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Geschichten aus Anima

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Geschichten aus Anima

Beitrag von Amicara am Mi Jul 18, 2018 8:32 pm

Amicara seufzte. Sie war seit Stunden auf der Suche nach Heilkräutern, aber wurde bisher nicht fündig. Ihre Geduld verließ sie so langsam, weswegen sie sich auf den Rückweg zu ihrem Haus machte. Mit langsamen Schritten schritt sie durch den Wald, die Natur genießend. Sie blieb für einen Moment stehen und schloss die Augen. Die Elfe liebte die Natur in all ihrer Schönheit. Nach einer Weile öffnete sie die Augen wieder und setzte ihren Weg fort. Sie betrat eine kleine Lichtung, in deren Mitte ein kleiner See lag. Cara war oft hier, aber heute stand die Sonne so, dass die Wasseroberfläche zu glitzern schien. Sie setzte sich an das Ufer und sah verträumt in die Luft. Das Wasser war schon immer ihr Element gewesen. Sie liebte es einfach. Es war kein Wunder, dass ihre Zauber allesamt Wasser als Magiepol hatten. Ihre Augen wanderten umher, betrachteten die Bäume um sie herum und blieben schließlich wieder auf dem Wasser verharren. Es war zwar schön hier und sie liebte ihren Wohnort, aber es gab eine Sache, die sie bedrückte.
Amicara war einsam.
In dem Wald lebten lauter Tieren und immer wieder kamen Menschen und andere Geschöpfe vorbei, um sich heilen zu lassen, aber es gab niemanden dem sie vertrauen konnte. Sie hatte zu niemandem bisher eine tiefere Bindung aufbauen können. Ihre Eltern lebten immer noch in Anima und sie.... Ach Anima, ich wäre so gerne wieder dort. Die Heilerin war zwar eine gefasste Frau, die selten Emotionen zeigte, aber in diesem Moment konnte sie sie nicht zurück halten. Ihre Augen wurden langsam feucht und nach kurzer Zeit schon schlich sich eine Träne ihre Wange herunter, löste sich und vereinte sich mit dem Wasser des Sees. Die Elfe wischte eine weitere Träne elegant mit ihrer Hand weg. Sie musste stark bleiben, ihr Schicksal lies sich eh nicht mehr ändern.
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Re: Geschichten aus Anima

Beitrag von Cearis am Di Jul 24, 2018 6:52 pm

„Dieser verfluchte...“ Ich zuckte zusammen und sog scharf die Luft ein, während ich meine Hand auf die grässliche, blutende Wunde an meiner Seite presste. Das Atmen fiel mir zunehmend schwerer und auch meine Sicht drohte bei jedem Schritt mehr und mehr zu verschwimmen. Ich versuchte, konzentriert zu atmen. Immer einen Atemzug nach dem anderen, genauso wie ich immer einen Fuß vor den anderen setzen musste. Schritt für Schritt. Immer weiter.

Mein Fuß verfing sich in irgendetwas und ich stürzte. Meine bloßen Arme kratzten Über den Waldboden und meine Bluse verfing sich in einem Zweig, so dass der Stoff mit einem unwilligen Geräusch einen neuen Riss bekam. Ein neuer unter vielen. Mir entschlüpfte ein kleiner Aufschrei, ob vor Scheck oder Schmerz konnte ich im ersten Moment nicht sagen, doch dann schlug ich die Hände vor den Mund und lauschte mit angehaltenem Atem auf die Geräusche des Waldes. Ob er zurückkehren würde? Meine angstgeweiteten Augen huschten über das Dickicht und ein Schauer rann mir über den Rücken. Noch nie hatte ich einem so furchterregenden Gegner gegenüber gestanden. Ich war mir sicher, pure Mordlust und Wahnsinn in seinen Augen gelesen zu haben. Bis... zu einem gewissen Punkt. Dann war etwas anderes hinzu getreten, das ich nicht richtig greifen konnte, das aber mindestens genauso besorgniserregend war: Eine Art morbide Faszination, die dem Irrsinn in seinen Augen einen noch gefährlicheren Hauch gab. Noch immer spürte ich seine Hand an meiner Kehle. Und seinen Atem auf meinem Gesicht, während er sich über die Lippen leckte und mich auf diese merkwürdige Weise anstarrte.

„Dieser Blick...ich kenne diese Augen...so wunderschön. Mehr. Gib mir mehr davon“, hörte ich ihn säuseln, während ich ihn nur mit so viel Hass anstarrte, wie ich aufbringen konnte. Aber gerade das schien ihm zu gefallen, was mich wiederum zutiefst verunsichert hatte. Jedes Mal, wenn ich seine Stimme in Gedanken hörte, drehte sich mir der Magen um.

Ich versuchte, wieder auf die Beine zu kommen, was mir mehr schlecht als recht gelang. Wankend stolperte ich vorwärts und glaubte schon die Schritte dieses Verrückten hinter mir zu hören, als ich auf eine Lichtung taumelte. Ich atmete schwer und spürte, wie mit jedem neuen Atemzug weiter die warme Lebensflüssigkeit aus der Wunde trat und über meine Finger rann. Ich versuchte, sie festzuhalten, aber es gelang mir einfach nicht. Ich drehte mich. Oder drehte sich alles um mich? Mein Blick glitt zurück, doch da war kein Verfolger. Nur Wald. Bäume. Wald. Wasser. Himmel. Ich merkte kaum, wie ich dieses Mal auf dem Boden aufschlug, während meine Augen sich gen Himmel richteten und meine Lider schließlich sanken.
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Re: Geschichten aus Anima

Beitrag von Amicara am Fr Jul 27, 2018 11:00 pm

Ein Knistern lies Amicara aus ihren Gedanken schnellen. Ihre Tränen waren mittlerweile versiegt und nun suchten ihre Augen ihre Umgebung ab. Sie hatte bereits eine Kampfhaltung eingenommen und war somit jederzeit bereit zu kämpfen, wenn dies nötig werden würde. Aber auch nach wenigen Augenblicken änderte sich nichts. Kein weiteres Geräusch, kein anderes Wesen in Sicht und auch sonst hatte sich nicht verändert. Ihre Körperspannung lockerte sich etwas, aber dennoch blieb sie kampfbereit. Nachdem ihre Augen ein weiteres Mal die Umgebung abgesucht hatten, stand sie langsam auf und ging in die Richtung des Geräuschs. Immer auf der Hut setzte sie ein Fuß vor den anderen, während ihre Körperspannung wieder zunahm. Es dauerte nicht lange, da erfasste sie etwas, das nicht zur Umgebung passte und näherte sich diesem Punkt. Während sie immer näher kam, erkannte sie immer mehr, dass es sich um eine auf dem Boden liegende Person handelte und ihr schien es definitiv nicht gut zu gehen. Die Stimmung der Elfe änderte sich augenblicklich, als sie den vollen Umfang des Zustandes der jungen Frau entdeckte. Oh großes Licht, lass sie bitte noch am leben sein schickte sie ein Stoßgebet zum Himmel, die Hand aus Fassungslosigkeit auf den Mund gepresst.
Nein, jetzt durfte sie keine Zeit verlieren. Die Heilerin in ihr übernahm und sie ging ihrer Berufung nach. Schnell stellte sie fest, dass die fremde Frau noch atmete, was sie kurz erleichtert aufseufzen lies. Aber ihr Allgemeinzustand sah kritisch aus, sie hatte sehr viel Blut verloren. Die Elfe schloss die Augen und sammelte kurz ihre Kräfte. Als sie bereit war, öffnete sie diese wieder und sah entschlossen auf die Frau nieder. "Kapia maxima" sprach sie laut aus, wobei sie eine Hand auf die Stirn der Frau legte und mit der anderen einzeln die Wunden versorgte. Mit Freunde stellte sie fest, dass die Wunden sich verschlossen und der allgemeine Gesundheitszustand der Fremden stieg. Sie würde schon in kurzer Zeit wieder komplett genesen sein, jedoch war dies auch abhängig von dem geistigen Zustand der Frau. Amicara war zwar eine begabte Heilerin, aber seelische Wunden konnte sie nicht heilen. Mit einem erschöpften Seufzer lies sie den Zauber verklingen. Sie hatte getan, was sie konnte. Die fremde Frau hatte nun keine körperlichen Wunden mehr, aber sie könnte sich durchaus noch geschwächt fühlen. Die Elfe hoffte, dass sie bald aus ihrer Ohnmacht aufwachen würde. Sie würde schon gerne wissen, wie es dazu kam, dass sie hier ohne Bewusstsein und in Lebensgefahr auf dem Boden lag, aber das hatte Zeit.
Der Zauber hatte einiges an Mana gekostet und sie war nun geschwächt. Der Frau vor ihr würde es sicher nicht viel besser gehen, wenn sie aufwachte. Beide sollten sich erst einmal ausruhen.
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Re: Geschichten aus Anima

Beitrag von Cearis am Do Aug 16, 2018 4:03 pm

Durch die Schleier der Bewusstlosigkeit spürte ich etwas. Wie den Hauch einer Berührung; eine Feder, die auf meine Stirn schwebte, Flügel aufspannte und mich in einer lindernden Umarmung umfing. Die Schwärze verwandelte sich in Licht; Licht und Wärme. Mein Atem wurde ruhiger und gleichmäßiger. Wenigstens für den Moment war das Schreckgespenst des Angreifers gebannt. Meine Augenlider hoben sich flatternd. Ich blinzelte ein paar Mal. Wo war ich? Schwarze Punkte tanzten vor meinen Augen, gaben schließlich den Blick auf den blauen Himmel frei und auf eine Gestalt, die sich über mich beugte. Ich riss die Augen auf, wollte hochschnellen und nach meinem Bogen greifen, doch da war nichts. Meine Hand fasste ins Leere und auch mein Körper versagte mir den Dienst. Ohne recht zu begreifen warum ich so schwach war, sank ich wieder zurück ins Gras. Wieder drehte sich alles. So wie...
„Was ist... passiert?“, murmelte ich. Ich fühlte mich, als hätte ich seit Wochen keinen Tropfen getrunken. Dabei konnte das gar nicht sein. Oder doch? Zeit war etwas merkwürdiges, das mir in diesem Moment einen Streich zu spielen schien. Nein. Ich schüttelte den Kopf. Nein. Heute morgen war meine Welt noch in Ordnung gewesen. „Wer...bist du?“ Ich versuchte, die fremde Gestalt zu fixieren, doch selbst das fiel mir denkbar schwer. Ich konnte ja kaum die Augen offen halten! Aber irgendwie spürte ich, dass sie mir nichts böses wollte. Warum sollte sie auch? Hätte sie mich töten wollen, hätte sie bis eben alle Zeit der Welt dazu gehabt.
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Re: Geschichten aus Anima

Beitrag von Amicara am Fr Aug 17, 2018 6:38 pm

Amicara seufzte erleichtert auf, als die junge Frau ruhiger und gleichmäßiger atmete und sie langsam ihre Augen öffnete. Die ruckartige Bewegung erschreckte sie. Da fiel ihr jedoch erst auf, wie dicht sie über der Fremden gelehnt war und entfernte sich ein kleines Stück. Sie nahm die Frage 'Was ist passiert?' wahr und sah in die Augen der gerade Erwachten. "Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe dich hier vorgefunden, dein Zustand war sehr besorgniserregend. Daher begann ich, dich zu heilen und wies aussieht war ich erfolgreich" Ein Lächeln zeichnete sich auf ihren Lippen ab. Sie bemerkte, wie Cearis den Kopf schüttelte und fragte sich, an was sie dachte. Als die Frage kam, wer sie selbst war, räusperte sie sich kurz. "Nenn mich einfach Amicara. Ich sage dir meinen vollen Namen später" Sie wollte die junge Frau nicht überfordern, da diese grade erst nach ihren schweren Verletzungen erwacht war und ihr Name war sowieso viel zu lang. Niemand benutzte ihren vollen Namen. Sie musterte die Fremde kurz von oben bis unten. "Es wird ein bisschen dauern, bis du wieder voll bei Kräften bist, aber deine Verletzungen sind alle verschwunden" Sie nahm eine entspannte Pose sein. "Es hat ganz schön viel Mana gekostet, dich zu heilen" grinste die Elfe leicht.
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