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Amazonenlegenden

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Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Beitrag von Jaiva am Do Feb 07, 2019 8:21 am

Wieder einmal hatte sie zu viel gesagt. Jaiva spürte es und sie hätte sich am liebsten dafür geohrfeigt, denn wenngleich Ciaran vielleicht glauben mochte sie mache das mit Absicht oder ihr gefielen diese unnützen Streitereien, dann täuschte er sich. Es mochte zwar lächerlich wirken, doch eigentlich wollte sie wirklich versuchen so lange mit ihm auszukommen wie es eben nötig war; aber irgendwie... war das gar nicht so einfach. Woran das lag? Sie hätte es nicht zu sagen gewusst, doch glaubte sie, dass es das Zusammenspiel vieler Faktoren war - er war ein Mann und die Lehren ihres Volkes hatten kein gutes Wort über diese verloren. Und ihr, die diese all die Jahre verinnerlicht hatte, fiel es unsagbar schwer sich dem Einfluss dieser gefestigten Vorurteile zu entziehen. Es war aber auch schwierig mit ihm! Manchmal hatte sie das Gefühl sie hielte ein rohes Ei in Händen und nur ein falsches Wort genügte um die Facetten, die auf den ersten Blick verborgen waren, hervorzulocken. Inzwischen war es nicht mehr so, dass sie glaubte er wäre durch und durch verdorben, doch manchmal schimmerte etwas durch, das an dunkle Abgründe gemahnte. In diesen Abgründen schlummerte eine Grausamkeit, die sie bislang nur aus den Augenwinkeln erhascht hatte. Es ängstigte sie nicht, immerhin war sie eine Amazone und hätte eigentlich sehr viel mehr davon erwartet, doch es machte sie... wachsam. Misstrauisch.
Genauso misstrauisch beäugte sie ihn just in diesem Augenblick. Wie schon manches mal zuvor verstand sie nicht alles was er sagte - was war bitteschön rumzicken? -, doch anhand seiner Stimmung konnte sie erahnen, dass das nichts allzu Nettes war. Wieder kräuselten sich ihre Lippen auf mürrische Art und Weise.

Sie schnaubte. „Ist das so bei den Menschen? Dass man zum Tempel gehen kann und die Hohepriesterin stören darf ganz wie es einem beliebt?“ Noch einmal atmete sie durch, versuchte es wirklich ruhig zu bleiben auch wenn das alles andere als leicht war. „Hier ist das nicht so. Vielleicht kommen Amazonen hier her, ja, aber dann nur in die Halle der Göttinnen. Gerade die inneren Räume gehören ganz allein der Hohepriesterin und ihrer Schülerin. Da kommt niemand sonst hin. Nirgendwo im Dorf könnten wir uns besser verstecken. Überlass solche Dinge einfach mir. Ich sag dir doch auch nicht wie du-“ sie wedelte mit einer Hand durch die Luft, auf der Suche nach einem guten Beispiel „- wie du den Wind rufen musst.“
Das war immerhin besser als das Argument mit den Göttinnen, das natürlich nicht einmal einen halben Herzschlag lang funktioniert hatte. Bei diesem Gedanken murmelte sie lediglich ein kaum verständliches: „Der Wille der Göttinnen ist unergründlich.“ Diese Worte schienen wohl mehr an sie selbst gerichtet zu sein auch wenn sie nicht auf Ferus gesprochen hatte. Es war ihr nicht einmal aufgefallen.
Jetzt schüttelte sie langsam ihren Kopf. Ihr stand nicht mehr der Sinn danach sich mit Ciaran auseinanderzusetzen.
„Kannst du nicht einfach mal... keine Ahnung... ein bisschen nett sein?“, fragte sie ihn und ließ ihren Blick zu ihm hinflattern. „Nur ein bisschen.“ Ein Mann und nett. Irgendwie glaubte sie ja selbst nicht so recht was sie da sagte aber sie war abgekämpft und erschöpft, da konnte sich ein solcher Gedanke durchaus mal einschleichen.

„Da müssen wir durch“, schob sie noch hinterher und deutete nachlässig in Richtung der verschiebbaren Wand. Davon würden sie mehrere durchqueren müssen - ein wahres Labyrinth, das Jaiva bestens zu kennen schien.
Wie war das? Das Innere des Tempels war nur für die Hohepriesterin und ihre Schülerin vorbehalten?

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Beitrag von Ciaran am Do Feb 07, 2019 9:31 pm

Ich warf einen Seitenblick auf Jaiva, als sie an mir vorbei trat, um den Weg zu weisen. Forschend beobachtete ich sie und ihre Mimik. Konnte es sein, dass sie so etwas wie Bedauern verspürte - trotz ihrer Worte, die ein ums andere Mal betonten wie schrecklich Männer - und besonders ich - waren? Oder war das mein Wunschdenken? Warum überhaupt Wunsch? Wünschte ich mir das? Miteinander auszukommen wäre auf jeden Fall nicht das Verkehrteste, wenn ich ehrlich war. Doch war das überhaupt möglich? Ich spürte ihr vorsichtiges Misstrauen und konnte mir denken, was es bedeutete. Hatte ich zu viel gesagt?
Ich schwieg einen Moment und grübelte. Wie war es bei den Menschen? Woher sollte ich das denn wissen? Das war etwas, das mich nie besonders interessiert hatte. „Es kommt drauf an, wo du bist“, erwiderte ich schließlich allgemein. „Aber ja, Menschen gehen zu Tempeln, um Rat zu suchen. Und in kleinen Tempeln dürfen sie unter Umständen auch eintreten.“ Und diesen Tempel hier - so groß er auch in dem kleinen Dorf erscheinen mochte - stempelte ich als klein ab. Er war nichts gegen die Festung, in der ich aufgewachsen war. Und das Dorf war nichts gegen die Städte, die ich gesehen hatte. Da musste es doch familiär hier zugehen, oder? Jaiva verneinte es und ich seufzte. „Schon gut, schon gut. Du musst es ja wissen.“ Ich hatte wirklich keine Lust mehr zu streiten oder mir Worte im Mund herumdrehen zu lassen. Ich horchte bei ihren Worten auf. Nett? War ich doch zu ihr. Im Vergleich zu sonst... „Dann sei doch auch mal nett“, gab ich nur halbherzig zurück. Was bedeutete schon ‚nett‘? Wir hatten uns nicht gegenseitig umgebracht und uns sogar ein wenig geholfen. Was erwartete sie denn noch mehr? Wir verließen den Raum, traten in einen Korridor und bald darauf durch noch eine dieser verschiebbaren Wände. Es war wirklich fast wie ein Labyrinth. „Du kennst dich gut hier aus“, murmelte ich anerkennend. „Aber sag... wo ist denn diese Schülerin? Nicht dass wir ihr über den Weg laufen, bevor Nesrin mit ihr gesprochen hat. Sonst verpfeift sie uns vieleicht.“ Mein Blick glitt suchend durch jeden neuen Abschnitt des Tempels, den wir betraten, doch außer uns schien wirklich niemand hier zu sein. „Bist du oft hier im Tempel?“, fragte ich neugierig weiter nach, als wir durch die letzte Öffnung traten.
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Beitrag von Jaiva am Fr Feb 08, 2019 6:48 am

„Wenn du nett zu mir bist, bin ich nett zu dir“, erklärte sie ihm schmallippig und im starken Kontrast zu den gewählten Worten standen ihre argwöhnisch geschmälerten Augen, die ihm direkt entgegenblitzten. Ein unbeteiligter Beobachter wäre gewiss amüsiert gewesen, doch nach wie vor waren sie allein.

Schneller als erwartet gingen die beiden so unterschiedlichen Zeitgenossen los, ließen den großen Nebenraum hinter sich und Jaiva führte Ciaran mit schlafwandlerischer Sicherheit durch die Eingeweide des Tempels. Nicht immer war ersichtlich wohin man als nächstes gehen musste und die Gänge wiesen frappierende Ähnlichkeiten zueinander auf wenngleich sich hier und dort aus Holz geschnitzte Statuetten fanden, die man mit viel Phantasie als schön bezeichnet hätte. Sie wirkten bestenfalls obskur, wiesen verfremdete Gesichtszüge und Gliedmaße auf und erinnerten stellenweise mehr an Halbwesen anstatt Nachbildung humanoider Wesenheiten.
Als dann ein Lob an ihr Ohr drang, blinzelte sie überrascht zu ihm hin und wertete dies als einen Versuch 'nett zu sein'.
Na also. Geht doch, empfand sie und bemühte sich ihren Denkapparat wenigstens dies eine Mal daran zu hindern nach unausgesprochen Spitzen zu suchen. Es gelang ihr diese Gedanken wenigstens lange genug zurückzuhalten bis sie Ciarans Frage erreichte.
„Calla?“, fragte sie obwohl sie das natürlich besser wusste als der unfreiwillig an sie gebundene Mann. Sie schüttelte den Kopf und da war sie wieder, die Woge aus Bedauern und Schuldgefühlen. „Mh, nein. Sie ist derzeit... ... mit anderen Dingen beschäftigt“, meinte sie ausweichend. „Daher wird sie uns auch nicht verpfeifen können.“

Weitere Schritte, weitere Korridore - ein neuer Raum schloss sich an diese an, verwinkelt, düster und es roch nach Pflanzen und frischer Luft. Das war es auch, was es zu sehen gab: Schlingpflanzen, die sich diesen Teil des Tempels zurückerobert hatten und sich um Wände und so sehr um Säulen geschlungen hatten, dass die darin eingearbeiteten Gesichter und Köpfe nur teilweise aus dem grünen Dickicht hervor traten. Das Plätschern von Wasser erfüllte den Raum und hier und da tröpfelte es aus moosigem Bewuchs, der der Nässe wegen wie ein strähniger Bart eines alten Mannes anmutete, doch irgendwo in Decke und Wänden musste es kleine Schächte geben, die es dem Wasser erlaubten hier hinein zu fließen. Auf dem Boden indes waren Vertiefungen auszumachen, die wiederum zu in Ecken befindlichen Abläufen führten, in diesen wiederum lauerte die Schwärze einer ungewissen Tiefe. Stand mal erst einmal hier drin, bemerkte man erst, dass der Raum gemessen an anderen hier recht überschaubarer Größe war. Es gab auch Wasserbecken, in die man hinein klettern konnte und die für das wenige Licht verantwortlich waren. Die darin in einer geisterhaften Strömung wiegenden Unterwasserpflanzen gaben ein schummriges Licht von sich und eben jenes war es auch, das Jaivas Gesicht beleuchtete als sie auf seine nächste Frage hin sagte: „Nicht mehr.“
Und wenngleich er spüren konnte, dass sie nicht gewillt war mehr darüber zu erzählen, deutete sie zu einer Säule hin an der eine Pflanze wuchs, deren Blätter entfernt an Bröselkraut erinnerten, ihren nachfolgenden Worten nach aber anders benutzt wurde - man zerkaute die Blätter anstatt eine Knolle zu zerreiben. Auch der minzige Geschmack würde auf sich warten lassen.
„Gebadet haben wir ja schon“, wiederholte sie noch einmal seinen Scherz um zu verdeutlichen welchem Zweck diese Räumlichkeit diente. Wo er sich erleichtern konnte, sagte sie ihm nicht, sollte er jedoch suchende Blicke umher schweifen lassen, deutete sie diskret in eine Ecke, in der eines dieser Löcher zu finden war, groß genug um darüber zu stehen und dem Ruf der Natur zu folgen.

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Beitrag von Ciaran am Sa Feb 09, 2019 9:42 pm

Meine Augen wurden etwas schmaler, als Jaiva den Namen der Schülerin Nesrins aussprach. Ich mochte nicht zu denjenigen zählen, die Frauen - oder Amazonen - am besten verstanden, aber Unwahrheiten oder verborgene Dinge erkannte ich ziemlich gut. Und das erst Recht, wenn mich die damit verbundenen Schuldgefühle regelrecht ansprangen. Was war das schon wieder für eine Geschichte? Ihre Geliebte hatte doch einen anderen Namen gehabt... ob es trotzdem etwas miteinander zu tun hatte? Ich überlegte einen Moment, denn eigentlich stand mir der Sinn nicht nach einer weiteren Diskussion, aber ob ich es nun wollte oder nicht, Neugierde war nun einmal ein Teil meiner Seele. Trotzdem beschloss ich zunächst zu schweigen und konzentrierte mich lieber auf unsere Umgebung. Es war schon interessant zu sehen was die Amazonen alles erbaut hatten - anscheinend so ganz ohne Männerhand, auch wenn mir vieles sehr einfach und auch primitiv vorkam. Andererseits schienen sie auf einige Dinge auch einfach keinen Wert zu legen, die bei den Menschen jedoch wichtig waren. Dass sie nicht in der Lage sein sollten Dinge zu fertigen, die andere Völker vollbrachten, konnte ich mir nicht bis ins letzte vorstellen. Dazu waren andere Sachen, die ich hier gesehen und entdeckt hatte, schon zu beeindruckend gewesen.

Und genau dieser Eindruck bestätigte sich einmal mehr, als wir in einen innen gelegenen Garten traten. Pflanzen bedeckten Teile der Wände und schienen ehemals kunstvoll verzierte Säulen in ihrer grünen Umarmung zu ersticken. Kleine Wasserläufe suchten sich ihren Weg von der Decke bis zum Moosbewachsenen Boden. Ich sah mich staunend um. „Ist das Absicht oder hatte Nesrin zu viel zu tun, um hier Unkraut zu jäten?“ Meine Worte mochten nicht sehr respektvoll gewählt sein, doch Jaiva konnte spüren, dass mich dieser Raum hier beeindruckte und ich das nur zu verbergen suchte.

Ich machte ein paar Schritte vorwärts, den Blick auf die schimmernden Pflanzen gerichtet, die sich unter der sich leicht kräuselnden Wasseroberfläche bewegten. „Was...ist das?“ Ich hockte mich an den Rand des Beckens und streckte die Hand aus bis meine Fingerspitzen das kühle Nass berührten. „Ist das...giftig?“, fragte ich und streckte mich ohne auf die Antwort zu warten weiter nach dem schimmernden Etwas. Es war...schön. Eines der Wunder dieser Welt. Ich war versucht vorzuschlagen ob wir nicht doch noch einmal baden gehen wollten, denn die Pflanzen wollte ich zu gerne aus der Nähe sehen, erreichte sie jedoch nicht ganz, wenn ich mich nicht unvernünftig weit vorlehnte. Dennoch warf ich ihr nun wieder einen Seitenblick zu. Sie bedauerte es. Wie so einiges anscheinend. Mit einem Nicken nahm ich ihre Geste in Richtung des Zahnputzkrautes zur Kenntnis und als mein Blick darauf suchend durch den Raum glitt entdeckte ich mit ihrer Hilfe auch das, was Amazonen anscheinend unter einer Toilette verstanden. Ich sah sie etwas skeptisch an. „Na dann...“ Mit einem etwas wehmütigen Gefühl erhob ich mich - nicht ohne noch einen letzten Blick auf die leuchtenden Pflanzen zu werfen. Vielleicht war das mein dunkelelfisches Erbe, das mich zu diesem leuchtenden Anblick hinzog.

Mein Blick schweifte kurz zwischen Loch im Boden und dem Kraut hin und her. Ich beschloss das Unvermeidbare noch etwas vor mir her zu schieben und stopfte mir zuerst eine Handvoll Blätter in den Mund und begann zu kauen. Es war, wie Jaiva gesagt hatte und schon bald hatte ich nicht nur einen angenehm frischen Geschmack im Mund, sondern auch einen rasch anwachsenden Schaum. „U-und wo...?“ Ich hatte tatsächlich ein wenig Mühe mit so vollem Mund zu sprechen. Nur wo sollte man das ganze Zeug jetzt lassen? Einfach auf den Boden spucken? Wäre ich alleine, wäre mir das ja vollkommen egal, aber... Ich hoffte, Jaiva beeilte sich mit einer Antwort, denn so langsam wurde es auch ganz schön scharf auf der Zunge. Aber meine Zähne und mein Mund fühlten sich tatsächlich frischer an. Mein Blick glitt noch einmal zu dem Loch hinüber. Wie weit konnten Jaiva und ich uns noch einmal von einander entfernen? Vermutlich nicht weit genug, um eine dieser Wände zwischen uns zu wissen. Aber das war schließlich nicht alleine mein Problem. Auch wenn es sich verdammt danach anfühlte. Es war bei weitem nicht so, als hätte ich noch nie einen Raum mit anderen geteilt, wenig Platz für mich alleine gehabt oder Privatsphäre auf ein Minimum reduziert gehabt. So war das schließlich, wenn ein Trupp auf dem Weg zu einem Überfall war. Aber nie war ich in meiner Freiheit dermaßen eingeschränkt gewesen. Und nie... war eine Frau dabei gewesen. Und schon gar keine, die so ein schlechtes Bild vom anderen Geschlecht hatte. Ich seufzte lautlos.
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Beitrag von Jaiva am Mo Feb 11, 2019 8:11 am

„Sei nicht albern“, gab Jaiva Ciaran zur Antwort, doch genauso wie er sich seine Faszination nicht anmerken lassen wollte und doch des Bandes wegen scheitern musste, konnte er spüren wie sanft ihre inneren Wogen waren. Sie mochte ihn den Worten nach ‚schelten‘, doch entsprach dies nicht einmal ansatzweise der Wahrheit - er konnte es auch hören, denn ihr Tonfall klang alles andere als zornig.
„Wie soll sie das denn machen? Sie ist blind“, murmelte sie und klang dabei in mildester Weise mürrisch. Ihren Blick ließ sie ebenfalls durch den Raum schweifen, den sie früher täglich aufgesucht und ihre Freude daran gehabt hatte. Es war wirklich schön hier. Und so ruhig.
Ja, hier war man sicher, vor allem vor Blicken ungnädiger Augen.

Als sich jedoch der Lerchossohn vorwärts bewegte, hefteten sich ihre Blicke auf seinen Hinterkopf. Es wäre eine unverschämte Lüge gewesen hätte sie behauptet es interessiere sie nicht was seine Aufmerksamkeit dermaßen zu fesseln wusste.
„Das sind Sonne-die-im-Dunklen-scheint“, sagte sie ihm und zog dabei die Schultern hoch während sie einen entschuldigenden Gesichtsausdruck auflegte. Für manche Ausdrücke ihrer Muttersprache fielen ihr keine Übersetzungen ein oder wollten ihr jetzt viel mehr nicht mehr einfallen seit der Sache mit den ‚Affen und Schatten‘ und den ‚Zähnen‘. Dieses Mal ließ sie es einfach so stehen. Dennoch konnte sie sich ein leises Glucksen nicht verkneifen wenngleich sie etwas von Ciaran auffing, das sich weich anfühlte und in starkem Kontrast zu den düsteren Wogen stand, die sie das eine oder andere Mal aufgefangen hatte. „Was glaubst du denn? Giftige Pflanzen im Wasser sind ziemlich unpraktisch wenn man sich darin waschen will oder was meinst du?“
Ein nachlässiges Kopfschütteln rundete nicht nur ihre Worte ab sondern machte das Offensichtliche sichtbar: die Pflanzen waren unbedenklich. Ein feines Lächeln nistete dabei in ihren Mundwinkeln ehe auch sie sich eine kleine Menge des Krauts von der Wand zupfte und sorgfältig zerkaute.
Je länger man sich damit beschäftigte, desto mehr breitete sich ein scharfer Geschmack auf der Zunge aus und das, was sich mit Speichel vermengt hatte, wurde nach und nach sämig; von der Konsistenz her beinahe wie eine Paste. Jaiva streckte im Zuge dessen ihre Hand in einen von der Decke plätschernden Wasserstrahl und nahm die in ihrer Handinnenfläche aufgefangene Menge ebenfalls in ihrem Mund auf. So wanderte die Masse leichter von einer Seite zur anderen, durch die Zahnzwischenräume hindurch und gerade als sie sich des Mundinhalts entledigen wollte, wurde bereits eine entsprechende Frage laut. Wie hätte es auch anders sein können. Sie machte es ihm vor, spuckte dabei nicht einfach irgendwo hin, sondern in eine der in den Steinboden eingearbeiteten Rinnen, in denen sich das Wasser bis zu den Abläufen bewegte. So wurde einfach alles weggespült, was hier nichts zu suchen hatte.
Sobald das getan war, hielt sie noch einmal ihre Hand in den Wasserstrahl, spülte nach und wusch sich trotz der beiden Planschereien des Tages noch einmal das Gesicht. Auch um noch etwas Zeit zu gewinnen und ihre Blicke durch die Zwischenräume ihrer Finger zu Ciaran hin gleiten zu lassen. Sie wussten beide, dass sie ihre Blasen vor dem Schlafen leeren mussten, doch das vor dem anderen zu tun war nicht unbedingt das, was die dornige Amazone eine verlockende Aussicht genannt hätte.

„Was ist jetzt? Muss ich dir das jetzt auch noch vormachen?“, raunte sie. Es war immer gut wenn man eigene Unsicherheiten hinter forschen Worten verbergen konnte, doch die unumstößliche Wahrheit war eine andere. Als ob sich eine Amazone geniert hätte dem Ruf der Natur zu folgen… Niemals!

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Amazonenlegenden - Seite 15 Empty Re: Amazonenlegenden

Beitrag von Ciaran am Di Feb 12, 2019 7:16 am

Ich hatte den Mund noch immer voller Zahnputzblätterschaum und kämpfte mit der ständig mehr werdenden Masse, als Jaiva endlich zeigte wie man es entsorgte. Ich tat es ihr gleich, atmete durch und genoss für einen Augenblick einfach nur das frische Gefühl im Mund. Auch das Wasser schmeckte gut, viel besser als in Letum. Frischer. Lebendiger. Auch wenn ich mir ebenso gut vorstellen konnte, dass das Wasser hier unten bereits ein paar Tage gestanden hatte, ehe es sich durch die winzigen Rinnen in diesen Raum hier verirrte. Vielleicht war es aber immer gut genug in Bewegung. Zu gerne wäre ich hinauf geklettert und hätte mir das System, das die Becken hier speiste, einmal genauer angeschaut. Aber das war jetzt weder die richtige Zeit noch der richtige Umstand. Dennoch huschte mein Blick kurz noch einmal zu den unter der Wasseroberfläche schimmernden Pflanzen hinüber, während ich ihren fremdländischen Namen in meinem Kopf drehte und wendete. Ich tat es Jaiva gleich und spritzte mir noch etwas von dem kühlen Nass ins Gesicht und in den Nacken. „Ich weiß“, grummelte ich auf ihre Worte hin. Als könnten einem die trüben Augen wirklich entgehen! „Aber sie... kommt scheinbar gut damit zurecht. Sie... wirkt nicht wie jemand der blind ist. Nicht... schwach. Hilfsbedürftig. Du weißt schon.“ Nun konnte man echten Respekt in meiner Stimme hören. Bisher hatte ich immer gedacht jemand der sein Augenlicht verlor sei von morgens bis abends auf Hilfe anderer angewiesen, könnte nichts alleine tun und sei von da an zur Nutzlosigkeit verdammt. In den Augen eines Dunkelelfen keine lebenswerte Existenz mehr. Aber da war ich schnell eines Besseren belehrt worden. Sie wirkte auch alles andere als unzufrieden. Das war beachtlich für so eine alte Frau und rang mir schon eine gewisse Bewunderung ab.

Ich wischte mir mit dem Ärmel über das Gesicht, um es wieder zu trocknen. Dann warf ich einen nachdenklichen Blick in Jaivas Richtung. „Das kommt immer darauf an, was du mit dem Wasser vor hast...“, erwiderte ich leise. Vielleicht war es ein dummer Kommentar. Wahrscheinlich sogar, denn er würde in Jaiva vermutlich wieder dieses wachsame Misstrauen hervorrufen. Aber ich mochte ebenso wenig, dass sie mich für dumm hielt. „Außerdem können Gifte für den einen gefährlich sein und für den anderen nicht. Man kann sich an sie gewöhnen.“ Für einen Moment glitt mein Blick in eine weit zurückliegende Ferne und ich strich gedankenverloren über meinen Handrücken. Wie viele Nadelstiche, wie viele Konzentrationen waren es gewesen, bevor ich mich an den jeweiligen Ursprung des Giftes hatte wagen können? Wie oft hatte ich mich beinahe zu krank gefühlt, um mich zum Unterricht zu schleppen? Und wie oft war ich vor diesen ganzen Strapazen nur allzu knapp dem Tod entronnen? Nie würde ich die geschockten Gesichter derjenigen vergessen, die mich hatten vergiften wollen, wenn ich am nächsten Tag dennoch in die große Halle trat - scheinbar putzmunter, auch wenn sie doch genau gesehen hatten, wie ich ihre zubereitete Tinktur geschluckt hatte - im Wein, im Essen, im Wasser. Ein trauriges Lächeln stahl sich auf meine Lippen. Ich blinzelte, schüttelte sachte den Kopf und kehrte schnell ins hier und jetzt zurück.
Letum hatte tatsächlich nicht viel mit diesem Ort hier gemein. „Und wenn ich darauf bestehe?“ Ein neckender Unterton hatte sich in meine Worte geschlichen und das eben noch traurige Lächeln bekam einen spitzbübischen Anstrich. Es schien sich tatsächlich zu einem meiner liebsten Zeitvertreibe zu entwickeln auszutesten wie weit ich bei Jaiva gehen konnte. Und für einen Moment überlegte ich, ob ich sie noch weiter reizen sollte, doch dann entschied ich mich der Nachtruhe wegen dagegen, wandte ihr den Rücken zu und begann ein wenig im Raum herum zu wandern wobei ich sachte austestete wie weit ich mich von ihr entfernen konnte ohne dass es allzu unangenehm wurde. Und hoffte dabei, dass sie wenigstens einen Hauch von Privatsphäre empfand. Unser Los war wirklich nicht gerade das leichteste. Wenn sie fertig sein würde, würde ich hoffen, dass sie mir das gleiche zugestand und mich beeilen, um den unangenehmen Teil endlich hinter uns zu bringen. Obwohl... folgte der nicht erst noch?

„Jaiva?“, fragte ich also, als so weit alles erledigt war. „Du sagtest du wolltest nicht mit mir in einem Raum schlafen...Wo... finden wir also einen Dritten, wenn diese Schülerin nicht hier ist und sonst auch niemand außer Nesrin?“ Die anscheinend nicht vor hatte sich ihre Nachtruhe von uns stören zu lassen. Kluge Frau, musste ich neidlos zugestehen. „Und willst du wirklich einen Mann mit zwei Amazonen in einem Raum schlafen lassen?“ Nun konnte ich mir ein kleines Lachen wieder nicht verkneifen. Wenn sie gewusst hätte... Erneut schüttelte ich leicht den Kopf. Hofften wir, dass sie es nie herausfinden musste wie töricht diese Vorstellung von Sicherheit war, wenn es sich beim Gegenüber um einen Dunkelelfen vom Schlage meiner Brüder handelte.
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Beitrag von Jaiva am Mi Feb 13, 2019 10:17 am

Das, was Ciaran über Nesrin zu sagen wusste, entsprach ganz und gar ihren eigenen Gedanken, Annahmen und Vermutungen, denn so selbstverständlich wie sie sich durch den Tempel bewegte, wollte gar nicht erst der Gedanke an eine Blinde aufkommen. Jaiva hätte damit argumentieren können, dass die Hohepriesterin über die Jahre das Gebäude mit all seinen Räumlichkeiten und den darin befindlichen Tücken so körperlich wahrnahm wie sich selbst; aber das ließ sie bleiben. Stattdessen stimmte sie dem Lerchossohn zur Abwechslung mit einem nachdenklichen Tonfall, der hervorragend zu ihrem in Nachdenklichkeit getauchten Gesicht passte, zu.
„Ja, ich weiß“, sagte sie, doch mehr nicht. Einzig und allein ein Seitenblick flatterte zu dem jungen Mann hin. Sie hätte noch so viel mehr dazu zu sagen gewusst.

Doch erst seine Worte zu dem leuchtenden Wasser hin ließen sie wieder aufmerken, lösten sie aus ihren Überlegungen und lenkten ihre Aufmerksamkeit zu ihm hin. Etwas an seinen Worten störte sie auch wenn sie nicht genau sagen konnte was das war. Nicht sofort, doch Ciaran ließ keinen Zweifel an seinen Worten und so schlich sich ein Mal mehr ein sinnierend-abschätziger Ausdruck in ihren Blick, der mit ihrem sichtbar gemachten Misstrauen wunderbar harmonierte. Das war nicht das erste Mal, dass er von Gift gesprochen oder es sogar zum Einsatz gebracht hatte und so kam sie nicht umhin ein paar Gedanken an das Leben zu verschwenden, das er gelebt hatte bevor er hier her, in die Grüne Hölle, gekommen war. Sie beobachtete ihn schweigend, verharrte still und reglos und sagte auch nachdem er den Kopf geschüttelt – seine Erinnerungen abgeschüttelt – hatte nichts. Er konnte allerdings spüren, dass solche Worte nicht unbedingt dafür sorgten, dass die dornige Amazone ihm auch nur ansatzweise wohlwollend entgegenblickte, nein, zu einer entspannten Atmosphäre trugen solche Einwürfe nicht bei.
Diesem Versäumnis schien er jedoch nur einen Herzschlag später nachkommen zu wollen indem er sich neckender Worte bediente und schließlich kam es wie es kommen musste – natürlich war sie es, die sich zuerst die Blöße geben musste, doch wenn er jetzt meinte, dass sie weiter herumdruckste oder Ausreden fand warum sie doch nicht dem Ruf der Natur folgen sollte, so hatte er sich geschnitten. Jaiva war noch immer eine Amazone und war stolz und unbeugsam... und noch dazu alles andere als verschüchtert wenn es darum ging Haut zu zeigen – letzteres hatte er sehr viel früher am Tage bereits mit eigenen Augen sehen können – und so wandte sie sich der ausgewiesenen Ecke des Raumes zu, bewegte sich langsam um nicht über die unsichtbaren Grenzen des Bandes zu 'treten' und tat was getan werden musste. Natürlich hatte sie es sich dennoch nicht nehmen lassen, ein Schnauben hörbar zu machen, denn eben weil er nicht mit gutem Beispiel voran ging, musste er nun entsprechende Wogen erdulden. Jetzt schien es eben so, dass er sich genierte.
Es dauerte eine ganze Weile wie man sich gewiss denken konnte, doch als sie dann fertig war und die nächste Frage an ihr Ohr drang ohne dass Ciaran auch nur Anstalten gemacht hatte auf die Ecke zuzutreten, blickte sie ihn erst einmal mit hochgezogener Augenbraue an. Was ist jetzt?, schien ihr Blick zu sagen, doch sie gab ihm dennoch Auskunft während sie sich ihre Hände wusch.

„Natürlich wird es niemand anderen geben, der sich dieses Elend ebenfalls antun muss“, teilte sie ihm raunend mit und bemühte sich um einen hoheitlichen Tonfall, der sehr gut zu ihrem angehobenen Kinn passte. Ihre Gedanken glitten dabei dennoch für einen Moment zu Calla und sie fragte sich ob sie es gewagt hätte mit einem Mann im Raum zu schlafen. Wahrscheinlich. Innerlich seufzte sie und gab sich alle Mühe sich geduldig zu geben, doch jetzt, da die Schlafenszeit immer näher und näher rückte, fiel es ihr schwer ihr inneres Gleichgewicht zu wahren. Sie war immerhin kein Mann oder eine dieser Frauen, die sich mit solchen einließen.
Die kommende Nacht... sie hatte vor dieser mehr Respekt als vor einem gefährlichen Wildtier.
„Mach hinne damit dieser unglückselige Tag ein Ende finden kann“, murrte sie murmelnd und wandte sich alsbald ab. Ganz gleich wie neugierig sie auch in gewisser Weise sein mochte, jemandem dabei zuzusehen reizte sie nicht, auch nicht bei einem Mann.

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Beitrag von Ciaran am Mi Feb 13, 2019 8:38 pm

„Dieses Elend...“, schnaubte ich, machte mich jedoch gleich nach Jaiva auf in besagte Ecke. Was hatte sie nur ständig? Konnte sie das nicht einmal sein lassen? Für einen Moment spielte ich ernsthaft mit dem Gedanken ihr einmal zu demonstrieren, wie ein Dunkelelf sie auch behandeln konnte, doch dann schreckte ich doch wieder vor den möglichen Konsequenzen zurück und befand, dass ich einfach so tun sollte, als hätte ich sie nicht gehört. Auch wenn ich es niemals zugegeben hätte: Ich war todmüde und wünschte mir nichts sehnlicher als ein Kopfkissen und eine Decke, die ich über meinen Kopf ziehen und unter der ich am besten nicht mehr hervorkriechen musste bis sich dieses Band-Problem nicht gelöst hatte. Bei Jaivas Sturkopf würde ich wahrscheinlich darunter verhungern... Ich seufzte und machte mich zurück auf den Weg zu den Wasserbecken, um mir noch einmal die Hände zu waschen - und einen letzten Blick auf die vor sich hin glimmende Pflanze zu werfen.

„Kannst du eigentlich auch etwas anderes als ständig rummeckern?“, gab ich ungnädig zurück - wider besserer Vorsätze. „Also wirklich... wie eine Ziege“, setzte ich noch ein wenig leiser hinzu. „Mit Dornen statt Hörnern.“ Irgendwie belustigte mich diese Vorstellung. Ob Jaiva überhaupt wusste, was eine Ziege war? Das schienen nicht gerade die richtigen Tiere für die Umgebung der grünen Hölle zu sein, aber man wusste ja nie..
„Na los. Du zuerst.“ Ich deutete auf die Tür, da ich mutmaßte, dass wir uns gnadenlos verlaufen würden, falls ich versuchen würde den Weg durch das Labyrinth zu finden. Außerdem wusste ich nicht, ob wir in einem von den Räumen schlafen würden, die wir bereits gesehen hatten.
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Beitrag von Jaiva am Di Feb 19, 2019 8:40 am

Jaiva mochte zwar nicht direkt gesagt haben, dass sie Ciaran für ein Elend hielt und in dem gegebenen Kontext mochte es viel mehr bedeuten, dass sie die aktuelle Situation meinte – nämlich mit einem Mann in einem Raum schlafen zu müssen -, allerdings gab sie sich auch keine Mühe dies ausreichend zum Ausdruck zu bringen. Irgendwie… konnten sie beide nicht anders, nicht wahr? Die Alternative hätte ihnen beiden noch weniger geschmeckt. Da war es besser, dass er sich im Stillen über sie ärgerte wenngleich für ein paar Herzschläge etwas im Raum zu schweben schien – nonverbal aber bedeutungsvoll und gewiss hätten sich andere, weniger starke und stolze Herzen kummervoll zusammengezogen, nicht aber das einer Amazone. Es wäre zu viel gewesen zu behaupten sie wäre furchtlos, doch bis sie sich fürchtete musste mehr geschehen. Sehr viel mehr.
Er sagte nichts weiter und so tat sie es ihm gleich, verschränkte ihre Arme hinter ihrem Rücken und wippte auf ihren bloßen Zehen während sie wartete – bis er fertig war… ooooder bis die nächste Spitze kam. In beiderlei Hinsicht würde sie nicht enttäuscht werden, denn sie konnten es beide nicht lassen, nicht wahr? Es hätte sich angefühlt wie… nachzugeben, nein, …wie zu verlieren. Und weder das eine noch das andere hätte sie akzeptieren können! Und auch wenn sie nicht verstand was ‚meckern‘ genau war, konnte sie sich den Kontext zusammenreimen – als ob ihr Ciaran mit diesem Tonfall etwas Nettes gesagt hätte. Was eine Ziege war wusste sie dennoch nicht. Irgendetwas mit Hörnern. Und da er etwas von Hörnern und Dornen murmelte, lag der Gedanke nahe, dass er von einem Tier redete… oder von einer Pflanze. Auf ihrer Stirn tummelten sich Schatten – kritische Gedanken, abschüssig und voller Irritation weil sie sich gerade vorzustellen versuchte wie eine solche Pflanze aussehen sollte.
„Vielleicht so wie der Dornenbusch“, murmelte sie nun ihrerseits und so kam es tatsächlich so, dass sie in Gedanken versunken das tat, was er von ihr verlangte - vorausgehen. Ohne zu murren oder Widerworte zu geben. Einstweilen. Dennoch warf sie ihm einen Blick über die Schulter zu, kaum da sie zehn Schritte getan hatte. „Du redest manchmal ganz schön seltsame Sachen“, meinte sie. Das klang nicht per se nach einer weiteren Provokation sondern viel mehr nach einem Ausdruck ihrer grüblerischen Gedanken. Für eine Amazone war ein Mann ganz schön seltsam!

Der innere Bereich war gar nicht so weitläufig wie Ciaran es vielleicht erwartet hatte, denn sie mussten gar nicht allzu weit gehen, da waren sie bereits angekommen. Vom Gefühl her hätte man vielleicht noch das Plätschern der Wasserstrahlen hören können wenn man seine Ohren denn anstrengte auch wenn sich einige Wände zwischen ihnen und dem absonderlichen Waschraum befanden.
Doch so wie der Waschraum es gewesen war, so war auch die Räumlichkeit, die sie jetzt betraten, war nach den Maßstäben der Welt jenseits der Grünen Hölle kein wirklicher Raum, denn er besaß keine Tür. Er sah auch nicht nach einem Schlafzimmer aus – ein Bett gab es zumindest nicht. Wenn man um sich blickte, mochten einem Begrifflichkeiten wie ‚Andacht-‘ oder auch ‚Ruheraum‘ in den Sinn kommen und wenngleich es keine Fenster im klassischen Sinne geben mochte, so gab es kleine, quadratische Ausbrüche in den Wänden, die auf direktem Wege nach draußen führten – schräg nach oben weg. Der Hauch frischer Nachtluft flüsterte davon und erzählte raunend von längst vergessenen Geschichten, vielleicht sogar von den Tagen, in denen ein Gebäude solcher Handwerkskunst erbaut worden war. Von wem auch immer.
In einer Ecke standen geflochtene Matten, in die jeweils eine dünne Decke mit eingerollt war… und mehr würde es auch nicht geben. Jaiva hatte zuvor eine Fackel aus einer Wandhalterung genommen, denn nachdem sie den Korridor verlassen hatten, gab es keine Lichtquelle mehr in dem Raum der Andacht oder wie auch immer man ihn nennen wollte. In der Mitte stand jedenfalls auf einem Podest eine Statue einer in einer Drehung begriffenen Frau, die Flammen zum Tanz aufforderte. Die Decke wölbte sich über ihren Köpfen der Zimmermitte entgegen und abgesehen von den verschlungenen Bemalungen an den Wänden gab es nichts, was die Aufmerksamkeit schweifender Augen erhaschen mochte. Jaiva jedenfalls steckte die Fackel in eine Halterung, die sich im Rücken der tanzenden Frau befinden musste und so wurde flackernde Unbeständigkeit an die Wände geworfen.
Nun, die dornige Amazone schien ihre Worte wirklich wahrmachen zu wollen und eine Göttin zwischen sich und Ciaran bringen zu wollen, denn die Matte, die sie sich nahm, legte sie demonstrativ auf eine Seite des Sockels und auch wenn sie wahrscheinlich Amüsement von der anderen Seite des Bandes her in Kauf nehmen musste, warf sie ihm einen kurzen aber festen Blick zu. Manchmal gab sie sich wirklich zu viel Mühe ernst auszusehen.

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Beitrag von Ciaran am Fr Feb 22, 2019 9:13 pm

Seltsame Sachen? Ernsthaft? Gerade sie musste das sagen? Ich warf ihr einen finsteren Blick zu undschluckte die bissige Antwort, die mir schon wieder auf der Zunge lag herunter. Hoffentlich stieß sie mir nicht später noch bitter auf. Hatte dieses Zankweib denn wirklich nie genug? Konnte sie nicht einfach einmal still sein? Irgendetwas auf sich beruhen lassen? Wahrscheinlich genauso wenig wie ich allzu oft...
„Nur weil du es nicht verstehst...“, murmelte ich stattdessen leiser und in weniger angriffslustigem Tonfall als ich meine Erwiderung zunächst hatte vorbringen wollen. Ganz verkneifen konnte ich es mir jedoch auch nicht, auch wenn eine leise Stimme in meinem Kopf flüsterte, was es denn brachte immer noch eines oben drauf setzen zu wollen?
Ich folgte ihr weiter und blieb schließlich am Rande des sich vor uns öffnenden Raumes stehen. Wieder einmal bestaunte ich ein Wunderwerk der Baukunst, das ich so nicht erwartet hatte und schon gar nicht bereits irgendwo gesehen hatte. Dieses Mal waren es keine Pflanzen, die mich so beeindruckten, sondern viel mehr fensterähnliche Öffnungen, die jedoch einen viel größeren Anteil einnahmen, als ich es bisher gewöhnt war. Der Raum wirkte luftig und genau dieser Eindruck bekräftigte sich noch, als ein leichter Wind herein wehte. Auch hier gab es wieder eine kunstvoll gearbeitete Statue, die so in der Bewegung eingefangen zu sein schien, als wäre es einmal eine lebendige Frau gewesen, die mitten in der Drehung versteinert worden war. Selbst Kleidung und Haare wirkten so lebensecht, dass ich zwei Mal hinschauen musste, um sicher zu sein, dass es sich um ein Kunstwerk und nicht um eine still stehende Göttin handelte. Das Feuer der Fackel, die Jaiva in einer Halterung am Rücken der Statue befestigte, warf einen warmen Schein um sie herum und vermittelte den Eindruck, als würde sie von innen heraus strahlen. Jaivas Bemühungen eine möglichst große Distanz zwischen uns zu schaffen, rang mir nur ein müdes Lächeln ab. Sollte sie doch machen. Es war mir nur recht. Auch wenn es lächerlich war, dass die drei Schritte sie zu schützen vermochten. Ich folgte ihrem Beispiel, nahm mir eine der Matten und rollte sie fast auf der gegenüberliegenden Seite der Statue aus. Ohne weiteres Wort legte ich mich auf die provisorische Schlafstatt und drehte Jaiva den Rücken zu, während ich die Beine etwas anzog. Wie gerne hätte ich die doch einigermaßen klammen Kleidungsstücke abgelegt oder zum kompletten Trocknen aufgehängt, doch dann würde ich auch die Fibel ablegen müssen - zumindest für einen kurzen Moment. Doch das würde reichen, um die Tarnung auffliegen zu lassen und das konnte und wollte ich nicht riskieren. Ich gab ein leises Grummeln von mir, verfluchte noch einmal diesen Tag und zog die Schultern etwas an. Es war nicht wirklich kalt, aber einer Decke wäre ich trotzdem nicht abgeneigt gewesen. Und es war auch überhaupt nicht mein Stil in einem nach mehreren Seiten offenen, relativ ungeschützten Raum in fremder Umgebung zu schlafen. Und darum fühlte ich mich auch gerade denkbar unwohl. Aber ich war furchtbar müde, was sich auch darin niederschlug, dass ich herzhaft gähnte. Ich wollte es nicht unbedingt zugeben, doch im Moment musste und wollte ich Jaiva zumindest so weit vertrauen, dass ich hier ruhig schlafen konnte. Und morgen...morgen würden...mussten... wir eine Lösung finden! Kein Nachtgruß kam über meine Lippen. Nicht weil ich Jaiva etwas Böses wünschte, sondern weil ich nie in die Verlegenheit gekommen war so etwas auszusprechen. Doch trotz meiner Müdigkeit lag ich noch einige Zeit wach und lauschte nicht nur in die unbekannte Umgebung, sondern vor allem auf die leisen Atemzüge hinter mir.
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Beitrag von Jaiva am Mi Feb 27, 2019 10:31 am

Ob es seinem gesenkten Tonfall geschuldet war, dass ihm ein weiterer spöttischer Seitenhieb der dornigen Amazone erspart blieb? Oder stand Jaiva nach all den Streitereien nach ein paar Momenten der Harmonie, selbst wenn sie unvollkommen waren?

Nachdem sie den Raum der Andacht betreten hatten, wurden sämtliche Gedanken in dieser Hinsicht ohnehin nebensächlich, denn wann immer Ciaran einen weiteren Teil ihrer Kultur erkundete und sie das Echo seiner Wissbegierde in sich spürte, gab auch sie dem Sog nach. Ihr Interesse lag dabei auf dem Lerchossohn selbst und den Dingen, die ihn interessierten, immerhin waren ihr die Dinge selbst zu vertraut um sie noch mit der Ehrfurcht des ersten Blickes zu bedenken. Freilich wusste auch sie, dass die ‚Statue der Fra‘ überaus kunstvoll gefertigt war und ihr Gesicht überaus lebendig wirkte und doch war ihre Faszination eine andere. Eine gefestigte, in ihr ruhende Faszination, die ruhig wie ein träge dahinfließender, breiter Strom war. Deswegen folgten seinen Blicken die zweifach intensiven der Amazone mit dem Nachtschattenhaar, seltsam ins scharfe Licht- und Schattenspiel des Fackelscheins getaucht, die den scharfen Augen des Dunkelelfs dennoch nicht verborgen bleiben würden. Es war ein aufmerksames Mustern, das mit diesen Blicken einherging und so lange bestehen blieb bis Jaiva der Meinung war das nächtliche Lager aufzuschlagen. Da sie so ernst und entschlossen vorging und sich darüber hinaus ganz und gar auf ihre Aufgabe konzentrierte, entging ihr das müde Lächeln ganz und gar obgleich sie den entsprechenden Widerhall von Ciarans Seele nicht ausblenden konnte.
Noch immer schweigend folgte er ihrem Beispiel, doch anstatt sich so wie sie selbst die dünne Decke überzuwerfen, hatte er es viel zu eilig sich hinzulegen und ihr den Rücken zuzuwenden um es ihr gleichzutun. Vielleicht war ihm auch schlicht und ergreifend zu warm oder tat man das in seiner Heimat so? Vielleicht hätte er es auch vorgezogen wenn es… ganz anders gewesen wäre? Vielleicht schlief ein Windreiter wie er es war auch am liebsten in der Luft. Eingesponnen in warme Winde, fließende Bahnen, die man spüren aber nicht sehen konnte. ...
Sie biss sich auf die Unterlippe, denn ganz gleich wie sehr sie sich auch dagegen zu wehren versuchte, … ihr Interesse war geweckt. Eines stand jedenfalls fest: wenn sie ihrer Frage nicht Atem verlieh, würde sie in dieser Nacht ganz gewiss keine Ruhe finden oder war das seine Unruhe, die sie da spürte? Ja, auch er war sehr aufgewühlt, hing seinen Gedanken nach und auch wenn er ihr den Rücken zugewandt hatte, so lag sein Innerstes dennoch vor ihr ausgebreitet wie ein wogendes Gräsermeer, durch das sie hätte gehen können wenn ihr der Sinn danach gestanden hätte. So fühlte es sich wenigstens in der Stille des Raumes an.

Anstatt sich ebenfalls herumzudrehen, hatte sie ihren Kopf auf einen angewinkelten Arm gebettet und beäugte Ciarans Hinterkopf gleichsam seinem Haar, das hier in all der Farbvielfalt höchst sonderbar war. Noch eine Handvoll Herzschläge währte die Ruhe, dann hielt sie es nicht mehr länger aus.
„Sag mal“, sagte sie ohne ihre Stimme sonderlich angehoben zu haben. Es war ein Flüstern, das diesem Raum angemessen war. „Da wo du herkommst… schläft man da… anders?“
Ein Hauch von Hoffnung haftete dieser Frage an. Hoffnung und bezähmte Ungeduld. Jaiva presste die Lippen noch einmal fest aufeinander, doch es half nichts. Sie musste es einfach sagen! „In der Luft? Fliegend? Das würde nämlich erklären warum du auf und nicht unter der Decke liegst.“
Gespannt wartete sie auf eine Antwort. Hätte er sie jetzt angesehen, wäre ihm wieder vielleicht in den Sinn gekommen, dass die an ihn gebundene Amazone vielleicht doch nicht so alt war wie er bisher angenommen hatte. Aufmerksam war sie, neugierig, unruhig auf eine Weise wie es junge Tiere waren – voller Energie und Tatendrang, wenngleich all das zumeist unter einer gehörigen Portion Misstrauen und Ablehnung verborgen war. Wie so oft erzählte ihr Gesicht etwas anderes als ihre Seele, diese flüsterte ihre eigene Melodie.

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Beitrag von Ciaran am Sa März 02, 2019 11:22 am

Bereits während ich den Raum gemustert hatte, hatte ich ein leises Echo von Jaivas Interesse und den Anflug eines mir folgenden Blickes in meinem Rücken zu spüren geglaubt. Allerdings war ich zu sehr von der fremdartigen Umgebung abgelenkt gewesen, um dem Ganzen nachzugehen oder erst Recht mich zu der Amazone umzuwenden und sie zur Rede zu stellen. Nun jedoch, da ich hier auf dem Boden lag, die viel zu dünne Matte und dadurch den harten Boden an der Schulter spürte und den Chor fremder Geräusche und Gerüche auf mich einströmten, spürte ich es um so deutlicher. Ich fühlte mich beobachtet und ein damit einhergehendes Herzklopfen. Was...wollte sie denn? Und warum sagte sie nicht einfach was, anstatt mich still anzustarren? Denn genau so fühlte es sich an: Als würde sie meinen Rücken die ganze Zeit über mit Blicken durchbohren. Eine leicht flatternde Nervosität breitete sich in mir aus und ich versuchte krampfhaft mich dennoch auf das um-uns-herum zu konzentrieren. Keine Nacht war wirklich still. Das galt für Letum ebenso wie Crepererum. Doch hier.... hier war es etwas ganz anderes. Es schien beinahe, als würde die Tierwelt der Grünen Hölle erst richtig zum Leben erwachen, nachdem das Licht des Tages erloschen war. Es zirpste, fiepste und raschelte von allen Seiten. Ich glaubte die Laute von Fröschen und Grillen - oder etwas vergleichbarem - ebenso zu hören wie die Schreie von ... Affen? Ich war mir nicht sicher, hatte aber auch keine Lust die hinter mir liegende Amazone zu fragen. Was tat sie überhaupt? Es fühlte sich so an, als sei sie gespannt wie ein Bogen, der gleich einen Pfeil abfeuern oder zerbersten würde. Der Drang, sich zu ihr umzudrehen und sie zur Rede zu stellen wurde beinahe überwältigend.
Ich drehte den Kopf gerade in dem Moment ein wenig, als mich ihr „Sag mal...“ erreichte. Beinahe erleichtert und auch ein wenig neugierig drehte ich mich weiter zu ihr herum. Sie hatte den Kopf auf ihren Arm gelegt und sah nicht im Geringsten so aus, als würde sie gleich schlafen wollen. Ich holte tief Luft. Was sollte das hier werden? Eine Fragestunde zu Mitternacht? Ich war zwar müde und wollte dringend ein paar Minuten die Augen schließen, doch andererseits wusste ich auch, dass das nichts werden würde, wenn ich ständig die aufgewühlten, gespannten oder in irgendeiner Art und Weise zornigen Gefühle der Amazone in mir widerhallen spürte. Ihre nächsten Worte verunsicherten mich jedoch. „Hm? Wie... meinst du das?“  Anders schlafen? Mit offenen Augen oder was dachte sie? Von der Decke hängend wie Vampire? Und warum schien sie das beinahe zu hoffen? War ihr dieses schlafen zu ...langweilig? „Luft?“, wiederholte ich beinahe ein wenig ungläubig, bevor ich anfing leise zu lachen. Nicht, weil ich sie auslachte für ihre Unwissenheit oder die absurde Frage, sondern weil ...ja warum? Die Vorstellung gleichermaßen faszinierend wie verführerisch war? Ihre Gedanken so erfrischend waren? Oder ganz einfach, weil meine Nerven überreizt waren und ein Teil Anspannung von mir abfiel? Vielleicht von allem etwas. Wie kam sie nur auf so etwas? Mir wäre nicht im Traum eingefallen zu glauben, dass sie ...anders schlief. Aber so schrecklich abwegig war es nicht, oder?


„Nein.“ Es tat mir beinahe leid sie enttäuschen zu müssen und warf einen Seitenblick auf das dünne Etwas, das ich als Laken gedeutet hatte, aber anscheinend eine Decke sein sollte. Sei es drum. „Den Wind zu lenken erfordert Konzentration.“ Zumindest, wenn ich es bewusst tat. „Das geht leider nicht so einfach im Schlaf. Aber schön wäre es.“ Ich träumte für einen Moment von einem sicheren Ort, hoch in der Luft, den niemand außer mir erreichen könnte und wo ich nicht beim kleinsten Geräusch aus dem leichten Schlaf hochschrecken musste, um mein Leben zu verteidigen. Wann hatte ich mal richtig tief schlafen können ohne Angst um mein Leben zu haben? Vielleicht damals, als ich vor Erschöpfung über den Büchern eingeschlafen war, den wachsamen Blick meines Lehrers auf mir ruhend. Doch hatte ich ihm wirklich genug vertraut, um mich wirklich fallen zu lassen? Ich wusste es nicht mehr genau. Ich hatte Fieber gehabt und was Wirklichkeit und was Traum gewesen war, verschwamm in meiner Erinnerung. Aber...vermutlich...irgendwann, vor langer, langer Zeit...
Ich schreckte beinahe aus meinen abdriftenden Gedanken auf und blickte in zwei verschiedenfarbige Augen, die in ihrem Wissensdurst so viel jünger, offener und unschuldiger erschienen, als die Worte, der Amazone so oft vermuten lassen mochten. Ein leichtes Lächeln umspielte noch immer meine Lippen und ihr Jauchzen und das berauschende Gefühl, das wir früher am Abend bei unserem kleinen gemeinsamen Flug geteilt hatten, kam mir in den Sinn. „Aber wenn ich es irgendwann im Schlaf kann, bist du die Erste, die...“ Ja, was? ‚Es erfährt‘? ‚Mitkommen darf‘? Ich verstummte und schüttelte über meine eigene Naivität den Kopf. Ich redete Unsinn! Völligen Unsinn, um...was? Ein Lächeln auf ihrem Gesicht zu sehen? Noch ein Mal den Nachhall ihrer Faszination zu spüren? Ich legte eine Hand auf meine Stirn, als würde ich prüfen wollen, ob ich Fieber hatte und verdeckte dabei die Hälfte meines Gesichtes - wahrscheinlich um den Ausdruck darauf vor ihr zu verbergen. Es war eine Abwehrreaktion, die normalerweise funktionierte, jedoch nicht, wenn der andere an allem Äußeren vorbei tief in mein Innerstes sehen und den dort herrschenden Aufruhr direkt spüren konnte. Wieso träumte ich von Etwas, das ich ihr stolz zeigen konnte, wenn unser gemeinsamer Weg doch - hoffentlich! - morgen endete... enden musste. Überfordert wandte ich ihr wieder den Rücken zu auch wenn ein Teil von mir sich danach sehnte weiter mit ihr zu sprechen. Aber mussten wir nicht schlafen? Schlafen und ganz schnell nach dem Morgendämmern eine Lösung finden... Nie hatte ich mich zwiegespaltener gefühlt als mit ihr zusammen. Es war nie einfach gewesen das, was andere von mir erwarteten und das, was ich eigentlich für richtig hielt in Einklang zu bringen und mit dem, was ich letzen Endes tat zu vergleichen. Doch irgendwie... irgendwie...mit einem Ziel vor Augen... war es mir gelungen nicht daran zu zerbrechen. Aber jetzt fühlte sich vieles so...vollkommen unvereinbar an. Und das machte mir umso mehr Angst, falls Tharon und die anderen dieses Dorf tatsächlich eines Tages finden sollten. Und dennoch konnte ich nicht anders als noch einmal der Unvernunft nachzugeben.


„Nicht...wirklich anders. Nur...etwas komfortabler vielleicht... nur...auf einer Reise auf dem Boden. Sonst... es gibt Betten, verstehst du?“, knüpfte ich langsam und stockend an ihre Frage an. Es war beinahe schade sie enttäuschen zu müssen. Ich hätte ihr viel lieber irgendetwas... tolles erzählt. Oder wenigstens... gute Worte dafür gefunden. Etwas, das mich in ihren Ohren interessant klingen ließ. So jedoch klang ich eher zurückhaltend, beinahe schüchtern. „Und...und ihr?“, setzte ich nach einer kurzen Pause noch hinzu und starrte erwartungsvoll die gegenüberliegende Wand an. „K-kein Blumentopf für die Nachtruhe?“, versuchte ich zu witzeln.
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Beitrag von Jaiva am Mo März 04, 2019 8:10 am

Die Antwort ließ für Jaivas Geschmack viel zu lange auf sich warten, doch sie bezähmte ihre Ungeduld wenngleich dem Dunkelelf auf der anderen Seite des göttlichen Bandes die Diskrepanz zwischen innerem Brausen und äußerer Stille freilich nicht verborgen bleiben würde. Und auch als er ihr anvertraute, dass er sich konzentrieren müsse um den Wind zu reiten und dementsprechend nicht in der Lage war sich nächtens in der Luft zu halten, konnte er den Bruch zwischen Innen- und Außenwelt spüren, denn ihm kam ein nonverbales Echo von '…wie schade…' entgegen, das einem seichten Hauch von Enttäuschung gleichzusetzen war. Es war kein freier Fall aus dem Himmel sondern viel mehr ein Stolpern, das ein paar hastige Schritte nach sich zog bis man wieder das Gleichgewicht gefunden hatte. Doch als ob Ciaran dies geahnt hätte - oder lag es vielleicht an eben jenem gleichermaßen verfluchten wie auch verlockenden Band? Weil er das spüren konnte? Erahnte? - hängte er seinen vorausgegangenen Worten einen Funken Hoffnung an. Es war ein Funke Hoffnung, der ihr ein langsam an Intensität gewinnendes Grinsen abverlangte, denn es spielte in diesem Augenblick keine Rolle ob er das, was er ihr in Aussicht gestellt hatte, wahr machen würde - oder überhaupt wahr machen konnte -, denn es zählte die Geste allein. Ganz gleich wie tief die Abgründe auch sein mochten, die ab und an aufblitzten, so war das, was sie in Augenblicken wie diesen von dem Lerchossohn erfuhr, eine nicht von der Hand zu weisende Wahrheit.  
...und wenn sie ehrlich zu sich selbst war, dann musste sie sich eingestehen, dass sich das ganz und gar nicht wie der Wahnsinn des kleinen Mondes anfühlte sondern wie... die unverfälschte Freundlichkeit einer Seele, die alles andere als grausam war. Auch sein Lachen hatte in ihren Ohren ganz und gar nicht niederschmetternd geklungen auch wenn sie sich nicht auf ihre Ohren allein verlassen hatte und in diesem Augenblick tief in den empfangenen Widerhall hineingelauscht hatte um ganz, ganz sicher zu sein. Nein, er verspottete sie nicht für ihre Frage, nein, das war etwas anderes; etwas, das mit Zufriedenheit einherging. Sein Lächeln hingegen spürte sie mehr als dass sie es sah, denn das Licht- und Schattenspiel des flackernden Fackellichts machte ihr das Lesen seiner Gesichtszüge nicht unbedingt einfacher. Dennoch war dies einer dieser Momente, in denen sich alles… ganz gut anfühlte, eigentlich viel zu angenehm sogar und so war es ganz und gar nicht verwunderlich, dass ihr Ciaran mit einem Mal wieder den Rücken zukehrte, denn auch die dornige Amazone konnte nicht mehr dem Impuls widerstehen an ihm vorbei zu blicken und ihre Gedanken an der blanken Wand zu sortieren. Oder es zu versuchen.

Einen Moment lang fürchtete sie, dass das Gespräch mit dieser Aussage bereits zu Ende gewesen wäre, doch dann plätscherten weitere Worte an ihr Ohr und sie spürte eine Erleichterung, die sie trotz des von Ciaran empfangenen Gefühlsreigens mit Mut erfüllte. Sie wusste ja auch, dass der nächste Morgen viel zu bald kommen würde, doch das änderte rein gar nichts an der Tatsache, dass sie sich mit ihm unterhalten wollte, schließlich… wann würde sie wieder einmal die Gelegenheit haben mit einem Mann zu sprechen? … und wäre er dann so wie Ciaran…?
Jaiva grübelte noch ein paar Herzschläge lang, sowohl über seine Worte als auch über ihre mehr als seltsamen Gedankensplitter, ehe sie beides resolut von sich abschüttelte und zur Antwort gab: „Ich weiß nicht was ein Blumentopf ist aber entweder schlafen wir auf solchen Matten, am Boden, oder in etwas anderen Matten, die an Pfosten befestigt sind. Sie schwingen dann leicht in der Luft wenn man darin liegt.“ Und weil ihr das entsprechende Wort auf Arcum nicht einfiel, nannte sie es ihm in ihrer Muttersprache. Da machte es zwar nicht besser aber war mehr als nichts.
„…was ist ein Bett?“, fragte sie ihn dann nach ein paar Atemzügen Stille, hielt ihre Stimme weiterhin gesenkt und wusste selbst nicht so genau warum sie das tat. Um die Geister nicht zu stören? Weil es Nacht war und sie eigentlich schlafen mussten? Weil sie das Gefühl hatte etwas Verbotenes zu tun? Wahrscheinlich war es ein bisschen von allem. Aber neugierig war sie dennoch.
Vielleicht würde sie wenigstens dieses Mal mehr Antworten bekommen als ihr Fragen einfielen.

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Beitrag von Ciaran am Mo März 04, 2019 7:38 pm

Hätte ich nicht so viel mit mir selbst zu tun gehabt, hätte ich gewiss noch mehr Augenmerk auf Jaivas Gefühlsleben legen können. So jedoch merkte ich nur den Aufruhr, den auch ich in Auszügen in mir spürte - ohne genau sagen zu können, ob die Ursachen die gleichen waren. Mit ihrer und meiner gemeinsamen Aufregung und dadurch klopfendem Herzen starrte ich in das für mich taghelle Dunkel und wartete auf ihre Antwort. Beinahe hätte ich erneut laut aufgelacht. Natürlich! Was hatte ich auch erwartet? Ernsthaft, dass sie etwas mit Blumentöpfen anfangen konnte? Wohl nicht... Dennoch ließ es mich ein wenig schmunzeln, dass ich irgendwie mal nichts negatives über das Band zu mir herüber schwappen spürte, sondern eher ...etwas warmes. Nun war ich es, der neugierig auf die winzigen Schwingungen horchte, die eine Saite in mir anschlugen, die ich längst vergessen oder nie existent geglaubt hatte. Nein, das stimmte nicht ganz. Ich wusste, dass sie irgendwann einmal da gewesen war, doch genauso sicher war, dass sie nicht hatte existieren dürfen. Dass es gefährlich gewesen war und dass sie tief, tief in mir verborgen gehalten werden musste, um mich nicht das Leben zu kosten.
„Hängematten?“ Wieder wandte ich den Kopf und warf ihr einen Blick zu. Vielleicht sollte ich dankbar sein, dass sie mich nicht in solch ein Ding verfrachtet hatte. Ich hasste ja schon das Schaukeln auf Schiffen - wie sollte ich mich da in einer ständig vor sich hin schwingenden Schlafgelegenheit wohlfühlen, wenn ich doch festen Boden unter den Füßen haben konnte? „Du weißt nicht, was...“, entfuhr es mir auf ihre nächsten Worte hin, doch ich verstummte schnell, ein wenig resignierend. „Hmmm...“ Ich gab mir wirklich Mühe, nach einer Erklärung zu suchen. „Ein Bett ist... also... du hast unten meist ein Gestell...aus Holz. Dort hinein oder darauf legst du etwas, das weich ist. „Du kannst zum Beispiel einen großen Sack aus Stoff nehmen und ihn mit etwas Weichem Füllen: Wolle, Pflanzenfasern oder Federn. Das legt man unter sich, damit der Boden nicht so hart ist. Und dann gibt es noch eine Decke die ebenfalls gefüllt sein kann, damit man es warm hat, wenn es draußen kalt ist zum Beispiel.“ Erinnerungen an bitterkalte Tage in meiner Jugend drängten sich auf. Wenn die Winde aus der Richtung des Skar-Reiches geweht hatten... Ich schüttelte mich. Es war wirklich furchtbar kalt gewesen. Ganz anders als hier. „Aber einen Nachteil hat das Ganze: Man hat nicht immer das Glück eines für sich alleine zu haben und wenn einen jemand daraus hinaus tritt tut das in jedem Fall mehr weh als wenn man so schon auf dem Boden schläft.“ Oh ja, es hatte erbitterte Kämpfe um die wenigen komfortableren Nachtlager gegeben, wenn wir in größeren Gruppen unterwegs gewesen waren. Und auch das war nicht gerade die schönste Erinnerung. „Aber zu Hause hatte ich eines ganz für mich alleine...“
Ich biss mir auf die Lippe, kurz nachdem mir die Worte entschlüpft waren. Warum erzählte ich ihr das? Ich wollte ihr nichts aus meiner Kindheit erzählen! Und schon gar nichts, was im Verlauf dazu führen konnte, dass sie Fragen stellte, die mich in Bedrängnis brachten! Warum also sagte ich sowas?
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Beitrag von Jaiva am Mi März 06, 2019 9:25 am

Wieder einmal blieb das, was sie nicht verstanden hatte auch weiterhin ein Rätsel für sie. Blumentöpfe. Das ergab in ihren Augen kein Sinn. Freilich kannte sie die Worte ‚Blumen‘ und ‚Töpfe‘, doch was sie sich darunter vorstellen sollte wusste sie nicht. Ein Topf war dafür da um etwas aufzubewahren oder zu kochen, doch weder das eine noch das andere passte auf die Begebenheiten hier im Dorf und erst recht wollte ihr nicht einleuchten was das mit der Nacht und dem Schlaf zu tun haben mochte. Noch ein paar Momente grübelte Jaiva still vor sich hin und spürte das seicht dahinplätschernde Echo von fremder Heiterkeit in sich aufsteigen.
Doch noch bevor sie einen Hauch von Ärger anschwellen spürte, bekam sie wenigstens eine Antwort, denn nun kannte sie das Arcum-Wort, das zu jenem ihrer Sprache passte. Augenblicklich zuckten ihre Augen wieder zu ihm hin obgleich er sich nicht gänzlich wieder zu ihr herumgedreht hatte.

„Hängematten“, wiederholte sie murmelnd und empfand ein Mal mehr, dass dieser Sprache die Seele fehlte. Musik und Lebendigkeit, doch das behielt sie für sich. Sie war nicht in der Stimmung für weitere Sticheleien oder daraus resultierenden Streitereien, denn das Gespräch – so interessant es auch sein mochte – machte sie mehr und mehr schläfrig. Bilder und Gedanken nahmen mehr und mehr Raum ein und während sie inzwischen bei jenen Pflanzen angekommen war, die man essen konnte, lieferte Ciaran ihr wieder einmal einen Anreiz zu phantasieren. Ein Bett. Das war noch so ein seltsames Wort mit dem sie nichts anfangen konnte und auch die Erklärung sorgte für mehr Verwirrung anstatt ihr Verständnis zu bringen, denn das vor ihren Augen entstehende Bild sah einfach nur seltsam aus. In ihren Augen war ein ‚Gestell‘ nicht zwangsläufig das, was man sich unter einem üblichen Bettgestell vorzustellen hatte. Und selbst wenn er ihr in diesem Augenblick nicht entgegenblicken mochte, so war ihr angestrengtes Grübeln beinahe spürbar, genauso wie das Rattern ihrer Gedanken beinahe zu hören war.
Alles zusammen – ‚Gestell‘, ‚Sack‘ und ‚ausgestopfte Decke‘ – ergab ein überaus befremdliches Bild und taugte in ihrer Vorstellung ganz und gar nicht als Schlafstatt aber das spielte keine Rolle, denn der Lerchossohn erzählte noch mehr, so viel, dass sich in ihr gesteigertes Interesse gleichsam Aufmerksamkeit regte und sie ablenkte.
Kalt, in ihrem Kopf gab es nichts, was die wahre Bedeutung von Kälte hätte begreifen können, denn in ihrem Kopf war Kälte das, was nur selten entstand, wenn man zu lange nass war. Doch das war jetzt nicht mehr das Interessanteste an seiner Erzählung.
Jetzt drehte sie sich in die Bauchlage, kreuzte die Arme vor sich und legte ihr Kinn darauf ab. Woher kam seine innere Unruhe? War er… besorgt? Ihre Augen galten daraufhin der Wand und sie verfolgte mit langsamem Blinzeln den Schattenwurf tanzender Flammen. Irgendwann würde der Feuerschein versiegen und das Dunkel würde diesen Raum für sich beanspruchen – dann wäre sie mit einem Mann allein in einem dunklen Raum -, doch daran wollte sie gerade nicht denken.

„Das… klingt alles… so anders“, murmelte sie. Ihre Stimme war noch etwas leiser geworden. Machte Schläfrigkeit hörbar; äußerte sich in langsamen Silben. „So… fremd. Was… ist noch… anders? Was… sind diese Blumentöpfe?“

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Beitrag von Ciaran am Di März 12, 2019 7:55 pm

Eigentlich wollte ich nicht mehr reden. Ich wollte, dass sie schlief und vergaß, was mir eben herausgerutscht war. Oder dass sie es einfach als zu unwichtig empfand, um nachzufragen, denn ich ahnte, dass sie - müde oder nicht - ziemlich schnell spüren würde, wenn ich Wahrheiten verschwieg oder sie sogar anlog, wenn sie nach meinem Zuhause fragte. Das war eine ziemlich verzwickte Situation, denn ich hatte kein Problem damit jemanden anzulügen. Ich hatte auch kein Problem damit, meine Gefühle zu verbergen. Das aber war das Problem: Ich konnte sie verbergen, nicht aber ausschalten! Deswegen war ich fast erleichtert, als sie etwas ganz anderes aufgriff. Ich blinzelte ein Mal, nicht sicher ob ich dem Frieden trauen konnte. Dann warf ich einen Blick über die Schulter. Blumentöpfe? Ernsthaft? Daran hängte sie sich auf? Sie war wirklich...merkwürdig. Und so, wie sie gerade da lag machte sie auch eher den Eindruck eines kleinen Kindes, das eine Geschichte erzählt bekommen wollte.

Was war ich denn? Ihr offiziell bestellter Bespaßer? „Gefäße eben. Töpfe mit Erde drin“, erwiderte ich ein wenig murrend. „Da wachsen Blumen drin, so dass man sie irgendwo hin stellen kann, wo sie sonst nicht gedeihen. Oder man kann... sie mitnehmen.“ Für einen kurzen Augenblick zuckte ein Bild in meinen Gedanken auf: Jaiva, weit fort von ihrer Heimat, irgendwo auf einer Klippe nahe des Meeres. Und im gleichen Moment spürte ich auch einen Stich in der Brust und ein merkwürdiges Befremden. Natürlich war dieser Gedanke Unsinn. Was sollte dieser weltfremde Dornenbusch denn irgendwo anders? Niemals würde ich sie mitschleppen! Wir würden morgen den Bann aufheben und dann zog jeder seines Weges. Meiner würde mich weit fort führen und ihrer... ihrer würde eben hier sein...in Kreisen verlaufend oder was auch immer! Was kümmerte es mich? Und warum tat mir das Leid? So ein Unsinn!

Entschlossen drehte ich mich wieder um und schloss die Augen. Schlafen. Schlafen. Schlafen. Schlafen! Doch das war gar nicht so einfach, während sich meine Gedanken ungefragt damit beschäftigten, wie Jaiva sich wohl in einer ihr fremden Welt zurechtfinden würde. Ich schnaubte leise und zog die Schultern etwas hoch. Gar nicht wahrscheinlich, wenn ich ihr nicht unter die Arme greifen würde! Und wieder dieses merkwürdige Gefühl. Hatte ich mich am Ende schon damit abgefunden, für immer an sie gebunden zu sein? Und warum war die Panik dann nicht so groß, dass ich sofort aufsprang und darauf bestand, dass wir es jetzt gleich noch einmal versuchten den Zauber aufzuheben? Wahrscheinlich einfach Müdigkeit. Ich gähnte, als könnte ich mich so selbst davon überzeugen, doch so recht wollte die Müdigkeit nicht einsetzen. „Was glaubst du denn, was noch anders ist?“, fragte ich kaum hörbar in die alles andere als stille Nacht hinein.
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Beitrag von Jaiva am Mi März 13, 2019 7:49 am

Ciarans Verstimmung erschloss sich Jaiva in diesem Augenblick nicht, zu schläfrig war sie und wenngleich er scheinbar keine große Lust zu verspüren schien ihre Frage zu beantworten, so tat er es dennoch. Sie runzelte ihre Stirn, doch auch in Rahmen ihrer Stimme war ihre Irritation hörbar - langsam und murmelnd.
„...warum sollte man Blumen mitnehmen?“, fragte sie. „...oder wachsen lassen wo sie nicht hingehören? Das ist merkwürdig.“
Diese Worte waren aus ihren Gedanken gesprochen, hatten kaum Stimme erhalten und sie schien auch nicht wirklich eine Antwort zu erwarten. Es klang viel mehr so als würde sie zu sich selbst sprechen nur um einen Gedanken später ihre Stirn für einen Moment auf ihren nunmehr vor ihr verschränkten Armen abzulegen. Noch immer lag die dornige Amazone auf ihrem Bauch, die Konturen ihres Körpers unter jener dünnen Decke verborgen, die der Dunkelelf erst für ein Laken gehalten hatte.
Der Widerhall fremder Gedanken plätscherte an ihr vorbei, allerdings hatte sie nicht viel mehr als leichte Verwunderung dafür übrig sowie eine Frage, der sie keinen Atem verlieh - warum war er noch so aufgewühlt? War er denn gar nicht müde? Jaiva spiele gähnte in die Kuhle hinein, die ihre verschränkten Arme gebildet hatten. Erst dann blickte sie wieder auf, doch anstatt Antworten zu erhalten, stellte er ihr eine Gegenfrage. Warum drehte er den Spieß um wenn er es ihr doch einfach hätte sagen können? Das eine oder andere hatte er doch bereits gesehen...
Glücklicherweise war sie zu müde für verbale Gegenwehr.

„Hm...“, machte sie anstatt sich zu beschweren und versuchte sich etwas vorzustellen. Das eine oder andere hatte sie tatsächlich schon gehört, doch wie das gehen sollte war ihr ein Rätsel gewesen. Zu viel Interesse hatte sie auch nicht zeigen wollen, nicht dass ihre Stammesschwestern auf falsche Gedanken gekommen wären...
„Häuser ohne Wälder, umgeben von Wällen aus Stein, die so hoch sind wie die Trauernde und darin Wege aus Steinblöcken. Viele Gesichter und wenig Musik“, erzählte ihre schläfrige Stimme. „Das hat Marayianna erzählt... aber ich habe nicht verstanden was ein Marktplatz ist.“ Marktplatz. Sie mochte das Wort zwar richtig ausgesprochen haben, doch ein Hauch von Fremdartigkeit hatte sich mit in die Betonung der Silben hineingeschlichen und machte dieses Wort zu etwas, das weder Arcum noch Ferus war. Dann merkte sie kurz auf und linste mit kritisch gerunzelter Stirn zu dem Dunkelelf hinüber.
„Oder was Schmorbraten ist.“ Schmoahbraten. Komisches Wort. 'Marayianna' mochte das gerne.

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Beitrag von Ciaran am Do März 14, 2019 8:51 am

Ich schwieg zu ihren ersten Worten. Was hätte ich auch sagen wollen? ‚Weil Menschen Blumen mögen und sie irrationaler Weise in ihrer Nähe haben wollen, auch wenn das unpraktikabel ist‘? Oder vielleicht besser: ‚Weil es Leute gibt, die sich gerne mit exotischem schmücken, um ihre Macht zu demonstrieren‘? Das traf nicht nur auf Menschen zu, jedoch waren mir sehr wenige Dunkelelfen bekannt, die gerade so einen Tand wie Blumen nutzten, um zu beweisen wie weit ihre Beziehungen reichten. Eher waren es Waffen oder besonders einzigartige juwelenbesetzte Schmuckstücke, die sie von weit her besorgen ließen - oder so fertigen ließen, dass es wenigstens so aussah, als stammten sie von weit her. Kam so ein Betrug ans Licht konnte das schon die ein oder andere Hand oder eben auch Kopf kosten. Es war ein hartes Geschäft. Eines, das in seiner Gänze zu durchblicken für Außenstehende äußerst schwer war. Beides keine guten Antworten, wenn man nicht mehr Fragen provozieren wollte, als man bereit war zu beantworten. Doch Jaiva schien bereits in den Schlaf zu sinken und kaum mitzubekommen, was mich beschäftigte. Umso besser.
Es war merkwürdig. Normalerweise hätte ich in dieser fremden, ungesicherten, feindlichen Umgebung kein Auge zu getan. Ich wäre nicht einmal auf die Idee gekommen, hier zu schlafen! Und dennoch merkte ich, wie die Müdigkeit mich immer weiter in ihren Bann zog - gepaart mit der trügerischen Sicherheit des Ortes, die mir durch Jaivas Gefühle suggeriert wurde. Das war... gefährlich. Aber irgendwie schaffte ich es nicht, mich dagegen zu wehren. Oder wollte es nicht. Oder...keine Ahnung. Ich nahm es einfach an und schloss die Augen - nachdem ich in einem unbeobachtet geglaubten Moment das vermeintliche Laken unter mir hervor zog und über mich breitete. Das machte die Matte auf dem Boden zwar nicht bequemer, gab aber trotzdem ein wohligeres Gefühl.
„Schmorbaten“, korrigierte ich mit müder Stimme die Aussprache. Woher sie das wohl kannte, wenn ihr so viel anderes unbekannt war. Auch von dieser Marayianna? Ob die wirklich den Wald verlassen hatte? „Morgen...“, murmelte ich und versank in den Schlaf.
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Beitrag von Jaiva am Fr März 15, 2019 8:30 am

Morgen. Das war ein Kompromiss mit dem die dornige Amazone durchaus leben konnte, denn obgleich ihr wirklich an ein paar Antworten gelegen war, sah sie auch ein, dass das Gebot der Stunde Schlaf und nicht Fragestunde heißen musste. Ciaran machte ohnehin nicht den Eindruck in Erklär-Stimmung zu sein; …aber dafür morgen. Gut, das hatte er zwar nicht direkt gesagt, doch das Vielleicht genügte Jaiva einstweilen und jetzt, da sie nicht mehr ihre Stimme heben musste und da das Knacken der Fackel wie einschläferndes Lied mehr und mehr an Macht gewann, gab sie allen Gedanken und Bedenken zum Trotze nach und ließ sich einlullen.

Der Lerchossohn war mindestens genauso erschöpft wie sie es war, daher erwartete sie wenigstens in dieser Nacht keine schändlichen Übergriffe, auch wenn dieser Gedanke lächerlicher und lächerlicher wurde je öfter sie ihn in sich ins Gedächtnis rief. …eigentlich ist er ganz nett aber er ist ein Mann und dadurch – nur, hätte sie das nicht spüren müssen? Freilich, er war ganz gewiss voller Gedanken, Überlegungen und Zwiespalte; aber die tückischen Abgründe hatte sie an anderer Stelle lauern sehen.
Und eben weil sie schläfrig war und ihre Sinne nicht mehr wirklich beisammen hatte, sagte sie etwas, das ihr seit Eiris‘ Tod nicht mehr über die Lippen gekommen war: „Melva ruft, wir folgen bis der Tag uns sucht.“ Es war nur ein Murmeln und auch wenn die Bedeutung der für ihn unverständlichen Worte gewiss unkonventionell sein mochte, so hörte sich ihre Stimme wie ein Gutenachtwunsch an. Jaiva aber wusste, dass jeder Schlummer auch ein kleiner Tod war und so war es keinesfalls verwunderlich, dass sie sich an die Todesgöttin wandte.

…der Schlaf war… seltsam, denn die ‚Grenzen‘, die es im wachen Zustand geben mochte, existierten hier nicht und wenigstens Jaivas Traumbewusstsein war alles andere als pieksig, ganz im Gegenteil war es neugierig und hielt nichts von Leitsätzen, die ihr jene aufgezwängt hatten, die mit ihr auskamen sie aber nicht liebten. Sie war nicht wach und dennoch spürte sie, dass sie nicht allein war; eine Präsenz, die nicht körperlich war und ‚echter‘ als die durch ihren Geist ziehenden Traumbilder, die ihr so manchen Augenblick des letzten Tages noch einmal vor Augen führten, sie vor allem aber an das jauchzende Gefühl der Leichtigkeit erinnerten.

An diesen Ort, der sich irgendwo im Inneren des Tempels befinden mochte, verirrte sich nur über Umwege das Licht und so würde es viel mehr der wieder erwachende Dschungel sein, der nach den Schlafenden rufen würde als dass sie von Sonnenstrahlen wachgekitzelt werden würden, dennoch würde es trotz der heruntergebrannten Fackel nicht mehr nächtlich dunkel sondern morgendlich grau sein als der Traumteppich dünner und dünner wurde.

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Beitrag von Ciaran am Fr März 22, 2019 7:15 pm

Ich sank. Tiefer und tiefer ging es in die Finsternis von Träumen, die mich oft genug heimsuchten und mich meistens nach kurzer Zeit wieder aus dem Schlaf hochschrecken ließen, ohne dass es noch etwas besonderes dargestellt hätte. Meist verriet selbst ein kleines, unscheinbares und doch nicht in das Gesamtmuster der Traumdunkelheit passendes Detail bereits eine Bedrohung in der Realität, die mein Unterbewusstsein geschickt in die Traumwelt einspann, um mich an mein Leben zu fesseln. Heute jedoch war etwas anders. Ich konnte es nicht wirklich greifen - wie so vieles, das sich im Traum unterhalb der Ebene des Bewussten abspielte, doch die Finsternis war... heller. Wärmer. Ich trieb in einem schwarzen Nichts, das sonst eine permanent lauernde Bedrohung zu beherbergen schien. Doch heute fühlte es sich eher wie ein wärmender Mantel an, der mich einhüllte. Eine ganz und gar nicht finstere, nicht bedrohliche Präsenz an meiner Seite hielt das übliche Gespinst aus Zweifeln, Sorge und unterschwelliger Angst fern. Es war ein wenig ungewohnt loszulassen, die Sinne nicht ständig ausgestreckt durch die Dunkelheit wandern zu lassen, um eine Bedrohung ausfindig zu machen und vielleicht war es auch dumm, das gerade jetzt nicht zu tun. Vielleicht würde ich es bereuen, wenn ich aufwachte. Falls ich denn aufwachte. Aber das Etwas, das hier neben mir zu schweben schien, verdrängte diese Gedanken. ‚Es ist alles in Ordnung‘, schien es zu flüstern. ‚Alles ist gut. Du bist in Sicherheit.‘ Ich wusste nicht, was mich zu der absurden Annahme verleitete, dieses Etwas könnte Recht haben, aber so abstrus es auch war - ich vertraute ihm! Ihr. Jaiva. Denn auch wenn das vermutlich genauso unmöglich war - es duftete nach Rosen. Auch wenn man es nicht wirklich roch. Konnte man ‚Rose‘ fühlen? Außer als Dorne? Wirklich als Rose?

Das alles waren viel zu schwere Fragen für meinen schlaftrunkenden Geist, der sich nach Ruhe sehnte - und nach Etwas, das ich meinen Lebtag nicht laut ausgesprochen hätte: Geborgenheit. Also ließ ich das Fragen sein und ließ mich stattdessen tiefer in den Traum sinken, der herrlich warmen Geborgenheit einer nach Rosen duftenden Präsenz folgend. Ob es möglich war gemeinsam zu träumen? Vieleicht nicht, denn unsere Gedanken waren nicht verbunden. Aber die ganze Zeit über hatte ich das Gefühl, dass sie bei mir war, auch wenn uns der größtmögliche Abstand, den das Band zuließ, trennte. Und dennoch fühlte es sich anders an. Und so umspielte ein sanftes Lächeln meine Lippen, als ich meine Augen an nächsten Morgen vorsichtig blinzelnd öffnete. Normalerweise war ich sofort hellwach, nachdem ich aufgewacht war - weil es meistens irgendetwas war, das mich geweckt hatte. Eine drohende Gefahr, ein Angriff...irgendwas. Heute jedoch schien mein Verstand noch irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit gefangen zu sein, denn ich fühlte mich seltsam benebelt und meine Gedanken waren träge, während ich noch versuchte zu sortieren, was geschehen war und wo ich mich befand. Ich war müde. Furchtbar müde. Und ganz entgegen meiner Natur drohten meine Augenlider immer wieder zuzufallen, während ich doch eigentlich wusste, dass ich aufwachen sollte. Aus weiter Entfernung schienen ein paar Klänge einer fremden und dennoch merkwürdig vertraut anmutenden Melodie an mein Ohr zu dringen, untermalt von Tierschreien und munter durcheinander klingendem Zwitschern geflügelter Waldbewohner.
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Beitrag von Jaiva am Mo März 25, 2019 10:16 am

Tief in den Träumen lag ein Verständnis begründet, das die Grenzen zum Wachsein nicht überwinden können würde, doch jenseits aller Grenzen des Begreiflichen so verständlich wie ein Gedanke, ein Wort und ein Wunsch war. Im Traum war alles... klarer, denn fernab der Wirklichkeit war kein Platz für Misstrauen und Vorurteile und als Ciaran erwachte, spürte er das zu Jaiva gehörende Bewusstsein an seiner Seite, das weiterhin gleichbleibende Ruhe verströmte. Sie schlief noch und präsentierte ihm darüber hinaus ein entspanntes, sehr junges Gesicht, denn das, was bereits im Traum zu ihm hinüber geschwappt war, hielt sich auch hier: Hier im Tempel fühlte sie sich sicher und gab sich frühmorgendlicher Geräusche und unmöglicher Aufgaben zum Trotze weiterhin gleichmäßig atmend dem Schlummer hin. Es war viel zu früh um sich neuerlich mit dem Unausweichlichen zu befassen.
Vielleicht lag es daran, dass sich der Lerchossohn ebenfalls noch nicht gänzlich vom Traumgeflecht gelöst hatte, vielleicht spielte es aber auch keine Rolle ob er wach war oder nicht, jedenfalls regte sich die Amazone mit dem Schattenhaar nicht; auch nicht als sich dem lauschenden Ohr das Maß leiser Schritte eröffneten. Nur vom Hören allein würde sich jedoch nicht erschließen wer sich durch die Korridore bewegte – und ganz offensichtlich ganz ohne Hast näher kam.

Die Schritte indes bewegten sich nicht nur sehr leise fort, sondern wurden mal lauter und mal leiser, verstummten dann für einen Moment wieder gänzlich und kehrten dann wieder auf den Gang zurück, der bald schon von flackernder Helligkeit erfüllt sein sollte, die sich an den Konturen eines in die stützenden Säulen eingearbeiteten Reliefs verfingen und so manche Linie zu einem listig dreinblickenden Auge oder einem diabolischen Grinsen formten. Phantasie war ein seltsames Geschöpf, sprunghaft und mal freundlich gesonnen nur um sich herzschlagsdrauf bereits wieder von seiner tückischen Seite zu zeigen.
Die Gestalt, die sich jedoch alsbald im offenen Durchgang abzeichnen würde, würde zwar im ersten Augenblick wie Nesrin anmuten, doch bereits mit dem zweiten Blinzeln würde sich zeigen, dass dies Humbug war. Sie trug zwar helle Stoffe, doch das war auch die einzige Gemeinsamkeit, denn sie war weder alt, noch weißhaarig und auch nicht blind. Jung wie Jaiva war sie, vielleicht ein, zwei oder drei Jahre älter und hatte helles Haar, das im Schein der von ihr mitgeführten Fackel rötlich anmutete und in einem lockeren Flechtzopf weit über den Rücken reichte. Sie brachte einen frischen, salzigen Duft mit sich, der sich hauchfein mit Ruß und Wärme vermischt hatte. Und Rosen.
Ihre Augen, die das Meer in sich zu tragen schienen, weiteten sich und sie… sagte etwas auf Ferus; etwas, das sich wie eine Frage anhörte. Sie klang verwirrt und ihr Blick schweifte dabei von Ciaran zu Jaiva und zurück.
Über ihrer Armbeuge trug sie ein großes Bündel aus Pflanzengrün, Zweigen und Blumen, nun, vielleicht konnte sich Ciaran denken weshalb sie durch den Tempel ging, doch das änderte rein gar nichts an der überaus… unangenehmen Situation, die er scheinbar alleine zu lösen hatte.

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Beitrag von Ciaran am Mo März 25, 2019 5:49 pm

Langsam schweifte mein vor Müdigkeit träger Blick über das merkwürdig anmutende Dach, das das frühmorgendliche Schummerlicht enthüllte. Hatte ich jemals eine solche Symbiose aus Baukunst und Natur gesehen? Ranken umschlossen Stützpfähle, umarmten sie und hielten sie fest wie eine natürliche Zwinge. Sie waren tragende Elemente und Verzierungen zugleich, denn kein Bildhauer, kein Maler dieser oder der anderen Welt hätte eine realistischere Dekoration schaffen können. Ich blinzelte, als die Bilder des Vortages langsam wieder in mein Bewusstsein drangen. Ein Wasserbecken, Statuen, Wasserfälle von der Decke. Doch trotz allem fühlte ich keine allzu große Beunruhigung in mir aufsteigen. Viel mehr schien die seelenruhig, sich in absoluter Sicherheit der vertrauten Wände wiegende zweite Präsenz in meinem Inneren mich an einem Boden aus Ruhe zu verankern und zusammen mit der trägen Müdigkeit jedwedes Aufbrausen zu verzögern. Langsam drehte ich zunächst den Kopf und spähte zu der schlafenden Amazone hinüber. Sie wirkte viel entspannter und vor allem friedlicher als im wachen Zustand. Und das war nicht unbedingt schlecht.

Ich drehte mich ein bisschen weiter, so dass ich sie nun besser betrachten konnte. Wie konnte man nur so unbedarft schlafen, während man beobachtet wurde? Ein nachsichtiges Lächeln umspielte meine Lippen, während ich den Kopf auf die Hand stützte. Wie lange es wohl dauern würde, bis sie wach wurde? Das Gefühl, hier sicher zu sein, schien wirklich tief in ihr verankert. Und auch mich befiel es so sehr, dass ich auch wegen der Ablenkung durch die schlafende Amazone nicht merkte, wie sich leise, zögernde Schritte näherten. Zu sehr war ich damit beschäftigt mit den Augen den samtenen Wellen schwarzen Haares zu folgen, die sich über die dunkle Haut der Amazone ergossen. Es war schon merkwürdig, wie sie dort lag: Zusammengerollt wie eine kleine Katze. Ihre Nase und Hände wirkten klein und schmal, auch wenn sie selbst nicht gerade kurz gewachsen war. Ich hob meine noch freie Hand und betrachtete sie einen Moment. Ganz anders. Ich ließ den Arm sinken und sah wieder zu der Schlafenden hinüber. Ob das normal war, dass man jedem, der den friedvollen Ausdruck auf diesem jungen Gesicht verblassen ließ, einen Dolch zwischen die Rippen stoßen wollte? Lag das an dem Fluch, der uns so eng aneinander band? Oder war das normal, wenn man mit jemandem längere Zeit zusammen war von dem man annahm, dass er einen nicht im nächsten Augenblick tot sehen wollte? Warum ging ich bei Jaiva überhaupt so selbstverständlich davon aus? Ihre Gedanken lesen konnte ich immerhin nicht... Aber ihre Gefühle. Und bisher hatte ich nicht einen Hauch von Hinterlist und Tücke gespürt. Das war... überraschend angenehm. Crepererum war schon... ein besonderer Ort. Anders. Schöner, schoss es mir durch den Kopf, wenn ich an die über Wasseroberflächen tanzenden Lichtstrahlen dachte, die ein Funkeln wie von tausenden Juwelen hervorriefen. So viel schöner. Jaiva bewegte sich ein wenig und ich dachte schon die kostbare Zeit des kurzen, friedlichen Schweigens und Innehaltens wäre allzu schnell vorbei. Doch ihre Augen blieben geschlossen und in meinem Inneren spürte ich nichts, das darauf schließen ließ, dass sie erwacht war. Ich atmete leicht auf und rückte mich etwas zurecht, um es mir bequemer zu machen. Ich hatte nicht vor, sie aufzuwecken. Im Gegenteil. Irgendwie...war es angenehm, sie einfach nur anzusehen.
Doch in genau diesem Moment ertönte ein leises Knarren hinter mir. Ich fuhr herum, halb angespannt, weil ich jederzeit in Erwartung war Feinden gegenüber zu stehen. Andererseits hatte Jaiva versichert, dass wir hier sicher waren und ihre sich in Müdigkeit hüllende Vorstellung von Sicherheit lähmte auch meine Kampfreflexe. Dann jedoch stellte ich fest, dass es sich bei der Person keineswegs um Nesrin handelte. Abrupt sprang ich auf. Von der gerade eben noch vorherrschenden Gelassenheit war nichts mehr zu spüren, als die dünne Decke zu Boden segelte. „Jaiva!“, versuchte ich die Amazone zu wecken, während ich die im Durchgang stehende Amazone nicht aus den Augen ließ. „Wach auf!“ Mein Herz klopfte, während ich versuchte meine Möglichkeiten abzuwägen. Die junge Frau war zu weit entfernt, als dass ich sie erreichen konnte. Spätestens auf dem halben Weg zu ihr würde das vermaledeite Band zu der schlafenden Amazone mich in die Knie zwingen, weil ich mich zu weit von ihr entfernte. Aber wenn jetzt eine fremde Amazone hier war... waren dort auch noch mehr? Ich musste unbedingt verhindern, dass sie um Hilfe rief und vielleicht das ganze Dorf auf uns aufmerksam machte! Nur... wie weit würde man mit beruhigenden Worten kommen? Und ich hatte keine Zeit! Selbst die Nadeln mit dem Schlafmittel würden zu lange zum Wirken brauchen! Blitzschnell war ich bei Jaiva, packte sie an der Taille und hievte sie in die Höhe, um sie in Richtung der anderen Amazone zu zerren. „Wach verdammt nochmal auf und erklär ihr das, bevor sie das ganze Dorf zusammen schreit!“ Und wenn sie das nicht sofort tun würde, wäre ich mit dem Jaiva-Paket unter meinem Arm wenigstens nah genug an ihr dran, um sie selbst zum Schweigen zu bringen.
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Beitrag von Jaiva am Di März 26, 2019 8:28 am

...wie zeigte man einer in fremden Zungen redenden Amazone, dass diese nichts zu befürchten hatte? Richtig... man riss an deren schlummernder Stammesschwester und zerrte diese grob auf die Füße um sie als fleischliches Schutzschild zu missbrauchen, denn so musste das, was er in wilder Panik tat, unweigerlich wirken. Ciaran konnte innerhalb eineinhalb Sekunden sehen wie vortrefflich dieser Einfall war, denn die junge Frau mit dem kupferblonden Haaren gefror inmitten ihrer Bewegung und zeigte ihm einen formvollendet erschrockenen Gesichtsausdruck, der mit geweiteten Augen und erhobenen Händen einherging. Wieder sagte sie etwas - Verunsicherung regte sich darin, Überforderung sowie eine nachdrückliche Bitte. Hatte sie gerade dem Namen 'Jaiva' Atem verliehen?  Doch weiteres Verständnis gesprochener Worte sollte nach wie vor ausbleiben und Ferus einstweilen ein Mysterium aus Melodien, Gesang und Geheimnissen bleiben.
Ein Mysterium wie die unbekannte, junge Frau in weißer Tracht, die ihre Brust mit einem breiten, in ihrem Nacken verknoteten Tuch umhüllte, ihren festen Bauch frei ließ und sich erst wieder in Form eines aus mehreren Einzelbahnen bestehenden Rockes auf ihrer Hüfte präsentierte. Die Außenseite eines schlanken Beines blitzte unterhalb eines geflochtenen Gürtels hervor und ihre kostbare Fracht hatte sie unlängst fallen gelassen; verteilte sich wie ein lose geflochtener Teppich um ihre bloßen, mit braunroter Farbe bemalten Füße und war vergessen. Den Göttinnen würde in dieser Stunde keine Ehrerbietung gezollt werden. Nur die Fackel umklammerte sie wie einen letzten Anker.
Ihre Haltung erzählte von Anspannung, vielleicht auch ein wenig von angestrebter Deeskalation, allerdings zum Großteil wurde Schrecken sichtbar, der ihre Reaktionen langsam machte. Was geschehen würde wenn sie diesen Schrecken überwunden hatte, blieb abzuwarten.

Für Jaiva indes kam das Erwachen wie ein urgewaltiger Donnerschlag, denn während der erste Ruf noch das dünner werdende Traumgewebe gestreift hatte, vermischten sich Traum und Wirklichkeit herzschlagsdrauf zu einem rasenden Konstrukt der Imagination und sie schoss in ihrer Vorstellung über die höchsten Blätterdächer des Urwaldes hinaus, schwebend, wurde mit einem atemberaubenden Ausblick beschenkt, doch dann wurde sie von einem Wind herumgerissen und sie verlor die Kontrolle.
'Jaiva!, hörte sie jetzt eine Stimme, die nach ihr zu greifen wusste wie eine Hand, deren Hilfe sie jetzt ersehnte. Hilfe. Ich falle!, wollte sie rufen, doch ihr wollte partout keine Silbe über die Lippen kommen. Sie konnte nicht! In sich gefangen versuchte sie sich zu befreien, denn etwas hielt sie, verzögerte ihren Fall, doch sie fürchtete sich; fürchtete sich davor abzustürzen und- mit  einem Mal riss sie die Augen auf, kaum da Ciaran sie auf die Füße gezogen hatte und tauchte mit einem japsenden Atemzug in ein rauschendes Gräsermeer aufgewirbelter Gefühle ein. Sie wusste nicht was hier los war, war noch immer entsetzt von ihrem jüngsten Traum doch das erste, dessen ihre Augen gewahr wurden, war der Anblick von- „Calla“, murmelte sie, noch immer unfähig zu verstehen was hier vor sich ging.
Wieder begann die andere Amazone zu sprechen, redete scheinbar auf Jaiva ein, die ganz und gar nicht den Eindruck machte sie befände sich in Gefahr. Das... tat sie auch gar nicht, denn irgendwie spürte sie die Nähe zu dem an sie gebundenen Mann; das unverständliche Echo seiner rastlosen Gedanken und sie roch seine Präsenz; die Wärme, die er verströmte. Dennoch reagierte sie binnen zweieinhalb Sekunden als sie sich von Ciaran losmachte und einen beherzten Schritt nach vorne tat um nach Callas Oberarmen zu fassen.

Wieder flogen melodische Silben hin und her, doch dieses Mal war es Jaiva, die die meisten von ihnen über ihre Lippen schnellen ließ und Calla zeigte sich reichlich irritiert.
'Bitte was?!, stand es in ihren Blick geschrieben, der von Jaiva zu Ciaran und zurück glitt und sich zunehmend unwillig-entsetzt umwölkt zeigte. Man hätte meinen mögen ihr wäre soeben etwas Unanständiges erzählt worden und, nun, für eine nach unerschütterlichen Glaubenssätzen lebende Amazone mochte das durchaus der Wahrheit entsprechen. Es fiel auch der Name Nesrin - ein Mal von Calla, dann wieder von Jaiva und noch einmal von Calla.
Nein, nein!“, konnte er derweil dann und wann heraushören, ein Wort, das ihm unter Umständen bereits geläufig sein mochte. Und Jaiva wirkte zunehmend zerknirscht, denn das, was ihr an Worten entgegen kommen sollte, hörte sich wie eine vollendete Schelte an. So nachsichtig wie Nesrin schien Calla jedenfalls nicht zu sein.
Ciaran hatte demnach reichlich Zeit um sich ein Bild zu machen, so konfus es auch sein mochte.

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Beitrag von Ciaran am Di März 26, 2019 7:26 pm

Die Blumen verteilten sich zu Füßen der Amazone auf dem Boden, an ein Scherbenmeer der zerbrochenen morgendlichen Ruhe erinnernd. Der Schreck jedoch zeichnete sich allzu deutlich auf den feinen Gesichtszügen ab, die im Vergleich zu Jaiva geradezu krankhaft blässlich wirkten. Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, bis sie ihrem Atem wiederfand und zu Schreien anfing. Also hielt ich ihr Jaiva geradezu vor die Nase und hoffte, dass diese irgendetwas ausrichten konnte. Tatsächlich erwachte die Amazone endlich aus ihrem erstaunlich tiefen Schlaf und löste sich - fast wie ich es erwartet hatte - aus meinem Griff und trat stattdessen an ihre Stammesschwester heran. Meine Anspannung war noch nicht wirklich verflogen, doch sie nahm etwas ab, als ich erleichtert feststellte, dass die andee Frau noch nicht laut um Hilfe geschrien hatte und Jaiva in einer beschwichtigend anmutenden Geste ihre Oberarme umfasste.
Ich machte einen halben Schritt zurück in der Absicht Jaiva das Feld zu überlassen. Auch ich war nicht sonderlich erpicht darauf den neuen Konflikt eskalieren zu lassen. Wir wollten schließlich Hilfe - keine Toten und Nesrin, die uns aus dem Dorf jagte. Doch was sollte ich tun? Wäre diese Amazone nur halb so pieksig und verbohrt wie Jaiva sich allzu gerne gab, würde sie mir nicht einmal zwei Sätze lang zuhören - wenn sie denn überhaupt die gemeinsame Sprache sprach, denn daran hatte ich im Moment noch Zweifel. Schließlich hörte ich bisher nur den merkwürdigen, melodischen Singsang. Doch bei allem, was Jaiva der anderen Amazone - Calla? War das die Schülerin, die am Vorabend erwähnt worden war? - auch hektisch zu erklären versuchte, zeigte sich deren Miene nicht wirklich verständnisvoll. Anscheinend hatte Nesrin versäumt sie vorzuwarnen. Oder hatte sie es getan und die Schülerin war ganz einfach trotzdem nicht davon überzeugt und zu helfen? Aber sie hatte geschockt gewirkt... Mit zunehmendem Unwohlsein verfolgte ich das hitzige Gefecht in dessen Verlauf Jaiva zunehmend den Kürzeren zu ziehen schien, wie ich ihrer Körpersprache entnahm. Und das löste ein unerklärliches Widerstreben in mir aus. Nicht unbedingt, weil es darum ging, dass unsere - meine - Anwesenheit hier wohl nicht toleriert werden würde, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass sie Jaiva etwas vorwarfen, was nicht ihre Schuld war - auch wenn ich ihr das am Vorabend noch zu gerne unter die Nase gerieben hatte, um sie in die Verantwortung zu nehmen, sich etwas einfallen zu lassen, um diesen Fluch zu brechen. Aber nach dem, was ich mir bisher zusammengereimt hatte, machte Jaiva sich schon genug lächerliche Vorwürfe wegen Dingen, die nicht ihre Schuld waren. Was war das gewesen? Ein allein geborenes Unglückskind? Lächerlich in meinen Augen, doch bedeutend für sie und ihr Selbstwertgefühl. Und anscheinend oft genug ein Grund für andere, sich Jaiva gegenüber überlegen zu fühlen - etwas, das mich ärgerte, selbst wenn es mich nicht direkt etwas anging.

Ich hatte zwar keine Ahnung, was genau gesprochen wurde, doch weiter tatenlos zusehen konnte und wollte ich auch nicht. Was nahm die sich eigentlich heraus meine unfreiwillig am mich gebundene Partnerin dermaßen zu schelten? „Jaiva kann nichts dafür. Sie hat sich das genauso wenig ausgesucht wie ich“, mischte ich mich mit schneidender Stimme in die Diskussion der beiden Frauen ein und trat an Jaivas Seite, um ihr beizustehen. Ich konnte einfach nicht ertragen, wenn sie sich... so...fühlte. „Eure Hohepriesterin, Nesrin, hat uns ihre Hilfe zugesichert. Das sollte auch für dich mehr als genug zählen, um Jaiva hier keinen völlig unnötigen Vortrag zu halten, sondern sie deinerseits zu unterstützen. Oder stellst du das Urteil deiner Hohepriesterin in Frage, die bereit ist uns zu helfen?“ Es war ein Schuss ins Blaue, dass ich Nesrins Hilfsbereitschaft in die Waagschale warf, um die in meinen Ohren nach Vorwürfen klingenden Worte zu unterbinden und Jaiva zu schützen, denn wenn Calla auch nur im Entferntesten so dachte wie Jaiva, würde keines von meinen Worten wirklich zählen. Höchstens Nesrins. Wo steckte die Alte überhaupt?
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Beitrag von Jaiva am Do März 28, 2019 12:18 pm

Calla, die nach Salz und Meer und Frische roch, fasste Ciaran mit unwillig anmutenden Blicken ins Auge. Erst wenige Herzschläge zuvor hatte sie der dornigen Amazone einige kurz anmutende Silben entgegnet; Silben, die zwar nicht aggressiv geklungen haben mochten aber dennoch fest und unnachgiebig anmuteten. Welchen Standpunkt die hellhäutige Amazone auch vertreten mochte, sie schien nicht davon abzurücken. Und er, ausgerechnet der fremde Mann, der sich in ungebeten Fras Gebetskammer aufhielt, wollte das Zünglein an der Waage sein, das den Unterschied machte?
Auge in Auge standen sie sich – Wind und Wasser, doch nach einigen Augenblicken der Stille wandte sich die Priesterschülerin an Jaiva, ließ ihre Augen von ihm abgleiten; fragende Worte waren zu hören und Jaiva, die einen gedankenvollen, ja musternden Seitenblick zu dem jungen Mann hatte schweifen lassen, gab Calla nach ein paar Momenten des Schweigens Antwort. Ob die an ihn gebundene Amazone bei den von ihm getroffenen Aussagen bleiben mochte, würde er nicht nachvollziehen können, allerdings fiel zumindest ein Name, der ihm geläufig war. Nesrin.

Das war ein überaus denkwürdiger Moment, das würde wohl jedem der drei so unterschiedlichen Gelichter klar sein und wie diese Situation zu entschärfen war, blieb nach wie vor ein Rätsel, denn der Blick der anderen Amazone kehrte alsbald schon zu Ciaran zurück um ihn zu beäugen. Es blieb nicht bei Blicken allein, wenngleich die Fragen an Jaiva gerichtet sein mochten; das war wenigstens anzunehmen, denn sie antwortete ohne zuvor etwas übersetzt zu haben. Das einzige, was ihm bleiben sollte, war das, was er über das Band auffangen konnte und das äußerte sich in Unbehagen, vielleicht sogar einem Hauch von Scham, den er bei ihr nur so selten gefunden hatte. Was auch immer Calla gefragt haben mochte, es schien der dornigen Amazone auf eine seltsam beklommene Art und Weise nicht zu gefallen. Was aber noch sehr viel bemerkenswerter war, war ihre Reaktion, denn sie reagierte keinesfalls verschnupft oder auch nur ansatzweise pieksig sondern wählte ihre Worte mit Bedacht, klang beschwichtigend und – da war es wieder -, auf den Bahnen des göttlichen Bandes war das Echo von Reue zu aufzufangen. Hätte man versucht die Gesamtheit von Jaivas Gefühlswelt als Symphonie zu beschreiben war Reue, sowie deren Nebenstimmen wie Bedauern und Beklommenheit, das gewesen, was sich wie ein roter Faden durch das Stück dieses Augenblicks zog. Es waren mehrere Wortwechsel, die auf diese Weise stattfinden sollten und je länger diese andauerten desto größer war die Wahrscheinlichkeit zu verstehen, dass es gerade um etwas anderes ging. Was Ciaran jedoch sehen konnte, war das kurze aber entschiedene Rucken der Oberarme Callas, die sich aus dem ohnehin locker gewordenen Griff Jaivas ‚befreit‘ hatte, nun, oder wenigstens ihren Unwillen einsichtig zu sein zum Ausdruck gebracht hatte.

Jetzt schüttelte die dornige Amazone den Kopf langsam und seufzte dabei und formulierte dabei Sätze, die den Namen ‚Nesrin‘ mehrfach thematisierten und dann in einer Frage gipfelten, die sich ganz nach einer Bitte anhörte; einer Bitte, die sich ganz nach einer solchen anhörte wie man sie unter zusammengebissenen Zähnen hervorpresste. Sie tat das wirklich ungern!
…wieder unverständliche Worte seitens Calla, allerdings konnte Ciaran zweifache, leichte Erleichterung sehen – und spüren, wenngleich Jaivas Gesicht einen unerschütterlichen Ausdruck beibehalten sollte. …und noch weitere Worte von der hellhäutigen Amazone, die mit verschränkten Armen einhergingen. Erst jetzt sollte sich Jaiva wieder an den jungen Mann wenden, denn sie sagte ihm – unter den unwilligen Blicken Callas – folgendes: „Sie sagt, dass sie uns im Auge behalten wird bis Nesrin wieder da ist. Sie ist wohl gerade im Dorf unterwegs.“ Und wie es ihr dabei ging? Ihr gefiel das ganz und gar nicht!

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