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Die Verrückte Zeitmaschine

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Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Do Sep 20, 2018 12:16 am

“Sardinenbüxe!“ beschimpfte Outis die Maschine und trat nach der Seitenwand. Das war etwas ungerecht, weil der beengte Innenraum so ziemlich das Einzige war, was er daran schätzte. Und das auch nur, weil er stets mit Selina reiste. Die Landung war gewohnt holprig gewesen, es roch nach überhitzten Elektrobauteilen und noch ehe er die Tür aufstieß, ahnte er Übles. Alles wie immer also.

„Sieht aus wie in einem verfluchten Science Fiction“, wandte er sich an die Frau an seiner Seite – sie waren noch immer Schulter an Schulter in das Gerät eingeklemmt, das an einen Kleiderschrank erinnerte, an dessen Oberseite ein verrückter Künstler ein Gewirr aus Kupferdraht angebracht hatte. Er erinnerte sich noch lebhaft an den Tag, als alles Begann:

Er war schon oft an der mit Graffiti beschmierten Wand entlanggelaufen. Fast jeden Tag, um genau zu sein. Und nie war ihm die Tür aufgefallen. Im ersten Moment hatte er sie für ein neues Kunstwerk gehalten. Besser als die meisten anderen - fotorealistisch. Dann hatte er der Versuchung nachgegeben und die „Klinke“ gedrückt. Halb hatte er damit gerechnet in frischte Farbe zu fassen. Stattdessen hatte er die Tür geöffnet.

Dahinter hatte sich der verrückteste Laden aufgetan, den er je gesehen hatte. Hier schien nur Schrott verkauft zu werden. Sperriger und sinnloser Schrott um genau zu sein. Zu Outis Überraschung hatte sich neben einem Verkäufer mit seltsam nichtssagenden Augen auch ein bekanntes Gesicht in dem Laden befunden. Bisher hatte es nur flüchtige Begegnungen zwischen ihnen gegeben, aber er konnte zumindest den Namen „Selina“ zuordnen. Und so begrüßte er sie auch.

Sie war gerade dabei die Maschine zu begutachten. Eines von vielen missglückten Kunstwerken, zumindest konnte er sich das Sammelsurium damals nicht anders erklären. Wer kaufte sich so etwas freiwillig? „Was soll das Ding denn kosten“, hatte er eher als Scherz gefragt. Preisschilder waren hier nirgendwo zu sehen. „Den Inhalt Deiner rechten Hosentasche“, hatte der Verkäufer geantwortet.

Outis hatte aus einer Laune heraus nachgesehen. Eine Packung mit drei verbliebenen Papiertaschentüchern und das Geld für die nächste Schachtel Zigaretten. Mehr nicht. Selina und er hatten sich angesehen, hatten genickt und er hatte das Zeug auf den Verkaufstisch gelegt. Damals waren sie wohl beide fest entschlossen gewesen das hässliche Ding an der nächsten Straßenecke stehen zu lassen und sich aus dem Staub zu machen. Ein spontaner kindischer Einfall, mehr nicht. Es war alles ganz anders gekommen…


Es war sauber hier, beinahe steril. Polierte Metalloberflächen, Displays mit irgendwelchen komplexen Anzeigen, ein rundes Fenster, das den Blick auf von Lichtpunkten durchbrochene Dunkelheit freigab. Ein Werk von Menschenhand, extrem ordentlich und doch so verlassen, wie ein Ort nur sein konnte. Outis steckte das Kampfmesser, das er aus Gewohnheit gezogen hatte, wieder weg. Dann stieg er endlich aus der Sardinenbüxe und ließ sich in einen Schalensessel fallen, der nach einem abgefahrenen Designerteil aussah. „Nichts los hier“, stellte er fest. „Ich repariere das Sch…“ Plötzlich wich alle Farbe aus seinem Gesicht. „Ach Du meine Fresse, ich hab in der Eile die Ersatzteiltasche liegen gelassen.“ Doch als er sich nochmal umblickte, ließ die Anspannung etwas nach. „Immerhin steht hier genug Technik herum.“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Do Sep 20, 2018 10:23 pm

Um ehrlich zu sein freute sich Selina immer etwas, wenn sie die eher unsanfte Landung spürte. Das bedeutete nämlich in den meisten Fällen, dass sie aus diesem engen Raum rauskonnte. Nichts gegen Outis, aber sie war nun einmal nicht gerne in so einer kleinen Kiste eingesperrt.
"Science Fiction?", fragte sie nach. "Ich hoffe doch, du hast genug Star Trek gesehen, dass wir uns hier halbwegs auskennen. Technik und sowas ist nicht gerade meine Stärke." Aber dafür hatte sie ja Outis. Er war auch derjenige, der diese jämmerliche Exemplar einer Zeitmaschine jedes Mal wieder zusammenflickte, wenn etwas nicht damit stimmte. Und das war wirklich häufig der Fall. Im Moment roch es schon wieder danach.

Vorsichtig folgte Selina ihrer Begleitung aus der falschen T.A.R.D.I.S. und atmete erst einmal tief durch. Das sah tatsächlich alles mehr als fancy aus. Man hätte fast meinen können, sie wären in einem Designapartment aus den 70ern gelandet, wenn man nicht gerade die Unweiten des Weltalls auf der anderen Seite des Fensters sah.
"Du hast was?!" Erschrocken fuhr sie Outis an. Wie hatte er ausgerechnet das Wichtigste liegengelassen? So oft wie die Maschine kaputt war, wusste er doch, dass sie die Tasche immer benötigten. Zum Glück konnte Outis sie gleich wieder beruhigen, als er die Technik auf dem vermeintlichen Raumschiff erwähnte.
"Ja, hast wohl recht. Nur hoffentlich finden wir hier alles was wir benötigen." Sie sah sich weiter im Raum um. Das hier sah ungefähr so aus wie die Brücke in allen Sci-Fi-Serien. Ein Haufen leerer Sessel und blinkende Armaturenbretter...nur wo war die Crew? Stimmt, Outis hatte eben selbst bemerkt, wie ruhig es doch war. Selina wusste zwar nicht wie groß das Schiff war, aber mindestens eine Person sollte man hier dich auffinden.
"Wir sollten uns vielleicht mal etwas umsehen. Nach Karten, oder der Besatzung. Nicht dass wir uns auf der Suche nach Ersatzteilen am Ende noch verirren...oder etwas extrem wichtiges auseinandernehmen." Entweder würde die Crew helfen können, sich zurechtzufinden, oder sie würde feindselig reagieren und in beiden Fällen war es besser zu wissen, wo sie sich befand.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Do Sep 20, 2018 11:29 pm

Das konnte Outis nur bestätigen. Für die Technik war er zuständig. Er musste gar nicht mehr nachsehen, was genau durchgebrannt war. Es waren eh immer die gleichen drei Bauteile. Also holte er eine Zigarette aus seiner Hemdtasche, klemmte sie sich in den Mundwinkel und zündete sie mithilfe eines silbernen Benzinfeuerzeugs an. Eine Teerbombe ohne Filter. Viel besser als diese E-Zigarre aus dem alternativen Jahr 2042. Er würde sparsam damit umgehen müssen.

„Auch eine?“, zeigte er sich von seiner großzügigen Seite. Immerhin waren die Kippen mit ein Grund gewesen, weswegen er die Ersatzteile vernachlässigt hatte. „Ich hatte es eilig, ehe mich Uncle Sam doch noch einkassieren“, erzählte er den anderen Teil der Geschichte. Sie kamen gerade aus den USA der frühen 1950er. Zeitlich gesehen gar nicht so weit weg von zuhause. Nur dass der Krieg in Europa noch immer getobt hatte und die Rekrutierung auf Hochtouren gelaufen war. Da wäre den Amis so ein tauglicher Franzose, an dessen Patriotismus man appellieren konnte, gerade recht gekommen.

In dem Moment schrillte eine Durchsagenstimme in irgendeinem Kauderwelsch los und der Universalübersetzer der Sardinenbüxe wiederholte blechern: „Alarm! Arlarm! Freuer in Sektor D2! Ziehen Sie die Atemmaske sofort an! Der Sauerstoff wird in 30 Sekunden aus der Atmosphäre freigesetzt!“ Outis warf Selina einen missmutigen Blick zu und drückte die Zigarette an der Lehne seines Sessels aus. Die übrige Kippe wurde wieder sorgfältig in der Brusttasche verstaut. „Schon erstaunlich…“ setzte er an und wurde von Atemmasken, die aus Deckenpanelen fielen, unterbrochen.

„Schon erstaunlich“, fuhr er fort, als ihnen die Durchsagenstimme eine Viertelstunde später mitteilte, dass sie nun wieder atmen konnten, „dass ein einfacher Schwingkreis ständig durchbrennt und dieser Übersetzer immer noch funktioniert – also mehr oder weniger. Der Sauerstoff wurde gewiss nicht freigesetzt sondern das Gegenteil war der Fall.“

Dann deutete er mit den Daumen über die Schulter auf die schicken Displays. „Die Karten finden wir da drin, wenn Du mich fragst. Der Fluch der Digitalisierung. Aber kannst Du lesen was da steht? Vielleicht eine Art Neochinesisch oder so…“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Fr Sep 21, 2018 1:36 am

Selina wollte ja schon fast etwas sagen, als Outis die Zigaretten hervorkramte. Immerhin hörte sich Rauch in einem geschlossenen Raum...im Weltall nicht besonders vernünftig an. Aber wer von den beiden war schon vernünftig, also nahm Selina wortlos und mit einem Schulterzucken ebenfalls eine der Zigaretten entgegen.
"Die können dich nicht einfach mitschleppen. Zeit, die Tasche zu holen, hätten wir bestimmt noch gehabt." Sie erinnerte sich zurück an den kleinen Zwischenstopp im alternativen Amerika. Zwar war kein Universum, das noch irgendwie in einem der Weltkriege feststeckte, besonders schön, aber zugegebenermaßen war das nichts im Vergleich zu ihrem ungewollten Ausflug nach Dünkirchen '40 gewesen. Besonders als Franzose war das einer der letzten Orte an denen man sein wollte. Ein Wunder, dass die Sardinenbüxe, wie Outis sie so schön getauft hatte, ausgerechnet dort einmal funktioniert hatte und nicht zu viel Zeit mit Reparaturen draufgegangen ist.
Es wäre für Selina verständlicher gewesen, die Tasche im Durcheinander dort zu vergessen, als sich von ein paar Amis in Uniform ablenken zu lassen.

Wie auch immer... Selina wollte gerade ihre eigene Kippe anzünden, da ging ein unglaublich lauter Alarm, so hörte es sich zumindest an, los. Für einen kurzen Moment lang dachte sie, man hätte sie bemerkt und als Eindringlinge eingestuft, aber so wie es die Zeitmaschine übersetzte lag es nur an einem Feuer. Moment mal - Feuer? Ihr Blick wanderte zu Outis, der wohl auch erkannt hatte, dass sein Qualm den Alarm ausgelöst hatte. Ihre eigene Zigarette steckte sie also auch wieder weg. Die würde sie wohl erst im nächsten Paralleluniversum anmachen können.
"Das hast du ja echt toll gemacht.", raunte Selina und nahm sich genervt eine der Masken, die nun von der Decke gefallen waren. Das ganze sah wirklich sehr futuristisch aus, nicht mit diesen Plastikdingern, die es in Flugzeugen gab, zu vergleichen. In den nächsten paar Minuten streifte Selina einfach weiter ziellos durch die Brücke, setzte sich ab und zu auf einen dieser Eierstühle und versuchte die vielen Displays zu verstehen. Lesen konnte sie das dargestellte nur genauso wenig wie sie den originalen Alarm verstanden hat, also musste sie sich wohl oder übel an Bildern und auffälligen Worten orientieren.

Outis brachte sie dabei wieder leicht aus dem Konzept, als er nach all der Zeit weiterredete.
"Sei doch froh, dass es wenigstens ein Ding weniger zu reparieren gibt.", meinte sie, nachdem sie ihre Maske wieder abgenommen und auf das Armaturenbrett gelegt hatte. "Und nein, ich hab so gut wie keine Ahnung, was das hier alles bedeutet. Ich will auch nicht die Selbstzerstörung oder ähnliches auslösen, wenn ich mich wahllos hier durchtippe...so einen Knopf gibt es ja offensichtlich überall, besonders auf Science-Fiction-Raumschiffen."
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Fr Sep 21, 2018 8:21 am

„Wo die Brandmelder wohl stecken“, fragte sich Outis laut, während er mit den Augen die glatte weiße Decke absuchte. Selbst die Klappen für die Sauerstoffmasken waren verschwunden. Was war das für ein Material? Unzerstörbare Industriekeramik mutmaßte er, bis er in einer Ecke etwas entdeckte, das diese These in Frage stellte. „Ach du Sch***“, murmelte er und machte Selina auf eine lange Kerbe in der Decke aufmerksam. Als hätte jemand – oder etwas – mit einem sehr langen und sehr scharfen Fingernagel einen tiefen Kratzer darin hinterlassen. So viel also zum Thema unzerstörbar.

Vergessen waren alle Pläne den Feueralarm zu überlisten. „Je weniger wir reparieren müssen, desto besser. Wir sollten hier nicht länger als nötig bleiben“, stimmte er zu. Auch wenn er sich fragte, warum ausgerechnet die Steuerung des Antriebs – wenn man bei einer Raumzeitmaschine von einem solchen sprechen konnte – so konstruiert war, dass sie bei zwei von drei Reisen durchbrannte. Vielleicht ging es nicht anders, er konnte schließlich nicht von sich behaupten, dass er dieses Teufelswerk verstand. Er hatte lediglich, nach unzähligen Fehlversuchen, einige Übung darin es wieder zum Laufen zu bringen.

„Ich würde mir wünschen, dass der Universalübersetzer auch für geschriebenes Wort funktioniert“, grummelte er Selina zu, als er über ihre Schulter hinweg einen näheren Blick auf das Display warf. Eine Sache, über die er sich schon gefühlte tausendmal beschwert hatte. „Ob es eine Sprachsteuerung gibt?“ Eine heikle Angelegenheit wenn ein so unausgereifter Übersetzer dolmetschen musste. Falls sie hier an Bord keine wirklich gute AI hatten, waren Missverständnisse vorprogrammiert. „Oder wir rufen den Kundendienst an.“ Oder wen auch immer. Manche Dinge ändern sich nie, dachte Outis grinsend und deutete auf das Symbol eines grünen Telefonhörers. Mit einem Menschen, der mitdachte, konnte man sich mittels des Übersetzers normalerweise halbwegs verständigen. Und nach dem Selbstzerstörungsknopf sah das auch nicht aus. So weit konnte sich die Symbolik nicht verändert haben - hoffentlich.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Sa Sep 22, 2018 12:28 am

Über das Display erfuhr Selina nichts Neues, zumindest nicht solange sie die Zeichen darauf nicht verstand und im Moment schien es ihr das Kopfzerbrechen einfach nicht wert genug zu sein. Selina wollte sich übermäßig dramatisch in dem Schalensessel wegdrehen, als sie feststellen musste, dass das Teil fest und gar nicht so toll beweglich war, wie es sein Äußeres vermuten ließ. So blieb sie letztendlich einfach enttäuscht halb in dem Ei hängen.

"Was ist denn?" Sie hob eine Augenbraue und sah skeptisch in Outis' Richtung, als dieser offenbar eine weitere schockierende Entdeckung gemacht hatte. Allerdings staunte Selina selbst auch nicht schlecht, als sie den riesigen Kratzer an der Decke bemerkte. Wovon der nur stammen könnte? Bestimmt steckte nichts Gutes dahinter und auch Outis schien dieses Gefühl zu teilen.
"Sag bloß wir sind hier in einem Science Fiction Szenario à la Alien gelandet..." Hätte sie doch nur mehr Horrorfilme aus den Siebzigern gesehen, dann wüsste sie, wie man in so einer Situation reagieren müsste. Sie blickte erneut durch den Raum. Vielleicht müssten sie gar nicht durch das halbe Schiff wandern, sondern könnten alle Ersatzteile in diesem Raum finden...aber das wollte sie einmal ihrer Begleitung überlassen. Sie kannte sich nach wie vor wenig mit der Zeitmaschine aus. Das einzige, was sie sicher darüber wusste, war, dass das Ding so gut wie nie so funktionierte, wie man es gerne hätte.

"Und selbst wenn es eine gäbe, wie sollte die uns verstehen? Offensichtlich spricht die Besatzung hier irgendeine fremde Sprache. Was soll ich machen? Es einfach versuchen mit 'Alexa, hilf uns dieses Scheißteil zu reparieren'?!"
Zu Selinas großen Überraschung ging für einen kurzen Moment die Deckenbeleuchtung des Raumes an, als hätte sie tatsächlich etwas aktiviert, und ließ die beiden Reisenden nach einigen Sekunden wieder mit den Lichtern der Displays alleine. Ob das nur Zufall gewesen ist?
"Was meinst du damit?", fragte sie Outis auf den Einfall mit dem Kundendienst hin. Sie konnte sich beim besten Sinne nicht erklären, was er vorhatte. "Ob wir damit wirklich jemanden erreichen? ...Wir wissen nicht mal in welchem Jahr wir sind. Das Symbol könnte für alles mögliche stehen." Aber was sah schon so ähnlich aus? Grüne Bananen? Wohl kaum.
Sie hatten im Moment eh nicht viel zu verlieren, also drückte Selina den Knopf und wartete gespannt darauf was passieren würde.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Sa Sep 22, 2018 10:00 am

„Ich hoffe nicht“, erwiderte Outis der sich aus dem Film vor allem noch daran erinnerte, dass er dem Alien lieber nicht hier begegnen würde. Selina hatte sein mulmiges Gefühl ziemlich gut auf den Punkt gebracht. „Wir sollten vermeiden uns umzudrehen. In diesen Filmen ist das nie eine gute Idee. Aber sehen wir es auch mal von der positiven Seite… zwei Überlebende sind in dem Genre durchaus drin.“ Eigentlich hätte er „ein oder zwei“ gesagt, aber daran mochte er gar nicht denken. „In den nächsten 90ern sollten wir schauen, ob der Film dort jemals gedreht wurde. Wenn ja, dann leihen wir uns die entsprechende Videokassette aus und lachen über unsere Paranoia heute.“

Ob sie hier in dem Raum alles Notwendige finden würden? Er hatte zu viele Bilder von düsteren, verwinkelten Korridoren, flackerndem Neonlicht und seltsamen Greifarmen im Kopf, um große Lust auf Erkundungstouren zu haben. Allerdings schienen hier keine Geräte herumzustehen. Es war wohl alles feinsäuberlich in die Deck, Wände und Armaturen integriert.

Als Selina kurz darauf versuchte mit dem Schiff selbst zu reden, konnte sie tatsächlich interessante Ergebnisse vorweisen. Und natürlich konnte Outis der Versuchung an ihre Erfolge anzuknüpfen nicht wiederstehen. „Alexa… Scheißteil“ Es wurde hell. Indirekte Beleuchtung, es war schwer zu sagen wo genau die Lichtquellen versteckt waren. „Scheißteil? Echt jetzt? Reparieren… zurepa…“ Abermals senkte sich fließend wie ein Sonnenuntergang im Zeitraffer die nur durch die Displays durchbrochene Düsternis über die glatten Oberflächen der SciFi-Brücke. „Wieder was über Neochinesisch gelernt.“

Obwohl er es selbst vorgeschlagen hatte, traf es ihn etwas unerwartet, als Selina auf das Symbol drückte. Sofort setzte statisches Hintergrundrauschen ein. Dann eine Stimme, nein eher zwei Stimmen. Ein Dialog oder Bruchstücke davon überlagert von der synthetischen Sprache des Blechkastens, der ebenso Bruchstückhaft übersetzte: „… Linie seit Jahrzehnten tot… technischer Defekt… Station in Quarantäne?... uns reden? Bildübertragung… bringen? … Minute…“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am So Sep 23, 2018 12:42 pm

Das mulmige Gefühl, das ein möglicherweise tödliches Alien ausgelöst hatte, wollte einfach nicht verschwinden und breitete sich langsam weiter in Selina aus. Warum mussten sie auch immer zur dümmsten Zeit an die schlechtesten Orte gelangen? Ein Filmabend in den 90ern klang wirklich nach einer passenden, entspannenden Abwechslung nach dem letzten heiklen Reisen. Netflix & Chill auf die etwas altmodische Art also.

"Was machst-" Selina wollte gerade nachfragen, was Outis da zu bewirken versuchte, aber wie sich herausstellte war die Reaktion auf den Befehl eben wohl doch kein Zufall gewesen und man konnte mithilfe einer Sprachsteuerung das Licht kontrollieren. Outis bekam das zumindest schon besser hin als Selina eben, aber sie hätte auch nicht erwartet, dass ihr Appell an "Alexa" irgendetwas auslösen würde.
"Faszinierend...", murmelte Selina zu sich selbst. Aber selbst wenn sie jetzt wussten, wie man das Licht per stimme einschalten konnte, brachte es den beiden herzlich wenig.

Das gleiche galt wohl für den "Kundendienst".
"Hast du davon etwas verstanden?", fragte Selina. Es dauerte eine Weile, bis Selina die verschiedenen Bruchstücke zu einer halbwegs sinnvollen Konversation zusammensetzen konnte, aber früher oder später erkannte sie auch, worum es sich soeben gehandelt hatte und kaum war sie zu der Erkenntnis gekommen, erleuchtete eines der Displays hinter ihnen und gab ein ähnlich statisches Rauschen von sich.

Selina drehte sich sofort um und erkannte auf dem Bildschirm das, was vermutlich die zwei Personen am anderen Ende der Leitung waren. Überraschenderweise sahen die zwei recht menschlich anmaßenden Personen eher weniger futuristisch aus. Wäre da nicht die ganze Technik hinter ihnen zu sehen, hätten sie locker aus den 2000ern stammen können. Selina wusste auch nicht wirklich, was sie erwartet hatte. Aliens wie aus Star Trek?
Die Personen auf dem Bildschirm schienen wohl genauso überrascht jemanden zu sehen und diskutierten erst einmal kurz untereinander, zu leise für die Sardinenbüxe. Allerdings entschieden sie sich letztendlich wohl doch dazu mit den beiden Zeitreisenden zu kommunizieren.
"Hier Dr. Alren und Layne von Eurus. Sind wir in der Annahme korrekt, dass Sie im Nostromo sind? Wenn bist du zur Station gekommen?", übersetzte die Maschine blechern und höchstwahrscheinlich falsch, aber dennoch halbwegs verständlich.
Selina stupste ihre Begleitung an. Sie hatte bereits die Sprachsteuerung entdeckt, jetzt war es Outis' Aufgabe sozial zu wirken.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am So Sep 23, 2018 4:18 pm

„Wir sind wohl allein auf dieser… Station?“ Aus den Gesprächsbrocken vielmehr herauszuhören war schwierig. „Ich glaube sie setzen sich bald wieder mit uns in Verbindung.“ Mit dieser Einschätzung lag er richtig. Und diesmal hatte er nicht nur ein Bild vor sich, bzw. hinter sich – sie mussten sich erst umdrehen um es sehen zu können – sondern auch die Sprachübertragung schien weniger gestört zu sein. Anfangs tuschelten die beiden Sprecher, die gewöhnlicher wirkten als er sich vorgestellt hatte, so leise, dass die Sardinenbüxe nicht schlau aus ihnen wurde. Und die menschlichen Zuhörer natürlich erst recht nicht. Dann veranlasste ihre eigene Neugierde sie dazu ein Gespräch zu beginnen.

„Sehr erfreut“, erwiderte der Zeitreisende, der den Stupser seiner Begleiterin als Aufforderung das Reden zu übernehmen interpretierte. „Selina und Outis von der Erde. Wir sind soeben mit unserer… Rettungskapsel hier angekommen.“ Er deutete auf die Maschine, die ein wenig nach einem pseudofuturistischen Kleiderschrank aussah. „Gut möglich, dass es sich bei dieser Raumstation um den Nostromo handelt. Wir brauchen einige Komponenten, um unsere Kapsel wieder zum Laufen zu bringen.“

Nach fünf Minuten Smalltalk, der von einer Blechstimme gedolmetscht wurde, wussten sie ein wenig mehr. Layne war angehende Ingenieurin und Alren war Doktor der Physik. Sie arbeiteten in einem von Eurus – was auch immer das sein mochte – finanzierten Universitätsprojekt an einer Bodenstation, die nicht länger wirtschaftlich betrieben wurde. Die Station Nostromo befand sich in einem stabilen Orbit um Caligula IV und war vor 34 Jahren, aus Gründen die man ihnen nicht näher sagen wollte oder konnte, stillgelegt worden. Dass sie nun mit Leuten sprachen, die von der echten Erde stammten, war wohl furchtbar aufregend für die Beiden und dass sie die „Raumkapsel“ überhaupt bis zur Station gebracht hatte, wunderte sie sehr.

Während Dr. Alren anfing Informationen zu… faxen – in Ermangelung eines besseren Begriffes – begann Outis damit sich mit Layne in technischen Details zu verlieren. Die Blätter waren beschichtet, als hätte sie der ratternde Drucker auch gleich hauchdünn laminiert. Sie auszuwerten überließ der einstige Autodieb Selina. Pläne der Station, in denen Ihr Standort markiert war, das Foto einer stark demolierten Raumstation von außen, eine Liste von Räumen, vor denen meist ein rotes X und manchmal ein grünes Häkchen stand. Offensichtlich hatte man ihre Sprache analysiert, denn die Dokumente waren in einer Sprache abgefasst, die vom Französisch, wie sie es kannten, abstammen mussten.

Nach einer Viertelstunde beendeten die Ingenieurin und Outis ihr Gespräch, am Display blieb aber ein großes Rückrufsymbol zurück. „Wir müssen die eisernen Reserven antasten, um von hier fortzukommen.“, meinte der Zeitreisende. „Einzelne Bauelemente sind voll 24. Jahrhundert hat man mir gesagt. Alle Bauelemente sind Teil vollintegrierter Chips auf Kohlenstoffbasis. Ich habe allerdings noch genug für zwei Reparaturen im linken Schuh. Problematisch wird das Löten. Ich habe keinen elektrischen Lötkolben dabei und auf Feuer reagieren die Systeme hier etwas überempfindlich… Aber bevor wir uns darüber den Kopf zerbrechen: Was hältst du von Diamanten? Are they a girl’s best friends?“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Mo Sep 24, 2018 12:12 am

Selina war richtig erleichtert, dass die Kommunikation mit der anderen Seite so problemlos ablief. Problemlos, wenn man mal davon absah, dass der Übersetzer ab und zu ein paar Fehler einbaute, aber Outis war zum Glück kompetent genug, seine Gesprächspartner trotzdem zu verstehen.
Selina zögerte nicht lange, als es darum ging einige Dokumente zu empfangen. Sofort stürmte sie zum Drucker und sammelte alles auf, was ihnen zugeschickt wurde. Während Outis dann noch dabei war, sich über die Technik des Schiffes zu unterhalten, las sich Selina ein paar der Blätter durch, die offensichtlich für sie übersetzt worden waren. Gut zu wissen, dass sie jetzt mit einer Karte ein wenig mehr Übersicht über die Station haben könnten. Die roten und grünen Zeichen deutete Selina als unbegehbare, sowie sichere Räume. Wie das Foto anmaßen ließ, waren die roten Räume wohl so stark beschädigt, dass die gesamte Luft darin in das Vakuum des Weltalls gesogen wurde. Wenn man also nicht unbedingt explodieren, oder ersticken wollte, sollte man diese Räume besser geschlossen halten.
Selina konnte, so gut es ging, eine Route erstellen, die sie auf der Suche nach Ersatzteilen ablaufen könnten. Outis würde von der Ingenieurin wahrscheinlich eher erfahren, in welchen Räumen genau sie suchen müssten.

Das Gespräch mit den zwei anderen schien beendet, also sah Selina wieder auf, in der Hoffnung, Outis hätte etwas brauchbares erfahren.
"Dann müssen wir schätzungsweise immer noch die Rauchmelder loswerden.", erkannte Selina. Das war ja bereits eines ihrer ersten Probleme gewesen. So wie sie Outis kannte, dürfte das allerdings nicht zu schwer werden.

"Viel zu teuer dafür, dass sie gar nicht einmal so selten sind.", war ihre Antwort auf die Diamanten. Warum Outis ausgerechnet dieses Thema angesprochen hatte, war Selina aber erst einmal ein Rätsel. "Und abgesehen davon haben Diamanten dieses Image von Sklaverei und Bürgerkriegen an sich, zumindest in unserer Zeit. Man kann damit aber gut Panzerglas durchbrechen...wie zur Hölle kommst du überhaupt auf Diamanten?"
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Mo Sep 24, 2018 12:17 pm

„Ich habe Layne gefragt, wie sie die ganzen integrierten Schaltkreise gegen Höhenstrahlung schirmen und mich damit vor ihr wohl wieder einmal als furchtbar Rückständig geoutet“ erklärte Outis. „Sie sind wohl schon lange von Silizium als Trägermaterial abgekommen und nutzen ähnlich aufgebaute Kohlenstoffkristalle. Wenn Du mich fragst, stecken in ihrer Elektronik massig Industriediamanten.“ Die Sorte, die künstlich im Labor gezüchtet wurde anstatt sie in der dritten Welt unter menschenunwürdigen Bedingungen abzubauen und anschließen blutige Kriege darum zu führen. „Ich habe überlegt, ob wir nicht ein wenig looten sollen. Das hier ist wie ein Bonuslevel in einem Computerspiel.“

Aber Selina hatte Recht. Ihr vorrangiges Problem war es wieder von hier wegzukommen. „Die Rauchmelder zu überbrücken wäre eine Möglichkeit. Aber unsere neuen Freunde hatten noch eine andere Idee.“ Nun war ein seltsamer Glanz in Outis Augen getreten. „Ein kurzer Impuls einer Laserpistole bei niedriger Intensität und maximaler Streuung würde kleine Mengen Metall wohl auf etwa 470 K erhitzen.“ Was reichte um gutes altes bleihaltiges Lot zu schmelzen. Das eigentliche Schlagwort, das gewiss auch Selina begeistern würde, lautete aber Laserpistole. „Allerdings müssen wir dazu in die Waffenkammer. Das wird nicht ganz einfach. Die genaue Route, Zugangscodes und Inventarliste kommen frühestens in einer halben Stunde. Ach und noch etwas: So richtig bereit uns zu helfen waren die beiden erst, als sie gehört haben, dass wir nicht in die Atmosphäre ihres Planeten eindringen wollen. Ja, dass wir das mit unserer „Rettungskapsel“ nicht einmal können.“ Irgendwas stimmte hier nicht. Ein Grund mehr, die Waffenkammer aufzusuchen.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Fr Okt 05, 2018 8:05 pm

"Naja, wenn das so ist...", grinste sie. "Dann sollten wir dieses Schiff vielleicht doch noch auseinandernehmen."
Selbst wenn sie die Diamanten nicht alle für sich behalten würden, oder in ihrem Heimat-Universum verkaufen könnten, irgendeine Welt, in der man solche Kristalle für viel Geld verscherbeln könnte, gab es immer. "Das macht den ganzen Aufenthalt hier vielleicht auch etwas spaßiger. Ständig irgendwo festzusitzen ist schon etwas nervig."
Aber immerhin hatten sie jetzt einen Plan wieder von hier wegzukommen, denn ewig auf einer verlassenen Raumatation bleiben wollte Selina nun auch nicht. Offensichtlich war dieser Ort auch schon seit Ewigkeiten verlassen. Wirklich leben ließ es sich hier also wahrscheinlich auch nicht mehr....aber man hatte Diamanten.

"Warte, warte, warte...", unterbrach Selina ihren Partner kurz mitten in der Erklärung. "Hast du gerade 'Laserpistole' gesagt?!" Outis kannte Selina nur zu gut, wenn er bereits gewusst hat, dass sie ausgerechnet dieser Teil des Plans begeistern würde.
Selina hörte den Rest schon fast gar nicht mehr über ihre Begeisterung hinweg, versuchte das dann aber doch noch halbwegs zu unterdrücken, um ihrem Partner zuhören zu können.
"Dann warten wir doch einfach...zur Not können wir ja schon anfangen, Teile zu suchen, oder Diamanten zu looten." Selina sah auf die kaputte Zeitmaschine. Was genau man zur Reparatur brauchte, hatte sie wieder einmal vergessen, aber Outis würde ihr wahrscheinlich schon sagen was zu tun war. "Und vielleicht haben die Leute einfach Angst vor zeitreisenden...Aliens? Zumindest waren die ja richtig überrascht jemanden von der Erde zu sprechen. Vielleicht ist da vor Ewigkeiten mal etwas vorgefallen wie eine Pandemie und jetzt hat man Angst vor Leuten, die die Krankheit verbreiten könnten. Weißt du noch welche Panik es vor Jahren an Flüghäfen gab wegen Ebola?" Oder im Moment besser gesagt vor ein paar Jahrhunderten. "Vielleicht ist jetzt eben nicht mehr das Einreisen in Länder, sondern auf ganze Planeten erschwert." Sie zuckte mit den Schultern.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Sa Okt 06, 2018 11:28 pm

Outis Blick wanderte über die glatten weißen Keramikpaneele und er fragte sich wie sie mit dem Zerlegen des Raumschiffes überhaupt beginnen sollten. „Wir sollten die Diamanten lieber im zerstörten Teil des Schiffes einsammeln“, meinte er schließlich. „Um in die Waffenkammer zu gelangen müssen wir eh nach draußen. Und wenn wir hier aus Versehen die Steuerung für ein lebenserhaltendes System entfernen, wäre das auch nicht ganz ideal.“
Dann nahm er sich den Bordplan vor. Das Gebilde, in dem sie sich befanden sah aus wie ein riesiges Spinnrad und sie befanden sich in dem Ring ganz außen. Während der Autodieb den genauen Standort suchte, summte er: „Wheel in the sky keeps on turnin'“. Schließlich deutete er auf Luftschleuse D2β. „Da müssen wir raus. Es sollten genug Raumanzüge vorhanden sein. Univeralgröße, die sich dem Träger – oder der Trägerin – perfekt anpasst. Ich hoffe sie sind so figurbetont, wie ich sie mir vorstelle.“ Den letzten Nachsatz hatte er mit einem frechen Grinsen hinzugefügt.

Allerdings würden sie ohne die Codes nicht in die verdammte Schleuse kommen und so waren ihre Optionen sich sinnvoll zu beschäftigen ziemlich eingeschränkt. Outis suchte noch die Waffenkammer heraus und zeigte sie Selina, aber herauszusuchen wie viele und welche Räume auf ihrem Weg beschädigt waren, wäre wohl Zeitverschwendung gewesen. Erstens hatte er keinen Space Pen zur Hand um sie zu markieren und zweitens würden das aller Voraussicht nach ihre Freunde auf der Erde, äh auf Caligula IV, für sie erledigen.
„Seuchen von der Erde, klar!“, rief er aus, als Selina kurz darauf Ebola erwähnte. „Irgendwie macht mich das Alien-Setting hier ein wenig paranoid, meist sind die einfachsten Erklärungen die besten. Sie wollen nicht, dass es den Leuten auf ihrer schönen neuen Welt so geht wie den Ureinwohnern Amerikas. Wir könnten die Influenza einschleppen, oder gar die Masern. Aber was machen wir jetzt, bis sich Layne wieder meldet?“
Er wollte gerade etwas Unanständiges vorschlagen, als ihm auffiel, dass die Displays auf Spacefranzösisch – oder wie auch immer die Sprache heutzutage hieß – umgestellt war. „Die Inventarliste ist doch gewiss auch auf dem Bordserver verfügbar. Oder ein Waffenhandbuch. Mich würde brennend interessieren was außer Laserpistolen gerade dem Stand der Technik entspricht.“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Mo Okt 08, 2018 11:53 pm

Und wieder einmal bewies Outis, dass er der Planer von beiden war. Selina hätte wahrscheinlich früher oder später das gesamte Raumschiff auseinandergenommen, ohne überhaupt einmal daran zu denken, dass sie damit etwas Wichtiges beschädigen könnte. Ein Glück, dass sie niemals alleine an solchen tödlichen Orten landete.

Als Outis anfing den Plan zu inspizieren, schlich sie sich hinter ihn und legte ihren Kopf so auf seiner Schulter ab, dass sie mitlesen konnte. Das sah ja alles richtig fancy aus. Wer kam nur auf solche ausgefallenen Formen? Irgendwie musste das Ding ja auch ins Weltall gelangt sein. So eine Form, oder auch nur Teile davon an einer Rakete kamen ihr nicht unbedingt praktisch vor, aber die Zukunfts-Wissenschaftler werden sich wohl etwas dabei gedacht haben.

"Natürlich tust du das." Selina erwiderte das Grinsen und stieß ihn spielerisch in die Seite.
Wie das wohl sein würde in Raumanzügen durch zerstörte Schiffe zu klettern? Weder Outis noch Selina schienen qualifizierte Astronauten zu sein. Naja, sportlich war Selina schon, also würde das vielleicht eher weniger Probleme bereiten, aber etwas mulmig wurde ihr dann doch bei dem Gedanken, dass sie so etwas Extremes vorhatte. So hatte sie sich auf den letzten Reisen eigentlich selten gefühlt. Ihr konnte sonst nichts anhaben und immerhin war sie eine der zwei Verrückten, die es wagten durch Raum und Zeit zu irren. Jetzt wo sie so darüber nachdachte... Warum machte sie sich überhaupt Sorgen? Die letzten Probleme hatten sie und Outis auch bewältigen können.
"Oh ja, ein Waffenhandbuch hört sich super an! Ich muss wissen, ob ich hier noch mehr als eine Laserpistole und ein paar falsche Diamanten mitnehmen könnte." Sie dachte nach, was für verrückte futuristische Erfindungen man denn auf so einem Schiff finden könnte, hatte letztendlich aber keine guten Einfälle.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Di Okt 09, 2018 11:38 pm

Am liebsten hätte Outis den Plan ewig betrachtet. So dazusitzen, mit Selinas Kinn auf der Schulter, das waren die kleinen Momente, wegen derer er sich manchmal heimlich dazu beglückwünschte, dass er mit ihr in dieses Zeitreiseschlamassel geraten war. Natürlich hoffte er irgendwann wieder in der heimischen Welt und im passenden Jahrzehnt anzukommen. Und selbstverständlich hätte er sich gewünscht zumindest kontrollieren zu können, wohin ihre Sprünge sie führten. Aber auf all die gemeinsamen Abenteuer hätte er im Nachhinein auch ungern verzichtet. Man hätte Romane damit füllen können. Unglaubwürdige, haarsträubende Romane.
Nach einer Weile rappelte er sich dann doch auf und ging zu einem der Monitore. Bald war eine Bibliothek gefunden und die Titelsuche förderte ein Standartwerk zur Entwicklung der Waffen im 25. Jahrhundert zutage. Ein Blick auf die Datumsanzeige offenbarte, dass sie sich im Jahre 2523 befanden. Wenn man bedachte, dass die Station seit fast vier Jahrzehnten stilllag, war das Buch also ideal um sie auf das vorzubereiten, was sie hoffentlich in der Waffenkammer vorfinden würden.

Im Inhaltsverzeichnis schwankte Outis Finger eine Weile lang unschlüssig zwischen den Kapiteln zu Fern- und Klingenwaffen. Da sie eine Laserpistole suchten, um von hier wegzukommen, entschied er sich schließlich für die Schießeisen. Schnell wurde klar, dass die Kreativität der Menschheit, wenn es ums gegenseitige Töten ging, in den letzten Jahrhunderten nicht nachgelassen hatte.
Es gab auf den virtuellen Seiten genug abgefahrenes Zeug zu entdecken, dass die Suche nach der Laserpistole vorläufig in Vergessenheit geriet. Während sich der Autoknacker für Projektilwaffen, die für den Einsatz in der Schwerelosigkeit gedacht waren, begeisterte, hatte es Selina das Unterkapitel über „Retrowaffen“, eine Mode, die in den 2460er Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte, angetan. Diese vor allem für Privatleute konzipierten Waffen sahen aus, als hätten Designer im Drogenrausch Filme aus dem 20. und 21. Jahrhundert gesehen und sich davon inspirieren lassen.
„Sie dir das mal an“, meinte Outis und deutete auf die Abbildung einer kleinen knallbunten E-Gitarre. Im nächsten Augenblick hatten sie ein dreidimensionales Hologramm derselben vor sich, während eine beinahe lebensecht synthetisierte Stimme sie über das Ding informierte. Es handelte sich um eine nicht tödliche Waffe, die auf manchen Planeten von Kindern unter 12 benutzt werden durfte. Damit ließ sich gerichteter Schall erzeugen, der Trommelfelle zerreißen konnte und auch eine Lasershow ließ sich damit abfeuern, die den Getroffenen dauerhaft das Augenlicht kosten konnte. „Nettes Spielzeug. Sowas darf in keinem Kinderzimmer fehlen.“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am So Nov 04, 2018 10:56 pm

Selina setzte sich an einen der Monitore neben Outis und begann ebenfalls mit der Recherche. Ein kleiner Blick zu ihrem Partner verriet ihr, nach welchen Dateien sie suchen musste und es dauerte auch nicht lange bis Selina das passende Werk gefunden hatte.
"25. Jahrhundert...plötzlich fühlt man sich so alt.", meinte sie beim Blick auf den Titel.

Eine Weile lang blätterte Selina ziellos herum, bis sie im Kapitel der Retrowaffen landete. "Ernsthaft, wir send jetzt auch schon retro?", bemerkte Selina ein wenig empört, auch wenn ihr mitten im Satz richtig klar wurde, wie weit sie überhaupt in die Zukunft gereist waren. sie ließ sich trotzdem nicht davon abschrecken und stöberte interessiert durch das, was man wohl noch aus der Zeit um ihr Jahrhundert in Erinnerung hatte. Ganz besonders angetan hatten es ihr dabei die Waffen, die offensichtlich aus alten Sci-Fi-Flicks aus den Sechzigern abgekupfert waren. Abgerundete, blecherne Laserpistolen und - "Es gibt in diesem Universum sogar Tommy Guns, die Laser verschießen!", rief sie begeistert aus. Zu schade, dass man die Designerwaffen hier wahrscheinlich nicht finden würde und selbst wenn, sie wären viel zu groß für den Transport in der Sardinenbüxe.

Outis schien ebenfalls eine sehr...interessante Entdeckung gemacht zu haben. Das Hologramm, das plötzlich erschien, überraschte Selina gar nicht mehr so wie es der Rest der Technik anfangs getan hatte. Irgendwie musste sowas ja früher oder später auftauchen und mittlerweile hatte sie sich auch schon recht gut an das Setting gewöhnt.
"Wow...", war das Einzige, was sie dabei herausbrachte. "Was können dann die tödlichen Waffen, an die Kinder nicht dürfen, alles?"
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Mo Nov 05, 2018 10:55 pm

„Im fünfundzwanzigsten Jahrhundert waren wir doch noch jung, inzwischen schreiben wir das sechsundzwanzigste“, scherzte Outis. „Und warte nur, bis wir wieder im vierzehnten Jahrhundert landen. Dann fühlen wir uns plötzlich so jung, dass das alle Altersbeschwerden von heute ausgleicht.“

Auch Selina stöberte eifrig in dem virtuellen Wälzer, bis sie über etwas Interessantes stolperte. „Es ist doch eher erstaunlich, dass wir noch retro sind“, antwortete der Autoknacker mit einem Zwinkern. „Vielleicht macht eine Zeit, in der die Menschheit noch auf der weit entfernten Erde vereint war, besonders nostalgisch?“ Bei diesen Worten wurde ihm erst klar, wie weit entfernt sie plötzlich auch räumlich waren. War es Zufall gewesen, der sie bisher auf der Erde gehalten hatte? Rauschten sie statistisch um ihren Ausgangspunkt herum, bis sie sich irgendwann in den Weiten des Universums verloren? Mussten sie damit rechnen bald fernab jeder menschlichen Zivilisation, vielleicht sogar jedes geeigneten Lebensraumes, zu landen? Outis entschied sich dazu vorläufig nicht darüber nachzudenken. „Vielleicht könnte ich eine handelsübliche Laserkanone, die wir hier mitgehen lassen, in eine Tommy Gun vom Schwarzmarkt einbauen, wenn wir wieder zuhause sind“, stürzte er sich bereitwillig auf das nächste sich bietende Thema.

Dann besahen sie sich gemeinsam die verstümmelnde E-Gitarre. „Na töten halt“, zog das Ex-Gangmitglied seine Schlüsse. „Um das zu tun, müsste man ein solches Ding wohl als Keule benutzen. Damit ist es eiiindeutig kindgerecht. Aber jetzt haben wir genug Schießeisen gesehen.“ Damit blätterte er mit einem Klick auf ein seitliches Menü zu den Klingenwaffen. Recht bald blieb er bei etwas hängen, das entfernt an einen futuristischen Geigenbogen erinnerte. „Monoblade“, las er ab und ging um das frisch erzeugte Hologramm herum, obwohl sich das eh gedreht hätte, während sie die beinahe echt klingende Kunststimme informiert, dass das Gebilde einen einzelnen Molekülstrang spannte. „Man sieht ihn gar nicht“, bemerkte Outis, obwohl das auch an der Auflösung liegen konnte.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Mi Nov 07, 2018 11:22 pm

"Die Frage ist nur auf welche Art und Weise...", meinte Selina erneut auf die "harmlose" kleine E-Gitarre hin. "Ob Kinder heutzutage verantwortungsbewusster sind, oder die Menschheit einfach mehr aushält?", fragte sie sich selbst. "...oder ob es einem mittlerweile einfach egal ist, wer wie draufgeht, weil es bereits so viel Überbevölkerung gibt?"

Als Outis beschloss nach neuen Waffen zu stöbern, wollte Selina sich mit einem Schwung zu ihm rüber rollen, um auf das gleiche Display sehen zu können...nur um festzustellen, dass sie auf keinem Drehstuhl mit Rollen saß. Der seltsame Eiersessel ließ sich so gar nicht bewegen, eigentlich logisch für ein Vehikel, das durchs Weltall fliegen sollte. Trotzdem hatte Selina dies offensichtlich nicht vorher bedacht und hing kurz etwas traurig in ihrem Sessel, bevor sie aufstand und sich zu Outis bewegte.

"Seltsam, dass man heute noch besondere Nahkampfwaffen benutzt. Die kamen mir in unserer Zeit schon fast so gut wie überholt vor." Klar, es gab immer das Kampfmesser, auf das man sich verlassen konnte, oder eine Machete für die Zombieapokalypse. Ein paar Weebs hatten wahrscheinlich auch noch eine Katana-Sammlung aber abgesehen davon kamen Selina Schusswaffen immer viel verbreiteter vor.
Aber offensichtlich waren den Wissenschaftler und Designern der Zukunft auch nicht die Ideen für Klingenwaffen ausgegangen. Das musste Selina feststellen, als sie ebenso neugierig wie Outis das neue Hologramm betrachtete.
"Ich glaube auch nicht, dass man mit dem menschlichen Auge unbedingt die Dicke von einem Molekül sehen kann...weiß man auch aus welchem Molekül die sind?" Als ob das einen großen Unterschied machen würde, als ob es ein winziges Molekül oder eine komplizierte Kohlenstoff-Verbindung wäre. Am Ende würde man es wohl trotzdem nicht sehen können. "Und das hält auch?", fragte Selina etwas ungläubig.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Do Nov 08, 2018 8:31 pm

„Gibt es in Amerika nicht auch heutzutage – ich meine in unserer Zeit damals – pinke Gewehre für kleine Mädchen“, meinte Outis mit einem Schulterzucken. „Auch da hat man immer wieder gehört, dass sich Geschwister beim Spielen versehentlich gegenseitig erschossen haben. Für mich ist das hier nur ein Zeichen für die Lernresistenz der Menschheit…“ Sagte jemand, der schon als Jugendlicher mit Zeug, das unter das Waffengesetzt fiel, in den pariser Vororten unterwegs gewesen war. Zum Teil auch mit Schusswaffen. Als Selina Probleme mit ihrem Sessel hatte, streckte er ihr seine Hand hin, damit sie sich festhalten konnte.

„Nahkampfwaffen sind einfach stylish“, erklärte der Autoknacker in einem Tonfall, als würde das ihre Existenz bis in alle Ewigkeit erklären und rechtfertigen. „Und man muss nicht fürchten, dass ein Streuschuss ein Loch in die Hülle schlägt und die ganze gute Atemluft ins All entweicht.“

Der als Schneide dienende Molekülstrang ist für das menschliche Auge nicht sichtbar, begann sich kurz darauf die Kunststimme in das Gespräch einzumischen. Der Strang besteht aus nur einem extrem langen und hochfesten Kohlenwasserstoffmolekül. Es ist so dünn, dass es selbst durch Stahl schneidet, ohne zu reißen...

Doch nachdem neue Daten von Caligula IV hereinkamen, hörte dem Blechkasten eh niemand mehr zu. „Wir haben den Code für die Luftschleußen“, stellte Outis mit einem breiten Grinsen fest und eilte sofort zu dem kleinen Eingabeterminal neben der Tür. Augenblicke später glitt der Zugang lautlos auf. „Wahnsinn“, kommentierte er mit Blick auf die Raumanzüge. „Stellt sich nur die Frage, wie man die anziehen soll.“
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Di Nov 13, 2018 12:13 am

"Ich glaube da war was...verrückt diese Amerikaner.", kommentierte Selina. Selbst in ihrem Umfeld war man noch vernünftig genug, Kindern keine Waffen in die Hand zu drücken und überraschenderweise war Selina in ihrer Jugend auch selten mit welchen unterwegs gewesen. Bewaffneter Raubüberfall wurde immerhin wesentlich höher bestraft als gewöhnlicher und gerade als Anfänger wollte man sich nicht gleich einbuchten lassen.

"Stylisch also...seit wann stehst du denn auf 'stylische' Dinge?", neckte sie Outis. Die folgende Erklärung nahm Selina dann trotzdem noch so hin, immerhin erschien das halbwegs einleuchtend. Trotzdem fragte man sich doch, wofür man überhaupt Waffen auf einem Raumschiff brauchte. Zumindest direkt auf dem Schiff. Was einen auf anderen Planeten erwartete, konnte man immerhin nicht ahnen und da war etwas Verteidigung vielleicht doch angebracht.

Aber für Waffen interessierte man sich schon bald nicht mehr, sobald die Codes ankamen und dies bedeutete, dass die beiden Zeitreisenden ihrer Abreise endlich ein kleines Stück näherstanden. Selina folge Outis mit zum Terminal und staunte in etwa genauso wie er über die futuristischen Raumanzüge.
"Das...ist eine gute Frage.", antwortete sie und ging einfach mal auf einen der Anzüge, die an der Wand der Schleuse befestigt waren, zu. Sie sahen keineswegs so sperrig und fest aus wie die Anzüge aus ihrer Zeit und damit irgendwie auch wesentlich weniger stabil. Aus irgendeinem Grund hatte Selina gerade eine Assoziation zu alten metallenen Taucheranzügen und den mittlerweile üblichen Nachfahren aus Neopren, die sich daraus entwickelt hatten.

Outis' Frage war wohl spätestens dann beantwortet, als Selina einem der Anzüge zu nahe kam und sich der Stoff langsam selbstständig über Haut und Kleidung legte. Wie Outis bereits vermutet hatte: Universalgröße. Nur leider nicht so figurbetont wie er es sich wahrscheinlich gewünscht hätte.
"Das wäre dann wohl geklärt...", bemerkte Selina überrascht, die nun das fremde Material auf sich betrachtete. Lediglich die Schuhe und Helm schienen zu fehlen, aber davon standen hier auch ein paar Modelle herum. "Fühlt sich irgendwie etwas merkwürdig an. Fast als würde ich in einer Kettenrüstung stecken." Nur war das hier ziemlich sicher tausendmal stabiler und fortschrittlicher.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Mi Nov 14, 2018 10:18 pm

“Ich hatte angenommen, du hättest das schon lange an meinem ‚Style‘ erkannt“, erwiderte Outis mit einem frechen Grinsen, bevor sie dann von den neu eintreffenden Daten abgelenkt und zur Luftschleuse gelockt wurden.

Die Frage, wie man die Anzüge anziehen sollte, wurde recht rasch geklärt als Selina einem davon zu nahe kam und in ihm steckte, ehe sie sich versah. Schon ein sehr netter Spezialeffekt, das musste man den Schneidern der Zukunft lassen. Intelligente Textilien, oder irgendwelches anderes abgefahrenes Zeug. „Wow“, bemerkte der einstige Autodieb geistreich und trat einen Schritt zurück um seine Begleiterin in voller Pracht zu bewundern. „Nicht schlecht, aber ich würde mir wünschen mehr von deinen“, er deutete Kurven in der Luft an, „zu sehen.“

Er schnappte sich einen Helm, der vor allem möglichen Hightechzeug nur so strotzte – vermutlich Kameras, Scheinwerfer, Headset und Dinge von denen Outis noch gar keine Vorstellung hatte – und warf ihn Selina zu. Dann wagte er das Experiment und näherte sich selbst so einem Anzug, der ihn sogleich ‚verschlang‘. „Komisches Gefühl, irgendwie schon ein wenig gruselig, findest du nicht?“

Nachdem er auch für sich selbst einen Helm geschnappt hatte und sie passende Stiefel gefunden hatten – gar nicht so einfach, da Schuhgrößen wohl inzwischen ganz anders gekennzeichnet wurden – waren sie bereit sich hinaus in den Weltraum zu wagen. Die grünen Blinklichter an ihren Schultern werteten sie als Indiz dafür, dass sie alle Kleidung richtig angelegt hatten.

Der Vergleich mit einer Kettenrüstung gefiel Outis, doch dann dachte er an die tiefe Furchte, die sie in der Keramikdecke der Brücke gesehen hatten, und er fragte sich ob das reichen würde. „Bereit für die unendlichen Weiten?“, erkundigte er sich, während er an den Ausgang der Luftschleuse wagte. Einige Augenblicke später öffnete sich dieser und sie konnten sich auf eine Art Wartungsgerüst, das sich um die radförmige Station zog, hangeln. Durch die Fliehkraft konnten sie auch hier problemlos laufen. „Wir sollten uns keinesfalls umdrehen, das geht in Filmen nie gut aus“, scherzte der Autodieb. Er ahnte ja nicht, dass zwei schwarz schimmernde Sicheln wie die gepanzerten Fangarme einer riesigen Gottesanbeterin hinter ihm aus einem Wartungsschacht ragten.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Selina am Fr Nov 23, 2018 1:23 am

"Ich bin mir sicher, dass du das später noch irgendwann kannst. Wenn wir mal an einem angenehmeren Ort gelandet sind...", gab Selina kokett zurück und fing dabei den Helm auf, welchen sie anschließend inspizierte. Sah etwas anders aus als die Helme, die man so aus Sci-Fi-Filmen gewohnt war... Offensichtlich konnten Künstler die Zukunft nicht perfekt vorhersagen. Wenn es nach denen gehen würde, hätte man in den 2000ern auch überall mit Gleitern und Zeppelinen rumfliegen müssen.
"Vielleicht.", meinte sie schulterzuckend auf Outis' Frage hin. "Im Moment ist es einfach nur etwas ungewohnt. Ich finde es eher gruselig, dass wir hier irgendwo im Weltall, Jahre von Zuhause entfernt, herumschwirren und eine Machine reparieren müssen, die so gut wie nie funktioniert." Sie seufzte und machte eine kurze Pause. "Ich weiß nicht...ich will einfach nicht immer wieder so lange feststecken."
Outis kannte das Gefühl wahrscheinlich auch gut, zumindest wirkte er auf Selina so, als ob ihn das viele unkontrollierte Hin- und Herreisen ab und zu nervte.

Naja, immerhin kamen sie hier etwas voran und so folgte Selina ihrem Partner durch die Schleuse. "Ich bin doch immer bereit." War sie das? Sie wollte ja doch aus diesem Universum verschwinden, aber etwas unvorbereitet fühlte sie sich im Moment schon. Wenigstens konnte sie sich einreden, dass die letzten Ausflüge auch einigermaßen gut verlaufen waren...zumindest ist keiner der beiden Reisenden gestorben, das war immerhin etwas.
"Wenn es nach den Regeln geht dürfen wir auch nicht 'Hallo?' rufen, oder miteinander schlafen.", kommentierte Selina den Scherz und drehte sich dabei absichtlich zu Outis um. Mit welcher Ironie das Universum es diesmal auf die beiden Zeitreisenden abgesehen hatte, erkannte sie erst dann. Im ersten Moment wusste Selina nicht ganz wie sie reagieren sollte, also starrte sie das Rieseninsekt fürs erste mit großen Augen an, bis sie Outis antippte, um ihn auf die Fangarme aufmerksam zu machen.
Diesmal blieb ihr auch irgendein schlauer Spruch zu dem Käfer, der glatt aus Fukushima stammen könnte, aus.
"Da...ist was.", war stattdessen das erste, was sie rausbringen konnte.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

Beitrag von Outis am Sa Nov 24, 2018 4:53 pm

„Gut, dass wir solches Talent haben an angenehmen Orten zu landen“, lachte Outis. Sich denkbar weit von zuhause entfernt im Weltall zu finden, fand er weniger schlimm, als es ein vernünftiger Mensch tun sollte. Welches Kind hatte nie davon geträumt Astronaut zu werden? Und all die futuristische Technik um ihn herum faszinierte ihn. Er füllte sich wenig in seine Kindheit zurückversetzt – ein kleiner Junge, der zum ersten Mal eine Spielkonsole in die Finger bekam.
Dass die Zeitmaschine, von der so viel für sie abhing, zuverlässiger gewesen wäre und sich die Ziele ihrer Reisen irgendwie hätten steuern lassen, wünschte er sich natürlich trotzdem. Alles könnte so einfach sein, wenn sie niemals diesen ersten Sprung ins Unbekannte ausgelöst hätten. Doch würde er auf all die aufregenden Momente, die sie seither gemeinsam erlebt hatten, tatsächlich wieder verzichten wollen? Dennoch, eine Welt in der sie zumindest eine Weile verweilen konnten, ohne das Gefühl zu haben vor irgendetwas auf der Flucht zu sein, würde ihnen mehr als gut tun…

Während Selina seine Scherze über Horrorfilme weiterführte, blickte Outis nach unten – falls man es so nennen wollte. Wenn sie vom Wartungsgerüst „fallen“ würden, würden sie ewig in die unendlichen Weiten treiben. Die Fliehkraft, der sie ausgesetzt waren, und der luftleere Raum, würden dafür sorgen. Kein besonders erbaulicher Gedanke.
Als seine Begleiterin ihn plötzlich antippte und ihn durch das transparente Helmvisier hindurch erschrocken ansah, wollte er sich schon beschweren, dass sie es mit ihren Scherzen zu weit trieb.
Doch dann hörte er ihre Stimme und er kannte sie inzwischen gut genug, um zu wissen wie ernst es ihr war. Es war ein seltsamer Moment, um darüber nachzudenken, aber gerade jetzt fiel ihm auf, dass ihre Helme in automatischen Funkkontakt stehen mussten, um ihre Stimmen durch den luftleeren Raum hindurch übertragen zu können.
Dann drehte er sich langsam um und achtete dabei darauf zwischen Selina und dem, was auch immer da hinter ihm sein mochte, zu bleiben. Der Anblick der Chitinsicheln ließ Panik in ihm aufsteigen, die er mühsam niederringen musste. Er griff nach einem großen Paneel aus Keramik, das von der Hülle der Raumstation abstand. Es gelang ihm es loszureißen und mit beiden Händen wie einen Schild zwischen sich und… dieses Ding zu halten. Er war gleichzeitig erleichtert darüber, dass es ihm gelungen war, und erschrocken, dass er so leicht etwas von der Station abreißen hatte können.
Während er auf zitternden Beinen zurückwich, fiel ihm auf, dass sich diese Kreatur noch keinen Zentimeter bewegt hatte. Musste es nicht längst tausend Tode gestorben sein? Erfroren in der Kälte des Alls, erstickt und Jahre nachdem die Station verlassen worden war obendrein noch verhungert? Doch irgendwie wollte er sich nicht darauf verlassen und so schnell wie möglich so viel Abstand wie möglich zwischen sich und die Fangarme bringen. DON’T PANIC, dachte er in freundlichen gelben Buchstaben.
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Re: Die Verrückte Zeitmaschine

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