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St. Arcus Gymnasium

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St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Das Große Licht am Di Sep 16, 2014 3:00 pm

St. Arcus

Du bist ein Schüler des ganz normalen St. Arcus Gymnasiums in einer vollkommen fiktiven aber einer uns  technologisch und kulturell gleichgestellten Welt.
In der Klasse 10b findet ein großer Teil deines momentanen Lebens statt und obwohl Fr. Lichten dir  und deinen Mitschülern ständig mit lästigen Hausaufgaben, Klausuren und Referaten auf den Wecker geht, könnte das Leben eigentlich kaum schöner sein. Denn eure Klasse ist die beste und verrückteste Klasse der gesamten Schule und du bist nur ein Beweis dafür ...


Wichtige Informationen für die Teilnahme


  • Ihr spielt euren freigeschalteten Charakter aus dem Forum
  • Die Schüler sind zwischen 15 und 21 Jahre alt
  • Einen Steckbrief gibt es nicht
  • Es sind keine übernatürlichen Fähigkeiten erlaubt
  • Ihr seid hier ganz normale Menschen
  • Viel Spaß!



Zuletzt von Das Große Licht am Mo Okt 27, 2014 8:55 pm bearbeitet; insgesamt 8-mal bearbeitet
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Fynn Hellwind am Do Sep 18, 2014 1:38 am

Fynn war nicht zu spät.
Das war sie eigentlich nie.
Sie war ein braves Kind, eine brave Schülerin, eine gute Tochter und das würde sie auch weiterhin bleiben. Mit dem Blick auf dem riesigen Schulgebäude, näherte sich das Mädchen dem Eingang ohne auch nur einmal stehen zu bleiben. Sie war früh dran. Das fädelte Fynn stets so ein, damit sie auch ja nicht zu spät kam, denn darauf legte sie großen Wert. Ihr langer Zopf, hing ihr locker geflochten den Rücken hinab und ruhte sich auf dem braun, oliven Rucksack aus, der ihre Schulsachen beinhaltete. Er war nicht besonders voll, denn heute war der erste Schultag nach den langen Sommerferien, aber sie nahm ihn trotzdem mit, da sie gern gut vorbereitet war. Wer wusste denn schon, was Frau Lichten ihnen nun schon wieder aufbrummen würde? Vielleicht legte sie am ersten Schultag direkt wieder los, das würde gut zu ihr passen.

Das Mädchen seufzte in ihren Schal hinein. Ja, es war noch nicht besonders kühl, dennoch fühlte sie sich wohler mit dem braunen Tuch, was sich um ihre Lippen schmiegte. Dieser verbarg damit ihr halbes Gesicht. Sie hatte sich sogar eine Mütze aufgesetzt, da sie sich in der Öffentlichkeit ungern ohne Kopfbedeckung zeigte. Es war eine ihrer Macken. Eine ihrer vielen Macken, denn neben der Tatsache, dass sie sich gerne verbarg, war sie eine recht schüchterne Persönlichkeit. Sehr zurückgezogen. Stets bedacht, nichts falsches zu sagen und immer in ihren eigenen Gedanken vertieft. Dennoch konnte sie gut austeilen, wenn man sie provozierte. Sie konnte auch sehr witzig sein, wenn sie wollte, aber das hing stets von ihrer jeweiligen Gefühlslage ab. Manchmal war sie extrovertiert manchmal eine stille Maus. So war es schon immer gewesen.

Das Mädchen ließ sich davon aber nicht beirren. Heute fühlte sie sich gut. Sie hatte einen braunen, etwas zu groß geratenen Pulli an, der die Schultern frei ließ und ihr weißes Top darunter zum Vorschein brachte. Er war so lang, dass sie ihn häufig ohne Jeans dafür aber mit einer Knielangen Leggins trug, so auch heute. Ansonsten hatte sie noch ihre schwarzen Turnschuhe, die jeden ihrer Schritte leicht und federnd werden ließ. Ja, in dieser Aufmachung fühlte sie sich wirklich gut.

Sie erreichte die Tür und drückte diese auf. Danach folgten unzählige Treppenstufen, Flure und Korridore ehe sie zum Klassenzimmer gelangte. Es war das Selbe wie in den Jahren zuvor, doch wusste sie, dass dieses Mal etwas anders sein würde. Die Klassen wurden nämlich neu eingeteilt, sodass Fynn gänzlich unwissend darauf hinfieberte, wer wohl ihre neuen Klassenkameraden sein würden. Ob es vielleicht dieses Mal jemanden gab, mit dem sie sich anfreunden könnte? Wollte sie das überhaupt? Eigentlich war es ihr unangenehm mit anderen über ihre Hobbys zu reden, denn dieses bestand hauptsächlich darin, Geschichten zu erfinden und in Online Foren imaginäre Wirklichkeit werden zu lassen. Bisher hatte sie niemanden gefunden, der diese Vorliebe auch nur ansatzweise verstanden hätte. Vielleicht würde es aber dieses Mal anders sein.

Als die Brünette den Raum betrat erblickte sie ein leeres Zimmer. Noch niemand war zu sehen. Nicht einmal Frau Lichten. Allerdings war Fynn es bereits gewohnt die Erste zu sein. Schließlich gehörte das zu ihrer guten Vorbereitung dazu. Lässig trat sie also in den Raum, sah sich um und grübelte darüber, welchen Platz sie sich wohl genehmigen würde. Sie befanden sich im dritten Stock. Es wäre also nicht schlecht, sich einen Stuhl am Fenster zu genehmigen. Dementsprechend ging sie also auf die mittlere Stuhlreihe zu und setzte sich ans Fenster, was sie vorher jedoch einmal öffnete, da die Luft im Raum ein wenig stickig war. Erst dann setzte sie sich hin, kramte ein Buch aus ihrer Tasche und las dieses mit höchster Aufmerksamkeit.

Allerdings konnte sie nicht verhehlen, dass sie schon ein wenig neugierig und auch nervös war. Vielleicht vergrub sie deswegen ihre Nase so tief in den Fantasy-Roman. Immer wieder blickte sie aber auf. Einmal um die Uhrzeit zu prüfen und dann um zu sehen, ob sich bereits ein weiterer Mitschüler näherte. Es würde spannend werden.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Do Sep 18, 2014 2:22 am

Mit einer nahezu arroganten Kopfbewegung warf Trixi den langen, geflochtenen Zopf über die Schulter. Das anthrazitgraue Haar war selbstredend nur gefärbt, verdeckte damit aber vollständig das eigentliche Haselnussbraun. Sie liebte den seidigen Schopf, der ihr bis zu den Knien herab reichte. Überhaupt war sie stolz auf ihr Aussehen. Ihr sportlich-schlanker Körper, die makellose, sonnengebräunte Haut und die braunschwarzen Augen in Kombination mit den fülligen, rosaroten Lippen. Man sollte meinen, sie sei eine dieser vielen Zicken, die morgens zwei Stunden vor dem Spiegel stehen um den perfekten Lidstrich zu ziehen. Dabei war das Gegenteil der Fall. Auf Schminke und stundenlanges Styling legte die junge Heranwachsende keinen Wert. Selten verließ sie das Haus mit einem sorgsam gewählten Outfit.
Auch heute war es wieder ein spontaner Griff in den Kleiderschrank, der zufällig ihre liebste Jogginghose – eine schwarze, sehr bequeme Baumwollhose mit ihrem in Weiß gestickten Namen am linken Bein – hervorzog. Dazu zog sie eines ihrer bauchfreien Tops an, dessen braune Farbe an Schokolade erinnerte. Es war ein trägerloses Oberteil mit ellenbogenlangen Ärmeln, doch der tiefe Ausschnitt war wohl das auffälligste daran. Auf diese Weise konnte sie aber sowohl ihr Herz-Tattoo, das rechts unterhalb des Bauchnabels platziert war, und das Tattoo eines Pfeiles am rechten Unterarm hervorragend präsentieren. Der Gang ins Schulgebäude glich somit einem Showlaufen für sie. In ihren bequemsten Turnschuhen, die trotz der weißen Farbe noch sauber und glänzend waren, was daran lag, dass sie diese extra für den ersten Schultag gekauft und bis dato noch nie angezogen hatte, stolzierte sie beinahe die Korridore entlang, bis sie zum Klassenzimmer kam.

Ehe sie eintrat, atmete sie noch einmal tief durch. Für Trixi war es zwar wichtig, dass sie einen locker-lässigen Eindruck machte. Noch viel wichtiger war ihr aber ein sympathisches Auftreten. Dieses Jahr sollte anders werden, was ihre Freunde anging. Die Letzten waren ein Griff ins Klo, wenn man es noch harmlos ausdrücken wollte. Diesmal wollte sie sich mit echten Freunden umgeben, auf die man sich in Notfällen auch verlassen konnte, und da die Klassen neu zusammengebracht wurden, ergab sich die einmalige Chance, neue Bekanntschaften zu schließen. Die eine Hand ruhte auf der Klinke, während sie mit der anderen nochmal ihren Rucksack schulterte. Er war so schwarz wie ihre Hose, aber voller Kritzeleien. Zeichnen war nicht unbedingt ihre Stärke, aber hin und wieder brachte sie ein kleines Kunstwerk auf dem groben Stoff zustande. Die Schreiberei lag ihr mehr, daher hatte sie direkt zum ersten Schultag auch einen neuen Collegeblock mitgebracht, in dem sie ihre Ideen sofort niederschreiben konnte.
Für ihre Verhältnisse war das sonst eher verschlafene Mädchen, das zu Verspätungen hing, viel zu früh dran, aber wer einen positiven ersten Eindruck geben wollte, sollte lieber pünktlich sein. Sie trat ein und pustete im letzten Moment, ehe die Tür ganz geöffnet war, noch eine lockere Haarsträhne beiseite. Immerhin, sie hatte es geschafft, gerademal die Zweite zu sein. Am Fenster in der mittleren Reihe saß ein Mädchen und war scheinbar mit Lesen beschäftigt. Sie konnte sie unmöglich überhört haben, angesichts des leisen Knarzens der Tür, als Trixi diese hinter sich schloss.
„Hey!“, grüßte sie lässig und zwinkerte der Fremden zu, als sie deren Blick kurz auf sich gezogen hatte. Mehr brachte sie zunächst nicht raus, stattdessen suchte sie sich einen Platz im Raum aus. Es war nicht ungewöhnlich, dass sie beim Klingeln der Schulglocke die Erste war, die aus dem Klassenraum stürmte, daher war ein Platz nahe der Türe eigentlich nicht verkehrt. Allerdings erschien ihr der Platz am Fenster in der zweiten Reihe angenehmer, also ließ sie dort ihren Rucksack zu Boden gleiten und setzte sich, rücklings zur Fensterbank hinter sich, hin.
Aus Angst, unhöflich zu wirken, suchte sie noch einmal den Blickkontakt mit dem Mädchen. „Ich bin Trixi!“, meinte sie lächelnd, aber fast zu hastig, und streckte den rechten Zeige- und Mittelfinger zu einem Peace-Zeichen aus.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Jarko am Do Sep 18, 2014 11:44 am

"Und du gehst direkt in den Klassenraum, klar?", das hatte Gerri gesagt, als er mich mit seinem Motorrad hier abgesetzt hatte. Aber ich konnte einfach nicht. Alles sträubte sich in mir. Ich hasste Klassenräume. Ich hasste Lehrer. Ich hasste ihr verständnisvolles Getue. Aber vor allem hasste ich ihre Regeln.  
Sorry, Gerri.
Ich saß jetzt auf den Schulklos und rauchte. Ein langer Kerl war ich. Muskulös, aber ohne dabei bullig zu wirken. Eher sehnig und langgliedrig. Ich trug eine zerschlissene schwarze Hose und ein ebensolches ärmelloses T-Shirt, unter dem noch so eben die tätowierte Fratze eines Teufelswesen hervor lugte, das mir über Schulter und den oberen Rücken reichte. Das dunkle Haar trug ich, entgegen der vielen anderen Jungen hier auf der Schule, schulterlang. Alles in allem gab ich wohl ein nicht besonders vertrauenswürdiges Bild ab. Da konnte auch mein hübsches Gesicht mit den eher aristokratischen Gesichtszügen nicht mehr viel retten. Doch genau darauf zielte meine Erscheinung ja auch ab. Ich wollte provozieren. Die Lehrer. Die Mitschüler...
Ich saß hier im Fenster und sah zu, wie letztere gen Schuleingang strömten. Der Zigarettenqualm umhüllte mich. Wie viele, kleine Ameisen sahen sie aus, wie sie dort wuselten. Viele, kleine Ameisen, die brav das taten, was man ihnen sagte.

Ich hatte jetzt schon keinen Bock mehr. Das war alles totlangweilig. Irgendwelche Leute hatten diesen Steinblock hier hin setzen lassen und meinten nun, junge Leute dorthin schicken zu müssen, damit sie dem Gelaber irgendwelcher alten Säcke zuhören sollten. Ich wäre liebend gern verschwunden, hätte ich meinem Kumpel nicht etwas anderes versprochen.
"Wenigstens, bis zu achtzehn bist, Jack.", das hatte er gesagt. Und als nächstes gedroht, mich sonst rauszuwerfen. Das wollte ich sicher nicht riskieren. Sonst endete es später wieder damit, dass ich im Proberaum schlafen, mich unter dem Hahn des Waschbeckens duschen und kalte Ravioli essen musste. Und dafür war ich zu stolz.
Ich legte den Kopf gegen die kalten Fliesen und ließ Rauchringe aus meinem Mund steigen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Do Sep 18, 2014 10:10 pm

Wie so oft, kam ich zu Fuß in die Schule, mit meiner Schwester in Begleitung. Robin war zwei Klassen unter mir und manchmal eine echte Nervensäge. Aber sie verkürzte die Zeit, die wir zur Schule brauchten ungemein. Ihre dunklen Haare wehten hinter ihr her, wenn sie ein kleines Stück voraus lief. Sie hatte ebenso blaue Augen, wie ich und meine Haare genau so schwarz wie die ihren. Nur dass meine noch ein kleines Stück länger waren. Ich hatte sie heute zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden, locker nur, doch fest genug, dass er nicht aufging. Ihre Haare dagegen waren kurz, sie hatte einen Sidecut auf der rechten Seite und fielen ihr sanft auf die Schultern. Bei ihrem Anblick musste ich immer wieder grinsen.
"Tommy?", rief sie aus, als sie sich umgedreht hatte und ein paar Meter weiter auf mich wartete.
"Ja, Schwesterherz?", antwortete ich geduldig, ehe sie sich einmal im Kreis drehte und etwas hin- und herhopste.
"Ich hoffe, dass ich mit Aaron in die Klasse komme!", verkündete sie und ich schüttelte den Kopf. Was wollte sie mit diesem Typen? Ich sah ihn manchmal in einer Ecke stehen und rauchen. Seine Hose hing ihm in den Kniekehlen und die Musik die er hörte, tat mir in den Ohren weh: Hip-Hop. Es schüttelte mich, als ich an den schmierigen Typen dachte und tat mein bestes, es zu verbergen. Ich wollte Robin nicht verärgern.
'Du hasst doch sowieso alles was nicht schwarz, laut und düster ist!', warf sie mir an einem Abend vor, an dem ich einen dummen Kommentar über eine ihrer Freundinnen machte, die sich unnötig viel schminkte und sich immer für etwas besseres hielt. Ich hatte mich entschuldigt, doch sie redete trotzdem den ganzen Abend nicht mehr mit mir. Darüber machte ich mir Gedanken und ich musste feststellen, dass sie wohl ein kleines bisschen Recht hatte. Aber nur ein bisschen.
"Thomas?", fragte sie dieses Mal leiser und direkt neben meinem Ohr. Ich war so in Gedanken vertieft, dass ich nicht bemerkte, dass sie inzwischen direkt neben mir ging.
"Ja?", brummte ich und musterte ihre feinen Züge. Sie hatte das Gesicht unserer Mutter. Ich lächelte sie leicht an.
"Du siehst so gruselig aus, wenn du in deinen Gedanken versumpfst. Ich kenne dich zwar, aber deine Klassenkameraden werden dich nur wieder meiden." Ich sah, dass sie sich wirklich Sorgen um mich machte und ich sah wieder nach vorne, wo schon das graue Gebäude vor uns aufragte. Ich zuckte mit den Schultern.
"Ich weiß", meinte ich hilflos und wandte mich erst dann wieder zu ihr. Ich wusste nur zu gut, dass die Leute schnell ein falsches Urteil fällten. Aber ich war wie ich war. Und ich war nun einmal schwarz, langhaarig und gedankenverloren. Das ist die Seele, die in diesem Körper hauste und selbst wenn ich etwas dagegen tun wollte, könnte ich es wohl nicht. Ich schenkte ihr ein warmes Lächeln, als wir auch schon fast durch den Haupteingang spazierten.
"Naja, wenn du vielleicht mal nicht nur mich anlächelst, sondern auch deine Mitschüler ..." Sie kam nicht weiter, denn ich knuffte sie in die Seite. Daraufhin lachte sie und wir verabschiedeten uns mit einem Handschlag, ehe sie in die eine Richtung wanderte und ich gemütlich die Treppen in den dritten Stock und bewegte mich zielstrebig auf unser Klassenzimmer zu.
"Dann mal ab ins Reich der Hel", murmelte ich an mich selbst gerichtet, ehe ich noch einmal meinen Pony aus dem Gesicht strich und mit schweren Schritten das immer noch ziemlich leere Klassenzimmer betrat. Meine Springerstiefel machten dumpfe Geräusche, als ich mich in die letzte Reihe direkt ins Eck fallen ließ und die Lederjacke über die Stuhllehne warf. Darunter kam ein Bandshirt zum Vorschein, das den Feuerriesen Surtur zeigte, der sein legendäres Flammenschwert gegen die Einherjier schwang. Darüber prangte die Schrift 'Amon Amarth'.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Fynn Hellwind am So Sep 21, 2014 1:26 am

Das Buch war interessant und irgendwie witzig. Schon häufiger hatte Fynn bei dieser Lektüre schmunzeln müssen und so kam sie auch jetzt nicht umhin, ihre Mundwinkel zu heben.
Sie blätterte die Seite um, was sich in dem leeren, stillen Raum verdammt laut anhörte und las eifrig weiter. Allerdings wurde sie jäh unterbrochen, als sich die Tür des Klassenzimmers öffnete und einer äußerst bemerkenswerten Gestalt den Einlass gewährte. Fynn staunte nicht schlecht, als sie das Mädchen mit dem geflochtenen Zopf sah, der nicht nur eine beeindruckende Länge besaß sondern auch eine ziemlich ungewöhnliche Farbe aufwies. Er glänzte silbrig im Schein der grellen Lampen. Silbrig grau. Wo hatte man denn so etwas schon einmal gesehen?

Verblüfft haftete der Blick des Mädchens noch auf dem Neuzugang. Fynn hatte sie an dieser Schule noch nie gesehen. Vielleicht lag dies daran, dass ihre Nase stets in einem Buch steckte, sobald die Pausenglocke läutete aber so eine Person wäre ihr doch aufgefallen, oder nicht? Nun gut, die Schule war ziemlich groß, da gab es vermutlich viele Schüler, die sie bisher noch nicht gesehen hatte, also beließ sie es dabei. Darüber hinaus konnte Fynn erkennen, dass sie eine sehr hübsche Frau war. Eine Person mit der sich vermutlich viele Jungs gerne abgaben. Natürlich meldete sich da sofort der Neid im Herzen der eher zurückhaltenden Fynn. Hatte sie bisher doch noch nie wirklichen Kontakt zum anderen Geschlecht gehabt außer den üblichen Smalltalk, den man austauschte wenn man sich im Flur begegnete oder gerade in einer Gruppenarbeit saß. Ob es dieses Mädchen da leichter hatte? Ob sie einen Freund hatte? Ihre schlanke Gestalt und ihre gebräunte Haut machten sie schließlich zu einer ziemlich ansprechend wirkenden Frau. Andererseits könnte ihre Haarfarbe den einen oder anderen abschrecken. Fynn gefiel die Farbe aber irgendwie, sie hatte etwas sehr individuelles.

Die Fremde grüßte sie mit einem Augenzwinkern, was Fynn mit erhobener Hand und einem Lächeln quittierte. „Guten Morgen!“ sagte sie.
Anschließend näherte sich das Mädchen den Fenstern und setzte sich in die Reihe vor Fynn. Eine gute Wahl, vielleicht war die Fremde aber auch auf ein Gespräch aus und hatte sich deswegen dorthin gesetzt. Der nächste Blick in Fynns Richtung bestätigte ihr, dass sie vermutlich gleich ein Gespräch anfangen würde. Die Fremde stellte sich als Trixi vor und formte ihre Hände zu einem Peace-Zeichen. Diese Geste zauberte ein Lächeln auf Fynns Züge, denn dieses lässige Auftreten ihres Gegenübers gefiel ihr irgendwie. „Freut mich, ich bin Fynn.“ antwortete sie daraufhin und klappte ihr Buch zu. „Bist du neu an dieser Schule? Ich habe dich hier noch nie gesehen.“ fragte sie gleich drauf los, damit das angefangene Gespräch noch nicht erstarb. Vielleicht konnte sie ja direkt eine Freundschaft anfangen? Das würde ihr einige Schwierigkeiten im Schulalltag ersparen.

Im nächsten Moment zeigte sich direkt der nächste Mitschüler Fynns in der Tür des Klassenzimmers. Es war ein hoch gewachsener Junge mit Springerstiefeln und ziemlich düsterer Kleidung. Alles an ihm schien schwarz zu sein und auch seine Haltung sprach nicht gerade für ein sonniges Gemüt. Nur kurz widmete sich Fynns Blick diesem Neuankömmling. Schon häufig hatte sie Leute wie ihn gesehen, allerdings waren diese bis dato nie in ihrer Klasse gewesen. Aus diesem Grund wusste das Mädchen noch nicht was sie von solchen Gestalten halten sollte, geschweige denn über was sie mit ihnen reden konnte. Bei Gelegenheit würde sie dies einmal ausprobieren, da er sich aber in die hinterste Ecke setzte und derzeit nicht an einem Gespräch interessiert zu sein schien, wagte es Fynn nicht einmal einen guten Morgen zu wünschen. Vielleicht hatte er ja bisher keinen guten Morgen gehabt?
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am So Sep 21, 2014 7:48 am

"Mach's gut Celdea! Pass schön in der Schule auf!", rief mir meine Oma nach als ich das kleine Haus am Fluss mitsamt Schulzeugs verließ, "Mach ich Oma, bis heute Abend!", antwortete ich und machte mich auf den Weg zu meiner neuen Schule. Eigentlich war ich viel zu jung, um in diese Klasse zu gehen (2 Jahre um genau zu sein), aber die Erwachsenen hatten mir gesagt, da wäre ich schon richtig. Vielleicht hofften sie, dass mir der Unterricht in einer höheren Klasse nicht so langweilig war und ich deswegen, aus Langeweile, nicht dauernd Unsinn machte.
Als ich meine alte Schule verlassen hatte, waren die Lehrer nur zu froh, mich gehen zu sehen. Ich glaube, das hing auch damit zusammen, dass ich einen Chemiesaal sprichwörtlich in die Luft gejagt hatte und ständig die Schulglocke manipuliert hatte. Was soll ich sagen, die Lehrer mussten lernen, dass sie Schülern keinen uneingeschränkten Zugang zu explosiven Chemikalien geben dürfen!
Naja, wenn ich ehrlich bin, ganz uneingeschränkt war er nicht, der Schrank war immerhin mit einem 6-Colbenschloss gesichert, aber das bekam man leicht auf, wenn man gelangweilt ist. Und das mit der Schulglocke...hey alle waren froh, dass sie eine halbe Stunde früher Pause hatten. Natürlich war das nicht unbemerkt geblieben und so hatte ich jede Menge Ärger bekommen. Aber das war's wert gewesen. Sie konnten mir nicht arg viel anhaben, immerhin war ich die beste Schülerin der ganzen Schule, einen Monat nachsitzen musste ich aber trotzdem. Also hatten sie mich dieses Jahr auf diese Schule geschickt.

Langsam näherte ich mich zu Fuß der neuen Schule. Sie war in einem großen Gebäudekomplex untergebracht. Aus dem Internet wüsste ich, dass sie die modernste Austattung hatte. Wenigstens wurde es mir nicht langweilig, wenn ich wieder vom Unterricht gelangweilt war. Aus dem Internet wusste ich natürlich auch genau, wo mein Klassenzimmer war und so ging ich zielgerichtet darauf zu. Schnell richtete ich nochmal meine Kleidung - Jeans und ein schwarzes Top, packte meine braune, alte Schultasche fester und stellte mein Handy auf lautlos, bevor ich eintrat.

"Morgen", nuschelte ich, als ich ein paar meiner Klassenkameraden schon an ihren Plätzen sitzen sah. Schnell verdrückte ich mich ganz nach hinten und nahm den Platz in der letzten Reihe am Fenster in Beschlag. Dann strich ich mir eine Strähne meines langen, blonden Haares hinters Ohr und beobachtete erstmal meine Klassenkameraden.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am So Sep 21, 2014 10:15 pm

Das Mädchen legte das Buch beiseite und zauberte Trixi ein Lächeln aufs Gesicht. Offenbar war ihre Anwesenheit erwünscht und einem Gespräch stand nichts im Wege. Sogleich stellte die Brünette sich ihr als Fynn vor. Ein schöner Name, wie Trixi fand. Über die Frage, ob sie schon länger an der Schule sei, konnte sie allerdings nur schmunzeln. Tatsächlich besuchte sie erst seit dem letzten Halbjahr dieses Gymnasium, nachdem es auf ihrer alten Schule zu große Probleme hab. Zuletzt gab es Streits unter den stufeneigenen Gangs und dank einer wahnsinnig aus dem Ruder gelaufenen Auseinandersetzung wurden sie und ein paar ihrer Freunde einfach auf andere Schulen zwangsversetzt. Etwaige Probleme, die dadurch in ihrer Familie entstanden waren, hielten sie jedoch beinahe das ganze Halbjahr auf Trab und sie schaffte es nur knapp in die nächste Klasse.
“Man könnte sagen, dass ich neu bin, ja“ entgegnete sie nach reichlicher Überlegung. Im selben Moment öffnete sich die Tür und ein weiterer Mitschüler trat ein. Der große, sehr finster aussehende Kerl störte Trixi nicht sonderlich, zumal er sich gleich in die hinterste Ecke setzte. Sie musterte ihn nur kurz, konnte aber nur den Springerstiefeln eine gewisse Begeisterung schenken, stempelte ihn dann als Goth oder etwas Ähnliches ab und wandte sich ohne weiteren Kommentar wieder an Fynn. “Bin letztes Halbjahr hergekommen. Aber dieses Jahr will ich voll durchstarten. Das heißt lernen, lernen, lernen!“ In ihrer Stimme lag ehrlicher Enthusiasmus. Sie wusste, dass sie sich anstrengen musste, wenn sie bessere Noten haben wollte. Sie war eine durchschnittliche Schülerin mit Noten im guten 3er Bereich. Diesen Schnitt wollte sie zumindest auf einen 2er anheben, wobei ihr Deutsch und Sport dabei die geringsten Probleme bieten sollten. Deutsch wegen ihrer Affinität zum Schreiben und Sport, weil es einfach ein Stück ihres Lebens war. Einerseits tat sie damit ihrer Figur und Fitness etwas Gutes, andererseits baute sie mit ihren täglichen Joggingrunden auch eine Menge Stress ab. Zwei Fliegen, die sie mit einer Klappe schlagen konnte.

Auf einmal kam noch ein Mädchen in den Klassenraum gelaufen und verdrückte sich nach einem knappen Gruß sofort in die hinterste Reihe. Trixi sah an Fynn vorbei zu ihr und schenkte ihr ein kurzes Lächeln, ehe sie mit dem Gespräch fortfuhr. “Du bist nicht zufällig gut in Mathe?“, fragte sie und sah das brünette Mädchen mit großen Augen an. Wenn es eine Schwäche für Trixi gab, dann war es Mathe. Die einfachen Dinge bekam sie noch hin, aber sie wies doch merkliche Probleme auf, je mehr Themen dazu kamen. Zwar würde sie sich nicht viel daraus machen, wieder nur eine Vier auf dem Zeugnis zu haben, aber eine bessere Note würde ihr bei ihrem Jahresziel sicherlich ein gutes Stück weiterhelfen. Fynn konnte ihr ja vielleicht Nachhilfe geben.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Mo Sep 22, 2014 6:02 pm

Die beiden Mädchen vor mir sprachen gerade über eines meiner Lieblinsfächer: Mathe! Ich liebte das Fach einfach, es war so...naja so logisch eben. Manchmal konnte ich mit meinem Mitmenschen nichts anfangen, sie waren so unlogisch, sie wollten das eine, taten aber etwas völlig anderes. Das verstand ich einfach nicht. Mathe hingegen, mit seinen wunderschönen Gesetzmäßigkeiten war völlig logisch aufgebaut. Manche sagten, weil ich gut in Mathe war, wäre ich ein Streber. Aber eigentlich war das genaue Gegenteil der Fall: Ich verstand Mathe einfach, deswegen musste ich es auch nich üben, wie die meisten anderen. Deswegen hatte ich auch nie die Hausaufgaben, deswegen bekam ich auch immer mit meinem früheren Lehrer Ärger. Aber wenn er was fragte, wusste ich stets die richtige Antwort. Nicht, dass das viel genutzt hätte, nämlich freiwillig rückte ich nicht damit heraus, ich wollte mich nicht noch weiter ins abseits bringen, als sowieso schon.

Aber dieses Mädchen fragte nach Hilfe in Mathe. Vielleicht konnte ich so Freunde in meiner neuen Schule finden. Ich nahm zwar nicht an, dass diese Schule micharg lang behalten wollte (Ich war zuviel Ärger, sagten die Lehrer. Immerhin hatte es meine letzte Schule auf 2 Jahre gebracht, davor hatte ich bereits 6 andere Schulen).

Ich holte tief Luft. Entweder wurde mir das jetzt eine Freundin verschaffen oder mich ins Abseits stellen.

"Wenn du Hilfe in Mathe brauchst, ich kann dir gerne helfen.", nuschelte ich wieder.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Xorastra am Mo Sep 22, 2014 7:12 pm

Ja es war ganz toll gleich am ersten Schultag, noch vor Unterrichtsbeginn, zur Lehrerin vorgeladen zu werden. Xora kicherte in sich hinein, als sie der Frau folgte, welche dann wohl für dieses Schuhljahr ihre Lehrerin sein würde.
"Wir werden es schon irgendwie schaffen sie durch zu bekommen." Hatte sie zu ihrer lieben Mutter gesagt. Ja, Xora war überzeugt, dass sie das tun würde. Mit einem "treuer Hund Blick" hatte die Schülerin lächelnd genickt.
Sie war etwas zu alt für diese Klasse und sollte die Schule eigentlich schon seit einiger Zeit fertig haben. Doch sie interessierte sich einfach nicht für diese tollen Schulfächer. Warum sollte sie sich all diese doofen Rechenwege merken? Warum sollte sie tolle Aufsätze und sowas schreiben? Für was war es wichtig, wie man etwas richtig schieb? Reichte es nicht, wenn man es lesen konnte?
Xora war nicht dumm, oh nein! Aber alle meinten sie wäre lernbeschränkt und könne sich nur schwer konzentrieren. Sie taten alles, damit die Schülerin die Schule irgendwie schaffte. Die Lehrer gaben ihr Noten, damit sie bestand, auch wenn sie kaum etwas zu den Klausuraufgaben geschrieben hatte. Wenn Xora sie engelsgleich anlächelte, leicht verzweifelt aussah und die Schultern zuckte kam ein mitleidiges Lächeln als Antwort und sie ließen das Mädchen in Ruhe. Nebenbei waren ihre Gedanken damit beschäftigt ein neues Rezept für eine Torte, eine Creme oder einen Teig auszudenken. Sie musste unbedingt ausprobieren wie es schmeckte, wenn man Limette und Schokolade mit Chili verband. In Gedanken malte sie sich aus, wie man daraus nicht nur Pralinen, sondern auch Tortenfüllungen herstellen konnte.
Blinzelnd sah sie nun zur Lehrerin auf, die eben stehen geblieben war. Wie? Ob sie den Weg zum Klassenzimmer von hier aus alleine fand? Klar tat sie das, sie hatte ihr und der Mutter das Zimmer doch gestern selbst gezeigt. Lächelnd nickte Xora und machte sich auf den Weg.
Blöder Umzug, jetzt musste sie alle wieder von neuem davon überzeugen, dass sie Xora am Besten einfach in Ruhe ließen. Sie war zwar stets mit allen irgndwie befreundet, aber an wirren Gesprächen oder gar dem Unterricht beteiligte sie sich eigentlich nie.
Ihr Gehirn rechnete bereits aus, wie viel Schokolade für eine besondere Keksmischung am besten geeignet war, während sie sich auf den Weg zum Zimmer machte. Es war ja nicht so, dass sie gar nicht rechnen konnte. Kopfschüttelnd sah ihr die Lehrerin nach, sicher käme sie gleich nach um den Spaß beginnen zu lassen.

Fast hätte Xora das Zimmer verpasst doch sie merkte es noch rechzeitig um vor der Tür stehen zu bleiben. Drinnen unterhielten sich bereits ein paar Schüler. Sie strich ihre hellblonden Haare von den Schultern und stieß neugierig die Tür auf, ehe sie breit lächelnd ein "Guten Morgen!" höre ließ.
Anschließend nahm sie die Tischreihen in Augenschein. Die meisten saßen in der Nähe der Fenster, jemand hatte sich bei der Tür gesetzt und ein Tisch ganz hinten war auch bereits belegt. Sie spazierte summend zu einem Tisch mittig in der ersten Reihe und setzte sich. Die Lehrerin hatte ihr diesen Platz nahe gelegt, auch wenn sie nicht wusste, was das änderte. Mit einer fließenden Bewegung zog sie ihr Notizbuch heraus und begann sogleich darin ihren momentanen Einfall zu notieren.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Jarko am Mo Sep 22, 2014 11:22 pm

"Herr Gott-!", hörte ich da plötzlich eine Stimme. Eine Frau mit strengem Dutt stand in der Eingangstür zu den Jungenklos und wedelte sich energisch vor der Nase herum.
"Junger Mann! Mach sofort die Zigarette aus!", forderte sie mich mit einiger Schärfe in der Stimme auf.
Ich kannte sie. Sie kannte mich. Frau Lichten hatte mich bisher nicht unterrichtet, aber im Lehrerzimmer wurde gerne über die Problemschüler gesprochen und ich war nun einmal einer davon. Abgesehen davon hatten sich unsere Wege schon des Öfteren gekreuzt. Einmal war sie bei einer meiner Prügeleien dazwischen gegangen. Ein anderes Mal war sie die Aufsicht beim nachmittäglichen Nachsitzen gewesen. Sie war eine strenge Frau, aber ich brachte ihr im Vergleich zu anderen Lehrern einen Funken mehr Respekt entgegen, weil sie bei aller Strenge nie parteiisch wurde, sondern an ihren Prinzipien festhielt und zudem einen klugen, fleißigen Geist bewies.
Ich nahm den Glühstummel zwischen die Lippen, schob mich von der Fensterbank. Dann schlenderte ich auf Frau Lichten zu, zog noch einmal an der Zigarette und blies den Rauch provokant zur Seite in den Raum hinein.
"Ich möchte gesiezt werden.", stellte ich meine verwegene Forderung und sah sie herausfordernd an. Frau Lichten entgegnete den Blick ungerührt.
" Dann tut es mir wirklich leid, Jack. Denn ich kenne dich und weiß, dass du noch nicht volljährig bist. Und nun mache bitte die Zigarette aus."
Mist.
Na schön.
Ich knurrte etwas bei mir und druckste herum. Doch dann trat ich die Zigarette tatsächlich am Boden aus. Anschließend sah ich mit gerunzelter Stirn zu der Frau hoch, als erwartete ich ein Lob. Doch sie wartete weiter ab.
Noch einmal gab ich ein knurrendes Geräusch von mir, dann bückte ich mich und nahm den Zigarettenstummel vom Boden auf, um ihn in den Mülleimer zu werfen.
"Sehr schön. Dann können wir ja jetzt zum Klassenraum gehen. Du bist ab jetzt nämlich in meiner Klasse, Jack."
Was ne... Ernsthaft jetzt? Ouh. Shit.  Das würde noch Ärger geben. Ich mein. Ich mochte Frau Lichten. Ein winziges bisschen. Aber wenn es nun hieß, dass sie meine Klassenlehrerin wurde... Dann konnte das zu einem waschechten Krieg ausarten. Sympathie hin oder her.

...

Frau Lichten ging mir voraus in das Klassenzimmer und begrüßte die bereits anwesenden Schüler mit einem freundlichen "Guten Morgen!"
Als meine hochgewachsene, schlanke Gestalt aber an der Tür stehen blieb, wies die Klassenlehrerin mir einen Sitzplatz zu, indem sie eine Hand auf den dazugehörigen Tisch legte. Es war der Sitzplatz ganz vorn. Direkt beim Pult. Neben einer Schülerin, deren Haar wasserstoffblond war.
"Setz dich doch bitte hier her, Jack."
Meine bernsteinfarbenen, schmalen Augen wanderten jedoch erst ausgiebig und sehr skeptisch über die Anwesenden. Insbesondere über das Mädchen, das meine Sitznachbarin werden sollte. Sie schien wie der helle Gegenpart meines dunklen Selbst zu sein. Ich starrte sie an. Und bewegte mich dann wortlos auf den Platz neben ihr zu. Fast schon trotzig rückte ich den Stuhl von dem Tisch ab und ließ mich in einer fließenden Bewegung darauf nieder. Ich hatte den Geruch von Tabak mitgebracht.
Nur bis du achtzehn bist, Jack.
Frau Lichten hatte mein Verhalten mit Argusaugen verfolgt. Und ich schwieg. Doch sobald ich spürte, wie ihr Blick von mir wich, weil sie sich ihrer Tasche zuwandte, legte ich einen Arm auf die Tischplatte... und das ziemlich weit bei der Blonden. Ich machte mich wortwörtlich breit, legte den Kopf auf die Seite und grinste die Blondine an.
"Hi. Ich bin Jack. Ich hoffe, wir beide können uns anfreunden. ", meine Stimme klang eher gezwungen, als offen und freundlich. Ich ließ ihr keine Chance, sich selbst vorzustellen, sondern fuhr leiser und vertraulicher fort.
"Hast du was zum Futtern dabei? Du weißt ja - mit so etwas macht man sich Freunde. Und die kann man am ersten Schultag doch besonders gut gebrauchen, oder? Also - hast du was?"
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Fynn Hellwind am Di Sep 23, 2014 2:06 pm

Also hatte sich Fynn doch nicht getäuscht. Trixi war eine Neue. Vermutlich würden noch viele Neulinge durch die Tür dort spazieren, zumindest hatte das Mädchen so die Chance neue Leute mit anderen Interessen kennen zu lernen, die sich vielleicht auch als Freunde eignen würden.
Doch würde sie dann auch genügend Mut aufbringen, um diese anzusprechen? Bei Trixi war es leicht gewesen, da sie das Gespräch praktisch angefangen hatte, aber wie sähe das wohl bei den anderen Mitschülern aus?

Im nächsten Moment kam eine weitere Schülerin ins Klassenzimmer und setzte sich schnurstracks an den Fensterplatz in der letzten Reihe. Tja, die frische Luft und die tolle Aussicht übten eben eine starke Anziehungskraft aus. Besonders auf Mädchen wie es schien, denn nun saßen dort drei an der Zahl, Fynn eingeschlossen. Auch der Neuankömmling war ein sehr hübsches Mädchen, mit langen blonden Haaren. Sie schien etwas schüchtern zu sein, denn ihr „Morgen“ war kaum zu vernehmen gewesen. Ehe Fynn auch nur antworten konnte, war das Mädchen bereits nach hinten verschwunden und so beließ es die Brünette dabei.

Ich bin wirklich nicht die einzige mit diesen Schwierigkeiten
Doch wie dem auch war, jetzt hatte Trixi wieder Fynns vollste Aufmerksamkeit. Ihr Gegenüber wollte also nun durchstarten und viel für die Schule tun. Das war durchaus lobenswert. Auch Fynn hatte sich häufig gesagt, dass sie viel lernen würde, doch leider war sie ein sehr langsamer Lerner. Sie verstand vieles erst mit der zweiten oder dritten Erklärung und selbst dann hieß das nicht, dass sie dieses Wissen auch in die Praxis umsetzen konnte. Da sie eine sehr hartnäckige Natur war, die sich an manchen Tagen wirklich viel mit der Schule beschäftigte, kam sie in solchen Fächern wie Mathe oder Chemie einigermaßen mit, aber selbst dann reichte es bloß für eine drei. In anderen Fächern wie etwa Deutsch oder Sport ging ihr das deutlich leichter von der Hand. So schaffte sie es zumindest dort ihre 2er zu kassieren. Ansonsten konnte man sie gut und gerne als Durchschnittsschülerin bezeichnen. „Das ist toll. Bist du denn gut in der Schule?“ schon fast neidisch erwartete sie Trixis Antwort. Konnte sie vielleicht schön UND schlau sein? Das wäre wirklich beneidenswert, gleichsam fragte sich das Mädchen ob sie das wirklich wissen wollte... hätte sie doch nur den Schnabel gehalten.
Nervös zupfte sie an ihrem Schal und zog diesen etwas tiefer ins Gesicht.

„Ich? In Mathe?“ Auch Trixi hatte den Neuankömmling bemerkt, stellte die Frage aber an sie.
„Nein, nicht sonderlich. Aber immerhin habe ich da bisher meine 3 halten können. Und du?“
Warum sie diese Frage stellte? Vermutlich nur der Versuch das Gespräch aufrecht zu erhalten. Das Mädchen hinter Fynn schien darin aber mehr zu erkennen, denn im nächsten Moment meldete sie sich und erklärte, dass sie in Mathe helfen könne. Fynn drehte den Kopf zu ihr und lächelte.
Sie schaffte es aber nicht eine Antwort herauszubringen, ihr gar anzubieten, sich zu den beiden zu setzen, denn irgendwie hatte sie das Gefühl, dass sie das nicht wirklich wollte. Warum waren hier alle Mädchen nur so schön?

In diesem Moment kam auch schon das nächste Mädchen die Tür herein, sodass sich Fynn fragen musste, ob diese Klasse wohl zum größten Teil aus Mädchen bestehen würde? Irgendwo hatte das etwas Gutes. Mit Jungs hatte sie sich, wegen ihrer Schüchternheit, nie sonderlich gut anfreunden können, vielleicht war das also ihre Chance, um sich einen richtigen Freundeskreis aufzubauen? Andererseits könnte das alles auch sehr schnell zu einem großen Zickenkrieg heranwachsen, je nach dem was für Persönlichkeiten hier aufeinander trafen. Fynn würde sich überraschen lassen.
Die Neue war jedenfalls auch blond, sie waren fast weiß, und sie begrüßte die Runde mit einem freundlichen „Guten Morgen!“
„Guten Morgen“ kam es auch von Fynn.
Die Neue lächelte breit, und setzte sich mittig in die erste Reihe. Kurz darauf nahm sie Notizblock und Stift zur Hand und schien etwas zu schreiben. Ob sie vielleicht Geschichten schrieb?
Die Brünette lehnte sich zurück und ließ den Blick durch die Klasse schweifen. Es war noch einigermaßen leer und so vermutete sie, dass die vielen Jungs sich wohl einfach nur verspäten würden. Je voller es wurde, desto nervöser wurde sie. Dennoch wollte sie das Gespräch mit Trixi nicht voreilig sterben lassen. „Meinst du es kommen noch ein paar Jungs hinzu?“

Und da kam auch schon die Lehrerin herein, mit einem Jungen im Schlepptau. „Guten Morgen, Frau Lichten.“ antwortete Fynn brav und musterte sie. Frau Lichten war als strenge jedoch gerechte Frau bekannt, die schon viele schwierige Fälle gebändigt hatte. Ob der Junge, den sie da mitgebracht hatte, auch ein schwieriger Fall war? Allein seine Erscheinung wirkte irgendwie verwegen und rebellisch. Vermutlich war er das auch. Die Lehrerin nannte ihn Jack. Er sollte sich neben die Blonde in der ersten Reihe setzen. So war Fynn ganz froh, dass sie nicht seine Sitznachbarin wurde. Der Typ sah nicht nur nach Ärger aus, nein er roch auch so. Der Gestank von Zigaretten ließen erahnen, dass er bereits eine Schandtat an diesem Tag begangen hatte und sei es nur um sich selbst zu schaden. Fynn hasste diesen Geruch und zog daher ihren Schal noch etwas tiefer in ihr Gesicht, obwohl dieser schon ihre Nase verdeckte.

Frau Lichten ordnete ihre Unterlagen auf dem Lehrerschreibtisch und sagte vorerst nichts mehr. Es war schließlich noch ein wenig Zeit, ehe die Stunde begann. Vermutlich entging ihr deswegen, dass Jack seine Sitznachbarin bereits belästigte. So sah es jedenfalls in Fynns Augen aus. Sie konnte zwar nicht alles genau verstehen was er sagte, doch zumindest wurde ihr aus den Wortfetzen heraus klar, dass er sie wohl nach Essen fragte.

Wenn Fynn es recht bedachte, wäre ihr eine Klasse nur aus Mädchen lieber gewesen. Dessen wurde sie sich nun bewusst.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Xorastra am Di Sep 23, 2014 4:55 pm

Xora sah auf, als jemand den Platz neben ihr belegte. Dunkel, muffig...
Mit gerümpfter Nase musterte sie ihn aus dem Augenwinkel heraus.
Jack also... Doch er ließ ihr gar keine Zeit ihrerseits etwas zu sagen, schon fragte er nach etwas essbarem. Das man sich so Freunde machen konnte, wusste sie, aber das hatte sie doch wirklich nicht nötig. Nun, aber zufällig hatte sie auch heute eine Dose ihrer neusten Kreation dabei.
"Hallo Jack, ich bin Xora," entgegnete sie daher "klar habe ich etwas zu essen dabei. Du darfst es auch gerne probieren, nur kann ich nicht sagen wie es schmeckt, da es ein neues Rezept ist." Tatsächlich hatte sie die Chilistäbchen erst am vorigen Abend gebacken und noch nicht probieren können. Aber sicher würde der Geruch nach Gebäck und das Chili den Zigarettenqualm überdecken.
Mit einem breiten Grinsen im Gesicht zog sie die Dose mit dem Gebäck hervor, öffnete sie und stellte sie auf dem Tisch ab. Sogleich breitete sich der Geruch nach frischem Gebäck im Zimmer aus.
"Bedien dich nur," forderte sie ihren Sitznachbarn auf und war schon gespannt was er zu ihrer neuen Idee sagen würde.
Dabei kam ihr in den Sinn, dass sie womöglich zu viel Chili in den Teig gegeben hatte. Der Teig hatte einfach nach nichts geschmeckt und da hatte sie die Menge des Chilipulvers großzügig erhöht. Na und wenn schon, wer solche tollen Worte bezüglich Essen und Freunde gewinnen aussprach, der hatte eine kleine Sprache diesbezüglich sicher verdient. Also wartete sie nun um so gespannter darauf, dass er ein Stäbchen aß. Da sie zuvor schon gegrinst hatte, viel es auch nicht auf, dass es nun etwas breiter wurde und einen etwas anderen Grund hatte. Wenn er erstmal ein Stückchen abbiss, würde es auch gar nicht so sehr schmerzen und wenn er Glück hatte, war die Menge gar nicht so übertrieben gewesen, wie sie jetzt gerade glaubte.
Sie war eine gute Bäckerin und machte auch ziemlich gute Bonbons. Mit Chili arbeitete sie aber erst seit kurzem und wenn sie sich recht überlegte... Das Gewürz wurde beim Kochen oder Backen schärfer...
"Mh, vielleicht solltest du es doch lieber lassen..." meinte sie und girff nach der Dose, um sie wieder in ihrer Tasche zu verstauen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Di Sep 23, 2014 8:05 pm

Das erste was ich tat, war meine Kopfhörer auszupacken und mir einen ins Ohr zu stopfen. Es war eine geübte, wenig Aufmerksamkeit erregende Bewegung. Es sah aus, als würde ich mir leicht über die Haare streichen. Dann wählte ich den Play-Button und ließ mich überraschen, was für einen Song mir die Playlist dieses mal gönnte. Es war ein relativ melodisches Cover von 'Only Teardrops'. Den Interpreten des Originals kannte ich nicht, aber die Metal Band die das Cover spielte war Craving. Ich ließ mich in dem Stuhl zurücksinken, verschränkte meine Arme vor dem Bauch und musterte meine Mitschüler etwas eingehender.

Wobei Mitschüler gut gesagt war. Die einzigen, die außer mir im Raum waren, sind zwei Mädchen. Die eine ist total vermummt, wobei ich nur ihre braunen Haare mustern konnte, da sie mir abgewandt war. Die andere hingegen - eine seltsame Erscheinung - wandte sich zu ihrer Mitschülerin um, sodass ich einen guten Blick auf sie hatte. Ein hübsches Gesicht, dunkle Augen und grau-silberne Haare, die sie in einem Zopf geflochten hatte. Sie sah ein wenig überheblich aus, die Art wie sie ihren Zopf nach hinten warf, ein bauchfreies Top. Doch was die Erscheinung ein wenig zu nichte machte, war ihr ungeschminktes Gesicht. Sie besaß hübsche Züge und ich mahnte mich selbst, nicht wieder alle Leute in diverse Schubladen zu stecken.

Dann ging auch schon die Tür auf und mein Blick wanderte zu dem Neuankömmling. Noch ein Mädchen, ein blondes, schlankes. Sie war einigermaßen hübsch und grüßte in den Klassenraum hinein. Ich musterte sie noch einen Moment, dann kam sie auch schon an mir vorbei, um sich ganz ans andere Ende der Reihe zu setzen. Ich nickte ihr kurz zu, dann widmete ich mich endlich meiner eigenen Schultasche und zupfte einen karierten Block heraus, gefolgt von einem schlichten, schwarzen, mit Tipp-Ex bemaltem Mäppchen. Ich schüttete kurzerhand den Inhalt auf den Tisch, wobei mir beinahe ein schwarzer Kulli herunterfiel. Den fing ich fix auf, ehe er sich in den Tod stürzen konnte und legte ihn zurück ins Mäppchen. Dann breitete ich die restlichen Stifte vor mir aus. Drei HB, zwei weichere und einen härteren. Daneben der Radiergummi und ein Radierstift, den ich letztes Jahr in Kunst mitgehen habe lassen. Weiterhin zwei Fineliner, schwarz, und einen sicken schwarzen Filzstift. Ich stopfte alles, mit Ausnahme eines schlickten, rotbraunen Bleistifts wieder in das Mäppchen und schlug den Block auf einer leeren Seite auf. Es dauerte nicht lange, ehe ich drauf los kritzelte. Es waren grobe, dicke Bleistiftlinien, die wohl erst später Sinn machen würden.

Es war ein erneutes Aufgehen der Tür, das mich wieder aufblicken ließ und dieses Mal kam - wie sollte man es anders erwarten - ein weiteres Wasserstoffblondes Mädchen in den Raum. Auch sie hatte ausgeprägte Züge und was mich wirklich erstaunte, war, dass sie sich direkt vors Lehrerpult setzte. Ein kalter Schauer lief mir über den Rücken. Ich hatte einen solchen Platz für in etwa ein halbes Jahr und in diesem habe ich gelernt, dass man sich da besser nicht hinsetzte. Naja, zumindest nicht, wenn man ein Metal war. Und vor allem nicht, wenn man ich war. Ich gönnte ihr die Nähe zum Lehrer, so würde sie wenigstens im Unterricht etwas mitbekommen.

Eigentlich hatte ich dann auch kaum Zeit, mich wieder meinem Kunstwerk zu widmen, denn da kam auch schon Frau Lichten herein, begrüßte uns und ordnete dann ihre Unterlagen. Ich kam nicht dazu sie eingehend zu mustern, denn sie brachte einen nach Zigarettenqualm stinkenden Typen mit herein, der sich sogleich neben die Wasserstoffblonde setzen sollte. Er war groß, etwas drahtig und hatte bernsteinfarbene Augen. Er untersuchte kurz den Raum, ich traf seinen Blick, doch das schien ihn nicht zu interessieren. Dann begann er ein Gespräch mit seiner neuen Sitznachbarin, doch ich verstand nicht, was sie redeten, denn inzwischen brüllten mir Black Sabbath ins Ohr. Gut, das wars dann auch schon mit der Welle der Neuankömmlinge und ich widmete mich wieder mehr schlecht als recht dem inzwischen Form annehmenden Kunstwerk. Es war ein kleines Mädchen mit Sommersprossen in einem gelben Kleid mit einem Strohhut. Sie stand in einer Blumenwiese und hielt die Arme vor der Brust verschränkt. Blut triefte von ihren Händen und färbte den Boden unter ihr rot. Naja, zumindest in meiner Fantasie, denn es war nur eine Bleistiftskizze.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Di Sep 23, 2014 11:48 pm

Die Antwort der Brünetten war negativ, aber immerhin hatte Trixi vielleicht eine Gleichgesinnte gefunden, die in Mathe auch nicht besonders gut war. Über diesen Gedanken hinweg überhörte sie beinahe das andere Mädchen, das aus der hintersten Reihe ihre Hilfe anbot. Freudig über die Offerte der Fremden lächelte sie und nickte eifrig. “In Mathe kann ich immer Hilfe gebrauchen!“ Leider vergaß sie ihr einen Platz in ihrer Nähe anzubieten, ehe sie sich wieder dem Gespräch mit Fynn widmete. Zuvor war noch ein weiteres Mädchen hereingekommen, dass sich direkt vor dem Lehrerpult niedergelassen hatte. Da war Fynns Frage auf einmal bestätigt und Trixi fragte sich, ob es denn wirklich einen Jungsmangel geben würde. Nicht, dass sie darauf angewiesen war, im selben Klassenraum mit ihnen zu sein. Aber so ließ es sich definitiv leichter mit ihnen flirten, falls ihr einer gefiel.
Wenn man so wollte, war Trixi eine Aufreißerin. Sie legte großen Wert auf den Kontakt zum anderen Geschlecht, auch wenn es dabei bislang aktionslos geblieben ist. Flirten konnte man beinahe zu ihren Hobbys zählen, aber sie schmiss sich lange nicht an alle männlichen Wesen ran, sondern wählte ihre Beute gezielt und nach bestimmten Kriterien aus. So durfte es zum Beispiel kein Außenseiter sein und auch nicht unbedingt der Schachkönig aus der Sechsten. Der Charakter zählte erstaunlicherweise sogar mehr als das Aussehen, denn da war sie recht flexibel. Wobei Schnuckelige stets über Proleten standen.
In Begleitung der Lehrerin, die sich als Frau Lichten rausstellte, kam ein zweiter Junge in die Klasse, der ein perfektes Beispiel für die Art von männlichem Wesen war, an dem Trixi nicht sonderlich interessiert war. Schlaksig, seltsam und irgendwie düster. Er verbreitete außerdem einen unangenehmen Geruch und wurde von der Lehrerin neben das blonde Mädchen vors Pult gesetzt. Seinem Auftreten nach zu urteilen war er nicht sonderlich zufrieden mit diesem Platz, aber er weigerte sich nicht wirklich dagegen und sprach die Blonde auch bald an.

Mit einem bedächtigen Kopfschütteln musterte sie die Beiden noch, dann erfasste sie die noch übrige Zeit, bis der Unterricht losging und wandte sich zurück in ihr Gespräch. Was zu erzählen hatte sie aber nicht wirklich, da sie sich aber keiner Lästerei zu schade war, legte sie dennoch fröhlich los: “Na hoffentlich sind nicht alle Jungs in unserer Klasse so düster“, tuschelte sie und konnte sich eines neckenden Grinsen nicht entledigen. Bewusst sah sie dabei auch nochmal zu dem anderen Jungen ins hinterste Eck, der mittlerweile damit beschäftigt war, mit einem Bleistift etwas zu Papier zu bringen. Zwar sah er dunkel aus, aber sollte er Zeichnen und dabei auch noch ein gewisses Talent beweisen, hatte er zumindest ein paar Sympathiepunkte sicher. “Es fehlen aber auch noch ganz schön Viele, nicht wahr?“ Ihre Feststellung kam postwendend, nachdem ihr Blick wieder auf Fynn gerichtet war. Diese hatte sich zurückgelehnt und inzwischen den Schal so weit über das Gesicht gezogen, dass man ihre Mimik gar nicht mehr richtig lesen konnte.
Irgendwie kam es ihr doch vor, als würde das Gespräch verebben. Das mochte an der Anwesenheit der Lehrerin liegen, die immer noch ihre Sachen ordnete und eine seltsame, strenge Präsenz dabei hatte. Irgendwie war es dem Mädchen unangenehm, in ihrer Gegenwart noch zu sprechen. Auf ihrer alten Schule war es üblich, dass die Lehrer ohnehin zu spät kamen und dann eigentlich auch keinen sonderlich autoritären Eindruck gaben. Man übersah sie leicht mal, führte munter die Gespräche fort oder simste noch schnell etwas. Hier war es anders und insbesondere ihre neue Lehrerin unterstrich diese Auffassung besonders stark. Auf den Unterricht mit ihr war Trixi schon gespannt.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Jarko am Fr Sep 26, 2014 12:53 am

Oh?
Mit solch einer Freundlichkeit hatte ich dann doch nicht gerechnet. Das war fast schon erheiternd. Meine Heiterkeit wandelte sich sogar in Freude, als ich feststellen musste, dass diese sogenannte Xora - was war das für ein Name! - Nahrung dabei hatte, die aus eigener Herstellung stammte. Sollte ich etwa tatsächlich einen Volltreffer gelandet haben, und neben ein Mädel gesetzt worden sein, dass gerne kochte...?
Lasst euch gesagt sein: Ich war ein richtiger Vielfraß. Ich aß so ziemlich alles und konnte ganze Berge von Essen verschlingen. Was sollte ich sagen? Muskeln brauchten halt viel Energie!
Ich hatte auf die Dose gestarrt, die die Blondine aus ihrer Tasche hervorzauberte, und zeigte auch keine falsche Scheu, als ich mich großzügig bei dieser bediente. Es breitete sich ein herrlicher Geruch im Raum aus.
"Ohh... ich sehe schon, wir werden uns sehhhr gut verstehen, mein Herz.", schnurrte ich mit zu ihr geneigtem Kopf und grinste dabei von einem Ohr zum anderen. Zwischen die Zähne schob ich mir sogleich eine der Gebäckstangen und biss geräuschvoll hinein. Innerhalb einiger Sekunden vertilgte ich meinen Vorrat an den Chilistäbchen. Meinem Gesicht ließ sich dabei nicht entnehmen, ob es mir zu scharf war. Munter kaute und schluckte ich das Zeug, als wäre nichts.
"Schmeckt.", kommentierte ich und nickte mehrmals, noch während ich kaute.
Das war noch so eine Sache. Meine Geschmacksnerven waren die letzten Jahre derart in Mitleidenschaft gezogen worden, dass ich eine Pizza Diavolo mit extra viel Chili bestellte, um wenigstens noch etwas zu schmecken. Die Soße, die mir zu scharf war, hatte man noch nicht erfunden.

Ich wirkte gemütlich. Wie die Ruhe in Person saß ich in meinem Stuhl zurückgelehnt. Es hätte nur noch gefehlt, dass ich die Hände auf meinem Bauch faltete, um dieses Bild zu komplettieren.  Doch die hatten etwas anderes zu tun. Erstaunlich schnell knallte ich die Rechte auf die Dose, die Xora gerade wieder zurück in ihre Tasche packen wollte, sodass sie zwischen meiner Hand und dem Tisch eingeklemmt war und ich ihr Tun verhinderte.
"Mal nicht so bescheiden. Die schmecken mir gut.", es klang mehr nach einem drohenden Knurren als nach einem Lob. Ich zog die Hand aber langsam zurück, als Frau Lichten den Blick über uns schweifen ließ und mir ein Stirnrunzeln schenkte. Ich fuhr mit dem Zeigefinger mehrmals unter der Nase entlang und tat so, als würde ich durch die Fenster nach Draußen sehen. Es war so ätzend, direkt vor dem Pult zu sitzen...
Ich drehte mich auf meinem Stuhl um und musterte noch einmal eingehend die anderen Anwesenden. Mal sehen, wo wir unsere schwarzen Schafe hatten... Ihr wisst schon. Diejenigen, die selbst unter den Schäfchen noch untergingen. Ich war übrigens kein Schäfchen. Ich war ein großer, böser Wolf.
Wieder grinste ich.
Meinen bloßen, tätowierten Arm hängte ich über die Stuhllehne, während ich die Mädchen am Fenster neugierig musterte. Hatten wir hier nicht ziemlichen Frauenüberschuss?
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Xorastra am Fr Sep 26, 2014 1:32 pm

Das war doch nicht zu fassen! Der Kerl verschlang ihre Chilistäbchen als seien sie reine Mürbteigstangen! Kurz staunte sie darüber, wie er es fertig brachte bei der Schärfe keine Mine zu verziehen. Dann hinderte er sie daran die Dose weg zu nehmen und bei seinen Worten zuckte sie zusammen. Nein, er war nicht nett.
"Von mir aus, du kannst die haben."
Aber wenn er nichts von der übergroßen Portion Chili bemerkte...
Theoretisch könnte sie Jack wohl alles mögliche unterjubeln und keiner, außer vielleicht er selbst würde ihr danach böse sein. Sie könnte die tollsten Eperimente mit ihrem Gebäck machen. Ein Grinsen stahl sich auf ihr Gesicht und sie sah träumerisch auf ihre Rezeptesammlung.
Die Dose ließ sie stehen, da der Inhalt für andere wohl eh ungenießbar war. Dabei war sie sich ziemlich sicher, dass sie noch rausfinden würde, wie weit es mit Jacks Geschmackssinn wirklich war. Auf der Letzten Seite ihres Notizbuches notierte sie sich sogleich einige ihrer Einfälle. Neben Chili, was ja eigentlich nicht die Geschmacksnerven ansprach sondern Schmerz verursachte, stand da bald Pfeffer, Käfer und Erlenrinde. Grinsend warf sie ihrem Nebensitzer einen Blick zu und ergänzte die Liste mit Flohsamen. Sicher würden ihr noch mehr interessante "Zutaten" einfallen, aber das sollte vorerst genügen. Sie könnte den anderen in der Klasse ja erzählen, was Jack so alles genoss...
Achja genießen!
Rasch blätterte sie zurück um ihr Rezept zu vollenden.
Nebenbei fischte sie in ihrer Tasche nach Gelefrüchten, die sie vor zwei Tagen zubereitet hatte und ließ sie sich schmecken. Davon würde "schlingender Gaumen" nichts bekommen, sie waren zum Genießen, nicht zum runterschlingen!
Zum Glück war eben jener Schlinger dadurch abgelenkt, dass er die übrige Klasse musterte.
Er wusste den feinen Geschmack ihrer Kreationen nicht zu schätzen. Das bedeutete, dass sie nicht die Absicht hatte gut mit ihm aus zu kommen. Alle Welt genoss ihre Kreationen und bewunderte sie für ihre Geschmacksvielfalt. Dem Kerl könnte man ja alles unterjubeln, ohne das er es schmeckte. Denn ja, was nicht gut schmeckte, war in der Regel nicht gut für einen Menschen.
Die Rechnung in ihrem Büchlein stimmte nicht und sie brauchte mehrere Minuten um auf den Fehler aufmerksam zu werden. Es war ihre ganze Rechenkunst, aber es genügte um Rezepte aufzustellen. Um Schulnoten machte sie sich keine Gedanken, wie immer würden die Lehrer sie schon durchkommen lassen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Fynn Hellwind am So Okt 05, 2014 9:46 pm

Ein seltsamer Duft kroch Fynn in die Nase. Trotz, dass ihr Schal tief in ihrem Gesicht hing nahm sie neben dem Qualmgeruch nun auch den Duft feinen Gebäcks wahr, der sich zunehmend mit ersterem vermischte und dadurch ein unappetitliches Zusammenspiel ergab, was der Schülerin nicht so recht gefallen wollte. Kurz hob sie die Hand, um das bereits offene Fenster noch ein weiteres Stück zu öffnen. Sie wandte ihren Kopf der frischen Luft zu und atmete tief ein. Ja, das war schon um einiges besser. Im Hintergrund hörte sie noch dass sich das Mädchen mit den Wasserstoffblonden Haaren neben Jack als „Xora“ vorstellte. Er klang seltsam, vielleicht ein Spitzname? Vorerst nahm sie dies an, spätestens wenn die Vorstellrunde in der Klasse beginnen würde, würde sie genaueres dazu erfahren. Irgendwo in ihrem Inneren freute sie sich schon darauf, da sie dann erfahren konnte wer genau mit ihr hier in dieser Klasse saß, andererseits... wurde ihr mulmig zumute in Anbetracht der Tatsache, dass dann auch sie sich vorstellen musste. Ein Schauder ging durch ihren Körper und sie rückte noch ein wenig näher an das Fenster heran.

Allerdings hatte sie bei all dem Trixi nicht vergessen. Sie lächelte entschuldigend zu ihr hinüber, da sie das Fenster so weit aufgemacht hatte und merkte noch an: „Wenn es dir zu kalt wird, sagst du Bescheid, ja?“ was hinter ihrem Schal wohl etwas stumpf klang, aber sie hoffte einfach, dass man sie gehört hatte. Zumindest wusste Fynn nun warum ihr Gegenüber nach dem Fach Mathe gefragt hatte, sie suchte nach einem Lernpartner, den die Verhüllte leider nicht spielen konnte. Sie würden womöglich Leidensgenossen sein, aber helfen würde sie ihr nicht können. Das Mädchen hinter ihnen schien da selbstbewusster zu sein, vielleicht würden sie ja dann gemeinsam lernen können?
Das nächste Thema auf was die beiden Mädchen kamen, waren Jungs. Die beiden einzigen Jungen in der Klasse hatten wirklich eine eher düstere Erscheinung und so war es kaum verwunderlich, dass sich Trixi darüber ausließ. Fynn schmunzelte denn sie hoffte wirklich, dass es wirklich nicht noch mehr dieser Gestalten in ihrer Klasse geben würde. „Ja.... hoffentlich.“ sagte sie nur während sie mit gerunzelter Stirn den Jungen in der ersten Reihe musterte. Diese Tattoos, dieser Geruch, der Typ bedeutete nichts als Ärger, sie hoffte nur dass er diesen bei sich behalten würde. Die nächste Bemerkung ihrer Gesprächspartnerin bekam sie bei ihren Gedanken kaum mit. Doch nickte Fynn geistesabwesend. „Eine kleine Klasse wäre aber auch nicht schlecht, meinst du nicht?“ gab sie  etwas verträumt von sich, nur um noch irgendetwas zu sagen und nicht allzu abweisend zu wirken.  Anschließend wanderte ihr Blick wieder nach draußen und betrachtete die Vögel die zügig über den Himmel zogen. Die Sonne schien ihr angenehm ins Gesicht, blendete sie aber nicht, da sie in einem günstigen Winkel stand.

Erst als die Gestalt vorne sich umdrehte, wandte sich Fynns Blick reflexartig in seine Richtung, um zu prüfen, ob er sie direkt ansah. Dies tat er glücklicherweise nicht, nein er überschaute die Klasse, vermutlich um zu prüfen, wer noch alles in diesem Raum saß. Als sie merkte, dass er wohl nichts sagen würde, widmete sie sich wieder ihrem Fenster, machte es  dabei aber wieder ein wenig zu. Letztlich entschied sie sogar aufzustehen und es auf Kipp zu stellen.  Der Geruch von Tabak war mittlerweile verflogen sodass nur noch der Geruch von frischem Gebäck den Raum erfüllte und Fynn dadurch ein wenig zufriedener stimmte.

Plötzlich stand die Lehrerin auf. Frau Lichtens Blick wanderte kurz über die Sitzreihen, doch ihre Mimik verriet keinen einzigen ihrer Gedanken. Ob sie wohl enttäuscht über die Größe ihrer Klasse war? Die Frau räusperte sich und hob ihren Kopf leicht an. Es war als würde sie auf die Schüler herabblicken doch ihre Züge waren frei von jeglichem Hohn oder Spott. Vermutlich wollte sie nur noch einmal verdeutlichen, dass sie hier das Sagen hatte und das schienen alle begriffen zu haben in Anbetracht der Tatsache, dass es schlagartig ruhig geworden war. Andererseits war es bis eben auch nicht sonderlich laut gewesen, da fast jeder mit sich selbst beschäftigt gewesen war. Frau Lichten ließ ihren Blick auf die Schüler in der hintersten Reihe ruhen. „Kommt ihr bitte nach vorne? Wir sind so wenige, da brauche ich nicht durch den ganzen Raum zu brüllen.“ Und da fragte sich Fynn ob diese strenge Lehrerin wohl brüllen konnte? Sie erschien ihr eher wie eine ruhige Persönlichkeit denn auch ihre Stimme hatte einen sehr weichen und beruhigenden Klang. Hoffentlich hatten sie sie nicht in Physik oder Chemie...

Die Schritte der großen Frau trugen sie zur Tür. Fynn bemerkte derweil dass die Uhr bereits Acht zeigte und so gab sie schweren Herzens das Lesen in ihrem Buch auf und verstaute es wieder in ihrem Rucksack. Nachdem Frau Lichten den Gang hinunter geschaut und geprüft hatte ob nicht noch ein paar Schüler kamen, schloss sie sachte die Tür und begab sich zu ihrem Schreibtisch zurück. Dort blieb sie in strenger Haltung stehen, faltete die Hände und lächelte ein erstaunlich freundliches Lächeln in die Runde. Erst da viel der Brünetten auf, wie schön sie wohl war wenn sie offene Haare trug. Ob sie Frau Lichten auch einmal ohne Dutt sehen würden?

„So meine lieben Schüler, ich wünsche euch allen einen wunderschönen guten Morgen.“ Heitere Worte von einer Person, der man eine solche Heiterkeit wohl nie zugetraut hätte. „Ich begrüße Euch herzlich in diesem Schuljahr und hoffe, dass wir dieses gemeinsam erfolgreich bestehen werden. Ich bin Frau Lichten, Eure Klassenlehrerin.“ Damit drehte sie sich um und schrieb ihren Namen mit weißer Kreide an die sauber geputzte Tafel. Ob sie selbst dafür gesorgt hatte, dass es hier so ordentlich war? Zuhause war sie bestimmt ein richtiger Putzteufel. Und das brachte Fynn zum Lächeln. Als Frau Lichten damit fertig war, drehte sie sich wieder um und bedachte jeden einzelnen Schüler mit einem eindringlichen, aber freundlichen Blick. „Bevor Ich euch erkläre, wie sich dieses Schuljahr gestalten wird, möchte ich, dass ihr euch einer nach dem anderen vorstellt. Nennt mir bitte Name, Alter und eure Hobbys. Das würde mich sehr interessieren.“ Dann setzte sie sich und blickte erwartungsvoll in die Runde. Plötzlich wirkte sie wieder ein wenig streng. Es war fast geisterhaft wie diese Freundlichkeit in eine ausdruckslose Maske wechselte, vermutlich würde das Fynn noch eine Weile sehr irritieren, doch jetzt war es erst einmal an der Zeit dem Blick der Lehrerin auszuweichen. Mit gesenktem Blick betete die Schülerin, dass sie bloß nicht als erste dran genommen werden würde.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Gast am Di Okt 07, 2014 12:08 pm

Das waren alle? Nun gut, ich hatte zwar nichts gegen kleine Klassen, aber so klein? Oh je, da würde ich mich nicht gut verstecken können. Frau Lichten war inzwischen im Zimmer und hatte alle nach vorne gebeten. Oder was heißt hier gebeten? Eher unmissverständlich aufgefordert. Ich seufzte leise und ging nach vorne zu den beiden Mädchen. Die eine hieß Trixi, soviel hatte ich mitbekommen. Eine Reihe hinter sie setzte ich mich, natürlich hinter die Größere von beiden, sodass ich etwas versteckt war. Hatte auch Vorteile, die Jüngste und Kleinste hier zu sein. Vielleicht vergaß mich ja Frau Lichten hier hinten und ich musste nicht an so einem öden Unterricht teilnehmen, sondern konnte was Zeichnen oder Rechnen oder so.

Und schon war es aus mit meiner Hoffnung. Frau Lichten hatte uns soeben aufgefordert, uns vorzustellen. Mit Alter! Wenn ich mein Alter nannte, vor allen anderen war es aus, sie würden mich für eine Streberin halten oder für irgendeinen Freak. Und in diesem Moment schaute sie mich an. Oh je, schnell kleinmachen. Ich duckte mich hinter das Mädchen vor mir, aber Frau Lichten war da steinern. Kaum sagte sie: "Fangen wir hinten an.", stellte ich mich schonmal auf ein neues Schuljahr voll Hänselei und Gemobbe ein.
So ergeb ich mich in mein Schicksal und stellte mich vor. "Ich bin Celdea Runathua, ich bin 15 und meine Hobbys sind: Zeichnen und Singen." Ich ließ lieber mal meine Liebe zu Mathe außen vor.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Oluwoye am Di Okt 07, 2014 5:16 pm

Ich runzelte die Stirn. Wie war mir das passiert? Ich kam ansonsten selten zu spät. Allein nur schon deswegen, um die Situation unter Kontrolle halten zu können.  Ach ja Kontrolle, darum war es ja auch gegangen bei dem Grund, wodurch ich zu spät kam. Kontrolle über das Brett, Punkte, Leben, Form. Ja das darf ich nie vergessen. Ich hatte am gestrigen Abend eine sehr interessante Studie von einem alten Meister entdeckt und hatte mich davon einfach nicht lösen können. Und den Preis habe ich dafür zahlen müssen. Meine schwarze Schulmappe war schwer, nicht weil wir am ersten Tag schon so viel Unterricht hätten. Nein ich hatte natürlich die tolle Idee gehabt mein Go-Brett mitzuschleppen mitsamt den Steinen. Dazu kam ein wunderschöner Roman eines russischen Autors und ein zwei philosophische Bücher, wobei eine Ausgabe der Gespräche in meiner Hosentasche steckte.

Als ich die Schule betrat, war es ungewöhnlich ruhig. Natürlich hatte der Unterricht schon begonnen. Ich werde wirklich vom Pech verfolgt, das macht alles nur unnötig kompliziert. Das wird schwierig jetzt noch die Dinge wieder ins Lot zu bringen. Wieso mache ich mir überhaupt immer Pläne, wenn ich sie doch nie erfüllt bekomme? Wieder runzelte ich die Stirn. Das war einer meiner kleinen Macken, ich dachte zu viel über alles nach und nervte meine Umgebung gerne mit Dingen, die sie nicht wissen wollten. Ich war der Meinung deswegen hätte ich eigentlich überhaupt nicht beliebt sein sollen, aber manche schienen willens mich zu ertragen. Ok zumindest einer, aber der war weit weg, von der Schule gegangen, da seine Eltern umzogen zu meinem Leidwesen und jetzt wurden auch noch die Klassen neu geordnet. Wahrlich ich war vom Pech verfolgt. So kann man es aber eigentlich nicht sagen, es gibt wohl Leute, die wahrlich vom Pech verfolgt sind, dagegen bin ich eher … hmm ungeschickt. Ungeschickt war ein Wort, welches sich vielleicht wirklich gut eignete, denn mir ging auch im Kunstunterricht sämtliches Geschick verloren, und meine Ergebnisse waren nun ja eigenwillig.

Fast wäre ich bei meinem Sinnieren am Klassenzimmer vorbeigelaufen. Aber ich hörte auf, als eine strenge weibliche Stimme jemanden oder viele aufforderte nach vorne zu kommen und sich vorzustellen. Ich besah mir das Türschild: „Frau Lichten Klasse 10b.“ Nun war es wohl soweit, ich musste den Schritt in das Ungewisse wagen. Ich schluckte und meine Hand wollte nicht die Klinke runterdrücken, die ich schon in der Hand hielt. „Ach das ist doch dämlich“, dachte ich bei mir und schloss meine Augen, um meine Angst zu bekämpfen. Ich wählte eine leise beruhigende Melodie, mein absolutes Lieblingslied, um mir etwas Mut zu machen. Ich bin ziemlich schüchtern, vor allem gegenüber nach meinem Verständnis Fremden. Und da war ein Raum voller fremder Leute, also was sollte ich tun. Bei diesen Worten spielte schon ein anderes Lied in meinem Kopf. „Was soll ich tun? Egal ich lass es ruhen!“ Diese Liedzeile hallte lange in meinem Kopf wieder. Es hatte schon fast die Ausmaße eines Fluches. Ich liebte die Musik und konnte mich immer in sie verlieren. Das führte manchmal dazu, dass ich spontan ein Lied vor mich hin summe und sich mein Gesprächspartner doch sehr wundern muss. Unwillkürlich lächelte ich, als ich mir innerlich meine Macken aufzählte. Mit dem Lied des Falken auf den Lippen drückte ich die Klinke runter und betrat den Raum. Schnell schloss ich die Tür hinter mir und schaute mir erst dann den Raum an.

Ich zählte schnell durch. Sieben Köpfe drehten sich zu mir um, was sie wohl sahen, das gleiche wie ich heut Morgen im Spiegel. Philosophisch gesehen, war das vielleicht ein interessantes Gedanke, aber gerade mehr als nutzlos.  Das Lied auf meinen Lippen erstarb, als die Klasse mich und ich sie anstarrte. Ich beobachte jeden nacheinander durchdringend. Zuerst fiel mir ein Mädchen mit einem braunen Schal auf. Auf ihrem Platz lag ein Buch, den Titel konnte ich von meiner Position nicht erkennen, aber das Cover ließ erahnen, dass es demselben Genre angehörte, wie das welches in meiner Mappe schlummerte. Als nächstes fiel mir ein Junge mit langen Haaren und schwarzen Klamotten auf. Er trug Springerstiefel, was mich zuerst aufhorchen ließ, aber ich verwarf sämtliche Bedenken sogleich wieder, als ich sein T-Shirt besah, welches eine Szene aus der nordischen Mythologie zeigte. Auch er  war mir sympathisch. Es gab noch drei weitere Mädchen, das eine zeigte ausgeprägtes Desinteresse an der Situation. Zweites war sehr auffällig gekleidet und ihr Äußeres schrie geradezu nach Aufmerksamkeit. Das letzte Mädchen schien sich unter meinem Blick nicht sehr wohl zu fühlen und hatte sich sogleich wieder weggedreht, auch dieses Verhalten konnte ich gut nachvollziehen, hätte ich es denn selbst gerne getan, aber leider würde mein Weg nach vorne führen und ich würde ja wohl kaum rückwärts laufen. Sie war gerade dabei sich vorzustellen. Sie sei 15 Jahre alt. War das nicht etwas jung? Aber egal nichts war so außergewöhnlich, dass es nicht wert war es erstmal kennenzulernen. Als letztes fiel sein Blick auf einen Jungen. Sein Blick hatte etwas Abschätzendes an sich. Wenn das mal kein Wolf sei, der sich sein Lämmchen beschaut und sich nur noch fragt, welches er fressen sollte. Eine Gefahr ging von ihm aus, die mir gar nicht gefiel.

„Guten Morgen!“, erklang da plötzlich eine Stimme. Das musste offensichtlich Frau Lichten sei. Was wohl sie und die anderen erblickten, fragte ich mich wieder. Wahrscheinlich einfach einen großen Jungen, der etwas fülliger war, eine einfache Jeans trug, dazu ein Paar Wanderstiefel, welche schon sehr abgenutzt aussahen, sowie ein orangenes einfarbiges T-Shirt, ohne sämtliche Beschriftung. Meine braunen Haare waren relativ kurz und in meinem Gesicht mussten wohl, die großen etwas abstehenden Ohren auffallen. Aus meiner Mappe hing das Go Brett heraus, was die Leute wohl davon halten mögen? Da Celdea, so hatte sie sich vorgestellt, gerade geendet hatte, hielt ich es für angemessen kurz selbst das Wort zu nehmen. „Guten Morgen, Frau Lichten! Entschuldigen Sie, dass ich zu spät bin, ich habe einfach zu viel Zeit hierher vertrödelt. Mein Name ist Olu Hawker. Ich bin 16 Jahre alt und meine Hobbys sind die Philosophie, Mathematik, Go, sowie selten Judo.“, und mit einer leichten Verbeugung, wie es die Höflichkeit gebot, fügte ich hinzu, „Schön euch kennenzulernen!“ Die Worte brachte ich eher gestammelt über die Lippen und schluckte unwillkürlich. Schnell ging ich mit federndem Schritt durch den Raum, damit mich keiner aufhalten konnte. Ich setzte mich gleich in die Nähe der Tür, damit ich nicht länger so auffiel. Nur neben den Wolf wollte ich mich nicht setzen, deswegen setzte ich mich neben das Mädchen, welches ein so angenehmes Desinteresse zeigte. Ich packte die Gespräche des Konfuzius aus meiner Hosentasche und legte sie auf den Tisch, da sie mich beim Sitzen störten. Dann mag es losgehen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Xorastra am Fr Okt 10, 2014 3:13 pm

Eine kleine Klasse, so was blödes. Sicher würde die Lehrerin da versuchen auch sie mit in den Unterricht ein zu beziehen. Aber nunja, daran waren schon ganz andere gescheitert. Rasch notierte sie noch die Mengen an Zucker, Mehl, Eiern und sonstigen Zutaten für eine Torte. Mh, wenn sie sich das so überlegte... Sie klammerte das eine oder andere ein und veränderte die Menge. An den Rand kritzelte sie einige kleine Rechnungen.
Am Rande bekam sie mit, dass das erste Mädchen, ziemlich weit hinten sich vorstellte. Celdea und noch ziemlich jung. Sie sah sich rasch um, sie prägte sich das Gesicht und den passenden Namen ein.
Dann stand da plötzlich noch ein Junge und da er etwas spät dran war stellte er sich auch gleich vor. Olu, ob das wirklich sein ganzer Name war? Sie wusste es nicht, fand aber das er ganz nett aussah. Jedenfalls netter als ihr Nebensitzer zur linken. Seine Hobbys klangen einigermaßen merkwürdig. Mathematik... Xorastra seufzte, aber vielleicht wäre es nur von Vorteil, wenn sich so jemand neben sie setzte, das tat er nämlich.
Sie warf ihm einen kurzen Blick zu als er etwas auf den Tisch legte und widmete sich dann wieder ihrem Notizbuch. Wo war sie noch gleich gewesen...?
Rasch überflog sie die Zutatenliste und stützte den Kopf mit der Hand ab.
Frau Lichten warf ihr einen Blick zu, doch sie ignorierte ihn wohlwollend und blätterte in ihrem Buch zurück um einige Rezeptideen durchzugehen. Ganz vorne im Notizbuch hatte sie ein Blatt mit dem Stundenplan eingelegt. Verzückt betrachtete sie das Kästchen in welchem sie neben das Wort "Kochen" das viel schönere Wort "Backen" eingetragen hatte. Sie war froh, dass es zumindest ein Fach gab, auf das sie sich freuen konnte. Aber ohne dieses Fach, wäre sie nicht an diese Schule gekommen. Immerhin war sie mit 20 schon nicht mehr Schulpflichtig und war nur hier um ihren Eltern einen Gefallen zu tun. Wenn es nur nach ihr gegangen wäre... Sie stünde schon lange in einer heimeligen Backstube und würde den ganzen Tag nur noch backen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Xern am Sa Okt 11, 2014 2:08 pm

Er war groß, kräftig und hatte ziemlich dunkle Haut. Diese war jedoch nicht völlig schwarz und auch seine feinen Züge deuteten eher auf einen Südländer als auf einen Afrikaner hin.
Xavers goldene Augen huschten gerade über das Werk eines gelangweilten Teenagers, dessen Kunst  auf der Rückwand des Schulgebäudes prangte als er bemerkte, dass er sich wohl langsam in sein Klassenzimmer begeben sollte. Im Hinterhof gab es viele Tischtennisplatten aus massivem Stein. Sie standen dort und konnten in jeder Pause benutzt und im Sommer sogar zu Liegeflächen missbraucht werden. Xaver hatte es zwar nicht nötig, in der Sonne zu baden, doch fand er es reizend die Damen in den heißen Monaten zu beobachten und so trieb er sich des öfteren hier herum, selbst wenn sich der Sommer bereits langsam seinem Ende zuneigte.

Das Graffiti zeigte einen Schriftzug aus Pfeilen die das Wort „Brain“ formten. Vielleicht eine Aufruf an alle weniger intelligenten Schüler, eben dieses Organ ein wenig häufiger zu benutzen? Oder der Ausdruck purer Verzweiflung, weil ihm bereits der Kopf rauchte und das „Brain“ in alle Himmelsrichtung verschwunden war? Wie man es auch nahm, es langweilte Xaver und ließ ihn noch einen letzten Schluck von seinem Energy-Drink  nehmen. Gestern war es wieder verdammt spät geworden. Er hatte wieder eines seiner Werke bei der alten Bauruine im Industrieviertel hinterlassen und war dieses Mal sogar sehr zufrieden damit. Auch dieses Mal wurde er nicht erwischt. Ja, das hatte schon ziemlichen Spaß gemacht. Bis eben hatte Xaver auf einer der Tischplatten gesessen, doch nun sprang er auf, zerdrückte die Dose in seiner Hand und ließ sie achtlos fallen. Wo befand sich noch gleich sein Klassenraum?

Mittlerweile stand Frau Lichten mit geradem Rücken vor ihrer nicht allzu vollen Klasse und betrachtete die Gesichter der eher zurückhaltenden Schüler. Sie alle schienen mit sich selbst beschäftigt zu sein. War es die Nervosität? Die Angst vor dem was im nächsten Jahr auf sie zukommen würde? Frau Lichten wusste es nicht wirklich, doch war sie sich sicher, dass zumindest einer in dieser kleinen Gruppe immer wieder Ärger machen würde. Zu Dumm nur, dass er nicht der einzige seines Schlags war...
Abgesehen davon gab es da noch andere Probleme, die die Lehrerin zu bewältigen hatte. Xora, die Schülerin, die eigentlich schon zu alt für diesen Jahrgang war und irgendwie durchgebracht werden musste oder eben Celdea, die sich als sehr junges Ding herausstellte und in der Klasse damit erst einmal Anschluss finden musste. Es würde vielleicht schwierig werden, aber Frau Lichten hatte schon ganz andere Klassen gebändigt. Sie war sich sicher, dass auch diese hier bald unter ihrer vollsten Kontrolle stehen würde.

Kurz nachdem der Unterricht angefangen hatte, öffnete sich die Tür erneut und ein weiterer Schüler trat ein. Frau Lichten wandte sich um, ihr Gesicht glich einer ausdruckslosen Maske. Der Name dieses Jungen war ihr entfallen, hatte sie doch noch einige andere Klassen die sie teilweise zu betreuen hatte, doch gleich würde sie näheres erfahren denn sogleich nachdem sie ihn begrüßt hatte, entschuldigte er sich und stellte sich auch gleich vor. Ein Lächeln bildete sich da auf den strengen Zügen der Lehrerin. Olu war also der Name. Die Lehrerin erinnerte sich.
„Sehr schön Olu, es freut uns auch dich kennen zu lernen.“ und damit machte er sich daran, sich einen Platz zu suchen. Dieser war direkt neben Xorastra. Auch sie erntete alsbald den Blick der Lehrerin, doch da sie keine Anstalten machte das Wort zu ergreifen, schweifte dieser weiter ohne ein weiteres Ziel zu finden. „Na gut, dann bist du als nächstes dran...“ doch mitten im Satz wurde sie wieder unterbrochen, denn es klopfte an der Tür.
„Wieso kommen heute denn alle Schüler zu spät?“ grummelte sie leicht verärgert und schickte ein lauteres: „Herein!“ hinterher.

Kurz darauf öffnete sich die Tür weit und machte den Blick auf einen dunkelhäutigen Jungen frei, der mit schwarzem Hut im Rockabilly Stil, weißem Hemd und schwarzer Weste den Klassenraum betrat. Er trug schwarze Jeans zu schwarzen Schuhen und trug an jedem Finger einen silbernen Ring mit verschiedensten, runenartigen Verzierungen. Seine Haare waren kurz und schwarz wie die Nacht, so könnte man meinen einer Schwarz-Weiß Version eines Menschen gegenüber zu stehen, doch seine Augen funkelten Gold und musterten die Schüler im Klassenraum. Einen Rucksack hatte er nicht dabei, dafür aber zumindest einen Kugelschreiber, der in seiner rechten Brusttasche steckte.
Sofort weiteten sich seine Augen als sein Blick auf einen alten Kumpel fielen.
„Hey Jack! Was geht?“ Ohne auf die Lehrerin zu achten, trat er an Angesprochenen heran und begrüßte diesen mit einem Handschlag.
„Xaver! Du weißt schon, dass du den Unterricht störst!? Wieso kommst du zu spät?“ Und da hob er den Kopf und zuckte die Achseln. „Ich weiß nicht, hab den Raum wohl nicht gefunden. Hätte man ja mal ausschildern können.“ „Du hättest auch einfach früher aufstehen können. Jetzt setz' dich gefälligst hin und ….“ Der Schüler setzte sich den ihm angedachten Platz. „Setz deinen Hut ab!“ Auch dies tat er ohne zu murren. „Und jetzt erzähl uns etwas über dich.“ Da schaute er mit gerunzelter Stirn auf und setzte gerade zum sprechen an, als die Lehrerin die Hand hob. „Name, Alter und deine Hobbys.“
Er seufzte.

„Wenn Sie wünschen.“
ein Räuspern folgte. „Hallo, ich bin der Xaver, ich bin 18 Jahre alt und meine Leidenschaft ist die Malerei. Gegen den ein oder anderen Spaziergang mit weiblicher Begleitung habe ich aber auch nichts einzuwenden.“ Womit er sich zu den Mädchen am Fenster umdrehte und ihnen grinsend ein Augenzwinkern zuwarf. Anschließend lehnte er sich zurück und verschränkte die Arme, ehe sein Blick zu seinem Tischnachbarn wanderte, der rechts neben ihm saß. „Was machst du denn hier? Dachte du hast keinen Bock mehr?“ flüsterte er. Nein, es war wirklich nicht angenehm an vorderster Front zu sitzen. Der Blick der Lehrerin lag schon wieder auf ihm und gebot ihm zu Schweigen.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Luvia am Mo Okt 13, 2014 2:08 pm

Das war ja so klar! Es musste natuerlich ausgerechnet heute sein! Am ersten Schultag, an dem ich nicht zu spaet kommen durfte, verschlief ich und verpasste den Bus. Und weil der naechste ganz schoen auf sich warten lassen wuerde, hatte ich mich schnell auf den Weg gemacht und war die Strecke gelaufen. Immerhin war es nicht soooo weit, aber gleich morgens frueh den ganzen Weg laufen musste auch nicht sein, fand ich. Da schlief ich lieber noch ein wenig laenger und nahm den Bus.
Wenn ich ihn denn erwischte... Aber das hatte ich ab morgen auch vor, ganz bestimmt!
Ich beeilte mich auf dem Weg zur Schule, auch wenn ich schon wusste, dass ich bestimmt zu spaet kommen wuerde. Die roten Ampeln halfen auch nicht wirklich dabei.
Als ich endlich das Schulgebaeude erreichte, war ich schon ausser Atem und genehmigte mir erst einmal zwei Minuten Pause, waehrend der ich ein paar Schluecke aus meiner Wasserflasche nahm. Ich fuhr mir mit den Fingern durch die nun zerzausten roten Haare und rueckte mein gruenes, langaermliges Oberteil zurecht, ehe ich den Rucksack wieder aufsetzte. Ich war nicht besonders auf mein Aussehen bedacht, aber ich wollte auch nicht wirken, als waere ich den ganzen Weg hierher gerannt, und vor lauter Keuchen kein Wort herausbringen.
Also holte ich noch einmal tief Luft, um meinen Atem und mein klopfendes Herz zu beruhigen, und folgte dem verlassenen Gang ins Innere des Gebaeudes. Den Klassenraum musste ich erst suchen, fand ihn aber recht schnell. Ein paar Augenblicke lang blieb ich vor der Tuer stehen und sammelte meinen Mut zusammen. Bestimmt hatte der Unterricht schon angefangen. Aber es half ja nichts. Ich musste rein.
Schliesslich hob ich eine Hand und klopfte zaghaft an die Tuer, oeffnete sie dann aber nur ein kleines Stueck, um erst einmal hinein zu spaehen, falls ich mich doch im Klassenraum geirrt hatte. Die Schueler, die in meinem Blickfeld sassen, kannte ich allesamt nicht. Aber als ich vor der Tafel Frau Lichten erblickte, oeffnete ich die Tuer weiter und schluepfte schnell ins Innere, ehe ich sie hinter mir wieder schloss.
"Entschuldigung. Ich hab den Bus verpasst", sagte ich schnell und liess den Blick ueber die freien Plaetze im Raum huschen, von denen es noch genug gab. Eigentlich sass ich lieber irgendwo, wo ich mich hinter jemand anderem verstecken konnte, aber in die zweite Reihe wollte ich auch nicht unbedingt. Ausserdem sassen dort fast nur Jungs, von denen zwei keinen besonders vertrauenerweckenden Eindruck auf mich machten.
Ich trat schnell an deren Tischen vorbei und setzte mich neben ein braunhaariges Maedchen, das ihr Gesicht halb in einen Schal vergraben hatte. So sass ich wenigstens nicht ganz alleine da, sondern konnte in der Gruppe der anderen Maedchen verschwinden, und hatte ausserdem jemanden ein Stueck vor mir. Und das Fenster war auch nicht weit.
Ich warf einen Blick nach draussen, richtete den Blick dann aber nach vorne zu Frau Lichten und hoffte, nicht unangenehm aufgefallen zu sein. Immerhin war ich kein Stoerenfried und wollte auch keiner sein. Ich war nur ein rothaariges Maedchen mit braunen Augen, das etwas zu klein fuer ihr Alter war. Und ich hoffte Frau Lichten wusste, dass ich nicht absichtlich zu spaet gekommen war.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Jarko am Mi Okt 15, 2014 9:51 pm

"Gut.", ich zog die Dose meiner Sitznachbarin wieder näher zu mir.
Die anderen Schüler ignorierte ich. Ich hatte fürs Erste, was ich haben wollte. Eine der krossen Stangen folgte der nächsten, während ich in aller Ruhe Xoras scharfen Snack vertilgte. Die Lehererin sprach irgendwas davon, dass sich jeder vorstellen sollte und begann hinten.
Ich drehte mich ungläubig um, als eines der Mädchen sagte, es sei erst fünfzehn Jahre alt.
"Zeichnen und Singen.", wiederholte ich leise mit falscher Bewunderung und drehte mich wieder um. In den nächsten Minuten folgten drei zu spät kommende Schüler. Das Mädchen und der eine Junge interessierten mich vorerst nicht - der zweite Junge aber umso mehr.
"Ich werd' nicht mehr.", stieß ich hervor und richtete mich im Stuhl auf um seinen Handschlag zu erwidern. "Xaver...!"
Dass dieser Kerl in meiner Klasse landete, hätte ich nicht für möglich gehalten! Grinsend verfolgte ich den Schlagabtausch zwischen ihm und der Lehrerin. Selbstverliebt wie eh und je.

Nachdem er saß und sich vorgestellt hatte, beförderte ich Xoras Snackdose auf seinen Tisch.
"Hat sich nicht geändert.", ich zuckte die Achseln. "Bedank' dich bei Gerri.
Willst du? Die sind echt gut."
Damit meinte ich Xoras Gebäckstangen, die ich nicht für so scharf hielt, wie sie waren. Ich verstummte auf einen mahnenden Blick seitens Frau Lichten.
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Re: St. Arcus Gymnasium

Beitrag von Ehneyon am Fr Okt 17, 2014 10:48 pm

Gerade wollte Xora das Wort ergreifen, da sich scheinbar keiner mehr vorstellen wollte, als die Tür sich schon wieder öffnete.

Egon war etwas spät, aber das machte nichts, denn ohne ihn konnte sein Unterricht ja wohl kaum anfangen. Meistens gab es eh erstmal eine Vorstellungsrunde und die konnte ihm gestohlen bleiben. Er sparte sich das Klopfen und öffnete die Tür zum Klassenzimmer.
"Guten Morgen!" sprach er und trat ein.
Er trug heute einen grauen Pullover, der sich super auf seiner gebräunten Haut machte. Um seinen Hals hatte er einen feinen weißen Schal geschlungen und seine Hose war dunkelgrau. Seine halblangen Haare waren schwarz und von einem schwarzen Hut halb verborgen. Er würde den Hut natürlich gleich abnehmen, aber es machte einen besseren Eindruck damit noch ein wenig zu warten. An seinen Handgelenken glänzten silberne Armreifen. Der Blick seiner rotbraunen Augen wanderte von Frau Lichten über die bereits anwesenden Schüler und blieb an einem bekannten Gesicht hängen. Corinna, genannt Xora war also auch da. Sie war seine neue Nachbarin und natürlich pünktlich erschienen. Rasch trat er neben die Lehrerin und lächelte einmal in die Runde. Alle hatten sich ihm zugewandt als er herein gekommen war, das war das Gute am spät kommen.
Egon genoss jede Sekunde und erst als Frau Lichten sich leise räusperte ergriff er wieder das Wort und nahm seinen Hut ab: "Ach ja, ich bin Egon, 17 1/2 Jahre Alt und freue mich schon viel Neues zu lernen. Meine Hobbys sind historisches Fechten und Zelten."
Noch einmal ließ er den Blick schweifen und bedachte jeden einzelnen mit einem, leicht überheblichen, Blick. Die Mädchen saßen alle in der Nähe der Fenster, sonst war aber noch reichlich Platz und er würde sich einen Platz aussuchen können. Leider war der Platz direkt vor dem Lehrerpult von Xora und einem Jungen belegt. Also würde er sich auf einen Platz in der Mitte des Raumes setzen. Da in der Dritten Reihe zwei Mädchen nahe dem Fenster saßen fasste er den Platz auf der Türseite ins Auge.
"Hallo Xora," meinte er als er an dem Mädchen vorbei ging um an den Platz hinter ihr zu gelangen. Dort setzte er sich, stellte seine Tasche neben den Stuhl und richtete den Blick aufmerksam auf die Lehrerin. Er war scheinbar etwas größer als die meisten anderen, sehr gut, dann würden sie so oder so zu ihm aufsehen müssen.
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