sprach mit den anderen Amazonen, die ihre Waffen und Bögen senkten, während sich Jaiva betont laut an Ciaran wandte. So laut hatte sie sonst nie mit ihm gesprochen.
Hoch jetzt mit dir, Mann“, fuhr sie ihn an und machte eine fordernde Bewegung mit ihrem Kinn, das hinauf deutete. Da war etwas seltsam. Ihre Stimme war schroff, auch ihr Gesicht war feindselig und grausam, doch das Echo, das an die Ufer seiner Seele schwappte, passte nicht dazu. Sie waren weicher, erzählten von Unsicherheit und auch von Unwillen. Tu was ich sag, wenigstens dieses eine Mal!
Yaseminya wird unten Wache halten und dafür Sorge tragen, dass niemand hinauf kommt. Naewrah wird dich oben unterstützen. Sichere Pfade und Vinus Segen“, sprach die schwarze Amazone.
Das hieß... sie hatten nur wenig Zeit. Wenn sie schnell genug waren, dann... „Wirds bald? Beeil dich!“, forderte Jaiva von Ciaran.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Sa Mai 26, 2018 5:39 pm

Ich erwiderte Jaivas Blick ohne mit der Wimper zu zucken. Sollte sie mich nur weiter so garstig anstarren, davon konnte ich ihre Gedanken noch immer nicht lesen! Vielleicht hätte dieses merkwürdige Band das sogar gekonnt und sie gab sich nur nicht genug Mühe! Das Einzige, was mir durch ihr Gefühlschaos bewusst wurde war, dass wir noch lange nicht in Sicherheit war. Zu gerne hätte ich gewusst, was gesprochen wurde, denn die Stimme meines Dornenbusches klang folgsam und ruhig, beinahe erfreut, während sich in ihrem Inneren Unzufriedenheit breit machte. Was für ein Spiel spielte sie hier? Für einen kurzen Augenblick kam mir der Gedanke, ob sie mich verraten würde. Würde sie riskieren, dass diese wandelnden Blumen mich angriffen und verletzten - und damit vielleicht auch sie? Unmöglich...oder? Ich spürte den Stich eines Zweifels, doch bevor dieser wachsen konnte senkten die Amazonen plötzlich ihre Waffen.
Ich atmete unauffällig auf. Sollte sich doch alles zum Guten wenden? Ich verbat mir jeden weiteren wütenden Blick in Jaivas Richtung und begann zu klettern. Ich spürte die Blicke vieler Augenpaare auf mir und sah zu, dass ich schnell an Höhe gewann. Lianen hingen von den Ästen herab und begleiteten mich, während ich mich höher und höher zog. Mehrere Äste begannen, sich um uns herum zu winden und irgendwann wurden die Zweige so dicht, dass sie fast so etwas wie einen Boden bildeten. Ein genauerer Blick verriet mir, dass jemand mit einigen geflochtenen Matten und Balken nachgeholfen hatte, so dass eine beinahe durchgehend betretbare Fläche entstanden war. Ich schwang mich auf den Ast, an dem das Seil befestigt war und ließ mich schließlich auf den hölzernen Untergrund fallen. Schnell machte ich zwei Schritte von dem Eingang zu diesem geschützten Ort weg, wobei ich darauf achtete, mich nicht zu weit von Jaiva zu entfernen. Ich wusste nicht, wie die Amazonen reagieren würden, wenn sie sie plötzlich Schmerzen leiden sahen. Und nun? Ein Blick zurück verriet mir, dass eine der Amazonen uns gefolgt war. Sollte sie Jaiva Geleitschutz geben? Aber eine war kein Problem. Rasch ließ ich meinen Blick über die Umgebung gleiten. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich gesagt wir würden uns in einer Hütte auf einem Baum befinden. Interessant. Doch für derlei Bewunderung hatte ich gerade nicht viel Zeit, denn bald würden die beiden Amazonen nachfolgen und ich hatte keine Lust doch noch einen Kopf kürzer zu enden. Entschlossen zog ich eine von meinen Giftnadeln hervor und verbarg sie zwischen meinen Fingern.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 26, 2018 8:36 pm

Min sei Dank setzte sich Ciaran trotz ihrer unfreundlichen Worte in Bewegung und kletterte Meter für Meter das Seil hinauf. Jaiva folgte ihm, behielt aber auch die Amazonen um Myrrhaq im Blick. So wie die schwarze Amazone es gesagt hatte, lösten sich zwei von ihnen aus der Formation während sich die anderen mit geübten Handgriffen auf den Aufbruch vorbereiteten. Es wurden noch ein paar Worte getauscht ehe jene, die wohl Yaseminya war, am Fuße des Baums Stellung bezog. Naewrah indes, eine ansehnliche aber nicht sonderlich große Frau, befestigte ihren Bogen an einer Halterung auf ihrem Rücken, welche wiederum mit vor ihrer Brust gekreuzten, fingerdicken Lederbändern festgeschnallt war. Diese Gurte waren im Übrigen so ziemlich alles was die Amazone obenherum trug. Ein bisschen Perlen- und Knochenkrams baumelte zwischen ihren Brüsten, doch davon einmal abgesehen, gab es wieder einmal tiefe Einblicke. Jene Amazone griff beherzt nach dem Seil und blickte für einen Moment prüfend nach oben. Die beiden ungleichen Gefährten waren zu diesem Zeitpunkt bereits ein großes Stück nach oben gekommen, da folgte ihnen die hellhäutige Amazone mit den erdbeerroten Haaren, die eng an ihrem Kopf entlang geflochten waren und den zierlichen, weiß getupften Blüten, die hier und dort, vor allem aber hinter ihren Ohren hervorsprossen. Ihre Augen indes waren dunkel wie geronnenes Blut und ihre Lippen vollkommen schwarz geschminkt.
Wie alt sie war? Das war überaus schwer zu schätzen, allerdings lag der Gedanke nahe, dass sie älter als Jaiva und vielleicht auch als Ciaran war. Alt genug um an kämpferischer Expertise gewonnen zu haben aber jung genug für schnelle Reflexe. Eine ernstzunehmende Gegnerin?
Ein prüfender Blick nach unten später hob Myrrhaq die geballte Faust zum Abschied und huschte mit den verbliebenen drei Amazonen weiter.

Inzwischen war auch Jaiva oben angekommen, die diesen Ort gut genug kannte um nicht mehr als mittels einem Seitenblicks zu prüfen ob seit dem letzten Besuch alles unverändert geblieben war. Sie kannte den stellenweise durch Balken begehbar gemachten Boden wie auch die geflochtenen Matten, die als Wind- und Sichtschutz angebracht worden waren. Grün in Grün – von unten war dieser Ort nicht einzusehen und jene, die sich hier befanden, waren so gut wie sicher vor Tierangriffen. Es war ein hübsches Plätzchen, das von der Natur erdacht und von den Amazonen perfektioniert worden war. Interessant zu sehen war die Tatsache, dass das, was als sicheren Unterschlupf ersonnen war, dem Baum nicht schadete. Alles war mehrfach mit geflochtenen Seilen umwickelt und mit komplizierten Knoten gesichert. Prüfende Schritte konnten einem mit der Bauweise der Amazonen unvertrauten Gastes durchaus Angst einjagen, denn manchmal bewegte sich etwas, glitt geschmeidig ein winziges Stückchen zur Seite oder sogar nach unten – kein guter Platz für einen Kampf, wenigstens nicht wenn man nicht wusste wo man einen festen Stand hatte. Es gab einfache Körbe und kleine Fässer, die gefüllt zu sein schienen, zudem lagen an einer Stelle kleine Wasserschläuche und dünne Decken bereit. Es gab auch einige frei herunterhängende Lianen, die zurecht gezogen werden konnten, sodass ein weltgewandter Geist Ähnlichkeiten zu einem Himmelbett gefunden hätte. Kurzum: dies war ein hübscher Platz zum Rasten und er hätte ausreichend Platz für Ciaran, Jaiva und die Amazonen um Myrrhaq geboten.

Jaiva verlor keine Zeit und trat rasch an Ciaran heran, achtete aber darauf, dass Naewrah sie nicht sehen und erst recht nicht hören konnte. Mit leisen Worten sagte sie ihm: „Wir haben nicht viel Zeit, deswegen nur das Nötigste in Kürze: Ich habe ihnen die Geschichte mit der heiligen Stätte erzählt und hab dich wohl ein bisschen mit hineingezogen. Das hat ihnen gar nicht gefallen. Allerdings konnte ich es so drehen, dass ich dich heute Abend in mein Dorf bringe, was ja auch stimmt und... naja, du unter einer Art Zauberbann stehst, der dich an mich bindet und daran hindert irgendwas zu tun. Das war gut genug, dass sechs von ihnen weitergezogen sind. Leider bestand die Anführerin darauf, dass zwei von ihnen mit uns kommen. Irgendwie... muss es uns noch gelingen sie loszuwerden bevor wir ins Dorf gehen.“ Sie blickte nochmal kurz zum Eingang.
Alles klar soweit?“, fragte sie. Noch ein Blick. Viel Zeit hatten sie nicht. Keine Zeit für Streit.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Mai 27, 2018 5:29 am

Ich hörte Jaiva aufmerksam zu, etwas, das mir nicht gerade leicht fiel, während ich sie eigentlich mit Fragen bestürmen wollte und tausend Dinge über den genauen Wortlaut der Konversation zuvor wissen wollte. Doch ich hielt mich zurück, den Blick immer auf die Stelle gerichtet, an der gleich der Kopf der Amazone auftauchen musste. Zumindest erklärte das, warum die versammelten Grünzeug-Frauen teilweise noch finsterer dreingeblickt hatten. „Du hast mir die Schuld an allem gegeben“, stellte ich zischend fest. Kein Wunder, dass sie meinen Kopf wollten, wenn die alle so sehr an ihren Göttern hingen wie der Dornenbusch, der gerade vor mir stand. Ich schnaubte leicht verärgert, doch dann wandte ich mich wieder der Aufgabe zu, die gleich auf uns zukommen würde. Auf mich, korrigierte ich nochmals im Geiste. Auch wenn es vermutlich die einzige Möglichkeit gewesen war den Amazonen eine halbwegs glaubbare Geschichte aufzutischen, fühlte ich mich doch in gewisser Art und Weise verraten, dass sie mich als Sündenbock hingestellt hatte. Es war ein kindisches Gefühl und trotzdem war es da. Stark genug, dass der Dornenbusch es vermutlich auch spüren konnte.
Ich bewegte mich ein wenig von ihr weg, tastete mit einem Fuß den Boden ab und versuchte so abzuschätzen, ob man überall gefahrlos hintreten konnte oder doch nur an einigen Stellen. Schnell hatte ich ein Muster in den Wegen gefunden, wenn man sie denn so nennen konnte, denn es kam mir vor, als würden die ohne Gefahr begehbaren Stellen sich mehr nach dem Wuchs eines Zweiges orientieren, als nach geometrischen Formen. Dazu kamen ab und zu Querverstrebungen zwischen den ausgebauten ‚Ästen‘. „Gut. Loswerden ist kein Problem.“ Für einen kurzen Moment zuckte etwas der kalkulierten Grausamkeit eines Dunkelelfen über meine Miene. Mir wäre es egal, wie ich es anstellte. Hauptsache wir - ich! korrigierte ich erneut leicht genervt - käme aus dieser ganzen Sache wieder heil heraus. Wieder sammelte ich Magie, als sich langsam der Kopf der Amazone über den Rand des Einstieges schob. Ihr misstrauischer Blick - anscheinend eine Art Erkennungsmerkmal der Amazonen - schweifte durch den Raum bis sie uns entdeckt hatte. Ich wartete noch einen Augenblick. Immerhin durfte die zweite Amazone nicht sofort sehen, dass wir ihre Gefährtin ausgeschaltet hatten. Und zwei in der Luft baumelnde, strampelnde Beine wären mit Sicherheit besorgniserregend genug, um nach Verstärkung zu rufen. Ich verhielt mich still, senkte sogar kurz demütig und geschlagen den Kopf, während sie sich hochzog und beinahe sofort wieder ihren Bogen vom Rücken löste. Ihre Handgriffe wirkten routiniert. Wahrscheinlich war sie eine geübte Jägerin. Ich hätte beinahe gelächelt. Sie hatte gewiss noch nie das Vergnügen mit einem Dunkelelfen als Beute gemacht. Und ich freute mich teilweise, dass sie hier war, denn wenn ich ehrlich war freute ich mich darauf, Jaiva zu demonstrieren, dass ich nicht nur große Reden schwang, was sie ja anscheinend von mir glaubte. Was natürlich vollkommener Irrsinn war, denn diesem pieksigen Etwas musste ich gar nicht beweisen! Aber...trotzdem...
Die Amazone mit dem zu eng anliegenden Zöpfen geflochtenen roten Haar machte ein paar Schritte auf uns zu. Ich schätzte, dass sie jetzt aus dem Sichtfeld ihrer Gefährtin verschwand. Das war mein Zeichen. Ein kaum spürbarer Windstoß verriet meine Magie, als ich sie nutzte, um meine Bewegungen zu beschleunigen. Nicht einmal einen Wimpernschlag brauchte ich, um hinter sie zu gelangen. Ich sah, wie ihre Augen versuchten meiner Bewegung zu folgen. Sie war wirklich eine ausgebildete Jägerin, denn schon spannten sich ihre Muskeln an, um sich zu mir herum zu drehen. Ich sah, wie sie den Mund öffnete. Und in diesem Moment stach ich zu. Die Nadel drang zwei Querfinger unter dem Kieferwinkel ein, knapp seitlich des dort spürbaren Pulsschlages. Die Hand der Amazone zuckte wie von selbst dorthin, als wäre es ein Insekt, das sie dort gestochen hätte und das sie nun verscheuchen wollte. Ich sah beinahe, wie sie schreien wollte, presste ihr noch für einen kurzen Moment die Hand auf den Mund bis das lähmende Gift seine Wirkung entfaltete. Sie wehrte sich, versuchte an meiner Hand zu ziehen und auch zu beißen, doch ich spürte bereits, wie ihre Bewegungen schwächer wurden. Kurz darauf ließ ich sie zu Boden sinken. Ihre Augen folgten mir mit unverhohlener Wut und richteten sich dann schließlich anklagend auf Jaiva, während sie um Atem rang, den sie nicht mehr bekommen würde. „So. Fehlt noch eine“, erklärte ich mit emotionslosem Blick auf die Sterbende.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Mai 27, 2018 7:33 am

Jaiva hatte nicht mit dem Widerhall seiner Gedanken gerechnet, die just in dem Moment an die Ufer ihrer Seele brandeten, als sie ihm davon erzählte sie hätte ihn 'da ein bisschen mit hineingezogen'. Für diese Art von Gefühl brauchte sie keinen zweiten Blick – Ciaran fühlte sich von ihr betrogen und verraten und sie sich wiederum für die Dauer zweier rascher Herzschläge unglaublich... verletzlich. Obschon sie noch immer der Meinung war, dass dies die einzige Geschichte war, die ihr die Amazonen vom Stamm der Singenden Okapi geglaubt hätten, stellte sie fest, dass sie nicht wollte, dass der Lerchossohn so von ihr dachte. Sie war keine Verräterin! Und, außerdem... wenn sie etwas verraten hatte, dann war es doch wohl die Amazonen wenn sie ihn in Schutz nahm.
Hörbar wurde keiner dieser Gedanken, die ihn wie seichtes Wasser umspielten, denn sie sagte dazu nur eines: „S-sei nicht blöd!“ Scham und Betroffenheit glitt hauchfein unter den vorgeschobenen Unwillen und mischte sich zusammen mit diesem in das Gefüge ihrer Seele, es war offensichtlich, dass auch sie noch weitere Worte auf Lager hatte, die sie gerne noch gesagt hätte, doch auch ihr war bewusst was auf dem Spiel stand. Auch sie wusste, dass sie das wohl besser später ausdiskutieren sollten wenn sie wieder allein waren. Kaum zu glauben, dass sie so etwas einmal in Verbindung mit einem Mann denken würde! Wieder allein mit ihm sein...
Erst sein nachfolgender Satz ließ Jaiva noch einmal für einen Moment zu ihm hinsehen. Etwas Ungutes breitete sich in ihr aus, doch bevor sie überhaupt auf die Idee gekommen wäre, dass er wirklich und wahrhaftig einer Amazone Schaden zufügen würde, geschah es auch schon.

Naewrah – ihr Name war Naewrah! - rechnete genauso wie die dornige Amazone nicht damit, dass Ciaran in der Lage sein würde Schaden anzurichten. Dann aber ging alles ganz schnell. Die Amazone mit den erdbeerfarbenen Haaren wollte sich gegen den Angreifer zu Wehr setzen, allerdings war dieser vorbereitet, hatte sich eine gute Position ausgesucht und das Überraschungsmoment auf seiner Seite. Wie ein lebendig gewordener Schatten, nein, wie der Wind glitt er voran und Jaiva hatte nicht einmal mehr genügend Zeit um die Augen zu weiten.
Vorsicht!“, rief sie, doch da fiel Naewrah bereits sterbend zu Boden.
Nein!“, wehklagte sie und taumelte bei dem letzten, klaren Blick als ob man sie geschlagen hätte nach hinten. Bei den Zweien und den Zwölfen...! Das... das hatte sie doch gar nicht so gewollt! Ciaran sagte noch etwas, doch es erreichte die Ohren der dornigen Amazone nicht, die sich der Sterbenden näherte und sich an ihrer Seite niedersinken ließ. „Das wollte ich nicht“, sagte sie und spürte eine drängende Schwere in ihrem Herzen, die an den Verlust anknüpfte, die sie erst vor wenigen Wochen erlitten hatte. Mit einem Mal standen ihr Tränen in den Augen während sie das, was soeben geschah, zu verstehen versuchte. Naewrah hörte das nicht mehr, denn sie war tot. Das bemerkte auch Jaiva, die ihre zitternde Hand über die Lippen der Toten legte und vergeblich auf einen Atemzug wartete.

Ciaran! So hell wie ein Blitz durchzuckte glühender Zorn die wogende Verzweiflung, Traurigkeit und Verlorenheit und ihre Worte waren wie der Donner, der die Einheit komplettierte. „Was hast du dir bloß dabei gedacht!“, fuhr sie ihn an. Unglaube, Zorn und Verlust ergaben eine hochexplosive Mischung und Ciaran würde wahrscheinlich spüren, dass Jaiva im Inbegriff dessen war etwas unglaublich Dummes zu tun noch bevor sie ihre Lippen geteilt hatte. Er hatte genau einen Augenblick, nicht mehr als das.
Hilfe“, rief sie. „Yasemina! Hilfe! Hol sie zurück! Hol Hilfe!“

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Mai 27, 2018 8:38 am

Ich riss die Augen auf, als Jaiva hinter mir plötzlich anfing zu schreien. Doch nur für einen kleinen Augenblick, denn dann wurden sie zu engen Schlitzen. Wie ein Wirbelwind fuhr ich herum, war bei ihr und hätte die beinahe mit meinem Schwung zu Boden gerissen, wäre hinter ihr nicht der weiter emporstrebende Stamm des Baumes gewesen. Mit aller Kraft presste ich meine Hand auf ihren Mund, entgegen allen Strampelns und Windens. „Bist du von allen guten Geistern verlassen?“, fauchte ich sie mit gesenkter Stimme an. Mein Puls raste, während ich auf Geräusche von unten lauschte. War da nicht etwas gewesen? Hatte die Amazone sie gehört? Würde sie zu uns kommen? Hilfe holen? Doch bevor ich nachsehen konnte, was los war, musste ich den Dornenbusch zum Schweigen bekommen. Ich hatte das Gefühl, als seien ihr Ranken mit noch mehr Dornen gewachsen, die sich in meine Haut bohrten, während ich sie gegen den Stamm des Baumes presste, damit ihr wenigstens ein Freiheitsgrad der Bewegung genommen war. „Sei still!“, redete ich noch einmal in hoffentlich einigermaßen beschwörendem Tonfall auf sie ein. „Was beim großen Unlicht ist los mit dir...?“ Die Floskel war heraus, bevor ich einen zweiten Gedanken daran verschwenden konnte. Und im Moment dachte ich auch überhaupt nicht darüber nach. Vermutlich kannte sie das Unlicht nicht einmal! Ich starrte sie an und versuchte zu ergründen, warum sie sich plötzlich doch mit den Amazonen verbündet hatte. Ein Herzschlag, in dem ich mich nur auf die konzentrierte und schon spürte ich ihre Emotionen auf mich eindringen. Ich keuchte auf ob der Heftigkeit ihrer Reaktionen. Trauer, Wut, Schuldgefühle und der Schmerz des Verlustes raubte mir beinahe den Atem und ich musste mich beinahe dazu zwingen sie weiter festzuhalten.

„Du...du hast gesagt, wir müssen sie loswerden“, murmelte ich wie vor den Kopf gestoßen und ein wenig verständnislos. Ich kannte so etwas kaum. Wenn ich mich dazu entschloss, jemanden zu töten, dann war es eine rationale Entscheidung, die kein Bedauern erforderlich machte. Es war eine sorgfältige Abwägung - meistens zumindest. Mein Leben oder das des anderen. Jaiva jedoch... Ich konnte nicht anders, als genauso zu empfinden wie sie. Und es zerriss mir fast das Herz. Ich wandte den Blick ab, mit mir kämpfend und teilweise auch um Fassung ringend. Bei den Lichtern, wie hielt man so etwas nur aus? Mein Herzschlag raste, ebenso wie meine Gedanken. „Hör zu“, meine Stimme war kaum mehr als ein raues Flüstern. Die Situation rang mir mehr ab, als ich mir jemals erträumt hatte. „Noch kann ich ihr helfen“, presste ich hervor, beinahe ungläubig, dass ich das wirklich tat. Ihr Irrsinn musste auf mich übergegangen sein, ganz eindeutig! Aber ich war mir ziemlich sicher, dass ich das nicht länger ertragen konnte sie so, auf diese Weise zu spüren. Wenn nur dieses verfluchte Band nicht wäre!
„Sie ist gelähmt. Sie kann nicht atmen. Ihr Herz schlägt. Noch“, fügte ich drängend hinzu. „Wenn sie nicht atmet, wird das gleich ebenso aussetzen. Und dann ist es vorbei“, erklärte ich schnell und drängend. „Im Moment ist es, als hätte sie zu lange die Luft angehalten. Bewusstlos. Wenn du mir versprichst nicht zu schreien, helfe ich ihr. Aber das wird eine Weile dauern. Die Amazonen dürfen auf keinen Fall stören, sonst ist sie wirklich tot. Also sieh zu, dass du dich zum Einstieg bewegst und entweder versicherst, dass alles gut ist oder sie verdammt nochmal zurückpfeifst!“
Probehalber ließ ich Jaivas Mund los und sollte sie nicht wieder anfangen zu schreien oder andere nicht hilfreiche Dinge zu tun, würde ich mich neben der Amazone auf den Boden knien, vorsichtshalber noch einmal nach ihrem vermutlich äußerst schwachen Herzschlag tasten und dann versuchen sie zu beatmen. Ich schätzte, dass die Lähmung in etwa eine halbe Stunde währen würde. Das war eine lange Zeit in der die Amazone unten keinen Verdacht schöpfen durfte - wenn sie es nicht schon längst getan hatte. Und wenn die Amazone hier das Bewusstsein wiedererlangte und die Lähmung langsam zurück ging, wäre es noch schwieriger. Ziemlich als letztes würden ihre Atemmuskeln wieder funktionstüchtig werden - was bedeutete sie würde um sich schlagen, aber nicht genug Luft holen. Eine ebenso tödliche Kombination. Ich tat mir jetzt schon leid. Hatte ich noch Schlafmittel, das ich ihr verabreichen konnte? Aber für diese Überlegungen blieb noch genug Zeit, wenn sie erst einmal wieder Luft in ihrem Brustkorb hatte.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Mai 27, 2018 9:16 am

War es jetzt soweit? War sie die nächste? Alles, was ihr gesagt worden war, war wahr! Man durfte einem Lerchossohn nicht vertrauen oder man war des Todes! Und sie, sie hatte sich auf ihn eingelassen! In die Tiefe hätte sie springen und ihn mit in den Tod reißen sollen aber jetzt hatte es ein anderes Leben gekostet! Das war alles allein ihre Schuld.
Mit dem Stamm im Rücken und Ciarans Hand auf dem Mund, blieb ihr nichts anderes übrig als sich nach Leibeskräften zu wehren. Oh und wie sie rufen würde! Sie würde sich die Lungen aus dem Hals schreien bis der ganze Wald wusste, dass ein Mann gekommen war und Tod und Verderben über die Grüne Hölle brachte!
Oh Göttinnen! Warum habt ihr mich nur mit diesem Mann gestraft?, empfand sie während sie sich hin und her bewegte, ihre Hände freizukämpfen versuchte und auch nicht zimperlich war ihre Dornen zum Einsatz zu bringen. Ciaran würde aus nächster Nähe gar nicht umhin kommen Bekanntschaft mit weiteren ihrer körpereigenen Auswüchse zu machen, denn die dornige Amazone hatte nicht nur jene beiden auf beziehungsweise in ihrer Hand anzubieten sondern jene, die eine Faust über ihrer rechten Brust saß. Dann gab es noch die Dornen, die ihren Oberschenkeln entwuchsen und nach oben gerichtet waren. Sie musste gar nicht viel tun um ihn zu verletzen und tatsächlich spürte sie in diesem Augenblick auch nicht wirklich was als Resonanz von ihm zurückgeworfen wurde. Sie dachte nur an eines: Sie musste dafür sorgen, dass er nicht noch weiteren Amazonen schaden konnte.
Jaiva versuchte ihn sogar zu beißen damit sie ihr Sprechorgan wieder nutzen konnte und versuchte ihren Kopf hin- und herzuwerfen. Er versuchte sie zum Schweigen zu bringen, doch so ganz funktionierte das nicht, denn obschon sie keine Worte mehr hervorbringen konnte, versuchte sie es.
Hngmgm!!! Hgmmm mgmg ghrmm!!“, machte sie und erst als er erklärte, dass er das doch nur gemacht hatte weil sie 'loswerden' gesagt hatte, erschlaffte sie kurz; aber wirklich nur sehr kurz, ehe sie mit verdoppelter Kraft wieder sich zu wehren versuchte. Freilich, sie war ihm unterlegen; aber das bedeutete nicht, dass sie aufgab. Oh nein, eine Amazone gab niemals auf. Noch immer standen ihr Tränen in den Augen.
Erst als er sagte, dass Naewrah noch lebte, hielt Jaiva inne, blinzelte ungläubig, denn sie war sich doch so sicher gewesen! Freilich, sie war keine Medizinfrau; aber sie konnte doch sehen wenn jemand tot war...! … oder? War sie... zu aufgeregt gewesen? Zu voreilig? Ihr Herz raste und sie nickte rasch als er sie ließ.
Hilf ihr. Lass sie nicht sterben. Bitte“, flehte sie, eine vollkommen andere Jaiva; eine Jaiva die voller Verzweiflung war, so viel verletzlicher als sie die gesamte Zeit über Glauben machen wollen. Und ohne ihre Grimmigkeit wirkte sie... so viel jünger. „Ja doch, ja, ich... schaff das schon.“ Sprachs und schon stürzte sie zur Öffnung und sah glücklicherweise eine noch unschlüssig unten stehende Yaseminya, die ihren Speer fest umklammert hatte und gerade loseilen hatte wollen.

Warte!“, rief Jaiva von oben. „Wir haben den Lerchossohn überwältigen können. Er hat versucht uns zu überraschen, aber es konnte ihm nicht gelingen. Wir haben ihn gefesselt!“
Das bemalte Gesicht der Amazone gab keinerlei Aufschluss darüber ob sie den Worten der fremden Amazone glaubte, allerdings nickte sie nach einem Moment des Zögerns. „Man darf ihnen nicht zuhören! Schlagt ihn bewusstlos, dann kann er euch nicht mit seinen Gedanken vergiften!“
Ich fürchte... dafür ist es schon zu spät, empfand Jaiva bitter, doch sie sagte: „Ja, das werden wir tun. Entschuldige. Ich habe für einen Moment einfach nur Panik bekommen...“
Ja. Natürlich hast du das. Wann sieht man schon einen lebenden Mann“, grimmige Worte, die in mildes Verständnis übergingen. „Sei vorsichtig.“
Ja... du auch.“
Jaiva zog sich aus dem Eingangsbereich zurück und nahm sich einen Moment um sich über ihr Gesicht zu streichen. Das... war alles viel zu viel. Ihr Himmlischen... warum ich? Sie fühlte sich ganz zittrig, doch daran durfte sie jetzt nicht denken. Naewrah! Rasch drehte sie sich um und sah Ciaran, der sich über die Amazone mit den erdbeerroten Haaren beugte und... sie küsste!?
Bähääh“, machte sie und verzog angeekelt das Gesicht. Jetzt hatte er ihn, den Funken Scham, den er zuvor vergeblich gesucht hatte. Was... was machte er denn da? Sie konnte ja kaum hinsehen! „Was machst du denn da?! Was stimmt denn nicht mit dir!“

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Mai 27, 2018 9:52 am

Ich konnte kaum glauben, dass das wirklich der gleiche pieksige Dornenbusch war, der eben noch alles getan hatte, um mir weh zu tun und seine Stacheln an allen möglichen Orten in mein Fleisch zu graben. Jetzt wirkte sie unschuldig, überfordert und verloren. Um so viel jünger und auch verletzlicher. Ich wusste nicht was genau mich am meisten erschütterte: diese Tatsache oder ihre eigenen Gefühle, die noch immer in Aufruhr waren wie die stürmische See.
Meine Nerven waren bis zum zerreißen gespannt, während ich versuchte so gut es eben ging meine von ihren Emotionen zu trennen. Aber es ging nicht. Ich fühlte mich wie ein Nervenbündel, kaum in der Lage ruhig zu bleiben ohne zu zittern. Trotzdem versuchte ich mein Bestes, beugte mich zu der Amazone hinab und fühlte den Puls. Schwach, aber regelmäßig. Gut. Vorsichtig hob ich ihr Kinn etwas an, holte Luft und legte meine Lippen auf ihre. Vorsichtig atmete ich aus und wiederholte die Prozedur einige Male, während ich ihren Brustkorb beobachtete. Er hob und senkte sich. Gut.
Gerade als ich glaubte, dass schlimmste überstanden zu haben und ein leichtes flackern der Augenlider bemerkte, brandete eine Welle der Scham über mich hinweg. Ich zuckte zurück und blickte mich verständnislos blinzelnd um. "Was ist denn jetzt schon wieder?", murrte ich. "Was soll mit mir nicht stimmen!? Ich dachte, ich soll ihr Leben retten!" so langsam verstand ich gar nichts mehr. Und es war wirklich anstrengend, sich damit auseinandersetzen zu müssen, während ich versuchte etwas zu tun, was ich auch nicht ständig tat. Und normalerweise wäre es egal gewesen, ob es funktionierte oder nicht. Bisher waren es immer nur Versuche gewesen, um die Wirkung des Giftes besser zu verstehen...
"Und hör verdammt nochmal auf zu zittern! Ich kann ja selbst kaum still halten!" Ich versuchte tief durchzuatmen und blies noch einmal Luft in die Amazone. "Was ist daran jetzt so schlimm?", wollte ich zwischen zwei Atemzügen wissen. "Nacktheit? Egal! Beatmung? Furchtbar?" Ich verstand es wirklich nicht.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Mai 27, 2018 10:20 am

Ja! Du sollst ihr Leben retten und nicht ihr deine Zunge in den Hals stecken. Das will hier niemand sehen!“, meinte sie entschieden, noch immer beschämt von dem verstörenden Anblick, den der Mann ihr da bot. Bei den Zweien und Zwölfen! Was war das nur für ein seltsames Wesen! Zuvor hatte sie gemeint ausreichend in ihn geblickt zu haben, aber jetzt... jetzt wusste sie gar nichts mehr. In einer Hinsicht hatte Ciaran jedoch – so ungern sie das auch zugeben wollte – recht; sie war ein Nervenbündel, vollkommen überfordert mit der Gesamtsituation und dem erschreckenden Maß kalter Berechnung. Jaiva hatte nicht genau gespürt was der Lerchossohn gedacht hatte, doch rückblickend musste ihr die Nüchternheit auffallen mit der er zu Werke ging. Wenn... sie nichts gesagt hätte, dann wäre Naewrah jetzt bereits erstickt.
Ganz gleich wie sie sich auch bemühte, so gelang es ihr nicht das Gesehene mit dem Gelernten zu vereinen – das Leben war kostbar, jedes einzelne und wenn man eines nahm, dann nur mit der richtigen Motivation. Sie wären die beiden Amazonen gewiss auch anders losgeworden. Loswerden! Nie und nimmer würde sie dieses Wort mehr in der Gegenwart dieser grausamen Bestie in den Mund nehmen. Bestie! Oh ja, Ciaran war eine Bestie. Nicht einmal Tiere legten eine solche Grausamkeit an den Tag wenn sie nicht mussten.

Im Versuch sich zu beruhigen, drehte sie sich halb von Ciaran und Naewrah fort, verschränkte ihre Arme vor der Brust und versuchte nicht in die Richtung der beiden zu blicken. Allerdings – man kannte es ja -, je mehr man etwas nicht zu tun versuchte, desto schwieriger war es standhaft zu bleiben. Ihr gedanklicher Fokus lag noch immer auf den Lippen, die sich auf andere Lippen pressten und... ihr Göttlichen steht mir bei!... das war beschämend, vor allem die Aufregung, die sich in ihr bereitmachte und wieder dieses winzige Maß Neugierde, die sie zu neuerlichen Schulterblicken verleitete. Ob... man das so jenseits der Grenzen der Grünen Hölle machte? Beruhigen! Sie musste sich beruhigen bevor der Mann noch auf dumme Gedanken kam und glaubte, dass sie das wirklich interessierte! Pah. Niemals.
Sie musste sich irgendwie ablenken..., ja, genau. Wasser. Das war eine gute Idee. Mit ein paar kleinen Schritten war sie bei den Trinkschläuchen, oder wäre es gewesen wenn sich nicht vertrauter Schmerz in ihr auszubreiten begonnen hätte. Der Schicksalsspruch... ihm war es gleich, dass sie sich nur noch ein bisschen zu strecken brauchte damit sie an das Wasser gelangte. Gut, sie hätte jetzt Ciaran stören und um seine Mithilfe bitten können, allerdings war sie eine Amazone. Sie konnte dieses Problem alleine lösen! Da. Da lag ein Stock, den wohl eine Amazone mit Schnitzereien versehen hatte, nur um ihn unvollendet zurückzulassen. Den nahm sie sich und nutze ihn dafür das Objekt ihrer Wahl zu sich zu ziehen.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Mai 27, 2018 12:51 pm

„Dann guck genauer hin, das tu ich nämlich gar nicht!“, verteidigte ich mich aufgebracht bei diesen Unterstellungen. „Tse. Als wenn ich eine Frau mit Blumen auf dem Kopf küssen würde! Sie sieht aus wie ein überdimensionierter Fliegenpilz. Das ist lächerlich!“, ereiferte ich mich zwischen meinen Beatmungsmanövern. „Und überhaupt... wer nimmt denn bitte jemanden ernst, der Blüten auf dem Kopf hat?“, feuerte ich weiter gegen den Rotschopf mit den weißen Blumen im Haar. „Das ist vielleicht für Kinder in Ordnung, aber für eine erwachse Frau...?“ Ich schnaubte. „Du mit deinen Dornen flößt anderen wenigstens noch sowas wie Respekt ein. Sie sagen ‚Sieh her! Ich lasse nicht alles mit mir machen!‘“ Plötzlich verstummte ich, peinlich berührt von dem, was ich eben gesagt hatte. Ich hatte mir solche Mühe gegeben die Absurdität ihrer Anschuldigungen zu unterstreichen, dass... Mein Blick huschte in Richtung Jaiva. Ich hatte ihr ganz gewiss kein Kompliment machen wollen. Immerhin spürte ich die Wunden dieser Dornen über meinen ganzen Körper verteilt! Unwirsch wischte ich ein wenig Blut an meiner Kleidung ab. Wenn die Amazone das auch noch abbekommen würde, könnte sie vermutlich nichts mehr retten.

„Wie dem auch sei“, versuchte ich schnell das Thema zu wechseln und spürte nur allzu gut den neugierigen Blick der Amazone hin und wieder auf mir ruhen. Na wunderbar. Ich seufzte. „Möchtest du es vielleicht auch einmal versuchen?“, fragte ich grantiger, als eigentlich beabsichtigt mit einem kleinen Seufzer in der Stimme. Ich warf nun selbst einen Blick über die Schulter und beobachtete Stirnrunzelnd, wie sie mit dem Stock nach dem Wasser angelte. Wortlos fasste ich unter die Achseln der am Boden liegenden Amazone, zog sie ein Stück weiter und setzte meine Bemühungen dort fort. „Jaiva?“, fragte ich schließlich, als die erdbeerhaarige Amazone die Lider einen winzigen Spalt anhob. „Kannst du ihr sagen, dass alles in Ordnung ist und sie nicht sterben wird?“ Ich wusste nicht, ob die meine Sprache verstand oder nicht. Aber ich glaubte, es wäre besser, wenn sie es in diesem komischen Singsang hörte, den nur die Amazonen beherrschten. „Und wenn du das getan hast... kannst du dann bitte die Tasche hier“, ich deutete an meinen Gürtel, „nehmen, öffnen und mir den Inhalt zeigen.“ Ich wusste nicht genau, wie lange ich zwischen den einzelnen Beatmungen pausieren konnte und hatte nicht vor den Zorn der Amazone erneut heraufzubeschwören, indem ich es ausprobierte. Aber sie würde ein Schlafmittel brauchen. Beziehungsweise ich, wenn ich nicht vollkommen zerkratzt, zerbissen und was weiß ich nicht noch alles enden wollte. In schätzungsweise zehn Minuten sollte sie sich so weit erholt haben, dass eben jenes wieder möglich war - ohne jedoch selbst ausreichend Luft zu holen. Und ich wollte sie ungerne nur in den bewusstlosen Phasen beatmen, um dann wieder gebissen zu werden, bis sie erneut aufgrund Luftmangels in die Bewusstlosigkeit glitt.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Mai 27, 2018 1:37 pm

Vielleicht hätte Ciaran die schleichende Verschiebung von Empfindungen spüren können wenn er sich nicht dermaßen darüber ereifert hätte, dass Blumen kindisch waren und Dornen respekteinflößend, doch er zog es vor sich auf die Amazone mit den erdbeerfarbenen Haaren zu wie auch seine flammende Rede konzentrieren. Jaiva indes hörte zuerst mit grimmiger Ablehnung zu als er betonte, dass er niemals eine Frau mit Blumen auf dem Kopf küssen würde, dann aber wiederum durchblitzen ließ, dass er in ihren Dornen etwas erkannte und sich sogar noch die Mühe machte seine Gedanken weiter auszuführen. Sie hatte in ihren Dornen nie etwas Gutes gesehen, sondern immerzu etwas, das sie zu einer Absurdität machte, immerhin waren Blüten schön und unterstrichen den Charakter einer Amazone. Und hatte er nicht selbst gesagt, dass ihre Dornen gut zu ihr passten, eben weil sie so pieksig war? Fest hatte sie ihre Lippen aufeinander gepresst und blinzelte dabei noch ein Mal mehr in seine Richtung, traf dann seinen und tat so als hätte sie ihn nicht gesehen indem sie wieder wegsah.
Du weißt doch gar nicht was das bedeutet, jemanden ernst nehmen“, wiegelte sie ab, wies das Kompliment von sich ohne es so recht zu können, denn es schmeichelte ihr in gewisser Weise dennoch, machte sie nachdenklich und genau weil sie nicht darüber nachdenken wollte, schob sie diesen überaus halbherzigen Angriff vor.

Was soll ich versuchen wollen?“, schnappte sie seine nicht sonderlich klar herausgestellte Einladung auf und linste noch einmal zu ihm hin. Was meinte er? Sie war sich nicht sicher, wollte sich aber keinesfalls die Blöße geben nachfragen zu müssen, daher setzte sie alledem nur ein „Als ob ich das wollte!“ entgegen.
Wenigstens ihre Bemühungen mit dem Wasserschlauch ließ Ciaran unkommentiert, allerdings kam sie nicht dazu etwas zu trinken, sondern drehte sich nun ganz zu Mann und Amazone um. Naewrah erwachte? Mit einem Satz begann ihr Herz wieder zu stolpern. Was wenn sie schreien würde? Die andere Amazone vom Stamm der Singenden Okapi würde es wissen und spätestens dann würde sie Verdacht schöpfen, ganz gleich was sie ihr für Lügen erzählte. Mit raschen, langbeinigen Schritten kam sie herüber und ließ sich erneut niedersinken. Aus den Augenwinkeln konnte der Lerchossohn sehen, dass sie das auf eine eigenartige Art und Weise tat, die man mit aufmerksamem Beobachten darauf zurückführen konnte, dass sie sich mit diesen Bewegungen nicht selbst verletzte.
Ihn trafen unwillige Blicke als er sie anwies was sie zu tun hatte und wie, allerdings behielt sie ihre giftigen Worte dieses Mal bei sich, denn sie hatten andere Probleme! Sie nickte also, meinte aber: „Ich kann es versuchen aber sie wird es nicht hören wollen.“
Kaum da sie ihre Bedenken mitgeteilt hatte, wandte sie sich an Naewrah und versuchte sich an versöhnlichen Worten indem sie sagte: „Sei ganz ruhig, Schwester... heute ist nicht der Tag an dem du ins Himmelreich gehen wirst. Ich werde das nicht zulassen. Bleib nur ganz ruhig...“
Jaiva war sich nicht sicher was sie da sah, allerdings interpretierte sie das Zucken der Finger keinesfalls als gutes Zeichen. Mit viel Phantasie hätte man meinen können die Amazone mit den erdbeerfarbenen Haaren würde eine Faust ballen.

Mit aufeinander gepressten Lippenbögen versuchte die dornige Amazone jedoch eben diese Beobachtung von sich zu weisen und auf den zweiten Teil von Ciarans Anweisung zu befolgen. Tasche. Gürtel. Ja, das würde sie schon schaffen. Spitzen Fingers tastete sie also an der Tasche herum bis sie deren Verschluss geöffnet und das darin befindliche Allerlei offengelegt hatte. Was das alles war hätte sie nicht zu sagen gewusst, daher griff sie beherzt zu und holte einfach alles der Reihe nach heraus und zeigte es ihm wobei sie das, was er als nicht nötig erachtete, beiseite legte.

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am So Mai 27, 2018 2:42 pm

Ich stieß die Luft aus, die ich eigentlich gerade der Amazone vor mir hatte zuführen wollen. „Was soll das jetzt schon wieder heißen? Natürlich nehme ich Leute ernst. Sogar einen Dornenstrauch wie dich. Sonst wäre ich kaum geklettert, als du es mir gesagt hast!“ Ich sah sie mit einer Mischung aus Wut und Kränkung an. Was sollte das jetzt schon wieder? Musste sie mir immer so haltlose Dinge unterstellen? „Das macht dir Spaß, oder?“, setzte ich nach dem nächsten Mal Luftholen noch dazu. Und irgendwie ärgerte mich das.
Ich drehte mit den Augen. „Die Beatmung natürlich. Was sonst?“ Was hatte sie denn geglaubt? Langsam erschien auf meinem Gesicht ein Grinsen. „Du...hast noch nie jemanden geküsst, oder?“, schlussfolgerte ich voreilig. „Deswegen siehst du den Unterschied auch nicht!“, behauptete ich.
„Natürlich wird sie es nicht hören wollen, wenn sie auch nur ansatzweise so ist wie du...“ , seufzte ich und beäugte dann kritisch, was sie mit meinen Habseligkeiten anstellte. „Mein Gürtel beißt nicht“, erwiderte ich zynisch, während ich mit ansehen musste, wie sie meine sorgsam hergestellte Ordnung binnen Sekunden zerstörte. „Und im Gegenteil zu deiner Haut hat er auch keine versteckten Dornen!“ Ich musste an meinen schmerzenden Oberschenkel denken, der verriet, dass an ihren Beinen auch eine dieser Waffen schlummerte. Trotzdem gab ich mir Mühe diese Schmerzen zurückzustellen. Wozu war ich denn ein Dunkelelf?
„Das da.“ Ich deutete mit einem Nicken auf eine kleine Phiole. „Kannst du das aufmachen? Und dann das Pulver auf diesen kleinen Löffel da tun. Genau. Ein kleiner Haufen, etwa so groß wie deine Fingerkuppe. Gut, vielleicht ein wenig kleiner. Misch das mit...so viel Wasser, dass es... schlammige Konsistenz hat“, gab ich Anweisungen. „So. Jetzt nimm eine von den Nadeln da aus dem Etui...“
Es widerstrebte mir zutiefst jemand anderen diese Arbeit machen zu lassen, aber ich war mir auch nicht sicher, ob Jaiva meine Tätigkeit übernehmen könnte. Trotz der alles andere als witzigen Situation konnte ich mir ein kurzes Lachen nicht verkneifen. Vielleicht würde sie die andere Amazone tatsächlich zu Tode küssen.
avatar
Ciaran

Zwilling Pferd
Anzahl der Beiträge : 459
Alter : 28
Anmeldedatum : 07.05.17

Charakterbogen
Alter: 27
Größe: 1,76m
Rasse: Dunkelelf

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am So Mai 27, 2018 3:10 pm

Weil du ein neunmalkluger Besserwisser bist! Solche Leute nehmen sich nur selber ernst. Das ist bekannt!“, murrte sie und sprang bereitwillig auf die Woge seiner Wut auf und konnte sich nicht verkneifen eine gewisse Genugtuung zu verspüren da sie erahnte getroffen zu haben. „Und du hast nur auf mich gehört weil du nicht sterben wolltest! Das zählt nicht!“
Damit war sie selbstverständlich noch nicht zum Ende gekommen und sie hatte ihm sogleich auf sarkastische Weise Paroli zu bieten. „Oh ja, das ist ganz wunderbar. Ich verbringe meine Zeit mit Vergnügen damit mich mit dir zu beschäftigen anstatt mich für meinem Stamm nützlich zu machen. Was für ein Glück ich doch habe.“

Du brauchst gar nicht so überheblich zu grinsen. Natürlich habe ich schon jemand geküsst. Hast du mir denn vorhin nicht richtig zugehört, du tauber Affe?“, gab sie ihm pikiert zur Antwort, dabei wusste sie gar nicht was sie am meisten ärgerte – dass er ihr nicht richtig zugehört hatte oder ihr so etwas unterstellte! Nein, die beiden schenkten sich wirklich rein gar nichts. Vielleicht würde ihnen Naewrah bei ihren Streitereien irgendwann einfach unter der Hand wegsterben aber glücklicherweise war wenigstens Ciaran pflichtbewusst genug die Amazone vom Stamm der Singenden Okapi am Leben zu erhalten.
Außerdem, wer weiß wie ihr das da drüben außerhalb des Waldes macht!“, fügte sie, noch immer eingeschnappt hinzu. „Bei Männern kann man nie wissen. Das hat man ja gerade wunderbar gesehen! Erst schlagen, dann überlegen. Wahrscheinlich macht ihr das auch bei allen anderen Dingen so!“

Natürlich beißt dein Gürtel nicht. Der ist ja auch kein lebendes Tier!“, giftete sie weiter, allerdings stimmte es durchaus. Ihr war sein Männerkrams ganz und gar nicht geheuer. Er hatte Naewrah innerhalb drei Herzschlägen überwältigt. Der Wind musste von ihm Besitz ergriffen haben... gefährlich war er auf jeden Fall, das wusste sie jetzt, nicht, dass es etwas an ihrem Verhalten ihm gegenüber geändert hätte.
Jaiva war zwar anzusehen, dass sie sich nur ungern herumkommandieren ließ, allerdings leistete sie seinen Anweisungen dennoch Folge und begann sich ganz seltsam zu fühlen. So, als ob sie zu seiner Giftmischerin geworden wäre und sich mitschuldig machte. Nun, das hatte sie bereits. Da sie darauf bestanden hatte Naewrah am Leben zu lassen, gab es wenigstens eine Mitwisserin, die bei der kleinsten Gelegenheit Alarm schlagen würde.
Was wird das hier überhaupt?“, fragte sie, die sich immer unbehaglicher und unbehaglicher zu fühlen begann. „Ich mache nicht weiter wenn du ihr Schaden zufügen willst und lüge mich ja nicht an... ich spüre das!“

_________________
»ƧтᵉϹᴋᴯᴿᴵᵉϝ«
Dornen sind immer allein – ganz am Ende
Und das ist kein Märchen


Nachtschwarzes Haar, mit Holzperlen & Federn – ein giftgrünes & ein blassgrünes Auge
gerade Nase – schmale, blassrosenrote Lippen - ovales Gesicht – gebräunte Haut mit blutroten Dornen
hoher Wuchs, geschmeidiger Körper, starke Beine


PNs bitte an das Kleine Abendlicht.
avatar
Jaiva
Moderator

Anzahl der Beiträge : 670
Laune : And if u don't like drama, go back to your mama ~
Anmeldedatum : 18.03.17

Charakterbogen
Alter: 22 Jahre
Größe: 188 cm
Rasse: Amazone

Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 3 von 11 Zurück  1, 2, 3, 4 ... 9, 10, 11  Weiter

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten