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Kreuz und quer durch Riguskant:
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Amazonenlegenden

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Amazonenlegenden - Seite 13 Empty Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Beitrag von Jaiva am So Jan 06, 2019 10:49 pm

Weißt du Jaiva“, sagte Shilandre beinahe freundlich während sie sich noch einmal zu dieser herumwandte, welche sich wiederum Ciarans stillen Beschwörungen angeschossen hatte.
Geh. Geh. Geh, empfand auch sie und biss sich kräftig auf die Innenseite ihrer Unterlippe um sich einen von ihrem Unwillen kündenden Laut zu verkneifen. Sie konnte sich schon denken was jetzt kommen würde und sie wurde auch nicht enttäuscht. Allerdings kam es nicht ganz so wie sie es erwartet hatte, denn ihr Gegenüber fuhr fort: „Nur weil du ein Unglückskind bist, musst du dich nicht immerzu darauf ausruhen. Du bist genauso Teil dieser Gemeinschaft wie jede andere hier. Ob dir das nun passt oder nicht. Auch du hast einen Teil zu leisten. Vielleicht solltest du einmal darüber nachdenken anstatt dich immerzu zu verkriechen. Nesrin ist viel zu nachlässig mit dir.“
Was auch immer die unbekannte Amazone gesagt haben mochte, es hatte gesessen. Das konnte der Lerchossohn aus seinem Versteck nicht nur sehen sondern auch mit dem ausgesetzten Herzschlag fühlen, wenngleich sich selbiges daraufhin noch mehr zusammenzuziehen schien. Der Schwung einer dem Kopf der anderen Amazone entspringenden Liane glitt über die Kehrseite derselben und machte Selbstsicherheit sichtbar. Ihre gesamte Körpersprache erzählte davon, dass sie sich der Dorne überlegen fühlte und sie zurechtzuweisen schien ihr Vergnügen zu bereiten.
Jaiva indes zeigte eine in furiose Furchen gelegte Stirn, sagte aber kein Wort. Das war auch gar nicht nötig, denn Shilandre war noch nicht fertig, sagte: „Eiris war schon immer die Stärkere von euch beiden. Es ist ein Jammer.“
Und Jaiva, die die Hände ihrer verschränkten Arme zu Fäusten ballte, Fingernägel in Haut bohrte, wusste sofort was ihr Gegenüber nicht gesagt aber gemeint hatte. Etwas, was sie mit Schuld und Bedauern gleichermaßen erfüllte, denn sie hatte schon selbst oft genug in einsamen Nächten darüber nachgedacht, dass es besser gewesen wäre wenn es anders herum gewesen wäre. Wenn Sie noch hier gewesen wäre. Jetzt aber wurde all das mit einem eisigem Zorn erstickt, denn diesen Triumph wollte sie Shilandra nicht gönnen.
Sie sagte nur eines, doch sie sagte es mit Grabesstimme: „Verschwinde.“
Und noch nie war eine Nacht in der Grünen Hölle so kalt gewesen wie jetzt.

Shilandre für ihren Teil hielt für einen kurzen Moment inne, schien etwas zu überlegen und machte dann eine wegwerfende Handbewegung, bediente sich eines herablassenden Lauts und wandte sich dann wieder herum um in Richtung Dorfplatz davonzugehen. Augen von zweifachem Grün folgten ihr dabei wobei das giftgrüne wieder einmal dominant geworden war und so stand sie da, stand noch länger und erinnerte sich dann erst wieder an Ciaran, den sie dieses eine Mal vollkommen ausgeblendet hatte, wischte sich verstohlen über einen Augenwinkel und sah sich dann noch ein Mal um. Rasch wandte sie sich hier hin, dorthin und flüsterte dann: „Komm.“
Eine entsprechende Geste ihrer Hand in seine Richtung sollte ihm das fremde Wort übersetzen. Es mochte zwar vielleicht zu spät sein um ihn mit den Finessen ihrer Sprache vertraut zu machen, doch das eine oder andere Wort konnte nicht schaden. Komm sagte sie, doch so einfach wie sich der geschwungene Klang in ihrem Kopf anhörte, war der Moment gar nicht. Sie fühlte sich furchtbar. Aufgewühlt. Verletzlich und über alledem schwebte der Gedanke, dass der Lerchossohn all das mitbekommen hatte. Wie viel hatte er verstanden? Dieses Mal war sie es, die sich weigerte einen Blick in seine Richtung zu werfen. Es ging ihn ja auch rein gar nichts an. Wichtig war nur, dass sie den Tempel erreichten, nicht wahr? Mit zu dem prächtigen Gebäude zurückzuckenden Augen, traf sie eine Entscheidung. Sie hatten bereits viel zu viel Zeit verschwendet. Entweder hatten sie Glück und ihre Stammesschwestern waren auf dem Dorfplatz oder sie kehrten bald zurück. Dann waren sie so oder so verloren.
Komm“, wiederholte sie noch einmal, nachdrücklich diesmal, und gedachte dann das kleine Stück des Weges zurückzulaufen, das sie hier her gekommen waren - zurück zu dem gewundenen Weg, der direkt zum Tempel führte. Auf Erklärungen ihrerseits würde Ciaran lange warten können, wenigstens jetzt und solange er nicht beabsichtigte sie aufzuhalten.

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 07, 2019 9:20 pm

Ich konnte noch immer kein Wort von der Unterhaltung über mir verstehen, dennoch begann irgendetwas in mir immer mehr zu brodeln. Mit jedem verdammten Wort, das dem lila-lianigen Weibsbild dort oben aus seinem vermutlich losen Mundwerk sprudelte. Jede Silbe schien mir - oder vielmehr Jaiva - feine kleine Stiche zu versetzen, fast so als würde sie meine Giftnadeln zücken. Ein leises Grollen kam über meine Lippen. Ich war vielleicht noch immer wütend auf Jaiva - auf sie und ihre herrische Art, aber gleichzeitig sah ich nicht ein, dass ich noch einen Moment länger dulden sollte, wie dieses dahergelaufene Rankenwerk die mit mir verbundene Amazone und damit auch mich verletzte. Nur mit Müh und Not - und einem ziemlich vehementen inneren Appell an meine Vernunft gelang es mir überhaupt in meinem Versteck zu bleiben und die Amazone nicht anzugreifen und für immer zum Schweigen zu bringen. Gut, und vielleicht das Wissen, dass Jaiva auch das nicht gutheißen würde. Auch wenn ich mir da im Moment gar nicht mal so sicher war, bedachte man das frostige Feuer, das irgendwo in ihr loderte und versuchte einen viel tieferen Abgrund zu verbergen. Ich konnte nicht verleugnen, dass diese Seite an ihr mir nochmals tiefen Respekt abverlangte, denn in meinen Augen war es eine große charakterliche Stärke sich seine Gefühle wie in diesem Fall die tiefgehende Verletzung durch die unbekannten Worte nicht anmerken zu lassen.

Ein anerkennendes Leuchten trat in meinen Blick, während ich nicht länger still liegen konnte und bereits hinter Jaiva aus dem Schatten trat, als diese bereit war mich zu sich zu rufen. Wieder verstand ich das Wort nicht, das ihre Lippen verließ. Aber... ich spürte seine Bedeutung. Irgendwie. Und für mich lag noch so viel mehr darin. Doch was sollte ich sagen? Es schien nicht so, als wollte Jaiva noch ein Wort zu dem Gespräch oder dem, was sie so sehr aufwühlte, verlieren. Und ich war ganz sicher nicht der Richtige, um ihr irgendwelche aufmunternden Worte zu schenken. Ich wusste ja nicht einmal, was genau geschehen war - außer dass es vermutlich irgendwas mit ihrer verflossenen Liebe zu tun hatte. Denn bisher war mir das als ihr verletzlichster Punkt erschienen. Doch ich spürte auch, dass da noch mehr war. So viel mehr unter der Oberfläche. Und auch wenn ich mich nicht traute sie auf direktem Wege zu trösten, weil ich nicht wollte, dass noch einmal so etwas... komisches zwischen uns entstand wie in der Höhle hinter dem Wasserfall, zermarterte ich mir doch den Kopf, welche Worte die Amazone das eben Gehörte am ehesten überwinden lassen würden. Irgendetwas hatte so geklungen, als würde die andere Amazone sich Jaiva überlegen fühlen. Also könnte es doch helfen, wenn...

„Was war das denn für ein hässliches Rankenwerk? Nisten da eigentlich Vögel drin? Und was war das überhaupt für eine krächzige Stimme? Ich dachte, ihr Amazonen seid alle so musikalisch?“ Das musste reichen. Denn es war viel leichter diese schmähenden Worte auszusprechen als zu sagen, dass Jaivas Worte in meinen Ohren wie eine wunderschöne Melodie klangen - selbst wenn sie sich aufregte. Oder dass die vielen Dornen einen ganz besonderen Reiz hatten, unterstrichen sie doch einen einzigartigen Charakter. Aber Dinge, für die einem Verständnis und Worte fehlten ließen sich eben schlecht aussprechen. Und so hoffte ich, dass Jaiva wenigstens in Ansätzen verstand, was ich zu sagen versuchte. Ich schätze dich. Mehr als sie. Egal, was sie gesagt hat. Ich lauschte in sie hinein, während ich mich anschickte ihr ein weiteres Mal zu folgen, zwiegespalten wie nie zuvor.
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Amazonenlegenden - Seite 13 Empty Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Jaiva am Mo Jan 07, 2019 10:58 pm

Jaiva wollte keinen Augenblick länger verweilen und erst recht wollte sie nicht über das, was soeben geschehen war, sprechen oder darüber, was für Ciaran spürbar geworden war – Abgründe, in ihnen lauernde Schatten und Geheimnisse -, daher war es wohl das Beste wenn sie sich beide auf das Wesentliche konzentrierten und diese Angelegenheit schnellstmöglich hinter sich brachten und-
...entgegen ihres zuvor gefassten Vorhabens nicht zu dem Lerchossohn zu blicken verirrte sich der Fokus ihrer Augen in seine Richtung, Schatten auf ihrer Stirn. Irritation. Zweifelnd. Verunsichert. Was sollte das? War er denn von Sinnen? Sie mussten still und leise und geschwind sein und was tat er? Er verlor abfällige Worte über ihre Stammesschwester. Als ob es jetzt nichts Wichtigeres gegeben hätte! Nachdenklichkeit zeichnete sich auf ihrer Stirn ab und wenngleich sie ihn für diese Leichtsinnigkeit hätte tadeln müssen, tat sie es nicht, denn irgendwie... fühlte sich das, was er sagte, gar nicht so übel an. Ein Teil von ihr war zwar der Meinung, dass sie sich für Shilandre hätte stark machen müssen; aber irgendwie... Ciaran konnte spüren wie sich die Anspannung, der die dornige Amazone anheim gefallen war, aufzulösen begann. Und zupfte da nicht ein kurzes Schmunzeln an ihrem linken Mundwinkel?
Als ob du Ahnung von Musik hättest, Ciaran Windreiter“, sagte sie ihm, klang aber längst nicht so harsch wie jene Worte den Anschein erwecken mochten und verfiel dann in einen leichten Lauf, denn Zeit war zu einem kostbaren Gut geworden; ein Gut, das ihnen auszugehen drohte.

Und so fanden sie den Pfad zum Tempel verlassen vor, der Bedeutsamkeit desselben angemessen breit und mit biegsamen, mal mehr oder minder dicken Ästen befestigt, aufwärts strebend, in einen Hang hineingearbeitet und vom Sternenlicht beschienen. Es war nicht mehr weit, doch mit jedem Schritt spürte Jaiva einen Dreiklang aus Hoffnung, Wachsamkeit und Besorgnis anschwellen. Was würde sein wenn Nesrin das Band auflösen würde? Würde dann wieder alles beim Alten sein? Wollte sie das? Was wenn man sie zuvor entdeckte? Konnte sich dort hinter der Biegung jemand verbergen? Dort oben, im Geäst des gewaltigen Baumes, dessen wuchtige Wurzeln vom vielen Regen aus der umliegenden Erde gewaschen worden und nun Teil des Pfades waren?
Ihr Götter. Es ist genug, betete die Dorne mit Blick in den Himmel während ihre bloßen Füße huschend über fest getretene Erde, glattes Holz und Pflanzenfasern glitten mit denen man hier und dort hohle Bambusrohre verknotet hatte, die wiederum mal als Ablauf für Regenwasser oder als Balustrade dienten. Rasch kam der Tempel näher, ein Ort, den Jaiva besser kannte als so manche Stammesschwester, denn er war so viel mehr als der Ort, an dem die Göttinnen verehrt wurden. Lange Zeit war er ihr Heim und Zuflucht gewesen, jetzt aber war er zum Abbild ihrer Sehnsüchte und Träume geworden, denn das, was sich darin befand war das, was ihrem Empfinden einer Familie am nächsten kam. Blickte man an dem stufenartigen Gebäude empor, musste man inzwischen den Kopf in den Nacken legen um dessen abgeflachte Spitze auszumachen, doch hineinzusehen erwies sich als ähnlich schwierig - die aufgestellten, hölzernen Paravents waren zu dieser Stunde auf eine Weise angeordnet, die neugierige Blicke aussperrte und dennoch ein Gefühl von Offenheit sichtbar machte. Aus der Nähe waren die Aussparungen in Form von Tieren, menschlichen Gestalten und anderen mehr oder minder obskuren Symbolen sehr viel besser auszumachen und so gab es auch so manche Szenerie zu sehen, Bilderfolgen gar, die Geschehnisse vergangener Zeiten festhielten. Das Licht eines im Inneren des Tempels befindlichen Feuers erweckte all das zum Leben, denn überall fanden sich diese hölzernen Stellwände, füllten die Bereiche zwischen den Säulen und waren stellenweise versetzt aufgestellt worden, sodass man sich Zugang verschaffen konnte, denn ja, man konnte von jeder Seite ins Innere gelangen, genauso wie man von jeder Seite zur abgeflachten Spitze gehen konnte. Hier und dort standen Gabenkörbe, die vielleicht für die Götter, vielleicht aber auch für die im Tempel lebende Priesterin mitsamt ihrer Schülerin bestimmt waren, denn dieses prachtvolle Gebäude gehörte ihnen.
Jaiva sah nur das, Ciaran jedoch eröffneten sich sogleich auch andere Dinge: man konnte sich dem Tempel von vier Seiten nähern, denn dort zeichneten sich ähnlich befestigte Pfade zwischen den Bäumen ab. Die Erde um die Stätte des amazonischen Glaubens war sogar mit Steinplatten ausgelegt worden und wenn sich hier Dunkelelfen aufgehalten hätten, wären sie nicht aufzuhalten gewesen. Zudem gab es einen breiten Weg, der ein Mal rund um den Tempel führte und dementsprechend auch sämtliche Versteckmöglichkeiten ausmerzte. Hatte man erst einmal den Abschnitt mit den Bäumen und dem Gesträuch verlassen, dann war man etwaigen Blicken ausgeliefert.

Und woran dachte Jaiva? Er konnte es spüren, dass wieder etwas in ihr vorging, doch da wandte sie sich bereits an ihn. Sehr ernst und unnachgiebig.
Du wirst dich darinnen benehmen“, sagte sie ihm flüsternd und obgleich sie nicht den Zeigefinger hob, so lag diese Mahnung doch in ihrer Stimme. „Nesrin ist... sie ist... benimm' dich einfach. In Ordnung?“ Mit gerunzelter Stirn betrachtete sie ihn noch ein paar Herzschläge länger, äußerst eindringlich und so er sich nicht wieder darüber hinwegzusetzen gedachte was sie ihm ans Herz gelegt hatte, dann würde sie den Schutz der Bäume verlassen über die Steinplatten huschen und die eine Stufe erklimmen, welche rundherum und hinter den großen Treppen hindurch auf die Ebene mit den Stellwänden führte.

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Amazonenlegenden - Seite 13 Empty Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Fr Jan 11, 2019 12:11 am

Ein dumpfes Gefühl der Genugtuung machte sich in mir breit, als Jaivas Mundwinkel sich einen Hauch nach oben bewegten und ich spüren konnte, dass sich zumindest einer der heiß brennenden Knoten in ihrem inneren Etwas lockerte. Es war noch lange nicht `gut`, aber es war ein Anfang. Ich blickte zum Nachthimmel hinauf, als würde ich dort Antworten finden, die mir hier verborgen bleiben würden. Ich hatte das Gefühl, als würde auch ich mit dem zaghaften Aufklaren ihrer Gedanken leichter werden. Und zwar nicht nur, weil sie sich etwas besser fühlte. Sondern wirklich, weil ich mich damit gut fühlte. Einfach nur deswegen. Das war doch verrückt.
Windreiter?“, versuchte ich mich erneut an der melodischen Sprache. „Was soll das bedeuten? Wieder eine Beleidigung?“ Zugetraut hätte ich es ihr normalerweise ja, aber... ich spürte es nicht. Ich spürte nicht dieses feine, unterschwellige bohren, wie jedes andere Mal, wenn sie sich angegriffen fühlte und etwas zurückgeben wollte, das mich ebenso ärgerte.  Nein, es klang anders. Und auch meinen Worten war deutlich anzuhören, dass ich das nicht wirklich glaubte. Aber ein Waffenstillstand und sei es auch nur für die letzten paar Minuten? Daran glaubte ich nicht. Oder wagte es besser gesagt kaum zu hoffen. Jeden weiteren Kommentar zu meinem Musikempfinden verkniff ich mir, auch wenn ich kaum abstreiten konnte, dass dem wohl so war. Aber es war wirklich nicht die Zeit, um Nichtigkeiten nachzugehen. Und so folgte ich Jaiva so schnell ich konnte - nicht nur um unserem Ziel endlich näher zu kommen, sondern schon alleine aus purer Notwendigkeit, da wir uns  nicht zu weit von einander entfernen konnten und die Amazone gerade nicht den Eindruck machte, als würde sie auf mich warten wollen.

Doch während ich notgedrungen einen Fuß vor den anderen setzte, hämmerte immer und immer wieder eine Frage in meinem Kopf: Was war hier geschehen? Das Verhalten der Amazonen gab mir Rätsel auf: Jaiva, die sich so sehr für ihre Stammesschwestern eingesetzt hatte, der abfällige Tonfall der lila Ranke eben und Jaivas Reaktion darauf. Der Froststurm. Jeder Skar hätte sich mehr als heimisch gefühlt, wenn er diesen gespürt hätte, doch hierher wollte er einfach nicht passen. Es war ja gar nicht so, als würde es mich wirklich so sehr interessieren, versuchte ich mir einzureden. Es war viel mehr das Rätsel, das darum bat gelöst zu werden. Natürlich - niemals! - um Jaivas Willen, sondern aufgrund des Mysteriums allein. Das war so klar wie der Sternenhimmel!

Als wollten die Götter meine Gedanken mit einem Augenzwinkern abstrafen, schoben sich in diesem Moment feine Schleierwolken vor das Firmament und ließen die Welt um uns herum noch etwas weiter in Dunkelheit versinken. Ich fluchte innerlich. Nicht mehr lange und es würde auffallen, wenn ich nicht bald einmal stolperte. Doch es widerstrebte mir auch zu sehr mir absichtlich eine Blöße zu geben, als dass ich hätte so tun können. Doch bald schon wurden diese Gedanken von meiner Umgebung abgelenkt und vor allem von den Emotionsfetzen, die ich nun wieder von Jaiva mitbekam. Still musterte ich ihren Rücken. Es kam mir zum Teil widersprüchlich vor, was ich von ihr aufschnappte, doch egal woran sie gerade denken mochte, eines war klar: Dies hier war ein sehr wichtiger Ort für sie. Und während mich diese Erkenntnis nur noch mehr mit Neugier erfüllte und unser Weg sich über beinahe freigelegte und teilweise in der Luft schwebende Wurzeln nach oben schraubte, versuchte ich vergeblich ihre widerstreitenden Gefühle mit allem, was ich bisher wusste in Einklang zu bringen. Doch es fühlte sich immer so an, als fehlte noch ein großes, wichtiges Stück. Für das Gebäude, das sich unserem Blick dann öffnete, hatte ich kaum einen Nerv, denn in diesem Moment wandte Jaiva sich schon wieder an mich. Ich verzog ein wenig den Mund. „Was soll das heißen? Ich benehme mich immer“, konterte ich trotzig. Was glaubte sie, wen sie vor sich hatte? Ein Kleinkind? Das war schon ein wenig... Doch ich spürte, wie wichtig ihr diese eine Person war. Wichtiger als alles, was ich auf die Schnelle zu benennen vermocht hätte. Und so beschloss ich zumindest innerlich ein wenig auf der Hut zu sein, was ich sagte. Es würde mir ja nicht weh tun. Und ich war neugierig auf diese Person, vor der Jaiva so viel Respekt verspürte. Außerdem würde es nicht lange dauern. Bald war ich frei zu gehen wohin esmich beliebte und wenn diese Person unverschämt war, wäre ich schneller fort als sie erneut dieses komische `Windreiter´oder was auch immer sagen konnte.

Wir erklommen die letzte kleine Stufe und näherten uns damit dem Inneren des Tempels. Bemalte Faltwände schienen ein wahres Labyrinth aus Räumen und Gängen zu schaffen und sorgten dafür, dass wir trotz der ebenen Fläche nicht viel von dem Raum einsehen konnten. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Gleich wäre es vorbei. Zum Glück. Leider. Ich machte noch einen Schritt vorwärts und erstarrte dann abrupt, als ich zuerst eine kaum wahrnehmbare Bewegung in der Dunkelheit ausmachte und kurz darauf eine leise, aber dennoch autoritäre Frauenstimme vernahm. Ich spannte mich an und blickte nach vorne in die Dunkelheit. Eine schmale Gestalt war hinter einer der Wände hervorgetreten und musterte uns ernst und vielleicht ein wenig fragend, jedoch nicht voller Ablehnung. Auch sah sie nicht so aus, als wollte sie gleich um Hilfe rufen.
Was für ein... ungewöhnlicher Besuch“, begrüßte die Priesterin uns, die alten Augen auf Jaiva gerichtet.
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Beitrag von Jaiva am Fr Jan 11, 2019 8:06 am

Ciarans Nachfrage irritierte die dornige Amazone für einen Herzschlag dermaßen, dass sie sich zu einem schnellen Seitenblick in seine Richtung verleitet fühlte. Sie wusste, dass ihr der Beiname, den sie sich für ihn erdacht hatte, schon mehrfach über ihre Lippen gekommen war, doch ob sie dabei Arcum oder Ferus gesprochen hatte, konnte sie sie jetzt nicht mehr sagen. Manchmal verschmolzen die beiden Sprachen in ihrem Kopf miteinander, daher verging in diesem kurzen Moment der Unsicherheit der Impuls ihm unter die Nase zu reiben sie hätte ihm das bereits erklärt. Vielleicht hatte sie das auch. An diesem Tag war so viel geschehen. Sie übersetzte ihm das Wort daher kommentarlos und fügte nur noch in einem sehr nüchternen Tonfall hinzu: „Ob das eine Beleidigung ist, musst du selbst herausfinden.“
Freilich. Sie hätte ihm sagen können, dass ihr seine Fähigkeit den Wind zu rufen und zu reiten imponiert und sie ihm diesen Beinamen als Zeichen des Respekts verliehen hatte; aber... nein. Wie hätte das denn... wie sollte sie dann... also bitte. Daher zog sie es vor darüber zu schweigen und hoffte an dieser Stelle, dass es ihr nächtlicher Begleiter gleichtun würde.

Die Nacht zeigte sich mehr und mehr von ihrer finsteren Seite und wenngleich es dafür sorgen mochte, dass Jaiva ihre Füße umso vorsichtiger voreinander setzen musste um nirgendwo hängenzubleiben, stellte sich doch in gewisser Weise eine hintergründig wummernde Erleichterung ein - wenn sie Schwierigkeiten hatte Silhouetten in der Dunkelheit auszumachen, würde es ihren Stammesschwestern genauso gehen. Und Ciaran? Wieder wurde er von einem kurzen Seitenblick gestreift, denn sie wollte sehen wie er in dem für ihn fremden Gelände zurechtkam. Überraschenderweise zeigte er sich auch an dieser Stelle von seiner geschickten Seite und das war über alle Maße bemerkenswert. All ihre bissigen Seitenhiebe - vergangene wie auch zukünftige - waren nicht mehr als eigene Eitelkeit, denn wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie sich eingestehen, dass ihr keine Amazone bekannt war, die sich mit einer derartigen Selbstverständlichkeit durch die Nacht bewegte. Wäre er kein Mann gewesen, ja, dann hätte sie ihren Gedanken vielleicht Atem verliehen, doch da es war wie es war runzelte sie lediglich ihre Stirn und hob alsbald ihre Augenbrauen an, denn davon, dass er sich immer benehmen würde war sie nicht überzeugt.
Klar“, sagte sie, doch wie eine Zustimmung klang das nicht, viel mehr wie etwas, das zwischen einem sarkastischen Schnauben, Spott und Heiterkeit gefangen war. Als ob! „In deinen Träumen vielleicht.“ Doch das war nicht mehr als ein Murmeln, zu sehr war sie mit ihren Gedanken bei der ihnen bevorstehenden Begegnung mit der Hohepriesterin ihres Dorfes. Nesrin. Sie wusste nicht was sie zu erwarten hatte. Es mochte wahr sein, dass ihr die alte Amazone von allen am liebsten und sie in ihr in Liebe zugetan war, doch das machte diesen Augenblick nur schwerer. Bereits der Gedanke an Worte, die Nesrin vielleicht sagen würde, stimmte Jaiva unbehaglich. Würde sie enttäuscht sein? Schlimmeres?

Doch noch bevor ihre Gedanken über- und ineinander stürzen konnten und nachdem sie sich noch einmal ausgiebig umgesehen hatte und sicher war, dass sich niemand in der Nähe befand, näherte sie sich dem imposanten Gebäude mit rasch ausscherenden Schritten, erklomm zügig die eine Stufe und verbarg sich für einen Moment im Schatten der wuchtigen Treppe, die hinauf zur abgeflachten Spitze des Tempels führte. Erst nachdem sie sich mit einem raschen Schulterblick dessen versichert hatte, dass ihr Ciaran gefolgt war, streckte sie ihre Hand nach einer der hölzernen Stellwände aus und gedachte diese in aller ihr zur Verfügung stehenden Behutsamkeit zu verschieben. Leise, leise, leise. Doch da erhob sich bereits die ihr vertraute Stimme und das Augenmerk von zweifachem Grün schnellte zusammen mit einem sprunghaften Herzschlag in ihrer Brust zu der Frau hin, die als einzige erkannt hatte, dass ein kleines Pflänzchen nur groß und schön wachsen konnte wenn es aufrichtig geliebt wurde. Eben jenes Pflänzchen, das zu einer Dorne herangewachsen war, versenkte einen ihrer oberen Vorderzähne in der Unterlippe und brachte es nicht zustande auch nur ein Wort hervorzubringen. Kummervoll. Schuldbewusst.
Augen. Ja. Wenn man die Erscheinung der Hohepriesterin in sich aufnahm, gab es so manchen Gedanken, der sich hervordrängen wollte, doch dieser war nach all den Jahren noch immer der Stärkste. Sie hatte wirklich das Gefühl die alte Frau würde sie ansehen obwohl das nicht sein konnte. In der Dunkelheit mochte es schwer zu erkennen sein, doch unter dem locker gewebten, leicht transparenten Tuch aus ungefärbten Fäden, das mit einer zarten Goldkette auf ihrer Stirn gehalten wurde, sich über ihre Augen spannte und sich zu beiden Seiten ihrer Schläfen unter ihrem Haar verlor, waren offene, milchige Augen zu erkennen. Darüber jedoch waren andere Augen mit hellbrauner Farbe auf den Stoff gemalt worden, starrende Augen – drei an der Zahl. Nebeneinander. Und während die beiden äußeren schräg gestellt waren und sich nach außen hin anhoben, war jenes zwischen ihnen vertikal aufgestellt. Ein äußerst denkwürdiger und auch mahnender Anblick. Es betonte, dass man es nicht mit einer gewöhnlichen Frau zu tun hatte und dieser Eindruck würde sich noch zu verstärken wissen, denn diese Frau war alt. Wie alt sie war, war äußerst schwer zu schätzen, doch die sechzig, vielleicht sogar siebzig Jahre mochte sie gewiss erlebt haben. Faltig war ihr Gesicht von kräftig gebräunter Haut und auch an ihren Armen war zu erkennen, dass ihre Muskeln die Kraft der Jugend unlängst verlassen hatten. Dennoch war sie weit von dem Bild einer Großmutter entfernt, das sich in den Städten der Menschen gefestigt haben mochte, denn sie stand sehr aufrecht und ihr Leib erinnerte noch an vergangene Tage, war schlank und fest. Weiß war ihr Haar, das sich in kräftigen Strähnen über ihre Schultern, weit über ihren Rücken ergoss und weiß waren die Blumen, nahe ihrer rechten Schläfe entwuchsen und sich zusammen mit Blattwerk über die Seite bis zu ihrem Hinterkopf wanden. Rosen. Es waren Rosen. Weiße Rosen.
Ihr Leib war in kostbares Tuch gehüllt, das um ihren Busen gerafft war und dann schwer nach unten bis zu ihren Füßen fiel. Lange Ketten aus filigranen Goldgliedern schlangen sich dabei um ihren Brustkorb, waren miteinander verwoben, umeinander geschlungen und reichten stellenweise sogar bis zu ihrer Hüfte. Ihre Arme blieben dabei genauso unbedeckt wie ihre Schultern, jedoch waren diese kunstvoll mit weißer Farbe bemalt – partiell gänzlich, dann wieder nur mit Symbolen, feinen Mustern, kurzum, man hätte bereits viel Zeit damit füllen können sich jede noch so kleine Einzelheit einzuprägen, doch deswegen waren sie nicht gekommen, nicht wahr?

Und obschon Jaiva sehr viel größer als Nesrin war, sagte sie noch immer nichts und die aufgemalten drei Augen glitten hinüber zu Ciaran und ein faltiger Mund zuckte für einen Moment. Äußerst schwierig zu deuten. „Du wirst dies erklären müssen.“ – Jaiva nickte -  „Nun denn, kommt.“
Und dann sagte sie noch etwas, war jedoch bereits im Abwenden begriffen und es war auch nicht mehr als der abgerissene Hauch eines gedankenverlorenen „Es wird sich zeigen ob ihr im Haus der Göttinnen willkommen seid.“
Dann tat Nesrin das, was die dornige Amazone zuvor beabsichtigt hatte, klappte eine der hölzernen Stellwände an ihrem Scharnier herum, sodass ausreichend Platz entstand um ihren nächtlichen Besuch hereinzubitten. Sie blieb derweil stehen und würde dafür Sorge tragen, dass sich kein Blick von außen nach innen verirren konnte. Jaiva zögerte nur kurz, dann flüsterte sie etwas unverständliches, schob sich an Ciaran vorbei und schlich auf Zehenspitzen hinein. Diese Situation war ihr mehr als nur unangenehm.
Links und rechts führte ein von Stellwänden gesäumter Weg um die Halle der Göttinnen herum, breit genug für zwei nebeneinander hergehende Personen, doch dort entlang sollte es nicht gehen, daher ging sie geradeaus, klappte eine weitere Holzwand herum und schon waren sie im Inneren.

Dort schlug ihnen die Wärme eines großen, hüfthohen Feuerbeckens entgegen, das sich in einem halben Schritt Abstand länglich an die Stirnseite eines großzügigen Beckens anschloss, in dessen dunklem Wasser sich die Spiegelung der flackernden Flammenzungen wie auch der Decke und von dieser herabhängender, farbiger Tuchbahnen abzeichnete. Der Raum war groß, doch machte er nicht den gesamten Grundriss des Prachtbaus aus, wohl aber den größten Teil. Das Becken indes befand sich mehr in dessen hinterem Teil, sodass es vorne viel Platz zum Stehen, Sitzen und Verweilen gab… oder was auch immer Amazonen taten um ihren Göttern zu huldigen. Der Boden war mit geflochtenen Matten ausgelegt, die ein Muster ergaben und symmetrisch angeordnete Säulen stützen die mit den eingearbeiteten Bildnissen verschlungener Körper von Frauen überirdischer Schönheit gezierte Decke. Keine von ihnen glich der anderen und doch waren sie alle mit derselben Sorgfalt und Liebe zum Detail aus dem dunklen Holz hervorgelockt worden und blickten nun wachsam, gütig, mahnend, starr und würdevoll auf die beiden herab.
Das Becken war viel mehr mit einem Teich gleichzusetzen denn einem pompösen Badezuber, denn darin schwammen Wasserpflanzen und eine dünne, hellgrünliche Schicht Pflanzenfasern hatte sich auf dessen Oberfläche abgezeichnet, wenigstens dort, wo keine Tuchbahnen hineinhingen. Mittig davon, vom hinteren Teil des Tempels her, war ein etwa ein Schritt breiter Steg auszumachen, der in einer in einer kreisrunden Plattform endete. Dort mochte beizeiten die Nesrin in all ihrer Pracht stehen und den Willen der Götter verkünden, doch jetzt war diese Stelle natürlich leer, genauso wie der gesamte Raum auch. Durch die vielen bunten Tücher hindurch war das Feuerbecken zu erkennen und dahinter beeindruckende Statuen zweier, steinerner Frauen, die mit frischen Blumen gekrönt und kostbarem Tuch eingekleidet waren. Wäre ihre Haut nicht grau gewesen, hätte man meinen mögen sie wären echt, so lebendig glänzten ihre Edelsteinaugen und so lebensecht waren ihre Körper gestaltet. Da sich die beiden vom vorderen Teil her näherten, war ihnen der Blick auf die beiden steinernen Frauen nicht vollends möglich, doch zu sehen gab es dennoch mehr als genug. Die Säulen waren ebenfalls aufwändig bearbeitet worden und die Luft war erfüllt mit einem Gemisch aus atembarer Wärme, stehendem Wasser und einer leichten Note von Rose, die jedoch nicht von Jaiva kam. Es war viel mehr etwas, was in die ‚Seele‘ dieses Raumes eingeflossen war.

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Beitrag von Ciaran am Fr Jan 11, 2019 9:32 pm

Ich grummelte vor mich hin, merkte ich doch genau, dass sie meine Antwort nicht ernst nahm und ganz anderer Meinung war, doch auch ich sagte nichts mehr. Wozu auch? Jeder Streit würde alles verlangsamen und in ein paar Minuten waren wir ja eh... wieder für uns. Jeder für sich. Allein. Frei. Frei? Waren wir das? Ein Mal mehr hing mein Blick nachdenklich auf Jaiva, als die Stimme der alten Frau mich ein wenig zusammenzucken ließ. Augenblicklich war ich in Kampfbereitschaft, doch durch das Band spürte ich, dass das hier keine Person war, die uns in erster Linie gefährlich werden würde. Ich entspannte mich ein wenig und beschloss zunächst zu beobachten. Und dann erlebte ich eine Dorne, die ich so noch nicht kennengelernt hatte: Folgsam, kleinlaut, beinahe schuldbewusst. Ich traute meinen Augen beinahe nicht, als sich ihre Haltung aufgrund der Worte der Älteren veränderte und sie ohne Widerworte ihren Worten folgte. Waren es überhaupt ihre Anweisungen? Ich wusste es nicht, denn die Sprache war mir noch immer fremd, was ich mich zum einen zwar ein wenig ärgerte, weil ich es eben nicht verstand, zum anderen auch, gerade weil mich das ärgerte! Wozu? Es war doch eh alles bald vorbei! Argh. Das machte doch alles Kopfschmerzen!

Mit hochgezogenen Augenbrauen verfolgte ich, wie Jaiva beinahe an mir vorbei schlich und in einen weiteren Gang eintrat. Kurz runzelte ich die Stirn, warf noch einen Blick in Richtung der älteren Amazone und beeilte mich dann Jaiva zu folgen - nicht, weil es auch mir ein innerstes Bedürfnis war Nesrins Worten sofort Folge zu leisten, sondern weil ich musste. Die wenigen Schritte, die Jaiva während meines Zögerns zurückgelegt hatte, sorgten bereits dafür, dass sich ein unangenehmes Ziehen in meinem Brustkorb aufbaute. Dieses drei Mal verfluchte Band!

Mit interessiert umherschweifendem Blick folgte ich Jaiva, wobei ich immer wieder versuchte das, was ich sah, mit irgendetwas zu vergleichen, was ich bisher gesehen hatte. Doch es wollte mir einfach nicht gelingen. Es war alles so...anders. Geschnitztes Holz, bemaltes Papier, geflochtene Dinge. All sowas hatte seinen Weg recht selten nach Letum gefunden. Auch ich spürte einen Hauch von Demut in mir aufsteigen, während wir durch die Gänge wandelten und schließlich einen Raum betraten, in dem sich zwei Statuen befanden. Sie sahen aus wie versteinerte Frauen, die jemand gekleidet hatte wie ich mir Priesterinnen vorgestellt hatte. Das Feuer in der Mitte des Raumes prasselte leise vor sich hin und warf verschiedene orangefarbige Schatten an die Wand und auf die Steinhaut der Figuren.
„Wo...sind wir hier?“, fragte ich Jaiva im Flüsterton und warf gleicheitig noch einen Blick über die Schulter zu der anderen Frau, die uns zwar gefolgt war, bisher aber noch kein weiteres Wort verloren hatte. Ihre Augen wirkten trüb und kurzzeitig stellte ich mir die Frage, ob sie vielleicht blind war. Doch dann ruckte ihr Kopf direkt in meine Richtung und ich fühlte mich mit meinen Gedanken ertappt, so dass ich mich lieber wieder dem Feuer zuwandte. Nesrin selbst hatte bisher nicht mehr gesagt. Nun jedoch schritt sie an mir und dann an Jaiva vorbei, griff etwas von der Wand, das aussah wie ein abgewandelter Schürhaken und stocherte damit in der Feuerschale herum. Flammen loderten auf und Funken stoben in die Luft. Noch immer wartete ich darauf, dass die alte Frau ihr Schweigen brach. Ob sie uns wirklich helfen wollte?
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Beitrag von Jaiva am So Jan 13, 2019 12:51 pm

Nesrin bot einen wirklich denkwürdigen Anblick, nicht nur weil sie wohl die erste Amazone war, die man ruhigen Gewissens als angemessen bekleidet bezeichnen konnte, sondern auch weil sie sich mit einer ungezwungenen Selbstverständlichkeit voranbewegte als sie an Jaiva vorüberging, welche wiederum nach drei Schritten in die Halle hinein stehengeblieben war. Die Hohepriesterin würde schon wissen wo sie sich am besten für ein Gespräch einfänden und so hielt sich diese an der Seite des Raumes, nahe der hölzernen Stellwände und passierte auf diese Weise auch das mit bunten, mal mehr oder weniger transparenten, langen Tuchbahnen verhangene Wasserbecken, in dem gewiss mindestens fünfzehn Amazonen gemütlich Platz gefunden hätten.
Auf diese Weise etwas zurückbleibend, wandte sich Jaiva an Ciaran. „Das ist die Halle der Göttinnen – Melva und Vinu, und ihren Töchtern“, erklärte sie ohne ihre Stimme sonderlich zu heben und nahm ihren weisenden Zeigefinger zu Hilfe, der erst zu den beiden steinernen Frauenstatuen wies und dann nach oben, an die hohe Decke, auf der weitere Frauen zu sehen waren. Zwölf an der Zahl.
Kam man näher an das in den Boden eingelassene Wasserbecken heran, konnte man erkennen, dass faustgroße Löcher in die direkt darüber liegende Decke eingearbeitet waren - mal in den Mund einer singenden Frau, mal in eine zur Schale geformten Hand. Dies würde der Lerchossohn alsbald aus nächster Nähe bestaunen können, denn kaum da sie sich erklärt hatte, setzte sich die Dorne auch schon in Bewegung, wollte nicht das Risiko eingehen Nesrins Geduld übermäßig zu strapazieren, indem sie jetzt auch noch trödelte.

Und so folgten die beiden der Hohepriesterin, die bereits am anderen Ende des Wasserbeckens, nahe dem hüfthohen und sehr länglichen Feuerbeckens stehengeblieben war. Dachte man in dunkelelfischen Maßstäben, hätte man wohl gleich das Bild vor Augen wie man mindestens drei Opfer zugleich darin zum Vergnügen des Blutgottes verbrennen könnte, doch das war das Haus der Amazonengöttinnen, nicht das des dunkelelfischen Gottes. So kam es, dass sich die beiden Amazonen zusammen mit dem Lerchossohn in dem Bereich einfanden, der sich zwischen Wasser- und Feuerbecken wie auch dem Steg mit der kreisrunden Plattform erstreckte – die Statuen der beiden Göttinnen im Rücken der Hohepriesterin, die ihre Hände vor ihrem Leib verschränkt hatte, die drei auf Tuch aufgemalten Augen auf ihren Schützling wie auch dessen Begleiter gerichtet.
Setzt euch“, sagte sie und überließ es dabei Jaiva ihren Willen in verständliche Bahnen zu lenken, denn sie setzte sich erst nachdem es die beiden anderen getan hatten. Wohin es sich zu setzen galt? Auf den Boden. Wohin sonst? Stühle oder etwas vergleichbares war nicht zu sehen.
Die dornige Amazone machte es vor und sie hieß Ciaran es ihr gleichzutun, wäre sich aber auch nicht zu schade an ihm zu zupfen wenn er sich zögerlich zeigte. Alles in allem hoffte sie jedoch sehr darauf, dass er sie nicht blamierte.
So sich keine weiteren Komplikationen auftaten, ließ sich auch die alte Amazone nieder und zeigte sich dabei noch immer äußerst behände. Kein Ächzen und kein Knacken war zu hören. Ihr Körper mochte zwar alt geworden sein, allerdings bedeutete das nicht, dass sie sich auch so gab.

Daraufhin entstand ein Gespräch zwischen der alten und der so viel jüngeren Amazone, dessen Inhalt sich ein weiteres Mal Ciarans Verständnis entziehen sollte, wohl aber konnte er heraushören, dass Nesrin Fragen stellte und Jaiva Antwort gab – mal kürzer, mal etwas länger. Der Gedanke lag nahe, dass sie in aller Kürze zu den Geschehnissen des Tages befragt wurde ehe die Aufmerksamkeit der Hohepriesterin zu Ciaran herumschwenkte, ihn für einige Momente still... musterte (?) und sich dann in verständlichem, sehr geschmeidigem Arcum an ihn wandte, ohne Hast in der Stimme: „Dein Name ist Ciaran? Mein Name ist Nesrin – Stimme, Augen und Ohren der Göttinnen, und Hohepriesterin dieses Dorfes. Deine Anwesenheit in der Grünen Hölle ist nicht erwünscht.“ Einen Vorwurf in ihren Worten würde der Dunkelelf jedoch vergeblich suchen. Wie viel ihr Jaiva wohl bereits erzählt hatte? Was nicht? Schwierig zu ergründen wenn man nicht in der Lage war die gesprochenen Worte zu durchblicken. „Warum hast du dich dennoch hier her begeben? Hast du die Geschichten nicht gehört?“

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Beitrag von Ciaran am So Jan 13, 2019 8:55 pm

Melva und Vinu also. Göttinnen. Mein Blick glitt noch einmal über die Statuen, doch einen Ausdruck von Rachsucht oder Boshaftigkeit suchte ich vergebens. Viel mehr wirkten die beiden Göttinnen aufrecht und stolz, einander zugewandt und es schien fast, als würden sie sich wohlwollend betrachten und alle Außenstehenden damit aus ihrem stummen Zwiegespräch ausschließen. Auf Jaivas Hinweis hin wandte ich mich zur Decke und staunte nicht schlecht über die Darstellung weiterer junger Frauen. Dieses Volk schien wirklich das genaue Gegenteil von meinem eigenen zu sein. Ich unterdrückte ein beinahe belustigtes Glucksen. Das Schicksal hatte wirklich einen merkwürdigen Humor. Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, stand gerade ich, der nie viel von Göttern und religiösen Ritualen gehalten hatte, stand jetzt hier in einem vollkommen fremden Land und war auf die Hilfe einer Gottesdienerin angewiesen. Das war wirklich...absurde Komik. Ich hatte jedoch kaum Zeit, um länger darüber nachzudenken, denn in diesem Moment zupfte Jaiva schon an meiner Kleidung. Mit hochgezogenen Augenbrauen wandte ich mich ihr zu, wusste jedoch auf merkwürdige Weise zur gleichen Sekunde was von mir erwartet wurde. Die mit mir verbundene Amazone würde ein kurzes trotziges Aufbegehren spüren, das sich jedoch nicht in meinem Verhalten ausdrücken würde. Denn was brachte es, jetzt den eigenen Willen durchsetzten zu wollen und damit alles zu verzögern? Nichts.

Mit einem leichten Zähneknirschen folgte ich Jaivas Beispiel und ließ mich neben ihr im Schneidersitz nieder. Meine Augen folgten dann den Bewegungen der älteren Amazone, deren genaues Alter ich furchtbar schwer zu schätzen fand. Gesicht, Augen und Falten sprachen von vielen, vielen Sommern, Erfahrungen und auch schmerzlichen Dingen, die sie gesehen haben mochte. Ihre Bewegungen jedoch wirkten nicht wie die einer verbrauchten, alten Frau, die bald dem Grab entgegen blickte. Im Gegenteil: Sie versprühte noch immer eine Kraft und auch Anmut, als sie sich setzte, die so manchen jüngeren Menschen oder auch Dunkelelfen in den Schatten stellen würde.

In den nächsten Augenblicken flogen melodische Wörter hin und her, die ich noch immer nicht verstand. Und mein Unbehagen darüber, das sich wohl in Form zunehmender Unmut auf meinem Gesicht zeigen würde, versuchte ich gar nicht erst zu verbergen. Was gab es denn da so viel zu reden? Sie sollte einfach nur machen, dass ich von Jaiva weg kam. Nicht mehr und nicht weniger. Konnte doch nicht so schwer sein. Dann endlich richtete sie auch das Wort an mich und ich war überrascht wie gut sie die gemeinsame Sprache beherrschte. Selbst den melodischen Akzent der Amazonensprache konnte sie beinahe komplett verbergen. Ob sie ein Mal außerhalb dieser Wildnis unterwegs gewesen war? Ich nickte zur Bestätigung meines Namens, ihre nächsten an mich gerichteten Worte ließen mich jedoch nur auflachen. „Ach was. Stellt Euch vor - ich möchte auch nicht hier sein. Und schon gar nicht meiner Freiheit beraubt und an die hier gebunden!“ Ich deutete auf Jaiva. Es war zwar nicht die ganze Wahrheit, aber auch nicht komplett gelogen. Ich fühlte mich eingeengt. Und das war überhaupt nicht gut.

Und von welchen Geschichten sprach sie? Ich schnaubte abfällig und verschränkte die Arme vor der Brust. Es war eine ablehnende Geste, die jedoch auch der Verteidigung diente. Ein kurzer Blick streifte Jaiva. Also hatte sie nichts gesagt? Besser so. „Ich bilde mir lieber meine eigene Meinung, anstatt auf Geschichten zu hören“, erklärte ich. „Anders als einige hier.“ Diese Spitze gegen Jaivas ständiges angebliches Wissen über die Welt oder Männer konnte ich mir nicht verkneifen. „Und was das andere angeht: Es gab Gründe. Das muss Euch reichen. Und nun seht zu, dass der ganze Spuk ein Ende hat. Das ist doch auch in eurem Interesse.“ Wieder ein kurzer Blick zu Jaiva, in dem ein zaghaftes `oder?`lag.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 6:38 am

Es bedurfte keiner großen Anstrengung seitens der dornigen Amazone sich Ciarans Reaktion vorzustellen, daher kam es für sie auch keinesfalls überraschend, dass ihr Gegenwind entgegen brauste. Da er sich allerdings dennoch kooperationsbereit zeigte, fiel es ihr auch nicht schwer den inneren Trotz, der nicht der ihre war, stumm zu erdulden. Er war still und hielt seine forsche Zunge hinter seinen Zähnen - mehr verlangte sie gar nicht. Nichtsdestotrotz spürte Jaiva den wachsenden Unmut des an sie gebundenen Mannes so klar und deutlich als wäre es der ihre und sie antwortete ihm mit unterdrückter Wut. Was sollte sie denn tun? Ihre Hohepriesterin auf etwas aufmerksam machen was sie schon längst wusste? Sie konnte sich bestimmt denken, dass der Spross des wahnsinnigen Gottes weder Ferus verstand noch es sprechen konnte. Dennoch gab sie sich die größte Mühe das was in ihrem Inneren brodelte auch dort zu verwahren. Nie hätte sie es sich verziehen noch vor Ciaran unverschämt zu werden!
Schweigen. Abwarten. Aushalten. Bald würde dieses Trauerspiel vorbei sein. Und dann, dann würde alles zwar nicht alles besser sein aber wenigstens in vertrauten Bahnen verlaufen.
...mit einem Mal wandte sich Nesrin dem Lerchossohn zu. Jaiva hielt den Atem an und versenkte ihre oberen Vorderzähne in ihrer Unterlippe, denn was da folgen sollte war ihr mehr als nur unangenehm.
Bitte sei nicht unverschämt. Bitte sei nicht unverschämt. Bitte sei nicht unverschämt, beschwor sie ihn innerlich, doch dass das nicht helfen würde, konnte sie sich bereits bildhaft vorstellen. Nach einem Nicken platzte es schon wieder aus ihm heraus, was nicht nur ein Lodern der Empörung wie auch einen schnellen Seitenblick ihrerseits nach sich zog. War er von Sinnen? Mehr als sonst? Er saß einer Hohepriesterin gegenüber! Von wegen er könne sich benehmen.

Mit geschmälerten Augen musterte sie Ciaran als sein Blick zu ihr floh und es kostete sie eine unvorstellbare Menge Selbstbeherrschung sich nicht schnaubend an ihn zu wenden und anzuherrschen. Als ob sie den Grund seines Hierseins einfach so ausgeplaudert hätte. Wofür hielt er sie denn? Jaiva verschränkte ihre Arme und lenkte ihre Blicke von ihm fort als hätte sie 'tze' gesagt. Sagen musste sie auch gar nichts, denn sie fühlte ihn ja immerzu. Der Fokus ihres Augenmerks schnellte jedoch schneller wieder zu ihm zurück als sie 'Amazone in der Grünen Hölle' denken konnte. All das geschah im Angesichte Nesrins, die dieses nonverbale Zwiegespräch mit stillem Interesse zu verfolgen schien, doch im Gegensatz zu Jaiva fühlte sich die alte Amazone nicht provoziert. Sie hatte bereits zu viele gesehen wie auch selbst erlebt um sich von ein paar Worten aus dem inneren Gleichgewicht bringen zu lassen. Sie lächelte ein schmales Lächeln als sie sagte: „Tradition bestimmt einen großen Teil unseres Lebens.“ Was sie genau meinte? Nicht einmal Jaiva wusste das zu sagen obschon sie Nesrin gefühlt ihr ganzes Leben kannte. Manchmal redete sie gern in Rätseln und sie gab ihren Zuhörern das Gefühl sie spräche von so viel mehr als nur dieser einen Sache. Dann aber schnaufte die dornige Amazone hörbar, denn Ciaran wagte es doch tatsächlich etwas von der Hohepriesterin zu fordern. Da ging die Unverschämtheit, die in ihre Richtung abgezielt hatte vollkommen darin unter. Erst stutzte sie, aber dann wurde sie von einer Hast ergriffen, die sie rasch reagieren ließ.
Aus ihrem Schneidersitz heraus neigte sich die jüngere Amazone nach vorne, Nesrin entgegen, beide Hände vor sich aufgestellt und sich selbst lang gemacht.
Verzeih ihm bitte, Nesrin. Er weiß es nicht besser“, wandte sie sich an selbige wenngleich man vergeblich im Gesicht der alten Amazone nach Anzeichen von Verärgerung suchte.

Dafür konnte man etwas anderes sehen wenn man denn aufmerksam genug war, denn um die Schultern einer Göttinnenstatue bewegte sich etwas. Es war eine langsame Bewegung, mehr aus den Augenwinkeln wahrnehmbar als mit umher schweifenden Blicken - es war eine Schlange, gelb und weiß zu gleichen Teilen. Ein großes, elegant geschupptes Tier, das die Szenerie jenseits des Feuers aus erhabener Höhe betrachtete, denn ja, die Reptilienaugen waren in Richtung der beiden Amazonen wie auch des Mannes gerichtet.
Ungerührt fuhr Nesrin fort: „Du erbittest von mir etwas zu lösen, das von den Göttinnen erschaffen wurde?“ Eine Nachfrage, die sich nach einer freundlichen Erkundigung anhörte, doch ganz gleich wie rasch Ciaran Worte auf der Zunge liegen mochten, Jaiva war mindestens genauso schnell, denn sie sagte im Brustton der Überzeugung: „Ja! Denn das war ganz klar ein Fehler.“ Nun, wer hatte behauptet, dass sie die bessere Wahl war wenn es darum ging eine solche Bitte vorzutragen? Jetzt war es nämlich Nesrin, die sich eines Lachens bediente. Kein sonderlich lautes oder heiteres Lachen war das, sondern das Lachen einer Frau, die nicht allzu viel mit Humor am Hut hatte aber sehr viel mehr Platz in ihrem Herzen für Nachsicht hatte.
Weißt du noch was du von den Göttinnen erbeten hast, Jaiva?“, fragte Nesrin und Jaiva beeilte sich dies zu bejahen, wartete aber nicht einen Herzschlag sondern fügte glühend hinzu: „Um einen an mich gebundenen Mann habe ich definitiv nicht gebeten!“
Die Hohepriesterin sagte nichts dazu, doch erhob sie sich geschmeidig und wandte sich dabei Feuerbecken, Statuen und Schlange zu, die jetzt entlang eines ausgestreckten Armes glitt und Position nahe der steinernen Hand einer Göttin bezog. Sowohl Ciaran als auch Jaiva konnten sie jetzt gut sehen. Erstere reagierte gar nicht, allerdings konnte er Scham mit den Wogen eines fremden Meeres spüren. Bei den Göttinnen war ihr das unangenehm! Dennoch geriet sie irgendwie ins Grübeln. Was hatte sie sich nochmal genau gewünscht...?

Nesrin jedoch hob beide Arme und gab murmelnde Worte von sich, die man nicht einmal verstanden hätte wenn man des Ferus' mächtig gewesen wäre. Es war zu leise. Zu verschlungen. Sprach sie wirklich mit den Göttinnen?

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 9:28 am

Beinahe belustigt stellte ich fest, dass Jaiva sich anscheinend vorgenommen hatte sich von ihrer allerbesten Seite zu zeigen. Ich spürte, wie es in ihr brodelte, doch vorerst schien sie auf alles verzichten zu wollen, was das nach außen getragen hätte. Interessant, befand ich und musste mich zurückhalten, um ihr nicht wie ein kleines Kind die Zunge heraus zu strecken. Ich kann etwas offen sagen, was du nicht kannst. Woher jetzt nur immer diese merkwürdigen Anwandlungen kamen? Als würde meine sich um ihre Zeit betrogene Kindheit sich nun in diesem Kontext ihre Zeit zurückergaunern wollen. Warum? Weil es hier nicht so gefährlich schien? Tatsächlich ertappte ich mich manchmal dabei, wie die Anspannung... die Bereitschaft das eigene Leben in jeder Sekunde gegen irgendetwas neues, unvorhergesehenes verteidigen zu müssen, hier manches Mal von mir abfiel. Gerade dann, wenn Jaiva einen Blick hinter ihre dornige Abwehr zuließ und lächelte. Ich biss mir auf die Wange. Das waren ganz sicher Gedanken, die niemals -niemals!- laut ausgesprochen werden durften. Und so zwang ich mich jegliche Albernheit wieder wegzuschieben und mich dem eigentlichen Ernst der Situation angemessen auf die beiden Frauen zu konzentrieren - auf Nesrin mehr als auf Jaiva, denn die zweite spürte ich sowieso ohne Unterlass und das machte das Unterfangen teilweise nicht leichter, wenn solche kindischen Impulse davon ausgingen.

Nesrins erste Worte ließ ich unkommentiert. So viel hatte ich ja schon mitbekommen. Schließlich hatte Jaiva verzweifelt versucht eine alte Schale zurück zu bekommen, die man ganz sicher einfach ersetzen könnte, wenn es nicht mit der Tradition in Widerspruch stünde. Als Jaiva sich jedoch wieder einmischte, begann ich zu kochen. „Was soll das heißen ich weiß es nicht besser? Deswegen sind wir doch hier, oder? Du hast gesagt sie kann uns helfen. Und um so schneller du mich los bist, desto schneller kannst du dich wieder deinem normalen Leben und deinen tollen Traditionen widmen, richtig?“ Du. Nicht ich. Aus einem Impuls heraus gesprochen verriet es doch eine Wahrheit, die ganz tief in meinem Inneren vergraben war: Ich wusste nicht, ob ich das wollte. Sicher, irgendwie schon. Andererseits.... war es kompliziert. Denn auch wenn ich es nicht unter Folter zugegeben hätte, diese letzten paar Stunden fühlten sich gut an, so oft wir auch aneinander geraten waren. Aber sie waren etwas neues, erfrischendes.

Nesrin jedoch schien etwas zu besitzen, das Jaiva gänzlich unbekannt war: Gelassenheit. Vielleicht auch nur aufgrund des Alters. Sie brauste jedenfalls nicht auf wie der schwarzhaarige Wirbelsturm neben mir, sondern schien zu lauschen und ihre Worte mit Bedacht zu wählen. Kurzum: Sie war genau das, was sowohl Jaiva als auch mir nur allzu oft fehlte. Als Jaiva den angeblichen Willen der Göttinnen dann auch noch als Fehler bezeichnete, konnte ich nicht anders als leise zu glucksen, selbst wenn sie mir aus der Seele sprach. Das hörte mit Sicherheit keine Hohepriesterin gerne. Und so machte ich mich bereits zu einer verbalen Verteidigung der Amazone bereit, die ich ganz sicher benötigen würde, wenn ich an die Predigten und Hasstiraden unserer Priester zurück dachte - und an das, was geschehen war, wenn es jemand gewagt hatte ihnen in ihrer Allwissenheit zu widersprechen. Ich spannte mich an, als würde ich gleich in einen Kampf ziehen und ...fiel in ein Nichts. Denn es kam nichts dergleichen. Nichts, was ich erwartet hatte. Ich blinzelte verwirrt, als eine einzige Frage die Lippen der älteren Frau verließ. Was sie erbeten hatte? Nun ruhte mein fragender Blick auf Jaiva und so schnell und trotzig wie ihre Reaktion kam, glaubte ich, dass da mehr dahinter steckte. Sie wollte ablenken. Etwas überspielen, das ihr unangenehm war. Meine Augen wurden ein ganz kleines bisschen schmaler. Wieder etwas, das ich auf die Liste der Jaiva-Rätsel setzen konnte. Dass sie im Moment nicht gerade glücklich mit dem war, wie die Dinge waren, war ja schon kein Geheimnis mehr. Zu gerne hätte ich sie gefragt, was sie sich denn gewünscht hatte worauf irgendwelche launischen, zu Späßen aufgelegte Göttinnen mich als Antwort präsentiert hatten, doch wenn sie und ich auch nur halb so viel gemeinsam hatten wie ich insgeheim ab und an vermutete, dann würde ich eh keine brauchbare Antwort bekommen. Also schwieg ich und wandte mich wieder der Priesterin zu, die sich derweil erhoben hatte - genauso anmutig und geschmeidig wie zuvor. Doch mein Blick verharrte nicht lange auf der Amazone, denn nun wurde ich auch einer anderen Bewegung gewahr, die für mich viel mehr Gefahr signalisierte als eine alte Frau. Hatte sie sie denn nicht gesehen? Vielleicht waren ihre Augen doch nicht mehr so gut?

„Vorsicht“, murmelte ich und war schon halb auf den Füßen, um die Priesterin von der Schlange weg zu ziehen, sollte Jaiva mich nicht aufhalten.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 10:30 am

Was soll das heißen ich weiß es nicht besser? Deswegen sind wir doch [...]“ – Nur einen einzigen Herzschlag lang hatte die dornige Amazone innegehalten und ihren Blick auf das Antlitz des jungen Mannes gelegt – in Sachen Trotz ereiferten sie sich beide um den Platz an der Spitze, nahmen sich aber nicht das kleinste Bisschen, denn sie schoss prompt zurück: „Das mag zwar alles wahr sein, aber das heißt nicht, dass man gleich unverschämt werden muss! Nesrin hilft uns ganz gewiss, da ist es doch nicht zu viel verlangt ein bisschen nett zu sein, oder? Sich zu benehmen, du weißt schon.“
Natürlich hatte sie sich diesen Seitenhieb nun ihrerseits nicht verkneifen können und war daher froh, dass sich die Hohepriesterin gar nicht erst die Mühe machte sich einzumischen. So weit man das sagen konnte beobachtete sie die beiden ‚Kinder‘, die sich wirklich alle Mühe gaben die Oberhand zu behalten. Von außen betrachtet war es gar nicht leicht zu bestimmen wer denn nun die Nase vorne hatte, allerdings hatten beide ihre Lektionen in Sachen ‚Benehmen‘ und ‚den Göttern gefälligem Verhalten‘ noch zu lernen. Und das war bei aller Lebenserfahrung und Verbundenheit mit den Göttinnen überaus interessant zu beobachten. So wie sich die beiden gaben, lag der Gedanke nahe, dass ihnen gar nicht auffiel wie ähnlich sie sich doch in ihrem Verhalten waren.

Ganz gleich wie leise Ciaran auch glucksen mochte, Jaiva hörte das nicht nur sondern sie fühlte seine Belustigung obendrein. So eine Unverschämtheit! Sie schoss einen weiteren ihrer Seitenblicke ab, bei denen das giftige ihrer beiden Augen dominant war, doch die Hohepriesterin ließ sich davon aus der Ruhe bringen und stellte lediglich eine einzige Frage, die einen ähnlich verheerenden Effekt wie eine Rüge hatte, immerhin verstummte die dornige Amazone kaum da ihre verteidigenden Worte verklungen waren. Und als ob dieser Moment an und für sich nicht mehr als genug gewesen wäre, spürte sie auch das wachsame Misstrauen des an sie gebundenen Mannes gleichsam eines anschwellenden Interesses – beides konnte sie gerade gar nicht gebrauchen und es gefiel ihr ganz und gar nicht wie er jetzt in sie hineinlauschen konnte um sich weitere Dinge zusammenzureimen! Krampfhaft versuchte sie sich auf andere Gedanken zu bringen während sie doch immer wieder zu der einen aber alles entscheidenden Frage zurückkehrte: Was hatte sie sich gewünscht?
Dazuzugehören. So lautete ihre spontane Antwort, immerhin hatte sie doch darum gebeten, nicht wahr? Ungeachtet ihres Status als Unglückskind so akzeptiert zu werden wie sie war und… warum kam ihr dann Shilandre in den Sinn, die ihr haargenau dies vor Augen geführt hatte? Hatte sie die Göttinnen also belogen und sie wollte gar nicht was sie sich gewünscht hatte…? Ach, das war doch zum Haare raufen! Als ob sie den Willen der Göttinnen hätte durchschauen können, daher blieb sie dabei: Irgendetwas war gehörig schief gegangen!

Dann aber erklang Ciarans Stimme an ihrer Seite und sie schreckte aus ihren Gedanken hoch, blickte jedoch nicht in Richtung der steinernen Göttinnen sondern viel mehr um sich herum – in Richtung der Stellwände, sogar über ihre Schulter in Richtung des Raumes, der jenseits der Tuchbahnen lag.
Was ist de-“, rief sie mit fragender Stimme, klang alarmiert und war daher viel zu langsam um den Dunkelelf von seinem Vorhaben abzubringen und stockte dann als sie begriff. Leider zu spät. Schon war er auf den Füßen und berührte die Hohepriesterin. So große Augen wie Jaiva in diesem Augenblick machte, hatte sie noch nie gemacht. Er… hatte Nesrin angefasst! Für einen Moment gerieten ihre Gedanken ganz und gar ins Stocken und zum ersten Mal seit dieser Begegnung konnte man vielleicht bemerken, dass die alte Amazone wirklich blind war, denn sie taumelte, geführt von seiner Hand davon und machte ein gehauchtes ‚Oooh‘.
Schwups! Schon war Jaiva ebenfalls auf den Beinen und gedachte Ciaran dazu zu bringen die Hohepriesterin loszulassen. „Was machst du denn?!“, schnappte sie empört. „Du kannst doch nicht die Hohepriesterin berühren!“
Die große Schlange indes verblieb ganz ruhig an Ort und Stelle und besah sich das Geschehen weiterhin aufmerksam. „Schon gut“, sagte indes Nesrin, die sich vollkommen gewaltfrei zu befreien versuchte, einfach nur mit einer ruhigen Berührung kühler Fingerspitzen auf dem Handrücken des jungen Mannes. Wem diese Worte galten? Sie passten sowohl zu Jaiva als auch zu Ciaran, doch letzterem wandten sich die drei aufgemalten Augen zu als sie fortfuhr: „Die Schlange ist nicht gefährlich. Auch sie ist eine Dienerin der Göttinnen.“

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 10:56 am

Ich war ein wenig überrascht, als die Priesterin ins Taumeln geriet und tatsächlich ein wenig meiner Stütze bedarf, um sich wieder zu fangen. War sie tatsächlich...? Doch viel mehr Zeit um diesen Gedanken weiter zu verfolgen hatte ich nicht, denn nun hatte Jaiva ihre Schockstarre überwunden und begann zu zetern. „Du siehst doch, dass ich es kann!“, gab ich patzig zurück und deutete auf meine Hand, die noch immer am Ellenbogen der Älteren lag. „Und stell dir vor: Kein Blitz, kein heiliges Feuer, das mich verbrennt.“ Ich hatte wirklich nichts für Respekt vor Religionsführern übrig was man meiner Stimme wohl auch anhörte. Ganz anders sah es jedoch in Hinblick auf alte Frauen aus, denen man ihr Alter überhaupt nicht anmerkte. Das rang mir Anerkennung ab. Doch bevor ich Jaiva noch etwas erwidern konnte und wir wieder anfangen konnten - dieses Mal laut - zu streiten, berührten mich Nesrins Finger. Ich war überrascht wie alt sie sich tatsächlich anfühlten. Ledrig und faltig, jedoch keineswegs zittrig oder schwach. Es war nur eine kurze, sachte Berührung, doch sie schaffte es mir klar zu machen, dass die alte Frau sich keiner Zeit in Gefahr befunden hatte. Ein wenig verblüfft über diese kurze, jedoch klare und nonverbale Botschaft blickte ich sie an und glaubte tatsächlich ihren Blick zu spüren, auch wenn die Augen noch immer genauso milchig waren wie zuvor.

Ich trat einen Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, während ich nun die Schlange kritisch musterte. „Eure Göttinnen haben merkwürdige Diener“, befand ich. Zu unseren Priestern hätten Schlangen ebenfalls gut gepasst - sowohl vom Verhalten her als auch, weil sie ihr Gift gut gebrauchen konnten. Doch ich hatte noch nie erlebt, dass einer von ihnen eine Schlange offen herum laufen ließ. Im Gegenteil: Normalerweise kamen diese in irgendwelche tief unter der Erde gelegenen Wirkungsstätten, bekamen ihr Gift extrahiert und danach den Kopf abgeschlagen, damit sie nicht von anderen gegen den ursprünglichen Besitzer benutzt werden konnten. „Sie wird Euch oder Jaiva also nicht beißen?“, vergewisserte ich mich noch ein Mal und räusperte mich dann. „Wir brauchen Euch schließlich noch.“ Wie auch Jaiva sollte die Alte bloß nicht auf die Idee kommen ich würde mich um eine von beiden sorgen. Um mich machte ich mir kaum Gedanken. Schließlich hatte ich schon mehr als genug Gifte an mir selbst erprobt. „Also was ist nun?“, drängte ich. „Hatten eure Göttinnen genug Spaß und sind bereit das Ganze zu beenden?“
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 11:46 am

Es war Jaiva an der Nasenspitze anzusehen, dass sie mit dem Lauf der Dinge ganz und gar nicht einverstanden war und schwer mit weiteren, ihr auf der Zunge liegenden Worten rang, denn ganz gleich ob es der Wahrheit entsprechen mochte, dass er nicht hier und jetzt von göttlichem Wirken gerichtet worden war und sie doch gar nicht so strenggläubig war wie man es gerne von ihr gesehen hätte, bedeutete das nicht, dass sie es hinnahm wenn er sich respektlos gegenüber der Frau zeigte, die sie aus ganzem Herzen liebte. Zweifellos hätte sie es nie und nimmer zugelassen, dass er auch nur ansatzweise handgreiflich gegenüber der alten Amazone wurde, ganz gleich ob sie gesegnet und wehrhafter war als man es im Augenblick ihres Taumelns glauben mochte. Dennoch war sie nüchtern betrachtet diejenige, die aus dieser Angelegenheit eine große Sache zu machen gedachte, denn Nesrin nahm lediglich wieder eine Haltung ein, die ihrer Position angemessen war – aufrecht, würdevoll, mit erhobenem Haupt und einer unbestreitbaren Ruhe in ihren Gesichtszügen. Zu seinem ersten Kommentar sagte sie nichts, überließ es allein seinem Ermessen darüber zu befinden und sie erklärte ihm auch nicht welche Aufgabe der Schlange zugedacht worden war.
Nein“, versicherte sie Ciaran im Brustton der Überzeugung und dieses Mal glitt ihr tatsächlich der Ansatz eines schmalen Lächelns über die faltigen Lippen als sie sich noch ein klein wenig mehr entlocken ließ. „Sie ist auch nicht giftig, wenn dich dies beunruhigt, Ciaran.“ Seine nachfolgenden Worte sorgten jedoch dafür, dass sich auch die Gesichtszüge der alten Amazone wieder von ihrer gleichermaßen gelassenen wie auch gefassten Seite zeigten. Sie begegnete dieser Angelegenheit mit der gebotenen Seriosität, daher war ihr durchaus eine gewisse Strenge anzusehen, denn es war keine Kleinigkeit worum sie gebeten wurde und dem Spiel der Falten auf ihrer zerfurchten Stirn war auch anzusehen, dass es so manchen Gedanken geben mochte, den sie den beiden ‚Kindern‘ nicht zu offenbaren gedachte.
Und während sich die Hohepriesterin wieder den steinernen Bildnissen Melvas und Vinus zuwandte, begann Jaiva auf der Innenseite ihrer Wange zu kauen, denn auch sie wollte die erlösenden Worte aus dem Munde der Götterdienerin hören.
Ja ‘, sollte sie sagen. ‚Ich kann den göttlichen Spruch wieder rückgängig machen.‘
Doch da war nur Schweigen und es oblag der Phantasie eines jeden der beiden dieses mit Gedanken zu füllen. Warum zögert sie?, dachte beispielsweise Jaiva, die nicht einen Herzschlag lang an der Macht der Hohepriesterin zweifelte. Sie würde dieses Missgeschick wieder in Ordnung bringen wenn sie es denn wollte. So viel stand fest!

Jetzt wandte Nesrin sich den beiden wieder in ihrer Gänze zu und hob einen weiß bemalten Arm, spreizte dabei den Zeigefinger ab und deutete auf die Plattform inmitten des Wassers. Ein leiser Luftzug blähte die dabei die feineren Tuchbahnen sacht und flüsterte verheißungsvoll über die Wasseroberfläche.
Setzt euch dort hin und seht zu den beiden Göttinnen“, wies sie Jaiva und Ciaran an und wenigstens erstere verkniff sich jedes noch so kleine Wörtchen und gedachte sich herumzuwenden und zu tun worum die Hohepriesterin sie gebeten hatte – entlang des ein Schritt breiten Stegs, sodass es wohl besser war wenn sie hintereinander gingen. Auf der Plattform war dann etwas mehr Platz, doch gab es weder eine Begrenzung noch hatte man allzu viel Spielraum sich zu Bewegen. Am besten setzte man sich ganz still hin und versuchte sich gar nicht allzu viele Gedanken darum zu machen was die Göttinnen wohl davon hielten, dass hier im innersten Heiligtum ein Mann war, der die Dienste einer amazonischen Hohepriesterin in Anspruch nahm. Nesrin für ihren Teil wandte sich für einen Moment ab und ging um das Feuerbecken herum, nur um nach ein paar Augenblicken mit einer Schale zurückzukehren, deren Inhalt sich alsbald als Kräuter herausstellen sollten, denn sie streute diese über die Flammenzungen und es stieg ein würzig-kräftiger Geruch auf. Auch hielt sie nun einen Zweig in Händen, den sie erst in die Flammen hielt bis die feinen Enden Feuer fingen nur um sie herzschlagsdrauf auszupusten – Rauch stieg auf und sie kam mit langen, durch und durch routinierten Schritten auf die beiden Wartenden zu. Keine Unsicherheit war zu erkennen wenngleich man doch Sorge haben mochte sie könne ins Wasser stürzen. Nichts davon sollte geschehen. Auf dem Steg sollte Nesrin stehenbleiben, Ciaran und Jaiva zugewandt und sie schwenkte den noch immer schwelenden Ast in der Luft, wiegte ihn von links nach rechts und begann ohne weitere Erklärungen zu flüstern. Ganz still und aufrecht saß die dornige Amazone, machte ein erwartungsvolles Gesicht und konnte sich nicht so recht entscheiden ob sie ihre Augen offen halten oder schließen sollte. Der Augenblick schien sich schier ins Unendliche zu ziehen!

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 12:47 pm

Ich spürte Jaivas Unmut, ihr Grummeln und das sich anbahnende Gewitter, doch ich ignorierte es. Nicht nur, weil die ältere Amazone anscheinend gut auf sich selbst aufpassen konnte, sondern auch, um in diesem kindischen Kleinkrieg zu beweisen, dass ich mir von Jaiva nichts sagen ließ. Schließlich sollte Nesrin gar nicht erst glauben, dass ich mich Jaiva unterordnete. Wenn ich irgendetwas tat, was sie sagte, dann bloß, weil ich es wollte. Und das war mir sehr wichtig - so gebunden wie ich im Moment eh schon war.
„Gut.“ Ich nickte, auch wenn ich der Schlange noch immer einen skeptischen Blick zu warf. Eine Würgeschlange also? Dann würde ich anderweitig auf der Hut sein müssen. Das nachfolgende Schweigen der Hohepriesterin zog sich hin und vermittelte nicht nur Jaiva, sondern auch mir ein mulmiges Gefühl. Sag doch was! So schwer kann das doch nicht sein! Ich wusste nicht so recht, was ich erwartete. Ein bisschen Hokuspokus und Herumgetanze? Keine Ahnung. Jedenfalls irgendwas, was uns half. Oder war es eben doch schwer? Mein Blick suchte Jaivas, doch die jüngere Amazone blickte unverwandt zu ihrer älteren Stammesschwester und so wanderte mein Blick auch wieder dorthin, streifte noch einmal die Schlange und verweilte schließlich auf dem Feuer, das mal höher und mal weniger hoch loderte. Ich fand den Anblick der ab und zu auftanzenden Funken faszinierend. Und ich hasste Warten.
Umso glücklicher horchte ich auf, als sie uns anwies zum Wasser hinüber zu gehen. Ich folgte Jaiva - innerlich zwar zögernd, äußerlich jedoch mit leichtem, sicheren Schritt. Ich hatte auch nicht vor über irgendetwas zu diskutieren. Sollte sie einfach ihren Hokuspokus abziehen und dann war gut. Jaiva konnte es bestimmt auch kaum erwarten. Wieder fand ein Blick aus meinen Augenwinkeln ihre Seitenansicht, auch wenn Nesrin gesagt hatte wir sollten die Statuen anblicken. Jaiva war viel interessanter. Ich spürte schließlich ihre innere Abwehr - was mich nur noch neugieriger machte, was sie wirklich zu verbergen versuchte. So entging mir beinahe das Ganze Prozedere der Kräuter und des leicht vor sich hin glimmenden Zweiges. Erst als Nesrin direkt vor uns auf dem Steg stehen blieb und den Zweig vor uns hin und her schwenkte - von Jaivas Seite zu meiner und wieder zurück, löste ich meinen Blick von der jüngeren Amazone und beobachtete das Tun der Hohepriesterin. Der Geruch der brennenden Kräuter stieg mir in die Nase - nicht unangenehm, aber merkwürdig. Mir wurde ein wenig schwindelig. Ob es irgendetwas war, das den Geist vernebelte? Ich wusste, dass unsere Priester gerne mit so etwas arbeiteten um ihre Ziele durchzusetzen und beschloss doppelt wachsam zu sein. Aber was blieb mir sonst übrig zu tun? Ich selbst wusste nicht, was ich gegen das Band tun sollte.

Wieder veränderte der Zweig seine Position, glühte im Lufthauch auf und deutete auf Jaiva. Ich bemerkte wie ich mich anspannte. Wie lange dauerte das denn? Fühlte sich schon irgendetwas anders an? Langsam wurde ich unruhig und tastete umso mehr nach Jaivas Seite des Bandes - das ich ja eigentlich gar nicht mehr spüren wollte, wie ich mir bei dieser Gelegenheit ins Gedächtnis rufen musste. Mir lag ein `Wie lange dauert das denn?` auf der Zunge, doch ich traute mich nicht es auszusprechen aus Angst, dass die Hohepriesterin dann wieder von vorne anfangen musste. Also versuchte ich weiterhin still zu sitzen, auch wenn meine Unruhe sich langsam nach draußen zu übertragen schien. Ein leichter Hauch schien die herabhängenden Tücher zu bewegen, denn das Wasser kräuselte sich zu kleinen Wellen. Oder war es gar kein Wind? Ich sah genauer hin und entdeckte kleine, aufsteigende Blasen. Lebten Fische in diesem Becken oder war hier wirklich Magie am Werk? Mit klopfendem Herzen wartete ich ab, was noch geschehen mochte. Im Moment war Jaiva für mich zumindest deutlicher zu spüren als jemals zuvor.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 1:25 pm

Es war immer wieder gleichermaßen faszinierend wie auch irritierend wie selbstverständlich sich Nesrin zu bewegen wusste, denn jeder ihrer Schritte wirkte so als wäre sie mit der Erde verwurzelt und konnte die Welt auf eine Jaiva unbekannte Weise sehen. Anders konnte sie es sich jedenfalls nicht erklären, dass sie ohne Stock oder anderes Hilfsmittel den Pflichten einer Hohepriesterin nachkommen konnte. Doch in Anbetracht ihrer eigenen Anspannung war es ihr nahezu unmöglich sich auf etwas anderes zu konzentrieren als ihre eigenen Sorgen, Hoffnungen und Befürchtungen… und das, was von Ciaran an sie herandrang. Nie hatte sie ihn besser verstanden, denn just in diesem Augenblick waren sie durch ihre Sorgen geeint. Auch ihr dauerte das Prozedere viel zu lange und sie fühlte sich gefangen zwischen Hoffen und Bangen wenngleich sie Nesrin eigentlich vertraute.
Als vom Wasser her Geräusche an ihr Ohr drangen und das Säuseln des Windes um das Aufsteigen kleiner Blasen im Becken erweitert wurde, konnte sie nicht anders als ihren Blick blinzelnd dorthin schweifen zu lassen. Dabei erwischte sie auch Ciaran, der sich damit die Zeit vertrieben hatte die Amazone mit dem Nachtschattenhaar zu betrachten. Sie sah ihn an, dachte daran, dass das vermutlich das letzte Mal sein würde, dass sie ihn auf diese Weise wahrnehmen würde und runzelte bei diesem Gedanken die Stirn. Warum fühlte sie sich so seltsam? War das die Wirkung der verbrannten Kräuter? Der schwer gewordenen Luft? Oder war das doch etwas anderes?
…der vollkommen absurde Gedanke, dass sie gar nicht wollte, dass dieses Abenteuer vorüber war? Zweifel tanzten gleichsam Nachdenklichkeit und Unsicherheit über ihre Stirn, denn ein Teil von ihr wusste sehr genau, dass diesem Gedanken sehr viel mehr Wahrheit zugrunde lag als sie bereit zuzugeben war. Ciaran hatte ihr Leben innerhalb weniger Stunden auf den Kopf gestellt, was ihr seltsamerweise sehr viel mehr geholfen hatte als die vielen Stunden brütender Zurückgezogenheit in ihrer Behausung. Das konnte doch kein Zufall sein, oder doch?  

Dermaßen in Gedanken vertieft und auf Ciaran fokussiert, war ihr ganz und gar entgangen, dass Nesrin in ihren Bewegungen innegehalten hatte – der Zweig war erloschen und der Rauch, der von seinem Ende aufgestiegen war, versiegt. Jetzt ruhte das obere Ende desselben in ihrer Hand und sie wiegte das Stück angesengten Holzes schweigsam in ihren Händen, den ‚Blick‘ der drei aufgemalten Augen, die sich über ihren eigenen befanden, auf die beiden gerichtet, die gekommen waren um ihre Hilfe zu ersuchen. Da das Rascheln verklungen war, riss sich nun auch Jaiva von dem Anblick des Lerchossohnes los und sah zu Nesrin hin. Was hatte das zu bedeuten? War sie zum Ende gekommen? Ein kurzes, nach innen gerichtetes Lauschen machte ihr deutlich, dass sich rein gar nichts verändert hatte. Noch immer fühlte sie Ciaran in aller Deutlichkeit. Die Schwere seiner Gedanken. Seine Angespanntheit und dann brach die Hohepriesterin das Schweigen, die Stirn in aller Nachdenklichkeit in Furchen gelegt als sie sagte: „Wie sonderbar.“ Die Stimme kaum mehr als ein Hauch. Verwunderung darin.
Was?“, rutschte es der dornigen Amazone über die Lippen, welche die Ungewissheit nicht einen Herzschlag länger ertragen konnte. Wäre der junge Mann es gewesen, der sich auf diese Weise dieser direkten und keinesfalls zurückhaltenden Nachfrage bedient hätte, hätte sie ihn gewiss gerügt, doch die Antwort war dieselbe.
Nesrin sagte: „Die Götter sind nicht gewillt rückgängig zu machen was sie ersonnen haben.“ Jaiva blinzelte voller Verständnislosigkeit, gar so als fehlte ihr die geistige Befähigung zu verstehen was soeben gesprochen worden war. Was? Was… hatte sie da gerade gesagt? Nesrin wurde deutlicher: „Was getan ist, ist getan. Ich vermag die Göttinnen nicht dazu zu bringen von ihrem Entschluss abzusehen. – Ich kann den Spruch nicht lösen.“

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 2:12 pm

„Was?“, fuhr ich auf, ohne auch nur zu ahnen, dass ich das gleiche Wort benutzt wie eben Jaiva. Ihr und mein Unverständnis mischte sich zu einem Kanon der Verwirrung und der Nicht-Akzeptanz, was meinen Part betraf. Ich war schneller auf den Beinen, als irgendjemand in der Lage gewesen wäre mich festzuhalten. „Was soll das heißen?“ Ich machte einen Schritt auf Nesrin zu, die Arme in einer Geste des Erklärung-Verlangens ausgebreitet. „Das ist ein schlechter Scherz, oder?“ Die alte Frau wirkte zwar nicht so, als wären Witzeleien ihr liebster Zeitvertreib, aber alles andere erschien zu ungeheuerlich. Ich schüttelte den Kopf und konnte einfach nicht akzeptieren, was soeben gesagt worden war. „Dann versucht es erneut!“ Im letzten Moment konnte ich mich davon abhalten ihre Handgelenke zu umgreifen, um meiner Forderung etwas mehr Nachdruck zu verleihen. Ich fühlte mich entsetzlich hilflos. „Und gebt Euch mehr Mühe!“ Aus jedem meiner Worte sprach genau das: Ohnmächtige Hilflosigkeit. Es gab kaum etwas, das ich mehr hasste als nicht selbst Herr meines Schicksals zu sein - aus gutem Grund, wie ich nun feststellen musste.

„Ich... ich kann nicht ewig...mit Jaiva...“ Meine zuerst noch kraftvollen Gesten, die meine Empörung unterstreichen sollten, verebbten zusammen mit meinen Worten. Ewig mit Jaiva zusammen? Ich warf einen Blick über die Schulter und ein ganz kleines bisschen Aufregung machte sich in mir breit - genau so lange wie mir bewusst wurde, was das noch bedeuten würde. Das Grauen, das auf den kurzen Lichtblick folgte, riss mir beinahe den Boden unter den Füßen weg. „Es geht nicht. Ich muss weiter!“ Nun stand auch in meinen Augen Verzweiflung. Ich war nicht zum Spaß hier - in Crepererum. Und die Zeit der Suche nach meiner Mutter ergaunerte ich mir - und hoffte, dass weder Tharon noch irgendein anderer langer Arm meines Vaters mich zu früh fanden. Daran, dass sie mich irgendwann wiederfinden würden, bestand kein Zweifel. Tharon war wie ein Bluthund, dessen liebste Beute anscheinend ich war. Und was passierte, wenn er hier auftauchte ... daran wollte ich nicht einmal in meinem schrecklichsten Alptraum denken. „Es...geht nicht...“, murmelte ich tonlos und wandte mich dann wieder an die Priesterin. „Es muss einen Weg geben! Irgendeinen. Ich tu wirklich alles!“

Ich verschwendete keinen Gedanken daran, wie meine Verzweiflung auf Jaiva wirken musste und ob sie sich die Frage stellte, ob es für mich wirklich so schrecklich war an sie gekettet zu sein. Für mich zählte einzig und allein der Gedanke, dass ich es nicht ertragen würde, wenn Tharon oder ein anderer Dunkelelf auch nur einen Fuß in dieses Dorf setzen würde - geschweige denn einen Finger an Jaiva legte. Ich presste die Zähne fest zusammen. Nun packte ich tatsächlich Nesrins Handgelenke. „Sagt diesen dummen Göttinnen, dass sie lange genug ihren Spaß hatten! Wie stellen sie sich das vor? Ich kann mich kaum drei Schritte von Jaiva entfernen, ohne dass wir beide es bitter bereuen!“ Wenn Nesrin davon bisher noch nichts wusste, dann verriet ihre Miene nun auch keine Überraschung sondern blieb vollkommen unbewegt - störrisch wie eine alte Eiche, die ein Unwetter über sich ergehen ließ von dem sie genau wusste, dass es ihr eh nichts anhaben konnte und das die Aufregung gar nicht wert war, da es eh schnell wieder vorüber war.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 3:52 pm

Ciaran war es, dem es zuerst gelingen sollte die wahre Tragweite dieser Offenbarung zu erfassen, denn er hatte sich bereits aufgerichtet da Jaiva noch wie in Schockstarre an Ort und Stelle verharrte und stumpf geradeaus sah.
Nesrin kann es... nicht... rückgängig machen?, empfand sie und fühlte sich wie betäubt. Aber das geht nicht... wie soll ich... was werden die anderen...? Zusammen mit jenen im Inneren des an sie gebundenen Mannes aufbegehrenden Gedanken ergab all das ein Chaos ungeahnten Ausmaßes, das sie kaum klar denken ließ. Beide waren sie erschüttert und beide waren sie nicht gewillt diesen Zustand zu akzeptieren, doch diese Form der direkten Ablehnung - im wahrsten Sinne des Wortes - am eigenen Leib zu erfahren war dennoch in gewisser Weise verletzend, ganz gleich ob sie das gebrauchen konnte oder haben wollte. Oder nicht. Nichtsdestotrotz hatte er es ihr doch immer wieder und wieder in allen erdenklichen Situationen vorgehalten... und dennoch... es sorgte dafür, dass sie sich verletzlich fühlte und das machte alles nur noch komplizierter und noch schwieriger zu ertragen. Fest presste die dornige Amazone ihre beiden Lippenbögen aufeinander und fühlte sich hilflos zwischen Zorn, Verzweiflung und Hilflosigkeit hin- und hergerissen. Jetzt kämpfte auch sie sich auf die Beine, hielt sich noch einen Moment an der Kante der Plattform fest bis sie sich sicher genug fühlte ehe sie es alsbald wagte sich ganz und gar aufzurichten.
Sie mochte es zwar ganz und gar nicht wie Ciaran an die Hohepriesterin herangetreten war und sie drängte einen weiteren Versuch zu unternehmen, dennoch teilte sie seine Meinung.
Bitte versuch es noch einmal. Ich, nein, wir beide werden auch Gebete an Melva und Vinu sprechen, dann werden sie gewiss ein Einsehen mit uns haben“, beschwor auch sie die alte Amazone, die vom einen zur anderen blickte und langsam aber nachdrücklich den Kopf schüttelte.
Das Ergebnis wird dasselbe sein“, teilte sie den beiden, nicht ohne ein gewisses Maß an Empathie mit. „Für den Augenblick sehe ich keine Möglichkeit den Spruch zu lösen. Götter sind weitaus weniger wankelmütig in ihren Entscheidungen als es Amazonen und auch Menschen sind.“
Das war das Ende. So fühlte sich wenigstens Jaiva, die das Gefühl hatte, dass ihr der Boden unter den Füßen weggezogen würde. Das war... ein Alptraum.

Eben noch war ihr etwas wie 'Aber aber... wir können doch nicht so bleiben! Ich, ich kann doch nicht in einem Raum mit einem Mann schlafen' auf der Zunge gelegen aber sie kämpfte diesen Impuls tapfer herunter und sagte stattdessen: „Aber wir können doch etwas tun oder? Die Göttinnen irgendwie zufrieden stellen und dann geht es. Oder?“ Sie gab sich alle Mühe die Verzweiflung aus ihrer Stimme zu bannen, doch das wollte ihr nicht gelingen. Sie hörte sich dennoch sehr nach entsetztem und verzweifeltem Mädchen an. Was für ein Trauerspiel.
Und wenngleich Ciaran nach den Handgelenken der Hohepriesterin fasste, so gab sie sich geduldig - weder Ciaran noch Jaiva waren die ersten, die mit den Entscheidungen der Göttinnen unzufrieden waren noch würden sie die letzten sein.
Die Göttinnen sind nicht ohne Gnade. Sie werden euch voneinander trennen wenn ihr den Sinn dieses Spruchs erkannt und begriffen habt“, sagte sie in aller Ruhe - kein Wunder, sie war es nicht, die an einen Mann gebunden war und ihre Gefühlswelt mit ihm teilen musste! Oh ja, Jaiva war zornig, fühlte sich ungerecht behandelt und sie wusste vor allen Dingen nicht was das Götterpaar von ihr erwartete! Moment. Hatte Nesrin gerade gesagt, dass der Spruch sie beide betraf? Klar. Er hatte die Göttinnen nur seiner Anwesenheit verstimmt aber sie? Was hatte sie getan um so etwas zu verdienen? Ja gut, sie war nicht mit aller Überzeugung dabei wenn es darum ging sie Göttinnen zu preisen aber das hier...?
Aber...“
Je eher ihr beginnt euer Handeln zu hinterfragen desto eher werden die Göttinnen gewillt sein euch zuzuhören“, meinte sie. „Am besten ist es wohl ihr beginnt gleich hier.“ Einer ihrer Zeigefinger spreizte sich ab und deutete auf die Plattform im Wasser. „Reinigt eure Gedanken und beginnt in euch hineinhorchen.“
Indes war die gelb-weiße Schlange von ihrer erhöhten Position herunter geglitten, scheinbar verschwunden, doch jetzt schlängelte sie sich um die steinerne Kante des Feuerbeckens herum und hielt direkt auf Nesrin zu, an der sie empor klettern würde bis sie ihre Schultern erreicht hatte und diese wie ein geschuppter Kragen umspielte.

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 4:20 pm

`Werden wir?`, lag mir auf der Zunge, als Jaiva versprach, dass wir beide beten würden. Ich glaubte nicht an diese Göttinnen. Würden sie es falls es sie doch gab dann nicht eher als Frevel sehen, wenn ich mich an sie wandte? Erst recht, wenn sie es waren, die ihrem Volk diese Ansicht von Männern einimpften? Meine Stirn legte sich vor lauter Zweifeln in Falten. Nachdenken. Ich muss nachdenken. Denk nach, Ciaran! Ich massierte meine Schläfen und versuchte so die Kopfschmerzen, die Jaivas und meine sich gegenseitig unablässig aufbauschenden Gefühle inzwischen verursachten zurückzudrängen. Ich grummelte meinen Unwillen heraus, als Nesrin meinte, dass das Ergebnis das gleiche sein würde. Woher wollte sie das wissen, wenn sie es nicht versuchte? Das musste alles ein furchtbarer Alptraum sein! Aber ich konnte sie auch nicht zwingen es noch einmal zu versuchen. Zum Henker, ich würde ja nicht einmal bemerken, wenn sie in ihrem komischen Singsang irgendetwas absichtlich falsch sagte nur um zu zeigen, dass sie Recht hatte!

Ich raufte mir die Haare und begann auf der beengten Plattform unruhig hin und her zu wandern. Ich musste hier weg. Und zwar schnell. Währenddessen versuchte Jaiva noch immer zu verhandeln. Abrupt blieb ich stehen. Mein Kopf schnellte zu den beiden Frauen herum. „Sinn? Was für einen Sinn soll dieser bescheuerte Bann denn schon haben?“ Zunächst hing mein Blick auf der Hohepriesterin, als hätte die sofort eine Antwort parat. Dann jedoch stockte ich und meine Augen richteten sich auf Jaiva. Sie wurden schmal als ich an Nesrins Worte eben und an das dachte, was Jaiva bereits einmal herausgerutscht war.

„Du...warst nicht zufällig an dieser Lagune“, begann ich. „Raus mit der Sprache, was wolltest du wirklich dort?“ In all meinem Ärger bemerkte ich gar nicht, wie die Schlange plötzlich auf Nesrins Schulter auftauchte. Wie ein lebendiger Halsreif wand sie sich um die Priesterin, zischte mal in die eine und mal in die andere Richtung, wobei ihre Zunge schnelle Vorwärtsbewegungen ausführte. Ihre Augen schienen wie die eines Menschen auf uns zu ruhen, der der Konversation folgte. Und beinahe hatte man das Gefühl sie grinste uns hämisch an - zufrieden mit dem Werk ihrer Herrinnen. „Also los. Spucks aus, egal wie peinlich es ist! Sonst kommen wir nie weiter“, drängelte ich. Geduld war wirklich nicht meine Stärke. Noch nie gewesen.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 5:05 pm

Freilich, Jaiva hatte sehr hoch gegriffen als sie behauptet hatte, dass nicht nur sie sich sondern auch Ciaran an das göttliche Paar wenden würde, doch was sollte man sagen... sie war verzweifelt und sie war bereit nach jeder noch so kleinen Chance zu greifen, ganz gleich wie aussichtslos diese auch sein mochte. Wenn er sich zusammennahm und sich Mühe gab freundlich zu bitten, vielleicht...

Ja, sie wusste auch nicht recht was sie sich dabei gedacht hatte, doch letztendlich spielte es keine Rolle was sie der Hohepriesterin vorschlug, das Ergebnis blieb dasselbe. Nesrin war nicht der Meinung, dass sie den göttlichen Spruch lösen konnte. Nicht jetzt. Vielleicht nie? Diese Offenbarung erschütterte sie ein weiteres Mal, denn bislang hatte die Hohepriesterin noch für jedes Problem eine Lösung gefunden, ganz gleich wie verzwickt es auch anfangs gewesen sein mochte. Sie jetzt am Ende ihrer Möglichkeiten zu sehen war über alle Maße ernüchternd. Wenn sie sich keinen Rat mehr wusste, wer sollte es an ihrer Stelle tun...? Nun war es aber nicht so, dass sie die beiden 'Kinder' vollkommen unvorbereitet der Ungewissheit überließ sondern sie hatte noch ein paar Hinweise zur Hand, die zwar leichter gesagt als zu befolgen waren aber dennoch einen Ansatzpunkt boten; ein Ansatzpunkt, den Ciaran sogleich zu ergreifen gedachte als er seinen Blick zu Jaiva schnellen ließ.
Eben jene zeigte sich überrumpelt, blinzelte ein Mal, dann ein zweites und schließlich auch ein drittes Mal während sie ihrem Unwillen Atem verlieh.
Was?“, glitt es ruppig über ihre Lippen, welche sie bereits herzschlagsdrauf zu einem Ausdruck größten Widerstrebens kräuselte. „Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich das vollkommen alleine verbockt hab?!“ Doch, haargenau das glaubte er und er ließ es sie auch hören indem er plötzlich sie anstatt der Hohepriesterin bedrängte. Das war mal wieder typisch, nicht wahr? Kaum glaubte er, dass sich ihm eine Möglichkeit eröffnet hatte, griff er bereits beherzt zu ohne sich überhaupt nur ansatzweise zu fragen ob es in Ordnung war sich so aufzuführen.

Ciaran hatte es sich wenig zuvor bereits gedacht, dass der dornigen Amazone nicht die kleinste Kleinigkeit zu entlocken war, doch jetzt, da er derart in sie drang, schmälerte nun auch sie die Augen und verzog ihre Lippen zu einem allseits bekannten Ausdruck des Widerwillens indem sie eine Schnute machte.
Das hat rein gar nichts mit diesem göttlichen Band zu tun“, wiegelte sie entschieden ab und war gewillt ihre Arme vor ihrer Brust zu verschränken. Oh ja, er wusste haargenau wie er den Sturkopf aus ihr herauslocken konnte - er war auf dem besten Wege.
Außerdem geht dich das rein gar nichts an“, fuhr sie fort und für die Dauer dieses Disputs schmolz die Anwesenheit der Hohepriesterin dermaßen in sich zusammen, dass Jaiva sich gar nicht mehr zusammenriss. Es war als wäre sie gar nicht hier.
Vielleicht liegt es ja auch an dir, immerhin bist du zu der heiligen Lagune gegangen und hast sie mit deinen Blicken entweiht! Daraus getrunken hast du auch und du hast sogar darin gebadet!“
Was er konnte, konnte sie schon lange, haltloser Vorwürfe inklusive.

Nesrin jedoch zog sich ein wenig zurück - genug um außerhalb der Reichweite energisch zupackender Männer zu sein, nahe genug um dem Gespräch weiterhin zu folgen. Sie sagte nichts.

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 5:27 pm

Jetzt war es an mir, ebenso bockig zu sein. Gut, vielleicht war sie nicht alleine an dem Schlamassel schuld, aber was ich dazu beigetragen haben sollte war mir trotzdem ein Rätsel. Ich hatte zuvor schließlich nichts mit ihren Göttinnen zu tun gehabt. Also definitiv nicht genug, damit sie ihre Rachsucht an mir auslassen konnten! „Ach nein? Das glaubt deine Priesterin aber! Sie hat gesagt, dass du in dich gehen sollst! Und dass du dich daran erinnern sollst, um was du die Götter gebeten hast!“, band ich ihr auf die Nase. Gut, sie hatte im ersten Punkt von uns gesprochen, doch das war mir im Moment ziemlich egal. Jaiva verschwieg etwas und das drohte uns für ewig aneinander zu ketten. Mit einem Schritt stand ich direkt vor ihr und funkelte sie an. „Raus mit der Sprache!“ In meinem Ärger merkte auch ich kaum, wie Nesrin sich zurückzog.

„Und es geht mich sehr wohl etwas an. Immerhin verhindert deine Sturheit, dass ich von hier weg komme!“ Ich tippte ihr, meinen Anschuldigungen folgend, auf das Brustbein. „Und ich habe nicht darin gebadet!“, fuhr ich sie an. Das wurde ja immer schöner. Jetzt verdrehte sie die Tatsachen komplett. „Ich bin abgerutscht und hinein gefallen. Und du kannst von Glück reden, dass es so war, weil die Wellen von dem Felsen dich sonst gegen die Wand geschleudert hätten!“ Ja, wenn ich es mir genau überlegte hatte sie sich noch immer nicht dafür bedankt, dass ich für sie den Schutzschild gespielt hatte. „Kein Wunder, dass die Göttinnen dich also gerne erziehen würden. Zumindest zu Höflichkeit!“ Ich wandte mich um und breitete die Arme aus. „Hört ihr, Göttinnen? Es tut ihr fast schon leid und ich verzeihe ihr, dass sie sich nicht bedankt hat! Es ist wirklich in Ordnung. Also kann ich jetzt gehen?“ In so einer Streit-Situation verschwendete ich keinen Gedanken daran, dass ich eben noch überlegt hatte dass es wohl nicht so schlimm wäre, länger an ihrer Seite zu sein.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 5:54 pm

'Gleich und gleich gesellt sich gern', so sagte man wenn man den Menschen Glauben schenken wollte, doch in diesem Augenblick wollte diese Bauernweisheit partout nicht greifen. Und auch Nesrin zeigte sich mehr und mehr verwundert, präsentierte tiefe Furchen unter dem locker gewebten Tuch. Ja, sie hatte die beiden ermutigt sich auf die Suche nach dem Kern dieses Spruchs zu machen, doch das war nicht gleichbedeutend, dass sie sich im Haus der Göttinnen vollkommen gehen lassen sollten. Noch unternahm sie nichts, doch es war ihr anzusehen, dass sie derlei nicht ewig dulden würde. Es blieb daher abzuwarten was sich zuerst erschöpfen würde - der Wille der beiden sich zu streiten oder die Geduld der Hohepriesterin.
Kaum hatte Ciaran seinen ersten Satz ausgesprochen, schon grätschte ihm die dornige Amazone dazwischen indem sie sagte: „Du musst wohl schwerhörig sein. Sie sagte 'euch' - das schließt dich und mich ein.“ Das änderte zwar rein gar nichts an der Tatsache, dass sie etwas zurückhielt und ihren Kopf rettete dies auch nicht aus der Schlinge aber er sollte ja nicht glauben, dass sie ihre Situation allein zu verantworten hatte. Dies zeigte sich auch wenige Momente später als er glaubte er würde sie mit einem simplen 'Raus mit der Sprache' umstimmen können. Weit gefehlt. Das einzige, was er damit erreichte war das unbegeisterte Zucken ihrer Mundwinkel. Schien es nur so oder hatte sie soeben ihre verschränkten Arme noch fester gefasst? Nein, mit solchen 'Freundlichkeiten' würde er nicht einen einzigen Schritt weiterkommen, allerdings hatte er jetzt einen Kurs eingeschlagen und war gewillt ihm auch weiter zu folgen - hinein ins Verderben.

Das machte es auch überhaupt nicht besser, dass er sich erdreistete sie anzutippen und es damit nötig machte, dass sie ihren Stand korrigierte. Dabei blieb es nicht, natürlich nicht, denn sie ließ die obere Hand ausscheren und nach der Hand des Lerchossohnes zu schlagen als sei diese eine lästige Fliege. Lästig war er ihr in diesem Augenblick, oh ja, das war er und sie war zornig! Unendlich zornig! Und sie war auch nicht gewillt ihm Wahrheiten anzuvertrauten, die ihr allein gehörten!
Sie wollte gerade etwas zu seinen Ausführungen sagen, dazu, dass er sie scheinbar davor bewahr hatte sich den Hals zu brechen - dass ich nicht lache! - aber da wandte sich Ciaran bereits an die beiden steinernen Göttinnen.
Jetzt war es Jaiva, die entschieden an ihn heranrückte und sich resolut an ihm vorbei drängte um sich ihm 'in den Weg zu stellen'. Eine solche Geste mochte zwar ohne Sinn sein, immerhin handelte es sich bei den grauen Frauen um nicht mehr als bearbeiteten Stein, doch dass er so zu den Göttinnen sprach, ging sogar ihr zu weit. Seit wann war sie eigentlich so gläubig geworden? ...ach egal!
„Lass das!“, fuhr sie nun ihn an und wenngleich sie ihm nicht den Blick auf die Göttinnen ganz und gar versperren konnte, so hatte diese Handlung einen symbolischen Wert. „Was hast du eigentlich immer mit deinem Dank?! Ich hab mich aufrichtig bei dir entschuldigt! Genügt dir das denn nicht? Muss ich erst deine Hand tätscheln und 'danke danke danke' säuseln bis du zufrieden bist? So läuft das vielleicht da wo du her kommst, aber hier ganz bestimmt nicht!“


Zuletzt von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 7:25 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Beitrag von Ciaran am Mo Jan 14, 2019 6:09 pm

Um ehrlich zu sein war mir völlig egal, was Nesrin genau gesagt hatte. Jaiva wand sich wie ein nasser Fisch. Sie hatte etwas zu verbergen und ich mutmaßte, dass sie sehr wohl wusste, dass das etwas mit unserer ganzen Misere zu tun hatte. Aber die sture Dornenprinzessin wollte das ja partout nicht einsehen! Zuerst schlug sie meine Hand weg - was mich nur zu einem kleinen Auflachen veranlasste, doch dann drängte sie sich auf dem schmalen Steg an mir vorbei - ohne Rücksicht auf Verluste. „Bist du jetzt vollkommen...?“ Ich machte einen Schritt zur Seite, um mein Gleichgewicht wieder zu finden und kam dabei gefährlich nahe an den Rand des Steges. Mein Fußrand berührte diesen schon, doch ich war geübt genug, um mein Gewicht schnell genug verlagern zu können und nicht im Wasser zu landen.
„Aufrichtig entschuldigt? Du? Das glaubst du ja wohl selbst nicht...“ Ja, jetzt tat ich ihr vielleicht ein bisschen Unrecht. Aber ihre Dickköpfigkeit brachte mich zum Kochen. Verstand sie denn nicht, dass es dabei nicht nur um sie ging? Nicht einmal nur um mich! Sie hatte ja keine Ahnung, wie die Dinge dort liefen, wo ich herkam! „Du könntest...“, setzte ich an, wollte einen Schritt vorwärts machen, doch in diesem Moment glitt irgendetwas zwischen meinen Füßen entlang. Etwas langes, schuppiges, zischendes. „Argh.“ Ich stolperte über die Schlange, der es an Nesrins Seite anscheinend zu langweilig geworden war und nun halfen mir auch meine guten Gleichgewichtssinne nicht weiter, denn mein Fuß rutschte von der Seite des Steges ab. Ich versuchte mich noch zu drehen und dem unvermeidlichen Unheil so zu entgehen, doch da stand Jaiva, die sich ja unbedingt so dicht an mir hatte vorbeidrängeln müssen. Ich prallte gegen sie und wusste in dem Moment wie es enden würde, als meine weit aufgerissenen Augen ihre trafen. Kurz darauf schlug das warme Wasser des Zeremonie-Beckens über meinem Kopf zusammen.
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Beitrag von Jaiva am Mo Jan 14, 2019 7:59 pm

Kaum da Jaiva auf der anderen Seite des jungen Mannes angekommen war und ihm die Sicht auf die beiden Göttinnen 'versperrt' hatte, fasste sie ihre Arme wieder fester und beobachtete ihn mit einer gewissen Genugtuung wie er reagieren musste um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Es spielte dabei eine untergeordnete Rolle, dass er nicht ins Wasser stürzte, viel mehr gefiel es ihr, dass er überhaupt etwas tun musste und daher in seiner derzeitigen Haltung gestört wurde. Er kam ihr ohnehin viel zu selbstgefällig vor! Selbstverständlich fing er sich rasch und noch sehr viel schneller war er mit harschen Worten zur Stelle, doch einzig und allein ihre Mundwinkel zuckten ungnädig dabei wenngleich er das entscheidende Wort unausgesprochen ließ. Übergeschnappt? Bescheuert? Irgendetwas in der Art wäre es wohl geworden. Sie brauchte nicht erst in ihn hineinzuhorchen um zu wissen, dass er gerade nicht allzu freundlich von ihr dachte.

Noch einen halben Herzschlag lang erfreute sich die dornige Amazone daran eine stille Form des Protests gefunden zu haben, doch dann sagte er etwas, was sie dazu brachte ihre Lippen zu einem erschütterten Ausdruck zu verziehen. Das hatte gesessen! Er konnte es an dem Echo spüren, das er von ihr empfing. Zweifelte er gerade an ihrer Aufrichtigkeit?! Da fehlten ihr die Worte und das äußerte sich auch dahingehend, dass sich ihre Wangen hitzig verfärbten und sie schnappte: „D-as... das nimmst du zurück!“
Doch ob er sich einsichtig gezeigt hätte oder wenigstens den Anstand besessen sich seiner Worte zu schämen, sollte ein Geheimnis bleiben, denn da kam die Schlange heran, schmiegte sich nahe an den blanken Knöcheln ihres Fußgelenks entlang und wurde alsbald zu einer verhängnisvollen Stolperfalle. Auge in Auge standen sie sich ein Mal mehr - zweifaches Grün und tiefes Violett; Smaragde und Amethysten. Die Erkenntnis weit aufgerissener Augen; Hände, die versuchten das Unvermeidliche zu verhindern, doch dann platschte es und die beiden Streitenden erfuhren das, was man in der Grünen Hölle eine Abkühlung nannte wenngleich das Wasser in gewisser Weise warm war. Für einen Moment wirbelten Jaivas Gedanken in- und übereinander; sie dachte daran, dass Nesrin ihre Finger im Spiel haben musste immerhin war die Schlange... Moment, war das ihre Absicht gewesen? Zu allem Überfluss verhedderte sich die dornige Amazone mit dem Dornenauswuchs ihrer linken Hand an einer sich unter Wasser blähenden Tuchbahn und fluchte ungeniert in ihrer Muttersprache. Die Schlange indes glitt ein Mal um die Plattform herum und wandte sich alsbald wieder dem Steg zu um in aller Gemächlichkeit zur Hohepriesterin zurückzukehren.
War dies das Ende dieses Streits? Mit nichten! Er hatte gerade erst angefangen, denn Jaiva fuhr Ciaran an: „Schau was du gemacht hast! Blödmann!“ Dabei pitschte sie ihm einen Schwall Wasser entgegen.

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Beitrag von Ciaran am Di Jan 15, 2019 9:01 am

Ich brodelte. Und hätte ich eine andere magische Begabung besessen, so war ich mir sicher, würde das Wasser um mich herum nun ebenfalls zu kochen anfangen. Doch vielleicht war es so besser. Gerade war ich gewillt meinen Ärger vorerst hinunter zu schlucken, Jaiva zu helfen sich aus dem Tuch, das sie gefangen hielt zu befreien und zuzusehen, dass wir wieder ins Trockene kamen, als die Amazone schon wieder zu schimpfen begann. Ich erstarrte mitten in der Bewegung und zog meine Hände zurück. „Ich?“, fragte ich mit einer Mischung aus Unglaube und Empörung. „Du musstest dich doch vorbei drängeln!“ Doch im gleichen Moment traf mich auch schon ein Schwall Wasser. Ich verzog das Gesicht und begann zu husten.

„Gehts noch? Du benimmst dich wie ein Kleinkind!“ Diese Erkenntnis hielt mich jedoch nicht davon ab, ihr nun meinerseits zwei Handvoll Wasser ins Gesicht zu spitzen. Wer auch immer von sich gegeben haben mochte, dass Einsicht der erste Schritt zur Besserung sei, hatte vermutlich nichts mit uns beiden zu tun gehabt. Und egal wie Jaiva auf die erneute Attacke reagieren würde - mindestens einen Versuch ihr Wasser ins Gesicht zu befördern oder ihren Kopf unterzutauchen würde es noch geben, ganz ungeachtet der heiligen Stätte. Denn: Es machte einfach Spaß wie sich nun auch an dem Grinsen auf meinem Gesicht erkennen ließ. Wenn das nur nicht alles so verwirrend gewesen wäre!
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Beitrag von Jaiva am Di Jan 15, 2019 9:39 am

Waren die beiden albern? - Ja.
Irritierten sie die Hohepriesterin? - Und wie!
War dieses Verhalten vollkommen fehl am Platze bei den Problemen, die sie ohnehin schon hatten? - Auf jeden Fall.
War es frevelhaft im Zeremonienbecken eines Tempelheiligtums zu… planschen? - Zweifellos!

…aber einerseits war Jaiva weder das, was man eine Vorzeigetocher nannte, noch war dies eine normal zu nennende Situation, daher war es keinesfalls überraschend, dass sie sich ohne einen Wimpernschlag des Zögerns auf dieses Spiel einließ. Zwei Wogen spritzenden Wassers waren die Antwort auf die eine, die sie Ciaran entgegen geschleudert hatte und so blinzelte sie nun für einen Moment ungläubig vor sich hin während ihr Bahnen fließenden Wassers über Gesicht und Haar liefen, doch dann ging sie mit einem Amazonenkampfschrei zum Angriff über! Sie hatte nur ein Mal gespritzt; aber er hatte natürlich wieder einmal übertreiben müssen! Da konnte es nur eine mögliche Antwort geben und die lautete: untertauchen! Genauer gesagt: den unverschämten Mann untertauchen!
So entstand plötzlich ein ganz und gar der Situation unangemessenes Rangeln im ach so heiligen Zeremonienbecken, bei dem sich weder Jaiva noch Ciaran etwas schenkten. Eine Ausnahme gab es jedoch: die dornige Amazone war sehr vorsichtig wenn es darum ging ‚handgreiflich‘ zu werden, denn sie wollte ihn nicht verletzen, nur… ach, sie wusste auch nicht recht, ihm ein wenig zusetzen? Ihn ärgern? Es war kindisch, fürwahr, aber irgendwie zupfte hartnäckig ein Grinsen an ihren Mundwinkeln, das selbst dann noch ein paar Herzschläge länger zu bestehen wusste als sich Nesrin zu Wort meldete und die beiden ‚Kinder‘ zur Räson rief.
„Genug jetzt!“, rollte es über ihre zerfurchten Lippen und ein Blick in Richtung der Hohepriesterin ließ wenigstens Jaiva ein weeeenig kleinlaut werden, besonders da es nicht bei diesen beiden in aller Entschiedenheit hervorgebrachten Worten bleiben sollte. „Dies ist kein Flussbecken, in dem nach Herzenslust gespielt werden kann! Dies ist ein Ort der Göttinnen. Jaiva, was ist nur in dich gefahren?“ Eben jene hatte den Anstand zu erröten und sich auf die Lippen zu beißen und war bereits im Inbegriff dessen auf den Steg zu klettern als die alte Amazone die beiden hieß genau dies zu tun: Bei den Göttinnen aus dem Becken herauszukommen!

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