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Anezkas Steckbrief

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Anezkas Steckbrief

Beitrag von Gast am So Mai 05, 2013 11:12 pm

Name: Anezka

Alter: 29 Jahre

Rasse: Hybrid (Schwarzfuchs)

Zugehörigkeit: Zwielicht

Herkunft: Karatina

Größe: 178 cm

Aussehen:
Die Menschen aus Anezkas früherem Leben würden sie mittlerweile sicherlich nicht mehr erkennen. Abgesehen von ihrer Größe hat sich praktisch alles an ihr verändert. Mittlerweile ist sie deutlich besser genährt und auch trainierter als früher. Ihre braunen Augen sind nun intensiv grün und ihre einst blonden Haare nun schwarz. Deutlich zu erkennen sind die schwarzen Fuchsohren, die ein wenig seitlich oben an ihrem Kopf sind. Ihr rechtes Ohr zeigt eine deutliche dreieckförmige alte Verletzung. Diese versteckt sie aus Vorsicht unter der Kapuze ihres Umhangs. Doch sobald ihre Ohren unter der Kapuze sind, hört sie wesentlich weniger was in ihrer Umgebung passiert. Daher mag sie diesen Umstand nicht sonderlich, auch wenn sie die Notwendigkeit dafür einsieht. Deshalb verzichtet sie auch darauf, wenn sie allein oder mit einigen wenigen Vertrauten zusammen unterwegs ist. Fremde wittert und hört sie früh genug, um sich nicht immer verstecken zu müssen. Lächeln wird Anezka eher selten, viel zu groß ist ihre Angst dass jemand erkennen könnte, dass ihr Gebiss viel zu sehr dem eines Raubtieres ähnelt.
Von den Amazonen, bei denen sie Zuflucht fand, bekam sie eine leichte Lederrüstung bestehend aus Brustpanzer, Bein- und Armlingen, die ihre Unterarme bedecken. Das Leder wurde auf ihren besonderen Wunsch hin schwarz gefärbt, ebenso wie ihr Umhang. Ein weiterer besonderer Wunsch von ihr, war das breite Lederband, dass von ihrem Brustpanzer zum Hals hinauf läuft, so kann sie vor ungeliebten, neugierigen Blicken die Narben an ihrem Hals verstecken. Zudem hilft es ihr, sich sicherer unter Menschen zu bewegen und nicht pausenlos das Gefühl zu haben, dass alle sie anstarren.
Darunter trägt sie ein leichtes, schmuckloses Leinenhemd. Durch ihre Verwandlung bekam sie einen schwarzen Fuchsschwanz. Diesen bindet sie mit ihrem breiten Ledergürtel nach oben, der Umhang verdeckt ihn dann völlig. Zugleich dient der Gürtel als Halterung für ihren Dolch, ihrer Drakentasche und einem etwas größeren Beutel für allerlei Sachen, die sie gerade findet oder braucht.
Zudem schultert sie bei längeren Reisen eine Ledertasche in der sie Proviant aber auch Decken, Seile und dergleichen aufbewahrt.
Ihr Bogen samt Köcher und Pfeile sind feste Begleiter, sobald sie die Amazonenstadt verlässt.
Gänzlich nackt sieht eigentlich niemand Anezka mehr und sie selber meidet jeden Blick in den Spiegel, aber ganz besonders wenn sie nackt ist. Ihr Körper ist gezeichnet von Narben und Verbrennungen, einige Stellen mehr, andere weniger, einige Stellen so deutlich das es nur schmerzt sie anzusehen und andere wiederum so unscheinbar, dass nur Anezka selbst sie sieht. Doch jede erzählt eine Geschichte, die Anezka jedoch versucht mit allen Mitteln zu verdrängen.
In ihrer tierischen Gestalt zeigt Anezka sich als schwarzer Fuchs mit einer Kerbe am Ohr, wobei allein schon die Fellfärbung eine Besonderheit darstellt. Ansonsten sieht man keinerlei Unterschied zwischen ihr oder einem anderen Fuchs. Umso vorsichtiger ist sie mit den Verwandlungen und benutzt sie nur im äußersten Notfall. Viel zu groß ist die Gefahr, dass ein Jäger Jagd auf das seltene schwarze Fuchsfell machen will.
Anezka selbst hat sich in ihrer Vollmondgestalt noch nie selber gesehen und vermeidet diesen Umstand auch so gut es irgendwie geht. Die wenigen Wesen die sie in dieser Erscheinung gesehen haben, könnten davon berichten, dass sie eine Fuchsgestalt gesehen haben. Der war allerdings viel zu groß, sodass man ihn eher für einen zu groß geratenen Wolf hätte halten können. Rötliche, wütende Augen starren ihren Gegenüber an während es aus seinem großen Maul sabbernd und geifernd dasteht, jederzeit zum Sprung bereit. Diese Gestalt ist so anders als die Frau, die man sonst sieht und umso erschreckender ist es, sie dann in diesem Zustand zu sehen.

Beruf: Jägerin

Waffen: Langbogen und Dolch

Magie: Keine

Besitz:
1 Langbogen, 1 Köcher mit 20 Pfeilen, 1 Dolch, 2 Wasserschläuche, 1 Ledertasche mit Nahrung für etwa 3 Tage, 1 kleiner Lederbeutel mit einigen Draken und Drachmen, 1 kleiner Lederbeutel mit einigen Heilpflanzen, 2 Decken, 1 Seil, 2 Phiolen mit Dunkelelfenblut

Geld: 5 Draken und 12 Drachmen

Charakter:
Diese Frau zu beschreiben ist äußerst schwierig und es gibt wohl nur sehr wenige, die all ihre Facetten und Gesichter schon gesehen haben.
Nicht nur ihr Körper ist gezeichnet von ihrem Leben sondern auch ihre Seele. Früher war sie lebensfroh, mitfühlend, klagte hin und wieder auch mit ihren Geschwistern oder Freunden über das harte Leben in Karatina aber alles in allem war sie zufrieden damit.
Mittlerweile ist sie verschlossen und misstrauisch. Früher lebte sie in einer großen Gemeinschaft, teilte alles, ob Habseligkeiten oder Gedanken. Heute bleibt sie lieber für sich allein. Solange man sie in Ruhe lässt, hat man von ihr auch nichts Böses zu befürchten.
Ihre Gedanken und Gefühle, die sie früher so offen mitteilte, bleiben nun nur noch allein ihr vorbehalten. Beklagen tut sie sich schon lange nicht mehr. Weder über ihre immer wiederkehrenden Schmerzen, noch über ihre regelmäßigen Alpträume, der ständig lauernden Angst im Nacken wieder verschleppt zu werden oder gar den Gedanken sich selbst zu töten wenn der Vollmond wieder Besitz von ihr ergreift. Sie spricht mit niemandem offen darüber. Ein paar wenige Menschen, zu denen sie vertrauen hat, wissen ein wenig was sie bewegt, aber längst nicht alles. Trotz alledem lässt sie sich nichts mehr gefallen. Die Zeiten in denen die junge Frau sich einfach mit ihrem Schicksal abfindet, sind lange vorbei. Anezka steht mit allen Mitteln für ihre Vorstellungen und Werte ein, wenn man versucht ihr diese wegzunehmen.
Sie vertraut niemandem völlig und bleibt lieber für sich allein. Auch wenn sie sich in der Gruppe bewegen muss, zieht sie sich lieber zurück. Trotzallem weiß sie den Vorteil einer Gruppe zu schätzen und solange man ihr nichts tut hilft sie der Gruppe so gut sie kann.
Allem Misstrauen zum Trotz kann sie Ungerechtigkeiten nur äußerst schwer ertragen, besonders bei Kindern fällt es ihr extrem schwer. Bei Erwachsenen gelingt es ihr in aller Regel den Mund zu halten und dem Szenario den Rücken zu kehren, doch ab und an kommt es bei Kindern vor, dass sie es nicht erträgt und sich einmischen muss. Jedoch achtet sie darauf möglichst schnell Abhilfe zu schaffen, damit die Gefahr nicht zu groß wird, enttarnt zu werden.
Einige Tage vor Vollmond fällt Anezkas Stimmung immer massiv in den Keller. Stimmungsschwankungen, Angst aber auch Wut und Todessehnsucht wechseln sich ab. Allerdings erfährt auch dies niemand. Für alle anderen in ihrem Umfeld wird Anezka nur noch schweigsamer als eh schon. Zumal sie sich in dieser Zeit immer in den Wald in eine Hütte zurück zieht, um niemanden zu verletzen. Sie ist sich ihrer Gefährlichkeit bewusst und nimmt dies auch sehr ernst. Zu dem Amazonenvolk empfindet sie eine tiefe Dankbarkeit und könnte es sich niemals verzeihen wenn sie in solch einem Zustand einen der ihren verletzen würde. Aber auch gegenüber allen anderen Wesen versteckt sie sich in dieser Zeit. Ihre Angst, diesen Fluch weiterzugeben nur weil sie unvorsichtig ist, ist viel zu groß als dass sie dieses Risiko eingehen würde.

Sprachen: Arcum, Nebelzung (Muttersprache) die Fuchssprache, Umbra, Ferus

Vorlieben:
Anezkas Vorlieben sind deutlich weniger geworden als früher einmal, es gibt nur noch wenig das ihr wirklich Freude bereitet.
Heute reicht es ihr völlig aus wenn sie ihre Freiheit besitzt, auf alles andere kann sie problemlos verzichten.
Ansonsten genießt sie meistens ihr Alleinsein oder aber manchmal auch eine kleine Gruppe, die sie nicht allzu sehr bedrängt und der sie in ihrem eigenen Tempo Vertrauen aufbauen kann. Gegen eine gute Mahlzeit sagt sie auch nicht Nein, aber sie hat auch kein Problem damit, eine Weile zu hungern oder sich in ihrer Fuchsgestalt einen Hasen zu fangen und diesen, so wie er ist, zu verspeisen.
Je nachdem wie ihre Stimmung gerade ist, genießt sie es einfach nur auf einer Wiese in der Sonne zu liegen oder aber der Jagd nachzugehen. Ab und an kann sie sich sogar für die Gesänge und musikalischen Unterhaltungen der Amazonen begeistern, obwohl sie selbst für solche Dinge viel zu beherrscht ist. Oftmals kann man Anezka eine Freude mit einem guten, tiefsinnigen Gespräch oder auch einer Diskussion machen obwohl sie dafür das nötige Vertrauen und auch die entsprechende Stimmung haben muss.

Abneigungen:
Man braucht wohl kaum zu erwähnen, dass sie eine Abneigung gegen den Vollmond und ihre Erscheinung in dieser Zeit hat. Aber auch geschlossene Fenster und Türen erträgt sie nur ungern. Selbst eine Decke, die fester um ihren Körper geschlungen ist, sorgt bei ihr schon für einen Anflug von Panik. Umso schwerer fallen ihr die Vollmondnächte. Aber auch gesellschaftliche Zwänge oder der Versuch sie zu ändern oder in etwas hinein zu drängen, stoßen bei ihr auf starke Gegenwehr. Sie will ihr eigenes Leben führen und selber bestimmen. Weshalb ihr auch Kompromisse meist sehr schwer fallen.
Zudem hat sie durch ihren feineren Geruchssinn eine starke Abneigung gegen scharfe Gewürze, was öfter schon beim Kochen zu kleineren Niesattacken und tränenden Augen geführt hat weil sie zu nah an den Pfeffer heran kam.
Ebenso hat sie eine starke Abneigung gegen ihr Spiegelbild. In ihrem Zimmer bei den Amazonen befindet sich überhaupt kein Spiegel. Wenn sie auf Reisen einmal doch woanders übernachtet bedeckt sie den Spiegel zuerst bevor sie sich umzieht oder wäscht.

Stärken:
Auf den ersten Blick könnte man denken, dass Anezka viele Stärken hat, allerdings bremst sie sich dabei immer wieder selber aus.
Bis sie zu den Amazonen kam war Anezka völlig unfähig sich selber zu verteidigen. Erst dort lernte sie den Umgang mit Bogen und Dolch. Die typische Selbstverteidigung der Amazonen ging ihr am Anfang sehr schwer von der Hand. Viel zu lang war sie eingesperrt und untrainiert. Aber man ließ sie nicht fallen sondern half ihr immer wieder auf und ließ ihr Zeit, um alles zu lernen. Das Fallen stellen und bauen lag ihr schnell und nach und nach erlernte sie alles Wichtige, um in der grünen Hölle zu überleben und sich selber zu schützen.
Zudem kommen ihr einige Fähigkeiten des Fuchses zugute. Natürlich kann sie sich in ihrer tierischen Gestalt meist unauffälliger bewegen, aber auch dabei muss sie vorsichtig sein, um nicht ungewollt als Jagdtrophäe zu enden durch ihr schwarzes Fell.
Aber auch ihr verbesserter Geruchssinn und ihr Gehör haben ihr schon oftmals geholfen.

Schwächen: Ihre äußere Erscheinung ist ein großer Nachteil und das Verstecken ihrer Ohren und ihrem Fuchsschwanz sind Dinge, die unangenehm sind, auf Dauer sogar schmerzhaft. Ganz zu schweigen davon, dass durch das Verbergen ihrer Fuchsohren ihr Gehör beeinträchtigt wird.
Die Narben, Verbrennungen und medizinisch unbehandelten Brüche sind weitere Makel, die sie entstellen, aber auch einschränken. So sind manche Streckbewegungen äußerst schmerzhaft. Auch nasskaltes Wetter und plötzliche Wetterumschwünge sorgen dafür, dass die alten Verletzungen schmerzen und jucken. Aber auch auf langen Wanderungen kann es immer wieder passieren, dass Anezka plötzlich Schmerzen durchzucken, was besonders in Fluchtsituationen eine große Gefahr darstellt. Dann bleibt meist nur die Flucht in die Baumwimpel.
Auch seelisch ist es nicht immer gut bestellt um die junge Frau. Die Angst wieder in Gefangenschaft zu geraten sitzt ihr fast immer im Nacken und sorgt dafür, dass sie sich regelmäßig misstrauisch umdreht und nach Verfolgern oder fragenden, abwertenden Blicken sucht. Depressionen suchen sie hin und wieder Heim und ihr wird plötzlich alles egal. Aber auch Suizidgedanken verspürt sie hin und wieder, besonders in den bevorstehenden Vollmondnächten. Manchmal erträgt Anezka auch die sonst so geliebte Einsamkeit nicht und muss ganz dringend unter andere Menschen gehen.
Aber ganz besonders nachts leidet Anezka vermehrt. Albträume suchen sie immer wieder Heim, die sie gelegentlich nicht als solche erkennt und somit selbst in den wachen Zustand begleiten wodurch es in solchen Situationen deutlich länger dauert bis sie wirklich begreift wo sie ist und das alles in Ordnung ist.
Mit Schrecken zählt Anezka fortwährend die Tage bis zum nächsten Vollmond und je näher der Termin rückt desto niedergeschlagener ist ihre Stimmung. Die letzten drei bis vier Tage davor spricht sie fast nicht mehr und isst nur, weil sie weiß, dass sie die Kräfte brauchen wird obwohl sie jedes Mal mit der Übelkeit kämpfen muss.
Während des Vollmondes kämpft sie ständig mit sich, um nicht in einen Blutrausch zu geraten. Ständig spricht sie mit sich und versucht sie selber zubleiben. Wenn es überhaupt nicht mehr geht verletzt sie sich meist selber schwer, wodurch ihre Heilung danach noch etwas länger dauert.
Wenn sie nach dem Vollmond wieder völlig gesund ist, blüht sie meistens für kurze Zeit völlig auf.


Besonderheiten:
Der Umstand, dass sie sich in einen schwarzen Fuchs verwandeln kann, aber auch in ihrer menschlichen Gestalt Fuchsschwanz und Ohren besitzt, dürfte wohl ihre deutlichste Besonderheit sein. Ansonsten ist der Umstand, dass sie trotz ihrer Lebensgeschichte immer noch aufrecht steht und sich nicht aufgegeben hat wohl eine Besonderheit. Jeder Tag ist ein Kampf und jeden Tag führt sie diesen trotz all ihrer Ängste und negativen Erfahrungen.


Geschichte:
Anezkas Geburt liegt mittlerweile 29 Winter zurück und ihre Geburt war nichts Besonderes. Sie wurde als viertes von acht Kindern geboren und hatte sich schnell in die Familiensituation einzufügen, ob sie wollte oder nicht. Ihr Vater war ein einfacher Bauer, der ein wenig Land zum bestellen und ein wenig Vieh zum züchten und leben besaß.
Die zwei ältesten Kinder waren Söhne und gingen mit ihrem Vater bereits früh morgens aus dem Haus und kamen meist erst gegen Abend zurück. Die anderen Kinder wurden alle Mädchen.
Ihre Mutter und Schwestern teilten sich die Hausarbeit und die Kinderversorgung. So baute Anezka zu ihrer Mutter nie die enge Beziehung auf wie andere Kinder vielleicht. Kaum das Anezka laufen konnte, musste sie sich an den ersten kleinen Arbeiten beteiligen und lernte so von klein auf die Versorgung eines Haushaltes und einer Familie sicher zu stellen.
Weder ihre Mutter noch ihr Vater waren schlechte Eltern. Sie taten beide ihr möglichstes, um ihren Kindern ausreichend Kleidung, Essen und Obdach zu sichern. Doch nachdem sie auch für die Versorgung der jüngeren Geschwister zuständig war wurde es trotzallem ein normales Gefühl mit Hunger im Magen und Schmerzen in den Knochen einzuschlafen. Sie teilte alles was sie hatte mit ihren jüngeren Geschwistern, um wirklich sicher zu gehen, dass diese satt ins Bett gingen, genauso wie es ihre älteren Geschwister vorher mit ihr gemacht hatten. Doch Klagen und Jammern hatte sie in ihrer Familie auch nie gelernt. Man fand sich mit seinem Leben ab, träumte sich hin und wieder in ein schöneres, besseres Leben aber ansonsten genoss man das Wenige das die Familie besaß.
Ansonsten war ihr Leben ruhig und von täglicher Routine bestimmt. Hausarbeit, Geschwister versorgen, Feld und Tiere versorgen. Ab und an zog eines ihrer älteren Geschwister aus und gründete eine eigene Familie. Abgesehen von ihren Brüdern hatten die Frauen kein Mitspracherecht was die Partnerwahl anbelangte. Aber Anezka machte sich keine Gedanken darüber, sie vertraute auf das was ihre Mutter immer sagte: „Dein Vater will nur das Beste für euch und sucht einen Mann der auch das Beste für euch will!“
Es gehörte eben zum Leben dazu und in ihrer Heimat wurde das Thema Liebe nicht so hoch behandelt wie vielleicht in anderen Ländern. Wenn Anezka eines gelernt hatte dann sich mit ihrem Schicksal abzufinden anstatt damit zu hadern.
Als sie 10 Jahre alt war zog ihre letzte ältere Schwester aus und damit fiel ihr die Hauptverantwortung zu wenn ihre Eltern mit anderen Dingen beschäftigt oder außer Haus waren. Aber mit der steigenden Verantwortung kamen auch einige Vorzüge zu Tage. So bekam sie zum ersten Mal ein Bett für sich allein. Worüber sich andere wohl gefreut hätten, war für das junge Mädchen eine riesige Umstellung eingetreten und umso beruhigter war sie als irgendeine ihrer jüngeren Schwestern nachts doch heimlich zur ihr geschlichen kam, um dort zu schlafen. Anezka war nie allein, es war ihr so fremd allein zu sein, dass sie sich jetzt schon darauf freute, zu heiraten und eigene Kinder zu bekommen. In ihren Gedanken malte sie sich alles so schön aus, so harmonisch, einfach wunderbar. Wenn sie gewusst hätte, wie sehr sie sich täuschen sollte hätte sie sich wohl zum ersten Mal in ihrem Leben gegen eine Entscheidung ihrer Eltern aufgelehnt.

Einige Wochen vor ihrem 13. Geburtstag kam ihr Vater mit einem fremden Mann nach Hause. Anezka war gerade dabei ihre Geschwister ins Bett zu bringen und hörte nur die fremde, tiefe Stimme und es lief ihr kalt den Rücken hinunter. Als sie in die Küche trat stand der Fremde dort und grinste sie breit an. Anezka mochte ihn nicht. Bei allen Menschen, die sie bisher kennen gelernt hatte, bei so vielen Geburtstagsfeiern, Besuchen und dergleichen war es ihr nie passiert das sie jemanden von Anfang an nicht mochte.
Die beiden Männer sprachen weiter und Anezka versuchte, wie es ihre Erziehung auch verlangte, nicht hinzuhören. Eigentlich wollte sie ins Bett gehen und sich der Situation gänzlich entziehen, doch ihre Mutter bat sie nach draußen, um noch einmal nach den Tieren zu schauen. Anezka nickte nur und folgte ihrer Mutter. Im Hinausgehen hörte sie, wie die beiden Männer über sie sprachen, sie verstand nicht was sie sagten doch es gefiel ihr nicht.
Im Stall angekommen eröffnete ihre Mutter ihr dann die entsetzliche Wahrheit.
„Gefällt er dir? Es ist ein guter Freund deines Vaters, die beiden haben sich schon lange nicht mehr gesehen. Sarmir hat keine Frau mehr, sie starb durch einen Unfall.“ Anezkas Mutter senkte den Kopf einen kleinen Augenblick ehe sie weitersprach: „Aber für dich bedeutet es einen Neuanfang und für ihn auch. Dein Vater hat ihn gebeten, dich zu ehelichen und Sarmir hat angenommen.“ Sie kam auf ihre Tochter zu, nahm sie lächelnd bei den Händen: „Er hat keine Kinder, aber du kannst ihm welche schenken. Er arbeitet hart und hat ein gutes und solides Haus samt Hof. Ich habe dir alles gelehrt, um eine gute Frau zu sein und das was du noch nicht weißt wird er dir zeigen.“ Anezka löste sich von ihrer Mutter und drehte sich herum, ihr Blick glitt über das karge Land. Sie wollte schreien, weglaufen, sich weigern. Nichts von alledem tat sie, das junge Mädchen blieb stumm. Sie durfte nicht mit ihrem Leben hadern. Ihre Mutter sprach weiter: „Er ist ein guter Mann, er wird dir alles zeigen was du wissen musst, um ein gutes Weib zu werden. Du musst nur auf ihn hören, gehorche ihm so wie du deinem Vater und mir gehorcht hast und du wirst keinen Kummer erleben, Anezka!“
All ihre ausgemalten Wünsche waren falsch gewesen, das ahnte sie nun schon. Sie mochte diesen Mann nicht, ohne es ausdrücken zu können warum. Zum ersten Mal kämpfte sie wirklich mit ihren Tränen und fragte deshalb nur: „Wann?“
Ihre Mutter verstand: „Wir feiern noch deinen Geburtstag, am nächsten Tag gehst du mit ihm. Finde dich mit deinem Leben ab, Anezka. Es liegt nicht in deiner Macht es zu ändern. Lerne ihn kennen und mit den Jahren wirst du ihn zu schätzen wissen.“
Schweigend umarmten sich Mutter und Tochter. Anezka blieb allein zurück, lautlos liefen ihr die Tränen herunter und ihr wurde bewusst, dass sie noch knapp drei Wochen hatte, ehe sie weg gehen wurde. Schluchzend warf sie sich ins Stroh und blieb dort bis tief in die Nacht liegen.

Ihr Geburtstag sollte ihr letzter schöner Tag werden für sehr lange Zeit. Sie feierten im Familienkreis, wenn gleich eine bedrückende Stimmung herrschte. Ihre Schwestern hingen an Anezka wie die Kletten, wussten sie doch auch, dass ihre älteste Schwester morgen früh gehen würde. Anezka war den ganzen Tag über sehr schweigsam. Ihren Zukünftigen hatte sie seit dem letzten Treffen nicht mehr gesehen und ihr missfiel der Gedanke ihn morgen zu heiraten. Doch egal in welcher Form, auflehnen war keine Option für sie.
Am nächsten Morgen war es so weit. Ihre Geschwister samt Familien kamen und sie brachen zu Sarmir auf, mit den wenigen Habseligkeiten von Anezka. Knapp zwei Stunden später kamen sie dort an. Er wartete schon vor dem Haus und unterhielt sich mit einem Priester. Das kleine Fest wurde auf die Schnelle vorbereitet und Anezka fand sich mit ihren Schwestern in ihrem zukünftigen Schlafzimmer ein. Während sie badete und zu Recht machte für ihre Hochzeit zurechtgemacht wurde begannen ihre Schwestern ihr alle möglichen Weisheiten zum Eheleben mitzugeben. An keine davon konnte Anezka sich später erinnern, sie war mit ihren Gedanken völlig abwesend. Nachdem sie das einfach weiße Kleid angezogen hatte und ihre Haare zurechtgemacht waren verließen ihre Schwestern sie und ihre Mutter kam zu ihr. Eine Umarmung, länger als sonst und Anezka glaubte zu spüren das es auch ihrer Mutter schwer fiel sie hier zu lassen. Das ganze Haus wirkte so kalt und lieblos. Die beiden Frauen schauten sich an: „Du wirst das hier zu einem liebevollen zu Hause für euch machen. Es fehlt ihm nur der weibliche Einfluss und die Freuden Vater zu sein.“ Begann ihre Mutter und Anezka nickte wortlos. Dann schaute sie plötzlich sehr ernst und senkte die Stimme: „Du musst heute Abend die Ehe mit ihm vollziehen. Mach einfach was er sagt, es wird nicht lange dauern und du wirst dich daran gewöhnen. Es ist das Recht eines Mannes darauf zu bestehen, verweigere es ihm also nicht, egal wie du dich selber fühlst. Du hast deine Blutungen bekommen und deshalb heiratest du auch jetzt. Von dem Tag an warst du kein Kind mehr, sondern eine Frau und als solche sieht dich Sarmir auch. Denk an meine Worte, mein Kind. Füge dich in dein Leben und hadere nicht damit!“
Damit ließ man sie allein und Anezka hatte keine Ahnung was ihre Mutter eigentlich meinte.
Die Zeremonie war schlicht und einfach und auch das Fest danach. Samir war über 20 Jahre älter als sie selbst. Sie hatten noch nie ein Wort miteinander direkt gesprochen und umso merkwürdiger war es für Anezka als er sie nach dem Ja- Wort küsste. Unwillkürlich wollte sie zurück zucken, doch er hielt sie fest im Arm und sie tat was man von ihr verlangte. Doch seitdem war er bei den Männern, sie bei den Frauen und Kindern. Anezka tröstete sich mit dem Gedanken dass es anders werden würde, wenn sie erst einmal allein sein würden.
Als es zum Abend hin ging verabschiedeten sich alle und Anezka blieb in ihrem neuen Heim allein zurück. Sarmir war es egal das noch dreckiges Geschirr herum stand, er war angetrunken und in bester Stimmung und hatte nur das eine im Sinn.
Wortlos führte er Anezka von der Küche ins Schlafzimmer und schupste sie aufs Bett. Sie blieb fast schon starr liegen und schaute ihn mit großen Augen an. „Zieh dich aus.“ Seine ersten Worte an sie und diese irritierten Anezka noch mehr als die Tatsache dass er sich auszog. In ihrem naiven Denken glaubte sie daran, dass er vom Fest müde war und schlafen wollte. Also begann sie sich zu entkleiden, doch ihm ging es nicht schnell genug. Er packte sie am Becken und warf sie abermals aufs Bett. Anezka keuchte vor Schreck und schaute ihn fragend an. Unwillkürlich musste sie an ein wildes Tier denken, dass sich auf seine Beute stürzte.
Sie spürte seine Hände an ihren Beinen, wie er ihr den Rock hinauf schob und ihre Unterwäsche von ihren Hüften zerrte. Mit einem kräftigen Ruck zerriss er ihr Oberteil und wollte sich an ihren beginnenden weiblichen Reizen bereichern. Doch Anezka war so entsetzt darüber, dass sie aufschrie und von ihm weg wollte. Lächerlicherweise drückte sie sich gegen ihn. Sie spürte seine nackte Haut an ihren Händen, seine Körperbehaarung, roch seinen Schweiß und seinen Atem, der nach Wein roch. Doch er lachte nur und schlug zu. Die schallende Ohrfeige schlug Anezka zurück in die Kissen und raubte ihr den Atem. „Ich dachte du hättest eine gute Erziehung genossen, aber ich werde dir schon zeigen wer hier das Sagen hat, Miststück!“ flüsterte er ihr ins Ohr. „Bleib ruhig liegen oder du wirst auch so einen schrecklichen Unfall haben wie meine letzte Frau!“
Atemlos blieb sie liegen, Tränen liefen über ihre brennende Wange aber Anezka rührte sich nicht. Aus dem halbdunkeln heraus tauchte er wieder auf, riss ihre Arme nach oben und band sie mit einem Seil am Kopfteil fest. Sie hatte tausende Fragen im Kopf, aber sie traute sich nicht zu sprechen. Dann kam er wieder über sie, küsste sie barsch und zwang seine Zunge in ihren Mund. Schließlich zwängte er ihre Beine auseinander, sie spürte irgendetwas zwischen ihren Schenkeln und dachte an die Worte ihrer Mutter. Sie versuchte sich wegzuträumen aber seine flüsternden Lippen an ihrem Ohr verhinderten es. „Du sollst Jungfrau sein, mal schauen ob das auch stimmt!“
Zum ersten Mal in ihrem Leben schrie sie vor Schmerzen als er sie mit Gewalt nahm und es dabei so sehr genoss.
Vier Tage ließ er sie angebunden am Bett, bediente sich an ihr wie es ihm passte ehe er sie los band. Von da an bekam sie von ihm morgens Befehle erteilt, dann verschwand er. Nie konnte sie wissen wann er wiederkam aber wenn dann nicht alles erledigt war wie er es wollte schlug er zu. Ihren ehelichen Pflichten musste sie abends nachkommen ob sie wollte oder nicht und trotz alledem suchte Anezka verzweifelt nach dem guten Kern in ihm. Ihre Eltern hatten es ihr versprochen, ihre Schwestern und Brüder hatten es versprochen, aber sie fand nichts außer einer tagtäglichen Hölle. Zuerst dachte sie daran es ihren Eltern zu sagen und Hilfe zu suchen, aber er hatte es geahnt und gleich vorgesorgt: „Sprich mit irgendjemanden darüber und ich bringe dich und deine kleinen Schwestern um. Wer sollte dir zumal überhaupt glauben? Wenn du ein gutes Weib wärst könnte ich ganz anders mit dir umgehen. Aber du bist einfach zu dumm dafür, zu unnütz, du hast einfach nichts Besseres verdient.“ Sie glaubte ihm schließlich und versuchte sich zu bessern, zu ändern, perfekt für ihn zu sein. Dass sie dieses Spiel immer verlieren musste konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht sehen. Er genoss es sie leiden zu sehen und daran würde sich nichts ändern.

Zwei Jahre gingen ins Land. Dreimal war sie schwanger von ihm geworden und dreimal hatte er es aus ihr heraus geprügelt noch bevor es hätte leben können. Er wollte niemals Kinder haben, nur ein neues Spielzeug. Seine ehemalige Frau hatte versucht wegzulaufen, doch er hatte sie gefunden und sein Versprechen wahr gemacht. Der Mord blieb ungesühnt, er schaffte es die Tat wie einen Unfall darzustellen und bekam so sogar noch Mitgefühl von allen Seiten.
Anezka hatte sich abgefunden mit ihrem Schicksal. Sie lehnte sich nicht gegen ihn auf und jedes Mal wenn er wütend auf sie war gab sie sich die Schuld dafür. Doch an diesem Sommertag sollte es anders werden.
Sie hatte von ihm den Auftrag bekommen im Wald Pilze suchen zu gehen und Anezka folgte diesem Befehl natürlich gewissenhaft. Doch sie schaffte es nicht den Korb so voll zu bekommen wie er es befohlen hatte und sie begann sich langsam aber sicher zu weit vom Haus zu entfernen. Von Angst getrieben suchte sie alles ab und stieß dann auf einer kleinen Lichtung auf einen Waldbewohner. Große grüne Augen sahen sie an und aus dem ewigen trüben dunklen des Waldes löste sich ein schwarzer Fuchs heraus. Er trat hinaus auf die Lichtung, starr den Blick auf sie gerichtet. Anezka die immer tierlieb gewesen war schaute fasziniert auf diese seltene Tier. Sie wusste, dass es ein normaler Fuchs war, doch die schwarze Fellfärbung war extrem selten. So selten, dass dieser Fuchs sogar einen eigenen Namen hatte. Schwarzfuchs. Solch ein Fell brauchte extrem viele Draken ein wenn man es in guter Qualität verkaufte. Doch daran dachte Anezka nicht. Es war ein besonderer Moment für sie und tatsächlich vergaß sie in diesen grünen Augen ihre Sorge und die Last die auf ihr lag für einen Moment. Langsam kam der Fuchs näher auf sie zu, ehe er innehielt. Anezka zögerte einen Moment ehe sie die Hand hob. Ihr Wunsch dieses Fell einmal zu spüren war einfach zu groß und so ließ sie jede Warnung vor wilden Tieren fallen. Gerade als sie die Hand gehoben hatte, schoss der Fuchs vor und biss zu. Sie schrie und wollte aufspringen, doch der Fuchs biss immer wieder zu. Der Korb fiel ihr aus der Hand, Anezka verlor den Halt, schlug nach hinten um und plötzlich umfing sie Finsternis…

Als sie wach wurde hatte sie das Gefühl innerlich zu brennen. Leise wimmerte sie und eine vertraute, liebevolle Stimme flüsterte ihr zu, dass alles gut werden würde. Nur langsam begriff sie, dass ihre Mutter da war und ihre Stirn kühlte. Sie erzählte ihr, dass man sie erst zwei Tage später gefunden hatte und Samir in schrecklicher Sorge um sie gewesen war. Offensichtlich hatte ein Tier sie angefallen und nun sei sie krank. Der Arzt wäre da gewesen, hatte Medizin bei ihr gelassen und sie würde bald wieder ganz fit sein. Doch Anezka konnte das nur schwer glauben, so schrecklich und elend hatte sie sich noch nie gefühlt. Ihre Mutter sprach weiter, doch Anezka entglitt wieder einem unruhigen Schlaf. Geplagt von Fieberträumen wurde sie immer wieder wach, hörte Gesprächsfetzen doch nie blieb sie lange genug wach, um zu verstehen was um sie herum geschah.
Als sie das nächste Mal wirklich wach wurde ging es ihr deutlich besser. Was ihr sofort auffiel war, dass es komplett dunkel um sie herum war und irgendetwas Schweres um ihren Hals lag. Sie roch feuchtes Stroh und einige Ratten um sich herum und in einiger Entfernung Sarmir. Tatsächlich hörte sie sogar die Ratten um sich herum atmen und fast schon murmeln. Anezka wunderte sich warum ihre Sinne plötzlich so viel schärfer waren und schob es auf die Tatsache dass sie nichts sah. Doch auch das hatte sich deutlich gebessert, obwohl es immer noch so dunkel um sie herum war.
Dann hörte sie schwere Schritte und ein nie gekannter innerer Instinkt schrie nach Flucht. Doch es ging nicht, sie war festgebunden. Sie wusste dass es nur Sarmir sein konnte, sonst war kein Mensch in der Nähe. Als die Tür aufflog, fiel gleißendes Sonnenlicht auf sie. Sofort erkannte sie das Sarmir wütend war und zugleich erregt. Sie setzte an um sich zu entschuldigen, doch ihr blieben die Worte im Mund stecken. Er war voller Blut und hielt noch sein Jagdmesser in der Hand.
„Schön dass du abartiges Wesen wieder wach bist. Wurde ja auch Zeit. Ich hoffe dir gefällt deine neue Behausung. Aber ich will kein Viehzeug in meinem Haus haben!“ Fassungslos starrte sie ihn an und fragte ihn was er für einen Unsinn redete und wieso er sie nicht los band. Grinsend griff er hinter sich und zog einen Handspiegel hervor. „Dann schau doch selbst!“ Er drückte ihr den Spiegel in die Hand und sie erschrak zutiefst als sie in den Spiegel sah. Zwei schwarze, buschelige Fuchsohren waren an ihrem Kopf. „Ich hoffe du hast deinen tollen Schwanz noch nicht gesehen!“ Ängstlich schaute sie an sich herab und erkannte jetzt erst, dass sie völlig nackt war aber von einem großen, ebenfalls schwarzen Fuchsschwanz bedeckt wurde und sie warm hielt. Anezkas Gedanken rasten und zugleich konnte sie auch nicht denken.
„Du wurdest von einem Fuchs gebissen der einen Virus in sich trug. DU bist nun ein Hybrid, meine Liebe.“ Er kam zu ihr und riss an ihrem Ohr. „Zuerst hatte ich den Gedanken dich einfach zu töten und zu verbrennen. Aber dann begann mich der Gedanke immer mehr zu begeistern dich einfach zu behalten. Deine weiblichen Fähigkeiten hast du immer noch. Aber nun kannst du nicht einmal mehr weglaufen egal was ich dir antue.“ Er hielt ihr das Messer an den Hals. „Weißt du eigentlich was mit solchen Viechern wie dir da draußen passiert? Die Leute haben Angst vor Wesen wie dir. Du wirst gejagt und getötet wenn du weg läufst. Da ist es doch barmherziger wenn ich dich zu meinem ganz persönlichen Vergnügen behalte!“ Er lachte laut und zog das Messer von ihrem Hals. „Ich habe keine Angst vor irgendeiner Ansteckung oder sonst was. Ich finde den Gedanken daran, dich in diesem Zustand zu besitzen, noch viel reizvoller als vorher.“ Abermals ging er zur Tür und lehnte sich in den Rahmen. „Weißt du, deine Eltern sahen das anders. Sie wollten dich retten. Tatsächlich wollten sie dich heimlich zu den Amazonen bringen. Man sagt, dass sie an einem Heilmittel forschen sollen. Ich hab es einfach nicht geschafft ihnen begreiflich zu machen, dass ich dich hier bei mir behalten will. Naja, dein Vater wurde dann handgreiflich.“ Er hob den zuvor gesenkten Kopf und grinste sie an. „Es hat Spaß gemacht beide zu töten und deine Mutter schreit genauso sehr wie du. Offensichtlich hat dein Vater ihr nie gezeigt wie es ist wenn man einen richtigen Mann im Bett spürt!“ Anezka starrte ihn an, erst fassungslos, dann hasserfüllt. Sie sprang auf, rannte auf ihn zu und riss sich selber von den Füßen als die Eisenkette in ihren Hals schlug. Die Kette war genau so angelegt, dass sie ihn nicht erreichen konnte wenn er in der Tür stand. Lachend ließ er sie allein und kam kurz darauf wieder. „Hast du eigentlich Hunger? Du als Fuchs frisst doch auch Aas. Dann brauchte ich deine Eltern gar nicht weiter zu entsorgen!“ Anezka erbrach sich als sie das hörte augenblicklich. Er lachte schallend, packte sie im Nacken und drückte sie gewaltsam zu Boden in ihr Erbrochenes. „Ich bin gespannt ob es sich jetzt anders anfühlt!“, sagte er und tat sein Werk wie so viele Male zuvor. Doch diesmal war es anders. Anezka schrie nicht, keine Regung kam von ihr. Sie ließ es über sich ergehen und als er verschwunden war begann sie sich endlich gegen ihr Leben aufzulehnen.
Diesmal sollte der Vollmond ihr zur Hilfe kommen…

Als er an diesem Abend zu ihr kam spürte sie schon eine Veränderung in sich. Sie war so viel tierischer, selbst das Denken viel ihr schwerer. Er hatte sie gerade wieder zu Boden gezwungen als der Vollmond durch die Tür fiel. Zum ersten und zum letzten Mal hörte sie ihn schreien. Was geschah wusste sie nicht und, wie in jeder Vollmondnacht die folgen sollte, fehlen ihr die Erinnerungen daran. Das Verstehen was in den Vollmondnächten mit ihr geschah sollte sie erst viele Jahre später erlangen.

Das nächste was sie wieder wusste war, dass sie in seinem Blut lag und furchtbar erschöpft war. Sarmir war tot und offensichtlich hatte sie ihn getötet, wie auch immer das passiert war. Erstmals war es ihr völlig egal, sie blieb einfach liegen und schlief weiter. Einige Zeit später erst stand sie auf und begann sich zu waschen. Der Blick in den Spiegel erschreckte sie immer noch zutiefst und sie hatte keine Ahnung was sie nun eigentlich machen sollte. Die Freude ihren Peiniger nun endlich los geworden zu sein wich der blanken Panik. Wo sollte sie hin? Was sollte sie tun? Niemand würde sie wieder erkennen, dafür hatte sie sich viel zu sehr verändert. Zumal diese tierischen Merkmale extrem abstoßend wirkten. Völlig unsicher blieb Anezka wo sie war. Sie prüfte die Vorräte und tat nichts außer weinen, schlafen und essen.
Die Tage vergingen und Anezka hatte sich einen Plan zurecht gelegt. Sie würde hier bleiben, versteckt und nur nachts hinaus gehen. Wenigstens solange, bis ihr etwas Besseres einfiel. Abermals sollte es anders kommen als sie dachte. Der nächste Vollmond kam unweigerlich und Anezka hatte seitdem letzten Mal keinen Gedanken mehr daran verschwendet. Sie hatte den Tod von Sarmir und die Umstände völlig verdrängt. Erst als wieder dieses tierische Denken aufkam und es ihr langsam schlechter ging, begann sie zu ahnen dass es bei jedem vollen Mond so sein würde. Das letzte an das sie sich erinnerte, waren starke Schmerzen, sie schrie und rannte aus dem Haus, danach verließ sie ihr menschlicher Verstand und überließ sie ihren tierischen Eigenschaften…

Sie lag nackt unter einem Baum an derselben Waldlichtung wo ihr der Fuchs begegnet war. Keuchend starrte sie in den Himmel, der langsam wieder heller wurde. Ihre Muskeln brannten wie Feuer, ihre Fingernägel waren abgerissen und in ihrem Mund schmeckte sie Blut. Plötzlich, völlig unerwartet hörte sie eine Stimme. „Hätte nie gedacht mal so einen merkwürdigen Fuchs zu sehen!“ Anezka wollte aufspringen aber ihre Füße knickten sofort ein vor Schwäche. Sie war auf einmal wieder so schrecklich müde. „Ganz ruhig, ich werde dich garantiert nicht fressen!“, witzelte die Stimme und aus dem Unterholz trat ein junger Rotfuchs heraus. Er hockte sich vor sie hin und schaute sie an. „Meine Mutter hat mir erzählt, dass es Wesen wie dich gibt. Ich hab immer gedacht das macht sie nur um uns Angst zu machen.“ Es klang als würde er lachen. „Aber so wie du jetzt bist bin ja sogar ich gefährlicher. Aber das heute Nacht…voll unheimlich!“ Anezka schaute ihn aus müden Augen an. „Warum?“ fragte sie und musste gähnen. „Bei Vollmond, sagt Mama zumindest, verwandelt ihr Hybriden euch zu tierischen Monstern. Dann könnt ihr euch nur ganz schwer kontrollieren und wenn es dann rum ist, seid ihr voll müde und geschwächt.“ Er zögerte kurz. „ Vielleicht solltest du dann nicht hier so rum liegen, ich glaube da kommt auch jemand. Aber ich weiß nicht so Recht.“ Der junge Fuchs zögerte und wollte gehen, aber Anezka bat ihn zu bleiben. Sie fragte ihn was er noch wusste. „Hmm…also ihr könnt wohl mit den Tieren reden, dass euch gebissen hat.“ Er kratzte sich am Ohr und kicherte wieder: „Deswegen können wir ja auch reden! Naja und ihr könnt euch wohl auch in das Tier verwandeln das euch infiliert hat.“ Anezka gähnte abermals und verbesserte ihn: „Infiziert. Weißt du wie das geht?“ Der Fuchs schüttelte den Kopf. „Nö, Mama meinte nur, dass sowas anstrengend ist, aber ansonsten weiß ich auch nix.“ Er hob plötzlich die Nase in die Höhe und schnupperte. „Riechst du das? Irgendetwas kommt da. Du solltest schnell weglaufen, das riecht ganz komisch. Irgendwie nach Gefahr. Ganz bestimmt.“ Der Fuchs war plötzlich so aufgeregt und war schrecklich nervös. „Nein, warte bitte.“ Er schüttelte abermals den Kopf. „Verschwinde schnell!“ und damit rannte er los.
Anezka wollte auch los laufen, aber sie konnte nicht. Ihre Glieder waren viel zu schwer und die bleiende Müdigkeit riss an ihr und zwang sie dazu, sich wieder niederzulegen.
Aus dem Schatten des Waldes sah sie eine kleine Gruppe Gestalten auf sie zukommen. Sie roch etwas, dass sie noch nie gerochen hatte und hörte eine Sprache die sie noch nie gehört hatte. Angst und Panik stiegen in ihr auf, aber sie war viel zu schwach und zu müde um sich noch zu bewegen. Mit glasigem Blick erkannte sie, dass sich die Gruppe ihr weiter genähert hatte und eine Hand nach ihr griff. Anezka wollte sich wegdrehen, wollte sich weigern, wehren, irgendetwas aber abermals umfing sie Finsternis…

Sie träumte wirres Zeug, nicht zusammenhängendes und nichts an das sie sich erinnern sollte wenn sie wieder wach werden würde. Doch es ängstigte und beruhigte sie zugleich. Ein seltsames Gefühlschaos herrschte in ihr und das schon seit einigen Jahren. Ihr ganzes Leben lief aus dem Ruder seid ihr Vater diesen verdammten Bastard Sarmir mitgebracht hatte. All ihre Versuche sich einzureden dass alles besser, alles wieder gut werden würde, alles woran sie sich geklammert hatte war eine Lüge. Sie hatte sich selber belogen und zugleich war Anezka nicht fähig sich diese Wahrheit einzugestehen. Jetzt wo sie es im Traum zulassen konnte, das sie sich belog, das sie selber belogen worden war und das es nicht ihre Schuld war riss man sie so unsanft aus dem Schlaf, dass selbst die verworrenen Bilder und Stimmen aufschrien und nichts zurück blieb in ihrem Kopf als Schmerz.

Schreiend wachte sie auf, erst dachte sie es wäre wegen eines Traums und es dauerte einen Moment bis sie verstand, dass man sie schlug. Schwere Eisenschellen waren um ihre Handgelenke gebunden und ebenso schwere Ketten hielten sie an die Wand gebunden. Jemand trat ihr aus der Finsternis heraus in den Magen. Ihr Schreien verstummte und Anezka ringte um Luft. So viele Eindrücke fielen auf sie ein. Es roch nach Tod und Elend, beißender Urin-, nassfeuchter Schimmel- und süßlicher Blutgeruch vermischten sich zu einer abartigen Mischung, die zusätzlich dafür sorgte, dass ihr die Tränen in die Augen stiegen. Anezka hörte andere Schreie, mal lauter, mal leiser und immer wieder dieses bösartige Zischen. Anezka machte dieses Geräusch am meisten Angst, klang es doch wie ein Tier und zugleich auch wieder nicht. Die junge Hybridin wusste einfach nicht wo sie war und wer diese Geräusche verursachte, geschweige denn wer ihr gerade so zusetzte. Aus der Finsternis löste sich eine Gestalt. Ihre Haut war genauso dunkel wie die Umgebung und Anezka fiel es unglaublich schwer überhaupt etwas Genaues auszumachen. Aber die stechend leuchtenden Augen, die so bösartig und bluthungrig waren sah sie genau und vergaß sie nie mehr. Diese Augen würde Anezka noch so oft sehen und selbst nach ihrer Flucht würde sie dafür träumen. Sie hatte gedacht dass Sarmir ein Monster war und sie sollte erst langsam begreifen dass ihr Mann ein Unschuldslamm gegen diese Wesen war.
Anezka riss ihren Blick los vor lauter Angst. Ein fester Griff umfasste ihr Gesicht, drehte es wieder zurück und zwang sie dazu in die kalten Augen zu blicken. Als er den Mund bewegte verstand sie, dass es wirklich eine andere Sprache war, doch sie verstand kein Stück von dem Zischen das man ihr entgegen warf. Ratlos schaute sie den Mann vor sich an, doch dieser schüttelte nur den Kopf und schlug immer wieder in ihr Gesicht.
Irgendwann sank sie völlig erschöpft in ihre Ketten, sie blieb einfach so hängen und war froh, dass man ihr nichts mehr tat.
Wie lange sie geschlafen hatte wusste sie nicht, aber sie wimmerte leise als sie ihre überstreckten Schultern in ihre normale Position zurück zwang. Ihre Beine fühlten sich wie Pudding an, ihre Lippen waren aufgesprungen und ihre Zunge dick geschwollen vor Durst. Abermals löste sich ein Schatten aus der Dunkelheit, diesmal jedoch sehr langsam und geduckt. Anezka wimmerte gleich los und rechnete mit dem schlimmsten. Doch eine leise, brüchige Stimme sprach mit ihr: „Du musst etwas trinken, Hybrid. Glaub mir, sie lassen dich so schnell nicht sterben.“
Der Fremde umfasste ihren Hinterkopf vorsichtig und führte eine kleine Holzschale an ihre Lippen. Das Wasser darin schmeckte angestanden und modrig aber für Anezka war es in diesem Moment das beste Wasser der Welt. Gierig trank sie nachdem der erste Schluck ihren Mund bedeckt hatte doch der Fremde setzte schnell wieder ab. „Du bekommst gleich mehr aber du musst langsam trinken sonst erbrichst du dich gleich sofort.“ Er wollte noch etwas sagen doch beide zuckten fast zeitgleich zusammen als eine schwere Tür aufgeschoben wurde, der Fremde verschwand wieder im Nichts und Anezka strengte ihre Augen an. Sie sah, dass sie in einer Zelle war, hinter den Gitterstäben lagen ein Gang und offensichtlich weitere Räume und Zellen. Der Gang wurde wohl durch Fackeln erleuchtet. Anezka begann sich schwerfällig wieder einmal zu fragen, wo sie hier war und was sie falsch gemacht hatte dass man ihr so etwas antat. Doch sie bekam keine Antwort darauf, stattdessen öffnete sich quietschend ihre Zellentür. Wieder sah sie diese bedrohlichen Augen, aber diesmal kroch ihr Helfer von eben dazwischen. Ein wildes Zischen, anscheinend ein Gespräch folgte und Anezka hatte keine Ahnung worum es eigentlich ging. Plötzlich trat der Mann zu und ihr Helfer ging zu Boden. Anezka wollte etwas sagen, aber ihr Helfer hielt sie mit einer Handbewegung ab. Zufrieden nickend ging der andere auf Anezka zu. Der Schlüsselbund klimperte leise als er ihre Schellen öffnete. Als sie plötzlich frei war, versagten ihre Beine und sie sackte einfach zusammen. Schmerzhaft fiel sie zu Boden und ebenso schmerzhaft fühlte sich ihr Körper an.
Fragend starrte Anezka dem Fremden nach und begann einfach nur zu weinen. Nachdem die Tür sich wieder geschlossen hatte, knarrend, traute sie sich nach ihrem Helfer zu sehen. Er lag auf der Seite und hielt sich den Magen fest. Die junge Frau schaute ihren Helfer nun zum ersten Mal genauer an und erkannte, dass auch seine Haut so schwarz war und auch seine Augen leuchteten förmlich in der Dunkelheit. Doch sie wirkten anders. Gebrochen und zerstört, nicht bedrohlich und mordlustig. „Wer bist du und wo sind wir hier?“ Sie zögerte mit ihrer Frage: „Und WAS bist du?“ Schnaufend setzte sich der Fremde auf und zeigte auf ein kleines Fass. Anezka folgte der offensichtlichen Bitte und sah, dass darin Wasser war. Vorsichtig schöpfte sie mit der kleinen Holzschale etwas Wasser und brachte es ihm doch er schüttelte den Kopf. „Wir haben jetzt einige Stunden Ruhe und du musst noch viel wissen und noch viel mehr Kräfte sammeln bevor er wiederkommt. Also trink und hör mir zu, Menschenkind!“
Sein Name war Asfalo und, was Anezka entsetzte, war die Tatsache dass er ein Dunkelelf war. Anscheinend hatte eine kleine Gruppe von Dunkelelfen sie gefunden und gefangen genommen. Asfalo erzählte ihr das Dunkelelfen nur aus Männern bestanden und Frauen brauchten um sich fortzupflanzen. Darum zogen sie immer wieder durch die Lande und brachten gewaltsam Frauen in ihr Land wenn sie Nachwuchs brauchten. Er zählte von seinem Volk, wie grausam und brutal sie waren selbst dem eigenen Volk, ja sogar dem eigenen Fleisch und Blut gegenüber. Anezka war eigentlich als Spielzeug gedacht gewesen doch Asfalo konnte ihren Peiniger davon überzeugen, dass sie als Dienstmagd und Sklavin noch mehr taugte. Kaum jemand konnte wohl von sich behaupten eine Hybridin zu halten, ein Statussymbol. Offensichtlich hatte er es ebenso gesehen. Heute Abend sollte sie das erste Mal zu ihm kommen und dienen. Anezka weinte bitterlich, sie wollte nicht, sie wollte einfach nur Heim doch Asfalo nahm ihr jede Hoffnung. Es gab kein entkommen von ihr und das was sie nun hatte war besser als nur hier im Kerker zu sitzen und darauf zu warten zu sterben.
Er redete noch ewig weiter und irgendwann verstand Anezka was sie zu tun hatte. Dienen, gehorchen, akzeptieren. Er klärte sie auch über ihren Zustand auf. Darüber wie sie zu einem Hybrid wurde und was sie nun kann und womit zu nun zu kämpfen hat. So war er es der sie darüber aufklärte was in Vollmondnächten mit ihr passierte und nahm ihr gleich die Hoffnung, dass sie so ihren Peinigern entkommen könnte. Er erzählte ihr, dass Dunkelelfenblut lähmte und betäubte und genau dies würden sie mit ihr machen bevor sie sich verwandeln könnte. Ihre letzte Hoffnung zerbrach und obwohl es ihr eine Ewigkeit schien in der Asfalo sprach, dauerte es noch einmal eine Ewigkeit bis man sie abholen lies.

Von dort an bestand ihr Leben nur daraus zu dienen und zu folgen. Als erstes hatte Markalus, ihr Peiniger aus ihrem Ohr ein Stück heraus geschnitten um sie zu kennzeichnen.
Er ließ sie völlig nackt vor seinen Gästen laufen, manchmal aber auch in Kleidung, die so wenig verdreckten, dass Anezka sich trotzdem nackt fühlte. Das einzige, was sie immer tragen musste, war das schwere Eisenhalsband.
Das Band das als Schutz und Demütigung diente schnitt ihr bei jeder Bewegung in den Hals und es war keine Seltenheit das Anezka schon blutend die Räumlichkeiten betrat obwohl noch keiner von Markalus Gästen etwas getan hatte. Quälereien und sadistische Spielchen gehörten genauso dazu wie gewisse, kleinere sexuelle Dienste. Die Herren wussten genau was sie taten und gingen kein Risiko ein mit ihr ein Kind zu zeugen, doch sie hatten eben auch ihre Mittel ihre Befriedigung zu erreichen ohne jedes Risiko. Zwei Tage vor den Vollmondnächten band Markalus sie im Kerker fest und betäubte sie mit seinem Blut. Asfalo erzählte ihr, dass sie sich zwar auch verwandelte, aber durch das Gift keinerlei Regung durch ihren Körper ging. Allerdings dauerte es jetzt noch länger bis sie wieder völlig auf den Beinen war. Markalus jedoch ließ ihr nach ihrer Verwandlung höchstens 3 Tage Zeit um sich zu erholen. Asfalo bemühte sich mit aller Macht darum sie wieder schnell aufzubauen. Doch Anezka begann mit der Zeit seelisch abzusterben. Sie erkannte, dass dies ihr Leben war und immer sein würde. Erst Sarmir, nun Markalus, sie hatte es verdient, sie war nichts wert, sie war abartig und sie würde nicht so schnell sterben wie die junge Frau es sich mittlerweile wünschte. Asfalo schaffte es, trotz seiner eigenen Folter, Anezka immer wieder körperlich aufzubauen doch seelisch konnte niemand Anezka mehr helfen. Sie war irgendwann in ihrem 15. Lebensjahr hierhergekommen. Asfalo konnte ihr immer genau sagen wie lange sie schon da war, aber Anezka fehlte jedes Datum. Sie wusste so oft nicht wie lange sie bewusstlos gewesen war und konnte so nur grob sagen wie alt sie war, aber es war ihr auch egal. Am Anfang hatte sie noch die Tage gezählt, doch nach einiger Zeit hatte sie damit aufgehört. Am Anfang hatte sie noch Rache- und Fluchtgedanken, doch auch diese hatte sie aufgegeben. Mittlerweile lebte sie nur noch für den Gedanken zu sterben doch Markalus wusste das zu verhindern. Dafür liebte er sein Spielzeug viel zu sehr.
Doch als sich der 5. Jahrestag ihrer Anwesenheit bei den Dunkelelfen näherte sollte sich das Blatt wenden. Markalus hatte schon vor einigen Wochen begonnen in seinen Zellen Platz zu schaffen, natürlich auf seine ganz eigene Art und Weise doch Anezka hatte sich an die Schreie gewöhnt. Sie war so abgestumpft, dass nichts mehr sie schockierte, zumindest glaubte sie es. Doch als sie an diesem Abend wieder zurück in die Zelle kam musste sie feststellen, dass Markalus Asfalo so schwer misshandelt hatte, dass er sterben wurde. Seit Jahren kamen Anezka wieder die Tränen und ihr wurde bewusst, dass dieser Dunkelelf ihr Freund geworden war. Dabei hatte sie nie gefragt warum er hier war, was er getan hatte oder warum er ihr half. Nun hatte sie keine Zeit mehr dazu. Asfalo nahm ihre Hand und hielt sie fest. Sie schauten sich lange an und dann sagte er das was Anezkas Leben endgültig in eine andere Richtung bringen sollte. Er berichtete ihr dass ein Portal sich hin und wieder öffnete und Markalus dort mit seinen Leuten hindurch schritt um neue Frauen heran zu schaffen. Das nächste Mal würde es sich morgen öffnen. Asfalo beschrieb ihr sogar wo das Portal sein würde, aber er konnte ihr nicht sagen wo sie heraus kommen würde. Aber das war Anezka auch egal, für sie war nur klar das sie doch von hier fliehen konnte. Auch wenn sich Angst vor die Freude drängte wusste Anezka, dass sie es tun musste. Asfalo sagte ihr, dass Markalus sich nicht mehr an sie wenden würde, er war nun selber mit Vorbereitungen zugange und würde Anezka nicht mehr aufsuchen. Das gab ihr Zeit selber zu fliehen. Sie beide waren die letzten hier unten und das Haupttor stand offen. Der Dunkelelf riet ihr alles Wichtige in den kleinen Lederbeutel zu packen und sich dann in einen Fuchs zu verwandeln. Sie war gesund genug dafür. So würde sie durch die Gitterstäbe schlüpfen können und musste sich nur bis ans Portal bewegen, was in dieser Gestalt schon wesentlich einfacher war. Doch Asfalo konnte ihr nicht sagen wie sie dies machen musste und Anezka wusste es nicht. Doch von diesem Problem erzählte die Frau nichts mehr, ihr Freund lag im Sterben und sollte nicht mit Sorgen gehen. Doch als letztes Geschenk gab Asfalo ihr noch etwas mit. Drei Phiolen mit seinem Blut. Im absoluten Notfall hatte sie so ein Mittel, um sich gegen den Vollmond zu wehren. „Vielleicht braucht ihr es für ein Heilmittel.“ Er lachte und hustete Blut herauf. „Mir würde dies sicherlich gefallen, obwohl mein Volk dann wohl tot unglücklich sein wird! Pass auf dich auf Anezka und verschwinde von diesem Ort. Ich bin froh dich gekannt zu haben. Du bist stark, nun ergreif die Chance und ändere dein Leben!“
Er wurde in ihren Armen schwer und starb ruhig. Anezka deckte ihn noch zu und bedankte sich stumm bei ihrem Freund. Wie er gesagt hatte packte sie alles Wichtige zusammen in den kleinen Beutel und begann sich zu konzentrieren. Sie versuchte das Tierische in sich anzusprechen, versuchte wie ein Fuchs zu denken und zu fühlen, erinnerte sich an den Fuchs an der Lichtung der mit ihr gesprochen hatte, sie spielte an ihren Ohren und ihrem Fuchsschwanz herum und als die nächste Nacht anbrach spürte Anezka, dass sie Erfolg haben würde. Sie klammerte sich nicht an den Gedanken, sie ließ sich treiben, ließ einfach los und spürte die Veränderung. Als sie dann wieder ihre Augen öffnete hatte sich ihre Gestalt verändert. Fasziniert betrachtete sie ihr Bild im Wassereimer doch dann wandte sie sich ab. Sie hatte keine Zeit um darüber nachzudenken , sie musste fliehen. Jetzt! Sofort! Sie nahm den Beutel ins Maul und schlüpfte ohne Probleme durch die Gitterstäbe. Das Haus war verlassen, ebenso der Stall. Im Schatten der Gebäude rannte sie zu dem Ort den ihr Asfalo genannt hatte. Immer wieder ging sie die Wegbeschreibung durch und schaute weder rechts noch links. Allein von ihren Instinkten geleitet wusste sie, wann sie stehen bleiben oder schneller rennen musste um nicht gesehen zu werden.
Und dann sah sie es endlich.
Ein rötliches Portal, wie ein Riss zwischen den Welten. Sie hörte wilde Rufe und verstand, dass es um sie ging. Offensichtlich hatte man sie entdeckt doch die Sprache war ihr nicht mehr fremd. Nun wusste sie umso besser warum Asfalo ihr die Sprache der Dunkelelfen beigebracht hatte. Sie rannte so schnell sie nur konnte auf das Portal zu und mit geschlossenen Augen sprang sie in eine andere Welt.

Hitze und Kälte umfingen Anezka zugleich und es war als würden unglaubliche Kräfte an ihr zerren, doch dann war es genauso schnell wieder vorbei und sie spürte feuchtes, saftiges Gras unter ihren Füßen. Doch es war keine Zeit, stehen zu bleiben. Sie rannte immer weiter in einen tiefen Wald hinein und verschwand so vor den Häschern der Dunkelelfen. Tagelang lief sie einfach nur weiter bis sie nach vier Tagen an einem kleinen See erschöpft liegen blieb. Während sie am trinken war, begann sie sich zurück zu verwandeln und schlief noch am Seeufer einfach ein.
Als sie wieder wach wurde hörte sie leise Stimmen und das Prasseln eines Feuers. Entsetzt sprang sie wieder auf, doch sie hatte sich geirrt. Man hatte ihre Wunden versorgt und sie lag, seit Jahren wieder, auf einem weichen Bett.
„Hab keine Angst. Du bist hier in Sicherheit!“, sagte eine fremde Stimme, die zu einer jungen Frau gehörte. Doch selbst das freundlichste Lächeln ließ Anezka kalt und misstrauisch. Sie fragte nur wo sie sei und erfuhr, dass man sie ins Amazonendorf gebracht hatte. Man erklärte ihr wer die Amazonen seien und was ihre Regeln waren. Allein die Tatsache, dass sie keine Männer duldeten sorgte dafür dass Anezka gleich ruhiger wurde.
Tatsächlich begann sie schon in den nächsten Tagen zu Elani Vertrauen aufzubauen. Die junge Amazone ließ sie bei sich wohnen, versorgte ihre Wunden und begann sie in die Gemeinschaft des Dorfes einzuführen. Auch wenn Anezka etwas anderes erwartet hatte, niemand begegnete ihr negativ oder gar mit fragenden Blicken. Es war als wäre sie ganz normal und obwohl sie ihr Misstrauen nie ganz ablegte begann sie doch hier endlich etwas Ruhe und Frieden zu finden. Man begann sie in Selbstverteidigung, Fallen stellen und Bogen schießen auszubilden. Zudem begann sie als Jägerin zu arbeiten und sorgte so dafür, dass sie auch ein paar Draken ihr Eigen nennen konnte. Ihr Leben hatte eine Wende gemacht, wie sie es sich niemals erträumt hatte. Die Amazonen brachten ihr alles bei, was sie als Hybrid können sollte und versuchten sogar ein Heilmittel zu finden. Eine der Phiolen gab sie den Amazonen sofort in der Hoffnung, dass sie damit vielleicht in ihren Forschungen weiter kommen würden. Sie konnte ihr Leben nun selbstbestimmt und friedlich führen. Durch die Lehre bei den Amazonen begriff Anezka auch, dass sie nichts akzeptieren musste. Dadurch schlug sie ins andere Extrem. Wo sie vorher alles akzeptiere, akzeptiere sie nun nur noch ihre eigenen Entscheidungen. Auch ihr Misstrauen und ihre Ängste legte sie nie ab. Albträume suchten sie Heim und der Fluch des Vollmondes lastete immer noch schwer auf ihr. Für diese Zeit ging sie mit Elani in eine abgelegene Hütte. Elani band sie in dieser Zeit fest und verriegelte doppelt und dreifach die Tür. Dann war sie allein. Sie übte sich darin ihre negativen Gedanken zu verdrängen und ruhig zu bleiben. Tatsächlich schaffte sie es immer wieder einmal ruhig in dieser Zeit zu bleiben, sich zusammen zu rollen und zu warten. Aber ein anderes Mal tobte und schrie sie und versuchte mit aller Kraft aus der Hütte zu gelangen. Wenn alles vorbei war brachte Elani sie zurück ins Dorf und versorgte sie bis zu ihrer Genesung. Gerade in dieser Zeit hatte Anezka mit ihren negativen Gefühlen zu kämpfen. Selbstmordgedanken und Hassgefühle sich selbst gegenüber waren völlig normal, auch dass sie dann kaum etwas aß. Ansonsten schaffte sie es, sich in der Dorfgemeinschaft einzufügen auch wenn sie meist ungern in der Gesellschaft vieler Frauen war. Aber die Amazonen ließen sie gewähren und niemand fragte warum sie so war, niemand fragte nach den Wunden und Verletzungen, die ihren Körper zeichneten und niemand drängte sie irgendetwas zu tun.
Sie war endlich zu Hause angekommen.

Ab und an glitten ihre Gedanken an ihre alte Heimat zurück, sie fragte sich was mit ihren Geschwistern passiert war und wie es ihnen ging und ab und an spielte sie mit dem Gedanken hinaus zu reisen und diese zu suchen. Besonders wenn sie Handeln mit anderen Dörfern trieben oder Anezka auf einer ihrer Streifzüge war dachte sie darüber nach. Doch bisher gab es keinen Anlass, das Dorf für längere Zeit zu verlassen…

Gefährten:
Zurzeit keine

Familie:
Vater Jonathan (gestorben)
Mutter Kiratan (gestorben)
Geschwister (keinerlei Kontakt)

Passende Musik:
Ich schreib mal die Musik auf mit der ich meinen Stecki geschrieben habe:
Das Ich – Grund der Seele
Nachtmahr – Ich glaube
ASP - Wechselbalg
ASP – So viel tiefer
Agonoize – Seelenbrecher
Schallfaktor – Gezeugt in Hass
Rammstein - Halt


Zuletzt von Anezka am Di Sep 03, 2013 8:51 pm bearbeitet; insgesamt 5-mal bearbeitet
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