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Beitrag von Jaiva am Sa Mai 19, 2018 9:39 am

das Eingangsposting lautete :

Es war einmal, wird einmal, wird niemals werden.


Und Vinu und Melva gedachten derer, die ihr Dasein verzweifelt und ohne Hoffnung im Schatten fristeten, denn sie liebten alle ihre Kinder gleichermaßen, ganz gleich wer sie auch waren; glücklich wollten sie sie sehen, denn die Tage jener Zeit waren dunkel und die Nächte bitter für jene, die nicht mehr wussten wohin sie sich wenden sollten.

Tag und Nacht suchten sie nach einer Möglichkeit wie sie dieses Wunder bewirken konnten, doch selbst sie als Göttliche – ganz gleich wie mächtig sie auch waren – konnten ohne einen Funken schöpferischer Inspiration etwas derartiges vollbringen. Selbst ihnen war es nicht möglich mit einem Gedanken allein Leid und Trauer und Sorgen von ihren Kindern zu nehmen, denn die Kinder waren frei und so sollte es auch bleiben.
Nach einer langen Zeit des fruchtlosen Sinnierens empfanden die Göttlichen selbst eine große Schwere, die sich über ihre Herzen gelegt hatte und so beschlossen sie eines schönen Morgens ihre Tochter Sola zu besuchen, die sie vergnügt und ohne Sorge in einer Lagune badend antrafen.

Da fragten sie Sola warum sie so glücklich sei und sie sagte ihnen bald, dass ihr gerade ein hübscher Gedanke gekommen war.
Jeder Tag, meinte sie strahlend, sei eine Pforte zu neuen Gedanken und Möglichkeiten. Ganz gleich wie dunkel die Nacht auch gewesen sein mochte, ein neuer Tag folgte ihr nach. Immer und immer wieder.
Ohne sich in ihrem Spiel stören zu lassen meinte sie weiter: Ein neuer Tag ist das größte Geschenk, das ich zu teilen habe.
Da lächelten Vinu und Melva, die gerührt von den klugen Worten ihrer Tochter waren und sieh da! Sie fühlten sich tatsächlich leichter.
Ein Gedanke später löste sich ein Funke ihrer unendlichen Gnade und fiel auf das Wasser und mit einem Mal war der Morgen voller Licht, Musik und Leichtigkeit.

Um diesen Tag niemals zu vergessen machten sie ihren Kindern diesen Ort zum Geschenk und ließen die Kunde verbreiten: Jede Frau, die sich von ihren Gedanken befreien wollte, solle bei Tagesanbruch zu dieser Lagune kommen, ins Wasser steigen und jeden einzelnen dieser Gedanken beim Namen nennen. Auf diese Weise würden sie sich von ihnen reinwaschen können.
Und die Kinder der Göttinnen kamen, erst vorsichtig doch bald schon immer zahlreicher bis die Lagune voller Lachen und kein einziger übler Gedanke mehr geblieben war.

„... So wird es hier im Dorf von einer Hohepriesterin zur anderen weitergegeben auf dass nie vergessen werde welche Wunder die Götterschwestern mit uns, ihren Kindern, teilten“, erzählte die Hohepriesterin Nesrin an der Schwelle der luftigen, in schwindelerregender Höhe erbauten Hütte, die auf einer Plattform zwischen den weit auseinander fächernden Astgabeln errichtet worden war. Schmale Brücken aus Lianen, Hanfseil und Brettern führten zu dieser hin und doch war ein Fehltritt genug um einen Fall aus gut zwanzig Metern Höhe nach sich zu ziehen.
Murmelnd fügte sie an: „... und, dass es immer Hoffnung für diejenigen gibt, die bereit sind sich ihr zu öffnen.“
Keine Stimme antwortete ihr aus dem Inneren der Hütte, doch Nesrin wusste auch ohne Worte, dass ihr ehemaliger Schützling wach war.
Jaiva. Und obschon sie sich von dem Mädchen gelöst hatte, hatte lösen müssen, so empfand sie noch immer tief für dieses. Sie konnte es nicht mitansehen wie sich die junge Amazone immer mehr und mehr ihrem Kummer ergab obwohl noch so viele Möglichkeiten vor ihr lagen. Sie war doch so jung.
Die ältere Amazone ging ohne noch ein weiteres Wort gesprochen zu haben und brütendes Schweigen umhüllte das Baumhaus.

Was für ein Unsinn“, murmelte die Dorne nach einer Weile. „Als ob ein paar Spritzer Wasser den Unterschied machen würden...“
Doch die Hohepriesterin wäre nicht die Hohepriesterin gewesen wenn sie nicht gewusst hätte, dass ein Grundstein genügte um die junge Amazone neugierig zu machen und so geschah es, dass Jaiva nach ein paar Tagen zum Tempel kam, um sich einfach nur so nach diesem Reinigungsritual zu erkundigen.
Freilich erzählte ihr Nesrin auch einfach nur so von dem, was zu tun war.

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Beitrag von Ciaran am Do März 28, 2019 10:27 pm

Ha! Hatte ich es doch gewusst! Die dumme Kuh verstand ganz genau, was ich sagte - und war dreist genug weiterhin in ihrer Sprache zu sprechen! Als wäre ich gar nicht da! Ich kochte innerlich, verzog jedoch keine Miene underwiderte ihren Blick nur genauso abschätzend und distanziert, wie sie sich mir gegenüber gab. Jaiva jedoch mochte umso deutlicher zu spüren bekommen, wie sehr es in mir brodelte. Ich hasste es ignoriert zu werden. Und ebenso sehr hasste ich es übergangen zu werden. Und hier geschah anscheinend gleich beides. Jaiva war mir dabei auch keine große Hilfe. Und was war das jetzt wieder für ein Gefühl? Scham? Unbehagen? Über was zum Henker redeten die beiden? Es trieb mich fast in den Wahnsinn, dass ich kein Wort verstand und einzig und allein darauf angewiesen war die Gesten, Mimik und Jaivas Emotionen zu interpretieren. Zudem hatte ich irgendwie das Gefühl, dass das alles in eine ganz, ganz falsche Richtung lief. Dennoch hielt ich dem Blick der hellhäutigeren Amazone trotzig stand, wann auch immer er mich streifte. Die dumme Kuh sollte bloß nicht auf die Idee kommen, dass sie mich genauso einschüchtern konnte wie Jaiva! Und warum war diese gerade in den wichtigen Momenten plötzlich so zahm wie ein Tiger, dem man die Krallen und Zähne entfernt hatte?
Mit einem gewissen Unmut, der wohl auch durch Jaivas eigenen befeuert wurde, wandte ich mich der Amazone zu, als sie das Wort an mich richtete. Doch beinahe augenblicklich sah ich wieder Calla an, denn ich ging tatsächlich felsenfest davon aus, dass sie jedes meiner Worte verstehen konnte. „Das kann sie gerne tun“, meinte ich bissig. „Und wenn sie anscheinend eh nichts besseres zu tun hat, kann sie uns auch gleich noch Frühstück bringen und uns dabei zusehen, wie wir es essen.“ Nein, ich war nicht gewillt dieser unangenehmen Person auch nur einen Hauch von Freundlichkeit entgegen zu bringen. Allein ihre Gegenwart war für Jaiva...belastend. Und damit auch für mich. Und die kindische, trotzige Seite meines Ichs hatte jetzt schon beschlossen Calla ihren vermutlich selbstgewählten Auftrag so unangenehm wie möglich zu machen.
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Beitrag von Jaiva am Fr März 29, 2019 2:44 pm

Eingetaucht in einen Wust aus Zorn fiel es Jaiva ausgesprochen schwer fokussiert zu bleiben und nicht einem Drang nachzugeben, den sie resolut zurückzuhalten versuchte: Calla die Meinung sagen, denn Ciaran sollte gar nicht so falsch mit seiner Einschätzung liegen – zu Nesrins Schülerin war die dornige Amazone ganz und gar nicht pieksig und das obwohl sie keine Zuneigung für diese empfand! Was auch immer Sache mit Jaiva und Calla war, es war… kompliziert.
Der Dunkelelf hatte seine Meinung bereits gefasst; aber dennoch konnte er beobachten wie ein Mal mehr die musternden Meerblicke von ihm abglitten und sich fragend an die von zweifachem Grün wandten. Angehobene Augenbrauen untermalten eine unausgesprochene Frage und ganz gleich ob dieses über Umwege geführte Gespräch Scharade sein sollte oder nicht – die an ihn gebundene Amazone spielte mit!
…war Jaiva tatsächlich auf ihrer Seite wenn er doch so vehement für sie einstand?!

Da, schon wieder übersetzte sie! Callas Reaktion war gleichbleibend abweisend, machte kritischste Vorbehalte sichtbar und während sie noch ein paar Herzschläge lang zu überlegen schien, wandte sich Jaiva flüsternd an Ciaran; schickte dabei einen Seitenblick in seine Richtung, der ein wenig von dem aufgefangenen Ärger aufzeigte: „Reiß dich bitte ein wenig zusammen. Du machst alles nur noch schlimmer.“
Kaum da die Dorne diese Worte gesprochen hatte, hob die hellhäutige Amazone mit dem kupferblonden Haar eine Hand um nach der Schulter der anderen zu fassen oder, nein, es war keine richtige Berührung – es blieb bei der Andeutung unter ausgestreckten Fingern. Dennoch hatte diese Geste zur Folge, dass Jaiva zu Calla sah – betont langsam, beinahe ermahnend entließ sie Ciaran ihren Blicken und sprach dann wieder einige kurze Silbenfetzen lang mit der anderen Amazone; rasch hin und her flatternde Worte, die sich bestenfalls… …Vorbehalte hörbar machten und Jaiva seufzen ließen. Callas Blicke hatten etwas… Kämpferisches an sich, auch wenn das nicht ganz genau das richtige Wort zu sein schien, denn sonst hätte sie den jungen Mann nicht dermaßen… …vorwurfsvoll angesehen, gar so als hätte er etwas getan, was in mehrerlei Hinsicht ungehörig war.

„Wir werden jetzt zusammen etwas essen und dann gehen wir an einen Ort hier im Tempel, an dem wir dort weitermachen können wo wir gestern stehengeblieben sind“, fasste Jaiva ungeachtet von Ciarans Ärger überaus knapp das Gesprochene zusammen und man musste keine große Leuchte sein um zu erkennen, dass sie große Teile des Gesprächs unterschlagen hatte – dafür hatten die Wortwechsel viel zu lange gedauert!
Dennoch würde sich die Priesterschülerin nach einem ausgetauschten Nicken herumwenden um vorauszugehen; die fallengelassenen Gaben schien sie einstweilen nicht aufheben zu wollen.

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Beitrag von Ciaran am Fr März 29, 2019 7:41 pm

Ich?“, fragte ich die neben mir stehende Amazone entrüstet. „Was habe ich denn jetzt schon wieder getan?“ Die Empörung stand mir deutlich ins Gesicht geschrieben, doch da war noch etwas anderes, tiefer gehendes. Etwas, das Jaiva vielleicht sehen, ganz sicher jedoch für einen kleinen Moment spüren konnte, auch wenn ich es schnellstmöglich zu verbergen versuchte: Verletzung. Ich war tatsächlich über meinen Schatten gesprungen und hatte ihr beizustehen versucht. Und das war der Dank? Sie fiel mir in den Rücken? Ermahnte mich? Gab mir die Schuld? Mein Blick wurde abweisend. Ich trat einen halben Schritt zurück und verschränkte die Arme vor der Brust, als könnte ich dadurch die Illusion einer Distanz aufbauen, die wir längst nicht mehr hatten. Und die ich doch so dringend gebraucht hätte.
„Schön. Hauptsache du beeilst dich. Ich kann es gar nicht erwarten euch endlich loszuwerden. Alle beide“, setzte ich nach, auch wenn das eigentlich nur die halbe Wahrheit war. Aber Wahrheit bedeutete nicht allzu selten auch eine gewisse Schwäche, die ich mir vor ihr nicht eingestehen wollte. Ungeachtet allem - oder gerade aus Wut wegen allem - trat ich genau auf die Blumen, während ich Calla folgte. Und man konnte wirklich nicht behaupten, dass ich normalerweise achtlos genug wäre sie einfach zu übersehen oder meine Schritte nicht präzise genug waren, sie auszusparen. Es war ein kleiner, kindischer Racheakt, das war mir klar. Aber manchmal verbrannte wütender Trotz alle Logik.
Ich hoffte nur, dass Nesrin sich nicht allzu lange Zeit ließ. Warum hatte sie auch unbedingt heute weggehen müssen? War ihr nicht klar, dass das Probleme machte? Oder hatte sie es darauf angelegt? Aber warum? Wollte sie, dass wir aufflogen? Oder dass Jaiva Ärger bekam? Oder ich? Bloß... was hatte sie davon? Niemand tat etwas, wovon er sich keinen Vorteil erhoffte... Zumindest hatte ich davon bisher viel zu wenige gesehen.
Noch immer grübelnd und innerlich wütend, verspürte ich nicht die geringste Lust irgendeinem von den kleineren oder größeren Wundern auf unserem Weg allzu viel Aufmerksamkeit oder gar Respekt zu zollen. Ich stapfte einfach nur vor mich hin und sollten Jaivas oder Callas Augen meinen Blick streifen, würden sie nur funkelnde Ablehnung darin lesen.
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Beitrag von Jaiva am Mo Apr 01, 2019 11:54 am

Einen Moment mal. Er hatte sich gerade unausstehlich verhalten, oder? Warum fühlte sie sich dann gerade verraten und verkauft? Ohne es zu wollen formte sich Jaivas blitzender Blick voller Vorwürfe zu etwas halbseidenes, das gleichermaßen Zweifel wie auch Entrüstung auf kleinstem Raum sichtbar machte und vor allen Dingen spürbar machte. Sie hatte allen Grund empört über sein ungehöriges Verhalten zu sein! Dieses hochexplosive Gebräu aus rasenden Gefühlen machte sie noch kirre!
Ihre Mundwinkel zuckten verräterisch, denn wenngleich sie nicht verstehen konnte warum Ciaran so fühlte wie er fühlte, so empfing sie doch das Echo. Und so wie sein Blick abweisend wurde, wurde der ihre fragend, vielleicht sogar ein wenig zweifelnd. Es war eine Sache sich vordergründig ‚pieksig‘ zu zeigen um niemanden an sich heranzulassen, doch etwas vollkommen anderes wenn sie die Konsequenzen ihres Verhaltens postwendend zurückbekam. Gerade wollte sie etwas sagen und vielleicht wäre es wenigstens etwas einlenkend gewesen, da folgten bereits weitere Worte seitens des jungen Mannes, die zweifellos ihr Ziel fanden. Und so wie es der dornigen Amazone wenig zuvor gegangen war, so würde es nun auch ihm gehen – das hatte gesessen.
Nie und nimmer hätte sie zugegeben, dass sie von einem Mann wertgeschätzt werden wollte aber was sie auf keinen Fall wollte, war als dermaßen unausstehlich empfunden zu werden, dass man froh war sie loszuwerden. Jaiva presste also die Lippen fest aufeinander; so fest, dass ihre dunklen Lippen hell und blutleer wurden und sie mit einem gepresst genervten Unterton sagte: „So ist das? Du bist manchmal echt unausstehlich!“
Eben jenes, zuletzt ausgesprochene Wort wurde mit einem nicht überhörbaren Nachdruck hervorgebracht und so wie Ciaran seinem Unmut in Form von der mutwilligen Zerstörung von unschuldigem Grünzeug Ausdruck verlieh, gab es da noch einen kurzen, über die Schulter zurückgeworfenen Blick seitens Calla, der… zufrieden...? anmutete.

Nesrins Schülerin führte die beiden über eine sich an eine der tragenden, von Pflanzenbewuchs ummantelten Säulen schmiegende Treppe, die nach oben führte und das Labyrinth des Tempels somit auf eine vollkommen neue Ebene hob. Dort führte sich das Wirrwarr von verwirrenden Gängen, Abbiegungen und Kammern fort und jetzt, da es zunehmend heller wurde, gab es mehrere jener schmalen Schächte, die das Licht über Umwege ins Innere der Pyramide leiteten und somit für eine diesige, mit schwebenden Partikeln versehene Halbdüsternis sorgten, die mit jedem Atemzug in die Lungen flutete. Tatsächlich würde die Luft alsbald zunehmend besser werden, denn einer jener Korridore führte geradewegs auf eine Kammer zu, die einem breiten Balkon mit einer hüfthohen Balustrade entgegenstrebte. Schmale Säulen sowie etliche Gewächse erschwerten es dem Blick ungetrübt nach draußen zu dringen, doch der junge Morgen flutete hier frisch und schön hinein. Der Urwald war erwacht und er grüßte sinfonisch.
Es gab einige schmale Podeste an den Seiten der großzügigen Kammer, die in Wasserbecken mündeten sowie einige niedrige Tischchen, die mit Räucherwerk und duftenden Kräutern bedacht waren. Vielleicht würde es sich der übel gelaunte Dunkelelf noch einmal überlegen ob er weiterhin verstimmt sein wollte oder doch lieber seinen Blick öffnen, denn Jaiva strebte einem Platz entgegen, der sich im Schutze von Säulen und Pflanzen befand und das Gefühl von Sicherheit vermittelte während man vorsichtig hinausspähen konnte.

Calla würde den beiden noch einen etwas längeren Blick zuwerfen und dann gehen. Vorerst, doch sie würde zurückkehren – es war nur die Frage ob sie dies vor dem Ende des sich anschließenden Streits oder im Laufe des nächsten. Man würde es wohl erfahren.

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Beitrag von Ciaran am Di Apr 02, 2019 10:19 am

Ein Schlag auf den anderen vollzog sich der Gefühlswechsel, vom einen zum anderen bedingt mit so rasanter Geschwindigkeit, dass einem ganz schwindelig werden konnte. Kaum hatte Jaiva begriffen, dass etwas mich getroffen hatte, schoss ich in meinem Trotz so schnell und heftig zurück, dass gar keine Pause für klärende Worte blieb. Nur neuer Unmut und prompt leise Gewissensbisse meinerseits, denn auch ich konnte spüren, dass meine Worte genau das erreicht hatten, was sie oberflächlich gesehen auch gesollt hatten. Nur das darunter liegende Echo wollte ich nicht spüren, denn es gab einem das Gefühl einen Fehler gemacht zu haben. Wie einfach es doch war mit Worten um sich zu werfen, wenn man ihre auslösende Reaktion nicht am eigenen Leib spürte. Doch im Moment gab es das eine nicht ohne das andere. „Tse.“ Ich wandte mich ab, einen trotzigen Ausdruck auf dem Gesicht. Sollte sie mich doch für alles halten, was sie wollte! Dumme Kuh! Aber für einen kurzen Moment warf ich ihr doch noch einen Seitenblick aus den Augenwinkeln heraus zu, um zu sehen, wie ihre Augen funkelten und ihre Mimik arbeitete, bevor sie sich ebenfalls umdrehte und mir den Anblick dadurch verwehrte. Doch anders als zunächst gedacht, war es weniger Jaiva, die meinen Blick fesselte, denn er wurde kurz zuvor von etwas anderem festgehalten, was er streifte: Calla. Sie wirkte...zufrieden. Meine Augen verengten sich ein wenig. Was sollte das? War das Einbildung? „Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es hinaus, Dornenbusch“, provozierte ich weiter, den Blick auf Jaiva gerichtet, die Sinne jedoch auf Calla. Es war schwer, äußerst schwer in diesem ganzen Sturm aus Emotionen - meinen und ihren - auch noch die beinahe leise flüsternde Stimme des Windes zu vernehmen. Und noch schwieriger war es, das leise Vibrieren der Zufriedenheit aus dieser Komposition zu lösen. Doch mein Gefühl war es nicht. Und Jaiva mochte ich es in diesem Moment auch nicht zuschreiben. Welches Spiel spielte die Schülerin Nesrins also?

In Gedanken versunken stieg ich ebenfalls die Treppen hinauf. Und auch wenn das Licht hier immer noch schummerig war, fanden meine Füße ihren Weg mit beinahe schlafwandlerisch anmutender Sicherheit, die man wohl nur erlangte, wenn man diesen Weg schon hunderte Male gegangen war oder ihn eben genauso klar und deutlich sehen konnte wie bei gleißendem Tageslicht. Meine Überlegungen aber wandelten auf ganz anderen Pfaden. War Calla nicht klar, dass alles ablenkende, jeder Streit, es nur schwerer machen würde den Bann zu brechen? Denn so gerne ich es auch alles auf Jaiva schieben wollte, so war mir tief im Inneren doch klar, dass ich höchstwahrscheinlich auch etwas zum Gelingen der Entzauberung beitragen musste. Oder dass irgendetwas an unserem Verhalten sich ändern musste, damit diese launischen Amazonen-Götter, das Schicksal, das Große Unlicht oder irgendein anderer zu mächtig gewordener Scherzbold sein absurdes Spiel beendeten. Oder war es das? Wollte sie nicht, dass Jaiva und ich wieder getrennte Wege gehen konnten? Warum?

Ich erklomm hinter den beiden Frauen die letzten Stufen und sah kurz auf, als zur Abwechslung mal etwas Positives an dem Band zupfte. Die Aussicht, die sich einem hier oben bot, war wirklich atemberaubend. Lichtstrahlen tanzten über dem wieder erwachenden Blätterdach des Urwaldes, fingen leuchtende Insekten und Tautropfen auf den Blättern ein und erzeugten damit ein Bild, als wäre der gesamte Wald mit Juwelen besetzt. Paradiesisch anmutende Vögel mit langen Schwanzfedern und grellem Federkleid erhoben sich unweit von uns mit hohem Gesang in die Lüfte, tanzten kurz umeinander herum und schwebten dann dem Horizont entgegen. Mein Blick hellte sich etwas auf, vergessen waren für einen Augenblick Calla und der Bann, während ich neben Jaiva trat - zum Einen, um den Ausblick genauso zu genießen wie die junge Amazone, zum anderen, wenn das alleine nicht schon gereicht hätte, dann um das Ziehen zu mindern, das immer dann auftrat, wenn Jaiva ihrem Dickkopf folgend einfach irgendwo hin vorging. Doch dazu sagte ich nichts - zumal ich hinter uns leise Schritte hörte und feststellte, dass Calla sich zurückzog. Ich wandte den Blick zurück über das Blätterdach, sog die frische Luft und den Augenblick in mich ein, gönnte mir einen weiteren Herzschlag dieser friedlichen Stimmung und beschloss dann, dass wir nicht genug Zeit hatten, um ewig hier zu stehen. Auch wenn...es sich nicht schlecht anfühlte. Eigentlich viel besser, als ständig zu streiten. Gemeinsam in eine Richtung zu blicken war so viel...angenehmer. Doch wenn Calla zurück war, war ungewiss, wann wir erneut unter vier Augen sprechen konnten. Ich drehte den Kopf ein wenig in Jaivas Richtung. „Hast du Chancen darauf ihr den Posten als Nesrins Schülerin streitig zu machen?“, sprach ich ohne Vorwarnung das aus, wo meine Gedanken zuvor hängen geblieben waren.
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Beitrag von Jaiva am Do Apr 04, 2019 7:52 am

Gemeinsam spähten die beiden so unterschiedlichen Gelichter in den Morgen hinein, konnten den Urwald dabei beobachten wie er neuerlich erwachte und wenigstens für die Dauer einiger kostbarer Herzschläge, fühlte sich Jaiva wunderbar befriedet. Freilich, nichts hatte sich geändert – sie war weiterhin an einen Mann gebunden, den sie nicht nur ohne Erlaubnis in ihr Dorf gebracht hatte sondern auch noch in den Tempel… als ob ihr Leben zuvor nicht kompliziert genug gewesen wäre -, doch all die Schwierigkeiten wurden etwas leiser; so leise, dass sie ihren eigenen tiefen Atemzug hören konnte mit dem sie die frisch-morgendliche Luft in ihre Lungen sog.
Der ohnehin pergamentdünne Frieden wurde nur wenig später von Ciaran gebrochen, der mit seinen Fragen nicht bis nach dem Morgenmahl warten konnte – die dornige Amazone hatte seinen Willen etwas zu sagen bereits einige Herzschläge zuvor in Form von gebündelter Gedanken und jäh anschwellender Entschlossenheit aufgefangen, doch erst das, was er wissen wollte, sorgte schlussendlich dafür, dass ihr Blick von zweifachem Grün zu ihm schnellte. Etwas unwillig war ihr Gesicht mit seinen abgesenkten und einander angenäherten Augenbrauen anzusehen, doch zugleich wirkte sie verwundert.
„Ich?“, entglitt es ihr nur eineinhalb Herzschläge später. Ihre Stimme klang eine Spur höher als sie es für gewöhnlich war; das Gold darin schraubte sich einer Mischung aus Empörung und Unglaube entgegen. Unter anderen Umständen hätte sich vielleicht eine Spur Belustigung in ihre Antwort gemischt, doch wollte es sich nicht so recht in den von ihnen beiden gewebten Teppich aus Empfindungen passen.
Sie sagte ohne sonderlich viel Nachdruck oder offensichtlicher Angriffslust darin: „Bist du des Wahnsinns? Ich und eine Dienerin der Göttinnen? – Das ist wie du in diesem Dorf. Es passt nicht.“
…ja gut, sie hätte das auch ein bisschen umsichtiger verpacken können. Das wurde ihr in etwa zwei Herzschlägen nachdem die Worte gesprochen waren, auch bewusst; aber da war es natürlich wieder einmal zu spät. Sie versuchte noch zu intervenieren, indem sie hinterherschob: „Nein, nein wirklich nicht. So läuft das hier nicht.“
Und war da nicht eine Spur Misstrauen, die anzuschwellen drohte, denn er konnte bereits das ‚Warum?‘ im Rahmen ihrer skeptisch gewordenen Blicke erkennen.

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Beitrag von Ciaran am Do Apr 04, 2019 1:14 pm

Jaivas Antwort mochte mehr verraten, als sie beabsichtigt hatte. Nicht nur durch Mimik und Tonfall, sondern auch das, was von ihr ausging wusste ich, dass sie vollkommen aufrichtig war. Sie dachte nicht einmal daran. Anscheinend war sie keine Person, die nach dem strebte, was andere besaßen. Zumindest nicht in dieser Hinsicht. Ich seufzte innerlich. Als hätte ich das nicht schon vorher gewusst. Ich konnte es mir nicht erklären, betrachtete doch sonst auch immer alle misstrauisch und kritisch, doch bei ihr... Sie hatte ich nie so gesehen. Nicht ernsthaft zumindest.
Ich reagierte kaum auf das, was sie mir dann wieder vorwarf. Wie oft hatte sie mich in den letzten Stunden gefragt, ob ich wahnsinnig sei? Oder irgendeine andere Variante davon? Eigentlich war diese ständige Tirade doch nur durch ihren Schlaf unterbrochen worden. Warum konnte sie nicht länger schlafen? Da war sie ruhig, friedlich und... ich wagte es mir kaum selbst einzugestehen: Niedlich.
„Na dann ist ja gut.“ Ich wusste selbst nicht genau, was meine Worte sein sollten. Eine einfache Aussage? Eine Frage? Eine Warnung? Und konnte es mir nicht furchtbar egal sein? Bald wäre ich hier wieder weg und es ginge mich nicht das Geringste mehr an, was mich Jaiva, Nesrin, Calla oder sonst einer wandelnden Blumenzwiebel geschah! Außerdem konnte ich wohl wirklich nicht von unserer Gesellschaft auf diese hier schließen. Vermutlich hatte ich mir eh nur etwas eingebildet, aber... ‚Ich hatte den Eindruck sie freut sich, dass wir streiten‘. Sollte ich das sagen? Wozu? Vielleicht hatte das auch einen ganz anderen Grund oder war einfach dem geschuldet, dass ich hier nicht willkommen war. Vielleicht hatte es gar nichts mit Jaiva zu tun. Und selbst wenn ich es ihr sagte...sie warnte... würde sie nur aufgebracht reagieren und mich beschimpfen. Schließlich waren das ihre Stammesschwestern und ich ein... Lerchossohn? Das war es doch, was sie immer sagte, oder? Sowas wie ein Wahnsinniger.

Ich trat zu einem der am nächsten gelegenen Wasserbecken, betrachtete kurz mein Spiegelbild und tauchte dann meine Hände in das kühle Nass, um mir zumindest ein bisschen davon ins Gesicht zu spritzen und mich zu erfrischen. Alles andere war mir ja bisher verwehrt worden. Ob wir nachher wieder in dem Raum mit dem Becken sein würden? Vielleicht könnte ich noch einmal durch Zufall hineinfallen? Ich wartete bis die Wellen sich wieder geglättet hatten und zupfte dann meine Haare zurecht, so dass sie wenigstens in geordnetem Chaos lagen und ich nicht mehr so aussah wie gerade aus dem Bett gefallen.
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Beitrag von Jaiva am Do Apr 04, 2019 4:51 pm

Niedlich.
Wie konnte es ein Wort wie dieses in all seiner Bedeutungsschwere in den Sprachgebrauch eines Dunkelelfs schaffen, wenn Dunkelelfen doch für nicht mehr als Verkommenheit bekannt waren? Es war natürlich möglich, dass Ciaran auf seinen Reisen durch die fremde Menschenwelt die eine oder andere Begrifflichkeit aufgeschnappt und adaptiert hatte, allerdings konnte es auch eine andere Erklärung geben - eine Erinnerung an alte Zeiten; an einen Mann, der so gar nicht in eine Festung der dunklen Elfen passen wollte. Ein Mann wie Vincent Graunsteyn, der schon damals mit seinen sechsundzwanzig Lenzen mehr gesehen hatte als so mancher Bauer in Karatina am Ende seines beschwerlichen Lebens: ein Mann, der - wie er selbst behauptet hatte - nach Letum gefallen war ...obgleich er ganz genau gewusst hatte, dass er ein bisschen von der Wahrheit abgerückt war. Eine Menge Wahrheiten hatte er mitgebracht, doch über die 'gefährlichen Blüten der Grünen Hölle' hatte er nicht mehr zu sagen gewusst als dass sie genauso schön wie auch unerreichbar waren. Dann hatte er in typischer 'Vincemanier' geseufzt, gegrinst als ob er in einen Topf flüssigen Goldes gefallen wäre und seinem jungen Schüler zugezwinkert; seinem Schüler, den er vielleicht das eine oder andere Mal wenn er über aufgeschlagenen Büchern eingeschlafen und von einem vorwitzigen, glatten O wachgestupst worden war, als niedlich bezeichnet hatte.

Für so einen dunkelelfischen Lausebengel bist du ganz schön niedlich - wenn du schläfst, Kleiner.“

Ein schlafender Dunkelelf hatte freilich wenig mit einer wilden Frau der Grünen Hölle gemein... oder vielleicht doch? Was der Hexer wohl zu Jaiva gesagt hätte? Eben jene Jaiva, die sich nicht mit einer Antwort, die keine Antwort war, abspeisen lassen wollte.
Kaum da sich Ciaran einem der erhöht stehenden Wasserbecken zugewandt hatte, bezog sie ihm gegenüber Stellung, umfasste eine Kante und beugte sich mit geschmälerten Augen ein wenig zu ihm hinunter. Bedrohlich würde man sie nicht nennen wollen, doch äußerst energisch war ihr Auftreten dennoch.
„Wa-rum?“, verlangte sie jetzt mit etwas angehobener Stimme und ordentlich Nachdruck darin von ihm und biss sich auf die Unterlippe weil sie sich nicht in Mutmaßungen verlieren wollte um dem Lerchossohn keine zusätzliche Möglichkeit ihr auszuweichen zu liefern. Was auch immer ihm durch den Kopf spukte - sie wollte es wissen!
Dementsprechend unnachgiebig zeigte sich der Ausdruck ihres Gesichtes, den man durchaus einer Amazone zugestehen wollte - wild, unbändig und furchtlos.
Und, wehe, er wagte es auszuweichen! Sie hatte eine Fläche mit Wasser zwischen ihm und sich; und Jaiva würde sie benutzten wenn er sich nicht fügte! Im Wasserkampf hatten sie bekanntlich bereits ihre Erfahrungen gesammelt - wollte er nicht mit einer aufs Wasser aufditschenden Handfläche nassgespritzt werden, antwortete er ihr besser zügig!

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Beitrag von Ciaran am Fr Apr 05, 2019 10:17 am

Mein Blick richtete sich auf die Amazone. Ich hatte keine Lust auf neue Diskussionen, hatte aber das Gefühl egal was ich tat, ich würde sie heraufbeschwören. Sagte ich nichts, würde sich die Falte von Unbill über ihrer Nasenwurzel wohl nur noch vertiefen. Erklärte ich meine Gedankengänge, würde sie es ebenfalls nicht gutheißen. Wunderbare Aussichten. Also ablenken? Doch was wäre gut genug dafür? Vermutlich nichts, wenn ich das Funkeln in ihren Augen im Moment betrachtete.
„Denk selbst nach“, empfahl ich ihr und stupste mit der Fingerspitze gegen ihre Nase, die meiner viel zu nahe gekommen war. Die Vernunft riet mir, es dabei bewenden zu lassen, doch irgendwie fiel mir das furchtbar schwer. Vernünftig sein, wenn die pieksige Amazone involviert war? Das hatte sich von Anfang an als schwierig erwiesen. Auch wenn ich sah, wozu das Wasser zwischen uns einlud. Und auch, wenn das wieder einmal der Situation nicht angemessen wäre... so war es dennoch verlockend, denn wenn ich recht darüber nachdachte, hatte die Rauferei im Wasser am vorangegangenen Abend sogar..Spaß gemacht. „Ab heute Abend musst du schließlich wieder alleine auf dich aufpassen“, triezte ich sie. Gab es ein Wort, das hoffen und nicht hoffen gemeinsam Ausdruck verlieh? Dann hätte es den Zwiespalt, in dem ich mich befand, wohl auszudrücken vermocht. So jedoch...
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Beitrag von Jaiva am Mo Apr 08, 2019 9:23 am

Wenn man keine Ideen hatte, die der Problemlösung zuträglich waren oder eine Lösung so gut wie aussichtslos, was tat man dann? Richtig, man verschärfte die Umstände zu seinen Bedingungen hin! ...letztendlich aber hatte Ciaran dadurch eben jene Möglichkeit gewählt, die ihren ohnehin finsteren Ausdruck noch einmal um einige gewitterschwere Wolken erweiterte.
Wenn sie darüber hätte nachdenken wollen, dann hätte sie dies getan! Dafür brauchte sie keine neunmalklugen Hinweise von ihm! Kurz zuckten ihre Mundwinkel unwillig und das gefährliche Funkeln ihrer Augen hätte ihm klarmachen müssen, dass er den Rest seiner Gedanken besser gepfiffen hätte, doch natürlich konnte er es nicht darauf beruhen lassen. Und als ob das nicht schon genug gewesen wäre, spürte sie etwas, das sie jedwede Vernunft vergessen ließ: ihm machte das sogar Spaß! Dieser… !
Es gab einen winzigen Augenblick, in dem Empörung in ihr aufglühte wie ein Blitz im Dunkel einer mondlosen Gewitternacht, dann tat sie das, was sich zuvor schon so verführerisch angeboten hatte: Sie schlug mit der flachen Hand auf die Wasseroberfläche des Beckens, die ihrer beider Gesichter so trefflich wiedergespiegelt hatte, jetzt aber in Unruhe geriet als ein Schwall des kühlen Nasses in sein Gesicht spritzte.
„Als ob ich dich dazu bräuchte!“, zischte sie mit geschmälerten Augen. Aufpassen. Tz. Eine Amazone brauchte nichts und niemanden! Und erst recht keinen Mann! Das mochte vielleicht jenseits der Grenzen der Grünen Hölle der Fall sein, doch hier war das ganz anders.

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Beitrag von Ciaran am Mo Apr 08, 2019 10:44 am

Ich konnte nicht verhindern, dass sich ein Grinsen auf meine Lippen stahl, als ich ihre Empörung spürte. Und ebenso wenig, dass ich das wutentbrannte Funkeln ihrer Augen mit einem ebensolchen erwiderte, das jedoch viel mehr von Faszination und Begeisterung erzählte. Ich mochte es, wenn das zweifarbige Grün auf diese Weise aufblitzte, auch wenn es in den wenigsten Fällen etwas unmittelbar Gutes für mich verhieß. Trotzdem war der Kontrast zu ihrem dunklen Haar und ihrer gebräunten Haut etwas Einmaliges, das ich so noch nicht gesehen hatte und von dem ich auch nicht glaubte, dass ich es so bald wieder sehen würde. Das Wasser traf mein Gesicht, ließ mich kurz die Augen zusammenkneifen und kurz husten, doch dann wischte ich es mit dem Handballen weg und setzte zum Gegenangriff an. Sie hatte schließlich angefangen. Jetzt musste sie wohl auch das Echo ertragen können. „Na warte...!“ In meinem Tonfall konnte man hören, dass ich nicht wirklich sauer war. Viel mehr freute ich mich über einen Vorwand, um nun meinerseits die Hände tief ins Wasser tauchen zu können und einen Schwall in ihre Richtung zu schicken. Ich lachte und war mal wieder drauf und dran die Ernsthaftigkeit unserer Lage zu vergessen. Viel mehr war es, als holte ich etwas nach, was ich in meiner Jugend niemals mit Gleichaltrigen hatte erleben dürfen: Unbeschwertes Herumalbern. Warum gerade die pieksige Amazone dazu prädestiniert schien Dinge heraufzubeschwören, die mir bisher nicht hätten ferner liegen können, entzog sich meiner Kenntnis, aber ich genoss den Augenblick. Vielleicht lag es auch einfach daran, dass ich keinerlei böswilligen Intentionen in ihr spüren konnte und noch niemals diese Gewissheit in meinem Leben genossen hatte. Ich wusste es nicht. Aber es war... schön. Einfach nur schön.

Hast du das gemeint, alter Mann? Ich tauchte die Hände erneut ins Wasser.

So viele seiner Worte waren mir ein Rätsel gewesen, waren mir einfach nur unsinnig erschienen... und doch hatte ich an seinen Lippen gehangen, wann immer er erzählt hatte - nicht ohne ihm hinterher ausführlich zu erklären, dass er Schwachsinn redete, fantasierte oder einfach komisches Zeug redete. Aber aufgesogen hatte ich doch jede Silbe. Und tief in meinem Herzen hatte ich sie glauben wollen und gehütet wie einen Schatz, den ich jetzt neu entdeckte.
Meine Bewegungen erstarben, als mich ein ganz anderer Gedanke wie ein Blitz traf: Was, wenn ich noch nicht bereit war Jaiva wieder loszulassen? Sollte die Amazone einen neuen Wasser-Angriff planen, würde ich diesen jetzt wohl einfach ohne jedwede Gegenwehr über mich ergehen lassen müssen. Zu geschockt war ich von der Absurdität dieses Gedankens.
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Beitrag von Jaiva am Mo Apr 08, 2019 11:48 am

Es war mit Nichten der Schwall jäh in ihr Gesicht platschenden Wassers, der sie in diesem Augenblick am meisten aus dem inneren Gleichgewicht bringen sollte, sondern das, was Ciaran ihrem Zorn entgegenzusetzen wusste: Freude.
Was stimmt denn nicht mit dir?!, wollte sie ihm entgegenschmettern, scheiterte allerdings bereits an der Grundvoraussetzung ernst zu bleiben und so brach anstatt ermahnender Worte ein schnaubendes Prusten aus ihr hervor während ihr Wasser vom Kinn tropfte.
Eigentlich wusste Jaiva ganz genau, dass das Wasser zur Erfrischung und dem Ausgleich der Kräfte …oder so… bereitstand und keinesfalls dazu gedacht war damit herumzualbern, allerdings wäre jetzt aufzuhören einer Niederlage gleichgekommen und außerdem hatte er sie sehr viel mehr nass gespritzt als sie! Das schrie geradezu nach einem Vergeltungsschlag, der just in dem Augenblick über ihn kam als er abgelenkt schien. Ha! Wie konnte man in einem solchen Moment seine Verteidigung nur so sträflich vernachlässigen? Die Quittung folgte auf dem Fuße, denn sie setzte zu einem zweigeteilten Manöver an – erst warf ihm die eine Hand eine gehörige Ladung Wasser entgegen, dann die andere.
„Schau nicht wie ein kleiner Orang-Utan am Badetag!“, rief die dornige Amazone dabei. Dies schien wohl das amazonische Pendant zu ‚wie eine Kuh wenn’s donnert‘ zu sein schien, denn ihr war es unmöglich gewesen zu übersehen wie seine Unbeschwertheit plötzlich allen Glanz verloren hatte. Doch wer wäre sie gewesen wenn sie jetzt aufgehört hätte? Vielleicht war es eine Finte! Nein, die zweifache Flut kam über ihn und auf der anderen Seite des Beckens ragte sie auf wie ein dunkler Turm, so weit hinabgebeugt, dass sie sich provokant-lässig auf der Kante aufstützen konnte. Sie grinste herausfordernd.

Um die beiden herum hatte sie sich eine frühmorgendliche Landschaft aus Wasserlachen gebildet und es kümmerte sie nicht einmal, dass sie just in diesem Augenblick mit ihrem linken Fuß in einer stand. Apropos stehen – im großen Durchgangsbereich war die hell gekleidete Gestalt Callas zu erkennen, die wohl nur in einem der Nebenräume verschwunden war um einen Korb mit Obst zu holen und nun einen reichlich verdatterten Eindruck machte. Wie schnell war die Stimmung bitte umgeschlagen? Sie kam gerade richtig um Jaivas Lachen zu hören, woraufhin sie die Lippen kurzzeitig fest aufeinander presste ehe sie dazu überging so zu tun als wäre das gar nicht geschehen, denn sie schickte sich dazu an die Pfützenlandschaft großflächig zu umgehen und einen der Tische anzusteuern, auf dem sie den Korb abstellte, ehe sie sich in einer fließenden, würdevollen Bewegung niederließ.
Seid ihr jetzt fertig mit spielen?“, fragte sie und wenngleich Ciaran nicht würde verstehen können was sie genau gesagt hatte, so sprach ihr Tonfall Bände. Oh, all das war nur oberflächlich, freilich, doch wie laut war das Flüstern des Windes wenn doch Jaivas Lachen in einen Moment des Erstarrens übergegangen war?

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Beitrag von Ciaran am Mo Apr 08, 2019 1:00 pm

Ein Schwall Wasser nach dem anderen ergoss sich über mich. Meine Haare und mein Oberteil waren längst wieder nass, doch ich konnte mich einfach nicht aus meiner Erstarrung lösen. Ich stand einfach da und betrachtete die Amazone, deren Wut sich in einem Lachen aufgelöst hatte. Ihre Haare wirkten zerzauster als nach der Nacht. Zudem war auch sie nass geworden. Einige Tropfen hingen an Haarsträhnen oder lösten sich bei ihren Bewegungen wie winzige, aufgeschreckte Schmetterlinge von ihr und stoben in die Luft. Ich sah, wie ihre Lippen sich bewegten, Worte formten und merkte, wie diese keinen Sinn in meinem Bewusstsein ergaben. Sie hatte sich etwas vorgebeugt und noch immer lag dieser Ausdruck in ihren Augen, den ich so wunderbar fand, der eine Herausforderung war, von unbeugsamem Stolz erzählte, keiner Hilfe bedurfte und trotzdem schützenswert war.

Auch ich machte einen Schritt nach vorne. „Jaiva, ich... ich glaube...“ Ich will nicht gehen. Noch nicht. Ich konnte es nicht aussprechen. Und selbst, wenn ich doch noch den Mut für diese Wahrheit gefunden hätte, kam mir in diesem Moment Calla zuvor, die plötzlich wie aus dem Boden gewachsen wieder im Raum stand. Wie hatte ich sie nicht bemerken können? War ich so abgelenkt gewesen? Sträflich!, schalt ich mich selbst und ahnte doch gleichzeitig, dass es mir mit Jaiva in meine Nähe öfter so gehen konnte.

Das Lachen der Amazone verstummte und schon alleine dafür schien mein Blick aus kalten Klingen zu bestehen, als ich mich an die Priesterschülern wandte. Ich hatte nicht verstanden, was sie gesagt hatte, doch eines war mir sonnenklar: Ich war ein Vorwand. Der Wind log nicht. „Du kannst es nicht ertragen, wenn sie lacht, oder?“, schoss ich in Richtung der blassen Amazone und lieferte Jaiva damit gleichzeitig einen Teil der Antwort auf ihre vorangegangene Frage. „Ziemlich armselig“, setzte ich hinzu. Ihr Verhalten, das der anderen Amazone am Vorabend...all das machte mich wütend. Nicht um meinetwegen, sondern wegen Jaiva. Nicht den Hauch einer Sekunde lang war etwas gehässiges, schlechtes, missgünstiges ihren Schwestern gegenüber über unser Band zu mir geschwappt. Im Gegenteil. Sie schien mir wie eine Knospe, die statt Licht nach Anerkennung und Unbeschwertheit lechzte, um aufzubrechen. „Woher die Missgunst? Neidisch wegen der fehlenden Pflanzenteile? Vielleicht solltest du dir irgendeinen stinkenden Pilz auf die Nase kleben...“ Die Amazonen und ihre Kultur waren mir noch immer ein Rätsel, doch irgendetwas musste das Ganze zu bedeuten haben. Schließlich reagierte Jaiva jedes Mal komisch, wenn der Begriff Dorne fiel. Wenn es also wirklich irgendetwas mit der Amazone oder ihrem Charakter zu tun hatte, dann schien Calla...unvollkommen. Als könnte sie trotz ihres Gewandes, ihres überheblichen Tones oder ihrer ansonsten makellosen Gesichtszüge nicht über irgendetwas hinwegtäuschen, das sich in ihrem Inneren abspielte.
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Beitrag von Jaiva am Mo Apr 08, 2019 3:48 pm

Kurz bevor Calla auf der Bildfläche erschien, geschah etwas ganz und gar Seltsames; etwas, das Jaiva trotz des Bandes, das Fluch und Segen zugleich war, nicht im vollen Umfang erfassen konnte, denn was auch immer in Ciarans Kopf vorgehen mochte - sie spürte davon lediglich das nonverbale Echo seiner Gedanken. Eben jenes Echo sollte es sein, das ihr Lachen auslöschte kurz bevor es von der anderen Amazone zum Verstummen gebracht werden konnte. Es geschah beinahe gleichzeitig.
Was… war das? ...hatte das noch mit ihrem Spiel zu tun, das wohl jeder als kindisch bezeichnet hätte?
Nein, so fühlte sich das nicht an. Das, was sie empfing, war zu... schwer. Zu weitreichend. Die Erkenntnis sich unmöglich aufzuführen wäre definitiv anders gewesen. Aber was war es dann? Die ungeschliffenen Worte machten es keinesfalls besser und die dornige Amazone wurde von der Böe desselben Gefühls erwischt. Sie wusste nicht was in ihm vorging, doch das, was zu ihr durchdrang, genügte vollauf um sie fassungslos zu machen. Was bei den Zweien und Zwölfen geschah hier?!
Was?!, lag es ihr kämpferisch auf den Lippen während die Blicke ihrer Augen tief in denen ihres Gegenübers versenkt waren. Wie ein Gewitter sah sie ihn an und doch nicht; Unsicherheit ließ sich zumeist vortrefflich mit vorgespieltem Zorn übertünchen. Nur zu dumm, dass eine solche Maskerade nicht funktionierte wenn der andere einem mitten ins Herz blicken konnte. Das… gefiel ihr nicht. Das gefiel ihr ganz und gar nicht!
Callas Erscheinen machte es jedoch keinesfalls besser, denn jetzt hing nicht nur etwas Unausgesprochenes zwischen ihnen, nein, Nesrins Schülerin hatte das – was auch immer das war – gesehen. Unwillig blickte sie von Ciaran zu ihrer Stammesschwester hin und herzschlagsdrauf kochten die Wogen schon über.
Göttinnen! Was war hier bitte los? Und warum erdreistete er sich für sie zu sprechen?! Wenn sie etwas zu sagen gehabt hätte, dann wäre sie durchaus selbst in der Lage gewesen dies hervorzubringen! Dennoch fiel es ihr schwer ihm wirklich böse zu sein, denn… wann hatte sich zuletzt jemand für sie stark gemacht? Eiris hatte es getan, doch das, nun, das war etwas anderes gewesen. Sie hatten dasselbe Schicksal geteilt und waren einander durch all die gemeinsamen Erlebnisse vertraut geworden, und… – über alles andere wollte Jaiva gar nicht nachdenken!

Wäre ihre Haut dafür geschaffen gewesen blass zu werden, dieser Augenblick war prädestiniert dafür, doch das Entsetzen konnte man ihr dennoch ansehen. Calla mochte zwar auf ihren Unterschenkeln sitzen, die Hände auf ihren Oberschenkeln niedergebettet, doch ihre Haltung war sehr gerade – ihre Lektionen hatte sie definitiv verinnerlicht. Sie war eine Dienerin der Göttinnen und als solche durfte sie sich nicht vom Wahnsinn eines Mannes berühren lassen, dennoch kroch etwas Seltsames über ihr Gesicht, funkelte in ihren Augenwinkeln während sie Ciaran ansah bis er geendet war.
Bis. zur. letzten. Silbe.
Und selbst als er verstummt war und sie sich an Jaiva wandte, löste sie ihre ozeantiefen Blicke nicht. „Was hat er gesagt?“, verlangte sie zu wissen und als die angesprochene Stammesschwester nicht rasch genug reagierte, nannte sie diese beim Namen. „Jaiva. Sag es mir!“

Ja. Und jetzt durfte sie sich beglückwünschen – sie saß inmitten eines sich ankündigenden Streits und war nicht gewillt sich mit hineinziehen zu lassen.
Mein Arcum ist nicht so gut wie deines; aber nicht so schlecht, dass ich Beleidigungen nicht von normal gesprochenen Worten unterscheiden könnte“, fügte Calla ermahnend hinzu und je länger sie sprach und je größer das Dilemma wurde, in dem sich Jaiva gefangen sah, desto mehr legte sich etwas Unruhiges in den Wind, etwas, das sehr schwer zu greifen war. Ein Drang. Verlangen? Irgendetwas war ganz und gar nicht in Ordnung mit Nesrins Schülerin, so viel stand fest. Und um Jaiva, der diese Facette ebenfalls nicht zu entgehen schien, wurde es sehr, sehr leise. Da war es wieder, das unterschwellig wabernde Gefühl von Befangenheit.
Und dann hatte die dornige Amazone genug. Glühenden Blickes sah sie von Ciaran zu Calla und schlug ein Mal mit der flachen Hand auf die Kante des Wasserbeckens. „Wenn ihr nicht in der Lage seid miteinander zu streiten, dann werdet ihr beiden es auch bleiben lassen! - Melva und Vinu noch eins!!“, schalt sie die beiden – zuerst in Arcum und dann auch auf Ferus. Nur der letzte Teil blieb das was er war: ein Ausdruck ihrer Unzufriedenheit, die man nicht übersetzen musste.
Und dann? Dann schnaubte sie, blitzte Ciaran an und wenn er nicht gewillt war mit ihr hinüber zum niederen Tisch kommen wollte, würde sie ihn mitzerren, bei den Göttinnen!

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Beitrag von Ciaran am Di Apr 09, 2019 9:16 am

Wieder einmal verschränkte ich die Arme vor der Brust. Da war es also wieder. Genauso, wie ich es vorhergesagt hatte. Die Enttäuschung schmeckte trotzdem nicht weniger bitter, während ich mir jedoch Mühe gab keine Miene zu verziehen und Callas Blick genauso stur erwiderte, wie sie anscheinend vor hatte mich mit ihren Augen zu durchbohren. Sei es drum. Was die hellhäutige Amazone tat oder nicht tat, war mir herzlich egal. Nur eben nicht, wenn sie so mit Jaiva umging wie zuvor. Dabei sollte ich mir das wohl möglichst schnell wieder abgewöhnen, da es unvernünftig - um nicht zu sagen dumm - war. Von der dornigen Amazone hatte ich anscheinend weder Dankbarkeit noch Beistand zu erwarten. Und trotzdem war ich jetzt schon zum zweiten Mal so dumm den gleichen Fehler zu machen. Das sah mir wirklich gar nicht ähnlich.

„Ich streite nicht. Ich sage meine Meinung, Dornenbusch.“ Ja, das war sie. Dornig und pieksig. Und daran musste ich mich unbedingt das nächste Mal erinnern, wenn wieder irgendetwas anderes in mir aufkommen wollte. Dornig und pieksig. Die Amazone schien den Tisch ansteuern zu wollen, an dem auch Calla saß und so wenig es mir auch gefiel näher an diese falsche Schlange heran zu treten, so würde ich mir doch nicht die Blöße geben mich bitten oder ziehen zu lassen, geschweige denn das Band so weit zu strapazieren bis es uns beeinträchtigte. Ich setzte also eine Maske der Gleichgültigkeit, gepaart mit einem leichten, arroganten Lächeln auf, während ich mich unter Callas aufmerksamen Blicken ebenfalls auf sie zu bewegte. Du brauchst dich nicht zu verstellen, schien es zu sagen. Ich kenne die Abgründe deiner Seele sehr genau. Und auch wenn der Wind mir nicht verraten konnte, was im Detail ihr Problem war, so spürte ich doch, dass sie nervös wurde, auch wenn sie ebenfalls eine Fassade aufrecht zu erhalten suchte. Mein Mundwinkel zuckte noch ein wenig nach oben. Sollte sie sich ruhig unwohl fühlen. Dann hätte ich wenigstens einen Teil meiner Ziele erreicht. Ohne auf eine Einladung oder ähnliches zu warten griff ich in den Korb und suchte mir die erstbeste schmackhaft aussehende Frucht heraus. Ich betrachtete sie noch einmal eingehend, warf das apfelähnliche Gebilde eine Handlänge in die Höhe, fing es wieder auf und horchte sowohl durch Band als auch Wind auf die Reaktionen der Amazonen. Sollte ich keine suspekten, hämischen, schadenfreudigen Dinge auffangen, würde ich hinein beißen. Sollte irgendetwas mir merkwürdig vorkommen, würde ich mit dem Essen unter einem Vorwand noch warten bis wenigstens eine der anderen sich auch etwas genommen hatte. Schließlich hatte ich keinen Bedarf mich zu blamieren - sei es nun, weil die Frucht scheußlich schmeckte und Calla sie nur aus purer Böswilligkeit in den Korb getan hatte, oder weil man sie erst schälen musste oder sonst irgendwas.
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Beitrag von Jaiva am Di Apr 09, 2019 11:41 am

Einen Moment lang begann Jaivas Entschlossenheit zu flackern, denn wieder spürte sie Enttäuschung am eigenen Leib, die sie nach kurzem Überlegen eindeutig Ciaran zuordnen konnte – sie war nicht enttäuscht, nein, sie war gleichermaßen verunsichert wie auch ärgerlich, was durchaus dem Gefühl geschuldet sein mochte, dass ihr die Dinge eindeutig über den Kopf wuchsen. Diese Situation überforderte sie, denn sie machte es ihr schwer mit der üblichen Rücksichtnahme auf Calla einzuwirken, bedeutete dies doch im Umkehrschluss, dass sie den an sie gebundenen Mann traf – und ganz gleich wie er das, was er über das übersinnliche Band wahrnahm, mit dem, was der Wind von Nesrins Schülerin zu ihm wehte, in Einklang bringen mochte; da war eindeutig etwas zwischen diesen beiden Amazonen. Dieses ominöse Etwas erwies sich allerdings als dermaßen unbeständig, dass ein einziges Wort nicht genügen würde um es zu beschreiben. Es war ein Wust sehr gegensätzlicher Gefühle, die jetzt obendrein durch das gestört wurden, was die hellhäutige Amazone ihm auf der zwischenmenschlichen Ebene zu entgegnen hatte. Sie mochte ihn nicht, so viel stand fest. Ganz und gar nicht, vielleicht hasste sie ihn sogar, doch war das nach dem, was die dornige Amazone über ihr Volk erzählt hatte, verwunderlich? Nun, Nesrin empfing allem Anschein nach den Willen der Göttinnen, doch ihr Verhalten hatte nicht einmal ansatzweise dem Verhalten ihrer Schülerin entsprochen. Ablehnung war es nicht was er von der blinden Hohepriesterin aufgefangen hatte – nun war es aber so, dass es nicht dem Wesen einer Frau entsprach, die bereits so manches Jahrzehnt an Erfahrung gesammelt hatte, sich voreilig eine Meinung zu bilden.
…vielleicht war es also die Erfahrung, die Calla fehlte?

Kaum da Ciaran jedenfalls seine Worte an Jaiva gerichtet hatte, der nichts anderes übrig geblieben war als neuerlich zu innerer Stärke zu finden, hob auch die andere Amazone ihre Stimme, hielt ihren Blick jedoch weiterhin unerschütterlich auf den jungen Mann gerichtet, den sie die wahre Bedeutung von ‚Lerchossohn‘ zu spüren lassen gedachte. Das war keinesfalls schön.
Mit geschmälerten Augen sagte sie in sehr ruhigem Tonfall: „Du solltest ihm nicht zuhören. Seine Worte sind Gift.“ Worte, die Jaiva innerlich seufzen ließen.
…ja, dieses Frühstück hatte eindeutig das Potenzial das angenehmste Frühstück aller Zeiten zu werden – brausender Wind und tosendes Wasser und sie dazwischen. Dabei war es nicht einmal so, dass sie ihre Stammesschwestern sonderlich gut leiden konnte und dennoch nistete eine tiefe Sehnsucht in ihrem Herzen. Es war eine Sehnsucht, die ein Dunkelelf unter einem anderen Begriff kennen würde, denn eigentlich war Anerkennung auch nichts anderes als der Wunsch geliebt zu werden. Es war genauso trivial wie es wahr war.
Als es darum ging sich am Tisch niederzulassen, wählte die dornige Amazone den Platz, der sich zwischen Ciaran und Calla befand – nur für den Fall der Fälle.
Und wenngleich der junge Mann verstimmt sein mochte – oder gerade weil er es war…? -, gedachte sie ihn nicht hängenzulassen. In einem Augenblick wie diesem war das Band wieder einmal von Vorteil, denn er konnte ihre gesteigerte Aufmerksamkeit spüren, eine Verdichtung ihres Willens, denn sie nahm sich eine Frucht derselben Art zur Hand sowie ein schmales Messer mit einer langen Klinge mit dem sie die nahezu runde Frucht mit einigen wohlplatzierten Einschnitten so traktierte, dass sie sich in einzelnen Spalten aufklappen ließ. Hatte er sich nicht einfach eine Banane nehmen können? Das wäre deutlich einfacher gewesen. Dennoch brachte ihn Jaiva nicht in Verlegenheit, in dem sie ihm ihre Frucht überließ sondern reichte lediglich das Messer an ihn weiter. Der Effekt war übrigens bemerkenswert – der essbare Teil bestand aus einzelnen, dunkelrot glänzenden Kernen, die in hellgelbe Trennwände eingebettet waren. Man musste also zusehen, dass man seine Schnitte richtig ansetzte. Aber auch das hatte sie ihm gezeigt. Es gab da nämlich einen Trick – man konnte die Stellen erfühlen, wenigstens wenn man aufmerksam war. Ihr Zeigefingerkuppe war darüber geglitten.

Währenddessen begann sie sich mit Calla zu unterhalten, denn es gab so manches, das sie wissen wollte. „Lass das meine Sorge sein. In Ordnung? Verrate mir besser warum Nesrin ins Dorf gegangen ist.“ - „Das ist nicht nur deine Sorge. Es sind andere Amazonen gekommen. Vom Stamm im Norden und so wie ich das gehört habe, stellen sie sehr unbequeme Fragen. Über eine Amazone mit Dornen und -“ Callas Blick zuckte kurz zu dem Dunkelelf hin „-einen Mann.“
Derweil war sie dazu übergegangen sich auf ihren Unterarm aufzulehnen, ein wenig in Richtung eben jener Amazone zugewandt, die eindeutig Dornen ihr Eigen nannte und blickte wieder auf diese sehr intensive Art und Weise zu dieser hinüber. „Ist es wahr was Nesrin sagte?“ - „…was hat sie dir denn erzählt?“ – Calla senkte ihre Stimme noch mehr einem verschwörerischen Flüstern entgegen. „Dass die Götter dich mit ihm verbunden haben?“ Und so wie sie das sagte, klang das in Jaivas Ohren wie etwas, das nicht nur frevelhaft sondern auch schmutzig war. Ehhhhh.
Daher wehte der Wind, was? „Hör mal. Calla. Das ist definitiv nicht wie du denkst“, wagte Jaiva einzuwenden. Was für eine Unverschämtheit! Die angehobene Augenbraue der hellhäutigen Amazone machte es genauso wenig besser wie deren zweifelhafter Blick, der etwas zum Ausdruck brachte, was an geteiltes, geheimes Wissen gemahnte. Du hast schon anderes getan, sagte dieser.
Spätestens jetzt war es allerhöchste Zeit zu sehen wie weit Ciaran mit der krümeligen Kernefrucht war! Bei den Göttinnen... Calla hatte vielleicht Nerven. Das war ein Mann. Ein Ma-ann!!
Die Priesterschülerin indes sollte nicht einmal mitbekommen haben wie das Messer seinen Besitzer gewechselt hatte, wenigstens war ihre Aufmerksamkeit für den Moment sehr abgelenkt, wenn nicht sogar gebannt.

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Beitrag von Ciaran am Di Apr 09, 2019 7:31 pm

Zunächst zeigte ich mich von meiner bockigen Seite und versuchte alles, was von Jaiva kam so weit es ging auszublenden. So weit es eben ging. Ich wollte mich nicht damit beschäftigen, wie sie sich fühlte. Warum sie unsicher war, ärgerlich oder irgendetwas anderes. Schließlich gab sie sich ja auch keine Mühe, oder? Es folgte ein Seitenblick zu der dornigen Blume. Vielleicht... wie viel von allem, was mir durch den Kopf ging, hatte sie verstanden? Also wirklich verstanden...? Wäre ich in dieser Situation frei gewesen... hätten mir nicht zwei Amazonen gegenüber gesessen... wäre ich nicht mein ganzes Leben lang darauf bedacht gewesen so wenig von meinen Gedanken wie möglich nach außen dringen zu lassen... hätte ich nun vermutlich peinlich berührt zu Boden geblickt, wäre errötet und hätte irgendetwas gestammelt, das versucht hätte die Dinge zu erklären und zu retten, was zu retten war. Aber so war ich nicht und so war die Situation auch nicht. Also schloss sich einmal mehr eine eiserne Mauer um mein Herz und versuchte alles wegzuschieben, was nicht in das Bild passte, das ich abgeben wollte... in das ich so lange gezwungen worden war. Ich zog mich auf das zurück, was ich konnte, was sicheres Terrain war: beobachten, studieren, Dinge aufnehmen und entscheiden, wie sie mir nutzen konnten. Und so entgingen mir keineswegs die kleinen Bewegungen, mit denen Jaiva die Frucht abtastete und dann ihre Schnitte setzte. Zweifel schoben sich in mein Bewusstsein, denn ich spürte die Aufmerksamkeit der dornigen Amazone. Versuchte sie mir zu helfen? Oder war es Zufall, dass sie mir das Geheimnis der Frucht verriet. Ich verstand sie einfach nicht. Sollte ich nun dankbar sein? Konnte man willentlich ein Gefühl über dieses Band schicken? Und... wollte ich das überhaupt? Nein. Ein später fallengelassener Kommentar, den sie so oder so interpretieren konnte wäre viel besser. Unverfänglicher.

Ich fing die Frucht geschickt wieder auf, nahm das wortlos dargebotene Messer an und setzte es mit einer Geschicklichkeit an, die wohl jenen vorbehalten war, die dieses Werkzeug öfter in den Händen hielten und in unterschiedlichstem Gewebe versenkten. Gegen das Fleisch eines Menschen war die Frucht geradezu weich und es kostete kaum Kraft sie aufzutrennen. Ein winziges Gefühl des Triumphes wallte in mir auf, als ich die exotische Ernte genauso einfach öffnen konnte wie die Amazone zuvor. Sie sollten bloß nicht denken, dass ich ihnen unterlegen war! Niemals! Auch wenn dieser Gedanke vielleicht kindisch anmuten mochte, wenn es um Essen ging, das fester Lebensbestandteil der beiden Frauen, für mich aber vollkommen fremd war. Trotzdem. Ich wollte keine Schwäche zeigen. Vor niemandem. Denn ich hatte oft genug bitter erfahren müssen, dass sie im Handumdrehen gegen mich verwendet werden würde. Und sei es nur, weil ich etwas oder... jemanden... zu gerne mochte. Ich verdrängte die Gedanken an die düsteren Tage der Festung und biss entschlossen in den ersten rötlichen Kern. Saftige Süße breitete sich in meinem Mund aus und hätte ich es mir gestattet, hätte ich nun genießerisch die Augen geschlossen. Aber der Feind saß keine zwei Armeslängen von mir entfernt. Dennoch tat ich so, als würde die merkwürdige Frucht meine gesamte Aufmerksamkeit beanspruchen, während ich doch auf alles lauschte, was die Amazonen nicht in Worte fassten - und was ich damit eventuell verstehen konnte. Denn auch wenn ich das Gefühl hatte das ein oder andere Wort des Singsangs schon einmal gehört zu haben - die Bedeutung erschloss sich mir dennoch nicht. Nesrins Namen konnte ich identifizieren und ich spürte beinahe, was Jaiva wissen wollte. Warum war sie fort? Und was mir viel wichtiger war: Wann kam sie wieder? Denn auch wenn die alte Frau eben auch das war - und noch dazu eine Amazone - irgendwie war sie mir... sympathisch. Vielleicht, weil auch das Jaivas Gefühl zu ihr war, während sie dieser Amazone hier gegenüber irgendwie... zurückhaltend, ängstlich... befangen wirkte. Ich vermochte es nicht richtig zu greifen. Ob sie etwas mit Jaivas Geliebter zu tun gehabt hatte? Vielleicht die Schwester der Toten? Aber müssten da dann nicht noch mehr Schuldgefühle sein? Obwohl da etwas zu existieren schien, aber...genug? Ich überlegte verschiedene Varianten, kam jedoch zu keinem einleuchtenden Ergebnis, was ziemlich frustrierend war, wenn man aus dem Gespräch ausgeschlossen blieb. Und warum zum Henker senkte die andere jetzt die Stimme? Sie brauchten eh keine Angst haben, dass ich sie verstand! Dumme Kuh... Dennoch lauschte ich unwillkürlich auf und versuchte eine Verbindung zwischen dieser und irgendeiner anderen Sprache herzustellen, die ich kannte. Vergebens. Wer hätte mir auch etwas über die Sprache der Amazonen beizubringen vermocht? Selbst wenn ich gefragt hätte?

Nur Jaivas Reaktion...die innere Reaktion auf Callas Worte ließ mich stutzen und führte dazu, dass ich mich verschluckte. Ein wenig schockiert - wohl das Ebenbild von Jaivas Innerem - und verwirrt blickte ich ihr entgegen. Was...war denn jetzt schon wieder? „Was spinnt sie sich zusammen?“, fragte ich nun an Jaiva gewandt. „Ach egal. Sag ihr einfach, dass es absurd ist. Oder... nein, sag es ihr nicht. Es ist nämlich völlig egal, was sie sich ausdenkt. Oder glaubt. Oder sagt.“ Die letzten Worte waren auch halb an Calla gerichtet, von der ich immer noch nicht wusste wie viel sie verstand und wie viel sie verstehen wollte. Aber sie konnte ruhig wissen, dass ich auf ihre Meinung einen feuchten Kehricht gab.
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Beitrag von Jaiva am Fr Apr 12, 2019 11:27 am

Warum bist du nur immer ...so...? Denn anstatt das kleinste aller Friedensangebote anzunehmen und vielleicht eine Winzigkeit von... wenigstens Zufriedenheit zuzulassen, fing sie lediglich das Echo eines seltsamen Wusts auf, den sie nicht durchblicken konnte. Sie hatte ihm doch nur gezeigt wie er keine Sauerei auf dem Tisch veranstaltete, mehr nicht. Man…
Ciaran sagte etwas; aber der Fokus von Jaivas Augen ruhte noch immer auf denen der anderen Amazone. Blick in Blick standen sie sich und das, was über Band und Wind zu dem Dunkelelf durchdrang, blieb verwirrend. In einem Augenblick wie diesem hätte alles passieren können, denn er schien in zähflüssiges Harz getaucht zu sein - etwas Unausgesprochenes schwebte zwischen den beiden jungen Frauen; ein groteskes Verlangen, gegenübergestellt dem Befremden, das Jaiva verspürte und sie hilflos machte.
Jetzt aber zuckten ihre Augen zu ihm hin, gar so als hätte sie sich grade erinnert, dass er überhaupt da war. Bei den Zweien und Zwölfen! Konnte man einen Moment wie diesen noch komplizierter machen? - die Antwort lautete ganz klar: Ja, Mann konnte das.
„Das habe ich ihr bereits gesagt“, gab sie ihm entschieden zu verstehen als sie sich wieder ein wenig gefangen hatte, doch sie klang eindeutig ruhiger als sie war und er, er spürte alles davon - Enttäuschung, Zorn, Entrüstung. Das war also das Bild, das Calla von ihr hatte, ja?! Dass sie sich schlichtweg auf alles einließ nur weil sie unkonventionelle Wege gegangen war um ihr magisches Potenzial zu verstehen? Das war gemein und obendrein eine Unterstellung. Nesrins Schülerin hatte es so viel einfacher gehabt - auserwählt von den Göttinnen, ein Leben im Tempel, größtes Ansehen im Dorf. Neid und Missgunst suchte man vergeblich bei Jaiva. Oh nein. Sie hatte kein Problem damit, dass Calla und nicht sie die nächste Hohepriesterin sein würde. Es störte sie lediglich, dass der anderen Amazone alles so... zugeflogen war während sie immerzu hatte kämpfen müssen.

Jetzt glitt der Blick zweifachen Grüns wieder zu Calla, der sie mit großer Bestimmtheit und hörbarer Reserviertheit mitteilte: „Ich sage es nur noch ein Mal: Du irrst dich.“
Daraufhin verlor die hellhäutige Amazone während eines langsamen Blinzelns den seltsam entrückt-starrenden Blick und setzte sich wieder aufrecht hin. „Wenn du das sagst“, antwortete sie und senkte für ein paar Herzschläge lang die Lider über die Augen, was ihr einen versonnen-würdevollen Ausdruck verlieh, doch dabei blieb es nicht. Ihre folgenden Worte klangen beinahe ein wenig verwegen, wenn nicht sogar neugierig. „...auch wenn ich es verstehen könnte. Er sieht fast wie ein Mädchen aus. Zumindest hat er kein Fell im Gesicht.“
Und obschon die dornige Amazone mit einem „Das spielt überhaupt gar keine Rolle.“ abwiegelte, ließ sich diese dazu verlocken einen Seitenblick zu Ciaran gleiten zu lassen. Nun… Calla hatte nicht Unrecht, denn sein Gesicht entsprach ganz und gar nicht dem Bild, das die Lehren zu vermitteln versuchten, doch ehe diese mehr dazu sagte, schob Jaiva dem Frage-und-Antwort-Spielchen einen Riegel vor – sie brauchte keinen fürsorglichen Windhauch, der ihr den Willen des Gegenübers begreiflich machte; sie wusste auch so, dass da noch mehr gekommen wäre. Daher begann sie nun sich nach Einzelheiten zu erkundigen, versuchte so manches herauszufinden und erhielt doch nur knappe, mit einem Kopfschütteln begleitete Antworten.
Nur ein Mal wurde Calla ein wenig ungemütlich, denn sie sagte mit hörbarer Verärgerung in der Stimme: „Natürlich habe ich niemandem etwas gesagt. Du weißt ganz genau, dass ich schweigen kann.“ Hier war es wiederum Jaiva, die ihre Lippen aufeinander presste und damit aufhörte so zu tun als interessiere sie sich fürs Frühstück. Sie hatte keinen Hunger.
Stattdessen wandte sie sich an Ciaran: „Erinnerst du dich noch an die Amazonen, die uns beim Hochklettern erwischt haben? Du weißt schon - die, die so nett waren. Calla meint, dass sie hier wären und nach uns suchen. Nesrin ist ins Dorf gegangen um mit ihnen zu sprechen. ...wir werden wohl vorerst alleine zurechtkommen müssen.“

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Beitrag von Ciaran am Mo Apr 15, 2019 9:09 am

„Na wenigstens etwas“, gab ich zurück, auch wenn ich leise Zweifel hegte, dass Jaiva der anderen Amazone wirklich wortwörtlich gesagt hatte, dass es egal war, was diese sich zusammenreimte. Denn das war es nicht. Jaiva nicht. Und mir damit vermutlich auch nicht. Ich schnaubte leise und hoffte, dass zumindest die hellhäutige Priesterschülerin es als irgendetwas interpretierte, dass abfällig und in ihre Richtung gehend war, während es eigentlich nur meine Frustration über die festgefahrene Situation ausdrückte. Da waren Momente, wo es... gar nicht so schrecklich mit Jaiva war. Aber dann... dann gab es wieder Situationen wie diese hier in denen ich am liebsten sehr schnell, sehr weit fort gewesen wäre. Da saß ich nun hier, hatte mich so auf meine hart erkämpfte Freiheit gefreut und sie gleich wieder verloren. Gab es da also wirklich noch den geringsten Grund hier bleiben zu wollen? Wohl eher nicht.

Und dennoch verfolgte ich den Wortwechsel der Amazonen und zerbrach mir den Kopf über die merkwürdigen Untertöne, die mit fast jeder Silbe mitklangen und die ich beim besten Willen nicht einordnen konnte. So wurde ich beinahe aus meinen Gedanken gerissen, als ich wieder ein paar Worte Arcum vernahm. „Ach wirklich? Haben wir einen so netten Eindruck hinterlassen, dass sie uns gleich wiedersehen wollten?“ Leichte Ironie klang in meinen Worten mit. Mein Blick jedoch flog zunächst über Jaiva und dann über Calla hinweg - auf der Suche nach etwaigen Gemeinsamkeiten. „Warum suchen sie gerade hier? Kann man erkennen von welchem Dorf ihr kommt? Oder gibt es so wenige im Umkreis?“

Die Frage war, wie Nesrin reagieren würde, wenn sie direkt nach uns gefragt wurde. Würde sie zu uns halten oder uns verraten? Und was hätte das für Konsequenzen? "Was, wenn Nesrin sie zu uns führt?"
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Beitrag von Jaiva am Di Apr 16, 2019 9:27 am

Sarkasmus begegnete Ironie und Jaivas Mundwinkel kräsuelten sich einem grimmig-amüsierten Ausdruck entgegen während ihr ein Schnauben entglitt, denn sie mochten gerade in mehrfacher Hinsicht nicht viel zu lachen haben, doch dies war etwas, das sie miteinander teilten und das hier war zugegebenermaßen so viel besser als das, was sie zwangsläufig mit Calla verband. Ganz gleich wie sehr sich Ciaran auch anstrengen mochte, zwischen den beiden Amazonen existierte keine größere Gemeinsamkeit als dass sie beide Wilde Frauen der Grünen Hölle waren und demselben Stamm angehörten – einen Teil ihrer Vergangenheit teilten sie miteinander, doch etwas gemeinsam hatten sie beileibe nicht; nichts was man sehen und erst recht nicht was man fühlen konnte.

Der dornigen Amazone wurde indes durch die Nachfrage des jungen Mannes schlagartig so manches bewusst. Sie kam nicht umhin festzustellen, dass sie ihn über vieles im Unklaren gelassen hatte und noch viel bemerkenswerter als dies war die Tatsache, dass sie ihr das jetzt überaus seltsam vorkam. Ein Gedanke, der einen Schwall frostig-heißen Entsetzens über ihr Gemüt ergoss: Was tat dieses Band wirklich mit ihnen? Warum zweifelte sie jetzt an Entscheidungen, die sie nicht einmal vor einem Tag getroffen hatte? War sie wankelmütig in ihren Entscheidungen? …war sie es geworden? Ihre Stirn verdüsterte sich sichtlich und auch in ihrem Inneren zogen finstere Wogen auf, denn ihr gefiel ganz und gar nicht beeinflusst zu werden – ganz gleich von wem. Und wenn es die Göttinnen höchstpersönlich waren!
Aber da gab es noch eine Frage, der sie noch nicht geantwortet hatte, nicht wahr? Nicht, dass sie sonderlich große Lust verspürt hätte sich dieser zu stellen und weiter darüber nachzugrübeln warum sie jetzt geneigt war das eine oder andere zu erklären. …oder bereit dazu gewesen wäre, wenn nicht Callas Argusaugen über den Moment gewacht hätten.

„Nun…“, begann sie und klang ein wenig zögerlich dabei – seichtes Unbehagen regte sich, Schuldbewusstsein, das sich in diesem Augenblick seine Person betraf, „unter Umständen wollen sie herausfinden ob ich dich der göttlichen Gerechtigkeit zugeführt habe…“ …so wie ich es ihnen in Aussicht gestellt habe.
„…und vielleicht konnten sie sich das eine oder andere zusammenreimen, was sie hier her geführt haben könnte…“ …und mit den richtigen Fragen, ja, so glaubte Jaiva durchaus, dass man ihnen auf die Schliche kommen konnte - wenigstens so weit, dass sie das Dorf gefunden hatten, in welches am gestrigen Abend eine Amazone mit Dornen zurückgekehrt sein musste. Bei den Zweien und Zwölfen. Das war nicht gut. Ganz und gar nicht gut.
„Nesrin wird“ – zu mir halten, hätte Jaiva gerne gesagt, doch die Wahrheit war eine andere; eine, die sie schmerzlich hatte lernen müssen und noch immer weh tat – „bestimmt das Richtige tun.“ Die Frage musste nur lauten: zu wessen Gunsten würde sich dieses ominöse Richtige wenden?
Calla war auffällig still geworden. Ihre Blicke glitten wortlos von Ciaran und Jaiva, kritischste Aufmerksamkeit zur Schau stellend. Ganz genau hörte sie den beiden zu. Die Frage war nur: wie viel verstand sie davon?

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Beitrag von Ciaran am Di Apr 16, 2019 12:52 pm

Eine meiner Augenbrauen hob sich fragend, als ich die dornige Amazone kritisch betrachtete deren Gefühlsleben ich - Segen oder Fluch - eins zu eins miterleben konnte. Was war nun? Woher dieses Entsetzen? Woher die dunkeln Wolken, die über ihr Gesicht zogen und ihre Stirn in Falten warfen? „Was?“, fragte ich knapp. Eigentlich konnte das ja nur Ärger bedeuten so wie sie gerade aussah, oder?

„Sprich klarer“, forderte ich sie mit leiser Stimme auf. „Was ist eure ‚göttliche Gerechtigkeit‘?“ Bei uns hätte es eindeutig den Tod bedeutet. Und zwar keinen schnellen, netten, sondern einen langsamen und qualvollen. Grimmige Entschlossenheit machte sich in mir breit. Ich würde hier nicht sterben. Unter gar keinen Umständen. Und wenn ich Jaiva in Tiefschlaf versetzen musste, um sie mir auf den Rücken binden zu können und so zu kämpfen. Dass sie schlafen konnte und ich wach war, hatte ich ja heute Morgen gesehen. Die Frage war, ob das auch auf unnatürlichen Schlaf zutraf... Doch noch war es nicht so weit. Hatten wir Nesrin auch von dieser Begegnung erzählt? Wir hatten von der Patrouille gesprochen, die in der Nähe des Dorfes gewesen war, oder? Also wusste Nesrin vermutlich, was die richtigen und was die falschen Antworten in unserem Sinne waren. Die Frage war also: Wie viel bedeutete ihr Jaiva? Mein Blick heftete sich auf die dornige Amazone und für einen kurzen Moment spürte ich den tief vergrabenen Schmerz in ihr aufglimmen - und etwas, das ich mir unter normalen Umständen nie gestattet hätte: Mitleid. Sie tat mir leid. Und ich wollte nicht, dass sie noch einmal mitbekommen musste, wie sie fallen gelassen wurde. Außerdem...ich verspürte keine gesteigerte Lust mein Leben von den Launen einer alten Schachtel abhängig zu machen. Kurz entschlossen stand ich auf und griff nach Jaivas Arm. „Wir gehen.“
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Beitrag von Jaiva am Di Apr 16, 2019 2:34 pm

Jaiva mochte sich zwar nicht erklären, doch seine Nachfrage hatte dennoch eine Konsequenz: für einen Augenblick fühlte sie sich ertappt und ihr war das auch im Rahmen eines raschen Blickes anzusehen – nicht, dass es diesen Austausch von Blicken gebraucht hätte um dessen gewahr zu werden. Das war ihr mindestens genauso klar, wenngleich es absolut gar nichts an dem in ihr vorherrschenden Gefühl änderte. Solche Momente waren es, die sie für die Dauer weniger Herzschläge dermaßen unvorbereitet erwischten, dass Facetten ihrer Seele aufglühten, die sich nicht verschleiern ließen – just in diesem Augenblick war sie so arglos und überfordert wie ein Kind, wenn auch nur für den Bruchteil eines Wimpernschlags, denn dann rückte all das in den Hintergrund und eine Woge gleißenden Zorns ergoss sich über diese Wahrheit; nicht weil sie diese zu verschleiern gedachte, sondern weil es sie zornig machte derart durchschaubar zu sein. Sie musste nicht erst auf sein Echo warten, inzwischen hatte sie eine Ahnung dessen gewonnen welcher Teil ihrer Persönlichkeit wann sichtbar wurde. So wie jetzt. Und es war furchtbar.

Dennoch half es nichts – es gab Dinge mit denen sie sich befassen mussten, auch wenn das bedeutete, dass sie sich noch sehr viel größerem Unwohlsein zu stellen hatte. Wenigstens bleiben ihr Reaktionen wie Enttäuschung oder gar Betroffenheit erspart, denn Ciaran dachte ganz anders, wollte andere Dinge wissen – war zu pragmatisch um gekränkt zu sein, wenigstens vorerst.
Ein huschender Seitenblick streifte Calla, die jedoch lediglich die Augenbrauen hob und nicht genug verstanden zu haben schien um sich zu einer Antwort berufen zu fühlen. Das war durchaus schade, allerdings war es nicht so, dass die dornige Amazone auf das Wissen der Priesterschülerin zurückgreifen musste um Dinge begreiflich machen zu können – sie musste keine glühende Anhängerin des amazonischen Glaubens sein um Erklärungen parat zu haben. Das machte es nur nicht weniger unangenehm. Sie wollte ihm all das nicht unter die Nase reiben – das war nicht ihre Meinung, jetzt wusste sie es ganz genau. Dementsprechend ausweichend gestaltete sich ihr Blick als sie ihre Stimme hob: „Die Göttinnen hätten über dein Schicksal entschieden. Auf die eine oder andere Weise. Es wäre die Aufgabe der Hohepriesterin gewesen den Willen von Melva und Vinu zu ergründen und eine Prüfung zu ersinnen, die du nur mit dem Segen der Göttinnen überstanden hättest.“
Mit anderen Worten: die Wahrscheinlichkeit zu sterben wäre deutlicher höher gewesen als zu überleben und eine Weigerung hätte nicht zur Diskussion gestanden. Jaiva löste sich mit einem entschiedenen Kopfschütteln aus ihren Gedanken. „Männer… du weißt, sie haben keinen Platz in unseren Gemeinschaften, genießen keine Rechte.“ Und wie ‚lustig‘ war es doch, dass in diesem Augenblick ein ‚es tut mir leid‘ durch ihr Innerstes flatterte – ein ehrliches Bedauern, das Befremden mit sich brachte. Sie wollte das nicht – wenigstens nicht für ihn.
Die Ironie traf sie jedoch nur wenig später, denn dann spürte sie das, was sie nicht hätte spüren wollen – Ciarans Mitleid. Wieder veränderte sich ihr Blick, ähnelte ein Mal mehr dem Ausdruck, den sie wenig zuvor zu Gesichte getragen hätte und deutlich machte, dass sie sich durchleuchtet fühlte.
„…lass …das“, sagte sie mit einem ausweichenden Blick, doch sie meinte nicht seine Entscheidung, die erst fünf Herzschläge später hörbar werden sollte, nein, sie nahm auf etwas Bezug, was sie spürte. Verschone mich mit deinem Mitleid!

Doch dieses Gefühl erlosch augenblicklich als der junge Mann nach ihrem Arm fasste und – „Was?!“, stieß sie hervor. „Spinnst du?! Wir können nicht einfach gehen! Wir brauchen Hilfe wenn wir das Band lösen wollen!“ Ihre Gegenwehr setzte verzögert ein, da befand sie sich bereits halb auf den Beinen, war aber gewillt sich loszureißen und auch Calla war aufgesprungen. Sie mochte eine angehende Hohepriesterin sein, doch das bedeutete nicht, dass ihr Leib schwächlich und sie langsam gewesen wäre. Und mit dieser abrupten Bewegung fiel der kleine Tisch rumpelnd um und verschiedenste Früchte kullerten davon.
Jaiva! – Du! Nimm deine Finger von ihr!“, stieß die hellhaarige Amazone aus und hatte prompt eines jener Messer in der Hand, die eigentlich zum Schneiden von Obst gedacht waren; ihre Augen fixierten Ciaran. Es war eindeutig gegen wen sich die Klinge im Zweifelsfall richten würde.

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Beitrag von Ciaran am Mi Apr 17, 2019 9:15 am

In dem Moment, wo die blasse Amazone eine Klinge auf mich richtete, wurde alles andere bedeutungslos. Es wurde mir egal, wie Jaiva sich zierte. Dass sie sich ertappt fühlte. Dass sie - ähnlich wie ich mich wohl auch - dafür schämte Mitleid von jemandem zu bekommen. Dass sie es nicht wollte. Dass sie so anders und doch so gleich war. „Wir finden jemand anderen, der uns hilft. Sonst helfen wir uns selbst“, erklärte ich mit fester Stimme, den Blick auf die Amazone mit dem Messer in der Hand gerichtet. Ein seichtes Lächeln umspielte meine Lippen. „Was genau hast du mit dem Spielzeug da vor?“ Die Priesterschülerin sah nicht besonders kampferprobt aus, doch das konnte täuschen, wie ich wusste. Trotz meines überheblichen Tonfalls nahm ich sie als Gegner also durchaus ernst, denn ich hatte oft genug gesehen, wie Arroganz zu einem noch schmerzhafteren Fall führte. Und das war nun wirklich nicht mein Plan. Jaiva würde Zeter und Mordio schreien, wenn ich Calla zuerst angriff. Ich verdrehte innerlich die Augen. Es war wirklich anstrengend an diese Amazone gebunden zu sein. Trotzdem kroch ein leichter Windhauch durch das Fenster herein, schlich um meine Füße herum und schraubte sich langsam nach oben. Ich war auf alles vorbereitet.
„Was glaubst du wohl, was passiert, wenn Nesrin uns verrät? Ich kann so eine Prüfung im Moment nicht alleine machen - so gerne ich auch wollte.“ Tatsächlich fragte sich ein Teil meines Bewusstseins, was das wohl für eine Prüfung wäre und ob ich die Herausforderung bestehen würde. Aber an Jaiva gebunden? Keine Chance. Sie würden es vermutlich nicht einmal verstehen, mich in ein Loch im Boden schubsen oder sonst was, das mich einfach von ihr trennte, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte und schon wäre unser beider Leben ausgehaucht. Wenn sie alle so stur wie die beiden Amazonen hier waren würden sie uns ja nicht einmal lange genug zuhören. Ob sie Jaiva mit prüfen würden? Auch das wollte ich nicht. „Ich weiß nicht, wie es mit dir aussieht, Dornenprinzessin, aber ich habe noch einiges vor in meinem Leben. Und deswegen werde ich eben jenes nicht den Entscheidungen einer alten Schachtel anvertrauen.“
Unten im Dorf erklangen Trommelschläge.
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Beitrag von Jaiva am Do Apr 18, 2019 8:19 am

Wieder einmal drohte eine Situation, die oberflächlich erst einmal friedlich angemutet hatte, zu eskalieren. Jaiva wusste das. Sie spürte es und wenn es sie nicht in eine moralische Zwickmühle gebracht hätte, hätte sie unter Umständen dem Gefühl von seufzender Resignation schmunzelnd nachgegeben – sie schienen Probleme nur so anzuziehen. Heiter fühlte sie sich jedoch in keinster Weise, denn wenngleich sie sich mit einem energischen Rucken ihres Arms von Ciaran frei gemacht hatte – freilich nicht ohne ihm einen bitterbösen Blick zuzuwerfen! -, teilte sie nicht seine Meinung.
Für sie war seine Einstellung – „Schwachsinn! Sei nicht so leichtfertig!“, fuhr sie ihn zischend an und ließ zugleich ihren Blick von ihm ab und zu Calla hin gleiten, welche sich, mit einem Messer bewaffnet, drohend aufgebaut hatte und den Lerchossohn fest im Auge behielt. Ihr ozeanisches Augenmerk war im Zuge eines vernichtenden Blicks geschmälert und auch wenn es ihr an Verständnis fehlen mochte, so verstand sie den jungen Dunkelelf dennoch. Die Bedeutung seiner Silben sprang sie förmlich an. Das Messer mochte lächerlich in ihrer Hand wirken und dennoch konnte er keine Unsicherheit im Gesicht seines Gegenübers – Gegners? – erkennen. Nesrins Schülerin schien fest entschlossen zu sein und auch wenn sich ihre dunkelhäutige Stammesschwester aus dem schändlichen Griff befreit hatte, so änderte dies rein gar nichts an ihrer kämpferischen Haltung.

Wieder sprach Calla nicht mit Ciaran sondern mit Jaiva. Ihre Kinnlinie deutete fordernd in Richtung des Mannes. „Was will er?“ Und auch eben jener hatte Fragen an die dornige Amazone.
Gehen“, wandte sie sich einsilbig an ihre Stammesschwester und während dieser ein stumpfes „Was?!“ entwich, sprach sie bereits wieder mit Ciaran: „Du kannst keine Prüfung machen, du Idiot!“ Mischte sich da ein Funke von Furcht in ihre Empörung hinein? „Diese Prüfungen sind nicht gerecht. Niemand kann sie überleben. Nicht einmal ein überheblicher Idiot wie du!“
Sie spürte es, oh ja, sie spürte es ganz genau. Ihn reizte diese mysteriöse Herausforderung und es machte sie ärgerlicher als sie bereit war zuzugeben. „Weder mit mir noch ohne mich! Das ist nur ein bequemer Weg um solche wie dich loszuwerden! Verstehst du das denn nicht?!“ Das war es zumindest was sie davon hielt.
Ihr könnt nicht gehen“, meldete sich wiederum Calla zu Wort und Jaiva schnarrte: „Ja! Ich weiß. Wir können nicht gehen. Wir – ich weiß das! Sag das ihm!“ Jetzt kam sie schon im Kopf durcheinander mit diesem wirren Wust aus Arcum und Ferus. Freilich, ihr Arcum mochte durchaus brauchbar sein, doch das bedeutete nicht, dass sie vor Fehlern gefeit war.
Noch mehr Worte von Ciaran, doch noch während eben jene Dornenprinzessin ein genervtes Schnauben hörbar machte, reagierte Calla auf die Erklärung, denn sie machte einen Satz nach hinten – von den aneinander gebundenen unfreiwilligen Gefährten fort – kehrte beide Hände an locker angewinkelt-ausgebreiteten Armen nach oben, die eine Handinnenfläche nach oben gewandt während die andere noch das Messer umklammerte. Noch während sie das tat, sprach sie einige kurze, raunende Laute auf Ferus und rund um sie herum, in jedem der sechs Becken begann die Wasseroberfläche zu beben; so als ob jemand eine große Trommel geschlagen hätte und die schwingende Vibration pflanzte sich durch das nasse Element fort. Kreisrunde Wassertropfen verschiedenster Größe begannen sich auf spektakuläre Weise zu erheben und in den Augen der hellhäutigen Amazone geriet das, was ozeanblau war in Bewegung. Die Trommelschläge schien sie nicht zu hören – sie wollte Ciaran zeigen, dass er sie besser nicht unterschätzen sollte!

Jaiva hörte sie umso mehr.
Calla!“, fuhr sie auch diese warnend an. Wut trieb sie an, nicht Sorge. Nein, vor Callas musikalischer Wassermagie fürchtete sie sich nicht und ihr war durchaus bewusst, dass Nesrins Schülerin absichtlich übertrieb – sie beabsichtigte nämlich den gesamten Inhalt aller Wasserbecken in die Luft zu heben und wulstig geschwungenen Bahnen durch den Raum schweben zu lassen.
„Ihr – nicht – gehen“, sagte Calla dabei. Nun, ihre Silben waren Arcum, doch sie klangen viel mehr nach sehr, sehr schwerem Ferus. Kaum zu verstehen.

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Beitrag von Ciaran am Do Apr 18, 2019 10:15 am

Ich lachte leise und zog nun meinerseits meinen Dolch. „Nichts im Leben ist wirklich gerecht, Dornenprinzessin.“ Die Worte waren an Jaiva gerichtet, doch ich sah sie nicht an. Mein Blick fixierte Calla die ganze Zeit, denn irgendetwas schien sich dort zu tun. Ein Vibrieren des Windes verriet, wie sie ihre Muskeln anspannte. Ich tat es ihr gleich, da ich einen Angriff erwartete. „Es haben schon ganz andere versucht mich loszuwerden.“ Wieder erschien dieses merkwürdige Lächeln um meine Mundwinkel. „Und es nicht geschafft.“ In diesem Moment machte Calla einen Satz zurück. Ich stieß mich ab, eigentlich darauf gefasst, dass sie sich in meine Richtung bewegen und wir nach kurzer Distanz aufeinander prallen würden, doch das war nicht der Fall. Leicht verdutzt setzte ich über den umgestürzten Tisch hinweg und riss die Augen auf, als ich das Wasser in die Höhe schweben sah. „Ha. So ist das also.“ Mein Blick zuckte kurz zurück zu Jaiva. Noch hatte ich etwas Spielraum, bevor das Band meine Bewegungsfreiheit einengen würde. Doch hatte Calla es wirklich nur auf mich abgesehen? Oder würde sie den Vorwand nutzen, um auch Jaiva anzugreifen? Ich gab ein leises Zischen von mir. Ich mochte es gar nicht während eines Kampfes noch auf jemanden aufpassen zu müssen, der sich gleichzeitig mit Händen und Füßen wehren würde. Aber ich ging fest davon aus, dass das empor schwebende Wasser sich jederzeit in einen gefährlichen Angriff auf uns verwandeln würde. Jaiva musste also aus der Schusslinie...

Noch im Sprung stieß ich mich von einer der Stuhllehnen ab und wechselte die Richtung, so dass ich nicht mehr genau zwischen Jaiva und Calla war. Sollte die Priesterschülerin nun angreifen, würden Wasserstrahlen oder was immer sie zu formen gedachte, nicht mehr zufällig Jaiva treffen. Und sollten sie mit Absicht in diese Richtung gehen, wussten wir - also hoffentlich auch die Amazone - woran sie war. Die Wand näherte sich und ich hatte vor gehabt, mich an dieser abzustoßen und auf Calla zu stürzen, immer darauf gefasst ihren Angriffen auszuweichen, doch das Band machte sich bemerkbar, lange bevor mein Fuß festen Halt fand. Ich verzog das Gesicht und meine freie Hand zuckte unwillkürlich zu meiner Brust.
Verdammter Mist.
Ich kam mir vor, als müsste ich mit gefesselten Händen und Füßen kämpfen. Der Schmerz nahm zu und mit ihm der Wind, der inzwischen seine ganz eigene Melodie zu dem magischen Singsang der Amazone beitrug. Ich wurde langsamer, sammelte die Magie und nutzte sie, um mich von der Wand abzudrücken, die doch noch mindestens eine Armlänge entfernt war. Ja, das konnte ich. Das war mein Spiel. Vielleicht war ich der Magie nicht so verfallen wie Calla, dafür liebte ich den Rausch der Geschwindigkeit und das Flüstern des Windes, der um mich tanzte. Ich schoss in Callas Richtung, lenkte ein wenig ab, drehte mich und schlug ebenfalls mithilfe des Windes noch einen Haken, da ich noch immer fest davon ausging Angriffen ausweichen zu müssen. Nur...warum kam nichts? War das eine Falle? Noch bevor ich mir darüber klar werden konnte, warum das Wasser mich nicht angriff, wenn es schon so imposant und drohend um uns herum schwebte, wäre ich vor Calla. Jedem anderen Gegner hätte ich den Dolch nun wohl einfach ins Herz gerammt oder die Kehle durchtrennt. Aber ich hatte das Gefühl, als würde ich Jaivas Blick in meinem Nacken spüren, ihre Zurückhaltung, ihre Bedenken. Ich stockte. Zögerte. War es schon so weit gekommen? Dann ging ein schrecklicher Ruck durch meinen Körper. Ich schnappte nach Luft, als der Schmerz mich durchzuckte. Jaiva. Ich riss den anderen Arm in die Höhe, riss Calla mit mir zu Boden und nutzte meinen linken Unterarm, um sie dort zu halten, während die Rechte mit dem Dolch drohend über ihr schwebte. Meine Hand zitterte und ich keuchte vor Schmerz. Schweißtropfen bildeten sich auf meiner Stirn. Ich brauchte mich nicht umzudrehen, um zu ahnen, wer daran Schuld war. Verräterin. Trotzdem hielt ich meinen Blick auf Calla gerichtet, auch wenn meine Sicht immer wieder zu verschwimmen drohte.
„Du ... sagst mir ganz sicher nicht, wann ich ... wo ...hin zu gehen ...habe“, raunte ich.  
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